Indiana Tribüne, Volume 22, Number 172, Indianapolis, Marion County, 12 March 1899 — Page 3

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Vornan von Arthur Zap. (ö. Fortsegung.) Ich freue mich, Sie bci mir begrüfcen zu können, sagte General Jaäson mit etwas steifer Höflichkeit und trug de: Tanie. die. wie viele andere Frauen, die leidenschaftliche Vegeisterunz für die Siche ihrer südlichen Heimath zur Spionin gemacht hatte, selbst einen Stuhl herbei. General Stuart, ein noch junger, etwa zweiunddreiftigjähriger Mann, sorgte galant für eine Erfrischung, in dem er der Ermüdeten einen Feldbecher mit Wein präsentirt:. Mrs. Batchford leerte ihn dankend und berichtete den gespannt zuhörenden Generälen das, was sie über, die Stellung und den Schlachtplan der Unionsarmee in Erfahrung gebracht hatte. General Stuarts kühnes, von einem langen schwarzen Barte umrahmtes Gesicht leuchtete und seine dunkeln Augen blitzten unternehmungslustig. Die Nacht ist dunkel, rief er glühend vor Abenteuerlust, wenn Sie uns führen wollen, Mrs. Batchford, würde ich mit meinen Reitern gern dem Feinde in seinem Lager einen Besuch abstatten. Die unerschrockene junge Wittwe erklärte sich bereit. Der Plan wurde sogleich im einzelnen besprochen und es wurde zugleich verabred:, daß man in einer Stunde aufbrechen sollte. Während Mrs. Batchford in dem Zimmer Jacksons auf einem rasch improvisirten Lager ein wenig ruhte, ritt dieser mit zwei seiner Adjutanten nach dem linken Flügel seiner Armee, um dem dort eommandirenden Untergeneral selbst neue Weisungen zu geben. General Stuart aber ließ inzwischen eines der Regimenter seiner Cavallerie - Division sich marschfertig machen. Es waren lauter Virginia - Reiter, wilde, verwegene Gesellen, die mit ihren Pferden eins schienen. Als das Regiment sich formirt hatte, erschien Mrs. Batchford und setzte sich mitGeneral Stuart an die Spitze. Als man eine halbe Stunde scharf geritten war, wurde Halt gemacht. General Stuart befahl, die Mäntel umzudrehen; das blaue Futter wurde zu oberst gekehrt und so konnte, begünstigt von der Dunkelheit der Nacht, die Truppe bei flüchtigem Hinschauen als eine monistische gelten. An der Vorpostenlinie der Union!sten angekommen, gab der General kaltblütig Losung und Feldgeschrei, die ihm die Spionin mitgetheilt hatte. Dem Ofsicier der Feldwache, bei- der das Regiment passirte, theilte Stuart kurz mit, daß er mit seinen Leuten einen längeren Recognoscirungsritt außerhalb der Vorposten unternommen habe, von dem er jetzt zurückkehre. Die kühnen Reiter athmeten auf. Der schwierigste Theil des waghalsigen Unternehmens war geglückt. Man war innerhalb der feindlichen Stellung, ohne daß die keck weiterreitende Truppe irgendwelchen Argwohn erregt hatte. Auf einM freien Platz vor dem Lager, in dem jetzt gegen Mitternacht die tiefste Ruhe herrschte, ließ Stuart seine Leute noch einmal halten. Wieder wurden die Mäntel umgekehrt, sodaß die richtige graue Seite wieder zu ihrem Rechte kam. Und nun theilte der Reiterführer seine Schaar in aller Eile in vier Theile. Mi! einem herzlichen Händedruck verabschiedete er sich von seiner Begleiterin. Besten Dank! rief er ihr zu. Und nun bringen Sie sich rasch in Sicherheit, Madam! Good bjc! Mit ihrem gefürchteten gellenden Schlachtruf zerstreuten sich die vier Trupps in die verschiedenen Lager, alles ohne Gnade niederreitend und niedersäbelnd, was sich ihnen meist schlaf trunken in den Weg stellte. Oberst von Galis war einer der wenigen, die noch munter und in ihren Kleidern waren. Eine böse Ahnung zuckte in ihm auf. Eilig stürmte er ins Freie. Dem ersten Reiter, der ihm entgegensprengte, warf er sich in die Zügel. Dmned! rief Mrs. Batchford, als sie den Oberst erkannte. Spionin! knirschte Herr von Galis. Ein Blitz des Verständnisses durchleuchtete ihn. Sie war es gewesen, die den Feind herbeigeholt hatte! Eine falsche, verrätherische Schlange war sie und alle ihre verführerische LiebensWürdigkeit hatte nur darauf hingezielt, aus ihm militärische Geheimnisse herauszulocken. Sie hatte ihr frivoles Spiel mit ihm getrieben und blind, thöricht wie ein Knabe war er ihr ins Garn gegangen. Eine so zügellose Wuth packte den Betrogenen, daß er seinen Säbel gegen die Spionin zückte und ihn ihr tief in die Brust stieß. Röchelnd, zu Tode getroffen, sank die schöne Wittwe vom Pferde. Aber auch den Oberst ereilte im ' nächsten Augenblick das Schicksal. Ein südlicher Reiter mit lang auf die Brust wallendem schwarzemBarte war Zeuge des sekundenschnell sich abspielenden Vorganges gewesen. Ein Aufleuchten in der dunklen Nacht, ein kurzer, scharfer Knall schwer verwundet stürzte Oberst von Galis neben der sterbenden Mrs. Batchford zu Boden. 15. . Ebenso schnell wie sie gekommen, waren die verwegenen feindlichen Reiter wieder aus dem Lager verschwunden, nachdem sie einen Theil der Zelte in Brand gesteckt und eine Anzahl Pferde und Gefangene mit sich genommen hatten. Kaum begann der Morgen zu däm rnern, als auch schon der erste Kanonenschuß von Gainesville her ertönte.

Die Conföderirten ließen General McDowell nicht Zeit, den geplanten Angriff auszuführen. Sie selbst gingen auf ihrer ganzen Linie zum Angriff vor und besonders drängte ihr linker Flügel heftig vorwärts. Doch zum Glück sür die Sache der Unionisten standen hier den Angreifenden lauter deutsche Regimenter gegenüber. Die Batterieen. die der deutschen Division attachirt waren und die unter dem Befehl ehemaliger deutscher Artillerieofficiere standen, schössen wie auf dem Uebungsplatze und fügten dem Feinde ungeheuren Schaden zu. Die deutschen Artilleristen schienen die ganze Geschichte wie ein Fest zu betrachten und jeden Tresfschuß, den sie machten, begrüßten sie mit lautem Hurrah. Dennoch ließ sich der Feind nicht abhalten es -war gegen zehn Uhr Vormittags , mit einer ganzen Brigade, drei Jnsanterie - Regimentern in geschlossenen Colonnen, zum Angriff vorzugehen. Sofort stellte nicht nur die conföderirte Artillerie ihr Feuer ein. auch die deutschen Artilleristen gönnten sich eine Pause. Ruhig ließen sie die südliche Jnsanterie bis auf hundertfünfzig Schritt herankommen und gerade als die Musikbande der Feinde denSturmmarsch der Südländer zu spielen begannen, ließen die deutsch-amerikani-schen Batterieen ihr Feuer von Neuem spielen. Mit einer Sicherheit und Ruhe ohne gleichen sandten sie ihre Kartätschladungen in die anrückenden feindlichen Reihen. Darauf eine Salve der Infanterie, und als sich der Rauch verzogen, sah man, wie der Feind in aufgelösten Reihen Kehrt machte. Vorwärts! rief Major Henning, der an Stelle des schwer verwundeten Commandeurs mit der Führung des De Kalb - Regiments beauftragt worden war. Und mit Hurrah gingen die braven Soldaten des De Kalb - Regiments und mit ihnen das SchwesterRegiment der Brigade zum Angriff über, dem Feinde nach. An der Llsiere eines Waldes, dem die Conföderirten zuflohen. kam man ins Handgemenge und mit Kolben und Bajonett schlug und stach man einander nieder. Die Wuth der Verfolgung riß die Unionisten hin, weiter vorzugehen, als geboten war, und plötzlich befanden sie sich in einem Kreuzfeuer, das eine in der rechten Flanke plötzlich auftauchende secessionistische Infanterie - Colonne auf sie eröffnete. Dazu kamen jetzt die wohlgezielten Kartätschenschüsse der feindlichen Artillerie und so mußten die braven Deutschen wieder Kehrt machen und sich in eine geschützte Stellung zurückziehen. Immerhin war die Absicht des Feindes, den rechten Flügel der Unionisten zu werfen, vereitelt und die Schlacht kam hier zum Stehen. Dagegen waren die Südländer auf dem linken Flügel im Vortheil und McDowell ließ zur Verstärkung eine deutsche Brigade herbeiholen. Das De Kalb - Regiment und das SchwesterRegiment, das achte New Forker Freiwilligen'Regiment, rückten sofort nach dem gefährdeten Punkt ab. Bis drei Uhr Nachmittags war die Schlacht ungewiß. Mit einem Male verstummte das Feuer fast auf der ganzen Linie. Aber es war eine unheimliche, bedrückende Stille. Die Unionisten erkannten die Bedeutung dieser Gefechtspause sehr wohl. Der Feind rüstete sich zu einem letzten energischen Vorstoß. Frische Patronen wurden rasch vertheilt und in herzklopfender Spannung wurde die letzte Phase der Schlacht erwartet. Um vier Uhr begannen die Commandos von Neuem mit einer Macht, daß der Erdboden erzitterte. Auf der ganzen Linie rückten die Südländer vor. Da kam der Divisionscommandeur selbst herangesprengt und sich an Major Henning wendend, sagte er: Nehmen Sie sogleich die Batterie dort! Dabei deutete er mit seinem Säbel auf eine mehrere hundert Schritt entfernte feindliche Batterie, die den Vorstoß einer starken feindlichen Colonne in der Flanke deckte. De Kalb - Regiment, marsch! commandirte Dietrich Henning und mit Hurrah folgten ihm die Soldaten. Einen kleinen Hügel ging es im Laufschritt hinan, da erblickte man unerwartet eine starke feindliche Truppe, die in einer Entfernung von nur noch hundertsünfzig Schritt heranrückte. Die Deutschen stutzten, aber nur für eine kurze Minute. Vorwärts! rief der Führer des De Kalb - Regiments und mit vorausschwärmenden Schützen ging es weiter, dem Feind entgegen. Jetzt machten die Südländer Halt und formirten die Schußlinie. Feuer! ertönte bei ihnen das Com mando. Und ein paar heftige Salven drangen auf die anrückenden Deutschciwin. Aber die braven Jungen ließen sich nicht zurückschrecken und dem

energischen Vorwärts!' ihres Fuh rerssolgend, gingen sie mit gefälltem Bajonett und donnerndem Hurrah vor. Dem ungestümen Anprall hielten die Conföderirten nicht Stand; sie mach ten schleunigst Kehrt und überließen dem De Kalb - Regiment das Feld. Aber den schwersten Theil seiner Aufgabe hatte das brave Regiment noch zu erfüllen. Bis auf zweihundert Schritt war man jetzt an die Batterie, die Major Henning mit seinen Leuten nehmen sollte, herangekommen.' Ein Defil6 bot die Gelegenheit, eine kurze Rast zu machen und sich zu sammeln. Dann wurde von Neuem avancirt. Die besten Schützen der Compagnie schwärmten aus und ihre trefflichen Büchsen hatten aar bald die Pferde rer conföderirtenArtillerie hinweggeräumt. Zwar,' feuerten die todesmuthigen feindlichen Artilleristen noch einmal ihre Geschütze mitten in den dichtesten naue: ves yeransturmenden Re

ments ab, den ungestümen Angriff aber konnten sie doch nicht abschlagen. Major Henning allen vorauf, war der erste, der die feindliche Stellung erreichte. Er sollte dis furchtlos ausgeführten, gelungenen Angriffs nicht froh werden; einen stechenden, brennenden Schmerz in der rechten Seite fühlend, sank er, den Säbel in der Faust, bewußtlos zu Boden. Ihm nach stürmten seine Braven und im Nu waren die feindlichen Kanoniere niedergemetzelt. Die Geschütze selbst wurden den Abhang hinab in einen sumpfigen Graben gestoßen, in dessen Morast sie versanken. Aber das tapfere De Kalb Regiment hatte ein Viertel seiner Leute umsonst geopfert, denn auf allen übrigen Punkten waren die Feinde siegreich und die nothgedrungene Losung war nun doch: Zurück !" Wo ist der Major? schrie Capitän Albert, der älteste Compagniechef de5 Regiments. Todt! antwortete ein Lieutenant, neben dem der Regimentsführer blutend zusammengesunken war. Capitän Albert warf erschüttert noch einen letzten Blick , auf den bleich, regungslos, mit starren Augen Daliegenden und führte dann zähneknirschend das Regiment zurück. Abermals war am Bull Run eine große Schlacht verloren und wenn nicht General Sigel trotz der ihn wild umwogenden Flucht den Kopf oben behalten hätte, McDowells ganze Armee wäre vernichtet und gefangen genom men worden. Zwei Stunden lancr hielt Sigel mit seiner Division und seinen Batterien den nachrückenden Feind in Schach, bis es McDowell gelang, der kopflosen Flucht ein Ende zu machen und bei Centreville unweit Washington wieder festen Fuß zu fas-sen.

16. Die Anwesenheit Margarets übte. auf den schwer verwundeten Harry Bradley den wohlthuendsten Einfluß aus. Sein Zustand besserte sich so erheblich, daß Mr. Bradley schon nach, wenigen Tagen beruhigt wieder abreisen konnte. Die junge Frau blieb zur Pflege des Kranken zurück, der zwar außer Gefahr war, aber noch ein langes Krankenlager vor sich hatte. Maxgaret athmete auf, als der alte Herr Bradley fort war; seine Gegenwart hatte immer wie ein Alb auf alle ihre Empfindungen und Gefühlsaußerungen gewirkt und seinen Mienen und seinen Blicken hatte sie wohl angesehen, daß er sich mit der Stegreif-Trauung seines Sohnes durchaus noch nicht ausgesöhnt hatte. Sein ganzes Berhalten gegen sie war ein stiller Widerspruch gegen die so überraschend und gegen seinen Willen geschlossene Ehe,, mit der er förmlich überrumpelt worden war. Er hatte ganz andere Pläne mit seinem einzigen Sohne gehabt, und daß ihm nun durch die lleine blonde Deutsche ein Strich durch die Rechnung gemacht worden, erbitterte. ihn natürlich nicht wenig und stimmte' sein Herz gegen die ihm aufgedrungene Schwiegertochter eher zum Haß aB zur Liebe. Carrie Bradley war durch die Räch richt, welche ihr Joshua Cunninghanr. aus Washington mitgebracht hatte;, tief getroffen worden, wenn sie es anchnicht äußerlich zum Ausdruck kommen ließ, wie schwer sie innerlich litt. Der Prokurist ihres Vaters hatte gar keinen Zweifel darüber gelassen, daß die schöne Nichte des Kriegsministers Dietrich Henning wohl ganz bezaubert und ältere Eindrücke wohl ganz in ihm verwischt hatte. Tagtäglich forschte Carrie mit Herzklopsen in, den Zeiwngen. Die Verlobung eines so hervorragenden Mitglieds der vornehmen Washingtoner Gesellschaft würde ge wiß in den Spalten der öffentlichen Blätter nicht mit Stillschweigen übergangen werden. Als nun eines Tages statt der erwarteten Meldung die Zeijungen die Mittheilung von der Vu lobung Kate Clintons mit Senator Pillsbury brachten, da. kam es wie ein Aufathmen, wie eine Erlösung von einem langen, schweren Druck über die Glückliche. Sie war den ganzen Tag über in eine? so gehobenen, freudig et regten Stimmung, daß es selbst ihrem, Vater auffiel, der, immer tief in Projecten und Geschäften, sich nicht gerade sonderlich um die Gemüthsverfassung seiner Angehörigen zu lümmern pflegte. Was hast du denn, Carrie? fragte er ste, als er das stille, glückliche Lächeln um ihre Lippen und das lebhafte Strahlen ihrer Augen bemerkte. O gute Nachrichten aus Washington. Papa, gab sie heiter zurück. Aus Washington? Ja. Papa, erwiderte sie, und ihre Stimme klang wie Jubel. Hast du es denn nicht in der Zeitung gelesen, daß sich Kate Clinton verlobt hat? Ich pflege die Verlobungsnachrichten nicht zu lesen, bemerkte Mr. Bradley troc?en. Ueoerdies erinnere ich mich nicht, den Namen der jungen Dame je gehört zu haben. O, was für ein schlechtes Gedächtniß du hast, Papa! rief die Uebermüthige lachend. Weißt du denn nicht, daß Kate Clinton die Nichte des KriegsMinisters ist? Und was geht dich die Verlobung der Nichte des Kriegsministers an? fragte der Kaufmann kofpschüttelnd. Eine bei ihr ganz ungewöhnliche Schalkhaftigkeit blitzte aus CarrieS Augen, während sie selbst versetzte: Aber, Papa, hast du denn gar keine Combinationsgabe? Wenn die Nichte des Kriegsministers an Verlobung und Hochzeit denkt, so nehme ich das als ein Zeichen, daß sich der politische Horizont zu lichten beginnt und daß wir bald Frieden haben werden. Der Kaufmann blickte seine Tochter erstaunt an. Garnes kühne Combi

Nation wirkte im ersten Moment geradezu verblüffend auf ihn. Dann lächelte er und meinte: Wenn mich auch deine gewagte Schlußfolgerung nicht überzeugt, so wäre mir doch ein baldiger Friede sehr erwünscht. Meine große Baumwollen - Spekulation ist so ziemlich unker Dach und Fach. Wenn's nach meinem Wunsche ginge, so feierten wir zugleich mit Harry's Genesung den Friedensschluß, sonst muß der Tollkopf noch einmal gegen den Feind. Auch über Carries Antlitz l'uschte jetzt ein Schatten. Schmerzlicher als wir würde es seine junge Frau empfinden, bemerkte sie. Und als sie die finstern Runzeln wahrnahm, die mit einem Male in dem Gesicht und auf der Stirn ihres Vaters erschienen, fragte sie rasch: Sag mal, Papa, was hast du eigentlich gegen die arme Margaret? Ich finde sie reizend und kann es Harry nicht verdenken, daß er sich bis über beide Ohren in sie verliebt hat. Aber Mr. Bradley schüttelte sehr mißbilligend mit dem Kopf und ein harter Zug trat in sein faltiges, strenges Gesicht. Man heirathet doch nicht das erste beste Mädchen, weil es eine hübsche Larve hat. Harry hätte an seine sociale Stellung denken sollen, die doch auch Verpflichtungen auferlegt. Carrie Bradley lächelte Verständnißvoll. Dir wäre es lieber gewesen Pa wenn er Bessie Haskins geheiraihet hätte? Allerdings, der alte Haskins , ist mein langjähriger Geschäftsfreund. Er hat keinen Sohn und Harry hätte einmal seine Fabrik mit der unsrigen vereinigen können. Ich hatte mit Haskins schon alles durchgesprochen und verabredet. Harry sollte nach derVerheirathung mit Bessie als Partner in Haskins Geschäft eintreten, während ich Mr. Cunningham einen Antheil an meiner Firma eingeräumt hätte. Die kleinen grauen Augen des Sprechenden blickten forschend, mit eigen--thümlich gespanntem, lauerndem Ausdruck, zu dem jungen Mädchen hinüber, während er scheinbar gleichgültig, nur so nebenher die Worte hinwarf: AproPos, wie denkst du eigentlich über Mr. Cunninghanr, Carrie? Das junge Mädchen lachte. Es schien nun heute einmal, ein unwiderstehlicher Hang zur Lustigkeit in ihr zu sein. Ich denke garnicht über ihn, Papa. Und als sie ihren Vater eine Vewegung des Aergers machen sah, fügte sieernster hinzu Mr. Cunningham ist nicht so interessant, daß er .ein junges Mädchen, zum. Nachdenken reizen könnte. Er ist ein tüchtiger, ein. lluger junger Mann, erklärte Mr. Bradley in einem nachdrucksvollen Ton. Und gerade in jetziger Zeit habe ich wiederholt Gelegenheit gehabt, mich von seinem ganz hervorragenden Scharfsinn und von seinem Werth für. meine Firma, zu überzeugen. Ich könnte es entschieden. nur als einen Vortheil betrachten, wenn- es mir gelänge, ihn fester cm mich und mein Haus zu fesseln. Carrie Bradley sah ihren Vater mit. einem eigenthümlichen Blick an. Sag mal, Papa, nahm sie das Wort und ihre Stimme klang diesmal scharf und ein wenig spöttisch, entspringt, diese warme Lobpreisung, Mr. Cunninghams einem bloßen Herzensbedürfniß bei dir, oder verbindest du dcrmit einen besonderen Zweck? Ihre Augen blickten so kühl und durchdringend, daß Mr. Bradley erst, ein unwillkürliches Unbehagen niederkämpfen mußte, bevor er sich rückhaltlos zu offenbaren wagte. Allerdings, antwortete er, es war meine Absicht, dir anzudeuten daß. ich' es nicht ungern sehen würde, wenn du. Mr. Curmingham's Bewerbungen, mit. freundlichem Entgegenkommen aufnehmen würdest. Du bist ein kluges Mädchen und- es wird dir nicht entgangen sein, daß er sich ernstlich unr dich bewirbt. Das junge Mädchen richtete sich steif in die Höhe. Zwei, drei senkrechte Falten hatten sich auf ihrer Stirn, gebildet und der schelmische, lächelnde Zug war ganz von ihrem Gesicht verschwunden. Ernst und kalt entgegnete sie: Doch, das ist mir entgangen, Papa. Oder vielmehr: Ich nahm an, daß Mr. Cunningham'S Artigkeiten lediglich deiner Tochter, der Tochter seines Principals galten. Wenn du aber meinst, daß Mr. Cunningham mit seiner Liebenswürdigkeit gegen mich noch andere Zwecke verfolgt, als sich dein Wohlwollen zu erwerben, so werde ich künftig etwas mehr auf mich achten, so ost ich ihm begegne. Mr. Bradley machte eine Geberde des Unwillens. Ich begreife nicht, sagte er, waS du gegen ihn hast. Nichts Papa, gar nichts. Er ist mir vollkommen gleichgültig. Und deshalb glaube ich, ist er nicht der geeignete Mann für mich. Im Uebrigen denke ich noch gar nicht daran, dich zu verlassen, Papa, und meinen eigenen Hausstand zu gründen, wenigstens so lange dieser Krieg dauert, ganz gewiß nicht. Mr. Bradley hielt es für das beste, .das Thema vorläufig nicht weiter zu verfolgen und alles weitere der Zeit und der Klugheit Mr. Cunninghams zu überlassen, der ihm ganz als der Mann erschien, das Ziel, daS er sich einmal vorgesteckt hatte, auch schließlich zu erreichen. Es war ein paar Wochen später, als die telegraphische Nachricht von der zweiten unglücklichen Schlacht'am Bull Run eintraf. Zwanzigtausend Mann waren von der Unionsarmee gefallen, besonders stark hatte die deutsche Dir:surn gelitten. DaL De Kalb-Neiment,

da? vor de? Schlacht' allerdings nur noch siebenhundert gezählt hatse, war auf einH'äuslein von dreihundertachtzig Mann zusammengeschmolzen. Carrie Bradley befand sich in fieberhaster Aufregung und in einem Zustände dumpfer, beklemmender Spannung sah sie den genaueren Meldungen entgegen. An einem der nächsten Abende erschien Mr. Cunningham früher als gewohnlich im Hause seines Chefs. Sein Gesicht lag in ernsten Falten, seine Augen bemühten sich starr und glänzlos zu blicken, kurz, seine Züge zeigten jenen Ausdruck, den man bei Leidtragendcn, die innerlich wenig von dem verspüren, was sie äußerlich gern zur Schau tragen möchten, eine officielle Trauetmiene" zu nennen pflegt. Ist Ihnen eine Speculation mißglückt? fragt Mr, Bradley. von seinem Abendblatt aufblickend. Mr. Cunningham schüttelte gemessen mit dem Kopf' und griff zugleich in seine Rocktasche. Ich habe Depeschen aus Washington, erklärte er. Die Verlustliste unserer bei Bull Run im Treffen gewefenen Truppen. Ah! Carrie Bradley erhob sich mir einem energischen Ruck. Joshua Cunningham kam ihr dienstbeflissen ent--gegen. Ich glaubte, sagte er geschmeidig, daß Sie das Schicksal unserer Freunde beim De Kalb-Regiment. interessiren würde. Er reichte ihr das zusämmengefal-' tene Blatt. Carrie griff hastig zu und dankte mit mehr Wärme, als sie in der letzten Zeit an ihn verschwendet hatten. Auch Mr. Bradley legte seine Zeitung, beiseite und erhob fragend den Blick 311: seinem Prokuristen. Oberst von Galis ist schwer verwundet, beeilte sich dieser zu berichten. Das Commando des Regiments ist an den früheren Capitän Albert, der zum; Major befördert ist, übergegangen. Albert? wiederholte Mr. Bradley fragend und suchte in seinem Gedachtniß. Erinnern Sie sich nicht? kam' ihm Mr. Cunningham zu Hülfen Er. war einst kurze Zeit Ihr Kutscher.. Mr. Bradley lachte. Sehen Sie einmal, bemerkte er-gut--gelaunt, wie der Krieg diesen armen deutschen Teufeln auf die Füße hilft!. Und Mr. Henning? Joshua Cunningham antwortete nicht; zunächst veranlaßte ihn die Fragr seinesChefs nur, aufmerksam zu Carrie Bradley hinüberzublicken. Unwillkürlich folgte Mi; Bradley mit seinen Augen derselben Richtung. Was ist dir, Carrrie! rief, er im nächsten Moment erstaunt. Des jungen Mädchens Blicke hingen. wie gebannt an dem Blatt Papier, das sie noch immer in ihrer zitternden Linken hielt. Mit ihrer Rechten stützte sie sich auf den Tisch, neben dem sie stand. Ihr Antlitz war so weiß, daß es: schien, als pulsire kein Tropfen Blut mehr in ihm:. Ihre ganze Gestalt erbebte und keuchende, röchelnde Laute stiegen aus ihrer heftig ringenden Brust empor. Was ist dir. Carrie? wiederholte Mr. Bradley seine Frage erschreckt und sprang auf seine Füße. Das junge Mädchen faßte sich . mit; der-ilZr eigenen starken Willenskraft. Nichts. Papa, sagte sie schnell. Es, ist-nur ein wenig . . . sie strich mit der. Hand über ihre Stirn. Entschuldige mich, ich fühle mich nicht ganz wohl. Sie verließ mit raschen Schritten das Zimmer, ihren Vater, der-sie begleiten wollte, mit bittender Geberde zurückscheuchend. Indeß hatte Joshna Cunningham die Depesche, die aus Carrie Bradleys Hand zu Boden geflattert, war, aufgehoben. Er reichte sie jetzt seinem Chef und deutete auf einen, der- Verlustliste des De Kalb - Regiments angeführten Namen. Mr. Bradley las: Major Henning vermißt, wahrscheinlich todt." . Ueberrascht sah Mr. Bradley erst nach der Thür, durch die-seine Tochter in einem so Ausfallenden Zustande schmerzlichster Erregung verschwunden war, und heftete dsnn einen instinctiv fragenden Blick auf seinen Procuristen. Leise zischelte- Joshua Cunningham in einem Ton. der nicht ganz seine heimliche Genugthuung verhehlte, daß nun der Mann, den er für seinen gefährlichen Nebenb.nhler zu halten An laß hatte, aus dem Wege geräumt war.. Es scheint, als, ginge der Tod Mr. Hennings Miß Carrie besonders nahe. Wie was? fuhr Mr. Bradley überrascht auf, um im nächsten Augen., blick, von einem ganz anderen Gedan? ken beherrscht, m ganz ungewöhnlicher und fassungsloser Aufregung auszurufen: Henning todt! Aber da ist a da bin ich ja das ift ja von der allergrößten Wichtigkeit für mich! Ich hatte eine geschäftliche Wmachung mit Henning, die Er hielt plötzlich an. Die kühle Ueberlegung des Geschäftsmannes die ihm in der Ausregung der eisten Secunden abhanden gckom.nn, kehrte zurück. Ob er den Procuristen in sein Abkommen mit dem Erfinder des Copirtelegraphen schon jetzt einweihen sollte darüber mußte er erst ra Ruhe mit sich zu Rathe gehen. Ich erklare Ihnen das einandermal, lieber Cunningham, sagte er. den Gegenstand verlassend, zr stillen ärgerlichen Enttäuschung Mr. CunningHarns, der schon begierig seine Ohren gespitzt hatte. Carrie Bradley eilte auf ihr Zimmer und riegelte sich ein. Einer Ohnmacht nahe sank ste auf das Sofa. Hie? lag sie eine ganze Weile in dumpfer Betäubung, bis sie plötzlich wieder heftig auffuhr und sich mit 'wirren, fragenden Blicken im Zimmer umsah. Und dann kehrte ihr daö Bewußtsein dessen, was sie betroffen, in voller StZrke zu rück. Dietrich Hennine war. t?dt! 2:r

Mann, den sie achtete aus tiefster Seele, der Mann, den sie liebte! Nie hatte sie das so stark empfunden, wie in dem Augenblick, der ihr die Nachricht seines plötzlichen Todes gebracht. Es war. als wenn ihr ein scharfer, schneidender Stahl ins Herz gedrungen wäre, als wenn das Blut in ihr seinen Kreislauf eingestellt hätte. Und nun krampftt ihr ein so unerträglicher Schmerz das Herz zusammen, daß sie alle ihre Selbstbeherrschung aufbieten mußte, um nicht laut aufzuschreien. Die fieberisch erregte, aufgewühlte Phantasie malte ihn ihr, wie sie ihn gesehen hatte während ihrer letzten, kurzen Unterredung unter vier Augen. Und diese ehrlichen blauen Augen, die ein so tiefes, warmes Innenleben widerspiegelten, waren nun starr, und die feinen, charakteristischen Züge, die den Stempel eines lauteren, edelen Sinnes, eines ideal angelegten, hochdenkenden Geistes trugen, waren still, leblos, verzerrt von den Qualen der letzten schweren Stunde. Der kluge, beredte Mund, dem sie so oft andächtig gelauscht, war verstummt für immer. Ein dumpfes, qualvolles Stöhnen entrang sich der schwerathmendenBrust. Mit beiden Händen griff sie nach ihrer Stirn, auf der ein Druu lastete, als sei ein eiserner Reif darum gespannt. War es denn möglich, war es denn wirklich wahrT Wie hatte doch die Unglücksnachricht gelautet, die sie betäubt, förmlich darniedergeschmettert hatte? Major Henning vermißt, wahrscheinlich todt!. Mit. einem Ruck voll neuerwachend?r Energie schnellte das junge Mädchen in die Höhe. Das Blut schoß ihr wieder heiß und belebend in Stirn und Mangen zurück. War sie nicht thöricht, daß sie sich so leicht entmuthigen ließ, daß sie schwach und willenlos die Hände in den.Schooß legte und unthätig klagte? Brauchte. sie denn alle Hoffnung aufzugeben? Rein!. Die Nachricht von seinem Tode sprach, ja nur eine Vermuthung aus. Darmn war es ein Unrecht, sich jetzt schon nruthlosem Schmerz hinzugeben. Zu handeln hieß es, über sein Schicksal näheres, zu erforschen, um danach selbst bemessen zu können, ob sie ein Recht' hatte, sich mit der Hosfnung zu-schmeicheln, daß er vielleicht doch noch einst zurückkehrte. Das willensstarke junge Mädchen spornte, sich zur Thatkraft an, und trotzdem, die Kniee noch unter ihr zitterten, schleppte sie sich zu ihrem Schreibtisch, um einen kurzen Brief an Major Albert zu richten mit der Bitte um Mittheilung, über Dietrich Hennings Schicksal. Schon nach wenigen Tagen kam die Antwort. In- der artigen, zuvorkamwenden Weise, die der ehemalige öfterreichische Cavalier einer Dame gegenüber für selbstverständliche Pflicht betrachtete, berichtete er ausführlich alles, was er nur irgend zu sagen wußte. Er schilderte in beredter und freudig an-

erkennender Weise Hennings Antheil an. der Eroberung der südlichen BatteM. r p c . .ne, jcrnc anseuernoe, ymrelyenoe Tapferkeit, sernr todesmuthige Pflichttreuem Die feindliche Kugel hatte den Tapferen: getroffen, gerade als er den Gipfel der. Anhöhe, auf der die Rebellen - Batterie postirt gewesen, erklommekrhatte.' Mit einem kurzen Aufschrei sei Henning zu Boden gesunken, ohne ein weiteres Lebenszeichen von sich zu gebem.So sagte der Lieutenant aus. der sich bei Erstürmung der Batterie in unmittelbarer. Nähe des Regimentsführers. befunden habe. Er selbst. Albert, habe. den. Kameraden starr, allem Anschein nach leblos daliegen sehen. Die Eile, in der die kaum eroberte Position habe, wieder aufgegeben werden müssen, habe ihm leider nicht erlaubt, sich um Major Henning weiter zu bekümmern. Er-könne- nur annehmen, daß der Feind,, der das betreffendeGelände wieder zurückgewonnen habe, für eine den Umständen. angemesseneBcerdigung des Gefallenen Sorge getragen habe. Sei Henning aber nicht todt, sondern infolge schwerer Verwundung nur bewußtlos gewesen, so dürfe man hoffen, bald von ihm zu hören. Die Hoffnung, die Major Alberts ktzte Worte enthielten, war zwar, nur eine schwache, aber Carrie Bradley klammerte sich an sie mit der ganzen Kraft ihres energischen, muthigenSinneS. Vergebens! Wochen, und. Monate vugmgm, keine Zeile, keine. Nachricht tarn, von Dietrich Henning.. TitT7 Major Henning wußte.' nicht, wie lange er bewußtlos gelegene als er plötzlich zur Besinnung erwachte. Er stieß einen lauten Schmerzensruf aus; ein heftiger Ruck brachte: ihm sehr unangenehm zumBewußjsein,. daß er noch lebe. Ein rohes Gelächter folgte seinem Schrei. Zwei SoldateniderRebellenarmee, die im Verein mik anderen Kame raden zur Beerdigung ver Todten commandirt waren, hatte ihn nichts weNiger als sanft aufgehoben. Der Yankee japst noch! rief der eine. Desto besser, dann Krauchen wir unk nicht weiter mit ihm aSzugeben. sagw der andere uZd ließ ihn so plötzlich las, daß der Schwerverkrnndete mit dem Kopfe zuerst hart auf den Erdboden aufschlug und sofort wieder in seinen bewußtlosen Zustand von vorh.- zurücksiel. Als er zum zweiten Male zui sich kam, hörte Henning Wagengerassel von fern. Mit instinctiv sich in ihn, regendem Selbsterhaltungstrieb stieß der fast Verschmachtende laute Vuse aus und es dauerte auch nicht lange, J6is ein paar confoderirte Krankvrträger erschienen und ihn in eine der Krankenwagen hoben, die die: Verwundeten vom Schlachtfeld auflade. (Fortsetzunz fo!g.t.) ' T 1 Immer weis sein ist kluz.

Ikür die Luche. Hammelrücken, nach Art eineSRehrückenzubereZtek. Der wie ein Rehrücken zurechtgeschnittne Hammel- oder Sch'öpfenrücken Wird gehäutet und von allem Fett sauber gereinigt. Nun legt man das Stück drei bis vier Tage in nicht zu sauern Essig und wendet es allabendlich um. Dem Essig gbt man einige Pfefferkörner, Nelken, Zwiebel, Lorbeer undWacholderbeeren, ebenso einige Citronenschubchen und etwas Salz zu. Soll der Braten nun zubereitet werden,, so spickt, man ihn reichlich mit frischem Speck und überstreut ihn mit Salz. So zugerichtet brät man das Fleisch unter fleißigem Vegießen zwei Stunden lang.. Ein: Viertelstunde vor dem Anrichten gießt man eine Obertasse voll sauern Rahm über den Braten, auch ein Glas Weißwein erhöht den Wohlgeschmack desselben. Der so zubereitete Schöpsenbraten schmeckt genau, wie Rehbraten. V i s.c u i t s. Ein Theelöffel voll saure Milch, ein Eßlöffel voll Saltartari, das. man in etwas Milch auflöst, ein ganzes Ei. und etwas Salz werden gut gemischt und mit so viel feinem Weizenmehl gemengt, daß es einen steifen Teig gibt. Dieser wird ganz dünn ausgerollt,, vermittelst einer Obertasse zu dünnen Plätzchen ausgestochen und auf Blechen gebacken, welche man mit. Speck oder Butter geschmiert hatte.. Feine- Marionncrise Ein Pint saurer Rahm wird tüchtig gequirlt,, hierauf 'werden vier ganze Eier noch weiter damit verquirlt,, vier Lösfel Olivenöl, l Theelöffel Zucker, ebenso viel mit Wasser verrührte Stärke, etwas Pfeffer, Salz, Essig und. Weißwein nach Geschmack dazu gethan und die Sauce unter. beständigem. Schlagen mit dem Schaumbesen einmal aufkochen lassen. Das Schlagen wird noch eine Weile fortgesetzt, wenn. die, Sauce vom Feuer genommen .ist. Kalbfleischsuppe.-. 2 Pfd. Kalbfleisch setzt man mit dem nöthigen Wasser und etwas Salz, nebst einigen Rindfleischknochen auf's Feuer und läßt es recht .langsam kochen. Später kommen . die üblichen Suppenkräuter hinein nebst einem Theelöffel Fleischeztrakt. Besonders gut schmecken in dieser Suppe Reis oder Nudeln. Das Fleisch kann man, wenn es. weich ist, auf beiden Seiten in Butter etwas gelb braten, dannmit Mehl bestäuben, dieses ebenfalls gelb werden lassen und mit der Suppenbrühe ablöschen, so daß man eine Sauce bekommt. Etwas Kapern, ein Citronenscheibchen oder Citronensäft und Muskatnuß, gehören noch hinein. Hamburger Klops. 1 Pfund Ochsen- oder Rindfleisch, fein gehackt, zwei Eier, etwas, ftingeschnittene Zwiebel Pfeffer Salz, .ein wenig feingewiegteCitronenschale, .ein Mundbrot, halb gerieben, halb i eingeweicht, wird alles zusammen gut verarbeitet. Nun formt man Klöße davon und kocht dieselben in einer . Sardellensauce ziemlich lange. Statt, der. Sardellen können auch Kapern., genommen werden.. Maccaroni passen sehr gut dazu.-. Gänszeleber- mit Apfeln. Nachdem die Gänseleber schon vorbereitet ist, wird sie gesalzen in Mehl umgewendet und in reichlich guter Butter gedünstet. Unterdeß hat: man einen gehäuften Suppenteller voll möglichst aromatischer Aepfel fein geschnitten und dazugegeben. Beides zusammen brätlman unter häufigem Begießen, bis es: gar-ist. Bräunt' sich die Leber, so: giebt man nach und nach etwas sauren Rahm daran,- deckt einen Deckel über die Pfanne und läßt alles noch langsam, schmoren,, etwa eine halbe Stunde. Auf einer runden Schüssel 'richtet: man die Leber an, die Aepfel rings herum, und) giebt die Sauce darüber.. Polnis-che Leber,. Nach Abziehen einer- Leber schneidet man sie in kleine,-, nicht, zu. dünne Schnitten und wendet 'diese- in gequirltem Ei und Mehl. Inzwischen zerläßt man in tu ner flachenKasserolle Butter oder gutes Fett,, giebt, feingeschnittene Zwiebel hinz.,legt die Leberschnitten ein und dünstet das Ganze schön braun. Hier nach gießt! man reichlich: Bouillon und halbsoviel sauren Rahm- auf, thut noch eine Prise Paprika hinzu, sowie Salz nach Geschmack. DaS Gericht wird mit;gedunstetcm Reis aufgetragen. Gebackene Kartoffeln. Geschält! gewaschene, rohe Kartoffeln werden m Scheiben Streifen oder Achteln- auf einem Tuche ausgebreitet und mir reinem Tuche ganz trocken getupfte Die Kartoffeln werden PartienMeise m siedendes Backfett gegeben und unter öfterem Umschütteln gleichmäßig tlochgeld gebacken, hierauf mit feingest'oßenem Salz betreut und sofort serviert. Das Fetti kann auf diese Weise mehrmals benuht! werden. Fleisch re fie. Fleischresie jeder Art schmecken gut. wenn man sie mit. ganz hart gekochten Eiern zusammen fein wiegt. Man servirt dieselben mit: Mostrich. Noch feiner fchmeckt eI.. wenn man etwas Schnittlauch und Zwiebel mi darunter wiegt. Auch lann man Obiges, um Abwechselung zu erzielen, mit Oel, Essig und Kapern vermischen. Jede dieser Bereitungsweifen ist vorzüglich zum Butterbrot oder zu Sardellen-Butterschnittchen. Schwarzwurzeln mit Käse. Die gut gereinigten, in Salz-, wasser vM etwas Essig oder Citro

nensäure abgekochten und gut abae tropften Schwarzwurzeln werden so fort in geschmolzene Butter gegeben, mit geriebenem Käse und etwas Pfef fer bestreut, auf dem Feuer so lange geschwenkt, bis der Käse aufgelöst ist. rnit gerösteten Brotschnittchen garnirt und uit Butter beträuselt sciviu.

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