Indiana Tribüne, Volume 22, Number 186, Indianapolis, Marion County, 26 March 1899 — Page 3

MeMMne.

'I, rt trt o v fen. Of4f. O t wvvttiuu uuu .v 0"W (11. Fortsetzung.) Harry Bradley hörte mit Befremden, in mehr und mehr wachsender Er--regung zu. Ein finsterer Schatten senkte sich auf seine jugendfrischen freundlichen Züge; Falten gruben sich in die glatte Stirn und schließlich gab er seiner tieferen inneren Bewegung Äusdruck, indem er Margaret ungestüm an seine Brust drückte und innig zu ihr sagte: Niemand soll uns tren nen. niemand, auch mein Vater nicht! Du und ich, wir sind eins, für immer! Und deine Mutter hatte ganz recht, em unverschämten Cunningham die hür zu weisen. Und nun will ich zu meinem Vater und mit ihm sprechen. Mr. Bradley befand sich in seinem Privatzimmer in Gesellschaft Mr. Cunninghams, als Harry in dem grofccn Geschäftshause am Vroadwah anlangte. Der zornige, verächtliche Blick, mit dem der junge Mann den freundlichen Gruß des Prokuristen erwiderte, bewies deutlich, in welcher Angelegenheit er kam, und so hielt Joshua Cunmngham es fürs gerathenfte, unter dem Vorwande, daß er im Constructionsfaal zu thun habe, sich schleunigst zu entfernen. Nun, mein Junge, begrüßte Mr. Vradley seinen Sohn jovial, kommst du. um deinen Platz im Kontor unserer Firma wieder einzunehmen? Recht so! Wir sind nicht müßig gewesen, während du im Kriege warst. Du wirst dein Wunder sehen. DerKaufmann rieb sich schmunzelnd die Hände. Weißt du, was mir allein meine geniale Baumwollenspeculation eingetragen hat? Eine runde Million, mein Junge, eine runde Million! ' Aber Harry machte keine Miene, seinen Vater zu beglückwünschen und dem kaufmännischen Gewinn desselben die gebührende Bewunderung zu zollen. Mit finster gerunzeltem Gesicht stand er mitten in der Stube; sein Athem ging fchwer. Ich möchte mit dir zunächst etwas Privates besprechen, Papa, sagte er ernst. Mr. Vradley stutzte und faßte seinen Sohn aufmerksam ins Auge. So! erwiderte er gedehnt, während sein eben noch lächelndes Gesicht ebenfalls einen ernsten Ausdruck annahm. Gut! Setze dich! Auch ich möchte mit dir ein paar Worte reden in Bezug auf... Der Rest verlor sich in ein unverständliches Murmeln. Er wies mit der Hand nach dem Sessel, von dem Mr. Cunningham sich kurz zuvor erhoben . hatte. ' Doch in dem ungestüm empfindenden Manne war die Bewegung zu heftig, als daß er der Einladung seines Vaters Folge zu leisten vermocht hätte. Er näherte sich vielmehr mit heftigen Schritten dem alten Herrn, der sich auf seinem Schreibtischsessel herumgedreht hatte, legte ihm mit einer kindlich respectvollen, beschwörenden Geste seine Hand auf die Schulter und fragte, mit gespanntester Miene an dem Gesicht seines Vaters hängend: Sage mir, Papa, geschah es auf deine Veranlassung, daß Cunningham meiner Frau den Vorschlag machte, sie möchte sich von mir, von ihrem Manne trennen? Bradley sah eine Weile seinem Sohne stumm in das erhitzte Antlitz; dann faßte er sanft die auf seiner Schulter ruhende Hand, nahm sie zwischen die seinen und drückte sie beschwichtigend. Ja, mein Junge, antwortete er zugleich, das that ich in deinem, in eurem, in unser aller Interesse. Eine brennende Röthe ergoß sich in das Gesicht des jungen Mannes; mit heftigem Ruck zog er seine Hand zurück und trat ein paar Schritte von seinem Vater hinweg. Seine Mienen zuckten schmerzlich, während er erschüttert, tief ergriffen stammelte: O Papa, das das hättest du nicht thun sollen! Du wußtest, wie wie sehr ich Margaret liebe und wie tief du mich damit verletzen würdest. Er legte seine Rechte gegen die feuchtschimmernden Augen; seine Brust hob sich mächtig unter den tiefen, röchelnden Athemzügen. Mr. Bradley erhob sich von feinem Sitz und folgte seinem Sohne nach. Er schlang seinen einen Arm um die Schulter des jungen Mannes und seine Stimme nahm einen weichen, zitternden Ton an, wi: Harry ihn noch nie von seinem Vater vernommen hatte. Mein lieber Harry, sagte der alte Herr, du wirst es überwinden, glaube es mir, und wirst es mir noch selbst einmal danken, daß ich dich zur Vernunft gerufen habe. Es ist Zeit, daß du über diese romantische Episode deines jungen Lebens endlich hinwegkommst. Später wirst du selbst einsehen, daß du voreilig, unbedacht gehandelt hast, als du einer verliebten Laune die ganze Zukunft opfern wolltest. . Harry Bradley zuckte heftig zusammen. Seine Hand sank von den AuLen. Du irrst, stieß er ungestüm hervor. Es ist keine Laune von mir. Ich liebe Margaret, ich liebe sie heute noch eben so tief und aufrichtig wie damals, als ich mich in Washington ihr antrauen ließ. Aber auf den alten Herrn machte diese Betheuerung wenig Eindruck. Er lächelte mitleidig und zeigte in seinen Mienen die geduldige, liebevolle Nachsieht eines Menschen, der gegen die Laune eines Kranken oder eines unverständigen Kindes anzukämpfen hat. . Nun ja, erwiderte er. Ich glaube dirs ja. Du liebst sie. Mein Gott,' wer hat sich nicht in. seiner Jogend in ein .hübsches, reizendes, junges Mädchen verliebt! Abe, -mein Junge, nun tl

doch vernünftig und bedenke doch deine Zukunft! So etwas nimmt man doch nicht immer gleich so so ernst. Wieder machte sich der junge Mann erregt von seinem Vater los. Ich ich begreise dich nicht, Papa! rief er zitternd vor Aufregung. Wir Margaret und ich sind doch verheiratet. Du warst doch selbst Zeuge. Die Ehe ist doch heilig, und was du verlangst, Papa, das ist doch, verzeihe mir. das ist doch frivol! Die Züge Mr. Vradleys nahmen jetzt einen ernsten, strengen Ausdruck an. Er verschränkte seine beiden Arme über der Brust und sah mit gerunzelten Brauen zu seinem Sohne hinüber. Ich muß dir den Vorwurf zurückgeben, sagte er mit erhobener, verweisender Stimme. Nicht ich. sondern du hast frivol gehandelt. Ich kann es nicht als ein Unrecht betrachten, wenn ich mich bemühe, eine Ehe zu lösen, die so unbedacht, so überstürzt geschlossen ist. Willst du wirklich vor mir im Ernst verlangen, daß ich mein Jawort als bindend betrachte, das du mir abgezwungen, das du förmlich von mir erpreßt hast? Mr. Vradley stand zürnend wie ein Ankläger da, und Harry senkte schweigend sein Haupt. Ich bin schmählich überrumpelt, hin tergangen, fuhr der ältere Herr grollend fort. Zwei kluge, berechnende Frauen haben die Unerfahrenheit benutzt und haben dein ungestüm empfindendes, argloses Herz Papa! unterbrach ihn Harry schmerzlich und entrüstet zugleich. Ich bitte dich, sprich nicht so so uon der Frau, die ich liebe. Du kennst Margaret nicht. Sie ist in ihrem Gemüthe rein wie ein Kind, sie trifft kein Vorwurf. Du thust ihr schweres Unrecht an, wenn du glaubst, daß sie im Stande ist, listig, mit Berechnung zu handeln. Aber Mr. Bradley lächelte skeptisch. Du wirst mir erlauben, sagte er streng, daß ich meine eigene Auffassung habe. Ich bin überzeugt, daß diese Ehe nur zu deinem Unglück ausschlagen würde, und ich bin fest entschlossen, dich vor dem Schicksal zu bewahren. das du einst bereuen müßtest, wenn es zu spät ist. Harry trat unwillkürlich einen Schritt zurück und blickte aus weit geöffneten Augen in fassungsloser Bestürzung auf seinen Vater. Ich verlange von dir, erklärte Mr. Bradley mit der ganzen Kraft feiner Ueberlegenheit als älterer Mann und als Vater, daß du zu uns in dein Vaterhaus zurückkehrst, je eher je besser. Du hast nur deine formelle EinWilligung zur Trennung zu geben, alles übrige werde ich dann schon zu ordnen wissen. Aber Harry Bradley war nicht mehr der unselbstständige, leicht zu erschreckende Jüngling, der sich von der Furcht vor seinem Vater leiten ließ. Der Krieg hatte ihn gestählt, hatte ihn zum Manne gemacht und seinem Character Energie und Festigkeit verliehen. Nein. nein. Papa! erklärte er. sich aufraffend, mit trotziger Entschiedenheit. Nie werde ich Margaret im Stich lassen! Der alte Herr runzelte seine Stirn; die Röthe ärgerlicher Entrüstung stieg ihm in die Wangen. Unerbittliche Strenge blickte aus seinen zornigen Augen und sprach aus seinen finsteren, harten Zügen. Ich werde dich zwingen, sagte er, in deinem eigenen Interesse werde ich dich zwingen, von der Tochter des deutschen Bierwirths zu lassen, die ich nie in meinem Hause als meine Tochter aufnehmen werde. Papa! Der junge Mann bebte am ganzen Leibe. Seine flammenden Augen und feine zuckenden Mienen bekundeten deutlich, wie tief ihn die Worte seines Vaters verletzt hatten. Ich weiß nicht, sagte er dumpf grollend, auf welche Weise du mich zwingen könntest, meine mir rechtmäßig angetraute Frau zu verlassen. Der alte Herr nagte grimmig mit seinen Zähnen an der Unterlippe. Wenn er auch einen so trotzigen Wiverstand bei Harry nicht erwartet hatte, so hatte er doch auch für diesen Fall seinen festen Entschluß gefaßt, den er jetzt in scharfem hartem Ton kundgab: Ich ziehe meine Hand von dir ab. Ich überlasse dich deinem Schicksal. Ein Sohn, der wie du rücksichtslos meine langjährigen LieblingsPläne kreuzt, der sich gegen alle meine gutgemeinten Vernunftgründe 'und gütigen Vorstellungen widerspenstig und halsstarrig erweist und in einer wichtigen Lebensfrage gegen meinen ausdrücklichen Wunsch und Willen handelt, der existirt für mich nicht mehr. Ich verbiete dir, je wieder die Schwelle meines Hauses oder meines Geschäftes zu betreten, bis du mir erklärst, daß du dich von jenem Weibe, das ich ver . . . Papa! Die beiden Männer standen einander dicht gegenüber, beide in Haltung und Mienen dieselbe eiserne Entschlossenheit und denselben wüthenden Grimm verrathend, von denen sie in diesem Augenblick im tiefsten Innern beherrscht wurden. Sie sahen sich an mit sprühenden Augen, mit zornig vibrirenden Gesichtern. Harry hatte feine Hände sestgeballt; jeder Nerv, jede Fiber in ihm zuckte vor zornigster Erregung. Gut! rief er seinem Vater zu. Ich gehe. Du sollst mich nicht wiedersehen, bis du mich selbst rufst. Du hast mich tief in meinen heiligsten Gefühlen gekränkt, indem du die Frau, die mir lieb und theuer ist, wie fönst nichts in der Welt, geschmäht hast und mit Vsrachtung behandelst. Ich habe keinen Vater mehr. Er drehte sich mit entschlossenem Ruck herum und schritt zur Thür. Vor der Schtvelle zauderte er noch einen

Augenblick, als erwarte er ein entgegenkommendes, zurückhaltendes Wort. Aber als nur das zornige Fauchen des Alten an sein Ohr drang, riß er ungestüm die Thür auf und verschwand. 20. Endlich öffneien sich vor Dietrich Hznning die Thore seines Gefängnisses. Der Frieden brachte ihm die Erlösung von der Gefangenschaft. Freilich, schwach und elend trat er in die Freiheit hinaus. Dennoch pulsirte eine ungestüme Lust zu leben in ihm und sein Herz frohlockte. Mehr als zwei Jahre war fein Leben ein trostloses eintöniges Vegetiren gewesen, nun lagen wieder alle Genüsse der Freiheit vor ihm, nun hatte er wieder das Recht der freien Bewegung, nun war er wieder Herr über sich und konnte über , seine Zeit und Kräfte frei verfügen. Doch hier und da verspürte er mitien in dem Freudenrausch ein schmerzliches Zucken in seinem Innern und das froh erhobene Haupt fank muthlos auf seine Brust herab bei dem Gedanken an die Heimath. Seit länger als zwei Jahren war er ohne alle Verbindung mit den Freunden auf dem Kriegsschauplatz und da--heim. Wohl hatte er im Anfange seiner Gefangenschaft wiederholt Briefe an Mr. Bradley und an Carrie geschrieben und dieselben seinem Gefangenwärter zur weiteren Besorgung übergeben. Aber da er nie eine Antwort erhielt, mußte er annehmen, daß keiner seiner Briefe je an seine Adresse gelangt war. Und nun war es nicht mehr nöthig zu schreiben, nun wollte er ohne Aufenthalt nach dem Norden eilen, um in eigener Person allen denen, die ihm noch Interesse und Freundschaft bewahrten. Nachricht von sich zu geben. Die Verkehrsverhältnisse lagen kurz nach dem Kriege vielfach im Argen; Dietrich Henning hielt es für das beste. Ixt kurze Reise bis nach Atlanta, der Hauptstadt Georgias, zu Pferde zurückzulegen. Es war eine schöne fruchtbare Gegend, durch die er kam. Vor ihm erstreckten sich große Tabak- und Baumwollenpflanzungen, die von fröhlich singenden Negern, denen der Krieg die freie Selbstbestimmung, die Menschenwllrde verliehen, bestellt wurde. Dann kamen rauhere, weniger fruchtbare Landstrecken, auf denen sich dunkle Nadelholzwaldungen erhoben. Stundenlang mußte der Reisende reiten, ehe er ein Städtchen oder eine kleine Ansiedlung reichte, die ihm die Möqlichkeit bot, seinen Hunger zu stillen. Daß der Friedensschluß Haß und Erbitterung gegen den Norden noch nicht aus dem Herzen der Bewohner der ehemals conföderirten Staaten vertilgt hatte, mußte er mehr als einmal zu seinem Schaden empfinden. Finsteren Blicken, halblauten zornigen Verwünschungen begegnete er allenthalben, sobald man an seiner Ausspräche oder an sonstigen untrüglichen Wahrzeichen seine Zugehörigkeit zum Norden erkannt hatte. Nur widerwillig gab man ihm für schweres Geld die gewünschten Lebensmittel, ja, es kam vor, daß man sie ihm unter leeren Ausflüchten überhaupt verweigerte. Hier und da traf er auf verwildert aussehende Gestalten, die in zerlumpten Kleidern auf der Landstraße an ihm vorüberschlichen und deren wilde, begehrliche Blicke nichts weniger als Vertrauen einflößten. Das waren offenbar entlassene Soldaten, die nach ihrer Heimath wanderten oder die, des Arbeitens entwöhnt, sich vagabundirend umhertrieben. Des Reiters Hand zuckte dann instinctiv nach dem Revolver, den er in der Tasche geladen bei sich trug, und er athmete jedesmal auf, wenn sein schnelles Roß ihn aus der gefährlichen Nachbarschaft getragen hatte. Am zweiten Abend seiner Reise wollte sich das erwünschte Nachtquartier nicht zeigen. Schon begann die Dämmerung sich über die Landschaft zu breiten. Er ritt an einem Waldsaum entlang. Endlich erblickte er in der Ferne Häuser; aber er hatte erst den kleineren Thsil der wohl fast noch eine Stunde betragenden Entfernung zurückgelegt, als plötzlich drei unHeimliche Kerle aus dem Walde hervorbrachen und sich dem überraschten Reiter in den Weg stellten. Halt! rief der erste ihm drohend zu und fiel seinem Pferde in die Zügel, während die anderen beiden Wegelagerer von der Seite auf ihn eindrängten. Sich durch die Flucht den Strolchen zu entziehen, dazu war es zu spät. Und da er sah, daß die Lage äußerst er.lst war, riß er rasch seinen Revolver aus der Tasche und feuerte ihn ohne Bedenken gegen den Kerl ab, der mit kräftiger Faust das sich heftig sträubende Pferd gepackt hielt. Aber die Dunkelheit sowohl wie die Bewegung des Pferdes ließen ihn sein Ziel verfehlen und noch ehe er zum zweiten Schuß kommen konnte, hatten ihn die beiden anderen Räuber vom Pferde gerissen. Während ihn der eine am Boden hin und her zerrte, hieben die beiden anderen mit derben Knütteln auf ihn ein, bis der ohnedies von der langen Gefangenschaft Erschöpfte das Bewußtsein verlor. Als Dietrich Henning wieder zu sich kam, war es stockdunkle Nacht. Die drei Strolche schienen längst verschwunden. Hülflos, noch immer halb betäubt, unfähig, sich zu erheben, bei der geringsten Bewegung von heftigen Schmerzen gepeinigt, lag der Ueberfallene am Boden. Er trug Bedenken, jetzt zur Nachtzeit durch 'Hülferufe vielleicht andere Wegelagerer auf sich aufmerksam zu machen, wenn auch der Nachtthau ihm Gesicht und Kleider netzte und ihn in seiner leichten Kleidung sein Mantel war auf dem verschwundenen Pferde aufgeschnallt fröstelte und schauderte. Der Morgen begann schon zu däm-

mern, als Henning, auS leichter Ohnmacht erwachend, Stimmen vernahm, eine männliche und eine weibliche, und das Knirschen und Quietschen von Wagenrädern. Hierher! Hülfe! begann Dietrich Henning zu rufen, denn sein Zustand war unerträglich geworden und er wollte lieber des Schlimmsten gewärtig sein, als noch länger mit seinen fast erstarrten Gliedern hülflos im Grase liegen. Es dauerte nicht lange, bis ein Mann und eine Frau herankamen und sich dem Verletzten, der mit Mühe seinen Arm erhoben hatte, näherten. Es waren noch junge Leute in der einfachen. von harter Arbeit zeugenden Kleiduna ärmlicher Landleute. Mitlei-

big bemühten sie sich um den Leidenden und hoben lhn, so sanft es ihnen nur möglich war, vom, Erdboden auf, um ihn nach dem leeren Handwagen, den sie gemeinsam gezogen hatten, zu tragen. Das ganze Gebaren und die ehrlichen, freundlichen Gesichter der beiden waren so vertrauenerweckend, daß Dictrich Henning sich nicht bedachte, ihnen mit kurzen Worten zu berichten, was ihm widerfahren und woher er kam. So erschöpft er auch war, es entging ihm nicht, daß ein finsterer nachdenklicher Schatten sich auf die freundlichen Züge des Mannes senkte und daß auch die Frau verlegen dreinblicke, während er über seine Persönlichkeit Ausschluß gab. Und nun betteten sie ihn mit unschlüssigen Mienen auf den Erdboden neben dem Wagen und zogen sich von ihm ein paar Schritte zurück, um sich eifrig, mit flüsternder Stimme miteinander zu besprechen. Endlich kehrten sie mit entschlossener Miene zu ihm zurück; der Mann nahm das Wort. Meine Frau hat Recht, sagte er. Wir können Sie hier nicht Hülflos licgen lassen. Wer weiß, ob sobald einer des Weges kommt. Ihr Zustand ist nicht derart, daß Sie noch lange auf Hülfe warten könnten. Wir wollen uns daher Ihrer annehmen, aber Sie müssen uns versprechen, daß Sie sich ruhig und still verhalten und daß Sie nichts thun werden, was Ihre Gegenwart bei uns unseren Nachbarn verrathen könnte. Ihr Fankees seid bei unserem Volk hier noch immer verhaßt genug, ich habe ein paar Jahre im Norden gelebt und bin nicht so fanatisch wie die meisten anderen hier herum und meine Frau ist aus Massachusetts gebürtig, aus der Gegend bei Boston, und ihr Herz hat im Stillen immer fr die Union geschlagen, wenn sie auch während des Krieges sich hat stellen müssen, als verwünsche und verfluche sie die Fankees, wie es jeder andere hier gethan hat und noch jetzt thut. Sie können sich denken, Fremder, daß wir mehr als andere auf unserer Hut sein müssen. und erführe man je, daß wir freiwillig einen Nördlichen in unserem Hause aufgenommen und verpflegt haben, unseres Bleibens wäre hier nicht länger und wir könnten noch von Glück sagen, wenn wir mit heiler Haut davon kämen. Wir haben unser bißchen Besitzthum hier und unser Brot. Und darum sind wir gezwungen, mit unseren Nachbarn in Frieden zu leben. Dietrich Henning fühlte, daß er am Ende seiner Kraft angelangt war. Und fo konnte er sich nicht auf wortreiche Versicherungen seiner Gefügigkeit einlassen. Er nickte nur ergeben und reichte dem Manne zum Zeichen, daß er in seine Bedingungen einwillige, die Hand. Er war schon bewußtlos, als man ihn nun auf den Wagen hob. Und als nun gar das Rütteln und Stoßen des Wagens auf den unebenen Wegen begann,' verließ ihn vollends das Vewußtsein. Er spürte nur noch, daß man eine Decke über ihn breitete, die ihn ganz und gar, vom Kopf bis zu den Füßen, verdeckte. Als er wieder erwachte, befand er sich auf einem weichen Lager in einem mäßig großen, aber sehr niedrigen Raum. Ein halbes Dutzend kleiner Fensterluken ließ Licht und Luft herein. Ueber seinem Haupte erblickte er Balken und Bretterverkleidung und erkannte, daß er sich auf dem Boden unter dem Dache eines Hauses befand. An seinem Bette saß eine alte Frau. Wo bin ich? fragte er, sich erstaunt und verwirrt umblickend. Sie sind bei guten Freunden, sagte die Frau. Mein Sohn und meine Schwiegertochter haben Sie auf der Landstraße aufgelesen. Halten Sie sich nur hübsch ruhig, damit Sie sich bald erholen. Aber Sie scheinen ja zu siebern! Der Kranke hatte die Empfindung. als schösse feurige Lava durch seine Adern. Die Folgen der im feuchten Grase regungslos verbrachten Nacht kamen in einem heftigen Fieber zum Ausbruch. Wilde Fieberphantasieen wechselten ab mit Perioden grenzenloser Schwäche. In den wenigen lichten Momenten, die der Delirirende hatte, wurde er gewahr, daß es ihm an sorgsamer Pflege nicht mangelte. Die alte Frau widmete ihm fast ihre ganze Zeit; auch das junge Ehepaar, das sich feiner so hülfreich angenommen, verbrachte ganze Stunden an seinem Lager. Und auch ein Arzt, der aus der nächsten Stadt geholt worden war, erschien ab und zu, um Arznei zu verschreiben und die nöthigen Verhaltungsmaßregeln zu ertheilen. In der Nachbarschaft war von den jungen Eheleuten verbreitet worden, daß die Mutter des Mannes schwer erkrankt sei, und zwar an einer ansteckenden Krankheit, sodaß Niemand zu ihr gelassen werden könne. Dennoch mußte wohl, sei eö durch Aeußerungen des Arztes, sei es infolge anderer Umstände, ein Gerücht entstanden sein, das der Wahrheit ziemlich nahe kam, denn eines Nachts erschien ein Hause maskirter Männer in dem Hause deö junI gen Farmers, um Lynchjustiz zu üben.

Hennings Rettung war es, daß sein Zustand inzwischen schon eine Wendung zi.m Besseren genommen hatte, die ihm ermöglichte, sich eilends, während die Eindringlinge die unteren Räumlichkeiten des Hauses durchsuchten, in seine Kleider zu werfen und sich durch das Giebelfenster an einemStrick in den Hof herabzulassen, um sich von da zwischen die Tabakstauden auf dem nahen Felde zu flüchten. So entging er zwar dem Haß eines fanatisirten Pöbels, aber ganz ohne nachthcilige Folgen blieb das nächtliche Abenteuer nicht: ein Rückfall stellte sich ein, und abermals mußte er Wochenlang in seinem Versteck das Bett hüten, während dasFieber den geschwächten Körper vollends entkräftete. Zehn Wochen hatte er bereits bei seinen freundlichen Beschützern zugebracht, als er endlich als Genesender das Bett verlassen durste. Freilich, an die Fortsetzung seiner Reise war zunächst noch gar nicht zu denken, denn er- war so schwach, daß er sich nur mühsam von einem Stützpunkt zum andern fchlevpen konnte. Zum Glück war seinerzeit bei dem Ueberfall am Walde den drei Wegelagerern nur seine Börse mit wenigen Dollars in dieHände gefallen, da Dietrich Henning Vorsicht gebraucht hatte, den größten Theil seiner Baarschaft in das Unterfutter seines Rockes zu nähen. Dank diesem Umstände war er jetzt in der Lage, seine Pfleger zu entschädigen und sich selber die nöthigen Stärkungsmittel zur Kräftigung seines Körpers gönnen zu können. Auch ließ er sich durch seinen gefälligen Gastfreund aus der nächsten größern Stadt Material beschaffen, das ihn in den Stand setzte, während der Reconvalescenz an seiner Erfindung zu arbeiten. Gegrübelt hatte er bereits emsig während seiner Gefangenschaft über das Problem, dessen Lösung ihm immer noch nicht gelungen war. Seine erneuten Versuche verschafften ihm nun die Ueberzeugung, daß er auf dem bisherigen Wege überhaupt nie dahin gelangen würde, die Unvollkommenheit, die seiner Erfindung anhaftete, zu überwinden. Er kam deshalb auf die Idee, einen ganz neuen Apparat zu construiren. Nun war zwar das Material, das ihm zur Verfügung stand, wie die improvisirte Werkstatt so mangelhaft und unzureichend, daß er den Apparat selbst nicht in der gewünschten Weise herstellen konnte, aber er fand doch das Princip, das er zu befolgen hatte, und konnte in der Theorie feststellen, was er später unter günstigern Verhältnissen praktisch zur Aussührung bringen wollte. Endlich hatten seine Kräfte soweit zugenommen, daß er sein Versteck verlassen und sich nach der nächsten Bahnstation begeben konnte. Von da nahm seine Heimreise den regelrechten Verlauf und hochklopfenden Herzens, in einer zwiespältigen Stimmung banger Spannung und freudiger Erwartung langte er nach einigen Tagen in New Vork an. 21. Es war Harry Vradley nicht schwer gefallen, eine Stellung als Gehülfe in einem Handlungshause zu finden. Sein Gehalt war zwar verhältnißmäßig gering und es hätte nicht ausgereicht, wenn er nicht die Ansprüche erheblich eingeschränkt hätte, die er frllher als Sohn des reichen Chefs einer großen Firma an das Leben zu stellen sich gewöhnt hatte. Aber die Liebe und Dankbarkeit Margarets, die keine wichtigere Aufgabe kannte, als ihm zu Gefallen zu leben, entschädigte ihn dafür reichlich. Gegen feinen Vater trug er von ihrer letzten Unterredung her bittern Groll im Herzen, und je inniger und tiefer seine Liebe zu Margaret wurde, desto ungeheuerlicher und verletzender erschien ihm seines Vaters Forderung. Carrie kam oft, um sich an dem häuslichen Glück ihres Bruders zu erfreuen und um Margaret selbst zu beweisen, daß ihres Vaters Vorurtheil keinen Einfluß auf ihr Empfinden ausübe. Freilich, auf der anderen Seite blieben alle ihre Versuche, ihren Vater umzustimmen und zwischen ihm und Harr eine Aussöhnung zu bewirken, völlig fruchtlos. Denn Mr. Bradley war über Harry's Unvernunft, wie er es nannte, tief erbittert, und im Stillen hoffte er immer noch, daß die Noth Harry umstimmen und daß er eines Tages reumüthig in das VaterHaus zurückkehren werde. Mr. Cunningham's unermüdlichen Bemühungen war eö inzwischen gelungen, Carrie seinen Bewerbungen um ihre Hand wenigstens so weit geneigt zu machen, daß sie ihm das Versprechen gegeben hatte, keinem andern Manne als ihm angehören zu wollen, sobald sie sich überhaupt entschließen würde, zu heirathen. Ein förmliches Verlöbniß hatte nicht stattgefunden, aber Carrie hatte ihrem Bewerber zugesagt, daß sie ihm noch vor Ablauf des Jahres ihre endgiltige Antwort geben würde. Das, was Carrie zu dieser bedingenden Zusage veranlaßte, war die Hoffnung, durch ihre Heirath mit Joshua Cunningham ihren Vater zur Milde und Gefügigkeit gegen Harry zu stimmen, an dem ihr Herz mit der ganzen Kraft seines Empfindens hing, nachdem es seine süßern Hoffnungen hatte aufgeben müssen. Wäre nicht dieses Zerwürfniß mit seinem einzigen Sehne gewesen, Mr. Bradley hätte alle Ursache gehabt, sich alücklich und zufrieden zu fchätzen. Der Krieg, der Tausende in ihrer Existenz schädigt, viele überhaupt um ihr ganzes Hab und Gut gebracht, hatte ihm im Gegentheil schnelleren Gewinn zugetragen und in wenigen Jahren sein Vermögen verdoppelt. Und nun stand ihm ein neues Unternehmen in Ausficht, das vielleicht noch glänzender Gewinn abwarf, als es je eine seine? frühern geschäftlichen Unternehmungen

gethan hatte. An Dietrich Henning'S Tod war ein Zweifel kaum mehr möglich und damit ging die Erfindung, die der Thörichte, fein Leben dem ungewissen Schicksal des Krieges aussetzend, ihm allerdings unvollendet zurückgelassen hatte, in seinen alleinigen Besitz über. Der Procentsatz des Gewinnes, den er für den Fall des Todes des Erfinders den Armen von Henning's Va terstadt vertragsmäßig zugesichert hatte, war so gering, daß er ihm nicht die Freude an dem erhofften guten Geschäft trüben konnte. Neuerdings hatte er einen talentvollen armen Teufel von Ingenieur aufgespürt, der ihm der geeignete Mann zu sein schien, Henning's Erfindung zu einem befriedigenden Abschluß zu bringen. Er hatte den jungen Mann für eine bestimmte Zeit verpflichtet und ihm auch einen kleinen Gewinnantheil zugesichert für den Fall, daß es ihm gelingen würde, in dieser Frist das, was dem Copirtelegraphen noch mangelte, zu erfinden. Der Ingenieur hatte sich zugleich mit wahrem Feuereifer an die Arbeit gemacht, aber es wollte ihm nicht gelingen, die erlösende Idee zu finden. So standen die Angelegenheiten Bradleys und seiner Familie, als eines Tages das Ungeahnte, Nieerwartete geschah. Die Thür zur Privat - Office der Firma Georg C. Vradley öffnete sich und hereintrat munter, wohlauf. in voller Gesundheit Dietrich Henning, der Todtgeglaubte. Dem Chef des Hauses George C. Vradley fuhr die Ueberraschung und der Schreck dermaßen in dieGlieder. daß er eine ganze Weile starr, keines Wortes mächtig dasaß. Erst als der Näherkommende zu sprechen begann und ihm zur Begrüßung herzlich die Hand entgegenstreckte, erholte er sich soweit von seinem Staunen, daß er seinem unerwarteten Besuch mit den halb ernsten, halb scherzhaften Worten: Sind Sie's? oder sind Sie's nicht, Mr. Henning? einenStuhl anbot. Während nun Dietrich Henning erzählte, wie es ihm ergangen war und welche Abenteuer er bestanden hatte, fand Mr. Bradley seine Fassung so vollständig wieder, daß er sogleich speculativen Sinnes die Frage bei sich erLrterte, welchen Vortheil er aus dem unverhofften Wiedererscheinen des Erfinders des Copirtelegraphen für sich erzielen könnte. Dietrich Henning war es selbst, der das Thema zuerst anschlug, indem er am Schluß seines Berichtes die Aeußerung that: Nun, Mr. Bradley, etwas Gutes bringe ich doch von meinem unfreiwilligen langen Aufenthalte in Georgia. Ich hoffe Ihnen in ganz kurzer Zeit meine Erfindung in einem verbesserten und vollendeten Zustand vorführen zu können. Aber anstatt diese Mittheilung mit freudiger Antheilnahme zu begrüßen, zeiate Mr. Bradley eine Miene der Bestürzung und legte seinGesicht in ernste und nachdenkliche Falten. Ja, Mr. Henning, sagte er und kraute sich mit der Hand hinter den Ohren, das ist nun eine böse Geschichte. Eine böse Geschichte, Mr. Bradley? Allerdings. Sie erinnern sich doch der Abmachung, die wir für den Fall Ihres Todes getroffen haben. Ja jawohl. Für den Fall, daß ich aus dem Feldzuge nicht mehr zurllckkehren würde, sollte Ihnen das Recht zufallen, meine Erfindung durch irgend einen Ihnen fähig erscheinenden Sachverständigen zum Abschluß bringen zu lassen. Aber ich bin ja doch nicht todt, Mr. Bradley, sondern ganz lebendig. Das Lächeln, das bei dieser humoristischen Erklärung die Züge des Sprechenden erhellte, fand keinen Widerschein in des Kaufmanns Mienen. Er entgegnete vielmehr durchaus ernst: Daß Sie noch leben, Mr. Henning, sehe ich, und es freut mich in Ihrem Interesse, aber Sie werden mir einräumen, daß ich allen Grund hatte, an Ihrer Wiederkehr zu zweifeln und anzunehmen, daß Sie eines der unzähligen beklagenswerthen Opfer dieses unglückseligen Krieges geworden seien. Mein Gott, Mr. Bradley, fuhr nun

Dietrich Henning beunruhigt auf, Sie haben meine Erfindung doch nicht etwa einem Fachmann übergeben? Allerdings, Mr. Henning, das habe ich, bejahte der Kaufmann trocken, und ich habe auch bereits einen Vertrag mit dem betreffenden Herrn abgeschlossen. Uebrigens ein sehr begabter, sehr fähiger Mensch, Mr. Henninge in den ich volles Vertrauen setze und der aucb meine Erwartungen nicht getäuscht hat. Auf den Zuhörenden wirkte aber diese, im Ton der Beruhigung abgegebene Erklärung nichts weniger als beschwichtigend. Er unterbrach den Sprechenden, indem er, vor dem Kaufmann stehend, mit heftiger Entschiedenheit. in seiner Aufregung die Worte mit lebhaftenGeberden begleitend, rief: Aber ich bin nun da, Mr. Bradley, und ich nehme mein Recht wieder in Anspruch. So lange ich selbst denken und arbeiten kann, werde ich nicht zugeben, daß mir irgend Jemand mein Werk, die Arbeit jahrelangen Nachdenkens und Experim?ntirens, verpfuscht! Aber, ich' sagte Ihnen ja schon, entgegnete Mr. Bradley ganz ruhig, daß es sich hier um einen durchaus intelligenten, talentvollen Ingenieur handelt. Sie können also ganz ruhig sein.Von Verpfuschen kann keine Rede sein. Schon mein eigenes Interesse gebietet mir ja, nur einen durchaus brauchbaren Apparat in Fabrikation zu nehmen. (Fortsetzung folgt.) Schlau. Frau (vor einem Herrcngarderobegeschäft): Diesen Anzug solltest Du Dir kaufen. Männ-chen!-Mann: .Meinst Du?Frau: Ach ja, ich habe ein so reizend dazu passendes Kleid gesehn!"

Kür die Mchc. Französische. Kohlsuppe. Man nimmt einen. Kopf Wirsingkohl, schneidet ihn fein, wie etwa zu Kohlsalat, und wellt ihn schnell ab. Inzwischen hat man aus Liebig's Fleisch-

extract einen kleinen Tassenkopf voll recht starke Bouillon bereitet, gießt dies: über den Kohl und schmort ihn damit halb weich. Ist dies erreicht, so werden ungefähr vier nicht zu große Zwiebeln fein daran geschnitten, ebenfalls sechs Stück, sauber geschälte und gewaschenc, in kleine Stücke geschnittene Kartoffeln hinzugefügt, etwas Wasser darüber gefüllt und Alles zusammen weich gekocht. Man füllt nun so viel leichte Bouillon aus Liebig's Fleischeztract auf, als man Suppe gebrauch:, schmeckt sie auf Salz ab und gibt etwas Cayennepfeffer daran. Nach Belieben kann man auch die Kartoffeln fortlassen. Asprc-Eier. Eier, die sechs bis sieben Minuten gekocht haben, legt man zum Erkalten in frisches Wasser. schneidet sie dann in der Mitte durch und legt eine halbe Sardelle, die man um den Finger rollte, und einige Kapern darauf. Mit der durchgeschnittenen und belegten Seite nach unten werden die Eier nebeneinander auf den Boden einer nicht allzu tiefen weiten Schüssel gelegt und dann so viel zerlassene kalte Aspic (Fleischgel6e oder Galleite) darauf gegossen, .bis die Eier halb bedeckt sind. Sobald die Aspic erstarrt ist, werden die Eier gestürzt und aus einander geschnitten. AalmitPaprika. Der abgezogene, ausgenommene und gewaschene Aal wird, mit Salz bestreut, eine Stunde zur Seite gestellt. In Butter schwitzt man zwei in dünne Scheiben geschnittene Zwiebeln, streut einen Theelöffel voll Paprika darüber und läßt ihn etwas darin schwitzen; nun legt man den in Stücke zertheilten Aal darauf, gießt eine Tasse Rahm und kräftige Fleischbrühe dazu, dämpft den Aal weich, legt ihn auf erwärmte Schüsseln, gibt zu der durchgeseihten Sauce noch etwas Butter, ein Gläschen Weißwein, den Saft einer Citrone und 3 4 Eigelb und schlägt sie m'.t der Schneeruthe über dem Feuer zu Schaum, worauf man sie über den Aal, den man so lange warm stellte, gibt und die Schüssel hübsch verziert. Fischcroquetten. Die Fischreste werden ziemlich fein zerpflückt. Dann röstet man Mehl in Butter gelblich (die Menge richtet sich nach den Resten, die benutzt werden), verkocht diese Mehlschwitze mit Fleischbrühe und einem Glase Weißwein, jvürzt sie mit Salz und Pfeffer und erhitzt in dem sehr dick gehaltenen Beiguß die Reste. Dann verrührt man Alles mit mehreren Eidottern und mehreren Löffeln gehackter Petersilie und streicht die Masse auf ein mit Mehl bestreutes Brett. Nach dem Auskühlen formt man Würstchen von der Masse, rollt sie in Reibbrot und bäckt sie in Schmelzbutter lichtbraun. Beefsteaks auf polnische Art. Von einem Stück mürber Rindslende (Filet) schneidet man pU dicke Scheiben, klopft sie breit, wälzt si? in geschmolzener Butter, bestäubt sie mit Mehl und Salz und läßt sie dann in einer mit Butter ausgestrichenea Kasserolle auf beiden Seiten dunkelgelb anbraten. Nun gießt man halb Fleischbrühe, halb weißen Wein dazu u.id zwar so viel, daß die Scheiben gerade bedeckt sind, fügt ganzen Pfeffer, etwas Lorbeer, eine Zwiebel und eine Mohrrübe hinzu, läßt das Fleisch ganz langsam gar dämpfen, richtet es an und gießt die entfettete Sauce durch ein Sieb darüber. Hackbraten. Man rechnet auf iz Pfund gewiegtes, rohes Fleisch (es kann dreierlei sein, Rind-, Schwein:und Kalbfleisch) zwei Eier, einen Eßlöffel voll saure Sahne, einen Eßlöffel Senf, ein bis zwei geriebene, gekochte Kartoffeln (letztere bewirken, daß der Braten schön locker wird), ein Mundbrot, eingeweicht und wieder fest ausgedrückt, nach Belieben feingewiegte Ctronenschale und zuletzt das nöthige Salz. Die Masse arbeitet man gehörig untereinander; wird sie noch zu wich gefunden, so mischt man etwas gesioßenen Semmel darunter. Nun formt, man einen länglichen Stollen davon und bratet denselben $ Stunden in Butter oder Schmalz auf nicht zu starkem Feuer schön braun. Apfelsinen-Kuchen. Man nehme gute Apfelsinen mit grober Schale, da die dünnschaligen nach dein Backen bitter werden, koche sie ganz in reinem Wasser so lange, bis sie voll ständig weich geworden, lasse st alsdann abkühlen und schneide dann nicht zu dünne Scheiben, aus denen man die Kerne entfernt. Diese Scheiben leg: man nun in dicken, heißen Syrup oder geklärten, flüssigen Zucker, begieß: sie von allen Seiten gut damit, nehme sie heraus und lasse sie auskühlen. Nun wird vorher zubereiteter, gewöhnlicher Hefenteig, der natürlich mit Butter und Eiern gut versehen ist, sobald er reif ist, auf ein Blech ausgebreitet. Hierauf legt man nun die Apfelsinenfcheiben dicht nebeneinander. Auf diese Schicht kommt wieder dünn aufgerollter Kuchenteig. Nun läßt man den Kuchen gehen, bestreicht ihn dann mit Eigelb, bestreut ihn mit Zucker und feingeschnittenen Mandeln und bäckt ihn wie jeden anderen Kuchen. Den übrig gebliebenen Syrup verbraucht man zum Schmoren von Früchten. Gefüllte Eier. Hartgekochte Eier werden der Länge nach durchgeschnitten. Das hartgekochte Eigelb wird mit wenig Butter, geriebenem Weißbrot, geschwitzten Chalotten und Tomatenpuree vermischt. Die Eier werden auf einen Deckel gesetzt, im Ofen heiß gemacht und wenn sie angerichtet sind, mit in Butte? gerösteter cerubener Semmel teoffea. -