Indiana Tribüne, Volume 22, Number 151, Indianapolis, Marion County, 19 February 1899 — Page 3
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Ron-an von mvU)iv Zapp (S. Fortsetzung.) Eines Tages erhielt Capitär. Henning ein kleines Paketchen und einen Brief, der ihm sein Gespräch mit Miß Statt Clinton sowie ihre freundliche Einladung in's Gedächtniß zurückrief. 5s war ein zierliches, duftendes Briefchen. und die Schreiberin die schöne Nichte des Kriegsminister.' Dr Inhalt des Schreibens war überraschend. Sich möchte gern die erste sein schrieb Miß Kate Clinton, die Ihnen, Capitän, Glück wünscht zu Ihrem Avancement. Soeben theilt mir mein Onkel, Mr. Stanton, mit, daß Sie zum Major befördert sind. Ich freue mich sehr über diese Auszeichnung, die Sie durch Ihr Verhalten in der Schlacht bei Bull Run redlich verdient haben, und bitte Sie, 'das Beifolgende als ein Zeichen 'meiner aufrichtigen Freundschaft und als einen Zoll der Dankbarkeit, die ich als Amerikanerin Ihnen, dem tapfern Vaterlandsvertheidiger, schulde, freundlich anzunehmen. Möge das Emblem Ihrer neuen Würde Sie erinnern an Ihre ergebene Freundin Kate Clinton." Voll Staunen befreite er den in Papier geschlagenen Gegenstand von seiner Umhüllung. Es waren ein paar Schulterftreifen. Die in Gold gestickten Blätter, das Abzeichen des Majorranges, schienen von den geschickten Fingern der schönen Uebersenderin selbst herzurühren. Dietrich Henning erröthete vor Freude und Ueberraschung. Beschämend empfand er seine UnHöflichkeit, die sie feinfühlig in ihrem Briefe nicht einmal erwähnt hatte. Während des Abend - Appells gab General Blenker officiell Capitän Henmngs Beförderung sowie leine Versetzung in den Divisionsstab bekannt. Mit feinem Lächeln fügte der General seiner Mittheilung hinzu: Ich beurlaube Sie für heute Abend nach Washington, Major. Sie werden gewiß den Wunsch haben, Ihrer schönen Protectorin zu danken. Dem Angeredteten schoß das Blut in's Gesicht unter den lächelnden Blicken der Officiere, die im Kreise den General umstanden. Den ihm eitheilten Urlaub benutzte er freilich, um sich des Besuches, den er Miß Clinton schuldete, zu entledigen. ' Miß Kate empfing ihn mit einer herzlichen Liebenswürdigkeit, die ihn mit Besch'ämung und zugleich mit einem angenehm schmeichelnden Gefühl erfüllte. Mr. Clinton tauschte einen Händedruck mit ihm, sprach ein paar verbindliche Worte und zog sich sehr bald in sein Arbeitszimmer zurück. Dietrich Hen ning, verbrachte in der Nähe des ebenso schönen wie geistvollen jungen Mädchens eine schnell und anregend verstreichende Stunde. Als er sich verabschiedete, entließ sie ihn mit den Worten: Ich hoffe, Sie recht oft bei mir zu sehen, Mister Henning. Zum Glück ist, wie Mr. Stanton sagte, vor nachstem Frühjahr an irgendwelche kriegerische Action nicht zu denken. Wir werden also noch em paar Monate lang so zu sagen Nachbarn bleiben. An einem der nächsten Tage erschien Miß Clinton im Lager von Hunters Chapel, um der deutschenDivision, für die die schöne Amerikanerin plötzlich ein lebhaftes Interesse gefaßt zu haben schien, einen Besuch abzustatten. Natürlich machte der General selbst der 1 einflußreichen Nichte des Kriegsministers gegenüber die Honneurs des Lagers. Aber an ihre rechte Seite berief Miß Kate den neu ernannten Major, und sie unterhielt sich so lebhaft mit ihm und behandelte ihn mit soviel Auszeichnung, daß es allen auffiel und selbst die Aufmerksamkeit der Mannschasten erregte, an denen die schöne junge Lady mit ihrer Begleitung vorüberkam. 10. Mr. Cunnlngham rüstete sich zur Abreise nach dem Kriegsschauplatz. Militärischer Ehrgeiz 'und kriegerische Gelüste waren es frielich nicht, die den Procuristen der Firma George C. Bradley zu dieser Reise veranlaßten, sondern lediglich geschäftliche Rücksich- j ten. Die Firma hatte die Anfertigung von Gewehren begonnen. Die ersten Tausend wiesen zwar allerlei Schäden auf, aber Mr. Cunningham hoffte sie durch seine persönlichen Bemühungen dennoch unterzubringen. Hatte er nicht die besten persönlichen Äerbindüngen bei der deutschen Division? Wenn man üb??dies die maßgebenden Persönlichkeiten an dem Gewinn betheiligte, so würde sich schon das Geschäft nach Wunsch abwickeln. Eine Hand wäscht die andere. Das Sprichwort hatte auch in Amerika seine Geltung. Zu statten kam der Firma, daß das Kriegsministerium die Neubewaffnung eines großen Theiles der Armee angeordnet hatte, denn die zuerst von der Negierung an die Regimenter ver theilter Gewehre waren sehr veralteter Construction und sie waren nur noth gedrungen aus Mangel an besserem Kriegsmaterial verwendet worden. Die von der Firma George C. Bradley hergestellten Gewehre hatten den Vorzug kleineren Kalibers und einer Spitzkugel, während bei den alten Gewehren das Kaliber ein ungewöhnlich großes war und die zur Verwendung aelangenden Kugeln rund und fast so groß wie Kartätschen waren. Seinen letzten Abend verbrachte Mr. Cunningham in der Familie seines Principals. Mr. Bradley hatte seiem Procuristen noch allerlei Verhak tungsmaßregeln zu ertheilen. Auffallend schweigsam verhielt sich Miß Carrie, die sonst das Gesprach zu leiten pflegte. Sie sah blaß auZ und
ihre Züge hatten einen merkwürdig gescannten, unruhigen Ausdruck. Auch eine an ihr ungewöhnliche Zerstreutheit bekundete sie heute. Ganze Minuten starrte sie nachdenklich, träumerisch vor sich hin, um, sobald sie Jemand anredete, erschreckt, wie aus einem
Traum, aufzufahren. War es die Wirkung des Briefes, den sie Tags zuvor von ihrem Bruder Harry aus dem Lager von Hunters Chapel erhalten hatte und in dem ein paar Dietrich Henning betreffende Sätze vorkamen? Dietrich Henning ist der Held des Tages. Er hat mit einem Male eine weit über seinen militärischen Rang hinausgehende Bedeutung erlangt. Seine Beziehungen zu Miß Kate Clinton, der er sein schnelles Avancement verdankt, werden in unserer ganzen Division besprochen. Alle beneiden ihn, denn die schöne Nichte des Kriegsministers soll großen Einfluß besitzen. Sie- war schon einige Male im Lager be: uns und Dietrich Henmng ist ein häufiger Gast im Hause ihrer Eltern. Ich gönne unserem tapferen Freunde sein Glück von Herzen. Er ist eben überall sieghaft, nicht nur vor dem Feinde. Kate Clinton ist Lberigens eine Schönheit und es wäre kein Wunder, wenn Henning ernstlich Feuer finge. Falls wir noch länger in Hunters Chapel bleiben, so hoffe ich, wird bald eine fröhliche Verlobuugsfeier unser einförmiges, langweilrges Lagerleben unterbrechen." Diese Aeußerungen waren Carries letzter Nachtruhe sehr wenig förderlich gewesen. Immer wieder hatte sie Harrys Mittheilungen überdenken müssen und auch während des ganzen Tages hatten ihre Gedanken mehr in der Ferne geweilt als bei ihrer Beschäftlgung. Ausfallend war es. daß Henning selbst in seinen Briefen an sie seiner neuen Bekanntschaft nur ganz kurz Erwähnung gethan, und gerade dieser Umstand war es, der Carrie am meisten zu denken gab. Haben Sie Aufträge für mich, Miß Bradley? fragte Mr. Cunningham, der es an der Zeit hielt,. sich zu verabschieden. Ich allerdings, erwiderte die Angeredete erröthend und mit einem Anflug von Verlegenheit, der dem Procuristen auffiel. Aber die Tochter des Hauses hatte diese ihr ungewohnte AnWandlung rasch überwunden und lachelnd fuhr sie, mit schnellerem Fluß der Stimme fort: Ich habe einen Austrag für Sie, Mister Cunningham, dessen Erledigung eine gewisse diplomatische Gewandtheit erfordert. Ein guter Kaufmann, versetzte der Procurist schlagfertig, muß auch etwas von einem Diplomaten an sich haben. Es liegt mir daran, fuhr Carrie Bradley fort, über eine gewisse Miß ate Clinton näheres zu erfahren. Eme Bekannte von Ihnen. Miß Bradley? warf Mr. Cunningham ein, als die junge Dame eine Pause machte. Nein, ich kenne die Dame noch gar nicht. Aber' sie interessirt mich ein frisches Athemholen Mr. Hennings wegen. Mr. Cunningham horchte hoch auf und seine Blicke richteten sich forschend auf die Sprechende, die mit einer gewissen Hast wltersprach: Uebrigens die Dame kann Ihnen bei Ihren Geschäften von Nutzen sein. Sie ist die Nichte des Kriegsministers und soll, wie mir Harry schreibt, in Regierungskreisen eine einflußreiche Persönlichkeit sein. Für Mr. Henning wird es ein leichtes sein. Sie bei ihr einzuführen. Mr. Cunningham ließ ein leises Ah! der Verwunderung hören; auch Mr. Bradleys Aufmerksamkeit und Interesse war durch Carries letzte Aeußerung erregt worden. Wie? rief et. ' Mr. Henning? Erfreut der sich so hoher Verbindungen in Washington? Das wäre ja für uns von größtem Werth. Während sich der Kaufmann im Vorgefühl glänzender Geschäfte vergnügt die Hände rieb, gab Carrie mit eigenthümlich zuckenden Lippen die Antwort: Du darfst sogar mit ver Möglichkeit rechnen, Papa, daß Mr. Henning nächstens in nahe verwandtschaftliche Beziehungen zum Kriegsminister Stanton tritt. Der Fuchs Cunningham lächelte in sich hinein. Wer einen Blick in sein Inneres hätte thun können, hätte wahrgenommen, daß ihn diese Mittheilung noch in ganz anderer als in geschäftlicher Hinsicht erfreute. Schreibt er dir das selbst? fragte Bradley seine Tochter. Nicht .er. sondern Harry. Pah! Mr. Bradley zeigte eine etwas geringschätzige Miene und machte mit der Hand eine Bewegung, die seine geringe Meinung von der Zuverlässigkeit des Gewährsmannes der soeben gehörten Neuigkeit ausdrücken sollte. Nun, Mr. Cunningham wird ja bald in der Lage sein, bemerkte Carrie in ruhigem Ton, der ihre tiefe Ge müthsbewegung nicht errathen ließ, uns mittheilen zu können, ob Harrys Nachricht richtig iß oder nicht. Hat Harry recht, so wird es uns jedenfalls interessiren, über die zukünftige Mrs. Henning Genaueres zu hören. Damit war der Gegenstand erledigt und Cunningham empfahl sich. Am nächsten Morgen trat Joshua Cunningham die Reise nach Washington an. Die Gewehre, mit denen er die Soldaten der deutschen Division zu beglücken gedachte, hatte er schon tags zuvor verladen lassen. In Washington nahm der Procurist sogleich einen Wagen, um nach Hunters Chapel hinauszufahren. Harry Bradley empfing ihn mit Freude und überschüttete ihn mit einer Unmenge von Fragen nach seinem Vater . und seiner Schwester. Major Henning dagegen begegnete ihm mit zurückhaltender, kühler Höflichkeit. Es lag etwas Drohendes in seinen Vttenen und hier und da glaubte der Procurist ein feindseliges Aufleuchten in den Augen deö anderen zu gewah-' ren.
Oberst von Galis begrüßte seinen ebemaligen Vorgesetzten von der Firma George C., Bradley mit beißender Ironie. Willkommen aus dem Kriegsschauvlatz, Mr. Cunningham! Ich freue mich, daß Sie sich endlich auf Ihren Patriotismus besonnen haben, und mit
l Vergnügen werde ich Sie sogleich in me'm vlrgiment einreihen. D Procurist nahm mit guter Miene den Scherz des ehemaligen Comptoirdieners auf, der jetzt ein Mann von Bedeutung war, mit dem man zu rechnen hatte. Ich bedauere, Oberst, entgegnete er lächelnd. Sie werden Ihr Regiment obne'mich completiren 'müssen. Als Soldat würde ich Ihnen nur wenig nützen, dagegen hoffe ich Ihnen in einer anderen Weise dienlich sein zu können. Der Oberst heftete einen Blick auf den Procuristen seines früheren BrotHerrn, der nicht gerade Vertrauen ausdrückte. Ich komme nämlich mit einem größeren Posten Gewehre, erklärte Mr. Cunningham, die ich Ihnen eventuell ... Herr von Galis sprang lebhaft auf man befand sich in dem Zelt des Obersten und saß auf Feldstühlen und rief, während seine Augen roll Interesse blitzten: Warum sagen Sie denn das nicht gleich! Da erscheinen Sie mir ja als ein Bote des Himmels, Sir! Unsere Gewehre sind wter aller Kritik und ich zittere bei dem Gedanken, meine tapferen Jungens mit den miserablen Schießprügeln noch einmal in die .Schlacht führen zu müssen. Oberst von Galis fuhr mit Mr. Cunningham nach der Stadt. Der Oberst nahm die Gewehre mit der Gründlichkeit und dem Sachverständniß des erfahrenen Fachmannes in Augenschein. Dabei verfinsterte sich sein Gesicht mehr und mehr. Das Modell war zwar gut," aber die Arbeit und das Material waren nichts weniaer als einwandsfrei. An zahlreichen Gewehren war das Visir verbogen und dieses selbst auf dem Lauf so schlecht befestigt, daß es nach mehrmaligem Aufklappen abbrach. Daneben waren die Hähne überall von so schlechtem Material, daß sie nach wiederholter BeNutzung ebenfalls vielfach aosplltterten. Schade um die Transportkosten, sagte der Oberst trocken, als' ihn der Procurist jetzt um sein Urtheil befragte. Mit der Fabrikation von Gewehren wird die Firma George C. Bradley vorläufig keine Seide spinnen. Der Procurist lächelte gezwungen. Daß er den Oberst über den wahren Werth der Gewehre nicht täuschen konnte, sah er vollständig ein. Ich gebe ja zu, räumte er nachgiebig ein, daß noch einige Mängel vorhanden sind. 'Es ist eben unser erster Bersuch auf diesem Gebiete. Aber mein Gott, für die Ewigkeit sind die Dinger ja auch nicht berechnet. Wie lange wird der Krieg noch dauern? Noch zwei, drei Schlachten, und die Geschichte ist vorbei. So lange werden unsere Gewehre schon aushalten. Dem heißblütigen Officier schwoll die Zornesader. Es wäre ein Verbrechen, erklärte er mit unumwundener Offenheit, .die Soldaten auch nur für einen Tag mit dem Zeug da zu bewaffnen. Aber der Procurist ließ sich nicht beirren, .immer ein vertraullcyes. überlegenes Lächeln um die Lippen, das den Officier schon an und für sich ärgerte, beugte er sich zu Herrn von Galis hinüber und wisperte ihm mit einschmeichelnder Stimme zu: Die Firma ist selbstverständlich bereit, Sie fürJhre Mühe zu entschädigen, Oberst. Wir bieten Ihnen drei, sagen wir vier Dollar für jedes Gewehr, iias wir durch Ihre Vermittlung absetzen. Durch die hohe, kräftige Gestalt des Officiers ging ein sichtbarer Ruck. Seine Augen öffneten sich weit und blickten-in starrem Staunen den ihm Gegenüberstehenden an. Sein Gesicht verfärbte sich jäh. Nun, was sagen Sie zu meinem Vorschlag, Oberst. Das Blut schoß wieder dunkel in das Antlitz des Officiers zurück. Seine Hände ballten sich, seine Augen blitzten, während er an den unwillf''.' lich zurückweichenden Procuriste::-er-antrat. Ich sage, erwiderte er zornbebend, daß ich Ihnen alle Knochen Ihrer Jammergestalt zerbrechen werde, wenn Sie es wagen, mir noch einmal mit einem so unverschämten Vorschlag zu kommen. Haben Sie mich verstanden, Mister Cunningham? Die Reihe des Staunens war nun an Joshua Cunningham. DaZ Aussehen des Officiers bewies ihm, daß eS sich bei ihm um keine Komödie ).bandelte. um kein Zwangsmittel, ttGt winnanth?il nich höher hinaufzuschrauben, sondern daß es dem Zormgen voller Ernst mit seiner Drohung war. Ich ich wollte Sie doch nicht beleidigen, Oberst, stammelte er erschrocken. Was ich Ihnen vorschlage, ist doch doch einfach ein Geschäft. Ich begreife Sie nicht. Bedenken Sie doch, Oberst, der Krieg wird nicht immer dauern und dann bei uns zahlt der Staat keine Pension. Was soll denn aus Ihnen werden, wenn Sie sich nicht bei Zeiten ein wenig versorgen? Was aus mir nach dem Kriege werden wird, entgegnete der Oberst und maß den ihm bleich vor Furcht Gegenüberstehenden verächtlich von Kopf bis zu den Füßen, das weiß ich noch nicht und es soll mich auch vorderhand wenig kümmern. Das weiß ich allerdings schon heute, daß ich zu der ehrenwer then Firma George C. Bradley nicht mehr zurückkehren werde, denn so schuftigen Creaturen wie ihr dreht ein
halbwegs anständiger Mensch am besten ein für allemal den Rücken. 3Vrnit hrthit s?ck der Dfi?rff ener-
5 V -WWJWW T 7 T T gisch auf dem ClIag herum und ging mit großen Schritten davon, ohne den Zurückbleibenden eines weiteren Blickes zu würdigen. Joshua Cunningham aber athmete erleichtert auf. Und dann zuckte er mit den Achseln und sein Gemüthszustand machte sich in dem halblauten Ausruf Luft: Dummer Deutscher! Unglaublich, es gab wirklich solche Menschen, die ihren Vortheil nicht verstanden, die sich einen leicht zu ergatternden Gewinn aus Dummheit oder wer weiß welchen Gründen entgehen liefen und die nicht, einsehen wollten, daß sich das ganze menschliche Leben und Streben doch nur um das eine Ziel drehte: Geld zu verdienen! Und wer versäumte und nicht verstand, Geld einzuheimsen, so viel wie irgend möglich. der war einfach ein Dummkopf. Der Kluge aber nahm jede Gelegenheit wahr, sich zu bereichern. Das war immer Joshua Cunninghams Lebensprincip gewesen seit seiner frühesten Jugend an, und auch in seinen Mußestunden, die nicht dem Geschäft gehörten, sann und arbeitete er unablässig daraufhin, Geld zu verdienen. Manche geheime Privatspeculation, die er abseits der Firma auf eigene Gefahr und zu eigenem Vortheil unternommen, verdankte er seinem rastlos neuen Geldquellen nachspürenden Geiste. Er war es gewesen, der in klllglicher Vorausberechnung der Volksstimmung, sobald die erste Nachricht von der Beschießung des Forts Sumter in New York eintraf, ganz im stillen patriotische Cocarden und patriotische Schleifen in großen Massen hatte anfertigen lassen, die er dann in New Jork und anderen großen Städten zur rechten Zeit auf den Markt werfen ließ. Auch seine jetzige Reise nach Washington hatte er für eine günstige Gelegenheit angesehen eine echte Joshua Cunningham'sche Idee vortheilhaft zur Ausführung zu bringen. Das strenge Verbot, das die nordamerikanische Heeresleitung im Interesse von Disciplin und Manneszucht getroffen, Spiritussen an die Soldaten zu verkaufen, hatte den scblauen Geschäftsmann zu seiner Idee angeregt. Er wußte, daß er einem dringenden Bedürfnisse entgegen kommen würde, wenn er ein Mittel entdeckte, den Soldaten auf einem heimlichen Wege den so inbrünstig ersehn ten Whiskey zuzuführen. Und so hatte er denn in New Fork eine große Anzahl von Blechbüchsen anfertigen lassen, die einen doppelten Boden und Deckel besaßen. Der obere gleichsam officielle Theil der Büchse enthielt Butter, der untere aber verbarg den kostbaren, trinkbaren Stoff, den die Soldaten sicherlich mit Geld aufwiegen würden. Die nächsten Tage nach dem verunglückten Versuch, durch des Oberst von Galis Vermittelung die schadhaften Gewehre der Firma abzusetzen, widmete Mr. Cunningham seinen Privatinteressen. Er suchte die zahlreichen Marketender auf. die in dem Lager um Washington ihre Verkaufszelte aufgeschlagen hatten, und zeigte ihnen seine so sinnreich construirte Erfindung. Der Artikel fand reißenden Absatz bei den Marketendern und durch diese bei den Soldaten und es war in dieser Zeit bei den Truppen, besonders bei den irländischen Regimentern gar nichts seltenes, daß die Hälfte der Mannschaften betrunken oder überhaupt gar nicht zum Dienst kam. Joshua Cunningham rieb sich schmunzelnd die Hände, nannte sich selbst einen charmanten Kerl" und dachte nun wieder mit größerem Muth und neuer Hoffnungsfreudigkeit an die Geschäfte der Firma. Daß er eines in höherer militärischer Stellung befindlichen Helfershelfers benöthigte, die nicht ganz einwandsfreien Gewehre abzusetzen, darüber war er sich ja von vornherein klar gewesen. Sich an Dietrich Henning zu wenden, den einzigen höheren Officier, den er außer Herrn von Galis in der Armee persönlich kannte, davon hielt ihn eine unüberwindliche Scheu zurück. Denn erstens würde der ehemalige erste Constructeur der Firma Bradley die geringe Qualität der Gewehre sicher besser erkennen als irgend ein anderer und zweitens empfand drr Procurist so etwas wie wirklichen Respect vor Dietrich Henning. Während des jahrelangen geschäftlichen und pri'vaten Verkehrs mit Dietrich Henning hatte er dessen Charakter genugsam kennen gelernt, um sich besonders nach der Erfahrung mit Oberst von Galis au sagen, daß der deutsche Ingenieur ebenso wenig für das nicht ganz runliche Geschäft zu haben sein würde. Auch lag ihm daran, den jungen Mann nicht noch mehr gegen sich einzuneh men. als er es schon ohnedies zu. sein schien. Aber Joshua Cunningham war gewandt genug, auch ohne die beiden Deutschen sein Ziel zu erreichen. In dem Gasthos, in dem er logirk. machte er sich mit den Officieren bekannt, die dort verkehrten, und es gelang , ihm, mit dem Commandeur einer aus irländischen Regimentern bestehenden Infanteriebrigade den Handel abzuschließen. den Oberst von Galis verschmäht hatte. Die Gewehre wurden der Brigade geliefert und gut bezahlt. Doch schon nach kurzer Zeit erschien der irische General bei Joshua Cunningham mit schlauem Lächeln. Seine Gewehre könne Mister Cunningham wiederhaben. Bei einer Jnspicirung durch den DivisionS Commandeur seien die Gewehre der Firma George C. Bradley als untauglich befunden worden und eS sei sofort die Neubewaffnung der Truppen angeordnet worden. DaS Krieg! Ministerium habe bereits neue Waffen geliefert. Joshua Cunninghz teufaiinni fäti Ctni zeigte sich der neuen Le
vollauf gewachsen. Er erstand die von der Brigade ausrangirten Gewehre centnerw?ise als altes Eisen für ein Spottgeld, um sie wenige Tage später unter denselben Manipulationen wie
, das erste Mal als tadellose Feuerwaf fen zu normalen Preisen an einen anderen Truppentheil abzusetzen. Diesmal machte Joshua Cunningham das Geschäft natürlich auf , eigene Rechnung. Es wäre ja auch zu dumm geWesen, einen Profit, den er ohne Gefahr für sich behalten konnte, der Firma zuzuwenden. Seine Geschäfte in. Washington waren damit abgewickelt. Nun blieb ihm nur noch übrig, bevor er nach New Aork zurückkehrte, den ihm von Carrie Bradley gegebenen Auftrag auszufübren. Dietrich Henning konnte sich dem Wunsche Mr. Cunninghams, ihn bei Mr. Clinton, dem Schwager des Kriegsministers, einzuführen, in Rücksicht auf Mr. Bradley nicht gut verschließen. Und so begab er sich denn eines Abends nach der Tafel mit Mr. Cunningham in das ClintonscheHaus. Mr. Cunningham hatte Glück. Es fügte sich, daß an demselben Abend Mr. Stanton in der Familie seines Schwagers zu Besuch erschien. Der Procurist von George C.Bradley hatte die Ehre, dem Kriegsminister vorgestellt zu werdend Da nur wenige Personen anwesend waren, hatte der im Stillen frohlockende Joshua Cunningham das Ohr Mr. Stantons eine volle halbe Stunde für sich. Dabei behielt er noch Muße genug, um seine geheimen Beobachtungen ju machen. Außer ihm, dem Kriegsminister, Major Henning und der Familie Clinton war nur noch ein einzelner Herr zugegen, ein Senator Mr. Tillsbury, ein kleiner, wohlbeleibter etwa vierzigjähriger Mann, dessen sehr blühende Farbe und ewig im feuchten Glanz schwimmende kleine Augen bekundeten, daß er nicht zu der Partei der Temperenzler gehörte, die den Genuß geistiger Getränke für Sünde erklärten. Mr. Tillsbury spielte Miß Kate Clinton gegenüber mit großem Eifer den Galanten, aber die junge Dame lieh den Schmeicheleien und Artigkeiten des Senators kein' sehr geneigtes Ohr. Viel mehr Aufmerksamkeit wandte sie dem ihr zur anderen Seite sitzenden iungen Major zu, obgleich dieser sich heute nicht gerade als ein guter Gesellschafter erwies, sondern oft zerstreut und wie geistesabwesend vor -sich hinblickte. Miß Kate aber wurde nicht müde, das Wort an den. jungen Officier zu richten, und sie zeichnete ihn vor dem Senator sa sichtbar aus, daß auch ein weniger feiner Beobachter als Mr. Cunningham es war, seine Schlüsse hatte daraus ziehen können. Ich gratuliTe Ihnen, Mister Henning, sagte Joshua Cunningham als er später gemeinschaftlich mit dem Major das gastliche Haus der Familie Clinton verließ. Mir? Wozu?' Der Procurist ließ ein dismtes Lachen hören und legte in den Ton seiner Stimme eine Nuance liebenswürdigen Reckens. Nun, Major," erwiderte er,, mir gegenüber brauchen Sie sich doch nicht zu verstellen. Glauben Sie denn, ich habe nicht gesehen, wie Sie mit der schönen Miß Clinton stehen. Ich mache Ihnen übrigens mein. Compliment. eine reizende junge Dame. Wann ist denn die Verlobung? Sie irren, gab Dietrich Henning kühl zurück. Ich denke gar nicht daran. mich zu verloben. Mr. Cunningham stellte sich wenig gläubig. Na. na, sagte er scherzend, um mit dem Ausdruck des Biedermann? und wohlwollenden älteren Freundes fortzufahren: Warum sollen Sie nicht? Miß Clinton wird Ihnen sicherlich keinen Korb geben. Glauben Sle mir. lieber Henning., das Heirathen ist doch das allein richtige und man thut Unrecht, wenn man so lange damit zögert. wie ich es leider gethan habe. Und mit silßlicher Vertraulichkeit fügte er,, sich dem Ohr des jungen Mannes zuneigend, hinzu: Unter uns gesagt, Mr Henning. Ich gehe alles Ernstes damit um,, dem vermaledeiten Junggesellenleben abzuschwören. Vielleicht bin ich schon in, ganz kurzer Zeit in der Lage,. Ihnen in dieser Hinsicht em gutes Beispiel zu geben. Die kühle Zurückhaltung, die Dietrich Henning seinem Begleiter gegenüber bisher beobachtet hatte, wich mit einem Male einer interessirten Aufgeregtheit, die der junge Mann 'vergeblich zu verbergen trachtete. 2vie? Sie Sie wollen heirathen, Mr. Cunningham? rief er und horchte unter sturmischem Herzschla'g auf. Allerdings, Mr. Henning. Die Absicht habe ich. Sind Sie nicht auch der Ansicht, daß es hohe Zeit für mich sei? Dietrich Henning blieb die Antwort schuldig. Er hatte die au ihn geriet) tete Frage wohl überhaupt nicht gehört? an seinen Lippen nagend, schritt er. unwillkürlich sein Tempo beschleunigend, stumm neben dem Procuristen dahin. Ein heftiger Kampf schien sich still in seiner Bruft abzuspielen. Seine Hände schlössen und ossneten sich krampfhaft, seine Brust hob und senkte sich in kurzen Zwischenraumen und wiederholt bewegte er seine Lippen, als wollte er etwas sagen, ohne doch einen vernehmbaren Laut hervorzubringen. Endlich entschloß er sich doch zu sprechen; an der Art und Weise, wie er die Worte dumpf, fast grollend hervorstieß, sah man, wie schwer ihm die Frage wurde. Darf man fragen, wer wer die Glückliche sein wird? Der Procurist ließ ein leises, neckendeö Kichern hören, das dem Zuhörenden in jedem Nerv nachvibrirte. 5)-ch nicht, Major, erwiderte Joshua Cunningham, daS ist vorläufig noch r.:in Ctftinrnß. Wenn ich ja auch mtw.tr Gcijt sich bin, so habe ich
doch die endgültige Antwort der Dame noch nicht erhalten. Wir sind ja schon seit Jahren miteinander bekannt, aber so recht nahe getreten sind wir uns erst, seit seit Sie in den Krieg geiogen sind, Mr. Henning. Ueberhaupt so ernste Zeiten nähern die Menschen einander schnell. Finden Sie nicht uch, Mr. Henning? Aber Joshua Cunningham mußte auch diesmal vergebens auf eine Antwort warten. Vielleicht hatte er auch gar keine erwartet. Ein triumphirendes, diabolisches Lächeln schwebte um seine schmalen Lippen, und mit einem schadensrohen Blick blinzelte er verstöhlen nach dem andern hin, der mit -gesenktem Haupt, finster vor sich hinstarrend, wortlos neben ihm schritt. . 11. Fast acht Monate lang verharrte die deutsche Division unthätig in ihrem Lager zu Hunters Chapel. Man hätte glauben hönnen im tiefsten Frieden zu leben. Viele der verheiratheten Offreiere hatten ihre Familien kommenlassen, die ihre Zelle mit ihnen theilten. Weihnachten wurde in Heimathlicher Weise gefeierte Eine gemeinsame Abendtafel vereinigte das ganze Officiercorps der Division mit ihren Damen in einer aus einem halben Dutzend großer zusammengesetzter Lazarettzelte hergestellten Halle. Hohe, mit allerlei Geschenken beh'ängteChristbäume sorgten mit ihrem Lichterglanz für die dem Charakter des Festes angemessene Stimmung. Und wieder folgten stille, thatenlose Wochen, und die Telegramme vom Kriegsschauplatze wiederholten Tag für Tag das bis zum Ueberdruß vernommene, langweilige: Alles ruhig am Potomac." Aber das Volk wollte endlick Thaten sehen; der Krieg hatte nun fast ein Jahr gedauert und bisher sa gut wie keine Ergebnisse gezeitigt. Endlich Ende Februar verlegte McClellan sein Hauptquartier von Washington auf das' andere Ufer des Potomac.. Das konnte als der erste Vorbote der beginnenden kriegerischen Operationen gelten. Es war am Abend des neunten März, als Oberst von Galis mit allen Anzeichen einer großen Erregung bei Mrs. Batchford eintrat. Er vergaß ganz den gewöhnlichen Gruß, so sehr beherrschte ihn das Verlangen, ihr die große Neuigkeit mitzutheilen: Morgen marschiren wir!" Mrs. Batchfords Augen leuchteten auf und sie machte eine unwillkürliche, lebhafte Bewegung, die eine freudige Ueberraschung ausdrücken konnte. Aber schon im nächsten Augenblicke verfinfterten sich ihre Züge. Das ist eine traurige Botschaft für mich, Oberst, sagte sie, und für viele arme, geängstigte Frauen.. Für Sie freilich .... Ist es eine Erlösung, eine Befreiung von der Langeweile des öden Lagerlebens! rief der Oberst enthusiastisch. Sie glauben nicht, wie wir uns alle im Lager nach diesem Tage sehnten. Wir glühen ja alle dem Augenblick entgegen, wo wir wieder dem Feind entgegentreten, wo wir die Schmach von Bull Run auslöschen werden. Ich komme soeben vom General. Sie hatten nur sehen sollen, mit welcher Begeisterung, mit welchem Jubel der Befehl, morgen abzumarschiren, von uns allen aufgenommen wurde! Der Offieier griff mit beiden Hän den nach dem ihm an der linken Seite herabhängenden Schleppsäbel, hob ihn empor und preßte den Griff in seiner impulsiven Bewegung gegen die Brust. Um die Lippen der schönen Wittwe zuckte ein verstohlenes Lächeln. Sie faßte nach dem Hute, den der Oberst zusammengedrückt in der linken Hand hielt. Geben Sie her, Oberst! sagte sie. und trinken Sie eine Tasse Thee mit mir. Es ist ja vielleicht für lange Zeit die letzte. Herr von Galis hielt die Handdie schon seinen Hut genommen, fest. Ueber sein Gesicht flog dunkle Glüht, .seine Augen hefteten sich mit bewundernden Blicken auf die ihm Gegenüberstehende. Seine Stimme klang weich, bittend, flehend: Wissen Sie, was Sie- mir versprochen haben, schöne Mrs..Lilli? An dem Tage, an dem ich Ihnen sagen würde, daß die Trennungsstunde geschlagen, wollten Sie .... Aber sie ließ ihn nicht ausreden, sondern entriß ihm mit neckischer. Geberde den Hut, legte ihn auf einen. Nebentisch und sagte, auf einen der am Sophatisch stehenden Sessel deutend: So nehmen Sie doch Platz,. Oberst! Also vom General kommen Sie? Er zauderte, seine Stirn furchje. sich und er athmete tief. Mrs. Lilli, Sie sind ... . Sie wehrte lachend mit der-Hand ab. . Das will ich jetzt nicht wissen. Sir, sagte sie, fahte ihn schmeichlerisch am Arm und nöthigte ihn. sich zu setzen.. Also, was sagte der General? Der Oberst fügte sich itym Willen-. Er hielt Kriegsrath mit unö ab,, antwortete er. Der Plan, für den kam? menden Feldzug wurde entworfen. Ah. das interessirt mich!' rief Mrs. Batchford und beugte siÄ auf dem.Sessel. auf dem sie sich inzwischen niedergelassen, hatte, vor, des Officin ent. gegen. So erzählen Sie doch, Oberst!: Sie vnssen, wie sehr ich mich für den Kriecs begeistere. Ja. an Ihnen ist ein Soldj verlo ren. Mrs. Batchford, Verwiderte der Oberst mit einem Blick der Bewunde rung in das lebhaft vibrinnde Gesicht seiner Nachbarin. (Fortsetzung solgt.)
Im Damenklub. Sie sind doch auch nicht verheirathet, liebe Kollegin?" .Gott sei Dank, leider noch nitl-
Jür die Mche. , Schinkenauflcruf. Elne Tasse Reis wird weich gekocht, aber so, daß die Körner ganz bleibe, dann gießt man ihn zum Abtropfen m' ein Sieb. Unterdessen wiegt man zwei Unzen Schinken fein und vermischt, ihn mit dem Reiö, gibt die Masse in tmi butterte Form und gießt eine halbe Tasse Milch, in welcher drei Eier mi! etwas Salz verkleppert wurden, darüber Der Auflauf wird nun imOfen schön. braun gebackere, GefüllteKartoffelk55ße. Ein Quart Kartoffeln wird geschält, zerschnitten und in Salzwasser gav gekocht. Noch heiß zerstampft man dieselbm streicht sie durch ein Sieb und vermengt mit Mehl, zwei Eiern und etwas Salz das Durchstrichene. Man muß den Teig gut rollen können, und ist dies ' geschehen, so schneidet man aus demselben viereckige Stücke, legt auf jedeS eine ausgesteinte Pflaume oder eine bezuckerte Apfelscheibe, formt runde.' Klöße davon und kocht dieselben inl Salzwasser vorsichtig gar. Karto'ffel - Schmarren.. Zwei Eier, ein Pint Milch, ein halbes Pfund Mehl 810 große mehlige Kartoffeln und etwas Salz. Die Milch, das Mehl und die Eier werden 10 Minuten gut gequirlt; unterdessen wäscht- man die geschälten Kartoffeln zweimal und trocknet sie mit einem reinen Tucht ab; dann reibt man sie und giebt sie. sofort zu dem gequirlten Teig In einer Kuchenpfanne hat man' indessen gutes Schmalz heiß gemachU Nun giebt man die Hälfte der Masse hinein, legt- einen passenden Deckell darüber und laßt den Schmarren auf nicht zu. heißem Herdfeuer 5 Minuten fest zugedeckt im Schmalze backen, danach wird' er umgedreht, mittels zweier. Gabeln, in vier Theile getrennt und auf' der zveiten Seite, jetzt aber' offen, im der Pfanne schön goldbraun und'knusperich fertig gebacken. Geb.rat:ene. Kalbsleber. Awei Pfund Kalbsleber werden gehäutet, von Sehnen besreit. und in fingerdicke Scheiben geschnitten. Man salzt sie, bestreut sie mit Pfeffer, wendet sie in Mehl, dann in Ei. und Reibbrot und brät sie schnell, in Buller auf beiden Seiten braun. Wenn, die Leber gar ist, wird sie sofort aus der Pfanne genommen.. Die Aratbutter verkocht man mit einer Tasse siedendem Wasser und etwas Liebig's Fleisch - Extrakt. G ä n s e l e b e.r la. Toulouse. Eine große frische Gänseleber von unkefähr 1. Pfund wird gehäutet, mit zierlichen. Trüffelstückchen gespickt, gesalzen, mit Speckscheiben überbunden, mit den. Trüffelabfällen bestreut, in einem fett:mit Butter, bestrichenen Boclr.l weißen Papiers, gewickelt und in eine flache Pfanne gelegt. Man begießt . sie abwechselnd' mit heißer hellbraumgemachter Butter und wenig, aber recht starker. Bouillon und dünstet sie auf diese Weise in der Papierhülle. Beim Anrichten entfernt man diese und die Speckscheiben legt die Leber auf eine, erwärmte Schüssel, garnirt sie mit Champignons oder sonstigen feinen Gemüsen, und schöpft etwas Sauce darüber.. Es empfiehlt sich diese. Bereitung durch außerordentliche Feinheit des Geschmacks. H.ühner & la. Villeroi. Drei gute junge Hühner werden in Fleischbrühe aus, Liebig's, Fleischextrakt mit Wurzelwerk langsam: weichgekocht, aus der Braise genommen und nach dem Erkalten: in zierliche Stücke zerlegt, wobei man die Haut, abzieht. Den Fond seiht mandnrch, schöpft das Fett ab. und kocht ihnmit. einigen Löffeln weißen Schwitzmehl und einem Glase Weißwein zu einer, duksämigen Sauce, die mit. einigen. Eigelben abgezogen und mit:Citronensäst geschärft wird. Wenn diese Sauce vollständig erkaltet ist, taucht man die Hühnerstücke in dieselbe, ein, so daß sie ganz damit überzogen werden, legt sie auf eine mit Olivenöl bestochene Schüssel, wendet sie in geriebener Semmel, geschlagenem Ei . und , nochmals in Semmel, backt sie in heißer Butter goldgelb und giebt sie mit ausgebacksner Petersilie garnirt zu Tisch,. , K.al.bs.rcourade. Für vier Personen nimmt man 2 Pfund vom Kalbs schlegel,. schabt es vom Knochen und)schneidrr.eZ zu drei Finger breiten unfeinen Finger langen Stücken messerrückendick und klopft sie wohl. Dann mach. man eine Fülle von gebratenem und gewiegtem Schweine- und Kalbflejsch, nebst Petersilie und Zwiebeln. verrMt. du mit einigen Eiern und Wluälabmfc snd bestreicht die Stück chenl mit zerlassener Butter, theilt die Fjille draf aus, wickelt sie. und binvet sie mit Faden zusammen. Sind, sie feÄ5z. sa bestreut man sie mit Salz, und) Kämpst sie in Butter gelb, streut: sv viel Mehl darauf, als man zwischen:. drei: Jrngern fassen kann und ist es. auch grib, so gießt man tütn Schöpse löffel Fleischbrühe daran., nebst Citroneu und Lorbeerblättern Wenn alles . beuch und durchgekocht, ist. richtet man: c$ an. Englische W.kruii SquiZts.. Ein PfundMehl wiZrV mit einem 231 fei Pfund Butter.- gut verrieben dreigehäufte Eßlösseli voll feingestoßenem Zucker, ein Ei und Milch nach Bedarf' zugesetzt, so dafc ein steifer Teig entsieht. Letztern wird ausgercSt und. mit einem Wkinglase ausgestochen.. Die Bisquits werden bei guter Hitze 13 Minuten lang gebacken. Polnische Weinsupp Man rührt eine Unze Kartoffelmehl und drei Glas leichten Weißwein ganz glatt, giebt dies nebst, drei Unzen Zucker, etwaS Citronenschal und Zimmt zu 1j Quart lochenden hellen, nicht bitterem Bier und kecht dieö damit durch. Zwei Eidotter verquirlt man dann in fünf Löffel süßer Sahnt rud zieht damit die Suppe ab.
