Indiana Tribüne, Volume 22, Number 186, Indianapolis, Marion County, 26 March 1899 — Page 6

Verschütte Häüze. Wenn unsere Ur - Großeltern einen -modernen Tanzsaal beträten, wären sie wahrscheinlich sehr verwundert über die .Veränderung, die stattgefunden, seit sie selber im glücklichen Frohsinn der Jugend nach den Klängen der Musik sich gewiegt und gekreiselt haben. Vor ollern würden sie eine ganze Reihe von 2'änzen vermissen, die ehemals aus keinem Balle fehlen durften. Das gilt besonders von der Allemande, dem buntbewegten Tourentanz unserer Altvordern, der noch zu Beginn dieses Jahrhunderts eine hervorragende Rolle be: den Vergnügungen aller Stände spielte. Zugleich bildet dieser Tanz in kultureller Hinsicht eine der interessanbesten Erscheinungen auf dem gesammitn Gebiete der Choreographie, d. h. der Tanzkunde. Zuerst in die eigentliehe Geschichte trat die Allemande in jene? für Deutschland so verhängnißvollen Epocke, als der Elsaß unter der Negierung Ludwigs XIV. an Frank--reich verloren ging. In ihrer charakteristischen Eigenart, jenem langsamen Schle'.fschrilt, der unter einem ganz be--stimmen Rhythmus ausgeführt wurie, darf sie jedoch wahrscheinlich als ältester und einziger Nationaltanz der 'Deutschen angesehen werden. Wähicnd nämlich der Körper, leicht gestützt

Allemande. aus die Spitze des einen Fußes, die Drehung vollführt, zeichnet die des anderen in anmuthiger Wellenform einen .Halbkreis auf demFußboden. Kurzum: es ist im Allgemeinen dieselbe Tanz.form, die augenblicklich der Walzer zeigt, noch ursprünglicher jedoch sein nächster Verwandter oder vielmehr sein Vorgänger auf choreographischem Gebiete, der Ländler. Jedem dieser drei .Tänze ist der charakteristische Schleifschritt eigen, das sicherste Merkmal der germanischen Tanzform. "AIs Ludwig XIV. das Elsaß unter 'seine Botmäßigkeit gebracht hatte, erhielt er Kunde von dem dort beliebten graciösen Tanze und da der Sonneniönig" selbst ein ebenso vorzüglicher wie leidenschaftlicher Tänzer war, ließ er ein elsässisches Tänzerpaar nach Versailles kommen, eigens zu dem Zwecke, daß es den Tanz der Heimath vor ihm aufführe. Die Allemande" erregte die begeisterte Bewunderung des Köniqs und von Versailles trat der Tanz nun seinen Siegeszug über die esammte Welt an. Als die Allemande an den Hof von Versailles gelangte, mußte sie, um die spätere Beliebtheit zu erringen, Lbrigens einen sehr harten Kampf bestehen. Denn es handelte sich darum, ein Feld zu erobern, das von zwei mächtigen Gavotte. Nebenbuhlerinnen, Gavotte und Mer.udt, geradezu souverän beherrscht wurde. Der ältere dieser beiden 2änze, die Gavotte, durfte gleichfalls luf eins ehrwürdige Vergangenheit zulückölicken. Er hatte sich aus der alten Schrittweise entwickelt, nach welcher sich die Bewohner der Dauphine bei ihren ländlichen Festen belustigten. '.Jehan Tabouret, Domherr zu Lan'gres, ein großer Kenner und Verehrer der fröhlichen Kunst der Terpsichore, sah zufällig diesen Tanz und war davon so begeistert, daß er sofort das Lob desselben in allen Tonarten sang. In einem Werke, das er im Jahre 1583 Uieröffentlichte, schildert er die Gavotte 'uf's ausführlichste und weist ihr einen hervorragenden Platz unter sämmtlijjen Tänzen jener Epoche an. Fast zu derselben Zeit dürfte auch 'das Menuett bekannt geworden sein, -gleichfalls bisher die choreographische 'Belustigung der Bevölkerung einer sranzösischen Provinz. Sein Ursprung läßt sich auf die Zeit nicht genau ermitteln, doch steht fest, daß es Qus dem Poitou stammt und dort nach 7?en eintönigen Klängen der Sackpfeife Qufgeführt wurde. War die Gavotte lebhaft, frisch, mit entschiedener Pragung der Figuren und scharfer Charakterinrung oes Schrittes, o gewährte dafür das Menuett in seiner Vollendung wohl die höchste Anmuth, die jemals beim Tanze zu erreichen ist. Seinen Namen hat es wahrscheinlich Don dem altfranzösischen Worte menu" das aus dem lateinischen minutus" abgeleitet ist und klein, niedlich, zierlich bedeutet. ' Getanzt wurde es schon am Hofe Katharinas von Medici, allein seine eigentliche Vlüthezeit gehört einer späteren Epoche cm. Nach dem Ausspruche großer Choreographen war es so schwer,, daß i i r ' i r n..v: man oas ganze eoen mnourq inioucn Lnüsse, um es zu erlernen' Beide

Tanze, Gavotte und Menuett, erhielten sich lange in der Gunst der tanzenden Welt. Zuerst Nebenbuhlerinnen, wurden sie später in der Gesellschaft fast immer gleichzeitig aufgeführt, indem man auf die scharf ausgeprägte Würde, die in der Gavotte liegt, das Menuett mit seiner entzückenden Anmuth folgen ließ. Beide Tänze erlebten im Laufe der Jahrhunderte eine überaus große Menge von Variationen. Einer kaum geringeren Beliebtheit erfreute sich die Sarabande, ein Tanz, dessen Heimath Spanien ist und der sowohl in Rhythmus wie auch in Schrittweise durchaus an einen südlichen Ursprung gemahnt. Seine Entstehung dürfte in das Ende des 16. Jahrhunderts zu verlegen sein. Ein wilder, unbändiger Charakter haftet der Sarabande an; später wurde derselbe außerdem noch unsittlich und zugellos. Das verhinderte ihn jedoch keinesvxgs und einige Jahrzehnte, nachdem sie in dieGeschichte getreten.. wurde sie bereits jenseits der Grenzen Spaniens überall getanzt und an allen europäischen Fürstenhöfen cultivirt. Die strengen Sittenrichter jener Zeit fällten ein überaus hartes Urtheil über die Sarabande; ja man warf ihr vor, daß sie mehr Unheil, als der schwarze Tod mit allen seinen Schrecken, angerichtet hätte. In dem Bestreben der Franzosen, der Sarabande mehr Grandezza und Pomp aufzupfropfen, fing diese allmälig an, zu verknöchern. Viel gefälliger nahm sich die Form aus, in welcher dieser Tanz sich bei anderen Völkern entwickelte; namentlich in den Niederlanden gestaltete er sich heiterer. Unsere Abbildung zeigt eine Sarabände in der Form, wie sie sich im 18. Jahrhundert in den Niederlanden herausgebildet hatte. Während man sich noch bei Hofe, die Damen im Reifrock, die Herren unter einem Ungeheuer von Perücke, in der Schrittweise der Sarabande abmühte, belustigte sich dasVolk bereits an einem neuen Tanze. Er war aus England gekommen, wo er als Countrydance", also ländlicher Tanz, gleichfalls Hauptsächlich die Belustigung weiterer Volksschichten bildete. Das Tempo war schnell, der Schritt hüpfend, im vollkommenen Gegensatz zu den Tänzen, die damals die Gunst der Mode genossen. Allein vielleicht gerade deshalb

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Menuett. fand man ein solches Gefallen an dem englischen Fremdling. Man war eben der Grazie und Grandezza, die so oft in Manierirtheit und Langweile ausarteten, müde geworden; man sehnte sich nach frischem, pulsirenden Leben, nach Bewegungen, die der Natur abgelauscht waren. Der erste Contrctanz soll im Jahre 1710 zu Paris aufgeführt worden sein. Der Name ist wahrscheinlich eine Verballhornung von Country dance", allein er paßte vollkommen für die Gestalt, die der Tanz in Frankreich erhielt, weil hier das Gegenuber eine Hauptrolle spielte. In seiner ursprünglichen Gestalt ein Eolonnentanz, erhielt er nämlich sehr schnell die Form der Quadrille. So drang er siegreich in immer weitere Kreise der Gesellschaft und wurde schließlich sogar hoffähig. Auf dem Boden, unter welchem bereits die Revolutron ihren vulkanischen Herd hatte, belustigte man sich an den Figuren des Eontretanzes. Er sah die Vastille in Trümmer sinken,- man spielte ihn unter dem Gejohle der Menge, während Ludwig XVI. und Marie Antoinette auf dem Schaffott endeten. Er wurde schlecht und recht der Tanz der Revolution, ja er überdauerte sie und wußte sich selbst während des ersten Kaiserreich in Ansehen zu erhalten. Allerdings büßte er seinen ursprünglichen Charakter allmälig ein.. Das Tempo wurde langsamer und der HLpsschritt wich einem zierlicheren Pas. Durch die Quadrilleform erfuhr er die Umgestaltung, deren er bedürfte, um ihm Sarabande, die Gunst der tanzenden Menge zu be wahren. Denn dadurch wurde es möglich, ihn in Touren zu zerlegen und somit jene Mannigfaltigkeit der Figuren herbeizuführen, die noch heute dem Eontretanz einen so hohen gesellschaftlichen Werth sichern. Eontretanz und Quadrille sind nunmehr choreographisch kaum noch auseinanderzuhalten. Sie aebeN in einander über, sie ergänzen sich; sie tauschen ihre Figuren aus, ja werden hier und dort in der Benennunz mit einander verwechselt. Das sollte ;eboc6 vermieden werden. Contretanz und Quadrille verhalten sich-zu einander wie Inhalt und Form, wie Kern und Hülle. In einigen Gegenden nennt man den Eontretanz sogar

schlechtweg Quadrille francaise", im Gegensatz zu den vielen anderen Quadrillen, die gleichfalls im Laufe der Zeit entstanden sind. Die bekannteste derselben ist wohl die Quadrille h la cour" ober, wie sie ursprünglich und eigentlich heißt, die Quadrille des Lancicrs". Sie wurde zuerst 1856 in Paris gelehrt, als Nachahmung eines altenglischen Tanzes.

Aelterer Contre. Einen ganzen Winter hindurch bildete diese Quadrille des Landers" die fast ausschließliche Belustigung des Pariser Hofes und der Aristokratie. Im Hotel Castellane wurde sie sogar einmal von sechzehn wirklichen Ulanenofficieren getanzt, die man, da ein solches Regiment nicht in Paris in Garnison lag, zu diesem Zwecke eigens aus Fontainebleau hatte kommen lassen. In Berlin wurde sie in etwas veränderter Gestalt als Quadrille ä la coiir" aufgeführt, zuerst auf einem Balle, den die Mitglieder des Corps U Ballet veranstalteten, um dann von hier aus weiter den Weg in die Gesellschaft zu nehmen. Auch der Eontretanz in der jetzt allgemein üblichen Gestalt stammt , aus Berlin. Im Jahre 1821 fand im Hohenzollern - Schlosse ein Hofball statt, wo man ihn in Touren tanzte, die sowohl durch die Schrittweise als auch durch das Arrangement der Figuren den allergrößten Beifall fanden. Bon Berlin verbreitete sich der Eontretanz in der neuen Form bald über ganz Deutschland. In Frankreich selber besaß er damals noch bei Weitem nicht diese vornehme Form. Man tanzte ihn, zumal auf den öffentlichen Bällen, lebhafter, ungenirter, mit deutlicher Rllckerinnerung an den englischen5)üpfschritt. Heute ist das Tempo wohl überall ruhiger, gemessener, aber dafür auch der Tanz seinem ganzen Charakter nach einförmiger und oftmals auch QuadrilledesLanciers. langweiliger geworden. Man vernachlässigt den Pas, ist mit den Figuren nicht vertraut und meint allen Anforderungen gerecht zu werden, wenn man salopp nach dem Takt der Musik wie spazierend dahinschreitet. Das soll vornehmer Ton sein, während es doch nur Schlendrian ist. Der Verfall, der. die ganze moderne Tanzkunst begleitet. offenbart sich eben auch m Eontretanz. Blinde Eifersucht. W A . . . Du Treulose! Während meiner Abwesenheit empfängst Du Briefe alter Liebhaber!? Sieh' diesen, mein theures Käthchen" überschriebenen Brief habe ich offen auf Deinem Schreibtische gefunden!" Ja, aber Karl, den hast Du ja selbst geschrieben!" Einfach. Arzt: Ferner trinken Sie Morgens und Abends eine Tasse Brustthee." Patient: Das thue ich ja schon seit vier Wochen Arzt: Aber dann lassen Sie ihn doch weg!" Naseweis. Vater: Das sag ich Dir, mit. dem Meyer mußt Du jeden Verkehr abbrechen. Ich habe ihn in Berlin an Orten getroffen, wo sonst kein anständiger Mensch verkehrt." Tochter: Ja, wie kamst denn Du an solche Orte?" , Vater: Frag nicht so naseweis." Aus der Jnstrüktionsst u n d e. . Unteroffizier: Wie orientirt man sich Nachts in unbekanntem Gelände bei Sternenhimmel?" Einjähriger: Man verlängert die Hinter achse deS großen Wagens sechs Mal, dann findet man den Polarstern, dort ist Norden." Unteroffizier: Rekrut Müller, was thun Sie, wenn Sie den Polarstern nicht sehen?" Müller: .Ich trete sechs Schritt zurück.-...

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Der Wearagua-ßanar. Nachdem der Bundessenat die Nicaragua - Canalvorlage angenommen hatte, gaben sich die Freunde dieses Projects der Hoffnung hin. daß auch im Hause ein Gleiches geschehen würde. Diese Hoffnung hat sich freilich als eitel erwiesen, denn im Hause kam die Vorlage zu Fall und statt der für die Ausführung des Baues verlangten $115,000,000 wurde nur eine Million bewilligt, um die verschiedenen Canalrouten nochmals vermessen und darüber berichten zu lassen. Unter diesen Umständen ist wohl mit Bestimmtheit zu erwarten, daß der nächste Congreß sich abermals mit dem Project zu befassen haben und die für die Ausführung erforderlichen Geldmittel bewilligen wird. Daß die Bundes-Regierung ihren ganzen Einfluß zu Gunsten einer entsprechenden Gesetzvorlage in die Wagschale werfen wird, erscheint als gewiß, sagte doch Präsident McKinley in einer Botschaft an den Congreß: Der Bau des Canals ist unerläßlicher als je und unsere Politik verlangt gebieterisch, daß wir das Unternehmen beherrschen." Der Gedanke, den Stillen Ocean mit der Caribischen See. , d. h. dem Atlantischen Ocean durch einen Canal zu verbinden, ist alt und man hat ihn wiederholt zu verwirklichen gesucht. Wir begegnen ihm schon um die Mitte des sechzehnten Jahrhunderts. Als dreihundert Jahre später die Vereinigten Staaten die Westküste gewannen, trat er mit neuer Kraft hervor, doch blieb es wohl auch in Folge des

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Skizze des Canals. Bürgerkrieges vorerst bei der Pa-nama-Eisenbahn und denPacisic-Bah-nen. ' Als aber 1879 Europa unter Führung von Lesseps an die Ausführung des Panama-Canals herantrat, gründete der ehemalige Präsident Grant eine Gesellschaft zur Erbauung des Nicaragua-Canals. Da Grant im Punkt der Geldgeschäfte schon in bösem Rufe stand, so hielten sich die Capltalisten zurück, ebenso scheiterten zwei spätere Gesellschaften, die sich in der Hoffnung auf amerikanische Regierungshilfe gebildet hatten. Die geplante Verbindung der beiden großen Becken des Atlantischen und des Stillen Oceans durch eine Wasserrinne soll der umfassenden Niederung zwischen dem Gebiete der beiden centralamerikanischen Staaten Nicaragua und Costa-Rica folgen, in der 'auch der große Nicaragua-See liegt und der Flußlauf des Rio San Juan sich ausdehnt. Die Entfernung von Meer zu Meer ist hier allerdings erheblich größer als bei dem geplanten Durchstich auf der Landenge von Panama. Bei dem Panama-Canal sind die beiden Endpunkte nur 74, :n der Luftlinie Baggerungsarbeiten. aar nur 57 Kilometer voneinander entfernt, während für den NicaraguaCanal eine Ausdehnung von 272 Kilo Metern vorgesehen ist und die Lustlime zwischen seinen Endpunkten immer noch 210 Kilometer beträgt. Trotzdem lieaen die Verhältnisse für ibn unaleicü günstiger als für die Panamalinie. (so, wie ver der letzteren folgende Esnal aeplant war. das beikt als n Niveaucanal nach Art des Suez-Ca-nals, war er überhaupt nicht durchzuführen, da sich seinem Laufe ein bis zu 100 Metern ansteigendes Gebirge entgegenstellte, dejjen breiter aus festem Gestein bestehender Sockel mit durchschnittlichen Höhen von 20 bis zu 50 Metern einen einfachen Durchstich und ein solcher war ja' beabsichtigt nicht gestattete. Weit einfachere Verhältnisse bietet der Nicaragua-Canal dar, da von den 210 Kilometern seiner Linie allein 90 auf den Nicaragua-See und weitere 106 auf dessen Abfluß nach dem Atlantischen.Ocean. den Rio San Juan, entfallen. Müssen diese Strecken zum Theil auch erst der Schifffahrt dienstbar gemacht werden, so bieten sie doch in dieser Hinsicht verhältnißmäßig wenig Schwierigkeiten dar, zumal den Arbeiten im ganzen günstige GefällVerhältnisse itgegenkommen. Wesentlich für das Gelingen des in Aussicht genommenen Werkes ist es, daß man de: lym den Vrunvsehler des PanamaCanals, aus dem alle Sünden dieses unheilvollen Unternehmens hervorge

er er gangen sind, vermeiden und die neue, Wasserstraße als Schleusencanal mit mehreren großen Haltungen anlegen

wird. Für einen solchen sind die Terrainbedingunaen sehr günstig. Vor allem gibt es auf der Scheitelstrecke Wasser zum Speisen der Schleusen in unerschöpflicher Menge. Der Nicara-gua-See hat eine Oberfläche von 2600 C a st e l l am Rio San Juan, englischen Quadratmeilen; er entwäsiert em neblet von 8000 englischen Quadratmeilen und bildet ein Sammelbecken für die während der Regenzeit fallenden Wassermassen. 'Die 35; Meter Steigung sind durch Schleusen lelcyi zu überwinden. Wir wollen gleich das Technische der Vläne in ibrer iekigen Gestalt vorwegnehmen. Zur Einfahrt von Westen her soll nicht die verlandete Mundung des San JuanFlusses benutzt werden. Vielmehr soll von Greytown aus ein Canal in südwestlicher Richtung auf etwa die Mitte des Flusses bin gebaut werden. Er erhält drei Schleusen, die eine Hebung ves 'tiveaus um 32,3 Meter bewirken. Wo der San Juan-Fluß ereicht wird, liegt sein Bett und Spiegel viel tiefer. Man will nun einen Damm von 20 Meter Höhe durch den Fluß bauen, um dessenSpiegel durch Aufstauung um etwa 1617 Meter zu erhöben, sodak er die Höhe des Canals erreicht. Von hier westwärts dient der aufgestaute Fluß als Canal. Bis zum See sind noch etwa zwei Meter Gefälle zu überwinden, wozu keinerlei weitere Anlagen erforderlich sind. Noch weit gunstiger liegen die Verbältnisse auf dem sckmalen Landrücken, zwischen dem See und dem Stillen Ocean. Diese Strecke ist nur 27 Kilometer lang. Der eigentliche Riegel ist aar nur 16 Kilometer breit und im Maximum nur 10 Meter über dem Spiegel des Sees, sodaß nur 20 Meter ausgehoben zu werden brauchen. Jenseits geht es mit 3 oder 4 Schleusen zum Ocean hinab. Ob der Canal die bineinaesteckten Gelder rentabel machen wird, läkt fick zur Zeit schwer beurtheilen, aber daß er dem Handel ungeyeuere Vortheile bringen wird, liegt auf der Hand,, indem er der Schifffahrt den ungeheuren Umweg um ganz Süd-Amerika und das Cap Horn erspart. Er wird den gegenwärtigen Verkehr vermehren, indem er ihn über ein größeres Gebiet ausdehnt, und wird einen neuen Verkehr hervorrufen, indem er solchenWaaren, die bisher wegen der boben Frachtkosten keinen Absatz finden konnten, einen kürzern und billigern Weg schafft. Den Fabriken im Nordwesten der Vereinigten Staaten führt er eine C o r i n t o. erhöhte Menge Rohstoff zu, vor Allem aber wird er dem Handel mit den wejtlichen Staaten einen großen Aufschwung bringen. Außerdem würde die Industrie der Vereinigten Staaten kürzere Wege zu vielen südamerikaniscken und asiatischen Märkten erhalten, auf denen jetzt der fremde Wettbewerb so gut wie allein das Feld veyerricht. Ein besonderes. Interesse am Canal bat der südliche Theil der Vereinigten Staaten, der solcheMengen Baumwolle erzeugt, dcch. sie von den europachen und amerikanischen Fabriken nicht verbraucht werden können. Darum hat man schon längst sein Augenmerk, nach Asien gerichtet, wo große unrr zu?nehmende Nachfrage nach Baumwolle' und Baumwollwaaren herrscht. Auch für die Entwicklung des Handels, zwi schen dem Mississivpithal und den am Stillen Ocean liegenden Küstengebie-. ten der Vereinigten Staaten wird der Canal von Bedeutung sein, denn, die von den Golsstaaten und dem Missis--sippithal zum Stillen Ocean führenden Eisenbahnlinien sind sehr lang und wegen der fchwierigen Gebirgsübergänge kostspielig für den Verkehr. Es liegt daher auf der Hand, daß der Canal dem südlichen Theil der- Vereinig ten Staaten neue Märkte erschließt, und zur Erweiterung der Ein und Aussuhr über die Häfen des GolfU von, Mexico beitragen muß. Was mur der Nicarcrgna-Canal für manche Theile Amerika's bedeutet, ersieht maT ans nachstehenden Ziffern. Voiu San Francisco bis New Orleans beträgt der Weg in Seemeilen um das, Cap Horn 15,052, durch den NiccrragnaCanal 4047 (also Unterschied de? Entfernung 11.005), von San Francisco bis) New Aork um das Cap Harn 14.840. durch den Niccrragua-Canal 4760 (Unterschied 10.080). von &m Francisco bis Liverpool 14.690. durch den Nicaragua-Canal 7503 (Unterschied 71L2). Merkwürdig. Jhre Tante ist an einer Zntunq angestellt? Als was denn?" .Als Briefkastenonkel." Modern. Der Meyer soll ja schon häufig in Geldverlegenheiten gewesen sein?" Jawohl, aber er hat sich jedes Mal glücklich herausgehürathet." Entsetzlich. Schwiegermutter: Warum weinst Du denn, EmiUe?" Junge Frau: .Ah, es iß entsetzlich. mein Mann ist diese Nocht wieder erst um 4 Uhr nach Hause kommen! Schwiegermutter: .Allmächtiger, und das nennt sich nun ordentlicher Pro. Morr

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Dame (die sich soeben von einem Jesuch durch die neue Hausmagd verleugnen liev): Hat die Dame etwas gesagt, Kathi?" Hausmaad:, jrta Gott sei Dank" hat s'g'sagt!" DerkrankeStammtischler. .Pros't, altes Haus!" Schrecklicher Gedcr.lrke.

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Herr: Denken Sie sich einmal Sie würden auf ein: wüste, einsame Insel verschlagen; kein Mensch wäre zu Ihrer Hilfe da . . ffraulem (entsetzt): Das Ware schrecklich . . mein Kleid wird ja auf, dem Rücken zugeknöpft!" Dreliebe Noth. Herr:! Wieviel Zähne haben Sienoch?" Alte ??rau: Nur noch einen, unv der. hat mclBchen Tag nichts zu thun!"' Höchstes SUdium.. Hausfrau: .Aber. SerDoktor.-wie kommen SZe denn auf den Schrank?" Student (noch im Dufel): ... ich hat? meinen Zwicker gesucht, der mir von der Nase fiel w . . . und, bin darüber ngeschlasen! Schone Aussicht.. Rentier (zu seiner bereits sehr altlichen, unliekenswürdZgen Tochter): Da schreibt mir ein Freund, daß der Baron Schulden hat wie ein Major! . . Kind, ich sag' Dir's kannst mich beim Wort nehmen wenn der so fortmacht beim Spielen und Lumpen, kriegt er Dich doch noch!" Einnaiver Gatte. Professor (ärgerlich zu seiner Frau): Du bist aber wirklich unberechenbar. AmaUe! Vor zwei Jahren wünschtest Du Dir so brennend diesen Hut, und nun ich Dich jetzt damit überrasche, freu.'ft Du Dich nicht einmal!" . .

Die Schwestern.

Won Gertrud le Ford. Am Kreuzweg wär's, vor Jahren, ; r-: Da ich zuerst geschaut Die Frau mit goldnen Haaren Und Augen lieb und traut. Mich zogen Herz und Sinne Zu ihren Füßen hin. Sie sprach: Man nennt mich' Minne, Und ich bin Königin. Doch wer mich will erringen, Bekommt mich nicht allein. Allüberall mitbringen Thu' ich die Schwester mein." 3 Am Kreuzweg war's vcnr Jahren, Da gaben mir das Geleit Die Frau mit goldnen Hcraren Und ihre Schwester: das Leid. Heut führt mlch die eine vo beiden Jn's letzte Abendroth Treu ging mit mir das Leidcn, Die Schwester ist lange todt. Heirathew in apan Trotz der enormen Fortschritte, welche Japan, Danl den energischen Anstrengungen . seiner Regierung, und der Intelligenz des Volkes, auf allen Gebieten macht, wurzeln im Lande der Chrysanthemen doch noch zahlreiche Sitten, und Gebräuche durch welche sich dieser Staat ganz wesentlich, von anderen, gesitteten Ländern unterschetdet. So liberal die Japaner jeglichem Fortschritt huldigen, so- streng halten stein. dieser Beziehung an den herkömmlichen. Gesetzen fest, und nur sel ten kommt es vor, daß: es Jemand wagt, sich von denselben zu emancip!--ren. Wie. der japanische Schriftsteller Tamura. erzählt, ist das Cölibat in. Japan vollständig unbekannt., Junggesellen,, die es aus irgend einem: Grunde versäumen, sich eine Lebensgefährtin zu erwählen, gibt es dort nichts Die Männer heirathen in jugendlichem: Alter, trennen sich von ihren. Frauen, und verheirathcn sich wieder, die Ehescheidungen sind eben leicht durchsührbar. Kaum erreichen in Japan dieJünglinge, das achtzehnte und die.Mädchen daä sechszehnte Lebensjähr, haben die Eltern nur mehr den einen Gedanken, die Kinder.' so schnell unk- so vortheilhaft wie nur möglich zu.verheirathen. Den Eltern handelt es sich dabei weniger darum,. ob die Kinder in der Ehe glücklich sind, sondern hauptsächlich, daß der Name der Familie nicht ausstirbt. Die. japanischenSitten gestatten absolut nicht,, daß ein Verlobter-sich seiner Braut nähert und ihr vielleicht den Hof macht. Der Bräutigam (mou8ko) muß sich ganz darauf verlassen, daß die Eltern eine gute Wahl in der Braut (m0ii8in6) getroffen haben. Das Wort lieben" (Iioreru), einer Frau gegenüber angewendet, gilt einfach als unhöflich. Ehen,aus Liebe geschlossen,, sind daher in Japan äußerst selten und verursachen, wenn sie vorkommen., im- ! mer großen Skandal. Es muß sich in r i rj r r r. einem lolcyen aue icyon um einen i,cgr hohen Funktionär handeln, wenn die. Heirath ohne öffentlichen Lärm hinge- ' nommen wird. In neun Fällen von zehn dreht es sich dabei immer um eine Tänzerin, die wegen ihrer schönen Gestalt geheirathet wird. Wie eine Heii raih eiaen 'ick air Stande kommt, bej, schreibt Tamurcr sehr ausführlich. El-' tern. welche. Kinder besitzen, trachteneinander näher kennen zu lernen und' die gegenseitigen Familienverhältnisse' auszukundschaften. Sind die jungen. Leute mit der getroffenen Wahl einverstanden, dann bereiten die Elterni der.Braut die Mitgift vor. Ein japanisches.. Sprichworti sagt: Der Vater, dreierTöchter muß'; seh? reich sein, und wenn er sie verheirathet hat, wird er ein armer Mann sein. Vorsichtige Eltern, legen bei der Geburt einer Tochter Biri-Plantagen, die sehr kostbares Holz liefern,, an und verkaufen, dasselbe, wenn das Mädchen verheiratet wird. Also eine Ausstattungs - VersicherunF ähnlich wie in Europa. DieMitgift besteht in allen erforderlichen. Hausutenstlien und wird, wenn sie zusammengestellt ist. den Freunden gezeigt. EuifcArt Exposition der Trous. seaux! Tamnra schildert in eingehender Weise die Vermählungs - Ceremo--nien. Es. würde zu weit führen, dieses ben hier anzuführen. Nach der Trau-: ungsfeierlichkeit folgt daä- Hochzeits. mahl, das ans den erlesensten Gericht ten besteht. Und nun beginnen die Leiden und Freuden der Zungen Frau Eine, sechszehnjährige Mousme ist deut Gatten dollständig ausgeliefert, er kann mit ihr schalten und walten wie er. will. Das Gesetz erlaubt der Brcmt, dret Tage nach der Hochzeit wieder eine Woche in ihrem väterlichen Heim zuzu bringen. Am siebenten Tage holt der Gatte feine Angetraute wieder heim. Hat die junge Frau nun schon in den erstell Tagen von ihrem Manne schwere Kränkungen erfahren, dann darf sie sich nach dem Gesetze weigern, in das Hsns des Gatten zurückzukehr. In diesem Falle wird die Ehe ohne jede Procedur getrennt. Dies ist die einzige Gelegenheit, bei welcher die Japa nerin die Ehescheidung verlangen kann. Kehrt sie zu dem Gatten zurück, dann beginnt ein Sklavenleben, das man kaum auszudenken vermag. Die Japanerin fühlt es kaum, sie ist zu jung, um an die Zukunft zu denken. Sehr wichtig. Welches große Ereigniß," fragt ein Lehrer. vollzog sich im Jahr 1888, Aobert?" Robert besinnt sich eine Weile undmeint dann mit liebenswürdigem 2s cheln: Ich wurde in dem Jahr gebo. wi." Annonce. Stellung such! junges Mädchen, daS auf der Koch, Schreib-, Nah- und Nadelmascjine gleich perfekt ist.