Indiana Tribüne, Volume 22, Number 193, Indianapolis, Marion County, 2 April 1899 — Page 10

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ZWStQNQ ZTtdÜQL. Ellane. Utntc's verlödle. Von Olacui Auerneimer .So oft Nen6e sich verlobt, nehme ich ine weiße Cravatte und eine fchemheilige SJiicnc aus dem Schrank, lege meine taubengrauen Handschub' :b mein liebenswürdigstes Lächeln .in. und begebe mich zu Nenöe. Ich komm? jedesmal und gratulire ihr. In den letzten Jahren ist Ren6e davon abgekommen, Verlobungskarten auszuschicken. Es hilft ihr nichts. Ich komme trotzdem. Ich bin in allem, was Renöe angeht, allzeit unterrichtet. Und wenn sie sich verlobt, so weiß ich das früher, als sie selbst. Dann komme ich mit meiner fröhlichen Miene und lasse mir von den Eltern die Ver lodungsgeschichte erzählen, denn es gibt nichts auf der Welt, was mich so interessiren würde, als Verlobungsgeschichten. Dann gratulire ich und gehe weg. Aber nicht für immer. Ich komme wieder. Oft dauert es Wochen, ja Monate. Nenöe und ihre Eltern geben sich schon der Hoffnung hin, ich sei gestorben. Ich bin es nicht. Ich komme wieder. Denn früher oder späl f ,,1 V nrr Srn fTJTTi iCi. llliUUk VS -.uy, Ulk Vfc wfc.v.Verlobung in die Brüche geht. Sie mag dabei noch so vorsichtig vorgehen, ich weiß es. Und sowie ich es weiß, bin ich auch wieder bei ihr mit meiner fröhlichen Miene. Man braucht mich nicht einzuladen. Brauchen Sie die Raben einzuladen, daß sie nach der Schlacht daö Leichenfeld besuchen? Ich bin wie die Raben. Und so oft ich angeflattert komme, wird RenSe blaß. Ich weiß, sie mochte mich gerne ermorden, sie sucht nur nach einer schick iichen Gelegenheit. Inzwischen aber ist sie von einer bezaubernden LiebensWürdigkeit gegen mich. Ihr reizendstes Lächeln, ihre heißesten Blicke derschwendet sie an mich, und wenn wir nen Augenblick allein sind, legt sie ihre Hand auf meine Schulter und sagt mir in ihrer schattigen Art: Alter Freund-. Und wieRenöe.sosindauch die Eltern mit mir. Sie haben keine Idee, wie lieb mich diese Leute haben. Frei lich das war nicht immer so. Bei RenSeö zweiter Verlobung gab es einmal einen Augenblick, daß sie fest entschlössen waren, mich hinauszuwerfen. Es war ein Augenblick. Papa sagte, er werde Briefe schreiben müssen. Er sagte nicht einmal leider". Mama hatte dazu nichts zu bemerken, sie schaute gespannt und wortlos auf das Zifferblatt der Wanduhr, und Renöe sireckte die Arme mit den geballten weißen Fäusten aus und fragte mit einem nf fThriirftn sSinfmfrt Nl?sb?77 Sie vielleicht zum Thee?- Es war ein Augenblick. Ich lehnte mich in meinen w v v w w v ff i w t i i ii Polsterstud' zurück und fragte im leich ten Gesprachston: Wissen Sie, Frau lein RenSe, daß ich Ihren -Herrn Ver lobten schon seit Jahren kenne? Ja wohl. Und ich erzähle ihm viel von - Ihnen.' Ich sagte viel , mchts wei ter. Aber Sie hätten sehen sollen, welche Veränderung dieses bescheidene Wörtchen in allenGesichtern hervorrief. Papa kam sofort davon ab, Briefe zu sckreiben. Mama tob den Blick von der Wanduhr und sagte: Wie rasch die Zeit vergeht in Ihrer Gesellschaft!Und Ren6e sprang auf, lachte mich an mit einem Blick voll heimlicher Gluthen und rief: Sie bleiben zum Thee. Und seither wurde man von Verlobung zu Verlobung immer liebenswürdiger mit mir. Man verwöhnt mich, man , vergöttert mich in diesem Hause. Und ich kann sagen, ich suhle mich nirgends so wohl,' als bei Renöe. wenn sie sich mit einem anderen verlobt. ' Oder, wenn die Verlobung in die Brüche geht. Das ist eigentlich noch mehr nach meinem Geschmack. An fremdem Glücke weide ich mich nur mit Widerstreben. Ich bin nicht verlobt und mag es auch nicht, wenn andere Leute verlobt sind. Und dann, wenn - eine Verlobung zurückgeht, da lassen - sich so hübsche Parallelen ziehen zwl eschen Einst und Jetzt. Ich liebe es. 2 Parallelen zu ziehen zwischen Einst und Jetzt; es ist ein letztes Vergnügen. Da sitze ich bei Renöes Eltern im Sa lon, genau wie einst, vor mehreren Monaten, als Ren6e noch verlobt war. i Und genau wie einstmals sprechen wir über Ren6eS Verlobten. Der Verlobte i hat sich nicht geändert. Nur seine Stellung zum Hause hat sich verschoben durch die Einwirkung irgend . einer Kraft, die vielleicht außerhalb seiner selbst lag. Kurz, einst war er .der Verlobte" und jetzt ist er der von ehe malz-. Das macht einen kleinen Un . terschied in unserem Gespräch: Denn Jbtt Verlobte- ist immer eine Perle. aber .der von ehemals- ist immer ein Schuft. Greifen wir einen Fall heraus. Sie .wissen vielleicht noch, wie Doctor Dal berg dazu kam, sich mit Renöe zu verloden? Wenn Sie das wissen, so vls 'si sie mehr als er selbst; denn er hat keine Ahnung, wie er dazu - kam. Kurzum, eines beißen AugustabendS war er verlobt. Er glaubte, der. erste zu sein. Ich freue mich immer, wenn der Verlobte Renöe'S sich einbildet, der Erste zu sein. Und da Doctor Dalberg em Jugendbekannter von Mir ist, freute ich muh doppelt. 'Aber nachdem die erste Freude vorüber war, legte ich mir die Frage vor: .Wovon werden sie leben?" Die mei Üen Menschen legen sich diese Fraae vor, wenn andere Leute sich verloben. Ich gehöre zu den meisten. Ich fand keine ' genügende Antwort. Doctor Dalberg beneidete eine kleme Stellung in Ministerium, die ihm allenfalls so.

ütl freie Zeit ließ. seinen Lebenömer9 c rrr r - W!.

hall aus anoere iöizt zu ocryicut. Cent kleines Vermögen mochte naq meiner Berechnung gerade hinreichen. ferne Schulden zu bezahlen. spaß Rense keine Mitgift besaß, wußte nur ' - rff r f . -c . r tu. Ä.oer oag z groß? -tuu machte, wußte alle Welt. nger ich - nachdachte, desto unerklärlicher wurde es mir, wie Renee dazu kam, sich mit einem Staatsbeamten zu verloben. Und doch, es mußte em isnrnd sich finden lassen. Wenn Rense sich mit Jemandem verlobt, weiß sie immer warum. Drei Tage ging ich in schweren Sorgen herum. Am vierten Tage siel es mir em, und ich wurde better. So war es: Doctor Dalberg hatte keine Stellung, kein Einkommen, kein nennenswerthes Vermögen. Aber er hatte etwas, was nicht Jeder hat, was nur die Sonntagskinder haben, r besaß einen Onkel, und der war Sectionschef im Ministerium des Innern. Sie wissen vielleicht, was das heißt, ein n. , i r C ..! ... junger urisoocior in uno tiucu Onkel zu haben, der Sectionschef ist. Wenn Sie aber das wissen, dann werden Sie auch begreisen, was Renee dazu bewog, Doctor Dalberg zu erhören, und daß es in diesem Falle eigentlich der Onkel des Geliebten war, mit dem sich die Braut verlobte. Eine halbe Stunde, nachdem mir dies klar geworden, war ich bei Ren6e. Mama tänzelte mir entgegen wie ein Faß. daS in's Rollen kommt. Wanim kömmen Sie nicht öfter?" fragte sie und streckte mir den Rücken ihrer fettglänzenden Hand unter die Augen. Meine Gnädige erwiderte ich bewegt, ich habe leider nicht viel freie Zeit. Aber so viel freie Zeit habe ich doch immer, daß ich gratuliren komme, wenn etwas Freudiges bei Ihnen vor-geht.-Sie sind wirklich ein lieber Mensch!" sagte die Dame voll Wärme. Und Papa kam dazu und schüttelte mir, ohne viel Phrasen zu drehen, die Hände mit einer Herzlichkeit, di: an Verzweiflung grenzte. Nun setzte ich mich behaglich in einen Schaukelstuhl, streckte die Beine au? und fragte: .Also, wie ist es denn zugegan gen . . . ?" Mein Gott," meinte Papa, .wie eS eben immer zugeht. Er hat sie zufällig kennen gelernt . . ." Ganz zufällig." schalteteMama ein. Ich weiß: Er hat sie immer zufällig kennen gelernt. .Und hat sich in sie verliebt. Auf den ersten Blick. Und sie in ihn," schloß Papa. .Nun' ergänzte Mama bedächtig; auf den ersten Blick verliebt Rene sich nicht. Er hat schon um sie werben müssen." Das gibt Mama nie zu. daß Ren?e sich auf den ersten Blick verliebte. Sie besteht darauf, daß er um sie erst werben mußte. .Aber wie er geworben hat !" fuhr sie nun fort, und ihre Augen wurden feucht. .Jeden Morgen hat er ihr ein Bouquet geschickt und jeden Abend eine Bonbonniere. In der Zwischenzeit ging er vor ihrem Fenster auf und ab. Und alö er feine Antrittsvisite bei uns machte, war er so aufgeregt, so schüch.tern . . ." Ich lächelte nur, als ich hörte, daß Doctor Dalberg schüchtern war. Ich sagte: .Er ist eben ein unverdorbener Mensch." .Das ist er." bekräftigte Papa. .Kennen Sie ihn denn?" .Er ist ein alter Schulkamerad von mir." .Sie kennen ihn?" jubelte Mama. .Nun, was sagen Sie, ist er nicht ein entzückender Mensch?" Verlobte sind immer entzückende Menschen. .Er und Renöe." sprach ich sehr ernst, .sind einander werth." Mama machte Mondscheinauoen : .Und ein hübscher Mensch, nicht wahr?" DaS sind Verlobte fast immer. Ich erwiderte: .Sehr hübsch. Etwas klein allerdings." .Aber zierlich." .Zart." sagte ich. .nicht stark!" .Was wollen Sie?" meinte Papa und zog das Gilet über den Bauch : .Schlank muß ein Mann sein." .Und die Augen, die er hat!" rief seine Frau weinerlich. .So treu, so ehrlich, nicht wahr?" Ich fügte auf eigene Gefahr hinzu : .Hübsche Zähne hat er!" Haben Sie schon einmal einen Ver lobten gefunden, der keine hübschen Zähne hatte? Ich nicht. .Wie eine MauS," sagte Ren6e. Verlobte haben immer Zähne wie eine MauS. .Haben Sie ihn schon einmal singen gehört?"' fragte der Herr deö HauseS. ' .Nein," bedauerte ich. .Und wie er Elavier spielt!" jauchzte Mama. Ich sagte .Ah!" aber gar nicht erstaunt. ES hätte mich sehr gewundert, wenn er nicht auch musikalisch gewesen wäre. .DaS ist ja alles nichts," nahm Papa daS Gespräch auf, .aber ein tüchtiger Jurist ist er. Earriöre wird er machen. Ich glaube, dieser junge Mann wird Minister werden." Verlobte werden immer Minister. . .Er hat bis jetzt noch keinen großen Gehalt.- fuhr der Water fort, .1800 Gulden, aber . . Darauf hatte ich nur gelauert. Leichthin sagte ich: .Er hat einen Jun kel im Ministerium?" .Ja a a. wissen Sie da?" sagte Papa und schwoll. .Ein SectlonSchef. Einer von Denen, die noch von sich xe den machen werden. Warten Sie nur bis zur nächsten Ministerkrise!" Warum nicht? Ich werde warten. Solanae warte icö ganz gerne.

Es "dauerte ntcyt Einmal so lange. Nach drei Wochen laS ich in der Zei

tung, daß Sectionschef Dalberg in Pension gegangen sei. Nach weiteren drei Wochen begegnete ich dem Verlobten. Er sah blühend aus, aber er machte ein txvm Gesicht. .Du sic.,, 5chtig aus, alter Junge," redete ich ihn an. .Ja," versetzte c .v. leidender Geberde, .es geht mir aber gar nicht gut. Ich werde eine längere Erholungsreise machen müssen." .So?" fragte ich gedehnt und schaute ihn scharf an. .Bist Du vielleicht auch in Penston gegangen?" Er schien mich nicht zu verstehen. Scheu wich er meinen Blicken aus. .Kann man gratuliren?" fragte ich ihn und zwinkerte dabei mit den Augen so listig, als es mir möglich war. .Man kann," sagte er mit einem halben Lächeln. Dann sah er um sich, ob Niemand ihn lächeln gesehen. Und dann sagte er, um sich für meinen Pensionirungsfcherz zu rächen, leise aber triumphirend: .Ich bin frei . . ." Sofort begab ich mich zu Renöe. Mama empfing mich sehr ernst. Ich hatte natürlich keine Ahnung, warum. .Was macht unser junges Pärchen?" fragte ich fröhlich. .Wie?" sagte Mama, .Sie wissen noch nicht?" Ich hatte keine Ahnung. .Renöe," sprach Mama, .geh' hinaus." Renöe streckte mir die weiße Hand entgegen. .Auf Wiedersehen, alter Freund," hauchte sie, eine warme Zärtlichkeit in der Stimme, von Wehmuth leicht umschleiert. Diese umschleierte Zärtlichkeit hat sie immer nach verlorener Schlacht. Vapa trat ein. Er schien schwere Geschäftssorgen zu haben und machte das strenge Gesicht des gereizten Börsianerö. Aber als er meiner ansichtig ward, ging ein Leuchten über seine ausgearbeiteten Züge. Allerdings biß er einen Augenblick auf die Unterlippe, aber daS war nur so eine unterdrückte Liebenswürdigkeit. .Er weiß von nichts," sagte seine Frau. .So?" begann er; .Nn, Sie sind zwar ein Freund des Doctor Dalberg, aber ..." .Ein Freund!" erwiderte ich aekränkt. .Wie können Sie daS sagen ? Ich kenne ihn kaum. Auch haben un sere Charactere niemals harmonirt.' .Das ist sehr schmeichelhaft für Sie, sagte der Bater, .vena Doctor Dalberg ist ein Schuft." .Ein Betrüger,- ergänzte Mama. .Ern Schuft," wiederholte der Mann, der kein anderes Wort zu fin den vermochte. Der Verlobte von ehemals ist immer ern Schuft. Ich schaute das Eltern paa: lange und ernst an. .Sehen Sie," sprach ich, .das hab' ich mir immer aedacht.7 ... .Nicht wahr?" rief die Hauöfcau, a hatte so etwa? Tückisches im Blick." DaS hat der von ehemals immer. .Er hat unö hintergangen," grollte Papa, .er hat sich in'S HauZ gedrängt. Er hat dem armen Mädel den Kopf verdreht." Alle haben sie Ren6e den Kopf ver dreht. Ja, sagte ich, .eigentlich wunderte eS mich immer, wie Sie an ihm Ge fallen finden konnten, weder seine Er scheinung . . ." ..Erscheinung!" Renöes Mutter lachte schneidend auf. .Er war klein und mager." Beobachten Sie: Vor sechs Woch.-r. noch war er zierlich und schlank. .Noch seine Bildung!" entwickelte ich weiter. .Vom Ju8 versteh' ich mehr, wie er." versicherte Pava. .und das war daö einzige, waS er verstanden hat." .O bitte!" lachte die Hausfrau, .er hat auch gesungen. So oft er gesun gen hat, hab' ich meinen Mann aefragt: Ich bitte Dich, muß man sich das gefallen lassen, wenn man eine Tochter bat? Ist es nicht wahr. Ga briel?" wandte sie sich an ihren Mann. .Kurz und gut," schloß ich, .er hatte hübsche Zahne und kaufte Bonbon niören." .Die Zähne waren allerdings sehr hübsch, verdächtig hübsch," sagteMama Mit einem teuflischen Lächeln, unö wies mir grinsend ihr tadelloses sal scheS Gebiß. .Ist eS möglich? Ein so junge? Mann. .Na, nicht alle!" beruhigte mich die HauSsrau. Das ist die traurige Geschichte jede? unterdrückten Verlobung: Er hatte Zähne wie eine Mau, und dann kommt heraus, daß sie auS Porzellan waren. .Und was die Bonbonnieren anbelangt," ergänzte der HauSberc. .so kann man mit 60 Gulden, .monatlich nicht diel Bonbonnieren kaus'n. wenn man davon leben muß Ich dachte zurück an die 15Q QuU Un, die de? Ae?mste noch vor 6 Wochen hatte. ES ist merkwürdig, aber der Verlobte hat immer-beinahe den dopselten Gehalt, als der von ehemals. Auch hat der von ehemals niemals Bonbonnieren gekauft, nie. Kein Mensch kann sich daran erinnern. .Na, und derOnkel im Ministerium, der wird auch nicht viel Verth gewesen sein!- muthmaßte ich so in'S Blaue hinein. .Der Onkel!- lachte de? Her? des Hauses grell, .der Sectionschef!" HU" sagte Mama, .der Sectionö chef!" - .Erstens," fuhr der Gemahl fort, Jpax daö ein alter Esel." . -Ich nickte nur. Gewöhnlich hat der Verlobte von ehemals einen Onkel, der ein alter Esel ist.

.Und zweitens." ergänzte Papa, und auS der Art, wie er die Augen rollte, konnte man entnehmen, daß jetzt etwas Großes kam. .Und zweitens?" .Und zweitens.". fuhr er auf. .war er nicht ei. .mal sein Onkel. Ein Schwager von einem Cousin war et, dieser Lump." .Wer war der Lump?" erkundigte ich mich, .der Doctor, der Cousin oder der Schwager?" .Alle waren sie Lumpen!" schrie der alte Herr, heiser vor Wuth. Ich stand auf. .'..mcr diesen Umständen," sagte ich. .ist es ein wahres Glück, daß Sie die Verlobung zurückgehen ließen." .Verlobung?!" wiederholte Papa, ganz verblüfft. .Verlobung?!" rief Mama und staunte mit offenem Mund. .Verlobung mit wem?" fragte der Vater nochmals mit einer eisernen Stirn. .Nun.- sagte ich schüchtern, .mit Doctor Dalberg." .Mit Doctor Dalberg?" erkundigte sich die Mutter. .Sie meinen," sagte der Vater, der langsam aufzufassen schien, .Sie mei nen, Nene war mit Doctor Dalberg verlobt?" .Allerdings." versetzte ich zögernd, .ich meinte so." .Nein," sprach Papa mit Stolz und Würde, .nein, nein, mein Lieber. So rasch verlobe ich meineTochter nicht mit dem ersten Besten. Er ist in's HauS gekommen eine Zeit lang, und dann hab' ich ihn hinausgeworfen." .Er war also überhaupt gar nicht mit Renöe verlobt?" .Nie." Das ist das Interessanteste: Der von ehemals war überhaupt gar nicht mit RenSe verlobt. Er ist in's Haus gekommen eine Zeit lang. Und dann hat man ihn hinausgeworfen. Der weiße Flieder. Kann eS für eine Blumenfreundin eine hübschere Ueberraschung geben als etwa nun, sagen wir, ein herrlicher Strauß weißen Flieders im Februar. Fräulein Adolphinenö Herz wurde denn auch plötzlich weich. Bisher war sie der Meinung gewesen, daß Valduln nicht aufmerksam genug sei, aber Flieder im Februar, daö war doch Le weis genug für das Gegenthül. Nur er allein wußte, wie sie Blumen und besonders. Flieder liebte. Außerdem war e? ihr einzige? Verehre?, mit dem ie auf .Blumenfuk" stand. So ent 'chloß sie sich denn, th? g?ausameö Nein zu widerrufen, und sandte ihm ein klei neö Billet ausnahmsweise aus ?osa Papier. Sie schrieb jedoch nur: .Sie bürstn heute Abend kommen, vielleicht kann ich Ihnen etwas sagen, waS Sie (zern hören.". Basduin war riesig glücklieb; er hatte sie während des ganzen Winters um ihre Hand gebeten. Sie sprachen-denn auch bald von der Zu kunft, von der Etage, die sie miethen würden, von den Möbeln und derglei chen mehr. Sie gestand ihm, wann sie sich zuerst aus ihm etwas gemacht hatte, nein, nicht wann sie ihn zuerst liebte junge Mädchen müssen sehr präzise in ihrer Ausdrucksweise sein sondern, wie eö ihr angenehm war, zu wissen, daß er sie liebte, waS doch sehr verschieden ist. Er schwor, daß er sie vom ersten Augenblick an, wo er sie kennen gelernt, geliebt habe, und unter so anmuthigen Gesprächen konnten sie natürlich nicht hören, daß eS an der Hausthür geschellt hatte. .WaS hat Dich .denn endlich umgestimmt, mein Lieb," fragte er, .nachdem Du mir die ganze lange Zeit fast daS Herz gebro ch:n hast?" .Deine sinnige Auf, merksamkeit," sagte sie mit einem Blick auf den Fliederstrauß. Er machte ein ganz verlegenes Gesicht, ach, wie ve scheiden war er doch. .Hast Du ihn auS Nizza kommen lassen?" .AuS Nizza? Wen denn?" .Ach. verstell Dich nicht. Du hast ihn geschickt. AU ßer Dir weiß Niemand, daß Flieder meine LleblingSblumen sind, die spra chen für Dich, mein Theure? und lim deten mir Deine Liebe und Treue. Balduin saß da wie de? blasse Schre cken. Im Hausflur hörte man Jemand sprechen ' - und das Dienstmädchen schlürfte in'S Zimmer. .Da ist ein Mann von der,Bee?diaunai Gesell schaft. gnädiges Fräulein. Er sagt, ein Bote hätte hier einen Strauß Flie der abgegeben, der für gegenüber, No. 8. auf den ranzwagen sollte." DaS wa? schlimm damotö. Aber waö thut eS? Jetzt laufen Adolphine und Baldum doch zusammen Möbel. Ein Mißverständnis .Äle. Mali, heute habe ich miede? ve merkt, dak Sie sicv vom Bäckerbur schen küssen lassen. Bon mo?gen , ab roeroe rcy vas Vedäck selbst von dem kecken jungen Menschen übe?nehmen." .Strapeziren'S Jhna net, gna' F?au, e? hat mi? feie?lich ve?sprochen, daß er nie ein Andere küssen wird." ' -Zerst?eut. Professor (beim Abschied): .Und nun bitte ich Sie noch, mein Fraulein, mich Ihrem Herrn Ge.mahl bestens zu'empfehlen." Frau lein (verlegen): .Aber, Herr Professor. Sie scheinen ganz vergessen zu haben, daß ich gar mcht verheirathet bin." Professor: .Verzeihung, mein Fräu, lein, ich erinnere mich ich bitte Sie also, mich Ihrem Herrn Gemahl nicht zu empfehlen!" , CöönUlt sitzt im DlüU rtfiael Dliit fctfct ni t eint fictttL Dirne Mest (Int OAflnltiL Gölffl rets, Candy Cathartie reinigen daß vlut, kräftigen die Lebe? und entfer0kN alles Unrein an hta siörbrc. gaugeu Vte heute an, ynfteln, Oe,qvure, ttess und so vett ., dnteelben. Oöönbeit für 10k. 2n allen Uvetbek. flafrlibnCri

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