Indiana Tribüne, Volume 22, Number 214, Indianapolis, Marion County, 23 April 1899 — Page 6

Acr Schneekönig. Ein Märchen von Karl fforßlund. Hoch oben auf dem Trommelschlä.gerkcgel steht ein stattlicher Schneemann, mitten in der Sonne. Hinter ihm fängt der Wald an. Die Äannen stehen wie eine Ehrenwacht im Harbkreis um ihn. Aber der Tromuielfchlägerkogel ist so hoch, daß er hinQus über ihre Wipfel sieht. Vor ihm liegt die Wiese, wie ein breiter steiler Hügel, von ..chlittenund Schneeschuhspuren durchzogen. Ganz hoch oben steht er, mitten in der Sonne. Er ist vieler Hände Werk. Eines Tages, als sie dort oben versamrnelt waren, mit Schneeschuhen und Schlitten, alleKindcr des Dorfes, sagte einer der Buben: Jch hab' mir etwas ausgedacht. Wir wollen eine Statue aufstellen eine Bildsäule des Wintcrs, das verdient er wohl, er ist so frisch und schön. Sie soll höher sein als alle Menschen, sie soll ganz hoch oben auf dem Hügel stehen, nach Norden, wo der Wald anfängt. Tannen -und Fichten sollen sein Hof und seine -Leibwache sein, aber wir sind seinBolk, das sich aus den Wäldern hier versammelt, um ihm zu huldigen. Zu unsercm König wollen wir ihn krönen!" Er riß sie Alle hin. sie gingen mit Eifer an's Werk an einem sonnigen Tage war es, der Schnee knirschte. Hoch oben wurde ein weiter, glatter Plan vom Schnee befreit. Glück hatitn sie in der Mitte trafen sie auf einen flachen Stein, der gab einen prächtigen Sockel. Dann fing der Guß an es entstand ein fester, kräftige? Körper aus den großen rundenSchneeblocken. Die Arbeit ging in lachender Eile. Zur Hohe erhob sich der stattliche Rumpf; die Augen wurden ein paar glimmende Katzensilberplättchen, die Lippen eine Reihe dunkelrother Beeren. Einen Knüttel hatte er als Scepter in ier einen Hand, eine Laterne in dcc anderen. Die sollte an den Abenden leuchten. Nun kam der feierlichste Augenblick die Krone sollte auf seinen hocherhobenen Scheitel gesetzt werden. Ihr Gerüst war ein Fichtenast. darum schlang sich Haidekraut und Laub. Schön war sie, grün und silbern, wie Smaragde schimmerten die Blatte? zwischen Eiszapfen und Neiffrost. Sie wurde in die Hände desjenigen gelegt, der der eigentliche Schöpfer des KunstwerZs war er, der das Spiel erfunden. Von vier jungen starken Älrmen ward er erhoben dennoch ?eichte er kaum hinauf. Lange hat der Schneekönig dort gestanden, hoch oben auf dem Trommelschlägerkogel, mitten in der Sonne. Er sieht hinaus über die Wipfel der Tanntn, wie eine Ehrenwache stehen sie rings um ihn. Er sieht hinaus über die Wiese, zu seinen Füßen glatt und Plan neigt sie sich vor seinem Throne. 5in paar Halmgarben sind zu beiden 'Seiten von ihm aufgerichtet. Hier weilen Sperlinge und Dompfaffen und Amseln tagaus tagein. Sie zwitschern und tänzeln im Sonnenschein, sie verkriechen sich dort, um vor der Grausamkeit der Kälte Schutz zu suchen. Und hie und da kommen Burschen und Dirnlein die Wiese hinauf, auf Schneeschuhen oder in Schlitten. Hin'uf arbeiteten sie, hinab wird gesaust. Immer ist dort Freude, bei Sonnenschein wie bei Nebelwetter. Und am häufigsten gibt es Sonnenschein. Das ist ein herrliches Leben, findet der Schneekönig. Am meisten sehnt er sich nach dem Abend da zünden sie die Laterne an, die er in der .Hand hält und setzen Lichter in die Schneeballenlaternen, die in einem 'Ring um ihn stehen. Ist dann der -Himmel klar blitzende Sterne dort .oben, flammende Lichter hier unten! Und wenn sie dann einen Ring um ihn schließen und im Schnee einen wilden Galopp tanzen! Einer spielt Mundharmonika, das klingt wie ein ganzes Orchester, und der Schnee stobert, und die Mädchen lachen und schreien. Einer steht unten in dem tiefsten Schneehaufen auf dem Kopf, ein Anderer schlägt Purzelbäume den steilsten Abhang hinunter und der Schneek'önig bekommt hie und da einen Puff, er wankt, aber er lächelt und steht ebenso sicher wie früher. Dann neigen sie sich vor ihm. Alle in einer Reihe, dann gleiten sie wieder hinab und es wird dunkel und still. Der Schneekönig schlummert, er träumt. Und eines Morgens, als U gemächlich die Wiese hinaufkommen, ist er verschwunden. Verschwunden. . Nur ein nasser Fleck auf dem Sockel ist geblieben. Auch die Schneelaternen sind fort. Und auf der Wiese gucken hier und dort trocken: Grasbüschel hervor. Es herrscht Niedergeschlagenheit in dem Haufen. Die Mädchen schreien nicht, die Buben reizen sie nicht. Die Kufen scharren, dir Schneeschuhe gleiicn träge. Sie stehen in einem Ring um den Stein, sie sehen ihn an, so wie man in ein Grab sieht, in das eben der Sarg gesenkt ward. Die Mädchen haben Thränen in den Augen. Die Buben beißen sich in die Lippen. ... Da erhebt (Ziner von ihnen die Stimme er ist es, der ihren Fürsten krönte. Und er spricht: Nun ist des Schneekönigs Gewalt vorüber. Es war ein prächtiges Regiment, frisch, und schön in Sonne 'und Kälte. Er starb an zu viel Sonn?, unser König. Das ist ein schöner Tod, daraus kommt der Frühling. Mehr konnte er nicht sagen. ES wurde wieder still da klang ein lau Ux Triller durch die Luft, hoch übe? dem Walde. Das war die erste Lerchf, die kam.

Beruhigung. Köchin: .Emil, wirst Du mir auch immer treu bleiben?" Grenadier: Rieke. Du kannst Dir uff meinen Appetit verlasXtnl . .... - - 4

Merkwürdige Zlyrcn. : Das Städtchen Schramberg im württembergischen Schwarzwaldkreis ist nicht nur seiner schönen Lage, son-de.-n auch seiner regen Industrie wegen bekannt. Neben Steingut-, Majolikaund Porzellanwaaren etc. werden dort ganz besonders Uhren und Uhrenbestandtheile fabrizirt und die größte der Uhrenfabriken, die Firma Gebrüder Iunghans, hat dem Orte seit einiger Zeit eine neue Anziehungskraft durch Einrichtung eines Museums für Zeitmeßkunst verliehen. Dieses Museum stellt eine außerordentlich reichhaltige Sammlung dar, in der die ganze vielhundertjährige Entwickelung der Uhrenindustrie zu einem einheitlichen Bilde von kulturgeschichtlichem Werthe und ganz besonderem Reize zusammengefaßt ist und das manche Kuriosität auf diesem Gebiet enthält. Die mit großen Opfern zusammengebrackte Sammlung, deren weitere Vervollständigung ihrem Besitzer sehr am Kerzen liegt, 'ist jetzt vollauf geeignet, bis in die interessanteren Einzelheiten den allmähligen Werdegang der Uhrenindustrie zu vergegenwärtigen. Eine stattliche Anzahl von Vorrichtun-

ili .

Hausuhr (1300). gen, ohne complicirten Mechanismus, namentlich ohne Räderwerk, die Zeit zu messen, eröffnet die Sammlung: hochinteressante Sonnenuhren aller Art, Vorrichtungen also, bei Wen der Schatten des Stabes auf einer gegebenen Gradeintheilung als Zeitmesser dient; weiterhin merkwürdige Wasserund Sanduhren (unter den letzteren ein interessantes Exemplar, das eigentlich vier solche Uhren nebeneinander ausweist, deren Ablauf die Viertel-, halbe, dreiviertel und volle Stunde ankündigt) sowie Oeluhren, bei denen die allmähliche Aufzehrung des Oels auf der am Behälter befindlichen Scala die Zeit angiebt. Die Hauptmasse des Museums aber umfaßt natürlich die Vertreter der mechanischen Räderuhren, die in taufenderlei Gestalt, von der plumpsten äußeren Erscheinung bis zu den raffinirtesten und zierlichsten Schöpfungen eines hochentwickelten Kunstgewerbes, uns durch all die Jahrhunderte seit Erfindung des Rädermechanismus (um 1000 herum) begleiten; daß dabei die schwarzwälder Uhrenindustrie eine Welt für sich bildet, die mit besonderer Sorgfalt behandelt ist, versteht sich bei der Planmäßigkeit der ganzen Sammä Weckuhr. lung von selbst. Die eiserne Räderwerke mächtiger Thurmuhren sowie auch alter Hausuhren, deren Umfang' und Aufbau freilich mit der zierlichen Gestalt unserer .heutigen Wanduhr noch nichts gemein hat, führen uns in die fernen Jahrhunderte zurück, in denen naturgemäß und mit Recht schon diese noch recht unbehülflichenWerke als wundervolle Schöpfungen menschlichen Scharfsinns angestaunt wurden und eine den Zeitverhältnissen entsprechende Zierde der Stuben bildeten. Die älteste bekannte nürnberger Hausuhr um 1300 gibt eine hübsche Vorstellung davon, wie Princip und Form der Thurmuhr ohne weiteres für die Wanduhr herübergenommen wurde. Daß von Anfang des 17. Jahrhundertö ab die Eisenräder vielfach durch Räder aus Hartholz ersetzt wurden, zeigt die älteste bekannte derartige Uhr von 1613, bei der die Zähne der Räder aus Elfenbein eingesetzt sind, sowie das hölzerne Räderwerk einer alten Schwarzwälderuhr. Als man darauf kam, statt der GeWichte die Spannfeder als Triebkraft anzuwenden, war die Herstellung der tragbaren, der Taschenuhren, ermöglicht, und gerade nach dieser Richtung bringt die schramberger Sammlung die allmähliche Entwickelung bis zur. zierlichsten und elegantesten Ausstattung zu lebhafterAnschauung. Man braucht nur die uralten Taschenuhren, die eiförmigen eisernen, die schwere Satteluhr mit Eintheilung in 24 Stunden und den Greifknöpfen auf dem Zifferblatt. um bei der Dunkelheit die Zeit areijen um 1600, mit den zierliHen

Exemplaren zu vergleichen, be! denen der Graveur und der Eiseleur, der Emailarbeiter, der Juwelier und der Steinschneider alle ihre Kunst aufgeboten haben. Von besonderem Interesse ist die Taschenuhr, deren Kapsel von dem berühmten Maler Huaut, dem Hofmaler König Friedrich's I. von Preußen, mit dem Bilde der Madonna geschmückt wurde. Die werthvolle Uhr, die der König seinem Minister Danckelmann schenkte, kam später in einen Trödlerladen zu Frankfurt. Besonders reichhaltig, wie schon erwähnt, ist die Sammlung der schwarzWälder Uhren. Voran die ältesten Typen aus dem Ende des 17. JahrHunderts: einfachste Eonstruction mit drei Triebrädern und einem Rad für den allein vorhandenen Stundenzeiger, buri die fallende Kraft eines Gewichts in Bewegung gesetzt und durch die Wage oder Unruhe regulirt, die Räder aus Holz geschnitten, das Zifferblatt primitiv bemalt, sehr früh aber schon mit Schlagwerk (Glocke aus Glas) und Wecker. Besondere Beachtung verdient eine Weckuhr aus dem Jahre 1680, welche für Reisezwecke bestimmt gewesen sein soll. Dieselbe hat das Ansehen einer Laterne. Im Innern derselben brennt ein Kerzenlicht, das durch eine Feder gleichmäßig nachgeschoben wird, die andererseits auch in den Mechanismus der Uhr treibend eingreift; damit der brennende Docht immer möglichst gleich lang gehalten und also die Kerze mit stetiger Schnelligkeit verzehrt wird, schnappt automatisch nach jeder Minute eine kleine Scheere zusammen, um den Docht abzuschneiden. Ringsum ist die Laterne durch Klappdeckel geschlossen, der Schläfer wird also vorerst nicht durch das helle Licht im Schlaf gestört. Die Stellung des Weckers erfolgt durch das Einsetzen eines Stiftes auf dem zweiten Zifferblatt, außen an der Rückwand. Und ist nun die betreffende Stunde gekommen, dann geht der Spektakel des Werkes los und gleichzeitig fallen die sämmtlichen Klappdecket, so daß also nunmehr Licht nach allen Richtungen das bisher dunkle Schlafzimmer durchfluthet. Mehr kann man von einer Weckuhr eigentlich nicht verlangen, nach Größe und Format aber würde uns, die wir durch die

La B H" Y"VAU' 'Ad',''v';;'';,Ai; I $ ).. ..5'''''..i'k!ÄP f v4 w rT..iiiViiI: j "

' Alte Spieluhr, niedlichen kleinen Reiseweckuhren unserer Tage etwas verwöhnt sind, diese Laternenweckuhr schlechterdings als ein ganz unmögliches Gepäckstück vorkommen. Um 1730 begann man die Uhren mit Kukukruf. später (1763) mit Spielwerken auszustatten, die Glocken wurden zuerst aus Glas gemacht. Und dann zeigt die Sammlung, wie in all diesen Einzelpunkten eine stetig fortschreitende Verbesserung sich vollzogen hat bis herauf zu der heutigen Großindustrie, die von den Schwarzwaldbergen aus den Weltmarkt beherrscht. Und nun hätten wir noch, obgleich hier auf Vollständigkeit keineswegs Anspruch gemacht werden kann, mit einem Wort wenigstens noch der überreichen Zahl von Uhren zu gedenken, die in das Kapitel der Euriositäten gehören, in denen sich unter der Form der Spielerei oftmals die intensivste Bethätigung menschlichen Scharfsinns und weit fortgeschrittener Erfindungkraft bekundet. Da lenkt die japanische Säge - Uhr die Aufmerksamkeit auf sich: treibende Kraft ist das Gewicht der Uhr selbst, sie gleitet an einer Leiste herab, die mit ihren sägeartig eingeschnitten! Zähnen in das Räderwerk der Uhr eingreift. An der anderen u hr in derFlasche. japanischen Uhr gleitet der mit dem Gemickt verbundene Zeiger langsam an der senkrecht angebrachten Zeitscala herab. Die ungewöhnlich interessante Uhr von Hans Kolb in Bayern aus dem Jahre 1662,' mit Holzrädern, markirt den Ablauf jeder Minute durch einen Glockenschlag, und jederzeit kann ein Glockenspiel (Nun danket alle Gott") unter Vorüberziehen einer Musikbande auf der Galerie zum Erklingen gebracht werden; das Zifferblatt zeigt nicht nur die Stunden. Viertelstunden und Minuten, sondern auch die Wochen- und Monatstage und die Monate an. -; Ein technisches Kunstpückchen ganz

VN, k cC U JY A H J mT

I

eigener Ar! hat ein noch jetzt in der Junghans'schen Fabrik beschäftigter Uhrmacher 'Rosin fertig gebrachtindem er im Innern einer Flasche, mit Hülfe von sehr langen Werkzeugen, die einzelnen Theile eines Uhrwerks zu einer tadellos functionirenden Uhr zusammensetzte. Die hier angeführten und abgebildeten Uhren sind natürlich nur einige I a p. U h r e n. Proben aus der überreichen Sammlung, deren Grundstock im Frühjahr v. I. durch eine Autorität auf diesem Gebiet, den Hofuhrmacher Speckhart aus Nürnberg, eingerichtet worden ist. und gar manches hochbedeutsame Stück so eine prächtige große Kunstuhr, die ZU Anfang des vorigen Jahrhunderts in Dresden als große Sehenswürdigkeit bekannt war würde für sich allein mehr Raum verdienen, als hier begreiflicherweise für den ganzen Artikel zur Verfügung stehen kann. Ein Opser dcr Flammen. Einem Brande ist das bescheidene, rohrgedeckte Häuschen in Nohrau, wo Joseph Haydn, der. Eomponist der Schöpfung" und der Vier Jahreszeiten", in der Nacht vom 31. März zum 1. April 1732 geboren wurde, zum Opfer gefallen. Der Flecken Rohrau liegt halbwegs zwischen Brück und Hainburg auf dem linken User der Leitha, die hier die Grenze zwischen Niederösterreich und Ungarn bildet. Am südlichen Ende des Ortes erhob sich bisher das 1728 vom Wagnermeister Matthias Haydn, dem Vater des großen Eomponisten, aufgeführte Häuschen, das zwar 1813 und 1833 durch Hochwasser der nahe vorüberfließenden Leitha gelitten hatte, aber in der Hauptsache, in der inneren Eintheilung, doch dasselbe geblieben war. Verschwunden war .nur seit langem die hinter dem Hause befindliche Werkstatt, in der Matthias Haydn sein Wagnergewerbe betrieb. Joseph Haydn wurde, wie alle seine Geschwister, im , Zimmer Haydn's Geburtshaus, rechts vom Eingang geboren. Nur die fünf ersten Lebensjahre hat er hier unter der Obhut der Eltern verlebt, die beide einen regen Sinn für Musik und Gesang besaßen. Dann nahm ein weitläufiger Verwandter, der Schulrector und zugleich Musiker war, den fünfjährigen Knaben, der schon in diesem zarten Alter auffallendes musikalisches Gehör und eine angenehme Stimme besaß, nach Hainburg, der Heimath des Vaters, um dort mit dem Elementarunterricht und der musikalischen Unterweisung seines Zöglings zu beginnen. BegründeteEntschuldi. gung. Hausherr: Hören Sie, Mina, die Messer könnten aber besser geputzt sein." Mina: Hatte nicht genügend Zeit, Herr Doktor; ich mußte das Rad der gnädigen Frau putzen." Schlau. A.: Warum setzen Sie denn für die Wiedererlangung Ihres alten Köters solche hohe Belohnung aus?" B.: Meiner Frau zu Gefallen." A.: Aber auf diese Weise bekommen Sie ihn doch sicherlich wieder." B.: Ach nein, das ist unmöglich! Ich hab' ihn ja vergiftet!" Eine liebenswürdige Gattin. Richter (zur Zeugin): Daß Sie den Einbrecher festgehalten haben, war ja recht, aber wozu haben Sie ihm ein Auge ausgeschlagen?Frau: Entschuldigen Sie, ich glaubte, es wäre mein Mann!" DieBorsehung. Muatta, 'n Badern is so schlecht!" Schauts, Kinder, wia guat Alles einbricht is! Wann jetz'n 'n Badern nöt wär serneegt' wurd'n. hätt'n mir z'wenig Knödeln z' Mittag g'habt." Mißverstanden.' Hausfrau (welche ihre Köchin übnrascht:. wie sie den Rahm mit dem Finger kostet): Lisette, ich liebe das nicht..." Kochin: O, dann wissen Sie nicht, waö gut ist, Madame!" , .: -

II

f 'ifi Im! !'iv!i

Kronprätendenten. Der Staatsstreichversuch Drouldde's hat den französischen Royalisten und Imperialisten einen rechten Streich gespielt. Sie trieben ihre stille Propaganda für die Prätendenten in so glücklicher Sicherheit, daß sie der Hoffnung lebten, die Erhebung eines Orleans auf den französischen Königsoder eines Bonaparte auf den Kaiserthron könne nur noch eine Frage weniger Monate sein. Nun hat der plumpe Revanchedichter ihre Zirkel zerstört, die schon bis in die kleinsten Details ausgerechnet waren, daß D6rouldde auf eigene Faust gehandelt hat, als er am Begräbnißtage Faure's die heimziehenden Truppen vom Wege der Pflicht nach dem Elysee abzulenken versuchte. Wenigstens sagte er in diesem Sinne vor dem Untersuchungsrichter aus. Wie dem auch sein mag, die Gegner der republikanischen Regierungsform hoffen darauf, daß der Mißwirthschaft" über kurz oder lang ein Ende gemacht werden, und die Monarchie wieder hergestellt werden wird. Im Vordergrund der Kronprätendenten steht zunächst derHerzog Philipp von Orleans (aeboren am 6. Februar 1869). Er ist seit dem Tode seines Vaters, des Grafen von Paris (f am 8. September 1894), der allgemein anerkannte Kronprätendent der französischen Royalisten. Auf ihn fiel bei dem Staatsstreichversuch Deroulede's auch der erste Verdacht. Einer übermäßigen Beliebtheit beim Volke erfreut sich der Herzog nicht, obwohl er sich von Zeit zu Zeit in Erinnerung bringt. Aufsehen erregte er nur ein einziges Mal, nämlich im Jahre 1890, als er,

yrrj-

Herzog Philipp von Orl e a n s. obgleich ein Gesetz vom 23. Juni 1886 den Mitgliedern der französischen Regentenfamilien den Aufenthalt in Frankreich verbietet, plötzlich innerhalb der blau - weiß - rothen Grenzpfähle erschien, um seiner Militärpflicht zu genügen. Er wurde damals vor das Polizeigericht gestellt und am 25. Februar genannten Jahres zu zwei Iahren Gefängniß verurtheilt, aber schon am darauffolgenden 2. Juni begnadigt. Neben dem Herzog ist auch sein Vetter. Prinz Heinrich von Orleans, der Sohn des Herzogs von Ehatres, als Kronprätendent, wenn schon mit wenigerAussichten, zu nennen. Die Popularität der Prinzen von Orleans war übrigens niemals groß. Mehr ins Gewicht fällt die Candidatur der beiden Prinzen Napoleon für die Krone Frankreichs. Von ihnen war im Herbst v. I. viel die Rede, als der große Arbeiterstreik in Paris ausbrach und die 57 Regimenter der hauptstädtischenGarnison ungewöhnlich verstärkt wurden. Man sprach damals von der Entdeckung einer militärischen Verschwörung durch den Ministerpräsidenten Brisson. Der Chef des Hauses Vonaparte ist der in Brüssel lebende Prinz Victor Napoleon. Im Zahre 1883 erklärte er sich selbst als Erbe der napoleonischen Thronanspräche. Er ist am 18. Juli 1862 geboren und der Sohn des Prinzen Napoleon (Plon - Plon), der nach dem Tode des kaiserlichen Prinzen (Napoleon IV., Lulu") nur von einem Theil der Bonapartisten als Haupt der boP rinz V i :tor N apoleon. napartischen Familie und als Erbe der dynastischen Ansprüche anerkannt war. Größerer Popularität erfreut sich in Frankreich sein Bruder Louis, und zwar schon deshalb, weil er Osficier in der Armee der verbündeten russischen Nation ist. Am 16. Juli 1864 auf dem im Deutsch - französischen Krieg zerstörten Schlosse von Meudon bei Paris geboren, diente er zunächst im italienischen Heer, trat aber 1889 aus und wurde später vom Zaren zum Oberstleutnant im russischen Nischegorodski'schen Dragonerregiment im Caucasus ernannt. Kurz vor dem Besuch des verstorbenen Präsidenten Felix Faure hatte der Zar den Prinzen Louis nach St. Petersburg versetzt und zum Obersten' des Kaiserin - Ulanenregiments befördert. Als das Zarenpaar im darauffolgenden Herbst nach Paris kam, wurde es vom Prinzen Louis Napoleon begleitet. Es hieß damals, der Zar habe den Prinzen mit gutem Vorbedacht mit ach Paris genommen, um denFranzo-

sen zu zeigen, daß der Prinz persona gratn bei ihm sei; ein ziemlich deutlicher Wink, der jedenfalls auch verstanden wurde. Die Gelegenheit, ihn zu befolgen, war jedvch noch nicht günstig. Im vorigen Herbst schien sie nahe, und die Mitglieder des Hauses Bonaparte hielten sogar schon einen Familienrath auf dem königlichen Schlosse in Moncalieri bei Turin ab, um die Lage zu besprechen. Aber Prinz Louis erklärte sich gegen einen Gewaltstreich, angeblich wegen der öffentlichen Meinung in Rußland, wahrscheinlich jedoch, weil er seine eventuelle Erhebung auf den französischen Kaiserthron nicht einer Affaire von so zweifelhafterOualität, wie der Dreyfus - Handel ist, verdanken wollte. , IIET nUIS TEX B0SCII.

Es ist wirklich eine Stätte des Friedens, das Haus, wo die Männer, die über das Zustandekommen des Völkerfriedens zu berathschlagen haben, sich vereinigen werden. Umringt von viel hundertjährigen Eichen und Buchen, umrangt von dunkelblätterigem Epheu, gleich Dornröschens Schloß, liegt Het Huis ten Bosch" (Das Haus im Busch) abseits vom Getriebe der Residenz im Haag'schen Wald. Blumendüfte strömen aus dem Garten in den mächtigen Oraniersaal und Amsel und Nachtigall sind die einzigen Ruhestörer, die vielleicht die Reden der ernsten Männer unterbrechen werden. Etwas über 250 Jahre sind seit der Gründung dieses idyllischen Lustschlosses verflossen. Noch rang das niederländische Volk mit übermächtigen Feinden um den Besitz seines köstlichen Gutes, der Freiheit vom fremden Joche, als in der edlen Fürstin Amalia von Solms der Plan, einen ihrer würdigen Wittwensitz zu gründen, zur Reife gelangte. Ihr Gemahl, der große Oranier Frederick Hendrik, billigte dieses Vorhaben und prüfte selbst den Bauplan in der Nacht vom 20. Juli 1645, als er mit seinen Truppen bei Eccloo lagerte und am folgenden Morgen ein blutiges Treffen mit den Spaniern erwartete. Am 2. September 1645 legte die Königin von Böhmen den ersten Stein zu dem Lustschloß, das ein Areal von 18 Morgen 470 Ruthen umfaßt. Der berühmte Baumeister I. van Campen, dem Amsterdam das herrliche Rathhaus (jetzt Kgl. Schloß) verdankt, brachte seinen Bauplan im Das H au3 im Busch. Verein mit seinem Collegen Pieter Post zur Ausführung. Der plötzliche Tod des von seiner Gemahlin heiß beweinten Prinzen Frederick Hendrik, war die Ursache zu einigen Veränderungen in diesem Plan. Amalia von Solms beschloß eine zweite Artemisia den großen Oraniersaal mit Hilse dcr Malkunst in ein Mausoleum umzugestalten, daß seinen" Ruhm und ihren" Schmerz verewigen sollte. Der achteckigeSaal, nach welchem das ganze Gebäude Oranjezaal" genannt wnd, liegt in der Mitte des Gebäudes, er hat einen Diameter von 50 Fuß und bis zur Spitze der Kuppel eine Höhe von 60 Fuß. v. Grebber, Jordaens (ein Schüler Rubens), Honthorst, van Tülden, Jan Lievens u. A. haben den Saal mit herrlichen Fresken geschmückt. Napoleon der Erste machte aus dem Schlosse ein Staatsgefängniß. Der erste niederländische König, Wilhelm der Erste, stellte es dann wieder her und seine Nachfolger, namentlich die erste Gemahlin König Wilhelms des Dritten, Sophie, nahmen während der Sommermonate dort gerne Aufenthalt. Auch Königin Wilhelmina kehrt dort häufig ein. ZeitgemäßesMißverständniß. Oho, Betty, Du weinst was ist denn los?" Ach, Elsa, ich bin rathlos!" Wenn es weiter nichts ist! Ich leih' Dir mein's!" Leicht erklärlich. Fräulein: Sie sind heute nicht so nett als sonst, Herr Assessor; zur Strafe dafür werde ich Ihnen das Lied nicht singen, das ich Ihnen für heute versprochen hatte. Assessor: O, von Ihnen nehme ich mit Freuden diese Strafe an, Fräulein Elsbeth." G elungene Anwendung. Erster Student: Freundchen, warum heißest Du mich immer ein Kameel? Das Kameel ist doch das Schiff der Wüste." Zweiter Student: Stimmt auffallend und ist gerade wie Du immer auf dem Trocknen!" Sie kennt ihn. Mann: Ich bin heute so guter Laune, daß ich Dir keinen Wunsch abschlagen könnte!" Frau: Natürlich; es ist Sonntag, wo alle Läden geschlossen sind!" Reizeniemals ineKnechtsnatur, sonst kommt die Hausknechtsnatur zum Vorschein. ' -

IpIÄwpE

W

Protest.

Du, Vater, jetzt geht's aber mm wer, daß ichDeine abgelegten Hosen bekomme! Jetzt mußt Du schon die mtu nigen tragen!" ! ' Naiv. Dienstmädchen (das sich in der BuchHandlung einen Liebesbriefsteller gekauft hat): Entschuldigen Sie. müssen die Briefe der Reihe nach geschrieben werden?" Boshaft. Jetzt radelt meine ganze Familie: meine Frau, meine beiden Töchter und mein Sohn! Da bleibt mir nichts anderes übrig, als auch zu radeln!" -Nicht nothwendig! Du bist ja schon längst das fünfte Rad im Hause!" '.! Eine Glückliche. . . Um diese Zeit, Herr Lieutenant, bin ich sonst nie zu Hause nur heute hatte ich Zahnweh und konnte nicht ausgehen! So kommt es, daß Sie mich trafen!" Wirklich?. . Gnädige Frau haben halt bei Allem Glück!" Anpreisung. Kaufen Se mer ab e' Geldbeutel mit Patentverschluß! Niemand kann ihn öffnen, wenn er nicht kennt das Geheimniß!" Lassen Sie mich in Ruhe ich brauche nichts!" Und was for e' Geld Se ersparen, wenn Se vergessen das Geheimniß!" Entrüstung. Diener (der zufällig sieht, wie sein Herr sich aus dem verschlossenen Schreibtisch Cigarren nimmt): So eine Gemeinheit. . . die Cigarren, die auf dem Tische stehen, raucht er ja gar nicht selbst!" ' Originelle BeschreiBuna. .5st der Schulze wirklich ! gar so dick?" Der Mensch ist nur I y W sAM TOi2t Vl'vitn ZgaUll) Ullv U ii oisuytn v luia 'rum." Er st erGedanke. Reisender (in Afrika landend): Donnerwetter, hier gehen die Frauen doch noch weiter ausgeschnitten, als bei uns.-.

rs

' 5"

j