Indiana Tribüne, Volume 22, Number 200, Indianapolis, Marion County, 9 April 1899 — Page 6

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Sm Vatikan. Papst Leo XIII., welcher am 2. März 1810 in dem Landstädtchen Carpineto das Licht der Welt erblickte, hat ein Alter erreicht wie wenige Menschen und blickt zurück auf ein Leben -reich an Erfolgen. Seinem Körper hat sich nie aufreibende Krankheit genaht, und so erfuhr dieWelt das Wunfcrr, daß der in sein neunzigstes Lebewahr getretene Greis eine Operat'mi an sich vollziehen ließ, die schmerzhaft war wegen der tiefen Eingriffe, welche das Mqier des Chirurgen mahen mußte. Eine alte Sage erzählt von einem König, der hundert Jahre alt und so rnüde und matt war, daß man seinen Tob jeden Augenblick erwartete. Da trat eines Tages der Leibarzt auf die Loggia des Palastes und rief unter das ängstlich harrende Volt: Euer geliebter König kann Euch noch zehn Jahre erhalten bleiben, wenn ein Mägdlein, schön und tugendhaft, bereit ist, sein Hcrzblut herzugeben." Und siehe, aus der Menge drängte sich ein Mädchen mit blonden Locken, die auf einen berrlichen Nacken herabwallten. Seine Augen strahlten wie blaue Türkise, und durch die zarte Haut der Wangen sah man, wie das Herzblut floß. Sie ging hin zum König, und itx Arzt öffnete ihre Adern und leitete die Lebenskraft in den Körper des Herrschers. Und der König lebte noch zehn Jahre. Fast möchte man an Aehnliches glauben, wenn man hört, wie der greise Papst die Operation ertragen hat. Aber das, was ihm am

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ol7 n V' : iV7-v- C-3 r' Tx ; . j cj-r y-o"T--,o:r r z6 wca ro:?: Schlafzimmer. meisten in dieser gefährlichen Stunde zu Gute kam, war eine Lebensführung, welche die Körperkräfte stets in normalern Zustande erhielt. Der Vatikan, die päpstliche Residenz, ist ein gewaltiger Gebäudecomplex mit einer Grundfläche von etwa 28,000 Quadratyards, woran sich noch die ausgedehnten vaticanischen Gärten" schließen. Er liegt in der sogenannten (Tiiia Leonina, von dem Haupttheile der Stadt Rom durch den Lauf des Tiber getrennt, und lehnt sich in Form eines ungeheuren Rechtecks nördlich an die Peterskirche an. Der Hügel, welcher den Palast trägt, war schon im Alterthum als Mons Vnticaniis bekannt; der Ursprung des jetzigen Baues wird auf den PapstSymmachus zurückgeführt, der im Anfang des sechsten Jahrhunderts regierte. Spätere Päpste erweiterten durch Anbauten den Vatikan, der seit dem Jahre 1377 die ständige Residenz der Beherrscher der katholischen 5iirche geblieben ist. Diese Verschiedenheit der Bauzeiten ist der Grund, daß der Sitz der Päpste, wie gesagt, zu einem Gebäudecomplex geworden ist. der nicht weniger als 20 Höfe und über 200 Treppen zählt. In künstlerischer Beziehung ist der Vatikan einer der merkwürdigsten Punkte auf dem Erdenrunde, sowohl wegen der Architectur der Gebäude wie wegen deren bildnerischen Ausschmückung und der ungemein kostbaren Sammlungen cn Gemälden und Sculpturen. Die berühmtesten Sehenswürdigkeiten sind Kapelle. die Sixtinische Eapelle, die Stanzen und die Loggien mit den herrlichen Fresken Raffaels, das Antikenmuseum und die vatikanische Bibliothek. Nach der Besitzergreifung Roms durch das Königreich Italien im Jahre 1870 ist der Vatikan mit seiner nächsten Umgebung ein exterritoriales Vesitzthum des päpstlichen Stuhles geworden, das seither weder Pius IX. noch Leo XIII. als Papst jemals verlassen hat. Still und einfach spielt sich das Leden des Papstes ab. Mit dem Schlage sieben betritt der Kammerdiener Pio Centra tagtäglich das Schlafgemach des. greisen Kirchenfürsten. Mit einem Guten Morgen" begrüßt er seinen Gebieter, öffnet zunächst die Fenster und beginnt dann alles für die Toilette des Papstes zurechtzulegen. Nachdem der Papst sich angekleidet, verrichtet er zunächst seine' Morgenedete. um sich dann in die gleich neben seinem Schlafgemach liegende Capelle ZU begeben und die Messe zu lesen. Diesem etwa - dreiviertel Stunden dauernden Gottesdienst dürfen bisweilen einige besonders Begünstigte beiwobnen. Auf diese erste Messe folgt in derselben Capelle eine zweite, die von einem der Hausprälaten gelesen wird und der alle Bewohner des Vatikans, auch Leo XIII. selbst, anwohnen. Jetzt erst kommt der greise Kirchenfürst dazu, in seinem sogenannten ArZ:tszimmer das Frühstück einzuneh-

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men, das aus einer Tasse starker Suppe und einigenChocoladenpastillen besteht. Aus dem Arbeitszimmer eht er ::ach der Bibliothek, wo die Audie?iz besonders begünstigter Pilger stattfindet. Alle, die einer derartigen Audienz je beigewohnt, haben noch immer besonders das wunderbare Gedächtniß des Papstes und seine umfassende Kenntniß, namentlich seine

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Siudirzimmer. Sprachkenntniß, hervorgehobene Englisch, Deutsch, Französisch, Spanisch beherrscht der Papst ebenso geläufig. wie seine Muttersprache, das Italicnische, und es ist ja ganz bekannt, daß er selbst im Lateinischen noch so fest ist, daß er mit Leichtigkeit in dieser antiken Sprache seine dichterischen Emflndungen und Gedanken mederzuschreiben vermag. Jeder Pilger wird in seiner Muttersprache angesprochen und meist dieses und jenes über die leitenden Persönlichkeiten des betrefsenden Landes gefragt, wobei ersichtlich zu Tage tritt, daß der Papst genau bis in alle Einzelheiten Bescheid weiß. Papst Leo XIII. liest sehr viel Zeitungen. und das und sein gutes Gedächtniß ist des Räthsels Lösung, weshalb er immer auf dem Laufenden bleibt. Nach der erwähntenAudienz beginnt das eigentliche Tagewerk Sr. Heiligkeit. Zuerst werden die Arbeiten des vergangenen Tages nochmals durchgesehen und. wenn nöthig, abgeändert. Zur Erfrischung bei dieser Thätigkeit nimmt Leo XIII. von Zelt zu Zeit eine Prise Tabak. Um 10 Uhr pflegt Cardmal Rampolla nach Anordnung des Papstes die politische Tages-Corre-spondenz durchzugehen und zu erlebt gen. Um 12 Uhr ist die Zeit des Mittazsmahles gekommen. Dasselbe besteht für gewöhnlich aus einer Omeleite, etwas Brot, ein wenig Käse und einem einzigen Glase Rothwein. Nach dem 2nttagsmahl wird noch schnell Diverses erledigt, dann tragen zwei starke Lakaien in einer Art Sessel den greisen Kirchenfürsten in den Garten und heben ihn in seinen Wagen, der ihn nun, escortirt von einem Officier seiner Garde und zwei Gendarmen, die breitenFahralleen des Gartens entlang spazieren fahrt. MP 'vaWtt m& Thronsaal. Bei der Cascata Dell' Aquilla pflegt der Papst auszusteigen und auf der Terrasse, auf einen Stock gestützt, auf und nieder zu gehen. Herrliche WeinPflanzungen erblickt man von hier aus, und dieseStöcke, die jährlich etwa 1500 Gallonen Wein tragen, sind' sozusagen das Steckenpferd Sr. Heiligkeit". Uebrigens soll das Fangen kleiner Bögel eine besondere Liebhaberei des Papstes sein, ein Sport, in dem er als Knabe ganz Besonderes geleistet hat. Eine dritte Liebhaberei ist die Eultivirung der Theerosen. In der Nähe der vorerwähnten Terrasse erhebt sich der Citta Leonia-Thurm, ein hohes, aus dem achten Jahrhundert stammendes Gebäude. Jeden Abend begiebt sich der Papst dahin und verweilt hier ganz allein bis nachSonnenuntergang. Was der Papst hier thut, hat bis zur Stunde Niemand erfahren. Man nimmt an, daß die meisten literarischen Arbeiten Leos XIII. in dem großen, leeren Thurmgemach des Gebäudes entstanden sind. Nach Sonnenuntergang besteigt der greise Kirchenfürst wieder den Wagen und fährt durch den Garten zurück. Ein Rosenkranz wird gebetet und dann geht es auf's neue an die Arbeit, die sich meist bis Mitternacht hinzieht. Oft wenn dem Papst die Gedanken sich nicht so aneinanderreihen wollen, wie er es wünscht, tritt er an's Fenster, zieht die Vorhänge zurück und blickt lange in den dunklen Sternenhimmel. Kurz nach 12 Uhr pflegt er sich in sein Schlafgemach zurückzuziehen. M a n m u ß mit Manchem rechnen, auf den man nicht zählen kann. ModerneKunst. Mas soll icü meinen Sohn werden lassen? er ist farbenblind." Farbenblind? Der Glückliche! Da lassen feie ihn oocy na türlick Maler werden!" Viel verlangt. Dame (zu einem Verehrer): Sie sind wirklich unausstehlich: das dritte Wort ist ein Fremdwort Wenden sie'3 doch wenig stens verkehrt an, damit man d'rüber lacken kann!" Abaekürztes Gespräch. Frau Kathi: .Wissen Sie's schon?" Frau Nanm: No natürlich!" Frau Kathi: Seit wann?" Frau Nanni: Gestern früh!" Zrau Zlatki: Von wem?" Frau Nannie: Ah, von der Dings dadrüben!" Frau Kathi: Nacha stimmt's!" (Stürmen nach beiden Seiten ab.)

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Im Fllrstenthum Monaco, d. h. unter -den Organen der öffentlichen und geheimen Gewalten dieses Staates, herrscht fürchterliche Aufregung, und das hat mit ihrem Mangel an Ehrfurcht vor den höchsten Dingen eine Postkarte gethan.' Souvenir do Monte Carlo". In der Kopfleiste sieht man des Fürsten Hoheit auf dem Throne. Ringsum dicke Geldsäcke, keuchende Männer schleppen immer fW$ p.1tfxr yii, to v MGv .lU-iL&tä VtQ A' l " Sp"CuüiiA ri I ? MMMMi 2 vrv

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Z5 mehr Riesenbeutel auf dem Rücken herbei. Zu Füßen des Thrones langt oie Hand eines Croupiers mit der Krücke über die Spieleinsätze hin. Ueber der Gruppe stehen die Worte: üou Ierd et noir perd, la IrnnqiK ragne toujours" (Roth verliert und schwarz verliert, die Bank aewinnt immer). Links als Hauptbild steht das Kasino. Den Vordergrund des Kasinoplatzes slanklren zwei Palmen. An einer hangt ein Selbstmörder, an der andeAööazZa. Ei,i kleiner Fleck auf der Landkarts des österreichischen Kaiserstaates, der vor 25, Jahren selbst den heimischen Geographen so gut wie unbekannt war. gilt heute als ein gottbegnadeter Punkt, auf dem ein gütiges Geschick ewigen Frühling herabaezaubert hat. Adbazia. der Name eines weltabgeschiedenen Flscherdorfchens am Quarnero, einem Busen des adriatischen Meeres, heute in allen Landen der Welt bekannt als fashionabler Curort und nicht nur nervöse, müde, kranke, erholungsbedürftige Personen aus Oesterreich und Ungarn pilgern dahin und genießen die Wonnen des zauberischen Frühlings, die herrlichen, starkenden Bader, sondern Deutschland und Holland, England sowie Amerika senden Gäste nach dem herrlichen Erdenwinkel und von vielen Seiten wird Abbazia mit Umgebung der französisch-italienischen Riviera vorgezogen. Die Geschichte von Abbazia verliert sich in fernem, fernem Dunkel. Mönche vom Orden des heiligen Denedict gelten als die ersten Ansiedler der Gegend und uralt ist die Abtei st. acob am Pfahle, die hier einst gestanden. Aber die Wirrnisse von Krieg und feindlichen Einfällen zerstörten die einst so blühende Abtei, von der heute nur mehr ein kleines Kirchlein erhalten ist, und ein armseliges Fischerdorf mit wenigen Hütten umgab die zerfallenen Mauern, in denen einst die Brüder vom heiligen Benedict gewohnt hatten. Der verstorbene Generaldirector der österreichischen Südbahn, Friedrich Schüler, ist der Entdecker" von Abbazia und der eigentliche Schöpfer des Hafen. Curortes. Seiner thatkräftigen Imtiative ist es zu verdanken, daß in Abbazia nicht blos comfortable Curanstalten errichtet, sondern auch herrliche Garten- und Park-Anlagen geschaffen wurden. Die Vorzüge des Wtnterklimas von Abbazia bestehen hauptsachlich in der durch die stete Bewegung der Atmosphäre des Meeres erzeugten Reinheit der Luft, sowie in der durch laue Südlüfte und die Wärme-Ausströmung des Meeres gleichmäßigen warmen Temperatur. Die Milde des Winters von Abbazia findet in der einheimischen Pflanzenwelt den entschiedensten und untrüglichsten, auch den flüchtigen Besucher sofort ansprechenden und mit Ueberraschung erfüllenden Ausdruck: das ist vor Allem die Wirkung Hotel Stephanie. des in Menge wild wachsenden Lorbeers, welcher sich über alle Wege zur immergrünen Laube wölbt und häufig zu Wäldern vereinigt ist; Oelbäume mit ihren graugrünen Blättern und Cypressen vervollständigen die südlichen Züge der Landschaft; außerdem gedeihen noch in der Gegend von Abbazia, nächst den vorzüglichen Weinen (Malvasier), Citronenbäume, verschiedene Palmengattungen, Feigenbäume

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ren jagt sich eben ein eleganter Herr eine Kugel durch den Kopf. Unter diesem Bilde ein Gemach mit einem derzweifelnden Manne, den eine Frau zu trösten sucht: Iluinä! rien ne va plus!" (Etwa: Ruinirt, das Spiel ist aus.) Gegen den leeren Raum der Karte hin vermittelt den Uebergang ein rothes Teufelchen, das mit verbindlichem Lächeln und einladender Handbewcgung sagt: Faires votres

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inMwtyy cyy-i " o-' jVn, inessifurs!" (Beginnen Sie Ihr Spiel, meine Herren!) Wie man sieht: So viele Figuren, so viele Aufrichtigkeiten! Die Postkarte hat eine angesehene Kunst- und Verlagsanstalt in München für einen Herrn in Mentone angefertigt. Als die Karte in Monte Carlo gesehen wurde, wurde sie sofort verboten, und es wird Alles gethan, um ihre Verbreitung unmöglich zu machen. edle Kastanienbäume, Granatbäume, Pinien, Kirschlorbeer, Magnolien, Oler.der, Sträucher und Bäume einer südlichen Flora. Die mittlere Wintertemperatur Abbazias ist eine höhere, als an allen anderen klimatischen Curorten des Binnenlandes der Lsterrei-chisch-ungarischen Monarchie; sie beträgt 10.1 Grad Celsius, und steht somit derjenigen Nizzas (11.8 Grad) sehr nahe. Trotz des milden Winters ist auch die Sommertemperatur Abbaziias keinesweas eine drückende, wie oft irrigerweise vorausgesetzt wird,und die Wärme (Maximum 34 Grad Celsius) ist dort nicht intensiver, als an anderen Punkten Mitteleuropas. Besonders ist hervorzuheben, daß die Sommernächte in Abbazia im Gegensatze zu den unter gleich südlicher Sonne gelegenen Orten eine erquickende Mäßigung der Temperatur erfahren, indem gegen Abend ein Abströmen der Waldesluft von den Gehängen des Monte Maggiore nach dem Meere hin erfolgt, während des Morgens regelmäßig in umgekehrter Richtung ein Zuströmen der kühlen Meeresluft fühlbar ist, so daß mit alleiniger Ausnahme der Mittagszeit eine größere Hitze nicht fühlbar wird ; gegen diese kann man sich aber leicht schützen, indem man unter den tiefen Schatten bietenden Lorbeerbäumen verweilt. Ueberdies sind die Fenster der Hotels mit Abschlußvorrichtungen versehen, welche das Eindringen der Hitze vollständig abwehren, während im Innern in rationellster Weise für Communication kühler Luft und Ventilation gesorgt ist. Die fast überall im Süden so lästigen Moskitos gibt es in Abbazia nicht, da die Ausströmung der Lor-beer-Vegetation dieselben ausschließt. Nebst den von der Natur durch Luft und Wasser gegebenen Heilkräften sind die Etablissements noch mit einer ganzen Reihe von Curmitteln jeder Art und allen zum Gebrauche derselben nöthigen Einrichtungen ausgestattet. Besonders ist die mit großen Kosten angelegte Hochquellen-Wasserleitung von Monte Maggiore hervorzuheben, welche die Curanlagen mit vorzüglichem Quellwasser versorgt. Außerdem wurde Abbazia durch eine große Anlage zweckmäßig gewählter, nach dem System des Prof. Dr. I. M. OerHotel Quarnero. tel bezeichneter Spaziergänge auch als Terraincurort eingerichtet und ist bisher der einzige lm adnatlschen Küsten klima bestehende Terralncurort. Die Mittlere Temperatur des Meeres beträgt schon im Monat Mai 19 Grad Celsius, steigt im Juli und August auf 25 vls 26 Grad Celsius an und sinkt während der Monate September und October allmählich auf 22 bis 20 Grad Celsius hinunter. In Folge die 1 yoyenAZassertemperatur lst es mög lich. sich längere Zeit im Bade auhu halten, ohne daß dem Körper viel Warme entzogen wird. Die beste Ansicht von Abbazia er hält man. wenn man ungefähr 100 Vlards von der Küste in's Meer hin ausfährt. Von hier wird auch das aus Mer, Inseln, Küsten und Gebirgen zusammengesetzte Randblld voll kommen übersehen. Der landschaftliche Glanzpunkt der Küste ist Abbazia mit seinen malerischen Klippengestaden, dem Immergrün seines Parkes und den Lorbeerwäldern des Berggehänges; am äußersten Flügel rechts benn det sich der im Jahre 1894 vergrößerte Hafen mit dem Zollhäuschen an der Wurzel des seit dem Bestehen des Cur ortes zweimal verlängerten Molos. Steigt man hier an's Land, so steht man vor dem Eingange vom Hasen in

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den Park, vor welchem rechts m nörd-

llcher Richtung die in den Curort fuhrende Fahrstraße und der' Friedrich Schuler-Strandweg abzweigt. Derselbe schlängelt sich, möglichst horizontal geführt, an malerischen Buchten, Friedrich Schüler-Strand weg. reizenden Villen und Landsitzen vor über, in einer Länge von etwa 1j engl. Meile bis in den Hafen von Volosca. Stets über die Klippen unmittelbar dem Meere entlang schreitend, findet man dort eine mit zahlreichen Ruhesitzen versehene, vollkommen staubfreie Promenade. Zauberisch schon ist an sonnigen Tagen ein Blick von den Höhen auf Abbazia und die Umgebung. Seitens der österreichischen Regierung wird mit großer Energie auf die Hebung und Verschönerung von Abbazia hingearbeitet. Das Project einer Bahn von Mattuglie nach Abbazia geht seiner Ausführung entgegen und nach Vollendung dieser Bahn wird sich die Wagenfahrt dorthin erübrigen. Als Ende dieser Bahn ist eine Höhe hinter dem Hotel Stephanie in Aussicht genommen, von wo aus eine Drahtseilbahn nach Abbazia selbst führen soll. Ta5 Dampfroß in Alaska. Moderne Jngenieurkunst und kühner Unternehmungsgeist haben in dem fernen Alaska einen großen Triumph gefeiert: die ersten zwanzig Meilen der White Paß & Yukon Eisenbahn sind dem Betriebe übergeben worden und zwei Personen- sowie fünf Güterzüge verkehren bereits zwischen Skagway und dem Gipfel des White Paß. Die ersten Glllcksjäger. welche nach dem Klondike zogen, hatten die größten Strapazen zu überwinden, um das nordische Dorado zu erreichen; in nicht zu ferner Zukunft wird man aber die Reise in das Jukonthal in einem luxunos eingerichteten Eisenbahnwagen Gerüstbriicke ZmWhitePaß. zurücklegen. Bis zum 1. Juni hofft man den Betrieb bis zum Bennettsee eröffnen und im Frühjahr 1900 das Aukonthal selbst erreichen zu können. Der Bahnbau in dem unwegsamen Gebirge, auf dessen Felsgraten Schnee und Eis nie schmelzen, bot selbstverständlich ungemeine Schwierigkeiten, denn schauerliche Abgründe mußten überbrückt und mächtige Bergriesen durchbohrt werden. Doch die Unternehmer ließen sich nicht abschrecken und heute befindet sich auf dem Gipfel des White Paß eine Eisenbahnstation, ein neuer Markstein am Wege der unaufhaltsam vordringenden Civilisation. WiedieAltensungen etc. Schauspieler (zu seinemSohn): Sei heute recht brav, Siegfried, dann bekommst Du von mir morgen drei gute Bonbons!" Junge: Willst Du mir nicht einen davon als Vorschuß geben, Papa?" Im Dusel. Studiosus (der spät Nachts aus der Kneipe kommt, setzt sich auf das Schutzeisen eines Schaufensters): Donnerwetter, ist das Bett schon wieder durchgebrochen! I m E i f e r. Professor: Meine Herren! Sie können sich denken, mit welcyer Freude Columbus die Ent deckung Amerikas nach Spanien tele graphlrte,'

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Die in Berlin im Bau begriffene elektrische Hoch- und Untergrundbahn der Firma Siemens u. Halske hat den Zweck, im südlichen Theil der Stadt den Osten mit dem äußersten Westen zu verbinden. Vom Halleschen Thor ab die Gitschinerstraße hinunter und über die Wasserthorbrücke hinweg ist inmitten der Straße das eiserne Gerüst der Hochbahn vollendet und soll bis zur Oberbaumbrücke weitergeführt werden. Auf eisernen Pfeilerpaaren mit Querträgern ruht die Unterlage für die Befestigung der Schienen, ab und zu von Haltepunkten unterbrochen. Die ganze Anlage gewährt emen nicht gerade vortheilhaften Anblick, und die Besitzer der anliegenden Hauser führen Klage über Entwerthung ihrer Gitschinerstraße. Grundstücke, die dadurch hervorgerufen wird, daß die Miether das Geräusch der vorüberrollenden Wagen fürchten und gleichzeitig den Blicken der vorüberfahrenden Personen ausgesetzt sind, ganz abgesehen davon, daß ihnen die Aussicht von den Fenstern wesentlich beschränkt wird. Die Weiterführung der Bahn vom Halleschen Thor nach Westen bildet den wunden Punkt der ganzen Anlage und damit die Ursache, daß der Bau vorderhand keine rechten Fortschritte macht. Die Bahn soll an der Großbeeren- und Mockernbrucke vorbei über die Gleise der AnHalter-, Ring-, Potsdamer- undWannseebahn geführt werden und schließlich m die Vulowstraße einbiegen und den Nollendorfplatz hinweg durch die KleistMaße u. s. w. bis zum Stadtbahnhof Zoologischer Garten. Während die ministerielle Genehmigung zur Ueberführung der einzclnen Bahnen ertheilt ist, haben die Anwohner bis zum Nollendorfplatz Verwahrung eingelegt gegen die Weiterführung als Hochbahn, besonders durch die Bulowstraße, die mit ihren in der Mitte befindlichen Gartenanlagen durch eine Hochbahn leiden würde. Mehrfache Petitionen wurden dem Magistrat zugestellt mit dem Verlangen, die ganze Strecke vom Halleschen Thor womöglich bis zum Nollendorfplatz als Untergrundbahn weiterzuführen, und daraufhin ist seitens der städtischen Verkehrsdeputation beschlossen Ecke Prinzen- und Gitschin e r st r a tz e. worden, dem Magistrat vorzuschlagen. von dieser Umwandlung mu nuasicyr auf die dadurch verursachten hohen Kosten abzusehen und dem abgeschlossenen Vertrage gemäß die Hochbahn . t l f als solche aus berliner Gevie: aussuyren zu lassen. Die Mehrkosten für eine derartige Umwandlung werden auf rund 4 Millionen Mark berechnet für die Bülowstraße allein, und auf ungefähr 14 Millionen Mark für die ilnterarundbabn vom Halleschen Thor bis zum Nollendorfplatz. Diese Summen wären von der laolgememoe oer bauenden Firma zu erstatten, und aus diesem Grunde ist der Magistrat ebenfalls zu einer ablehnenden Entscheidung gekommen. Feinfühlig. Verbrecher: Uff 1015 Jahre Zuchthaus war ick ja jefaßt . . aber Ehrverlust? Da leg' ick Berufung ein!" Boshaft. Wer ist das hüb sche Mädchen dort?" Meine Toch ter." Hm, Ihnen sieht sie aber nicht ahnlich. . Anlunoraung einer Schmiere. Das Werfen von Obst u. s. w. wolle man heute unterlassen, da die Naive ein Kleid der Frau Büraermeisterin tragt. Furchtbarer Verdacht. Junger Ehemann (seine Frau an der Küchenthür überraschend): Du wirst so verlegen, Emma, (streng), hast Du . i nlu ' ivltver. aeiolS! . ....

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Aber, Sepp, Du hast doch in Deinem Heirathsoffert ausgeschrieben, daß Du täglich sechs Mark verdienst, und nun bringst Du nur drei heim! Du bist schon ein rechter Lügner!" Ich hab' nicht gelogen! . . Em Canalarbeiter verdient doch sicher sechs Mark, aber kriegen thut er nur drei!" Bei'm Klavierunterricht. . ... Ich bin mit Ihnen nicht zufrieden, Fräulein Sophie, es geht nicht recht vorwärts Sie scheinen zu wenig zu üben!" O bitte, Herr Professor, uns wur den, seitdem ich Klavier spiele, schon, acht Wohnungen gekündigt!" - Keine Schuld. -vm II. I Ww' . . ?! Da les' ich in der Zeitung, daß hier in München im verflossenen Jahr' der Bierkonsum um einige Liter pro Kopf zurückgegangen wär'! . . Meinetwegen mich trifft keine Schuld!" Segensreiches Wirken. tz ' X Fremder: Der hiesige Verschone rungsverein thut wohl sehr viel für die Gegend?" Bauer: O ja, im vergangenen Jahr sind erst wieder Bänke und Wegweiser aufgestellt worden, da haben wir den ganzen Winter Brennholz gehabt!" Die besorgte Gattin. Red' nich so viel, Jakob Du wirst's wieder kriegen in de Armgelenk'!" Angenehme Eröffnung. Amtmann: . . Gewiß, für die Kreuzotter ist eine Prämie von drei Mark ausgesetzt. . wo haben Sie die denn gefangen?" Bauer: Jm Birlenwäldchen!" Amtmann: Hm, das darf ja bei fünf Mark Strafe nicht betreten werden . . da haben Sie also noch zwei Mark zuzuzahlen!" K a l t. Sie (vor einem Juwelierladen): Moritz, ich bin wie versteinert von dem Schmuck!" Er: Bleib's!" A l t e r A h 1 1. Die Comtesse ist wohl von sehr altem Adel?" Gewiß! Sie 'allein repräsentirt ja schon zwei Generationen!"

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