Indiana Tribüne, Volume 22, Number 165, Indianapolis, Marion County, 5 March 1899 — Page 3
MeMMue.
v -icman von Arthur Zapp. (8. Fortsetzung.) 13. Major Dietrich Henning befand sich in Parade Uniform auf dem Wege nach dem Kriegsministerium. Seit Joshua Cunninghams Abreise befand er sich in einer fortwährenden unruhe vollen Spannung. Jeden Brief aus New Iork öffnete er unter ängstlichem Herzklopfen. Seine Correspondenz mit Carrie Bradley war während der letzten Monate sehr ins Stocken gekommen. Es schien, als hätten sie einander nichts mehr mitzutheilen. Der herzliche, ungezwungene Ton ihrer früheren Briefe hatte einer kalten, förmlichen Höflichkeit Platz gemacht, imd die kurzen Mittheilungen, die sie einander noch zusandten, enthielten zum größten Theil Fragen und Mittheilungen über Harry's Befinden. Kurz nach dem siegreichen Gefecht von Croß Keys hatte Major Henning plötzlich eine Berufung nach Washing ton erhalten. Aber obzlelch sein Commando zum Kriegsministerium eine Bevorzugung bedeutete, fühlte er sich dennoch durch diese Auszeichnung nichts weniger als erfreut. Die trockene Bureauarbeit war es nicht, die er ersehnte, als er sich freiwillig zum Kriegsdienst gemeldet hatte. Gerade jetzt war ihm mit der friedlichen, theoretischen Beschäftigung weniger als je gedient, denn hier gab es so viele Pausen in der Arbeit, während einen im Felde, vor dem Feinde die Strapazen der Märsche und Aufregungen des Kampfes vor unerwünschten quälenden Grübeleien bewahrten. Die Meldung beim Kriegsminister erledigte sich in zwei Minuten. Als Henning das Weiße Haus verließ, in dessen Erdgeschoß sich die Bureaus des Kriegsministeriums befanden, wurde ihm ein überraschendes Schauspiel zutheil. Etwa ein halbes Hundert Rekruten, die auf dem Wege nach dem Kriegsschauplatz waren, hatten vor der Residenz des Präsidenten Halt gemacht und verlangten Bater Abraham" zu sehen. Und der Präsident that ihnen wirklich den Willen und erschien barhäuptig in der Säulenhalle des Palastes und hier von einer Stufe der Freitreppe aus hielt er eine Ansprache an die andachtsvoll zuhörenden jungen Soldaten. Jungens, sagte der Präsident in seiner schlichten, humoristisch angehauchten Weise, haltet euch brav, wenn ihr den Feind trefft, damit eure Mädels daheim stolz sein können auf ihren Johnny und ihren Charlie. Ich wünsche euch allui, daß ihr einst gefund und fröhlich heimkehrt, aber sollte Gott es fügen, daß der eine oder andere von euch daran glauben muß und daß ihm einer von den südlichen Rebellenlümmeln das Lebenslicht ausbläst, so denkt: einen Tod sind wir alle schuldig, und besser als freier Mann gestorben, als unfrei gelebt. Ja, Jungens, es handelt sich in diesem heiligen Krieg um die Freiheit unseres Landes und darum, drei Millionen armer schwarzer Menschenbrüder aus Knechtschaft und Sklaverei zu erretten. Nie hat eine Nation für eine gerechtere und größere Sache gekämpft als wir. Vergeßt das nicht! Und nun, Jungens zieht in Gottes Namen eure Straße, und wenn es in die Schlacht geht, denkt an euren alten Vater Abraham, der auf eure Tapferkeit vertraut und der für euch betet, denn er selbst ist zu alt und zu klapperig, um euch in den heili gen Krieg begleiten zu können. Lebt wohl, meine tapfern Jungens! Es war ein ergreisendes Schauspiel, wie nun die Rekruten herzudrängten und wie Vater Abraham" ihnen entgegenkam und jeden von ihnen mit ei-, nem kräftigen Händedruck beglückte. Kein lautesHurrah ertönte, aber mancher von den jungen Burschen wischte sich verstohlen eine Thräne vom Gesicht, und auchDietrich Henning fühlte, wie es ihm heiß in die Augen stieg. Gedankenvoll schritt er eben über Lafayette Square, als er eine weibliche Stimme seinen Namen rufen börte. Es war Kate Clinton, die mit freudestrahlendem Gesicht ihm entgegenkam. Ich bin glücklich, Sie wohl und munter zu sehen, Major, sagte sie und drückte ihm mit nervöser Heftigkeit die Hand. Sie glauben nicht, wie sehr ich mich erschrocken habe, als die Nachricht von dem Treffen bei Croß Keys einlief und von den großen Verlusten Ihrer Division. Ich sprach kurz darauf mit meinem Onkel und er sagte mir zu .... Sie unterbrach sich, um lebhaft fortzufahren: Kommen Sie! Begleiten Sie mich nach Hause! Sie müssen mir doch berichten von allem, was Sie inzwischen erlebt haben. Eine " so freundliche Einladung konnte Dietrich Henning natürlich nicht ausschlagen, obgleich der Argwohn, seine Berufung in das Kriegsminifterium könne auf die Veranlassung seiner schönen Protectorin erfolgt sein, ihn mit Beschämung und stillem Aerger erfüllte. Es waren nur ein paar Schritte bis zum Hause von KateClintons Vater, das an der Ostseite des Sauares lag. Sagen Sie mir, Miß' Clinton, fragte Dietrich Henning, als sie einander im Parlor gegenübersaßen, ver danke ich mein Commando nach Washington Ihrer gütigen Fürsprache? Warum? Wie kommen Sie darouf, Major? Deuteten Sie nicht vorhin an? Ich? Sie lächelte. Habe ich wirklich? Nun dann freilich kann ich eS nicht mehr leugnen. Und mit einer Offenheit, die sich nur eine Amerikarin einem jungen Manne gegenüber erlauben darf, fügte sie hinzu: Ja ich
hatte ton Wunsch. G!e d'm unmittelbaren Gefahren des Kampfes entrückt zu sehen und Sie in meiner Nähe zu wissen. Ich kann Ihnen dafür keinen Dank sagen, erwiderte Dietrich Henning und richtete sich steif in die Höhe. Die Thätigkeit, die man mir hier zuweisen wird, entspricht durchaus nicht meinen Wünschen. Und wenn ich mir eine Bitte erlauben dürfte, so wäre es diese: machen Sie meine Berufung nach Washington sobald als möglich wieder rückgängig! Die junge Dame sah den ihr Gegenübersitzenden erstaunt, mit der Miene der Enttäuschung an. Zwei oder drei senkrechte Falten bildeten sich zwischen ihrenAugen und ein paar ihrer blitzenden weißen Zähne nagten nervös an der zierlich geschweiften Oberlippe. Sie hatte jedoch noch keine Antwort auf Hennings Worte gefunden, als eine nett gekleidete Zofe ins Zimmer trat und die Meldung machte: Senator Pillsbury wünscht Sie zu sprechen, Ma'm. Miß Clinton machte eine Bewegung der Ungeduld, der gleich darauf eine Geberde der Verneinung folgte. Dietrich Henning erhob sich. Ich will nicht die Schuld fein, sagte er, daß Sie den Senator von Ihrer Schwelle weisen. Sie dachte einen Augenblick nach. Bleiben Sie, Major! rief sie. Sie
stören uns durchaus nicht. Ich habe mit Herrn Pillsbury nichts so Wichtiges. Zu ihrer Zofe gewandt: Lassen Sie den Herrn herein! Die beleibte Gestalt des kleinen Senators trat lebhaft über die Schwelle: sein breites, fleischiges Gesicht leuchtete, als sei ihm das größte Glück widerfahren. Freundlich nickte er dem Major zu und reichte der jungen Dame C C I C tf V 1 w oie ano mir oen leucyeno hervorgesprudelten Worten: Ich freue mich, Sie wie immer strahlend von Gesundheit, Anmuth und Schönheit zu sehen, meine theure Miß Clinton. Ich wollte mir nur gestatten, Ihnen guten Tag zu sagen und dieses kleine Zeichen meiner Verehrung zu Ihren Fußen niederzulegen. Er reichte ihr erne elegante Bonbonniere von ziemlichem Umfange, die die Zunge Dame mit durchaus mcht verhehltem Unwillen entgegennahm. Ich mache Mir mchts aus Sußlaleiten, Mister Pillsbury, erklärt- sie und schob das 'Geschenk nachlässig auf den Tisch. Der Senator machte gegen den mngen Officier eine Geberde, die seine Verzweiflung über den schlechten Empfang ausdrücken sollte, und wandte sich dann wieder an die ungnadige schone. Ich bitte um Entschuldigung, Miß Clinton, daß ich diesmal Ihren Geschmack so wenig getroffen habe. Ich habe heute früh eine Sendung Prachtvoller Erdbeeren von meiner Farm in New Hampshire erhalten er formte Daumen und Zeigefinger seiner Rechten zu einem Kreise von beträchtlichem Durchmesser so groß! Sie erlauben mir doch, Ihnen ein Korbchen davon zu senden? Bemühen Sie sich mcht, Mr. Pillsbury! antwortete Miß Clinton kühl. Sie überhäufen mich mit Aufmcrkmerksamkeiten, und ich weiß wirklich nicht, wie ich Ihnen dafür danken soll. Wer will denn einen Dank? Ich bin ja schon glücklich, wenn Sie mir einen freundlichen Blick, ein liebenswürdiges Lächeln gönnen, meine theure Miß, versetzte der dicke Senator, während seine Augen verliebt funkelten. Ich sende Ihnen also die Erdbeeren. Miß Clinton zuckte ungeduldig mit ihren Schultern. Und nun gehe ich! rief der Senator, rasch sich zur Thüre zurückziehend. Ich sehe, Sie sind heute nicht in Ihrer rosigsten Laune, Miß Clinton. Und dem jungen Officier schelmisch drohend, schwatzte er weiter: Major, daß Sie' mir unsere theure Miß nicht ärgern, hören Sie! Adieu, Miß Clinton! Hoffentlich treffe ich Sie morgen in gnädigerer Stimmung. Er verbeugte sich und verschwand. Miß Clinton that einen tiefen Athemzug. Sie behandeln ihn wirklich zu schlecht, den-armen Senator, bemerkte Dietrich Henning lächelnd. . Die junge Dame runzelte ihreStirn. Er hat mich dazu gezwungen. Dietrich Henning beugte sich interessirt vor und sah die ihm Gegenübersitzende mit fragendem Blick an. Miß Clinton erklärte: Denken Sie, Mister Pillsbury hat mir einen Antrag gemacht. Ach! Und Sie? Ich, habe ihm geantwortet, daß ich nicht Lust habe, Senatorin zu werden. Dietrich Henning machte eine Bewegung des Staunens. Mr. Pillsbury scheint Ihre Antwort nicht gerade sehr ernst genommen zu haben. Miß Clinton seufzte. Jedenfalls läßt er sich nicht abhalten, mich wieder mit seinen Aufmerksamkeiten zu verfolgen, und ich muß bei dem geringsten Lächeln, bei dem ersten freundlichen Wort, das ich vielleicht an ihn richte, befürchten, daß er seinen Antrag wiederholt. Denn das hat er mir ausdrücklich erklärt, daß ihn meine Ablehnung seiner ersten Werbung nicht zurückschrecke, daß er sich in Reserve H5lte, daß er gesonnen sei, wenn nöthig sechs Jahre um mich zu werben, wie Jakob um Rahel. Was sagen Sie dazu, Mr. Henning? Ihre Augen entsandten einen rasehen, verstohlenen, forschenden Blick zu dem jungen Mann hinüber. In ihre Wangen trat die lebhafte Rothe einer tiefinnern Gemüthsbewegung. Diese Ausdauer ist jedenfalls daS Zeichen einer ehrlichen, aufrichtigen Verehrung,. sagte Dietrich Henning mit , einer Ruhe, die die schöne Miß nervös
ZU machen schien. Sie sprang auf, schritt ein paar Mal im Zimmer auf und ab. setzte sich an das Clavier, schlug ein paar Takte an und kam
wieder zu dem jungen' Officier zurück,' der sich ebenfalls erhoben hatte, und mit dem Rücken gegen das Fenster siehend, die Bewegungen Miß Clinton's erstaunt beobachtete. Sie sah ungemein verführerisch aus. die zierliche kleine Figur mit den vollen Formen, dem üppigenBlondhaar und den leuchtenden blauen Augen. Jetzt erhob sie ihre Arme und berührte mit ihren Händen die Schulterstreifen, die sie selbst gestickt und dem Officer vor Monaten in das Lager von Hunters Chapel hinausgesandt hatte. Sehen Sie, Major, sagte sie, mit ei-, nem schelmischen, bestrickenden Lächeln, meine Schulterstreifen haben sich als guter Taliöman bewährt, sie haben Sie gefeit gegen die Kugeln derFeinde. Sie stand ihm so nahe, daß ihr Athem sein Gesicht fächelte. Ein heißer unwillkürlicher Impuls durchzuckte ihn, die Arme nach ihr auszustrecken. Daß sie ihm nicht mehr gewehrt hätte, bewiesen ihre Blicke, ihre Mienen, die hingebungsvolle Haltung der zierlichen Gestalt, die nur auf ein Entgegenkommen von seiner Seite zu warten schien, um an seine Brust zu sinken. Da zuckte mit einem Mal die Erinnerung an eme ganz ähnliche Lage in ihm auf. Wie er Abschied von Carrie Bradley genommen und wie sie ihn gleichsam mit ihrem Kuß auf seine Stirn gesegnet hatte, als er hinauszog in den Krieg. Doch wie ganz anders hatte er damals empfunden! Jetzt strömte ihm das Blut in die Adern und drängte sich ihm heiß zur Stirn. Anders hatte Carries Nähe auf ihn gewirkt. Kein leidenschaftliches Aufschäumen des Blutes, kein heimliches Begehren. Eine fast heilige Empfindung war in ihm gewesen; er hätte sich vor ihr anbetend in den Staub werfen mögen. O Carrie, Carrie! Ein wüthender Schmerz krampfte das Herz des jungen Mannes zusammen; eine plötzliche Entnüchterung kam über, ihn; die Züge des jungen Mädchens verzerrten sich vor seiner erregten Phantasie zur häßlichen Grimasse. Er sah kalt, frostig zu ihr hin über. Langsam zog Miß Clinton ihre Hände zurück und drehte sich um. An dem Tisch blieb sie stehen, öffnete die Bonbonniere des verliebten Senators und nahm ein Stück Confect heraus, das sie in ihren Mund schob. Alles das sah der junge Officier nicht; er stand noch immer regungslos an seinem Platz am Fenster, die Arme über der Brust übereinander geschlagen und starrte träumerisch mit finster gerunzelter Stirn zu Boden. Erst die sanften, einschmeichelnden Klänge, die dem Piano entströmten, an das sich Miß Clinton gesetzt hatte, entrissen ihn seinen düsteren Gedanken Und nun begann Miß Kate' zu sin-, gen. Es war eine weiche, schwermüthige Weise, die sie mit süßer, kosender Stimme sang. Da brach sie plötzlich mit einem schrillen, grellen Mißklang mitten im Takt ab. Sie stemmte ihre Ellenbogen auf die Tasten und beugt sich vor, sah an dem Piano vorbei, und blickte dem Officier geradeswegs ins Gesicht. Apropos, sagen Sie mir doch, Mr. Henning, redete sie ihn an, welchen. Rath würden Sie mir geben, wenn Senator Pillsbury nun eines TageZ seinen Antrag wiederholte? Er blickte überrascht auf. Wie kam sie mit einem Male zu dieser Frage? Ihre Augen hatten eigenthümlich brennenden, flimmernden Ausdruck. Ihr Antlitz glühte, ihre Mienen hingen mit einem fieberisch gespannten. Ausdruck an ihm. In Dietrich Henning blitzte das Verständniß der Bedeutung dieser Frage auf und erfüllte ihn mit einem quälenden, peinlichen Unbehagen. Und wunderbar, er hatte plötzlich das visionäre Gefühl, als stände Carrie Bradley neben ihm und erwarte in ebenso großer Spannung wie jene die Antwort, die er auf die an ihu gestellte Frage geben würde. Miß Clinton, sagte er, und seine Stimme hatte einen sonderbar hellen, lauten Klang, ich bin der Ansicht, daß der Antrag eines tüchtigen, ehrenhaften Mannes, wie Mr. Pillsbury es ist, für eine junge Dame eine Auszeichnung ist. Das schöne Fräulein wurde mit einem Male ganz blaß. Und Sie, Mr. Henning, würden mir rathen, ihn anzunehmen? stieß sie gepreßten Athems hervor. Der Officier zuckte mit den Achseln. In einer solchen Angelegenheit, erwiderte er, handelt jeder doch nur nach eigenem Ermessen. Ich meinerseits habe keinen Grund, Ihnen abzurathen. Das war deutlich und klar. Miß Clinton erhob sich und klappte den Deckel des Pianinos mit einer so heftigen, raschen Bewegung herunter, daß es laut durch das Zimmer klang. Ich danke Ihnen, Mr. Henning, sagte sie mit mühsam beherrschter Stimme, und sich mit der Hand an die Stirn greifend, ließ sie einen halblauten Schmerzensruf hören. Zugleich trat sie zu dem Kaminsims, auf dem allerlei Nippes standen. In einem zierlichen kleinen Körbchen aus Goldgeflecht lag ein Flacon. Miß Kate schüttelte ein paar scharf duftende Tropfen auf ihr Batist-Teschentuch und rieb sich die Schläfen damit. 'Entschuldigen Sie. Major! sagte sie mit leidendem Ausdruck. Meine Migräne kündigt sich an. . Sie ließ sich schwach in einen Schaukelstuhl fallen, der unweit von ihr stand. Dietrich Henning hielt die Zeit für gekommen, sich zu empfehlen. Draußen that er einen tiefen, befreienden Athemzug, und ihm wär wohl und leicht, wie Jemandem, der sich bewußt
ist, recht und gut gehandelt zu haben. Er liebte sie nicht, die blonde, vr führcrische Nichte des Kriegsministers und würde sie nienials lieben. Sollte er sich aus Eitelkeit und Ehrsucht oder im bloßen sinnlichen Rausche ihre Liebe gefallen lassen? Sein Herz gehört: Carrie, und wenn sie auch seine Liebe nicht erwiderte, sondern ihm wohl immer nur ein freundschaftliches Interesse gewidmet hatte, so widerstand es doch seiner ehrlichen Natur, mit dieser Liebe in seiner Brust sich einer andern zu eigen zu geben. Acht Tage später wurde Dietrich Henning durch ein elegantes duftendes Couvert überrascht, das der Briefträger bei ihm abgab. Es enthielt eine goldgeränderte Karte mit der Anzeige, daß Miß Kate Clinton sich mit dem Senator Mr. Pillsbury verlobt hatte. Am nächsten Mittag begab sich Dietrich Henning noch einmal voraussichtlich zum letzten Male in das Clinton'sche Haus. Der dicke Senator strahlte vor Glück, Zufriedenheit und Stolz. Die Braut sah etwas müde und abgespannt aus. Aber ihre Haltung wurde im Nu straff und in ihreni blassen Gesicht erschien ein Lächeln, als Major Henning seine Gratulation darbrachte. Ich danke Ihnen, Major, sagte sie liebenswürdig, als hätte sein Glückwünsch ihr die größte Freude und Genugthuung bereitet. Gestatten Sie auch mir, Sie zu bezlückwünschen. Ihr Wunsch war es, nach dem KriegZschauplatz zurückzukehren. Morgen werden Sie die Ordre erhalten. Zwei Tage darauf trat Masor Henning die Rückreise nach dem Stäbe der deutschen Division an. 14. General McClellan hatte mit der Hauptarmee vor Richmonv wenig glücklich operirt, dazu lahmten Intriguen in Washington der Kriegsminister war ihm feindlich 'gesinnt seine Thatkraft. Anstatt Richmond zu nehmen, fah er sich schließlich gezwungen. sich nach Norden zurückzuziehen. Die Folge war, daß auch McDowell, der inzwischen den Oberbefehl über die andere Armee übernommen hatte, die östlich von Washington dem feindlichen Corps General Jacksons gegenllbergetreten war, den Rückzug nach der Bundeshauptstadt antreten mußte, um sich hier mit McClellan zu vereinigen. Nach wochenlangem Hin- und Hermarschiren und nach verschiedenen kleinen Gefechten und Scharmützeln gelangte die Armee McDowells im August an dem Flüßchen Bull Run an, auf demselben Boden, auf dem ein Jahr zuvor die Unionsarmee so gründlich von den Conföderirten geschlagen worden war. Wieder einmal befand sich die Armee in kurzer Entfernung von Washington und Präsident Lincoln benutzte die Gelegenheit, den Truppen einen Besuch abzustatten. Es war ein glänzendes und zahlreiche Gefolge, das ihn begleitete und das aus den sämmtlichen Ministern, einer großen Anzahl von Senatoren und anderen Staatsmännern sowie aus den höchsten Officieren der Armee und Marine bestand. Zur Feier dieses seltenen Ereignisses fand eine große Truppenschau statt und ein Vorbeimarsch sämmtlicher Regimenter. Der Präsident sah sehr bleich und angegriffen aus. Düster, unheilvoll lag die Zukunft vor ihm. Das Jahr hatte noch keine Erfolge gebracht und ein Ende dieses unglückseligen, morderischen Bürgerkrieges war noch nicht abzusehen. Lincoln trug wie gewöhnlich seinen einfachen schwarzen Anzug und einen hohen Filzhut. Seine lange, magere vornübergeneigte Gestalt nahm sich auf dem ungewohntePferde nicht gerade sehr vortheilhaft tVs, aber die vorbeidefilirenden Soldaten sahen doch voll Bewunderung und Ehrfurcht auf diesen einfachen, schlichten Mann, auf dessen schwachen Schultern die Sorge für das Wohl von vierzig. Millionen Menschen ruhte.' So oft eine Fahnensection vorbeikam, zog Lincoln den Hut und machte auf seinem Gaul eine tiefe, steife Verbeugung. Gegen Abend war der Präsident mit seinem prächtigen Gefolge wieder verschwunden und man hätte glauben können, diese glänzende Unterbrechung des langweiligen, eintönigen Lagerlebens sei nur die Ausgeburt, einer aufgeregten Phantasie gewesen. Es war neun Uhr Abends. Obersi von Galis saß in seinem. Zelte; über die Landkarte gebeugt. Er hatte soeben an einer Berathung beim General theilgenommen. Der Befehl für den nächsten Tag war den Regimentscommandeuren mitgetheilt worden und nun studirte der Oberst das Gelände, das zum Schauplatz für die nächste große, entscheidende Schlacht dienen sollte. Ein Räuspern vom Zelteingang her veranlaßte ihn, sich umzudrehen. Ein Officier, in einen langen, fast bis zu den Füßen herabwallenden blauen Mantel gekleidet, den Hut mit der Auszeichnung der Stabsofficiere auf dem Kopf, stand ihm gegenüber. Die Hutkrempe beschattete einen großen Theil des Gesichts, dazu verbreitete die mangelhafte Beleuchtung des Zeltes durch eine einzigeLaterne nur ein dämmerndes Licht. Wer sind Sie? Und was wünschen Sie? fragte der Oberst in dem Glauben, einen Adjutanten des HauptquartierS vor sich zu sehen. Die angeredete unbekannte Erscheinung trat ein paar Schritte näher und nahm, ohne zu antworten, den Hut .vom Haupte. Ein weiblich zartes Gesicht mit weichen Zügen, die von einem kurzen dunkeln Vollbart umrahmt wurden, und ein Paar blitzende schwarze Augen wurden sichtbar. Der Oberst starrte die Gestalt wie eine übernatürliche Erscheinung auS der Geisterwelt an. Er taumelte einen Schritt zurück, strich sich mit der Hand über die Augen und seine Mienen
drückten fassungslose Bestürzung und Verwunderung aus. Lilli! Sind Sie es wirklich! stieß er endlich schwerathmend hervor. Mrs. Batchford nickte lächelnd und streckte ihm die Hand zum Gruße entgegen. Sie hatten nicht erwartet, mich noch heute zu sehen? fragte sie mit einem Anflug von Schelmerei. Aber das Verhalten des Officiers verrieth nichts weniger als Freude und Dank. Er schlang mit einer Geberd'e des Entsetzens die Hände ineinander und scheu nach dem Zeltausgang blickend, rief er mitFlüsterstimme: Wie konnten Sie nur? Wissen Sie nicht, daß es auf's Strengste verboten ist? Aber sie ließ ihn nicht ausreden. Wer soll mich denn erkennen? antwortete sie, sich den falschen Bart streichend. Sehe ich nicht martialisch, wie ein echter Kriegsmann aus? Aber wo kommen Sie denn her? fragte der. Oberst kopfschüttelnd weiter. Gradeswegs aus Washington. Wie? Zu Pferde natürlich. Der PseudoOfficier zeigte eine echt weibliche Schmollmiene, die zu dem mMtärischen Gewand und dem Vollbart' einen sehr sonderbaren Gegensatz bildete, und fuhr fort: Wissen Sie, Oberst, daß ich auf einen ganz anderen Empfang von Ihnen gerechnet habe? Aber aber bedenken Sir doch, stammelte Herr von Galis, der sehr unbehaglich von einem Fuß auf den anderen trat und in dem die natürliche Galanterie und die Bewunderung der kühnen, abenteuerlustigen schönen Frau mit dem militärischen Pflichtgefühl einen harten Kampf kämpfte. Ich höre, sprudelte die erzürnte Schöne sehr ärgerlich hervor, daß Sie hier im Lager sind, vermuthe, daß es bald zur Schlacht kommen wird, und komme nun ungeachtet der Gefahren und unliebsamen Abenteuer, denen ich mich unterwegs aussetzte, von dem unwiderstehlichen Drang getrieben, Sie nach so langer Abwesenheit zu begrüßen und ein Stündchen mit Ihnen zu verplaudern, bevor Sie in die Schlacht gehen und Sie ah, pfui. Oberst, Sie enttäuschen mich sehr bitter! Ihre Stimme zitterte; sie setzte sich auf den Feldstuhl, von dem der Oberst sich bei ihrem Eintritt erhoben hattet stützte ihr Haupt in die Hand und starrte schwermüthig vor sich nieder. Aber, theuerste Mrs. Litt! flüsterte Herr von Galis, während es ihn heiß und kalt durchschauerte, ich bin ja entzückt, ich bin ja voll Dank und Begeisterung, aber wenn, wenn uns nun jemand überraschte und Sie und Ihr Geschlecht erkennte? Die schöne junge Wittwe erhob ihren Blick und ließ ihn voll Geringsch'ätzung und Ironie auf dem vor ihr Stehenden ruhen. Ich sehe, Oberst, sagte sie, daß Sie noch nie in Ihrem Leben geliebt haben, sonst würden Sie sich in einem solchen Augenblick nicht an so kleinliche Bedenken stoßen. Ach, ich habe mich in Ihnen getäuscht. Sie sind nicht der Mann, wie ich ihn mir immer erträumt habe, voll Hingabe und Muth, der vor nichts zurückschreckt. Der Oberst biß sich .die Lippen wund. Noch nie hatte jemand gewagt, ihm gegenüber einem Zweifel an seinem Muthe Ausdruck zu geben, und nun gerade vor dem bewunderten, geliebten Weibe im Lichte eines ängstlichen Pedanten dazustehen, war ihm ew quälender Gedanke. Auf der anderen Seite bereitete ihm sein Gefühl für Disciplin und militärische Ordnung , angesichts dieses unerlaubten Damenbesuchs und der von Mrs. Batchford beliebten unstatthaften Maskerade folterndes Unbehagen. Auf jeden Fall mußte er Sorge tragen, daß sie nicht durch den plötzlichen Eintritt eines Dritten überrascht wurden. Mit einem kurzen Wort der QyiU schuldigung trat er vor sein Zelt, rief seinen Burschen und. trug ihm streng auf. Niemanden unangemeldet Eintritt ra sein Zelt zu gewähren. Etwas ruhiger kam er zurück. Mrs. Batchford saß über die Karte gebeugt, die der Oberst vorher studirt hatte. Herr von Galis näherte sich leise der ganz in ihre Beschäftigung Versunkenen. Er beugte sich zur ihr rjinab und drückte einen hastigin. heißen Kuß auf den Theil deö Halses, der schimmernd aus dem Kragen des zurückgeworfenen Mantels hervorsah. Sie zuckte heftig zusammen; aber die Augi, die sie jetzt zu ihm erhobt strahlten ihn so bestrickend liebcnswürdig an, daß der Oberst hingerissen sich' auf seinen Knieen vor ihr niederließ. Verzeihung, theure Lilli! rauntec er ihr leidenschaftlich zu. Ich würde je derzeit gern mein Leben für St lassen, und wenn ich Anfangs bei: Ihrem Anblick erschrak, so geschah es nur in dem Gedanken an die peinliche Lage, in der Sie selbst. Pah! unterbrach sie ihn. und strich ihm schmeichlerisch mit der Hand über das Gesicht. Dann riß, sie sich mit schnellem Griff den Bart, herab und warf ihn auf das Lagern daS aus Stroh und Decken für? dar Qönft bereitet war. Nun näherte sie langsam ihr Antlitz dem seinen daS sich glühend. strahlend zu ihm emporreckte. Schon ganz nahe war ihr Mund dem seinen gerückt, schon zitterten die verlangenden Lippen deä, Mannes den ihren entgegen, als sie plötzlich mit der Frage innehielt: Wann wird es zur Schlacht kommen, lieber Oberst? Morgen! stieß er ungeduldig hervor, um im nächsten Moment den süßesten Lohn zu finden und im Rausch einiger seligen Secunden Ueberlegung und ruhige Besinnung zu verlieren. Jetzt aber legte Mrö. Batchford dem Oberst ihre Hände auf die Schultern, drückte ihn ängstlich von sich weg, und. scheu um sich blickend, flüsterte sie toar nend: Vorsicht!
Oberst von Galis erhob sich seuf. zend. Ist der Feind schon so nahe? fragte sie, an seine ihr vor dem Kuß gegebene Antwort anknüpfend. Der Oberst deutete auf die Karte und die betreffenden Oertlichkeiten mit dem Finger bezeichnend, sagte er: General Jackson steht zwischen Gainesville und dem Bull Run. Und Sie unsere Armee wird angreifen, Oberst? Er schaute noch immer verzückt in ihre Augen, die so sinnbethörend zu blicken verstanden. Ja, antwortete er mechanisch. Wir werden mit einem Scheinmanöver gegen den rechten Flügel des Feindes be ginnen, während der Hauptangriff auf den linken, an den Bull Run sich anlehnenden Flügel des Feindes stattfinden wird. Ein Leuchten ging über ihr Gesicht, das dem verliebten Mann zulächelte. Sie erhob sich und griff nach dem falschen Bart, den sie vorher von sich gewarfen hatte. Der Oberst faßte sie an der Hand. Wollen Sie mich schon verlassen, schöne Mrs. Lilli? fragte er. Muß ich nicht? flüsterte sie' zurück. Ist es nicht die höchste Zeit? Ich bin ja so glücklich. Oberst, daß es mir vergönnt war, Sie wenigstens für ein paar kurze Minuten zu sehen und zu sprechen. Er wollte sie ungestüm an sich ziehen, aber sie entwand sich ihm geschickt und heftete, rasch den Bart wieder vor ihr Gesicht. Seien. Sie doch vorsichtig, Oberst, warnte sie und drückte ihren Hut ins Gesicht, und sich zu dem Zelteingang zurückziehend, fügte sie hinzu: Man könnte unö.übcrraschen. Haben Sie mir das nicht selbst eben gesagt? Es lag etwas Ironisches in dem Klang ihrer Stimme. Der Oberst aber achtete nicht darauf, er stand wie jemand, derr plötzlich aus einem süßen Rausch ernüchtert wird. Nun raffte er sich auf, gürtete rasch seinen Säbel um, ergriff seinen Huti und eilte ihr nach. Draußen, unweit vom Zelte führte ein Soldat: Mrs. Batchfords Pferd auf und ab, Sie. schwang sich gewandt in. den Sattel unv reichte dem Oberst die Hand. Gesprochen wurde zwischen ihnen kein Wort mehr. Oberst, von Galis stand noch eine ganze Weile, und starrte der in der Nacht Verschwindenden wie betäubt nach. Mrs. Batchford'' befand sich kaum außerhalb des Lagers der deutschen Division, als sie ihr Pferd, anstatt den Weg nach Washington zu verfolgen, nach Westen lenkte und einen Bogen um das Lager der. Unionstruppen beschreibend, in scharfem Trab die Richtung nach Gainesville einschlug. Als sie an den Vorposten, der Unionisten angelangt war, ritt , sie langsam an der Postenkette entlang., und es hatte ganz den Anschein,. als. handle es sich um den Jnspicirungsritt ' eines höheren Officiers. So mochte sie eine halbe Stunde zugebracht haben, als aus dem Vorgelände eine. Schleichpatrouille zurückkehrte. Der .Pseudo.- Ossicier horchte gut auf, als auf den .Anruf des Postens die Patrouille Losung und Feldgeschrei abgab. Ein Lächeln. der Befriedigung auf den Lippen, ritt sie nunmehr an dem Posten vorbei,. .nach Gainesville zu. Sie mochte etwa, die Hälfte des Geländes zwischen der Stellung der Unionsarmee und der der Conföderirten zurückgelegt haben ohne daß ihr ein menschliches Wesen begegnet war, als sie plötzlich Halt machte. Sie nahm ihren langen Mantel von den Schultern, kehrte ihn um,- legte ihn wieder an und ritt weiter.-. Der Mantel war in der Innenseite grau und die Reiterin konnte nun für einen Officier der Rebellenarmee gelten. Als sie sich der Stellung der conföderirten Truppen, näherte, ritt sie vorsichtig und im langsamsten Tempo. Plötzlich schallte' ihr ein drohendes: Halt! Wer da! entgegen. Gut Freund!' rief sie unter Herzklopfen zurück. Ich bringe wichtige Nachrichten vom Feinde. Führt mich zu Eurem General.. Eine bange halbe Minute verstrich. Alle-Nerven und Fibern in ihr waren bis zur Unerträglichkeit angespannt. In der dumpsem. athembeklemmenden Spannung eines Menschen, der schon die.' Flügel des Tödes über sich rauschen fühlt, erwartete? sie die nächste Handlung des Postens. Die Antwort desselben konnte eben so gut in einer Kuge! bestehen, die ihr der Mann aus seinem schußfertigen Gewehr entgegenschickte. , Aber so schstmm sollte es nicht totx den. Absteigen! rief ihr der Posten: zu.. Zur Feldwache! Er deutete in die Richtung links hinter sich. Ihr Pferd an. Zügel schritt Mrs. Batchford mit, während der Posten die Mündung seines Gewehrs ge?. gen sie richtete,. solange sie in. seinem Bereiche war. Auf der ' Feldwache gab ihr der wachthabende Officier zwei Soldaten: mit, die sie in das Hauptquartier geleiteten. In einem der kleinen bescher denen Häuser von GaineZville hatte General Jackson sein Quartier aufgeschlagen. Er hielt gerade mit dem Cavalleriegeneral Stuccrt, der wegen seiner verwegenen Streifzüge M den Nördlichen ebenso gefürchtet war wie bewundert und beliett bei den Südlichen. eine Berathung ab.- Beide Generäle erhoben sich und ginge der ihnen wohlbekannten Dame lebhaft entgegen, als sie, von einer Ordonnanz angemelUt. ins Zimmer trat. (Fortsetzung folgt.) DieEintagSfliegender Kunst umschwärmen unS wie Nh(l, der die Sonne trübt.
Für die ulyc. Ochsenschwanz - Suppe. Zwei bis drei Ochsenschwänze schneidet man in Stücke und legt sie eine Stunde in kaltes Wasser. Hernach werden dieselben blanchirt (abwallen) und die Scheiben wieder in kleinere Stücke vertheilt. Diese werden mit zwei. Lorbeerblättern, 1 gelben Rübe nebst Pfefferkörnern in brauner Brühe oder Bouillon ganz langsam 1$ 2 Stunden gedämpft. Mittlerweile röstet man einige Löffel Mehl hellgelb, füllt dasselbe mit Brühe auf und läßt sie einige Zeit auskochen. Sind die Ochsenschwänze weich, so fügt man deren Brühe die Suppe bei, entfettet dieselbe gui und seiht sie durch, prüft den Geschmück, gibt etwas Cayennepfeffer und ein Gläschen Madeira oder Sherry hinein Bor dem Anrichten entfernt man noch die größeren Knochen des Ochsenschwanzes oder löst dieselben gänzlich ab, so daß nur die Fleischstückchen in der Suppe bleiben. Aal in G6lee. Der Aal wird' gereinigt, und in Stücke geschnitten, dann in Salzwasser gar gekocht, doch so, daß er nicht zerfällt. Man nimmt nun so vie Wasser, daß es knapp über eine Ltfge geht, und locht lieber mehrmals; Nachdem alle Stücke mit dem Schaumlöffel herausgenommen sind, gibt man in die Brühe die Fleischbrühe von einenr. Kalbsfuß, den man vorher (zerhackt) ausgekocht hatte, fügt Citronenscheiben.. Nelken, Pfeffer. Muskatnuß, zwei, mittelgroße Zwiebeln in Scheiben und etwas Essig dazu, läßt diese Brühe soweit einkochen, daß sie in einem Steintopfe bis über die Aalstücke reicht und stellt, dies sehr kalt. . Irisli stew.. Dieses Gericht besteht nur aus Hammelfleis chscheiben. Kartoffeln, Zwiebeln: und Weißkohl nebst Salz und -Pfeffers. Der zerblätterte Kohl wird' abgewallt,, die Zwiebeln werden geschält, und in Scheiben geschnitten, ebenso Kartoffeln das Fleisch wird tüchti'geklopft. Alsdann beginnt das Einschichten:. In einenr möglichst lüftdicht schließenden Topfe kommt zuerst eine Lage. Kohl, Ven. man gut hat abtropfen' lassen,, dann eine Schicht Fleisch, darüber etwas Sasz und Pfeffer,' hierauf die Zwiebelschiben, alsdann Kartoffeln. In dieser Weise wird fortgefahren, .bis alle Borrithe eingepackt sind, Kohl muß obenauf anch die Decke bilden. Zum Schluß gießt man eine Tasse voll Wasser, in d:r man eine halbe Unze Fleischextrart: gelost hat, über das Gericht, verschließt es fest mit dem Deckel, kocht das Gefä''z auf schnei lem Feuer an und läß4 es alsdann etwa 2 bis 3 Stunden langsam neben dem Feuer kochen. Das Gefäß wird zum Anrichten mit deiner Servietw umsteckt, auf eine Schüssel gestellt und so zur Tafel gebracht. Zunge mit bö.h-mr scher Sauce. Durch tüchtkges Reiben mit Salz und mehrmaliges. Abwäschen wird die Zunge von allem', anhaftenden Schleim gereinigt,', hierauf mit ziemlich viel Wasser.Suppengrün. (klein geschnitten), Zwiebeln und' Salz in einen gut zu verschließenden Topf gethan und drei bis vier Stunden fortwährend im Sud erhalten. Wo es angeht stellt man die Zunge Abends beim. Kochen des Abendessens auf, fäßt sie? stf lange kochen, als das Feuer-gebrauchö wird, und stellt sie über Nacht in den. warmen Bratofen. Meist ist sie- des., anderen Morgens dann schon ziemlich weich und bedarf nur mehr geringen-. Kochens. Zur Sauce schwitzt man einen Löffel voll Mehl in Fett. und. gebranntem Zucker dunkelbraun vergießt es mit der durch ein Sieb gegosienen Zungenbrühe . zu einer seimigen, aber- nicht, dicken Sauce, thut eine kleine Tassen voll gernnigte Rosinen, ebense-vielfein geschnittene Mandeln, etwast gewiegte Citro-
nenschale und dew aft einer halben Citrone daran. Die Zunge- wird in mäßig dicke Scheiben geschnitten, in der Brühe noch ein wenig . aufgekocht und mit Reis. Makkaroni oder Nocken als Zugabe zu Tischec gebrachte AH.se lsrnen LZeranets. Man.schäle sechs schöne,, saftige Apfel sinen. rem ab und nehme besonders die dicke. weiße Haut- sorgfältig weg; theile dann jede Apfelsine in sechs Theile und lasse, sie, nachdem man die Kerne entfernt, mit. gesiebtem. Zucker überstreut, eine Stunde. stehen. Hierauf läßt man ste.aut. abtropfen, taucht sie in Backtei? vier. Eßlöffel Mehl, vier Eßlöffel Bier, zwei. Eßlöffel Gel, etwas feciz, zwei; zu. Schnee geschlagene Eiweiß und backt, sie in heißem Schmalz lichtbraun,, legt, sie zum Entfetten auf weiM Fließpapier bestaubt sie reichlich mit: Zucker, richtet sie zierlich auf Spitzenpapier an und servirt sie so gleiche Hcrmmel.fleisch Ragout. Man. verwendet hierzu frisches oder Möratenes Hammelfleisch und läßt letztereZ in der nachfolgenden Sauce nur heiß werden. Man .macht ein draunes 'Embrcnn, in welchem kleingeschnittene Zwiebeln geröstet wurden, füllt mitVeischbruhe auf. gibt übriggebliebene Bratensauce daran, dann Salz, ganzen Pfesfer. Nelken, Lorbeerblatt,. Wurzelwerk, gelbe Rübe. Citronen--schale und Essig, läßt es gut durch-, lochen, gibt das in kleinere Stücke ge-. schnittene Hammelfleisch hinein, kochtes darin weich und nachdem die Sauce durch ein Haarsieb getrieben wurde., richtet man das Ragout an. Gibt man. mit geschnitzten Kartoffeln oder. Stau. toffelkloßchen. Heringskartoffeln. We in der Schale gekochten Kartoffeln werden in Scheiben geschnitten. Zwei Zwie beln werden fein gewürfelt, ven zwei, gut gewürfelten Heringen wird daH. Fleisch fein gewürfelt, alsdann wer den die Zwiebeln in Fett geschmort. Mehl daran geschwitzt, Scheiden nd der Hering daran gegeben. daS Gericht schnell einmal aufgekocht, auf Ssk ah geschmeckt und mit ein Prist Psess gewürzt.
