Indiana Tribüne, Volume 22, Number 179, Indianapolis, Marion County, 19 March 1899 — Page 3

DMlWlm.

IVUIUU UWl )Hffl rtW VlAM Of4 Qstfatt (10. Fortsetzung.) Wochenlang schwebte der Schwerverletzte unter schlechter roher Pflege zwischen Tod und Leben und weitere Mo nate vergingen, bis er so weit war, das Lazarett verlassen zu können. Sein Loos aber verschlechterte sich, sobald er seine Gesundheit wiedererlangt hatte. Jetzt wurde er weiter südlich nach einem der großen Gefangenendepots im Staate Georgia transportirt. Hier wurde er in einer Citadelle unter strengster Bewachung eingesperrt und trostlos eintönig verstrichen ihm die Tage. Stundenlang verweilte er taglich am Fenster seine? Zelle, bis der Anblick der furchtbaren, gräßlichenScenen, deren Zeuge er wurde, ihn vertrieb und ihn mit Erbitterung, mit ohnmächtigem Zorn und Entsetzen erfüllte. Vor der Citadelle breitete sich das Lager der gefangenen Gemeinen aus. Dreißigtausend Soldaten der Unionsarmee campirten hier theils unter freiem Himmel, theils in selbst gegrabenen Höhlen, der gluthvollen Sonnenhitze ebenso preisgegeben wie dem Regen und der Kälte. Unbeschreiblich waren die Leiden, die gehässiger Fanatismus die unglücklichen Gefangenen erdulden ließ. Die Verpflegung war so schlecht und mangelhaft, daß die meisten bald abgemagert wie Skelette, barfuß, mit den zerfetzten Ueberresten ihrerUniformbekleidung umherwandelten. Hunderte litten am Fieber und lagen zähneklappernd, nothdürftig mir Lumpen bedeckt, auf der nackten Erde. Schaudernd, thränenden Auges mußte Dietrich Henning mitansehen, wie die Schwächeren unter den so furchtbar Leidenden in Wahnsinn auöbrachen, wie andere in ihrer Äerzweiflung über die Holzumfriedung des Lagers kletterten, um sich von den draußen patrouillirenden Wachen niederschießen zu lassen. Zu diesen Seelenmartern kam noch die Ungewißheit über den Stand des Feldzugs und über das Schicksal seimt Kameraden und Freunde. War Oberst von Galis, war Harry Bradl'y seinen Wenden erlegen? Und welche Veränderungen waren inzwischen daheim in New Fork vor sich gegangen? Hatte Carrie Bradley endlich den Be Werbungen Cunninghams Gchör geschenkt? Hart und mitleidlos war das Leben. Grausam riß der Krieg den Gatten von der Gattin und störte ach zu früh das kaum errungene Eheglück. Er machte jeden neuen Tag zu schwe?en Stunden qualvoller Spannung und ließ das leidende Herz in unaufhörlicher Furcht und Angst erzittern. Die junge Frau Margaret Bradley glaubte verzagen zu müssen, als nach wenigen Wochen süßesten Glückes das ftarre Gebot der Pflicht den völlig geuesenen geliebten Mann erbarmungslos aus ihren Armen entführte, abermals der wüthenden, vernichtungsfrohen Kriegsfurie entgegen. Gut, daß sie eine Mutter besaß, an deren mitfühlender Brust sie sich ausweinen konnte und bei der sie allezeit Trost und liebreichen Zuspruch fand. Mit ihren neuen Verwandten stand Margareth nur in losen Beziehungen. Zwar sprach sie hin und wieder im HauseBradley vor, aber die Pausen zwischen ihren einzelnen Besuchen wurden immer länger. Mit der ehemals so munteren und muthigen Carrie war eine große Veränderung vorgegangen; still, wortkarg und in sich gekehrt erschien sie und nie trat ein Lächeln in die immer starrer werdenden Züge. Das energische junge Mädchen rang selbst mit einem großen Kummer, den sie nicht überwinden zu können schien. Noch weniger freundlich sah sich Margaret von ihrem Schwiegervater ausgenommen, der ihr gegenüber nie auö den Grenzen kalter, förmlicher Höflichkeit hinaustrat. Der einzige, der munter und unbefangen mit ihr plauderte, war Mr. Cunningham. der täglicher Gast in der Familie Bradley geworden war und der seine ganze UnterhaltungIgabe aufbot, um einen lebhafteren, heiteren Ton in die freudlose, düstere Eintönigkeit des Bradley'schen Familienlebens zu bringen und die Tochter des Hauses ihrer dumpfen Theilnahmslosigkeit zu entreißen. . Eine freudig begrüßte Abwechslung war es für Margaret und ihre Mutter, als eines TageS Oberst von Galis seinen Besuch machte. Der tapfere Ofsteter war zwar wiederhergestellt, aber da von seiner Verwundung eme Stets bett des Gelenkes in dem von fewdli eher Kugel getroffenen Bein zurückgeneben war, so mußte er nothwenm gerweise seinen Abschied nehmen. Die Republik aber bezahlte ihren entlasse nen Kriegern keine Pension und so mußte von neuem der Kampf ums Dasein gekämpft werden, der den Oberst viel härter und aufreibende? druckte, als eö vordem der Waffenkämpf mit dem blutgierigen Feinde gethan. Darum griff er bereitwillig zu, als ihm die verwittwete Frau Leiphold das Anerbieten machte, die Be-j wirthschaftung ihrer Restauration in Pacht zu nehmen. Und da stand nun der Oberst a. D., der einst sein Re giment mit so großer Bravour in der Kampf geführt, hinter dem friedliche: Schanktisch und credenzte seinen Gä sten die vollen Biergläser oder er wa wie ehemals als Clavierspieler thäti und erheiterte mit fröhlichenWtisen U Herzen der Zecher. Unter Hangen und Bangen verstii)tn die Monate, ja, die Jahre, ,iS endlich die Vorgänge auf dem Krijsschauplatz eine erfreuliche, aussutsreiche Wendung nahmen und der Sumpfe Druck von den aufathmden

Herzen zu weichen begann. Immer stärker regte sich bei Freund und Feind, in der Armee wie in der Bevölkerung der Widerwille und der Haß gegen den Krieg, der Millionen Menschen in Angst und Schrecken erhielt und unsägliches Leid über Tausende und Abertausende gebracht hatte. In den ersten Apriltagen des Iahres 1865 erschien ein unerwarteterGast in der Leiphold'schen Wohnung. Es war der Procurist der Firma George C. Bradley, der die beiden erstaunten Frauen mit sicherer Unbefangenheit und der freundlichsten Miene begrüßte, als betrachte er sich als einen gern gesehenen willkommenen Gast. Auf dem Stuhl, den man ihm höflich anbot, nahm er mit der Behaglichkeit eines Menschen Platz, der sich wohl fühlt und längere Zeit zu verweilen gedenkt. Wir haben schon seit Wochen nicht das Vergnügen gehabt, Sie zu sehen, Mrs. Bradley, redete er Margaret in einem Ton an, aus dem deutlich die Nllance eines liebenswürdigen VorWurfs klang. Margaret entschuldigte sich, so gut sie konnte, und fragte nach CarriesBefinden. Mr. Bradley und ich hoffen das Beste von dem Frieden, antwortete Mr. Cunningham, und von der Rückkehr Harrys. Die Augen der jungen Frau leuchteten. Also Sie glauben, Mr. Cunningham, daß der häßliche Krieg. . . Bald sein Ende erreicht haben wird gewiß! Frohlocken und Jubel erhob sich in der Brust des liebenden jungenWeibes, freudige Erregtheit strahlte aus ihren lebhaften Mienen und ihre zitternden Hände preßten sich unwillkürlich auf das hochausklopfende Herz. Abc? als sie nun zu ihrem Gast hinllberblickte, begegnete sie einem verstohlen sie beobachtenden, lauernden Blick, unter dem es sie instinctiv kalt überlief, wie die Ahnung eines kommenden Unglücks. Mr. Cunningham schien sich endlich auf den Zweck seines Besuches zu besinnen. Apropos, haben Sie schon einmal daran gedacht, fragte er, was nun geschehen wird, wenn Harry zurückkehrt? Wie wie meinen Sie das? stammelte Margaret unruhig. Nun Mr. Cunningham blickte sich in dem dürftig möblirten kleinen Raum um zunächst wäre die Wohnungsfrage ins Auge zu fassen. Verzeihen Sie, mir scheint, Sie wohnen hier ein wenig eng und unbequem. DaS einfachste wäre ja, Sie siedelten mit Harry in Mr. Bradleys Haus über. Aber leider . . . Mr. Cunninghams Stimme verlor sich in ein Räuspern. Zugleich entsandten seine Augen einen Blick nach der erröthenden jungen Frau, der Bedauern und Mitleid ausdrücken sollte, der aber auf Margaret nur die Wir-

kung hatte, daß sie, ihre Befangenheit niederkämpfend, sich straff in die Höhe richtete. Sie brachte es nicht über sich, ihre Empfindlichkeit zu verleugnen, während sie entgegnete: Es würde nicht meinem Wunsche entsvrecken. Mr. Bradley beschwerlich zu fallen. Mr. Cunmngham hüstelte wie t mand, der eine leichte Verleaenbeit m überwinden hat. Allerdings bemerkte er unter Zögern und wiederholtem Räuspern, als siele ihm jedes emzelneWort schwer v r. .3 ;t c m . uno aiß ccicucic es igm große 43 ein, bei dem unerfreulichen Thema, das nun einmal anaeschlaaen war. m ver weilen, allerdings begreife ich, daß ein solches Arrangement nicht nach Ihrem : 5.: w.;:.w. i:.ry 'jca t. ciu iuuiuc uiiu uicuciuyi uuuy nickt nach dem Mr. Vradlevs. denn Ihr Schwiegervater das läßt sich t... r r.c : ji nun ruunui muyi uyucii, u cyc iuy persönlich es auch , bedaure wiro leider immer noch von einer gewissen Voreingenommenheit gegen Sie, meine liebe Mrs. Bradley, beherrscht. Ich weiß nicht, was Mr. Bradley eigentlich gegen mein Kind einzuwenden hat? griff hier Frau Leiphold, von ihrem mütterlichen Empfinden gedrängt, ins Gespräch. Wenn er seinen Sohn lieb hat, so sollte er sich doch mit der Wahl desselben endlich einmal befreunden. Der liebenswürdige Mr. Cunningham verstieg sich zu einem bescheidenen Widerspruch, den .er, mit dem vorgebeugten Oberkörper höflich zusammenknickend, mit seiner freundlichsten Miene vorbrachte. Verzeihung, meine berehrte Mrs. Leiphold. entgegnete er süßlich lächelnd: Daran, daß Mi; Bradley seinen Sohn lieb hat. kann wohl kein Zweifel bestehen. Der Grund von Mr. Bradleys Verhalten liegt aber vielleicjt gerade darin, daß er sich verzeihen Sie von der Ehe zwischen de beiden jungen Leuten nicht das Glück verspricht, dasMrs. Bradley (der Sprechende machte eine artige Verbeuging gegen Margaret) und Harry selbst davon erhoffen. Margaret machte eine Bewegung ,des Staunens und unwillkürlichen Widerspruchs. Die cholerische Frau Leiphold, deren ärgerliche Erregung von Minute zu Minute wuchs, schlug lebhaft ihre Hände ineinander. , Nicht verspricht? wiederholte sie heftig. Wieso, warum verspricht sich Mr. Bradley keine glückliche Ehe zwischen meiner Tochter und seinem Sohne? Ja, meine verehrte Mrs. Leiphold, versetzte Joshua Cunningham, zoa eine Schultern in die Höhe und 'gab einem Gesicht einen ernsteren, entchiedeneren Ausdruck, glauben Sie rnn, daß es auf die Dauer ohne Eindruck auf Harry bleiben wird, wenn er wahrnimmt,' wie sein Vater ihm noch immer zürnt und grollt, wie er lhm nicht vergeben kann, daß er in eider wichtigsten Fragen des Lebens ohne semen Rath, gegen seinen ausdrücklichen Wunsch und Willen gehandelt hat? Bedenken Sie: Harry ist ein

weicher, schwankender Character, der seinen Vater liebt und achtet, und der bis auf diesen einen Fall immer gewöhnt war, sich vsn der Autorität seines Vaters leiten zu lassen! Margaret rückte unruhig auf ihrem Stuhle hin und her; in ihren Augen malten sich Schrecken und Furcht. Frau Leiphold aber ließ sich durch die Gründe ihres Besuches weder einschüchtern noch überzeugen; mit ihrer flachen Rechten auf die Platte des vor ihr stehenden Tisches schlagend, ries sie: Ja, das ist es ja eben! Warum grollt denn der alte Herr immer noch? Warum macht er denn nicht Frieden mit seinem Sohne und seiner Schwiegertochter? Joshua Cunningham ließ in seinem Mienenspiel eine merkwürdige Mischung von rücksichtsvollem Bedauern und sanftem Vorwurf hervortreten, während er entgegnete: Versetzen Sie sie doch einmal gütigst in die Stelle Mr. Bradleys, meine verehrte Mrs. Leiphold! Jeder Vater hat doch Pläne mit seinem Sohne, besonders wenn er nur einen einzigen besitzt wie Harrys Vater. Natürlich hat Mr. Bradley nie anders gedacht, als daß Harry einmal in dem Kreise der dem Hause befreundeten Familien wählen würde. Er hatte mit Harry ganz bestimmte Absichten, ja, Harry hat sich gewissermaßen schon von früher Jugend an als der Sprechende unterbrach sich, hüstelle und vollendete, seine Stimme rücksichtsvoll dämpfend als verlobt betrachten dürfen. Margaret stieß einen Laut schmerzlicher Ueberraschung aus und ihre Augen füllten sich mit Thränen. Frau Leiphold schnellte von ihrem Sitz in die Höhe, um im nächsten Augenblick schwer wieder darauf niederzusinken. Jawohl, fuhr Joshua Cunningham mit immer größerer Entschiedenheit fort, jawohl, Mr. Lradley hatte in dieser Hinsicht ganz feste Abmachungen mit einem seiner vertrautesten Geschäftsfreunde. Und nun kommt plötzlich diese Heirath mit einer jungen Dame dazwischen, die er zum ersten Male in seinem Leben erblickt, deren Familie er nicht kennt und von der er nichts weiß, als daß sein Sohn sie zu lieben behauptet. Und da wundern Sie sich, meine verehrte Mrs. Leiphold, wenn Mr. Bradley die Ehe zwischen Ihrer Tochter und seinem Sohne nicht mit den freundlichsten Augen betrachtet, daß er nichts weniger als Freundschaft und Liebe gegen Ihre Tochter empfindet! Joshua' Cunningham zog seine Augenbrauen tadelnd in die Höhe. Frau Leiphold aber sprudelte, zitternd vor Aufregung und Aerger, hervor: Und warum sagen Sie uns das alles, Sir? Der Procurist reckte sich in den Schultern und verlieh seinen Mienen wieder das Gepräge edle, wohlwollender Menschenliebe. Weil ich ein Freund der Familie Bradley bin und weil ich auch an dem Schicksal Ihrer Frau Tochter das lebhafteste Interesse nehme. Er wandte sich jetzt, seinem Stuhl einen kurzen Ruck gebend, an die junge Frau, die g-nz blaß geworden war und in deren Herzen Cunninghams Ausführungen die schmerzlichste Aufregung hervorriefen. Es kann doch nicht in Ihrer Absicht liegen, fuhr er fort, Zwist und Streit in die Familie zu tragen, die ihnen lieb und theuer ist, zwischen Vater und Sohn Feindschaft und Haß zu säen. Während Margaret eineGeberde der Verzweiflung machte und Thränen ihren Augen entströmten, rief Frau Leiphold: Aber sie sind doch nun einmal miteinander verheirathet und damit muß sich der alte Herr abfinden, so gut er kann. Joshua Cunningham wandte seine rechte Hand hin und her und betrachtete sie angelegentlich von der Innenund von der Außenseite. Dann griff er an seinen Halskvgen, als sei ihm der plötzlich zu eng geworden, und schluckte und r'äusperte sich, als stecke ihm etwas in der Kehle. Wenn wenn nun, nahm er wieder das Wort, die jungen Leute selbst einsehen, daß die vielleicht vorschnell und unbedacht eingegangene Ehe doch nie zum rechten Glück sühren kann, dann Er sackte, als würde es ihm schwer, den Satz zu vollenden, und er warf einen scheuen, vorsichtig forschenden Blick nach der älteren Dame hinüber, die immer stärkere Zeichen ihrer Entrüstung an den Tag legte. Sie verlangen doch nicht etwa, brauste sie auf. daß mein Kind sich von Harry Bradley scheiden lassen soll? Joshua Cunningham knickte auf seinem Stuhl sichtbar zusammen; in dem sanftesten, zuvorkommendsten Ton, der seinem Organ zu Gebote stand, erwida er: Meine verehrte Mrs. Leiphold, ich habe gar kein Recht, von Ihnen und von Ihrer Frau Tochter irgend etwaL zu verlangen. Ich kann mir höchstens einen wohlgemeinten Rath erlauben, und dieser ist: Trennen Sie nicht den Sohn von dem Vater! Willigen Sie ein, ein Band zu lösen, das nicht auf ganz rechtmäßige Weise geknüpft wurde und das deshalb auf die Dauer nicht zusammenhalten kann. Wollen Sie warten, bis Harry selbst zu der Einsicht kommt, daß er unrecht gegen seinen Vater gehandelt hat und daß sich Erbitterung und Haß in ihm gegen die Frau regen, die ihn mit seiner Familie in Feindschaft gebracht hat? Margaret schluchzte bitterlich in ihre Hände, die sie vor ihr Gesicht geschlagen hatte. Jetzt erhob sie ihr blasses, thränenüberströmtes Antlitz, und ihre Verzweiflung machte sich- in den gestammelten Worten Luft: Aber was soll denn aus mir werden, wenn ich Harry verliere? In Joshua Cunninghams Augen leuchtete verstohlen ein Blick M Triumphes auf. Im nächsten Moment steckte er wieder seine wohlwollende Miene auf. und sich weit vorübernei-

gend, der Weinenden entgegen, erwiderte er: O, was das betrifft, da seien Sie nur unbesorgt, meine liebe MrS. Bradley. Für Ihre Zukunft wird gesorgt in in der nobelsten Weise. Mr. Bradley, der Vater, ist ein Gentleman, und wenn er sieht, daß Sie sich vernünftigen Erwägungen zugänglich erweisen, daß Sie sich entschließen, zu handeln, wie er es von Ihnen erwartet, so wird er es nicht daran fehlen lassen, Ihnen diesen Entschluß zu erleichtern. Mr. Cunninghams Miene nahm einen gewichtigen Ernst an, während er im Flüsterton, gewissermaßen vertraulich fortfuhr: Ich bürge mich Ihnen dafür, daß sich Mr. Bradley bereit frn den lassen wird, Ihnen gewissermaßen eine Entschädigung zu gewähren, die Ihnen die Möglichkeit bietet, nach Ihrer Heimath, nach Deutschland zurückzukehren und dort sorgenfrei mit Ihrer Frau Mutter zu leben. Mit einer Summe von zwanzig sagen wir: fünfundzwanzigtausend Dollars Das zornige Aufspringen der corpulenten Frau Leiphold , die ihren Stuhl heftig zurückstieß, daß er polternd zu Boden fiel, unterbrach den Sprechenden. Wie? rief die Dame erbittert und aufs tiefste gekränkt: Sie wagen es, uns Geld zu bieten! So war es von meiner Tochter nicht gemeint. Richt darum zittert mein Kind, weil es sich vor Roth und Hunger fürchtet. Rein, Sir, davor ist uns nicht bange. Aber meine Tochter gibt nie das Heiligste, was sie auf Erden hat. ihn Liebe zu ihrem Manne, für schnödes Geld her. Wir deutsche Frauen schachern nicht mit unseren Herzen. Sagen Sie nur Ihrem Bradley, er solle nur getrost seine Millionen behalten. Uns gelüstet nicht danach. Auf sein Geld macht meine Tochter keinen Anspruch aber von dem Manne, den sie liebt, und der sie aus freien Antrieb geheirathet hat, von dem soll er sie nicht losreißen, von dem wird er sie weder durch Drohungen. noch durch süßes Zureden abwendig machen. Aber, verehrte Frau Leiphold, wollte Joshua Cunningham, der ebenfalls aufgesprungerz war und sich damit beschäftigt hatte, den Stuhl der zornigen Dame wieder auf die Füße zu stellen, beschwichtigend einwenden. Doch die Erzürnte ließ ihn gar nicht zu Worte kommen. Ihm mit ihrer ausgestreckten Hand Schweigen gebietend rief sie ihrer Tochter zu: Habe ich recht, Grete? Oder willst du dir dein Herz abkaufen lassen, willst du freiwillig auf deinen Mann verzichten? Rein, Mama, nein! antwortete die junge Frau, ihre Thränen zurückdrängend, während ein schwärmerischer Glanz sich über ihre lieblichen Züge breitete. Ich habe ja Harry Liebe und Treue geschworen, und so lange er zu mir hält, kann und darf ich nicht von ihm lassen. Da hören Sie's! rief Frau Leiphold Joshua Cunningham zu, der vorsichtig schon den Rückzug nach der Thür, antrat, denn die zornsprühenden Augen der kräftigen alten. Dame sowie, ihre drohend erhobene Rechte weissagten ihm nichts Gutes. Und jetzt fügte sie deutttch genug ihrem Ausruf die Erklärung hinzu: Weiter haben wir Ihnen nichts zu erwidern auf Ihr beleidigendes, unverschämtes Anerbieten weiter nichts. Sir. Und so wollen wir Sie nicht länger zurückhalten; Ihr Auftraggeber wirdSie gewiß sehnlichst erwarten, um zu hören, was Sie ausgerichtet haben. Good bje, Mr. Cunningham! Der Procuist lächelte liebenswürdig, als enthielte diese höfliche Aufforderung, die Thür von draußen zuzunvchen. eher eine Schmeichelet als etwas anderes. Draußen schnitt er freilich eine ärgerliche Grimasse. Diese deutschen Frauen waren gar nicht so dumm, als, er geglaubt hatte. Die hielten den Millionärssohn fest und ließen ihn mcht los. Aber sie hatten die Rechnung ohne Mr. Bradley gemacht. Den kannten sie noch nicht, der war nicht der Mann, nachzugeben, wenn er sich in seinem Interesse geschädigt sah. 18. Zu Anfang deö Jahres 1863 war Harry Bradley zu feinem Regiment zurückgekehrt. Die Stimmung in der Armee und im Lande war die trübseligste. Schon zwei Jahre lang dauerte dieser Krieg. Die ungeheueren Kosten, die übergroßen Verluste an Menschenleben, die unzählige Familien in Trauer versetzten, die Unfähigkeit der Armeeführer verstimmte und verbitterte die Bevölkerung der Union in hohem Grade. Schon hatte die Armee der Conföderirten einen Einfall in Pennsylvanien gemacht und der Verlust von Washington sowie der Marsch nach dem Norden war zu befürchten. Bei Gettysburg in Pennsylvanien kam es zu einer großen EntscheidungSschlacht, die drei Tage dauerte. An den beiden ersten Tagen errangen die Südlichen Vortheile, am letzten Tage aber wandte sich das Glück. Allmälig hatten sich auch die Soldaten der Unionsarmee im Laufe des Feldzugs Disciplin angeeignet. Der Tag von Gettysbürg bewies, daß sie zu siegen gelernt hatten. Mit größter Erbitterung und Ausdauer wurde auf beiden Seiten gestritten. Man kämpfte in nächster Nähe, im Handgemenge. Generäle führten ihre Truppen ins Feuer wie Compag niechefs. Siebzehn Generäle der Conföderirten fanden den Heldentod, zehn Generäle opferten ihr Leben für die gerechte Sache des Nordens. Es war eines der grausigsten Schlachtfelder, die die moderne Zeit gesehen. Der Süden verlor 36.000 Mann, der Norden 23.000. Das Morden und die TapferZeit war auf beiden Seiten so groß gewepn, daß ein ganze Regiment der

CLdarmee, das 42. Georgia - Regtment, 500 Helden, sich in Reih und Glied hatten darnieder strecken lassen, ohne Lücke, vom Obersten bis zum letzten Gemeinen, ein jeder Mann hatte seinen Tod gefunden auf dem Platz, auf dem er gefochten. Das De KalbRegiment, dessen gelichtete Reihen bereits einige Male durch das Eintreffen von Recruten vervollständigt worden war, verlor abermals ein Drittel seiner Stärke. Harry Bradley ging un versehrt aus dem Kampfe hervor, der ihm die Schulterstreifen eines Lieutenants eintrug. Der Norden war gerettet. Muth und Vertrauen kehrte der Armee und der Bevölkerung zurück. Noch in demselben Jahre übernahm Grant den Oberbefehl über sämmtliche Armeen der Union. Während das Selbstvertrauen und die Hoffnung auf den endlichen Sieg im Norden von Tag zu Tag stieg, verkehrten sich der anfängliche Uebermuth und die Siegesgewißheit des Südens immer mehr in Mutlosigkeit und Verzagtheit. Die Verpflegungseinrichtungen der Unionsarmee waren nach und nach geradezu musterhaft geworden, im Süden nahm der Mangel an dem Nothwendigsten von Tag zu Tag zu. Das Land war ausgesogen und konnte die große Zahl der Streiter nicht mehr ernähren. Hunger und Fahnenflucht lockerten die Verbände der Armee des Südens, die immer mehr zusammenschmolz, während das Uebergewicht des Nordens immer mächtiger wurde. Trotz Tapferkeit und ausgezeichneter Führung verloren die Conföderirten stetig an Boden und mußten sich schließlich nach Richmond' zurückziehen, das sich in ein großes, fest verschanztes Kriegslager verwandeltem Grant rückte dem Feinde nach und versuchte wiederholt, ihn im Sturmangriff aus seiner. Stellung zu werfen. Vergeblich! Noch besaß der Süden Widerstandskrast genug, um hier, auch an anderen Punkten des KriegsschauPlatzes Siege zu erringen. Freilich, Hunger und Demoralisation vollendeten, was Waffengewalt nicht so schnell zu Ende bringen konnte. Als Richmond von aller Zufuhr abgeschnitten war, kam die Verzweiflung über die einst so tapferen Soldaten des Südens. Die Zahl der Deserteure, die theils zur Unionsarmee übertraten, theils sich in. die Heimath zerstreuten, wuchs ins Ungeheuere. Ganze Regimenter, ja, ganze.Brigaden warfen die Waffen, fort und' liefen davon. Grant focht nicht nur mit Hieb- und Schußwaffen, er Limpfte auch mit der Schlauheit und der kühlen Berechnung, des listigen Fankee. Auf seine Anordnung wurden Tausende von Plakaten gedruckt, die er. an Papierdrachen befestigen und bei den Vorposten aufsteigen ließ. An die Schwänze dieser Drachen wurden Schwärmer angebracht. Wenn die Drachen nun über den feind-

lichen Pikets standen,, wurden die Schwärmer abgebrannt und die Drachen mit den an ihnen befestigten Plaraten fielen in die conföderirte VorPostenstellung. Die Plakate enthielten lockende Versprechungen für die Svldaten der Südstaaten. Es wurde jedem Ueberläufer freie Reise nach irgend einem. Ort der. Vereinigten Staaten zu-. gesagt, ferner sollten allen denen, dieWaffen, Pferde und Munition mitbrächten, diese. Gegenstände zum Armeepreise abgekauft werden. Ueberdies erbot sich die. Unionsregierung, den Deserteuren Arbeit in den RegierungsWerkstätten anzuweisen. Im Frühjahr 1865 ergab sich Richmond. Der. Rest der Armee scharte sich um. den geliebten General Lee, der südwestlich von Richmond. bei Appomatox Court House zum letzten. Male eine Stellung einnahm. Aber noch bevor es zum Kampfe kam,, sah der Führer dieser letzten Trümmer der einst so siegreichen Armee ein, daß jeder weitere Widerstand nur ein nutzloses Blutvergießen bedeuten würde.. Lee capitulirte mit allein seinen Truppen. Am 16. April 1865 wurde nach vierjährigen erbitterten, har-ückigen Kämpfen der Bürgerkrieg ischm Nord und Süd beendet und bei Friede geschlossen. Und jedes Heer mit Sing und Sang Und Paukenschlag mit Kling und Klang. Geschmückt mit grünen Reisern, Zog heim zu seinen Häusern. Und überall, allüberall Auf Wegen und auf Stegen Zog alt und jung dem Jubelschall. Der Kameraden entgegen! Diese Verse des deutschen Dichters, die der junge Ammtann: vor Jahren durch seinen deutschen Freund und Lehrer kennen gelernt hatte, zogen Harry Bradley durch die Seele, als der Eisenbahnzug, der ihn und seine Kameraden vom De Kalb Regiment nach der Heirnath führte, im Grand Central Depot zu New York einlief. Eine dicht gedrängte Menschenmenge füllte Bahnsteig und Straße, als das tapfere deutsche Regiment aus dem Feldzuge, der vier lange Jahre gedauert hatte, endlich heimkehrte. Für die nächsten Minuten warm alle Bande der Ordnung und Disciplin gelöst, jeder Soldat und jeder Officier stürzte den Seinen entgegen und die gewölbten Hallen des Bahnhofes tönten von lauten Freudenausrufen wieder. Viele freilich waren zu b:wegt, um ihr Enfzücken anders als durch strahlende Mienen und halberstickte unarticulirte Laute kundzugeben. In manches harten, graubärtigenKriegers Auge schimmerte die Thräne der Rührung und nicht nur bei schwachen Frauen und Kindern machte sich die tiefe Gemüthsbewegung in einem krampfhaften Aufschluchzen Luft. Margarets Herz hämmerte so heftig unter den Schauern seligster Erwartung, dah fc halb ohnmächtig war, als es Hariy Tndlich gelang, sich zu ihr

hindurch zu drängen und sie in seine Arme zu ziehen. Aber unter seinen Küssen kehrte ihr rasch das volle Bewußtsein ihres Glückes wieder. . Erst draußen am Portal, wo Mr. Bradley und Carrie Sohn und Bruder erwarteten, kam ein Mißton in die Freude des Wiedersehens. Carrie war freilich liebenswürdig und herzlich wie immer, aber Mr. Bradley lüftete vor der Schwiegertochter nur förmlich feinen Hut. während sie sich im Rausch ihr'eS Entzückens am liebsten an seine Brust geworfen und mit ihm Frieden gemacht hätte. So mußte sie es förmlich als eine Erlösung begrüßen, als jetzt der Ruf: Antreten!" erscholl und Harry sich für eine kurze Frist verabschiedete. Ein winziges Häuflein von Soldaten war es, das sich zum feierlichen Einmarsch in die Stadt rangirte. Nur acht Officiere und hundertachizig Mann hatte der Krieg vom De KalbRegiment übriggelassen. Die anderen ruhten in den Massengräbern auf den Schlachtfeldern von Bull Run, Croß Keys und Gettysburg oder sie waren schon früher durch. Krankheit und' schwere Verwundung für den Kriegsdienst untauglich geworden. Von den letzteren schlössen sich jetzt auf dem Bahnhof und unterwegs auf der Straße Hunderte den einrückenden Kameraden an, Stelzfüße, Einarmige und andere Veteranen., denen der blutige Feldzug ein unaustilgbares Erinnerungszeichen mit in die Heimath gegeben hatte. Unter feierlichem Glockengeläut, umbraust von begeisterten Hurrahs und Cheers", setzte sich das Regiment in Bewegung; neben dem völlig unversehrt, heimkehrenden. Oesterreicher Albert, der- inzwischen zum Commandeur und Obersten des De Kalb - Regiments aufgerückt war, humpelte Herr- von- Galis, der es sich nicht hatte.' nehmen lassen, sein altes Regiment: zu begrüßen.. Hell auflodernde. Begeisterung' bei der die Gangwege zu beiden. Seiten der Straße dicht füllenden Menge.' erregte jedesmal der Anblick der. beiden Fahnen, des Regiments, deren Aussehen ein. beredtes.. Zeugniß ablegte von den Gefahren, die. die tapferen: Soldaten bestanden hatten. Messingringe hielten die Stangen zusammen, die an mehreren Stellen von feindlichen Kugeln durchbohrt worden waren. Von dem Fahnentuch waren nur ein. paar armselige Fetzen übrig. Vor City-Hall machte das Regiment Halt, um. in, den festlich geschmückten Sälen des RathHauses ein letztes gemeinsames Mittagsmahl einzunehmen. Dann fand: die Ausmusterung statt und weinend legten die Soldaten die Waffen, nieder, die sie durch die Gefahren von. vier Jahren, mit Ruhm und Ehren, getragen hatten. Zum Schluß noch ein donnerndes Hoch auf die Union, ein. letzter Händedruck, und die Kameraden schieden von einander. Kein Wunder, daß manchem dabei die Thräne über, die gebräunte Wange rann, hatte man,doch jahrelang Schulter an Schulter gestanden, sich aneinander gewöhnt, und. hatte man doch so manche Noth und so manche Gefahr in treuer Kameravschaft miteinander getragen. Endlich konnte Harry Bradley dem Dränge seines Herzens folgen, und zu seinem geliebten Weibchen eilen, das mit offenen Armen seiner harrte,. Zur selben Zeit saß Carrie Bradley in ihrem Zimmer, in das sie sich, eingeriegelt hatte, um ungestört ihren Thränen freien Lauf lassen zu. können. Ihr. -Herz war mit Schmerz und Trauer, erfüllt. Run war keine' Hoffnung mehr, nie mehr würde sie Uzn wiedersehen, den heimlich Geliebten: Dietrich, Henning. 19. WaA hast du nur, Kinv,. fragte Harry Bradley an einem der nächsten Tage seine junge Frau. Freust du dich denn nicht, daß ich wieder dir bin?. Ach Harry!

Margaret warf sich ihrem jurrgen Gatten ungestüm an die Brust und ihre Küsse gaben eine beredte Antwort auf snne Frage. Aber warum siehst du mich denn oft so eigen an? forschte er eistaunt. Wa rum seufztest du, warum wischest du dir verstohlen die Augm, wenn du glaubst, daß ich es Nicht sehe? Weil ach Harry ! Die junge Frau, die sich Nicht langer beherrschen konnte, brach in heftige Thränen aus. Es macht mich so furchtbar unglücklich. daß dein Vater uns noch immer zürnt. Aber Harry lächelte- und sagte trostend: Darum laß dir nur kein graues Haar '.wachsen. Lieb! Wen er genug gebrummt hat, wird er schon wieder gut werden Was bleibt ihm denn weiter übrig? Rein, nein! Er wird mir niemals verleiben, aam gewiß nicht. So! Harry betrachtet? die Weinende erstaunt. Hat er dir das selbst gesagt? Margaret blickte befangen, schweigend zu Boden. Frau Leiphold aber. die zugegen war, nahm statt ihrer vas Wort. Ihr Vater nicht, erklärte sie. Aber Mr. Cunningham hats uns gesagt. O wüßten Sie nur, welchen Vorschlag er Margaret gemacht hat! Einen Vorscklaa? fragte Harry beunruhigt. So erklären Sie mir doch! . f ii e. f jc r yzaü eipyolo liey jicg niaji iuiiijc bitten. Im Gegentheil, die Entrüstung war noch so stark in ihr, daß sie die Gelegenheit, ihr einmal ordentlich Luft zu machen, gern annahm. (Fortsetzung folgt.) Desinirt. Moritz sag' mir eine hervorragende Eigenschaft deS Wasser!- Wenn man sich drin wäscht werd.'s schwarz!" Entgegenkommend. Dame: Ach, ich hab' ja nichts für Sie!Strolch: Run, va jeben S mir wenigstens einen Kuß, den haben Se sicher!-

Iur die MHe. SautirtesSchweins-oder Rindssilet. Man häutet und klopft die Ruß des Filets und schneidet sie in Scheiben von etwa 2 Zock Dicke. Run bringt man einen guten Stich Butter in einer Eierkuchenpfanne zum Steigen und thut das Fleisch hinein, wenn sich die Butter ein wenig zu färben beginnt. Man bratet die Filetscheiden nun so lange, bis sie gelbbraun sind, was etwa K) Minuten in Anspruch nimmt, da sie inwendig rosa bleiben müssen. Während des Bratens bestreut man sie mit Salz, Pfeffer und einer Messerspitze Paprika, und ervirt sie dann sofort auf erwärmter Schüssel. Die nicht verdickte oder verdünnte Butter. die sich mittelbraun gefärbt haben wird, giebt man darüber. Jede Art von Gemüse paßt hierzu. Gespickter Hecht. Ein großer Hecht wird geschuppt, ausgenommen, gewaschen, mit Salz bestreut und eine Stunde, stehen gelassen. Abgetrocknet, wird er mit feinen Speckfäden gespickt und in feinem Mehl, das mit ein wenig gestoßenem weißen Pfeffer vermischt ist. gewendet.. Hierauf läßt, man ein halbes Pfund Butter, in. einer Pfanne hellbraun werden., brät, den Fisch darin unter häufigem. Begießen von allen Seiten braun,, hebt, ihn vorsichtig heraus,, legt ihn auf eine erwärmte Schüssel und kocht den Brntenfond mit süßer Sahne oder. Bouillon,, einem Gläschen Madeira und etwas Citronenschale unter, beständigem Umrühren gut Lurch. ParisierEer speis e. Zwei schöne, gewässerte. Heringe werden entgrätet, in. Stücke zertheilt und in Mehl panirt, worauf man sie, in Schmalz goldbraun, bäckt.. Zehn Stück hartgekochte Eier schneidet man in Viertel und füllt Eier und Heringstücke abwechselnd in eine, feuerfeste Porzellanform, die man vorher gut ausgestrichen und mit einer fingerdicken Schicht gekochter, in saurer Sahne geschwenkter Kartoffelscheiben gefüllt hat. Die Oberfläche wird durch eine zweite Schicht Kartoffelschnitten mit Sahne gebildet, zuletzt Butterstückchen, geriebener Parmesankäse, und Semmelkrumen darübergestreut, und. die Speise. 20 Minuten gebacken.. Rosenkohl, h l'anglaise. Die geputzten Röschen wirft man sofort in kaltes Wasser, aus welchem sie nochmals in reines Wasser kommen. Indessen hat man siedendes Salzwasser bereitet, in das man den Rosenkohl erst wirft, wenn es durchaus im Wallen ist. Man darf, nun den Rosenkohl, wie alles Gemüse,. das grün bleiben, soll,, nicht zudecken, da er. sonst sofort, die Farbe verliert.. Nun giebt man ihn auf ein Haarsieb.läßt ihn gut abtropfen und wirft, ihn in eine Schüssel mit Porzellandeckel, in welcher, sich auf zwei Quart Rosenkohl ein gestrichener Eßlöffel voll frischer Butter, besindet, rührt, den Kohl mit einem Porzellanoder silbernen. Löffel, schnell durch und giebt ihn zur Tafel,, bevor noch die Butter völlig zergangen ist. Junge Erbsen mi.t. Speck. Während man den Inhalt einer Zweivfund - Büchse junger Erbsen erhitzt, brät man S Unzen feinen, in Würfel geschnittenen. Speck, bräunlich, nimmt die Speckstückchen heraus, rührt einen Löffel.Mehlin.dem Fett gar, giebt soviel. gute. Bouillon aus Liebigs FleischExtrakt, daran, daß man eine sämige Sauce erhält und würzt diese mit einer. halben geriebenen Zwiebel, einer Prise Pfeffer und etwas gewiegter Petersilie In dieser Sauce kocht man die Erbsen auf und richtet sie dann sofort an Al u nre?n k o h l. m i t H u m m e r. Der Blumenkohl, der weiß und tadellos sein muß. wird in Salzwasser gar, doch nicht zu weich gekocht, da man ihn nach dem Abtropfen in einzelne unversehrte Röschen zertheilt. Eine glatte Mehlspeisenform wird mit Butter bestrichen und mit Semmel ausgestreut und dann schichtweise mit den Blumenkohlröschen und eingemachtem Büchsenbummer gefüllt, wobei man jede Schicht mit kleinen Butterstückchen belegt und mit geriebenem Parmesankäse bestreut. Wenn die Form voll ist, gießt man so virl dicke, saure Sahne über das Gericht, daß alle 'Lücken ausgefüllt sind, und bäckt dann die Speise etwa 33 Minuten in heißem Ofen. . Polnischer Braten. Bier Pfund derbes Kalbfleisch, aus der Keule genommen, .werden zu einem dünnen, ziemlich flachen Stück geklopft, das man mit Sardellen-, Speck- und Citronenstreischen durchspickt, mit Salz und Pfeffer bestreut, fest zusammenrollt und mit Bindfaden festschnürt. Man brät das Fleisch in Butter, der man nach und nach etwas kräftige Bouillon aus Liebigs Fleisch-Extrakt zusetzt, begiebt den Braten fleißig und servirt ihn. in seine Scheiben geschnitten. mit der durch den Zusatz von saurer, mit etwas Mehl gequirlter Sahne sämig gemachten Sauce. Sauerbraten. Ein gutes Stück Rindfleisch wird einige Tage in Essig gelegt, etwasSpeck hinein gesteckt, mit Zwiebeln, Pfeffer und Salz gerieben und in Butter gebraten, dann mit

Wasser bedeckt und geschmort. Eine balbe Stunde vor dem Anrichten werden klein geschnittene eingemachte Gurken hineingethan, auch einige Lorbeerblätter. Die Sauce wird mit Mehl sämig gemacht und Kartoffeln dazu gegeben. Ochsenschwanz. Man theilt den Schwanz in halbfinaerdicke Stücke und legt sie eine Stunde lang in kaltes Wasser; darauf bedeckt man den Boden eines Topfes mit Speckschnitten, giebt drei Carotten, drei Zwiebeln, Grünzeug, Gewürznägel, Salz und Pfeffer da.zu und läßt das Ganze langsam schmoren. Die Fleischstücke werden auf einer langen Platte arrangirt und mit Erbs und Linsenpuree tedeckt.