Indiana Tribüne, Volume 22, Number 207, Indianapolis, Marion County, 16 April 1899 — Page 9
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iSttötotuE BriSüne.
ctla Modernes Vluck. Von R. v. Nosen. t Verlobung fanb im Clublocal unter Anwesenheit sämmtlicher männ:ich.'n und weiblichen Mitglieder bei adfahrer.Vereinigung Die Blitz-schnellen-statt. Er war ein Meisterfahrer und sie die reizendste Dreßtra gerin. die man sich denken kann. Arnold und Lilly empfingen die Glückwünsche der Cpoitcollegen und -Colleginnen. Der Bräutigam fragte nicht nach Lillis sonsligenEigenschasten oder nach ihrer Vergangenheit. Unter Eportsleuten entscheidet nur die Tüchtigkeit im Fache. Lilli war die einzige Tochter einer OsficierSwittwe gewesen und seit zwei Jahren Waise. Als solche fand sie es für gut. sich unter den hutz eines Radsahrercluvö zu neuen. , ri.. m .z ssa ihr I ohonSmi rbTslftet Äe ckuker v Zj l l Hatte bis zum Verlobungsabende der EoHn eines Bankiers sungirt. An Lillis Verlcbungsabend reichte ihr der junge Mann stumm die Hand. Es war ein Abschied. Arnold Vater, ein Galanteriewaa ren-Fabrikant und häufiger Besucher der fZreudenau. fand es eyr vegreis lick. dak sein Sohn seine Braut aus dem Reiche der Dreß gewählt hatte und lieg das glückliche Paar vorn starte abaeben in die Rennbahn des Gebens. Auch in der Ehe radelten Lilli und Arnold und blieben die bewunderten Ebamvions des Clubs der Blitzschnel Icü". Um das Geschäft bekümmerten sich weder er noch sein Vater, denn die Eportangelegenheiten waren doch wichtiger. Arnold und seine Frau bereiton ausländische Cyclesbahnen und ter junge Mann errang sich mehrere preise. Stolz und mit Medaillen ge schmückt kehrte tz nach Wien zurück. Schade war es nur, daß Lilli der Dreß und den Kniehosen für einige Zeit entsagen mußte. Und als das heilige Wort Mutter" für Lilli Bedeutung bekam und ein allerliebstes kleines Mädchen im blühweißen Deckchen lag. da wurde dies im Club feierlich der kündet und es dem Club überlassen. einen Namen für das Neugeborene zu wählen. Da gerade in England beim Canterbury Cvclistenmeetina eine Dame den Sieg dc:von getragen hatte, die so hieß, wurde die Tochter des ra delnden Ehepaares einfach Evelyn ge heißen. Diesen Namen konnten zwar die Wenigsten richtig aussprechen, aber sie fanden denselben sehr fesch. Als Taufpathin der kleinen Evelyn fun girte Fräulein Arnanda v. Forst heim, die vielleicht anders hieß und ziemlich nach Parfum des cocottes duftete. Die kleine Evelyn wurde Papa und Mama konnten sich vor Freude über diese Ehre kaum fassen zum jung sten Cludmitzlied der Blitzschnellen ernannt. Das Interesse, welches die Eltern an ihrem Kinde nahmen, schwand bald, denn die sportlichen Angelegen beiten, das Training, die Sitzungen im Club das verlangte Alles vollste Hingebung. Die kleine Evelyn konnte vorderhand mit ihren Beinen nur in den Windeln strampeln, noch mcht auf dem Bicycle: sie mochte daher der Kindsfrau überlassen bleiben. ?er iisaitz Arnoios naym einen Compagnon in's Geschäft. Es klingt ja schon: et Comp." Freilich stellte der neue Theilhaber an Arnold die seltsame Zurnuthung, daß dieser im Geschäfte thätig sein sollte. Ein Mei steif ahm im Geschäfte! Das ging n:e und nimmer. Auch der alte Papa hatte das Einsehen und steckte Arnold iZeld zu heimlich, ohne Wissen des Compagnons, der ein trockener Geselle war und von Sport gar Nichts ver stand. Ein Unmensch also. Die Fruhiahrsrennen waren terninisirt und das große Meisterschafts fahren bereits für einen der nächsten Tage anberaumt. Arnold trainirte schon seit Wochen. Lilli wurde von großer Aufregung beherrscht. Aber nicht deshalb, weil, die kleine Evelyn bedenklich erkrankt war, sondern in Folge der Hoffnung und der bangen Zweifel in Bezug auf Arnolds Sieg . oder Niederlage aus der Bahn. ' DaS Kind lag in der Hitze des Fie , bers und die Mama stand mit der .yronorneteruyr aus dem Radsahr platze, um Arnolds Records zu controliren. Wie beglückt war Lilli, wenn er daö Minimum an Secunden roverte. Sie hörte schon daö Strampeln des Publikums, das Schreien der Namen der favorisirten Wettfahrer darunj ter auch den Arnolds das Hände 1 klatschen und All Heil!" für den Sieger o, eS legte sich eine süße Betaubung um ihn Sinne . . . Wenn Arznotd den Meisierschaftspreiö erhielt jach, welche Wonne mußte Lilli dann erj füllen, wie glücklich würde sie dann lein! . . . Zu Hause wimmerte daS kranke Kind. ' Der heiße Tag kam. Die tausendZopfige Menge begrüßte die Rennfahher. Arnold startete und Lilli blickte von der Tribüne mit von Siegesgewißheit funkelnden Augen herab. Die rothgefärbte Arnanda von Forstheim ohne von- thun pe's heutzutage gar nicht mebr, diese wilden Da.rnen saß neben Lilli. Ihr Mann könnte mir gefallen Auf den bin ich immer geflogen!" flüsterte die Forstheim. Lilli war darüber nicht empört, nein, sie war entzückt, daß Arnold der gewiegten Mannerkennerin gefiel. Eine moderne Frau gibt sich nicht der Lächerlichkeit ' vreiö und Eifersucht xnschf lächerlich.
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Vrnold' aewann den aroßen Preis.
Mit einem Jubelgebrüll wird er von . f ttlli. iVvAnAl der Menge seiner za..u. auv.uuä. Er schwitzt und keucht, wie eben ein Sieger keucht und schwitzt. Lilli ist glücklich ... vlbends versammelte man sich zur Festkneipe. Auch Arnolds Papa war erschienen. Der alte Mann zeigte sich elegant gekleidet, wie immer, aber bleich, furchtbar dleich uno mir unstetem Blick. Trotzdem drückte er lächelnd seines Sohnes Hand. Meisterschaftspreis gratulire Dir! . . . Dein Name geht durch alle ponzntunaen der Welt!" Arnold that bescheiden. Dann sagte er: Muß ein paar Hunderter haben, Papot'erl!.. Verstehst doch Sect . . . lann ck n ckt Andere aarnen la en. unv oen Preis na, den habe ich schon früher sozusagen vergitscht". Du verneyu doch ?" . . . Und wie gut vas ver Alte verstand. War er doch selbst Sportsmann! Er steckte seinem Arnold die Brieftasche zu. Der nahm sie und fragte gleichgültig: Und Du selbst, Papa?- Ich brauche kein Geld mehr ..." Nach einer durchjubelten Nacht kam daö Ehepaar nach Hause. Arnold sank wie ein Sack auf sein Bett hin. Q. er batte oen erauickenden Schlaf verdient, denn er war Sieger auf der Rennbahn gewesen. Lllll bttraqme ihn zärtlich, strich ihm daö gelockte Haar auS der Stirne. Da ertönte aus dem Nebenzimmer lauteS Weinen. ES war die Kindsfrau, die so schrie und am Ende gar noch den Herrn aufwecken konnte. Unmutysvoll gmg Lilli m vas Kindsummer. um das Geheul zu unteriaaen. Da lag die kleine Evelyn todt im Gitterbettcken und die alte Wkleaerin davor auf den Knien. Am nächsten Morgen erhielt Arnold einen Brief seines Vaters. Der Compagnon hatte das Fehlen von Geldern I . .. ati . r r i rr . cvr...-rw in ver v2eBjajiiaic tiuucui, uuuuv STrrT mt her lTriminalbebärde ae droht. Dem Alten blieb nichts Ande reS übrig, als DaS Telephon klingelte. Arnold wure verständigt, daß sich sein Bater erschossen hatte. Schmach und Armuth daö war Arnolds L00S. Er bedauerte eS am meisten, daß er auS dem Club der Blitzschnellen" austreten mußte. Lilli erklärte, daß sie Mitglied des luvs bleiben werde. Ohne ihn besuchte sie die Trainirbabn und machteTourfahrten in Begleitung des Bankiers, der sie schon früher so freundlich deyandett batte. Der Meisterfahrer ist verschollen, aber seme schone Frau gehört zu den bewundertsten Nadlennnen der Haupt stadt. .Die Arme." saaen ihre Clubfreun binnen, sie hat Unglück in ihrer Ehe gehabt, ihr Mann ist ihr durchge gangen!" Ein Altentöler. (Münchener Errichtsscene). Der Hausbesitzer Franz Xaver 36. wandelt dem Gerichtsaebäude zu, be gleitet von seiner fast achtzehnjährigen Tochter, einer netten Blondine, die leise weint und offenbar tief bekümmert ist. Bor dem nicht gerade anheimelnden Gebäude bleibt der Alte stehen, betrach tet das Mädchen und sagt: Jetzn san mer da beim Dasem! Hast im verstanden. Du trensete Lisl? Da dro met mueßt Dein Mann stellen und frisch weg von der Leber reden, net daß d' a einfältigs G'schwatz runter leierst und mit der Manier Dein Vätern in i Gefängniß bringst. An oanzigen Tag wenn l kneg. nacher spring i m d Jsar und Du rnitsarnrnt der spinnenden Dirideri wirst umbrungen! Hast T.i'? Em noch heftigerer Thranenguß war die Antwort der Tochter. Oben vor dem Sitzungssaal steht ein aschblonder ." , . i. . i ungllilg von erma zz Jayre.i; er zupst und dreht an em paar archen, die er euphemistisch als seinennurrbart bezeichnet, und als er die beiden Leute erblickt, wird er auffällig blaß und verlegen, so daß er nicht einmal zu einem Gruß für daS Mädchen die nöthige Courage behält. Kurz darauf wird der Alte aufgerufen. Richter: Sie heißen Franz Xaver X., sind Rentier und Hausbesitzer, 47 Jahre alt und bereits mehrmals vorbestraft? Angekl.: Vorbestraft soll! sein? Da iS' mir nix bekannt. Im Gegentheil. daS erste Mal bin i bei G'richt, da muessen S' Eahna täuschen, Herr G'richtshof! Richter: Sie sind wetzen Uebertretung der Straßenpolizei, . wegen SchnellfahrenS. wegen PolizeistundeUebertretung u. s. w. schon ein paar Dutzendmal bestraft. . Angeil.: Ja. san denn döS Vorstrafen? WaS mit an Zettel auf a paar Mark! abg'rnacht wird, dös hat doch koan Werth. A richtige Straf' von an Meter Stadelheirn oder a Portion Laufen, dös nenn' i a Vorstraf', aber drei Markl, die i an Boten gleich bedipfeln kann, dös iS nur a Fünferlfangerei und iS koa Mensch sicher davor. Richter: Nun. vielleicht wird die Sache heute etwaö ernster. Sie sind der schweren Körperverletzung angeklagt, weil sie am 6. Januar Abends in Jbrern HauSaanae den Diätar Ferdinand Z. an eine Wand geworfen und durch Faustschlage am Kopse verletzt. zuletzt den jungen Mann noch auS dem Hause geschmissen haben. Er war drei ?age arbeitsunfähig und hat Strasantrag gegen Sie gestellt. Wie war nun der Hergang? Angekl.: Also drei Tag hat er daran z' beißen g'habt? Deswegen hat er mich g'rad no so g'spassig ang'schaut! I denk, dem hab' t a Musik kl'hör beibrackt. A so a windiger Diri. dari iS aber scbo' aar der Neambt. der !
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komm! a rao tn' Flug, wenns tayrn zwischen die Finger ham. Richter: Sie baben den jungen Mann sehr übel behandelt und wie mir scheint, rühmen Sie sich noch oi:,er That. Anaekl.: 5k kann's net leuana, oau die Angelegenheit wenigstens recht nett ..'kn' :s flssr sfnra m? fcif uusy uu ii i9. ivov" G'schicht kernrna is. eU a paar xuochen merk' i und mei' Frau, daß unser Liseil wie ausg'wechselt is. Oamal woants. nacher lachts. Nachts t)a: s Gedicht gmacht, bei der vausaroeil hat's Alles z'sammag'schlagen und wenn's unser Abendbier g'hzlt lnt. dann is sie a Stund ausblben und wenn s' lauter ???agl bracht hat. dann hat s' doch b Jupiet, eL wär' anzapft wor'n. Ich hab' koa Ahnung wo die Gaudi herkommt, d sagt d' Muattcc: Säh Franz!, gib a mal a wen.l Obacht, i rnoan d' Liserl is am End' gar scho verliebt. Die G'schicht g'sallt mir nur halöert. Am andern Taz visitir'n wir ihr Ärassl und richtig z'hinterst in aner Kommodschublad'n find'n ma zwoazwanz'a LiabSbrief und a ganz Packl Gedicht. D' Muatter hat mir oan Brief und a Gedicht vorg'lefen und i sag' Eahna. der Kerl kann was, besser kann der Schiller und der Geiö aa net dichten. I hab a ganz mentische Wuth kriegt und dös Gschreibsel sofort in Ose.i einag'schoben. Unterschrieb' fc? ied'ö Gedicht Adolar." Jetzt harner unsern Plan g'rnacht, wie mer den ö!dolar e;wi schen. Richt'z! 'S Liserl wart', bis finster word'n is. dann geht's uin's Bier und i selbstverständlich in meine Filztappen glei' hinierhrr. Sie tinmt aus 'n Wirthshaus, oa tritt mei' Adolar aus an Hof und packt's Liserl z'samma und vecsch .'indei um a Eck; dort bleiben's steh'n. da!; i denk, sie müssen ang'frieren und endlich ko,nrnen's an mei' Haus und da hätt'4 an richtigen Abschied ged'n, wenn i net da. zwischen g' fahren wär und hatte m:i.i Adolar mit oan Wurf an V Wand pavt. 's Liserl springt dcvon und der Adolar hupft auf und sagt: ..Was wollen Sie?" öj a dumme woi Der fragt no' was i will, scg i drauf. Vn meint er: ..Drei Cckritt vom Leib! Wissen Sie, wer ich bin? $U taten einen Beamten vor nch!" Auf dös hin sag i: DöS is mir qlei' no' lmber und ziehg eahrn a paar über o' Faschad i n..!. m. k?!?. runier. xjci vrcu ivia ..Hilfe. Mörder. Attentäter!" Dann hab i eahm no' gar nauZl'.legen ian.cn Das war die aane Attentaterei. Der als Zeuge oernommene Diätar erklärte: Seit dem .'Utentat aus mein! Person, habe ich das Äerhältnik ?u 5?räulein Elise oollständi? adaebrschea. Km im Mann 3on BUduna und babe seckna Mark Monatsaehalt . Hier fiel der Angeklagte ein: Wirklich sechzig Mark, und monaNlch? net layr lich? Der B:ame verstand den Hrhi in dieser ffraae und ,u?r mit wem firfifrt'ttrt'Wtt1 ,,.1,N d-tt Anflf W IMf W ' V -y w - klagten fort: In ehn Jahren rucke ;ch in Rang und Geha.t bedeutend vor . . Wieder sprach er Anzeklagte: Als, nur mehr zehn Jahrl bleibt der Dici dari obne Diridari . . Rickter? W;?r Art waren die Verletzungen, die Sie be? der Affai? erhalten haben? 5Zeuae: Erstens eine Beule a: l Hin terkopf, zweitens eine gesch'vclle.ie Backe und dritten? ein abgesprengtes Beinkleid! Davo', will t.h aber fchwei aen. der Sauvtschme 5ivt Ute: dafr legte er seine recht? Hand aus die linke Westentasche. . Mit viel Rübruna int Tone sprach der Anaeklaate: Zi: 5)err Dariösrr da fehlt's nacher im Magen'. Gehn'S vielleicht nach v?r mit zum ScbleiS oder moan 6. a Glatt Robcr de Witt wär besser? Der Zeuge negirte diese Insinuation. Der Anaek!aatc wude au ci Mark Geldstrafe re?url5::lr. Das fromme Liserl wir aar nicht vernom men worden, batte der:inach gar keine Gelegenheit, ihren Mann zu stellen uno begab sich mit dem Bater wtever yeim wärtS. Adolar rVasaV.e in die Ge richtsschreiberei, um e'n; Mar Zcugengeouyr tn Empfang zu nelnl'en uno wird hoffentlich damit seinen vierten und größten Schme:z oerm Pschorr ge lindert haben. Seim AuslSumen. von JustuS v, Maurik. Weitzt Du Hermann. Du bist doch wirklich ein Prachtmensch, daß Du mir beim Aufräumen hilfst." Natürlich, schmeichle mir nur, Du yast ja jetzt Deinen Willen, Du kleine Schmeichelkatze." .Aber Scbad. Du nebst dock ein. dak eS nöthig war. Deinen Kleidersckrank einmal gründlich aufzuräumen, raucyst Bu den alten Hut noch? $m, nein Der ist baufällig, verfffif tfr mir " .Aber Männchen. Du bift ia beute so freiaebia. daö ist nun scion daS vierte Stück. daS Du verschenkst ein Paar Schuhe, ein Paar Beinkleider, eine Weste " Und da hast Du noch ein Rockchen dazu,- sagt Hermann lächelnd und wirft seiner Frau, welche die abgevanrren leider aus einen Stuhl ne ben sich aeleat bat. einen sckweren Ue. berzieher zu, der vor ihr zur Erde säur. .O Du Bersckwender! MaA ist für Abends noch ganz gut und schön warm, den kann Du noch tra-gen.-.Nein. Mrnnacken. daraus wZrk nichts, daö Dina bat nie oevakt. eL war mir immer zu schwer. . Also abgeoanir oone naoei Fort mit Schaden . fäbrt Sermann fort, wäbrend er ein Beinkld hn. noch leidlich aussteht, genau betrachtet: , . 9 . ' eigenlnaz rann isy oas nocy tragen.
doch va ich einmal tn einer Gebelaune bin, leg's zu dem Uebrigen." Fräu Minna hat inzwischen sämmtliche Taschen des alten Ueberziehers umgekehrt. Man kaun nicht wissen-, denkt sie, es kann doch noch Wichtiqcs darin sein. Hermann ist kein Muster von Ordnungsliebe!" Und sieh' da nach einander kommen eine halbe Eigarre, ein Bleistift und ein weißes Taschentuch zum Vorschein. Lächelnd neckt sie ihn: So mein Herr, so sorgen Sie für Ihre Taschentücher. es ist wirklich schrecklich!" Sei nur froh-, sagt er lachend, daß Du es überhaupt gefunden hast. Fühl noch einmal nach, vielleicht steckt noch mehr d.nrn." Da noch ein Pferdebahnbillet, und während sie den Rock mit der Hand glatt streicht, da noch etwas Hartes, zwischen Stoff und Futter wie merkwürdig . Hurrah. Minna, ein verborgener Schatz! Vielleicht ein harter Thaler, hol' ihn heraus.Ach. ach. was bist Du doch für ein nachlässiger Mann, ein faustgroßes Loch ist in der einen Tasche, ich komme mit der ganzen Hand durch." Und vor lauler. Neugierde. waZ wohl noch darin stecken konnte, reißt Du es immer weiter auf. nicht n?chr, Frauchen?" Und dabei krieg' ich eS nicht heraus, es sitzt ganz unten was es wvhl sein mag?" Endlich zieht sie es heraus und . Sieh", sagt sie. etwas stockend. es ist ein kleiner Bleisoldat" ein Reiter. Etwas verbogen war der kleine Reitersmann; sie setzt ihn mitten auf den Tisch. Wie kommt das in Deine Tasche. Hermann?" fragt sie zögernd Ihr Gesicht ist ernst geworden blaß und traurig sieht sie aus. als sie leise sagt: Ein Bleisoldat von Karlchen". Er. will etwas erwidern, doch das Sprechen scheint ihm, schwer zu werden. Er nimmt das Stückchen Spielzeug in die Hand, betrachtet es andIcktiz und stellt e vorsichtig wieder hin. Doch erst biegt er es mechanisch ein wenig gerade, so daß der kleine Reitsrsmann seinen Arm der Säbel fehlt drohend ausstreckt. Leise seufzend sagt er mit gepreßter Stimme: Ja. ja von ihm!". Beide schweigen, beide betrachten mit
verhaltenem Schmerz den kleinen Ge gen uanv. uno plonncy steial eme Erinnerung in ihnen auf, und wie durch einen Nebelzchleier sehen sie: Ei nen Wintertag ein dunkles Schlaf zlrnrner em nranleniaaer. em Kind, einen Knaben unruhig das fleberglühende Kopfchen, auf den Kls sen hin und her werfen, und ängstlich das Wort Durst" lallen. Bor ihren Augen steht der kleine Bleisoldat nicht mehr allein. Zwei Händchen halten ihn umklammert und lassen den klei nen Reitersmann aus der Bettdecke herumspringen. Und wie auö weiter Ferne klingt in ihnn Ohren das Hopp! Hopp!, von einemeiseren.Stimmchen gerufen immer schwächer immer leiser, und dann ertönt ein gellender Husten. Daö süße, liebe Gesichtchen i i verzerrt, die Augen sind groß un starr, die sonst blassen Wangen blut roth: von kaltem Schweiß befeuchtet. kleben die blonden, seidenen Locken aa Stirn und Schlafen. Dann ein-hme rer, gurgelnder Laut ein schwacher Seufzer und dann. . . nichts rnebr. Der bleierne Reitersmann steht noch immer mit grohend aufgehobenem Arm auf dem Tisch. Ein Lichtstrahl gleitet darüber hin; vor den Augen der Eltern verschwimmt der silberhelle Schein, weil sie seucht geworden sind bei der Erinnerung an diesen düstern Tag. Sie hatten nicht geahnt, daß ihr Kind so schwer krank sei; an jenem Nachmittag schien es sogar munterer als vorher. Der Vater war eben vom Comptoir nach Hause gekommen. Er stand rntt Ueberzieher und Hut an de Knaben Bettchen und spielte mit ihm mit seinen Bleisoldaten, und dann kam es plötzlich so spielte er noch so war er todt. Wie aus einem Traume erwachend, schlägt Frau Minna tief aufseufzend die Augen auf, und mit vor Thränen erstickter Stimme sagt sie: Er war ein so süßer Junge, er wäre jetzt acht Jahre gewesen." Minna drückt ihr Taschentuch an die Augen ; Hermann schüttelt den Kopf und preßt die Lippen auf einan der, um nicht in lautes Schluchzen auS zubrechen. Hinter ihnn wird leise eine Thüre geöffnet, und ohne von den Eltern bemerkt zu werden, trippelt ein kleines dreijähriges Mädchen eilig herein. Da fühlt sich Minna am Kleide gezogen, und ein schmeichelndes Stimmchen sagt: Muttle, liebe Muttie. Jka bei Muttie tornmen." Erst erschreckt, dann freudia beweot. dreht sich die Mutter um uno nimmt das Kind auf den Arm. Mein Lieblmg. bist Du da? Wie bist Du denn nach oben gekommen?" Jka iS Tepp auf bekommt Schatz, süßer Engel, ganz allein bist Du die Treppe heraufaeklettert? Aber nicht wieder thun.hörst Du? Gieb Muttie schnell einen Kuß!" Und daS Kind herzend und küssend, denkt sie: Wie ahnlich sieht t doch unserm todten Liebling." Und Vatie hast Du wohl nicht mehr lieb," sagt Hermann. DaS Kmd laßt sich von MutterS Arm hinuntergleiten und springt auf den Vater zu. Süßer, lieber,' duter Vatie." schmeichelt die Kleine und schlägt beide Aermchen um seinen Hals. O. druck mich nur mcht todt, Du kleiner Wildfang." lacht der Vater und stellt sie auf den Tisch. ä. w r.rvi ifA t.Tf.- c yott telioloai iii umgerauen uno
fllanit in der Sonne. Das Kind
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Zustand ersetzt werden, dieses geschieht am testen durch DhAMÄUoenisd Hamburger Tropft..
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uno erkauf ausländischen Geldes. greift danaÄ und rust mit glüä'strahlender Miene: Das ist für Jka. bitt?. bitte.Die Eltern sehen einander an, weh muthsvoll und dankbar. m m ' PraktischeEinrichtung. Sagen Sie mir, wovon lebt denn ei gentlich daS Fräulein da drüben?" Vom Klavier.- .So? .Sie gibt wohl Stunden außer dem Haus, weil man sie nie spielen hört?" Q nein, die kriegt von dn Hausparteien bei Tag zehn und bei N?cht zwanzig Pfen mg für jede Stunde, in welcher sie nicht spielt und davon lebt sie ganz präch-tig.- . Vom Kasernenhofe. Unterofficier (zumNekruten,. der Tisch ler ist): Wie Sie ungehobelter Mensch wollen Tischler sein?" CTcDTOmllclLiri Saloon u. Billiard-Hall No. 19Z Oft Washington Vtr.' Qohn Moitachorz Sientlkn 3m Jefforson Haus, ta ift gut sein, Da giebt S seine? Essen, Die Betten find auch gut und rein Und nichts wird knapp bemessen. Ein groß' SlaS Bier, 'nen gute Wein, Ein Billiard, wollt Ihr spielen. Beim Peter kehrt d'rum fleißig ein, Ihr werd't Euch heimisch fühlen. Geo. Peter Harnrnerle. 115 119 Oft South Straße. Zum Kaiser Friedrich Nordweftecke Delaware und South Str. dem vig Four Frachtbahnhos gegenüber. Nur die besten Getränke nnd Mgarren, guten Lunch und zuvorkommende Behandlung bei AI . CW f t.t tzranz rouvoilrer. Aergert DiS Dein Auge reibe e nicht a, b werfe e nicht Dir onver wenve na? an n m 6 ' rfvrtMrttti U yiiviHkr o ma Dir ftr Dein uge daB nötbige la auferttgt. Sünnltche ug erde scheriI emgefetzk. Q r il len erde ach den besten Methoden der Lngen an epagt. FRED LAGLER, IU4fot(t so tnMn tstt R. IS Cft lad Stratz, DampsOedletf-Otablissemeni i Rasirmefs für Barbiere, Scheeren, Slip rft irnh AbnrrntfAp ndmmrnit tarh VVV mw w.wm.imv hmwihf". . i....tn i Knell und gut Schliffen. Me OrI
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