Indiana Tribüne, Volume 22, Number 158, Indianapolis, Marion County, 26 February 1899 — Page 6

UMchc Keiralycn. o Die moderne Cultur nivellirt nichts bloß die Standesunterschiede, sondern verwischt auch Sitten und Gebräuche, die sich Jahrhunderte lang erhalten haben und für die Ewigkeit geschaffen schienen. Besonders auf dem Gebiete der Eheschließungen hat eine Nüchternheit und Einfachheit Platz gegriffen, die in grellem Gegensatz zu den früheren Uebungen stehen. . Und in dieser Beziehung hat sich die europäische Cultur bis in die breitesten Volksschichten des Zarenreichs Eingang verschafft. Was die vornehmen russischen Gesellschaftskreise betrifft, so ist es nicht zu verwundern, daß sie sich dem europäischen Westen vollkommen angeschlossen haben. Die vornehme junge Rusfm wird in französischen Pensionaten erzogen und unterscheidet sich von der Französin meistens blos dadurch, daß sie hie und da auch russisch spricht. Mie in Frankreich spielt entweder eine alte Tante die Ehestifterin, oder eine gewerbsmäßige Heiratsvermittlerin nimmt die Angelegenheit in die Hand. Die Neigung der Tochter spielt dabei eine Nebenrolle; die Hauptsacbe ist der Wille der Eltern. Indessen 'sind die Heirathen aus Liebe keineswegs aus.gestorben; sie bilden zwar eine Seltenheit, allein sie kommen vor cls Aus- ' nahmen, die die Regel bestätigen, daß das vornehme russische Mädchen die Wahl ihres Mannes der Vorsicht ihrer Eltern überläßt. Wer jedoch glauben wollte, daß jenseits der breiten Kluft, die die vornehnien Russen von den breiten Volksschichten trennt, der pure Idealismus herrscht, würde sich einer schwerenTäuschung hingeben. Bildet der selbstlose Idealismus schon unter den Westeuropäischen Bauern, denen die Mitgift die Hauptsache ist, eine Seltenheit, so ist er in Rußland fast gar nicht zu finden. Es ist selten die Liebe, die die russische Ehe begründet. Was der 'Bauer und der Kleinbürger vor allem suchen, ist eine tüchtige, ausdauernde 'Arbeiterin, die dem Manne unterthänig sein und sich gegen seine despotische 'Gewalt nicht auflehnen soll. Denn gerade in der selbstherrlichen Stellung !des Mannes seiner Familie gegenüber haben sich die Volkssitien nicht veran--.bat. Wie in früheren Jahrhunderten, so beginnt auch heute von der Hochzeit b, dem Glanzpunkte im Leben der Frau, für die Gattin eine Zeit der Er- . niedrigung und der Mißhandlung, wie .schon das Sprichwort andeutet: Liebet Eure Frau wie Eure Seele und -klopft sie aus wie Euren Pelz." Früher war es sogar bis in die höchsten .. Kreisen hinauf Sitte gewesen, daß die , Braut ihrem Auserwählten am Hochzeitstage eine Peitsche als Zeichen der Unterwerfung schenkte. Nach der ' Trauung warf sie sich vor ihm auf den ' Boden nieder und der Herr der Schöpfung" nahm die Demüthigung als einen schuldigen Tribut entgegen. Früher wurde es den Freiern be.,quem gemacht. An schönen Nachmittagen versammelten sich die heirathsfähigen Mädchen auf dem Marktplatz ; sie waren mit ihrem besten Staat angethan und mit Kostbarkeiten geschmückt wenn sie welche hatten. Jedenfalls konnte man aber aus dem Aeußeren entnehmen, ob die Mädchen eine reiche Mitgift besaßen oder nicht. Gefiel .eines der Mädchen txmm Burschen, so . trarb er nicht etwa um ihre Liebe, denn s.' etwas wäre unerhört gewesen, son'.dern schickte eine der gewerbsmäßigen . Heiratsvermittlerinnen zu den Eltern .des Mädchens, und diese entschieden, meistens ohne erst das Mädchen zu fragen, ob der Antrag anzunehmen sei .oder nicht. Die Heiratsvermittlerin ist bis auf 'den heutigen Tag geblieben, so weit die Städte in Betracht kommen. Auf dem .Lande beliebt man die directe UnterHandlung von Familie zu Familie. .Ist ein Bauernbursche in da 3 Alter getreten, welches ihn befähigt, eine Famitte zu begründen, so sieht er sich nach einem passenden Mädchen um. Und er braucht nicht lange zu suchen. Hat er gefunden, was er wünscht, wird im Familienrath des Jünglings bei der Schnapsflasche die wichtige Frage erLrtert, wie theuer sich das Mädchen das wenig beneidenswerthe Loos er.kaufen soll, die Kreuzträgerin des BeWerbers zu werden, oder wieviel des Mädchens Familie daran wenden soll, um die Tochter an den Mann zu 'dringen. Der vom Familienrath be'vollmächtig Bewerber, der die BerHandlungen mit der Familie des Mädchens einleitet, nimmt eine volle Schnapsflasche mit sich, die er dem 'Familienhaupt zur Verfügung stellt. Sind die Verhandlungen abgeschlof'sen, so ist gewöhnlich auch dieSchnapsf lasche geleert. In neuerer Zeit haben sich die Ver'Handlungen freilich vereinfacht; denn es hat sich durch die Praxis eine bestimmte Heirathstaxe herausgebildet. Ln den ärmeren Klassen beträgt sie zwanzig Papierrubel, einen Anzug, eine Anzahl Hemden, einen Hut und ein Paar Stiefel, mit einem Worte einen Anzug für den Bräutigam. Das Mädchen muß außerdem noch eine Äussteuer mitbringen, deren einzelne Bestandtheile vorher von den verhandlnden Parteien auf das Genaueste bestimmt werden. Hat man endlich nach langem Hin- und Herhandeln alle materiellen Fragen zur annähernden Befriedigung beider Theile gelöst, so wird der Hochzeitstag ohne lanaen Wrautstand festgesetzt. Die Ausgaben für Trauung und Hochzeitsschmaus fallen der Braut zur Last, und die sind -nicht gering; denn die Familienangehörigen des Bräutigams bis in's dritte und vierte Glied müssen eingeladen werden. Außerdem erscheinen auch die Verwandten derBraut und ihre Freunbinnen. Die jungen Mädchen werden -auf diese Weise für ihre Beihilfe bei 2er Anfertigung der Ausstattung belohnt. . -

ZZildcr von der Mosel. Ein großes Relief auf der dem Rhein zugekehrten Seite des herrlichen Nationaldenkmals auf dem Niederwald stellt den Vater Rhein dar, wie er die bräutlich bekränzte Mosella in seine Arme schließt. Und eine wunderliebliche Braut, deren Reize schon Ausouius beaeijterten, ist sie in der That. Aus der: welschen Bergen des Was?ci;3, zwischen dem französischen Drumont und dem Elsässer Welchen, 735 Meter über dem Meeres hervorquellend, durchströmt sie zuerst den felsengeklüftet:n westlichen Abhang des Gebirges und dann die feuchten Wiesengrllnde des alten lothringischen Herzogtums, um zwischen dem französischen Pagny und dem deutschen Novöant in das deutsche Gebiet einzutreten. Bon hier ab bis Diedenhofen ist sie vor einem Bierteljahrhundert mit blutigen Opfern für Deutschland erkauft worden. Nahe an 100.000 Söhne Deutschlands und Frankreichs färbten in jenem gewaltigen Ringen um ihren Besitz ihre Ufer roth und ruhen nun zu beiden Seiten auf der sonnigen Höhe von Gravelotte St. Privat und in den feuchten Wiesen des Seilletthales, und mehr als 50 Denkmäler der Tapferen schauen auf sie herab! Welch ein Stück Weltgefchichte predigt dieser ihr Oberlauf! Bon den Klöstern R6muremont und Toul drangen einst Christenthum und Gelehrsamkeit in die gallischen Lande und versuchten schon damals vergebens Frieden zu stiften zwischen den beiden Erbfeinden, dem Austrasier und dem Neustricr; heute starrt das ganze weite Land von Wassen, und Bollwerk an Bollwerk erhebt sich auf seinen Höhen.

Trarbach-Traben. Doch ein' anderes Bild! Bei der klcinen Eisenbahnstation Perl tritt die Mosel in die preußische Rheinprovinz und nimmt von nun an erst eigentlich ihren rechten Charakter an. In zahllosen Windungen schlangelt sie sich wie ein Silberband zwischen Eifel einerseits und Hunsrück andererseits dahin. Weinberg reiht sich an Weinberg, und jeder sucht den andern in der Hervorbringung edlen Rebensaftes zu überbieten. Selbst die kleinsten Orte, wie Brauneberg, Zeltingen, Piesport und viele andere sind durch ihre Weine in der ganzen Welt bekannt, von dem Bernkastler Doktor" und dem Graacher Himmelreich" gar nicht zu reden. Außer dem reizenden Trier mit seinen zahlreichen römischen Alterthümern und mit seinem heiligen Rock berührt die Mosel bis Koblenz keine größeren Städte. Keiner der vielen Orte an ihren Ufern zählt über 5000 Einwohner. aber ein Reichthum herrscht in ihnen, der kaum anderswo seinesgleichen hat. Giebt es doch in Bernkastel, Traben - Trarbach, Cochem und anderen Wcinorten Kellereien, in denen weit über eine Million Liter des edelsten Rebensaftes lagert. Und nun erst der Reichthum in den vielen Kirchen und Kapellen, denn die Moselaner sind gar fromme Leute. Am Sonntag morgens sieht man die Kirchen nirgends voller als dort, aber dasselbe läßt sich auch des Abends von den Wirthshäusern sagen. Den richtigen Moselaner erkennt man nach einem alten Sprichwort am Rosenkranz und an der rothen Nase. 6?

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BadWildenstein. Unterhalb Cochem treten die Eifelund Hunsrückberge allmählich etwas zurück, und die Mosel sammt ihrem Thale erweitert sich, um bei Coblenz nach einem Laufe von 101 Kilometern sich mit dem Rheine zu verbinden. Gleich einer züchtigen Braut sträubt sie sich aber eine Zeitlang, sich dem Erkorenen ganz hinzugeben, denn fast zwei Kilometer weit kann man noch ihre grüne, moselweinfarbige Fluth von der goldig, gleich dem Rheinwein perlenden des Rheinstromes unterscheiden. Unsere Bilder zeigen uns hauptsächlich den Mittellauf, unstreitig den schön sten Theil des Flusses. In No. 1 schauen wir von dem ca. 350 Meter hohen Burgberg auf die lieblichen Doppelstädtchen graben - Trarbach herab, die in nächster Zeit durch eine schöne steinerne Brücke miteinander verbunden werden sollen. No. 2 zeigt uns das kleine Hunsrückbad Wildenstein an der großen Heerstraße über Simmern, die einst der berüchtigte Schinderhannes unsicher machte. Eingekeilt zwischen 600 Meter hohen Fels, wänden bietet es mit seinen StahlBadern ähnlich wie das m der Eifel gegenüberliegende Bad Bertrich einen lieblichen Sommeranfenthalt dar. Der echte Typus aller kleinen Moselstädte ist das Oertchen Zell. Das Thal zwischen den Bergen führt zur Höhe von Castellaun, einem wichtigen KnotenPunkt für die Hunörückposten und die

Hunsrückjäger. Für die letzteren ist es mit seinen gewaltigen Hirschen ein wahres Dorado. Die beiden letzten Bilder zeigen Stadt und Burg Cochem mit dem gegenüberliegenden Cond. Diese größte all.r Moselburgen gehörte im Mittelalter denRittern von Cochem, den Burggrafen des kurtrier'schen Bisthums. Im Jahre 1689 von den Franzosen zerstört, ist, die Burg vm dem jetzigen Besitzer, dem Haupte der

Cochem. alten Flüchtlingsfamilie Ravenez, bis in das kleinste wieder in dem früheren Zustand hergestellt worden, und gewährt den zahlreichen Besuchern einen überaus belehrenden Einblick in das häusliche Leben des Ritterstandes während des 15. und 16. Jahrhunderts. Wir glauben unsere Darstellung der Moselgegend nicht besser abschließen ZU können, als mit dem von dem Borsitzenden des Mosel- und Saarvereins C. Lenz sen in Traben gedichteten und noch nicht veröffentlichten .Mosellied: Es zieht durch die Lande , Aus Welschland zu uns her Im bräutlichen Gewände Die Mosel schmuck und hehr. Dem Rhein sich zu vermählen, Dem freien deutschen Rhein; Sie kann es nicht verhehlen, Daß deutsch auch sie will sein. Sie küßt die grünen Matten Ein wunderlieblich Bild, Sie eilt im Waldesschatten Durch Berge rauh und wild! ,Und auf der Berge Höhen , Im hellen Sonnenstrahl Ist manche Burg zu sehen. Die schaut hinab in's Thal. Burg Cochem. Und an den steilen Hängen, Da wächst der edle Wein Aus hohen Felsengängen, Aus schiefrigem Gestein. O Moselwein vor allen, Du Wein, wie Gold so klar, Dir soll mein Sang erschallen Zum Lobe immerdar. Wer dich im Rebenlande, O Moselstrom geseh'n. Mit deinem Silberbande So lieblich und so schön: Der wird stets dein gedenken, Und deines Thales Pracht, O, daß vor Welschlands Ränken, Dich schütze treue Wacht! Er kennt sie. Frau: Lieber Fritz, wie lieb und gut Du heute bist! Zu Mittag hab' ich auch eine Ueberraschung für Dich Du bekommst Deine Leibspeise. . Mann: Schon gut, schon gut, liebe Anna. wie viel Geld brauchst Iu denn?" JhrSchmerz. Ich bedauere von Herzen, gnädige Frau, Sie in Trauer sehen zu müs sen!So finden Sie also auch, daß mich Schwarz abscheulich kleidet!?" Strenge Mannszucht. A.: Weshalb ist denn der Rentier Wamberl aus dem Vegetarier - Verein ausgeschlossen worden?" V.: Der hat Tags vorher ruhig ein Rhinoceros hinuntergeschluckt und das ist demVerein zu Ohren gekommen!" Nicht z u verdenken. Zwei Stotterer gerathen aneinander. Feuerroth im Gesichte, ruft der eine seinem Gegner zu: S s sie s s sind ein infamer Ver Ver Verleumder!" woraus der andere entgeg net: W w wollen Sied das gleich zurücknehmen?" N n nein," sagte der erstere, "i i ich bin froh, daß ich's heraus habe."

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Acr Eolome-Stopftr. Nebel auf See! Stunden schon stampft der große Dampfer durch den Ocean, dessen Wellen leise klatschend an seine Planken schlagen. Eine böse Nacht; Sandbänke nicht fern und das Fahrwasser belebt. Wenn sie nur erst zu Ende wäre und der Morgen den Nebel etwas lichten wollte! Pflichtgetreu steht der Capitän zwischen feinen Officieren unausgesetzt auf der Commandobrücke und läßt in regelmäßigen Zwischenräumen die Dampfpfeife ertönen, deren gellende Rufe die rabenschwarze Nacht da draußen zu verschlingen scheint. Kein Schlaf kommt heut in seine Augen, Hunderte von Menschenleben sind seiner Wachsamkeit vertraut, da heißt es ausharren. Unermüdlich späht er in die düstere Wand da vor sich hinaus und lauscht, ob nicht der Ton einer Sirene die gefahrdrohende Nähe eines zweiten Schiffes verriethe. Da er täuscht sich nicht schallt wie aus weiter, weiter Ferne ein langgezogener Ton herüber. Ein paar bange Sekunden verstreichen, plötzlich gellt das durchdringende Heulen des Nebelhorns aus nächster Nähe; Segel an Steuerbord!" schreit der Mann am Ausguck, im gleichen Augenblicke tauchen Lichter und gespenstisch riesenhafte

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Stopf - Apparat. Masten auf, die sich mit unheimlicher Schnelligkeit rähern. Ruder Backbord!" donnert der Capitän, schwer ächzend wendet der gewaltige Rumpf des Schiffes zu spät, ein entsetzliches Krachen, laute Ruse, und wie von der Nacht verschlungen, versinkt das fremde Fahrzeug im Nebel. Eine gräßliche Verwirrung entsteht, die Passagiers, kaum bekleidet, stürzen unter Jammer. geschrei auf Deck und versuchen in verzweifelter Hast die Boote zu stürmen; man reißt sie zurück. Frauen und Kinder zuerst." dazwischen die schrillen Pfeifen der Bootsmaate, die Commandorufe der Officiere. die Flüche' der Matrosen nur der Capitän steht unerschütterlich auf der Brücke, ertheilt mit ruhiger Stimme feine Befehle, tröstet die Jammernden mit dem Hinweis, daß die'Gefahr noch nicht unmittelbar bevorstehe. Noch ist es den Officieren gelungen, das Herablassen der Boote zu verhindern, die von den vor Angst Sinnlosen zum Kentern gebracht worden wären da plötzlich fängt die Maschine, die sofort nach dem Schrank mit Stopfern. Zusammenstoß gestoppt hatte, wieder au zu arbeiten. Einen Augenblick 'ist alles sprachlos, die Stille benutzt der Capitän: Die Gefahr ist vorüber, das Leck ist gedichtet," ruft er mit weithin tönender Stimme. Ein einziger Schrei der Freude aus hundert Kehlen! Und doch noch Zweifel: Ist es wirklich wahr?" Wie war das möglich?" Allmälig greift die Ruhe wieder Platz und die aufgeregten Passagiere begeben sich einer nach dem andern in ihre Kabinen. ' Am nächsten Morgen besuchen wir den Raum an Steuerbordseite, wo die Collision stattgefunden hat, der mittlerweile von dem eingedrungenen Wasser leergepumpt ist. Dort finden wir das mehrere Fuß lange Leck verstopft mit den sogenannten Colomestopfern". Diese Stopfer" sind die Erfindung des französischen Admirals Pallu de la Barriere und verbessert worden durch Colome. einen in der wissenschaftlichen Welt Frankreichs wohlbekannten Erfinder. Man hat zwei Arten, deren wesentlicher Bestandtheil in beiden Fällen eine Cellulosemasse ist. Im ersten wird diese aus der Schale der Cocusnuß bereitet, der man alle, der Fäulniß unterliegenden SaftbestandDichten eines Lecks. theile entzogen hat. Im zweiten verwendet man das Mark von verschiedenen Getreidearten. Wie unsere Abbildüngen zeigen, besteht der ganze Stepfer aus folgenden Theilen: Zunächst aus einem Messingstab, der mit einem Schraubengewinde versehen ist. An seinem einen Ende ist eins starke, schmiedeeiserne Platte angebracht, die mit Hilfe eines Charnieres sowohl parallel mit dem Messingstabe, als auch senkrecht zu diesem stehen kann, im letzteren Falle sieht der Apparat fast aus wie eine Eispicke. Zu diesem Gerippe des Apparates gehören nun noch die er wähnten Stopser in Cylinderform, eine auf jeden passende Ctahlplatte von etwas kleinerem Durchmesser und eine Schraubenmutter, die zur bequemeren Handhabung mit Griffen versehen ist.

Die Swpfer fertigt man zur Zeit in drei Größen, von 6, 9 und 13 Zoll Durchmesser. Je ein Satz von drei Stück wird in einen Schränk gepackt, den man an einer bequem zugänglichen Stelle aufhängt. Beim Verstopfen des

GestopftesLeck. Lecks verfährt man folgendermaßen: Durch die Oeffnung, die das Wasser in starkem Strome hereinschießen läßt, schiebt man zuerst den Messingstab mit der jetzt heruntergeklappten, also ihm parallelen Eisenplatte. Eine halbe Wendung bringt die Platte dann in die zum Stäbe senkrechte Stellung. Der kräftige Wasserdruck preßt sie dann an die Wandungen des Lecks an und jajitefct dies damit von selbst schon soweit, daß die eindringende Wassermenge ein weiteres Operiren nicht mehr hindert. Nun wird ein der Größe der Oeffnung entsprechender Cellulosestopfer über den Messingstab geschoben, die Stahlplatte daraufgelegt und die Mutter so fest wie möglich angezogen. Die Weichheit der Cellulose, sowie ihre Fähigkeit. im Wasser aufzuquellen, bewirken ihr vollständiges Anschmiegen auch in die kleinsten Ritzen des Lecks. Auf diese Weise ist es z. B. möglich.' ein Lcck von 7j Zoll Durchmesser in 35 Sekunden absolut dicht zu verschließen. Nicht immer ist das Leck aber rund, meist sogar schmal und lang, so bei Zusammenstößen, Auffahren auf Riffe u. s. w. In diesem Falle nimmt man mehrere Stopser und schraubt sie dicht nebeneinander. Hindert die Nähe einer Querwand des Schiffes den Gebrauch der Handgriffe, fo kann man die Schraubenmutter auch vermittelst eines Schraubenschlüssels anziehen. Naturlich kann es sich bei den Colome-Stop-fern immer nur um kleinere Schäden handeln, aber auch diese sind sehr ge.kMrlich und das ganze Verfahren bedie bei Sckiffsunfällen so unermekw'ch großen Vorzüge: Schnelligkeit, Emsachyelt und Wirksamkeit, Borzuge, die ihm schnell eine Einführung in alle Welt sichern werden. Motorschlitten. Das Neueste auf dem Gebiete der Automobilen ist ein Motorschlitten. Dieses, von Dr. Casgrain in Quebec erfundene Fahrzeug unterscheidet sich in seinem vorderen Theile in nichts von einem gewöhnlichen Stuhlschlitten. An der Rückseite ist der Petroleummotor von zwei Pferdekräften angebracht, der ein Rad treibt, dessen Reifen mit kleinen Metallspitzen besetzt ist. die sich wie Aähne eines Zahnrades in das Eis bohren und so den Schlitten vorwärts stoßen. Die Steuerung erfolgt ganz nach dem Prinzip der Motorräder. AufderFahrt. Der neue Schlitten läßt sich natürlich nur auf Eis oder einer dünnen, sehr hart gefrorenen Schneedecke anwenden, zum Fortkommen auf Landstraßen ist er schwerlich geeignet. Immerhin, ein neuer, amüsanter Sport ist damit geschaffen, der gleichwohl noch nicht jede praktische Verwerthung ausschließt, zumal der Erfinder behauptet, es ließen sich mit Leichtigkeit die Schlittenkufen und das Triebrad gegen gewöhnliche Pneumatikräder auswechseln, so daß der Besitzer bei eintretendem TauWetter statt auf seinem Motorschlitten vergnüglich auf einem Motorrade durch die Welt sausen könnte. Zu viel! So traurig, lieber Herr Spieseck:. was ist Ihnen denn?.Fragen Se o?k noch, Madamken; vor acht Dage hebb ick erst min Fru verloren un nu noch dat eenz'ge Swin, dat is to vcel Unglück up eenmal! In Erwartung. Lehrer: Hansl, warum hast denn heut mitten in der Woche' Dein Feiertagsgewand an? Hansl: Der Vater hat g'sagt: Heut Nachmittag brennt's daheim. Erste Liebe. Sie: Mei liewer Adolf, wenn'ch so bei dir sitze, da weeß'ch ersch, was wahre Liebe bedeitet!" Er: Jch ooch. Awer weeßte, m'r mechten nu heem gehen, es ward sachtchenZ kiehle." Nicht sein Geschmack. Heirathsvermittler (das Porträt eines älteren Fräuleins zeigend): Diese Dame hat Philosophie siudirt ist ein frischgebackener Doctor.- Heirathscandidat: Hakn Sie nichts Frischgebackeneres?- ...

Widderkämpfc. Die Bewohner einiger Gemeinden des Ober - Jnnthals in Tirol huldigen einem eigenthjmlichen Spoit. Zwei Dörfer vereinbaren einer? Wettkampf zwischen Widdern, welche zu diesem Zwecke ausgewählt werden. Man sucht hierzu besonders kräftige Thiere, die durch Hafer in ihrem Temperament gesteigert, von ihren Genossen gesondert und durch Neckereien bösartig und kampflustig gemacht werden. Wenn der Tag der Entscheidung gekommen, führt man die Thiere auf eine, zwischen den beiden Ortschaften gelegene Wiese. Dem schönen, wohlge-

Zum Kampfplatz. pflegten, von kräftigen Burschen gcleiteten Widder geben die Bewohner der beiden Dörfer das Geleite. Am Kampfplatze angelangt, Lilden sie ein gespannt zusehendes Publikum Wetten werden abgeschlossen, die Aussichten des Sieges besprochen und abgewogen. In der Entfernung von einigen Schritten stellt man "die Kämpfenden einander gegenüber. Die Rauflust erwacht beim gegenseitigen Anblick, sie werden losgelassen und stürzen sich sofort mit gesenktem GeHorn aufeinander. Weithin hörbar ist der Anprall. Die Anläufe wiederholen sich, es scheint, als ob jedes der Thiere bemüht wäre, die auf ihn gesetzten Hoffnungen zu erfüllen. Nach und nach stellt sich Der Kampf., die Uebermacht des einen der Gegner unzweifelhaft heraus. Blut fließt aus den Nüstern der beiden. Der Schwächere oder weniger Energische entzieht sich schließlich dem letzten Angriff des Siegers durch die Flucht oder wird von diesem zu Boden gerannt. Mit Jubel wird der Gewinnende von den Bauern seines Ortes umringt, Mädchen bekränzen ihn liebkosend und sein Ruhm erklingt in aller Munde. TheureFreude. Mann: Entzückend bist Du in diesem Kleide, das ist wahr aber das Geld " Frau: Kommt nicht in Betracht, wenn es gilt. Dir eine Freude zu chen!Charakterfest. Gattin: Wilhelm, ach. kause mir doch den Schmuck, der mir heute beim Juwelier so gut gefallen! Bitte, erfülle mir doch diesen Wunsch!" Gatte: Du weißt ja, mein Engel. Deine Wünsche sind mir Befehl, und befehlen lasse ich mir grundsätzlich von Niemand' 'was!" Aus der Schule. Lehrer: Wozu gebrauchen wir die Kartoffeln?" Schüler (Sohn eines Destillateurs): Zum Kornschnaps machen." Dann allerdings. Käufer: Ist der Hund auch sehr bissig?" Händler: Na ich sage Ihnen, der wollte sogar meine Schwiegermutter beißen!" Auch etwas. ' Amtmann: Wenn wir Euch Gesinde! doch endlich aus der Gemeinde los hätten. Steuern bezahlt Ihr keine ... tzubermichel (stolz): Eriauben's. Herr Amtmann. vergangenes Jahr hab' ich aber doch sur mindestens hundert Mail Geldstrafe hier abiusmt!-

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Mutier und Tochter.

böi Lilli: Finden- Sie nicht. Her? Dortor, daß ' ich meiner Mama sehr ähnlich sehe?" Mama: Aber. Mi. sei doch rächt so eitel!" Verschiedene Quellen-, Amalie (zu ihrer Freundin) : - Und woher weißt Du, Elise, daß. Dich der Assessor liebt?"' Elise: O, die ewigen Sterne? Habens mir's verkündet und seine Zugeherin hat's unserer Kathi gestern Abenw auch erzählt!" Unerkl.ä.rlich. Dame: Sagen Sie mir nur.. Herr Professor, warum heißen wir denn ei--gentlich das schöne Geschlecht?" Professor: Ja, das weiß ich auch' mcht!" Moderne Kinder. Elsa: Wenn ich einmal' heirath dann heiratn ich einen Doctor!" Emma: Und ich einen, LieutenanU. Elsa: Was fällt Dir denn ein, Emma! Denk' doch, wenn- Krieg ausbricht und der Lieutenant todtgeschos-' sen wird, dann sitzt' Du- da. mit Deinen sieben Kindern!" Poesie und Prosa. Dame (declamirend): ..Derm mit der Freude Feierllange begrübt sie das geliebte Kind! . . .Jesses, jetzt wär' ich beinahe schon wuder üb den Vamseu gestolpert!" Nicht mehr nöthig. Du spielst ja jetzt fast gar nicht mehr ftk vier?" Wozu auch? Ich bin ja verlobt." E i n W i n k. Er (theilnehmend): Du hast Dich ja schrecklich erlältet. Sie: Ja, ich bin so heiser, daß ich gar nicht schreien könnte, wenn Du jetzt v??snrsen solltest, mi.'ü zu küssen. v..." i , r II Zu dünn. Schneidersfrau (zum Tapezierer, der in ihrer Wohnuna Taveten aufllebi): .Wo ist denn mein Mann? Er war doch eben noch hier." Tapezierer: Donnerwetter. den hb iut gewiß mit an die Wand ge klebt!33 onthtern Standpunkt. Doctor (unverhcirathct): Ich lag' Ihnen, Doctor zu werden ist wohl sehr schwer!" Aelteres Fräulein (seufzend): Ach. und Frau Doctor zu wer den, noch viel schwerer!" .

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