Indiana Tribüne, Volume 22, Number 186, Indianapolis, Marion County, 26 March 1899 — Page 10

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MuSitZNQ S?iVÜVS. ?er SUoijijut. Ccn Rarte SchrammMacdonaid. Seifet) Metcalf war eines der u zmdstcn Mädchen des Jahres 1798. John Halifax hegte sogar di: Meinunz. daß es nicht nur in Prooidence, sonder in ganz Nordamerika ubcr jzuVt keine anmuthigere Schönheit gäbe als si: übrigens auch keine unnahöarerc. In ersterem Punkte stimme ifjni unter anderen Bob Midoleshop enthusiastisch bei. Darüber einpfand John 5alifax Freude und Aerger zu. gleich. Daü Bob Middleshop zu dem zweiten Punkte sich aber jeder Äeuße nina. enthielt, fcafc besagter Middleshop jede-inal lächelte, wenn John Halifax Äetseys Unnahbarkeit hervorhob, iir gerte und erbzste ihn geradezu wahism nig. Dieses Lächeln! (5s war ein ganz widerwärtiges, süßliches, unausftehlichcZ Lächeln. Dieses Lächeln ver. folgte John im Wachen wie im schlafumwobenen Traume. Wer kennt sich mit den Weibern aus! Eins ist sicher, selbst die bravsten sehen aus Schönheit. Sie pflegen sie an sich, sie bewundern sie am Manne. Ach. und Bob war entschieden das, was man einen schönen Zlerl nennt. Ein brutaler Kerl war er freilich auch. Es war ein öffentlies Geheimniß, daß er einmal seinen Diener, als er ein galantes Lriefchzn Xftm Ehemann semer Angebeteten, statt diescr selbst, übergeben, derart mit den Fäusten bearbeitete, daß der arme Bu? iche vier Wochen lang mit einem füret) icrltch angeschwollenen, grünblau violette Eej.cht herumlief. Aber auch darin sind die Weiber merkwürdig sin schönes Ungeheuer, ein krakehlender Don Juan ist ihnen lieber als ein häßticher, schüchterner Tugendbold. Tugendbold! So hatte Bob den armen John schon oft ironisch genannt. Der Tugendbold- brachte es auch in seinem Materialladen zu nichts Grofeen, weil er so hausbacken ehrlich und ehrbar war. Er mischte keinen Schwer spat unter den gestoßenen Zucker, keinen Schnupftabak unter den gemahlenen Kaffee, er goß kein Wasser unter den Spiritus, klebte keine Backpflaumen unten an die Waageschale, in der er den Kunden die Waare zuwog, kniff tue Dienstmädchen nicht in die Backen und gab weder zu einem kleinen noch großen Einkauf seiner weiblichenKundschast ein Viertel- oder ein Halbpfünvchen Liebe zu. Alles dieö und noch . manche andere Kniffe und Pfiffe hatte sein Voraanaer. Bobs Vater, aufs vortrefflichste verstanden und dadurch mit verhält'nißmäßig großer Schnelligkeit seinen einzigen Sohn zum Range eines reichen Erben Lob konnte rV.T. . ;ri!(i:.: - ?en, wie sein .;te. und e3 : cuder John o" v; i. aiingsoanoigci nn ...wui ves Lebens Lorbeern zu firn meln. Seiner dummen- Ehrlichkeit hatte es John auch allein zu verdanken, daß seine geringen Reize seit Kurzem noch durch einen schadhaften Vorderzahn beeinträchtigt wurden. Wäre sein Würfelzucker nicht von so guter, harter Beschaffenheit gewesen, so hätte John sich beim Zerbeißen eines WürfelchenS beim RachmittagZthee nicht ein Stück Zahn auögebrochen. Betsey Metcalf hatte ihn noch nicht so verschimpsirt- gesehen. Ach, Du lieber Sott, und da tritt sie gerade in ; den Laden. Suten Morgen. Mr. Halifax.- sagt sie. kokett mtt den blauen Augen zwm kernd, ich möchte wieder ein halbe Pfund von dem Thee, zu sechzig Cent , daS Pfund, haben, den Sie mir neulich verkauften. Er hat mir ausgezeichnet geschmeckt. .Mit Vergnügen," sagt John und will lächeln, doch zu rechter Zeit emge denk seines schadhaften Zahnes, kneift er di Lippen fest auseinander. i .Himmel." sagt Betsey mit einem nioeryeuen swcienilimmcyen uno roitfi -l i i den zurllchenKops zurück, daß die roth braunen Kraushaare auf der Stirn in eine webende Bewegung gerathen, .hat : man ie einen solchen Essigtops gesehen w:e Sie, Mr. HaUsaz! Eben begegnete ich Mr. Middleshop. Der lachte mich honigsüß schon von weitem an. ,Em wahres Sonnenkmd lst er und ein Atäöntt Mann. daS muk ibm der Neid ? lassen.- : .Ein Sonnenkind ist er immer ge.fecicn, brummte John durch d ge zschwssenen Llppen Im eine Schaf 'ütenpflanze.!'. ' " fr. d?r soeben den . ' ? n bereit gehalj',ten wollte, die lln ua auf den Ladentisch rie- .. ..ln. Aergerlich fegte er die Theeblü then mit der Hand auf den Boden. i .0, wäre ich Ihn Frau, so würde . jich Sie schön heruntermachen für solch hmt Verschwendung, ereiferte sich B:t Isey. .Wenn ich eine Verschwenderin ,vare. so wurde ich mir n entzücken jden Hut aus Dunstable Stroh bei '.Sram ü Co. freilich gekauft haben. .den Mr. Midoleshop mich vorhin an schmachten sah. Ich war vorher im Laden gewesen und hatte nach dem Preise zefraot. , Hu, der war so hoch, wie unscr Klrchthurm. Und nun stand ich jntthtr kranken ber Sran? A doJi .'Auslage und himmelte hoffnungsloZ ?."den entzückenden 5,ut an. Da ?,ellte Isich Mr. Middleshop zu mir und nahm den liebenswürdigsten Antheil an m:inm Gefühlen Er tröstete mich ganz rührend und meinte, ich könnte zehn Dunstables für einen haben, wenn ich nur wollte. Aber Sram & Co. fragen wenige? nach dem Willen als nach dem Veldbeutel und ob etwas Ordentliches

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darin ist. . Uebrigens würde ich niemalö so leichtsinnig sein, für eine kleine Putzsache solch enormes Geld auszugeden. Niemal.. Letsey schüttelte energisch den. Kopf und blickte John herausfordernd an. Der aber sagte kein Wort. In (Ledanken verloren stand er da, und seine großen, treuen, grauen Augen hingen an Betsey's frischem Gesichtchen. Äc. raffte diese ungeduldig ihre Theedüte von der Tafel weg. .Thut der Mensch hinter dem Ladentisch denn heute wie, der gar nicht den Mund auf? Nein, solch ein täppischer Waschbär. Und blind ist er, wie ein Uhu am Mittag." .Amllsiren Sie sich gut auf der irmeß bei Pächter Tipptapple,- sagte sie schnippisch, indem sie sich halb zum Gehen wandte. .Die Klrmeß wird mich nicht seyen, Miß Metcalf," sagte John ernsthaft. .Na, dann blasen Sie zu Hause Trübsal." spottete das Mädchen, .mir sollen die Musikanten aufblasen. Mr. Middleshop hat den ersten Walzer." Sie lachte und zeigte dabei ihre beiden Reihen blendend weißer Mäusezähnchen. Wie em Wirbelwind war sie dann zur Thür hinaus. Hallsar bliev traurig zurück. Am liebsten wäre er sofort zu Sram & Go. gestürzt, um den Hut zu kaufen und der schönen Betsey zu Füßen zu legen. Im Jahre 1793 war em Strohhut in den Vereinigten Staaten noch eine Seltenheit und der Preis sur einen solchen der Durchschnittsbevölkerung unerschwinglich. Aber welches Opser hatte John nicht dem schönen Mädchen willig gebracht, um es von seiner Licbe zu ihr zu überzeugen! Schließlich war ja aber doch alles umsonst. Der schöne, elegante, reiche Middleshop stach ihr ja schon lange in die Augen, kam er, John Halifax, da, überhaupt noch in Frage? Am Sonntag Morgen sah John Halifax Vetsey in der Kirche. Sie trug einen redenden, nagelneuen, mit Kornblumen und reifen Aehren geschmückten Strohhut. So war denn der Würfel gefallen. Es ist traurig, aber wahr, und deshalb die Pflickit des Chronisten, eö nicht zu verschweigen: John horte nach dieser Entdeckung keine Silbe von dem, was der würdige Geistliche auf der Kanzel sprach. Ein heißer, leidenschaftlicher Schmerz wühlte in seinem Herzen. Nach Beendigung des Gottesdienstes erwartete er draußen im Portal das geliebte, ihm nun für immer verlorene Mädchen. Da kam sie. schöner als je. ein Cherub des Frohsinns, ein Engel der Sittlgkeit. Sie schaute nicht um sich. John zog den Hut und redete sie an: .Meinen innigsten Glückwunsch, Miß Metcalf." Letsey'L blaue Augen tauchten unter den gebogencnWimpe'rn auf und strahlten ihn an. .Verbindlichsten Dank. Mr. fax.Zwei Minuten gingen 'die Beiden nun stumm nebeneinander her. . Dann würgte John die Worte hervor: .Ich hoffe, Sie sind seh.' glücklich. Miß Metcalf." .Das bin ich." lc.chte Betfey fröhlich wie ein Kind. .Ich bin immer glücklich, wenn ich etwa, was ich wollte, durchesct habe. Er ist auch wirklich reizel'.d, nicht wahr?" ..C'oit tftt," ernxdcr!e Jobn. eine direcre Antwort umzchcnd, treuherzig, ber mit vor. Bewegung zitternder Stimme. Gott gebe, daß er die Krone Ihres LebcnS b!ibe, bis zum einstigen seligen Ende." .So lange wird xS wohl nicht dauern," erwiderte Betsey, .aber was thut es, ich kann ja einen neuen flechten." .Einen neuen Ehebund?" entsetzte sich John. .Denken Sie so leichtsinnig über das Heiligste, was es auf Erden gibt?" Von einemEhebunde ist ja gar nicht die Rede," meinte das Mädchen, ihm verstohlen einen prüfenden Blick zuwerfend. Wie?" .Nein. Von meinem neuen StrohHut." Was?! Ich verstehe Sie nicht, Betsey Miß Metcalf!" ... Nun ja, staunen Sie mich nur an. Sram & Co.'ö Dunstabler war mir zu theuer. Da habe ich mich an Betsey Metcalf ohn: Co. gewandt, und U sagte Firma hat mir prompt, gut und billig emen echten Providencer geliefert, den ich mir erlaube, Ihnen auf meinem mit ihm gekrönten Haupte hiermit er gebenst vorzustellen." John war vor Erstaunen stehen geblieben. Sein Gesicht sah nicht besonders geistreich aus. .Wie," stammelte er jetzt, '.Sie, Jetsey Sie selbst haben Diesen Hut geflochten, John Haltfax, mit diesen meinen eigenen Fingern. DaS Stroh schnitt ich mir auf Tipptappleö Haferfeldern, 'spaltete es zu Hause mit dem Daumennagel, flocht eö, fügte eS in diese gefällige Form und hatte den Hut, den ich wolltet .Aber Sie sind ja eine-Zauberin 1" rief John mit starker Stimme, aber merklich leichteren HerzenS. .Danke vielmals, Mr. Halifax lachte Betsey. den lockigen Kvp graziös neioend, .aber mein Ehrgeiz ist noch nicht befriedigt. Einen Hut habe ich. Aber da ist noch etwas Anderes, waS ich erreichen muß, um wirklich eine Zauberin ersten Rangeö zu sein." DaS junge Paar stand jetzt vor der Hauöthür. die zu Letfey'S bescheidener Wohnung führte. Von einem gemeinsamen, unbewußten Gefühl getrieben, traten beide in den sauberen HauSslur ein. Ein breiter Strahl der heißen Sommei sonne, der sich durch daSThocfenster stahl, vergoldete Betsey'S in üp. piger Pcacht unter dem neuen Stroh Hut hervorquellende, rothbraune Fleche ten. .Ja. Mr. Halifax.". saaU Getto.

.r diesmal mit gesenktem Blick und mlt merkwürdigen, kleinen Pausen, .die gewünschte Strohkrone habe ich, aber die Krone, die Sie vorhin erwähnten, die Lebenskrone, das heißt, die ich meine, die muß ich noch erringen, sonst traue ich meinem festen Willen nie wieder." John wollte eben in unbegreislich?r Verständnißlosigkeit Middleshop V ausrufen, da traf ihn aber ein Älick aus Betsey's feuchtschimmernden Au gen, ein Blick so voll unsäglicher Licbe und Hingebung, daß ihm plötzlich ein helles, in seinem himmlischen Glänze fast überwältigendes Licht aufging. Einen Augenblick stand er stumm, wie in wonniger Betäubung. Dann stieß er einen Jubelschrei aus, riß Betsey ' mit starken Armen an sich und küßte sie so lange und so heftig, daß ihr schließlich der Strohhut im Nacken saß und sein ffilzhut über den steinernen Estrich hmkollerte. Da kamen sie Beide zur Besinnung und lachten sich an, selig, entzückt, ganz eins im Andern aufgehend, und es war ein Glück in ihrer Brust, wie eö durch nichts mehr übertrosfen werden konnte. Betsey Metcalf's neuer Hut war der erste in Nordamerika fabricirte StrohHut. Das Beispiel der Miß Metcalf hatte den Nachahmungstrieb der weiblichcn Bevölkerung von Providence entfesselt. ES dauerte mcht lange, so ging, du Frauenwelt von Providence über den eigenen Bedarf hinaus. Man begann mit der berufsmäßigen Herstellung der Strohhüte, und bereits wenige Jahre später durfte man von einer blühenden Strohhut - Industrie sprechen, die immer weiter und weiter ihre segenbringende Kreise zog. Mit der Einfuhrung der Strohhut - Nahmaschine erhielt die Industrie dann eine vollkommen andere Gestalt. Riesige Fabriken mit weit über 1000 Maschinen haben, längst die Hausindustrie erdrückt. Die amerikanischen Damen profitiren auf'ö eifrigste von der hochleistungsfähigen, einheimischen Stroh-h-.lt . Industrie. Zu jedem Kleide und da sie zu jedem besonderen Zweck ein anderes, Kleü anlegen, so In ihr Kleiderschatz nicht gering haben sie einen anderen Hut, und ein Umnähen, wie bei uns in Deutschland, erscheint ihnen lächerlich. Hundert Jahre sind jetzt verflossen, seit Betsey Metcalf den ersten in Nordamerika fabricirten Strohhut auf ih rem gescheiten Kopfe trug. Daß zuch nur eine einzige ihrer Nachfolgerinnen von diesem Jubiläum, ja am Ende gar von ihr selbst eine Ahnung hat, steht stark zu bezweifeln. Vielleicht lebt aber im Herzen des Volkes eine von den Vätern her ererbte dankbare Erinnerung an jene Frau, die eine ähnliche Wohlthäterin für ihr Vaterland geworden ist wie Barbara Uttmann, die Spitzenklöpplerin, sllr daS sächsische Erzgebirge. ZZinler den Coulissen. Lüften wir einmal den Vorhang, der. die intttessänten'Eebeimmsse der Bühne verhüllt, und versuchen wir einigen der effektvollsten Zaurertunststücke der Theaterwelt auf den Grund zu kommen. ES ist Vormittag. Der Zuschauerraum liegt in tiefstem Dunkel. Nur die Bühne ist m allen ihren Theilen so beleuchtet, daß man die Dinge ringsum wahrnehmen kann. ES findet leine Probe statt, wohl aber sind Maschinisten und Theaterarbeiter mit der Aufstellung der Tecorationen und den sonstigen maschinellen Vorbereitungen für den Abend beschäftigt. Ss wandern wir unbcachtet über die Bühne, dringen tn die Ne benräume, zuerst in den Lkaum unter dem Podium, dann höher, immer hoher, bis zur höchsten Ealeriedeö SchnürbodenS hinauf. Ein Labyrinth, ein ChaoS von nestgen Decorat.onen, großen und kleinen Versastücken, von allerhand Gegenstän. den, deren Construction und deren Zweck nicht so rasch zu erkennen sind, von hölrnen beweglichen und unbeweglichen P.'eilcrn, von Walzen und Jlaschenzüsie und von Stricken, sehr vielen Stricken daö ist der erste Eindruck. Es ichcint völlig unmöglich zu sein, sich in diesem (ZH20S jemals zurechtzufinden. Wir gehen nieder auf die Bühne zurück, die scheinbar das einfachste Bild bietet. Aber ein Blick auf dem Boden unter den Füßen zeigt, daß die Sache auch hier durchaus nicht s einfach ist. Dieser Boden ist zerschnitten in kleinere und größere Theile, in Kassetten, Versen! ungcn, Ntnnen u. s. w. Und bald zeigt es sich, was die Einschnitte bedeuten. Der Theaterbesucher weiß von einer Versenkung nicht viel mehr, als daß Personen auf der Bühne aus der Tieje emporsteigen cderin de Tiefe versinken. Auf einer modernen, gut eingerichteten Bühne aber haben die Verlegungen noch einen viel wichtigeren Zweck. Sieht man dem Thun der Theaterleute zu, so giebt eö bald ein übecraschendeS Bild. E.ne vollständige Dekoration, die eben dastund, verschwindet urplötzlich, Ein Theil geht rasch in die Höhe, während ein anderer Theil in die Tiefe verscha?indet. Und fast gleichzeitig taucht eine andere Decorction auf, von oben und von unten, und man ftet mitten in einer neuen Umgebung. Ter ganze Scenenwechsel vollzieht sich ungemein rasch 'Nd rröjrtf.t 5Vift ist cesonderö der FaH tm Opernhause unv im Schauspielhause. Die sehr weitläu fige maschinelle Einrichtung von Ober inspector Brandt schein: auf den ersten Blick sehr.complicirt zu sein, sie ist aber in der That von wahrhaft genialer Einfachheit. Während früher und noch jetzt auf anderen Buhnen viele D!enschenkräfte erforderlich waren, um einen ruschen Scenenwechsel herbeizuführen, erfolgt bic4 in den Königlichen Theatern sicherer und leichter durch hizdraalische Maschinen. Nur ein Druck, und durch die Gewalt. deS zusak.mengeyreßtrn Wafferö , i ' den Röhren werden vu schwersten Lasten von unten w die H0-

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he getragen und von oben nach unten geführt. Effectstücke, wie etwa der Brand und der Zusammensturz eines SchloffeS z. B. im Näthchen von Hellbronn" sind mit dieser Einrichtnng eine Kleinigkeit. Die für den Zweck aufgestellten (5oulisienwände und Practicadles" stürzen in sich zusam mi. daS Ueb.'rstüfsize verschwindet rasch nach unten, und das öili) der Brandstätte, daS sich nun zeigen soll, kommt von der Tiese nach oben. D.e se Einrichtung ermöglicht es auch, daß zwei mit zahlreichen Versastücken und Neuisiten ausgestattete S.enen hinter einander aufgestellt, oder so eingerichtet werden können, daß sie einander im Moment ablösen. Die Dinge stehen einfach auf ihren Versenkungen. Du entbehrlichen Stücke verschwinden, die anderen kommen, ein H.ntergrund wild in die Höhe zum Schnürboden gezogen, ein anderer Hintergrund senkt sich gle.chzei tig herab .... die Scene entsteht, ohne daß vieleZ Gehen und Kommen der Arb.'iter auf der Bühne erforderlich wird. Nun wird die Scene beleuchtet. TaZ Licht kommt von oben, von beiden Sei ten, und eS ist merkwürdig, daß keine von den Personen, die sich etwa auf der Bühne bewegen, einen Schatten auf den Boden oder auf die Tecorationen wirft. Jede Stelle, wo ein Schatten entstehen könnte, ist eben mit besonderen Schlaglichtem versehen. Doch plötzlich nimmt das Licht eine andere Farbe an. ES wird dunkler, eö färbt sich roth und röther und geht dann allmählich in eine neue Nuance über, die den Charakter des MondlichteS trägt. - Die Elektricität ist ietzt der große Meister, der auf der Bühne Wunder vollbringt, von denen man früher nicht einmal geträumt hat. Und eines der schönsten Wunder ist daS Licht. Die ganze Beleuchtung der Scene ist nämlich in drei Serien getheilt. Die eine Serie besteht aus Glühlicht mit weißen, d. h. ganz farblosen Glasbirnen, die zweite hat rothe.' die dritte blaue Birnen. In einem kleinen Raum auf eine? Seite der. Bühne befindet sich der Cchzltapparat, an dem ein Mann ganz allem die Beleuchtung des Bübnenraume5 und des ganzen HauseS beherrscht. Physische Kraft braucht er zu seinem Gescdäft nicht, desto mehr aber GeistesgeAenwart, Sicherheit und volle Kenntniv seines Apparates. Von seinem Platze macht er nun Tag und Nacht mit allen Zwischenstufen. . Besonders starke Effecte erzielt die Elektricität aber, wenn sie auf der Scene verwendet wird. Mcnn Held Siegfried auf dem AmboS sein Schwert schmiedet, daß die Funlen stieben, so entsteht der Funkenregen dadurch, daß auf dem AmboS sich ein Gitter befindet, das den Pol einer elektrischen Batterie bildet. Der Hammer ist der zweite Pol, so daß jcdeS erneute Aufschlagen eine Funkenbildung zur Folge hat. Der AmboS wird dann von Siegfried gespalten, indem' er mit dem Hammer auf einen Punkt schlägt, der eine Feder auslöst, die den AmboS auseinander treibt.- Ach derSpeer'MotanS, der an Siegfried? Schwert in Stücken geht, ist mit einer elektrischen Leitung verbunden, die die Speerspitze in? Glühen bringt, worauf sich eine Flamme ent zündet. Ein guter Maschinenmeister kann aber auch gewaltige Wirkungen erzielen, ohne die Elektricität zu Hilfe zu nehmen. Zu den stärksten Bühneneffecten gehörte der Feuerzauber in der Walküre , wie er noch vor mehreren Jahren im Overnhause zu Berlin arrangirt wurde. Heute wird der Feuerzauber mit farbigen Dämpfen gemacht; früher aber schien sich die ganze Bühne in ein wahreS Feuermeer zu verwandeln. RingS um die Stelle, wo BrÜnhilde in langen schlaf versinken soll, waren Röhren ?elegt, in denen sich Coloxhonium beand. Nach und nach wurde das Colophonium über Gasflammen geblasen, und in gewaltiger Lohe flammte eS em por, immer höher, immer stärker, bis die ganze Bühne in brennenden Flammen zu stehen schien. ES war ein Bild, daS mit seiner Pracht entzückte und zugleich ein gelindes Gruseln verursachte. Mit bescheideneren Mitteln werden andere Effecte hervorgebracht. Eine sehr feine, farbige Gaze. d,e m mehre ren agen ncch durchsichtig bleibt. dringt z. B. daS täuschende Bild deS Wassers hervor. Noch einfacher sind Blitz, Donner, Regen. Wind u. f. . auf der Bühne. Für. Blitz giebt eö eme .Blttzwatte", die nach dem Ent zünden grell aufleuchtend, daS Bild der Wirklichkeit vortäuscht. Donner, fta nonenschläge und dergl. erzielt man auf gewaltigen Trommeln, die daS Geräusch naturgetreu nackabmen. Kleinere und sehr einfache Apparate zaudern den Eindruck von Aegen Wind und Sturm hervor. DaS sind nur wenige von den vielen Vorrichtungen, mit denen man sich auf der Bühne bemüht, in der Nachahmung der Natur zu gleichen". Wenn man genießend im Parkett sifct, ahnt man kaum, wie v'el Geist und Erfin. dung oft aufgewendet wird, um einen hübschen, rasch verfliegenden Bühnen.'fsect ra erzeugen, und wie wenig Geist oft dazu gehörte, etwas zu schaffen, vaS einen Bombeneffect macht. Äber die Kunst ist Illusion, und die Bühne bleibt, schließlich, selbst mit der raffinirtesten Technik, schön und blendend, sie ist wahres Zauberreich ... vor den Coulissen. rtpötriU. Tripstrill bedeutet im VolkSmunde gewissermaßen ein Nirgendheim, in daS man scherzweise einen allzu neugierigen und unberufenen, naseweisen und indiscreten Fracer verwüst. Der dielberufene Ort ezistirt aber wirklich, und zwar in Schwaben. Im Herzen von Alt - Wurttemb:rz. tn einer von dessen lieblichsten und malerischsten Gegenden, am ostlichen Fuße deZ schöngerundeten waldreichen Berg-

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Der Grippe specifisches Heilmittel.

Di ripx tritt wieder epidemisch aus. 0 ,r,,e lssen, da slcd dtiseld tn Folge von r. kältnngen enkkelt. Sie greift et d! schwa. chen Punkte de menschltchen System an, darin liegt b, daß gksährllch dieser Krankheit.

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ft mit solb großem Srsokg gegen diese schmerthast Leide gewandt orden, daß vlkl erste dessen Wert schaden und denselben häufig ver schreibe. Sr 5rmt da Blut, beruhig die vkerven, lindert den Kelz, Särkt da ganje System und beseitig dadurch di Krankheit. e?otl,! V?ur in Original. Packttkn verkauft, und der echte da die Unterschrift von Dr. Uuguft siönkg aus jedem Umschlag, r wird lemalO los verkaust.

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