Indiana Tribüne, Volume 22, Number 214, Indianapolis, Marion County, 23 April 1899 — Page 9
FNviQna Jridüno.
Vslmge.
Das Gettibde. Von W. Kronecker. Ter Dachshofer sitzt in semer Stube und zählt sein Geld. Gelobt sei Gott. Er hczt's ja, und wenn ihm der Niederstadler jetzt noch die dreihundert Gulden bringt, die heut fällig sind, kann er gleich zwei von den Türkenloosen kaufen, von denen ihm der Apotheker erzählt hat. Ein feines Papier das! Verzinsen thut sich' brav, und hat man Glück, kommt man obenein noch heraus mit ein paar Tausender. Ein Wagen hält draußen und der Niederstadler steigt heraus, lustig und wohlgemuth, als müßt' die Sonne blos für ihn scheinen. Was hat denn der?- denkt der Dachshofer. Hat Uz gar einen Treffer gemacht? Ei, dann krieg ich auch meine Zinsen schon, auf die ich heut noch gar nicht mal gerechnet hab." .Grüß Dich Gott, Dachshofer. Komm' bloS auf einen Sprung. Hast keine Arbeit für mich? Ich hab' gehört. Du läßt holzen heuer!" Dem Dachshofer wird's ängstlich zu Muth. Wenn der Stadler nach Arbeit verlangt, muß es schlecht stehen um ihn. Und mein Geld?" murmelt er. Das kann ich Dir nicht g:ben. nicht heut und noch lange nicht. Kann ja !iemand finden, der mir die Dreihundert wieder geben will auf das Häusel, weil schon zu viel draufsteht. Na," fährt er fort, imb schielt dabei auf sie Hunderter, was brauchst's denn auch!" Der Dachshofer hat die Farbe gewechselt. Ganz roth ist er geworden und dann wieder kreidebleich. Er tritt an den Stadler heran und kreischt: .Gott sakra. Du Lump! Mein Geld giebst mir. und gleich. Oder, so wahr mir Gott helf', noch heut fahr ich in die Stadt und bring Dich in die Gant!" Der Niederstadler wirft einen Blick auf seinen Mderpart, nur einen einziqen; aber der genügt ihm. 's ist Ernst diesmal. Zureden hilft da Nichts. Dazu kennt er den Bauer zu genau. Meintswegen denn", sagt er. an scheinend gleichgiltig. Wenn Dich der Gottseibeiuns so fest gepackt hat. daß Du um elendlgltcher Dreihundert willen einen ehrlichen Kerl aus seiner Hütten jagen willst, nur zu! Einen Strick wird's ja noch geben für mich, und im Wald droben stehen Bäume genug, wo's fein fein muß, mit Seilers Tochter zu Hochzeiten. Aber, das sag ich Dir: zu schaffen werd ich Dir noch machen. Adjes." Dem Dachshofer wird's ein wenig unheimlich. In die Stadt mag er heut doch nicht, 's hat ja auch Zeit, das mit der Gant, bis mnrzen. Am nächsten Tage läßt er.anspanrnn und fährt in die Krone, zum Rothen. Dort weiß man noch nichts Sicheres vom Stadler. Nur. oaß er nicht nach Haus gekommen ist. Den Tag darauf ist der Dachshofer wieder in der Stadt und den nächsten ebenfalls. Der Kronenwirth ist ganz außer sich. Hab' ja die Ehre von Herrn Dachshofer sonst nicht so oft in einem Vielteljahr." fagt er kopfschüttelnd. Vierzehn Tage später kommt' endlich heraus. Der Herr Forstwart ist im Wirthshaus und Der weiß genau Bescheid. .Ja. freilich ist's wahr sagt er. Selbst abgenommen hab' ich ihn. Der Lump, der elendialiche. Der Dachshofer besteigt se!n Gefährt und kutschirt nach Hause. Trotzdem es heller, lichter Sonnenschein ist, isr's ihm dunkel vor den Augen. Merkwürdig beklommen ist ihm zu Muthe. In der Nacht hat er einen schrecklichen Traum. Er sieht den Stadler im Fegefeuer mit dem Strick um den Hals. Seufzen thut er und stöhnen, daß es Einem an's Herz gehen kann. Wart'," denkt der Bauer. Solch böse Träume kommen aus dem Magen. Gewiß hab' ich's Nachtmahl nicht derdaut." Und am nächsten Abend laßt er sich einen Liter Wein holen und trinkt den vorm Schlafen. Und Recht hat er gehabt mit dem Trinken! Denn gar lustiges Zeug ist's, das u diesmal träumt: Kirchweih ist im Fegefeuer. Der Stadler tanzt wie ein Besessener umher mit seinem Strick und ruft unaufhörlich: Brüderle Dachshofer, was machst denn so lang. Komm doch endlich hinab zu unö . . . Der Bauer erwacht, in Schweiß gebadet. Nein! So kann's nicht weiter gehen. Da wird' umkommen. Er inacht sich um Herrn 5duraten auf den Wea und bestellt Seelenmessen für den Niederstadler. Aber eö nutzt Alles nicht. Wo er such ist, überall sieht er den Stadler im kZegefeuer. Da kommt ihm ein rettender Gedanke. Sein Vater selig hat ihm 'mal von .jemand erzählt, der auch so von Geflissensbissen verfolgt worden. Dem sei's besser geworden, nachdem er gelobt, seinen Sohn geistlich werden zu lassen. Nun, das kann er auch. Er hat ja den Franzl. Und er gelobt dem Himrnel. daß ix ein Geistlicher werden soll, 's ist zwar ein Elend, daß der Hof dann ix fremde Hände kommt. Aber roal will das Zeißen gegen diese Hol- .
Der Franze! aber ist wie n!cderge-
schmettert, ls er das hört. Erst will er'S nicht glauben, nachher, ms er sieht, daß es dem Vater Ernst ist, wirft er sich ihm zu Füßen. Es geht nicht, Vaterl,- ruft er, das kannst mir nicht anthun. Der Lisei hab' ich's Heirathen versprochen, der Tochter von der Häuslerpoldl aus Jmingen. Willst denn, daß ich zum Lumpen werden soll an der?" Aber der Dachshofer bleibt unerbittlich und der Franzel wankt nach Immingen hin. 's ist nur ein kleines HauZ, daS von der Häuslerpoldl. Doch voll Glück ist's. Grad ist die Lisei von der Arbeit gekommen und hat sich an daS Bettchen gesetzt, ihr Mariele in den Schlaf zu singen. DaS Kind schaut mit seinen großen blauen Augen so gedankenvoll zur Decke, als thäte sich's mit den Engeln unterhalten. 's hat noch Paradiesglanz in den Augen sagt die alte Psldl, die gar nicht wegzubringen ist von dem Vettchen. Jetzt stürz! der Franzl hinein. Er hat keine Augen heute für daZ Lachen seines Kindes. In fliegender Hast erzählt er den Frauen, was vl?rgefallen ist, von dem Stadler und des VaterS Gewissensqualen und daß er nun geistlich werden soll, um des Vaterö willen. Ein paar Mal hält er an. Die Thränen kommen ihm. Das ist ihm auch lang nicht passirt. Und nun, mein guteö Lisei," sagt er am Schluß, nun mußt Deine Sachen zusammenpacken. Hier können wir nicht freien. Geb Gott, daß es unZ wo anders in der Welt besser gehen wird." Aber die Lisei schüttelt mit dem Kopfe, daß die dicken Zöpfe nur so hin und herschwanken. Dann schlingt sie ihre vollen Arme um seinen Hals und sagt: Nein, nein, mein Franzl. Das wollen wir nicht thum. Mit Deinem Vater sein Fluch geh' ich nicht zum Priester. Und willst denn wirklich, daß Dein Vater in's Fegefeuer kommen soll? Nein, da bleib ich lieber ledig. Das Mariele wird darum doch ein braves Mädel. Das versprech ich Dir!" Da drückt der Franzl sie an sich, so recht fest und innig. Und in ihrer starken, großen Liebe kommt ihnen Beiden die feste Zuversicht, daß der Himmel doch Alles noch zum Guten fügen wird. Ein und ein halbe Jahr sind seitdem verflossen. Noch ist der Franzl nicht geistlich. Erst hat der Wald abgeholzt werden sollen, hat der Bauer gewollt. Das hat der Franzl lang hingezogen, mit List. Aber nun ist's doch geschafft, und zum Herbst soll er hinaus nach St. Bartholomä zu den Kapuzinern! Das Mariele hat sich merkwürdig entwickelt in der Zeit. Sie ist nun vier Jahre. Aber wenn sie mit ihren großen Augen so nachdenklich in die Ferne schaut, kann man sie leicht für älter halten. Spielen mit den anderen Kindern men sie nicht. Lieber hört sie der Großmutter zu, wenn die ihr Geschichten erzählt. 's ist ein prächtiger Sommert'g heute. Das Mariele hat mit den anderen Kindern hinaus dürfen auf die Wiese, spielen. Aber lange hält sie's nicht aus dort. Unbemerkt macht sie sich davon und läuft in den Wald, in den weiten, stillen Wald. Dö sieht sie plötzlich Jemanden vor sich. Ein großer Mann ist's mit struppi gem Barte und zerschlissener Kleidung. Brauchst keine Angst zu haben vor mir. Dirndl, sagt der. Ich thu' Dir Nichts. Bloß einen rechtschaffenen Hunger hab' ich. Weißt nit irgendwo hier eine Hütte, wo s emen Löffel Suppe giebt, oder sonst was Warmes zur einen armen Bettelmann?" Komm nur zu uns." sagt sie. Wir haben son Essen für Dich." Dem Alten wird's weich um's Herz. 's ist lang her, daß lhn Jemand emge laden hat. jv-CVV VCUll tyll, IllClll JVIUVV fragt er. Aus Jmmingen." ;r wn rt-:v oNa, da hätt' ich eigentlich nicht gerad' was zu schaffen. Aber, weil Du mich so freundlich eingeladen hast, sei's drum." Und er nimmt die Kleine an die Hand, die voll Seligkeit mit ihm nach Hause trippelt. Zufällig ist gerade der Franzl da. tCTX 4. 4. -W m xuie oer oen vuien zu legen veiommr, will er erst semen Auaen nicht trauen. .Niederstadler", ruft er. Ja, bist's denn und lebst denn auch?" Ja freilich bin ich's und leben thu' . V u " ' kcy auch. Aber, so erzähl' doch." drängt Franzl, während die Poldl und die 2i sei vor Schreck und Freud garnicht wissen, was sie sagen sollen. Erzähl doch, Sie haben doch Alle hier herum gesprochen, daß Du Dich aufgehangen hast. War ich auch willens sagte der Stadler. und Dir und Deinem Vater Euch wär schon Recht geschehen damit. Aber wie ich in den Wald hiemgekom men bin, hab ich da schon Einen hän gen sehen. Der hat Dir ein Gesicht gemacht ... O weh, denk ich, so sollst auch bald aussehen? Nein, mein lieder Stadler, daraus wird nichts. Da hab ich halt seme Papiere zu mir ge steckt, hab ihm mein' Spenser angezogen und mein' Hut und bin hinüber in's Bairische. Dort ist'S mir aber gar schlecht gegangen, und deshalb bin ich wieder zurück. Will einmal sehen, wie's hier geht mit dem Fiedeln." Der Franzl und die Lisei geben keine Ruh. Der Stadler muß mit zum Dachshofer.
j-aiL'.'cr: Der wird ust ganz kreideweZtz, w!e er ihn sieht. Er c 'M, der kommt aus dem Fegefeuer und will ihn holen. Aber der Stadler hat ein gutes Mittel. Er versetzt dem Bauern einen herzhasten Rippenstoß, der ihn wohl davon überzeugt, daß er einen fleisch lichen Menschen vor sich hat. Da stößt der Dachshoser einen Juchzer aus, so herzhaft, wie noch nie im Leben. Aber daß der Alte fiedeln foll. davon mag der Bauer nichts, wissen. Nimmst halt Deinen Hof wieder . faat er. Aber einmal sollst doch siedeln: auf der Hochzeit vom Franzl und der Lisei .... Die Denn Purzel das Zjeirathen verging. Humoreske von Max Wundtke. Am Junggesellenstammtisch im Maikäfer" ging es heute besonders feierlich zu. Ein gemeinsamer Bekannter, der auch zuweilen in dieser feuchtfröhlichen Tafelrunde der alten Herren erschienen war. aber niemals als so recht zuverlässig betrachtet wurde, hatte durch die Principien des Stammtisches ein Loch gemacht und hoiribile dictu geheirathet. Die Trauersala mander wollten kein Ende nehmen, und jeder wußte schaurige Geschichten von ähnlichen Unglucksfallen zu erzählen. Wie nun das Gesprach über das Heirathsthema im besten Gange ist, taucht die Morgensonnennase des Herrn Purzel langsam und feierlich aus der Tiefe des riesigen Weißbierglases aus, durch den Nebel der Tabakswölken hindurch glüht sie Unheil verkündend über den Tisch hinweg, und stockend wie ein Sundenbekenntniß kam von Herrn Purzelö Mund die Erklärung, daß auch er einmal die frevelhafte Absicht gehabt habe, zu heirathen und nur noch acht Stunden von feiner officiellen Verlobung entfernt gewesen sei. Etliche Biergläser, die soeben 'zum Munde geführt werden sollten, blieben jahllngS auf ihrem Wege stehen; Ltp pen, die soeben daS köstliche Naß aufge nommen hatten, vergaßen vor Erstau nen sich zu schließen. Erst als man sich überzeugt hatte, daß der also Bedrohte in blühender Gesundheit am Tische saß, fand man Worte nach den nahe ren Umständen seiner glücklichen Errettung zu fragen. Herr Purzel stärkte sich durch einen kräftigen Trunk. der die liebliche Röthe seiner Nase bis zur Glühhitze entflammte. Der Kreis ruckte enger zu sammen, als handelte sich's um die Er zähluna eines recht schaurigen Märchens, und Herr Purzel berichtete seine Leidensgeschichte folgendermaßen: Ich war damals im sünfunddreißigsten Jahr und fing an, mich ein wenig einsam zu fühlen. Ich hegte daher den ernsthaften Wunsch zu heirathen. das Unglück wäre vielleicht langst ge schehen gewesen, wenn ich etwas Heirathbares zur Hand gehabt hätte. Endlich hatte ich in meinem Bekannten kreise etwas gefunden, das mir zusagte. Ich merkte aus tausend kleinen Anzeichen, daß sie der Partie nicht abgeneigt war und es hatte meinerseits nur ein Wort gekostet, aus uns beiden ein Paar zu machen. Es kamen mir allerdings Bedenken allerlei Art und ich kam aus meinem Schwanken nicht heraus. Ueber ein Pferd kann man nicht eher urtheilen, als bis man es im Geschirr hat gehen sehen. Mit den Frauen ist es nicht viel anders. Endlich aber faßte ich mir ern Herz und verel tete mich vor, morgen Vormittag an emem Sonntag meine Erklärung zu machen. Am Abend des Tages, da ich diesen Entschluß gefaßt, saßen wir alle hier an diesem Tische fröhlich beisammen. Sie haben alle noch den kurzlich ver storbenen Redacteur Eonrad gekannt, eine Seele von Kerl, aber behaftet mit einem ewig keifenden Weibe, der es auch gar Nicht daraus ankam, in besonders temperamcntvollerÄersassung ihre porn tenreiche Rede durch schlagende Argu mente zu unterstützen. Eonradchen trug sem Loos mit Gelassenheit und mit der 5)eiterkeit eines Philosophen. Er kam fast jeden Ab?nd. war aber Punkt zehn Uhr verschwunden. Des lieben Hausfriedens wegen, wie ich vermuthe. Kein Sterblicher konnte sich rühmen. jemals einen Hausschlüssel U Eonrad chen gesehen zu haben. An besagtem Abend ging es überaus fröhlich an unserem Tische zu. Es galt einen Geburtstag zu begehen. Der Ge feierte ließ sich nicht lumpen, und alleö war in ausgelassenster Stimmung. Die frohe Laune, in der sich die gefammte Kneiprunde befand, vermochte auch un seren Freund Eonrad, seinen Urlaub ... niL -ir - ä w " i i r r rt . r ' jl zu uoericyreilen uno er oaue jcgncßncq Hauskreuz und Hausschlüssel lat fen. Als die Stimmung auf ihrem Höhepunkt angekommen war, fühlte sich das Geburtstagskind gedrungen, eine Pulle Sekt und verschiedene Hennessy zu schmeißend Aus der einen Flasche wurden aber mehrere und als es gegen zwei Uhr Morgens ging, saßen drei Mann da und schliefen den Schlaf der Gerechten. Sie würden sogar die Posaune des jüngsten Gerichts überhört haben, und wenn sie sie gehört hätten, so hätten sie doch nicht aufstehen können. Diese stark beseligten drei Mann waren das Geburtstagskind, Eonradchen und leider ich selber. Wir drei waren die Letzten; alle anderen hatten sich vorher gedrückt. Der Wirth war einigermaßen in Verlegenheit, was er mit uns beginnen sollte; da kam es wie eine Erleuchtung über ihn. Er schickte seinen Kellner nach dem nahen Droschkenhalteplatz, die Droschke kam, der Kellner lief, wir wurden von vier kräftigen Armen in daS Innere des Vehikels geleitet, wo wir. kaum auf den Sitzvolstern placirt.
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den unterbrochenen Schlaf Mit womvg-
lich tieferem Ernst wieder aufnahmen. .Sehen Sie, Kutscher, das da ist Herr Soundso, wohnt da und da. Das hier ist Herr Polandt und woynk da und da. ? t ist Herr Eonrad, der wohnt da und da. Alles erste Etage. Sie lassen sich vom Wächter das Haus öffnen und liefern dann jeden Herrn gewissenhast ab." Der Kutscher schmunzelte und fuhr davon. Das etwas plötzliche Anziehen des Pferdes mußte uns Insassen wohl etwas durcheinander gerüttelt haben. denn der Waaen hielt und der Kutscher öffnete den Schlag. Kopfschüttelnd stand er eine Welle da und qauit aus die Verheerungen. Dann fuhr er wieder bei dem Maikäfer" vor. .Nee. Herr." sagte der gewissenhafte Rosselenker, die müssen Sie mir noch r. i! r . rrv i. ...:.. . einmal joiiuen; iz nnv uui üuuycm ander gefallen." Lachend wurden wir bacchusvollen wieder auf unsere Sitze gruppirt und die Fahrt verlief diesmal ohne Unfall. Nun weiß ich mich noch zu erinnern, daß ich von den starken Armen des Kutschers gepackt, aus dem Innern des Wagens gezerrt und durch ein schwarzgähnendes Hausthor eine Treppe hoch geleitet" wurde. Ich machte vergebliche Anstrengungen, meinen Corridorschlüssel aus der Tasche zu bekommen; ehe ich aber überhaupt entdeckt hatte. wo die Tasche eigentlich zu suchen war, hatte mein Mentor schon geklin gelt und war dann mit einem vertrau lichen Gute Nacht" wieder verschwunden. Ich tappte nun an der Thüre um her und versuchte, meinen glücklich ent deckten Schlüssel in das Schlüsselloch zu bugstren. Ach, ich glaube, man ent deckt viel leichter den Nordpol als so ern winziges Schlüsselloch. Meine Bemühungen hatten wohl schon geraume Zeit gedauert, als es drinnen lebendig wurde. Eine Thür ging und ich hörte das Schlurfen von Pantoffeln. Plötzlich wurde die Corridorthüre heftig aufgerissen, irgend eine krallige Faust packte mich am Rock vol lends hinein. Dieser merkwürdige Em pfang hatte mich ein wenig aus meiner Betäubung gerissen; aber ehe ich noch ein Wort herausbrachte, suhlte ich et was Weiches mit beängstigender Vehemenz in meinemGesicht herumklatschen, daß mir Hören und Sehen verging. Zugleich ergoß sich über mein armes verständnißloses Haupt eine wahre Sturmfluth von Beredsamkeit, in welche die Schläge in mein Gesicht, auf Schulter und Arme metrische Gliederung zu bringen suchten. Süße Kose namen waren's gerade nicht, die mein Ohr trafen. Nie in meinem Leben hätte ich geglaubt, daß ich ein so miserables. verlumptes Subject sei. wie mir's jetzt Mit Zuhilfenahme schlagender Beweis. gründe liebevoll aufeinander gesetzt Wurde. Diese reizende Scene hatte mich mit einem Male nüchtern gemacht. Ich hatte begriffen, daß ich in die unrechten Hände, und zwar in diejenigen der Frau Conrads gerathen war. Aber zum Teufel, Frau Eonrad. denken Sie denn, Sie haben Ihren Mann vor sich?" schrie ich, als ich ein wenig Lust schöpfen konnte. Gin lauter Aufschrei und Frau Conrad warf sich ohnmächtig in meine Arme, fuhr aber gleich wieder empor und erkundigte sich zärtlich nach ihrem Mann. Während wir noch verhandelten, kam der Kutscher wieder die Treppe herauf. Die Frau, die er auf seiner letzten Station herausklingelte, habe er klärt, daß dieser Herr gar nicht ihr möblirter Herr sei, und dabei deutete er auf Herrn Eonrad, den er wieder mitgebracht hatte und der auf dem besten Wege war. sich in eine antike Marmor statue zu verwandeln. Die Starrheit und die Farbe einer solchen hatte er schon angenommen. Die drastische Situation mag sich jeber selbst ausmalen. Aber dieser Em pfang wirkte aus mich wie ern Sturz bad. Ich war nicht nur für jenenAbend ernüchtert, sondern auch ernüchtert fürö ganze Leben. Ich bin gedankenvoll nach Hause gezogen und habe ein für alle Mal die Heirathsideen aus meinem Kopfe verbannt. Herr des Himmels wenn unsereinem . . . nee, lieber nicht Prost, meine Herren!" Und wie von einem bösen Alp besreit. gab ihm der ganze Stammtisch chorus das Prosit zurück. IH Der krank eBauer. Aamr O mei, o mei. dö Schmerzen wann i nur wühl, woher l dos hab'?" -Dorfarzit: .Na. trölt's Ent. Oberaick tinger, dös Fußerl is halt schon 84 Jahr' alt, müßt Ihr wissen."Bauer: Scho' recht. Bader, aber dös andere Füßele is doch a 84 Jahr' alt und warum thut dös net weh?" Untrügliches Zeichen. Arzt: Ich constatire. daß sich der Zustand Ihrer kranken Frau Gemahlin seit gestern Abend verschlimmert hat." Wann: Und ich glaube, daß er sich gebessert hat. Sie hat heute früh wieder ihre alte Lieblingsgewohnheit angenommen." Arzt: Und die wäre?" Mann: Sie hat geschimpft!" Im Eifer. Tante: Also, mein lieber Fritz, ich will Dir die Kosten Deiner Studien noch weiter tras.en. und dann, wenn ich abgerufen werde, wenn ich aus dem Leben scheide, dann wirst Du es sein, der an meinem Grabe den Segen "Fritz: Selbst, verständlich, liebe Tante, es soll mir eine ganz besondere Freude sein." Reingefallen. Mutter (zum Studenten, der zum Besuch gekommen): Was ist denn das für eine Nummer auf Deinem Wintermantel?" Student: Die Garderobenummer; ich war bei einer Gesellschaft." Mutter (nach einer Weile): Hast Du denn die Hose hier auch in der Garderobe ab g,?g?be?
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Jahre der Heilungen.
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