Indiana Tribüne, Volume 22, Number 147, Indianapolis, Marion County, 15 February 1899 — Page 1

o st M sfo w A 'S 7m w v fi fvs v JL!x U W m oy y v Ky w Office : No. 18 Süd Olabaxia Otrasze. Telephon 1171' Indianapolis, Indiana INittwoch, den 15. Februar 899. Jahrgang 82, Noi 147

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Frau Selma Goldzier oon e f)orl, vltb am Sonntag, 19. Februar 1899, Clcabl 8 Uhr, unter bta uspiji Itl

Deutschen Klubs und Musikvereins, im Auditorium des Deutschen HauscS, al Dr 06 HH.ll1.IOQQ.SQ.IKl. bb enttmaira, citlna. Cal Publikum ist snund, ltchft kingtladt. Eintritt 25 dtnt a Verso. Oiir raow diaplay oi Perftimes, Tollet tvaters, Soaps, Potvders. m i Onceused, öiiaving cream-Aiways used - , . . Inthreeodors S2.CJ16t JrOWQSr-- Oriental, Crabapple and Violet Extra fiae. Captol"4711 ' Halr-Tonic. 77 lVTJVPTT Sfsl vao. jvcijf üi d wo 29 & 31 West Washingtonstr. Meinen Freunden und Bekannten! zur gefälligen Lnzeige, daß ich das JEFFERSON HAUS, 115 119 Ost South Straße, übernommen habe, und mich freuen werde, sie daselbst zu begrüßen. Boardwghaus mit echt deutscher Kost, Stunasvoll. G60. Peter Hämmerle. Qitttt I

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Editorielles.

Wir wollen an den guten Willen und der menschenfreundlichen Gefinnung deö Znen nicht mäkeln und annehmen, daß ihn nur die hochfinnigsten Motive in der Berusung des Ab. rüftungSeongresses leiteten. Wenn aber in einem Lande die Hungerknoth chronisch wird, wie in einem großen TheileRußlandö, dann ist eö doch an der Zeit die Staatseinkünfte für Zwecke des Friedens statt bei Krieges anzusenden. So furchtbar wüthet im zentralrussischen Bauerngebiet die HungerSnoth, daß in zwei Jahren derselben eine Million Menschen über den Durchschnitt starb. Die Bevölkerung deS Distrikt, in welchem dieser Art stetig SungerSnotH herrscht, beträgt etwa zehn Millionen. Wie lange wird es dauern, biS die ganze Bevölkerung auf- " it ändern! Zwar hat du Regierung be reitS 35 Millionen Rubel für Unterkiüjung der Hungernden ausgegeben, a6er M m en 5ropfcn stnf einn beißen Stein. Die Schilderungen aus jenen Gegenden lauten enlltßilq. In einem der unS vorliegenden Berichte heißk eS : Die russische Hungerknoth ist keine Phrase, keine Uebertreibung, sie ist m m ji a . . eine grausame Zwtrkliqreik, tu in ihrem trostlose Slend, ihren markerschütternden Leiden die SinbildungS. lrask uvernelgr uns mqr meyr IN Worten wiedergegeben werden kann. Kein Brod! Bon HauS zu HauS, von ors zu vors, aus irecren, vie na. m m . t. m Ik,k Ak,?K hnrt fftTrtmfm In ht yMUV vv . w ... " lifhen. Millian? Kon ftamiltn nfin T""f-". J " " Brod, ohne Nahrung. HungerSnoth und Kältenoth ! Die reichen Wälder gehören dem Bauern nicht. Sr hat zwar Waldberechtigung, aber er kann kein Holz heimschaffen, da sein Vieh vor Hunger umfiel, es f.hlt ihm auch nur zu oft die Kraft, um das Holz zu 127.... f.:.. flii..i. :a f z . n uuciij cia iiuy ii miiyii ucsuiuuu-ji. hätte Geld, so würde er eher Brod kaufen. AlleS Pfändbare, bis auf den geflickten, abgelSabten Schafpelz, der ta Hzusgeräth ist Uxtitt ver. setzt. Frei dringt der rauhe Ostwind JM 8 iifw' oaq, ourq 01c gugen ver tzoizerven, roh gezimmerten Wände, der Athem gefriert in der srofikalten Luft. Zusammengekauert hinter dem kalten Ofen liegt aus dem nackten Boden der Bauer und erwartet, ob der Hunger oder der Frost sich stärker erweift und ihm den Rest giebt. BergebenS drückt die Mutter ihre ausgedörrten prüfte die Lippen deS Säuglings nicht sättigende Milch, kein Tropfe Blut M mehr oarm zu nnoen. Wte lange oauerr es uno ste yau rn roren erKarrenden Armen den Leichnam eines Kleinen, den sie vergebens mit der letzten Kraft ibreS schwachen AtbemS ' ' wärme sucht. DieS ift ein Bild vom Lande. In der Stadt ist eS nicht diel besser. Folgende Schilderung der hungernden Tataren in Roftow am Don geht durch die russischen Zeitungen : Oie hanscn in feuchten, dunklen, von Schimmel bedeckten HauSwinkeln, in denen eine SrabeSkälte herrscht. I einer dieser Wohnungen einem Kel ler mußte man am hellen Tage erft - : - - st.rl. anündn. um hit 3nsslffn w. a w 1 ll- . r.C .m C lt mm M i A t k S m TH I" UIW klU, HUI nur irgend an eine menschliche Vehau. fang erinnerte. Vom Hunger abgezehrt, liegen die Männer, Frauen und Kinder auf der feuchten Srde, an den t4MVfc"' " " w' 10, 15 und mehr Personen, dir krank sid. Di.s ii. g!h,gk.u .hm. ten, sich zu bewegen, haben kein menschlläe0 Qntlik mct Bon Brod nicht . '.5 . . ein KrumelchtN. ttoth selbft an Tkinkasser. da die Tataren, die keinen Vuig wet en,c, um . -II enc a .tw c.ei. W cr . tr. II". r der Wasserleitung zu bezahlen, sich vaner au, ttm Hlune, 8 3 tlomej " u" up"i v ib krau, die Wasser hole wollte. In htn u fct.n &.(n ... hugnden Tatarenfrauen unter diesea schrecklichen Verhältnissen geboren SS ist klar, daß ein Land mit solchen ZasiätiDw be Frieden braucht und nu IM r Ä , ,- - gezwungen Krieg führen kann.

ArahlUchrichlen.

Wetterbericht. WSrmereS, schönes Wetter heute Nacht. TrübeS Wetter, vielleicht Regen morgen. Höchste Temperatur innerhalb der letzten 24 Stunden Grad, niedrigSe Grad. Sine heuchlerische Resolution. Washington, 14. geb. Der Bundessenat nahm heute mit 26 gegen 22 Stimmen folgende Resolution an Beschlossen, daß durch die Rat'sika tion deS griedevSvertrageS mit Spanien nicht beabsichtigt wurde, die Sinwohner der Philippinen zu Bürgern der Ver. Staaten zu machen, noch die Inseln dauernd zu annektiren, vielmehr ist eS die Absicht auf den Inseln eine den Bedürfnissen und der Lage der Einvohner entsprechende Regierung zu etablirea und zu geeigneter Zeit über die Inseln in einer Weise zu diSpeniren, welche sich für die Interessen der Bürger der Ver. Staaten und der Bewohner der Inseln am zuträglichsten erweisen. AuölieferungSvertrag mit Mexico. Washington, 14. Febr. Der Gesandte Clayton berichtet, dem Staatsdepartement, daß ein neuer AuSlieferungSvertrag mit Mexico an Stelle deS vor 14 Tagen abgelaufene vereinbart und mit rückwirkender Kraft für die Zeit versehen ist, in der ein Vertrag nicht bestand. Roch immer Krieg. Manila, 15. Febr. DaS Dorf Zaro, eine Meile nördlich von Zloilo, wurde .am Sonntag Nachmittag von einem Bataillon deS achtzehnten InanterleregimentS genommen. Die Verluste waren größer als bei der Ein. nähme von Zloilo. Sin Lieutnant und vier Gemeine wurden verwundet. Der Feind leistete ungefähr eine Stunde lang Widerstand und nahm eine Todten und Verwundeten mit. Zr war ungefähr tausend Mann stark. , yapierdüten-Truft. A p p l e t o, WiS., 14 gebr. Sin Papierdüten. Trust ist mit einem Akionkapital von mehr als 525,000,000 begründet worden. Sine der betheiigten Firmen ist die Western Paper Vag Company in Batavia, III. , Erfroren. Huntiagtov, W. Ba., 14. Feb. Der 33jährige Robert gowler und die 74jährige Mary Halftead wurden heute n Guyan Valley erfroren gefunden. Man glaubt, baß sich in jener abgeegenen Gegend mehrere solcher Unfälle zugetragen haben. Houston, Tex., 14. Febr. Sin hiesiges Blatt berechnet, daß in den beiden kalten Tagen in TexaS 14 Perfönen erfroren find. In den letzten 10 Tagen kamen 20 Personen, darunter 16 Kinder, dadurch umS Leben, daß sie versuchten, an offenen Kaminseuern sich zu wärmen, und daß dabei ihre Kleider in Brand geriethen. R i ch m o n d, Va., 14. gebr. W. W. Wade, ein bekannter hiesiger GeschäftSmann von 49 Jahren, schlief geftern Abend in seinem Laden in einem Stuhle ein und wurde heute Morgen erfroren aufgesunden. P h i l a d e l p h i a, 14. gebr. Der Briefträger ChaS. I. Summer, 62 Jahre alt, und Joseph SvanS. 60 Jahre alt, fanden heute den Tod durch Erfrieren. Baltimore, 14. geb. Der S2jährige Henry C. Vincent wurde heute nur venige Schritte von seiner Wohnung entfernt erfroren aufgefunden. - , Der Radau in Samoa. Au ck land, !?. O., 14. gebruar. Nachrichten anS Oamoa vom 8. Febr. besagen, daß Anarchie und Rebellion dort noch herrschen. . Die provisorische Regierung setzt ihre Uebergriffe gegen britische Unterthanen und deren Dienerschaft fort. Die Satscheidung der drei Mächte in der Thronfrage wird mit Spannung erwartet. Aanezion betrachtet man als die einzige mögliche Lösung der Differenzen. Ss heißt, selbft Nataasa's Anhänger würden eine eng lische Controlle der deutschen vor ziehen.

t D,? kkitise Ammci Vorvoise ist

am I.Februar von eine. Kreuzfahrt.

:m I. Februar von einer Kreuzfahrt. . x 11 ex a t.t- X ml. ' Hossman House, speziell für die Sourch die Samoa . Inseln nach Apia .rtomoreB i mm urückgekehrt und berichtet, daß aus den der Columbia Universität, anberaumt. . Ä - ' . m a W, t . . .

d zurückg übrigen Inseln viuhe herrscht. Die Bevölkerung von Tutuila ist einstim,u (. ?,n Sakaii! mig für Matietoa TanuS. In Savaii stehen sich die Parteien gleich. Der deutsche Generalkonsul Rose hat dem Oberrichter EhamberS mitgetheilt, daß seine Regierung seinen Protest gegen ihn nicht aufrecht erhalte. Die Nachricht wurde mit großer Genugthuung aufgenommen. Oberrichter ChamberS eröffnete die VerHandluna weaen Mibaötuna gegen Dr. Johannes Rassel und Polizeichef grieS von Neuem, wegen der Freigabe des Herrn Großmühl.. Herr Raffel erschien jedoch nicht. Herr Rose hatte erklärt, die Sache falle unter seiner Jurisdiktion. Herr ChamberS befand jedoch Dr. Raffel deS ContempteS für schuldig und lud ihn zur nächsten Sitzung zur UrtheilSverkündung vor. Gleichzeitig erklärte er jedoch. Gewalt werde nicht gebraucht werden, um Dr. Raffel zum Erscheinen zu zwingen, aber der deutsche Konsul könne ihn, wenn er wolle, im Konsulat behalten. Polizeichef FrieS wurde um 3100 gestraft Herr Großmühl hat die ihm auferlegte Geldstrafe von $1000 erlegt. ... Keine deutschen Waffen. B erlin, 14. Febr. Die halbofstzielle Nachfragen in Hongkong ergeben, baß niemals deutsche Waffen nach Mauila durch deutsche Vermittlung ezportirt wurden. In Bezug aus die in New Sorker Zeitungen veröffentlichte Behauptung, daß DeuschlandS Freundschaft den sorwellen Vorstellungen deS Gesandten White zuzuschreiben sei, sagt die genannte Zeitung, daß die Ver. Staaten niemals solche Vorstellungen machen ließen. - . 1 1 ,,, i ' - . EinSozialdemokrat. M ü n ch e n, 14. Febr. Die hiesigen Zeitungen theilen mit, daßAguinaldo in 1894 hier ftudirte und mit den Studenken der polytechnischen Schule viel verkehrte. Er war eingeschriebenes Mitglied der sozialdemokratischen Partei. . Die Bulgarin." St. Michael, Azoren, 14. Febr. ver Kapitän deS Dampfers Weehawken, der 26 Personen von dem Hamburger Dampfer Bulgaria brachte, berichtet, daß zwei weitere Dampfer, deren Namen er nicht kennt, der Bulgaria zu Hilfe kamen. New S o r k, 14. gebr. Der deutsche Consul auf den Azoren telegraphirt, daß der Kapitän deS Weehavken nicht im Stande ist. Genaues über den Zustand der Bulgaria" anzugeben, und daß eS nicht wahrscheinlich sei, daß sich dieselbe im Sinken befand. ES ist wahrscheinlich, daß Passagiere und Mannschaft durch die beiden anderen Schisse gerettet wurden. OQts?ö.5?aciric)t,N. Angekommen in : Nevöork: Tatania" und Anchoria" von Glasgow; Paris" von Southampton; Spaarndam" von Rotterdam; Ttruria" von Liverpool; La Bretagne" von Havre. m ni ClUerlei Ebensoungewohnlichwie kostspielig ist der Reinfall. den der Qe. teranWilliam RowlinS in Port Crane.,1 N. V.. sich selbst bereitet hat. Der Mann bezog auö der Bundeökasse eine Pension von 520 pro Monat wegen eines Leberleidenö, daö er sich im Dienst zugezogen hatte. Vor drei Monaten wurde er nun von einem Fabrikanten von Leberpillen aufgefordert, in einem zur Veröffentlichung bestimm ten Zeugniß die Lortrefflichkeit dersel. ben zu bescheinigen. ' RowlinS kam diesem Verlangen nach und erklärte, dc.ß die betreffenden Pillen ihn von seirnm Leiden befreit hätten. Wie groß war aber seine Ueberraschung. als er dieser Tage auS Washington die Nachricht tu hielt, dab ihm seine Pension entzogen worden sei. Auf eine Anfrage wurde ibm der Bescheid, daß die Bundeö-Re-gierung keinen Gesunden Pension';; ein Abdruck seines eigenen LeberpillenZeuanisseS lag dem Schreiben bei. Am Broadway zu New Fort, vor dem Hzffman House. gerieth dieser Tage in Folge einer nach Hunderten zählenden Menschenansammlung der ttabelbahnverkehr in'sStocken und vom nächstenStationöhause mußten die Polueireserven nach Ort und afc

geiqiat werden. ES war .mckts wei

& fäf"?'jni Die Freshmen-machten bei dieser GeMuyeit sich den Scherz-, von der Ztraße aus Citronm, Bananen und Aepfel gegen die Scheiben des Bankettsaales zu werfen. Die Sovbomores er. wiederten darauf, indem sie die Fenster aufrissen und Braten, Gemüse und Compott nach den Frischlingen" schleuderten. Und das Publikum gröhlte und johlte vor lauter Verznügen; ihm impomrte die Schneidigkeit dieser Bergbau - Akademiker offenbar. Einüber80Jahrealter,in tfent, Md., wohnender Mann hat nach stehende Statistik über sein Leben auf. gestellt: Er hat bis jetzt 30.660 Tage gelebt,' 10.080 Tage geschlafen, 10.O20 Tage gearbeitet.9760 Tage beim Essen. Spazierengehen und Unterhaltung: aller Art zugebracht. Er aß 23.560 Laib Brod oder 14$ Tonnen, welche zu L Cents pro Laib $856.8 gekostet haben. Fleisch aß er 26.880 Pfund, waS ihm zu L CentS pro Pfund $150 kostete. Gemüse, Eier, Fische u. f. w. zu 2 CentS pro Pfund verzehrte er 7723 Pfund, wofür er die Summe von $164.56 verausgabte. Als Trinker verausgabte er $117.60 für 11.760 Gallonen Thee. Kaffee, Bier, Wein u. f. w. Schließlich kommt er in seiner Statistik zu dem Resultat, daß ein 84. jähriger Mann während seines ganzen Lebens, wenn er cvnservativ gelebt hat, $2500 für Essen und Trinken verausgabt hat. Ein eigenthümlicher MajestätSbeleidigungsprozeß beschäftigtedie Straßburger Strafkammer. Der Buchbinder Viktor Franz Decker aus Saargemünd sprach auf dem Broglie-Platz in Straßburg einen Schutzmann an und bat ihn, er mög: ihn verhaften, damit er ein Unterkom men finde; er sei obdachlos und von allen Mitteln entblößt. Der Schutz, mann erwiderte, daß zur Verhaftung kein Grund vorliege, hierauf that Decker einige den Kaiser beleidigende Aeußerungen in der ausgesprochenen Absicht. WS Gefängniß zu kommen und dadurch seine Nothlae zu beenden. Decker wurde jetzt zu zwei Jahren Gesängniß verurtheilt. Als straferschwe. rend wurde dieLeichtfertigkeit oeS VergehenS, sowie die Thatsache angesehen, daß Decker wegen Majestatöbeleidigung bereits vorbestraft war. sIinenhartenKampfmit einem Verbrecher Namens Konen harte der Gerichtsdiener Keitling in Elberfeld zu bestehen. Konen war vor ciniger Zeit aus dem Zuchthause in Siegbürg auögebrochen; in Köln war er wieder verhaftet worden. Wegen eines im Landgerichtsbezirk von Elberfeld begangenen Betrugs hatte man ihn in das Gefängniß in Untersuchungshaft gebracht Dort verlangte er. dem Landg'erlchtsdirecto? v. Weyler vorge. führt zu werden. Als der Serich'.sd?euer diesem Verlangen entsprach und dem Verbrecher vor der Thür desL'indp.'richtödirectors die Fesseln abnahm, schlug Konen den Beamten in's G:s:cht und lief davon. Er wurde jedoh lnlo Nieder eingeholt, griff den Beamten ober in heftiger Weise an. Er biß Keitling einen Daumen bis auf d:n Knoch:n durch. Keitling . ließ dab?i den Burschen los. Bald darauf wurde der Flüchtling von zwei Fuhrleuten angehalten und konnte nun übermaltigt werden. Der Scharfrichter, von Frankreich, Deibler, ist in den Ruhestand getreten. Er ist jetzt 76 Jah:e alt und blickt auf 33 Dienstjahre. wovon 20 als Scharfrichter Frankreichs, zurück. Er war der Gehilfe und wurde später der Nachfolger deö Scharfrich. terö Roch. DeiblerS jetziger Gehilfe und zukünftiger Nachfolger ist fein Sohn. Der Gehilfenposten soll, in Wegfall kommen, weil die Hinrichtun gen nicht mehr so zahlreich sind. Deibler bezieht ein festes Gehalt von 6000 Francs. Dazu, kommt eine jährliche Entschädigung von 10,000 Francs für die Instandhaltung der Guillotine und die Miethe eines Lokals für dieselbe. Die Reisekosten bezahlt der Staat. Hierfür sind jährlia) . 60.000 Francs ausgesetzt. Deibler hat dem Staate in 20 Jahren ich weniger als 1,200,000 Francs gekoste.lufjede der 52 Sinrichtungen, die Veiöler ausführte, kommt eine Durchschnittssumme von 23.000 Francs. Die erste Hinrichtung, die Deibler vornahm, war die deS Vatermörders Lautz am 2. April 1832 in Versailles. Unter den von ihm Exekutirten befinden sich die Anarchisten Ravachol, Vaillant. Emile Henry und Caserio, der Mörder Carnots, sowie der - Champignonzllchte? Carrara. DeiblerS Frau ist die Tochter des algerischen ScharsrichterS Raßneuf, die er heirathete, als er noch Scharfrichter in der Bretagne war. JnTroyeö wurde der ehemalig- Maire von RouillySt. Lcuis, Pierre Damoifeau, der wegen Erbschaftsangelegenheiten mehrere sei ncr Verwandten auf die fürchterlichste Wrise umgebracht hatte und deshalb zum Tode verurthilt worden war, vor einem selbstverständlich zahlreichen auS allen Enden zusammengeströmten Puolikum hingerichtet. Der mehr als sechzigjärige Mörder behielt biS zum letzten Augenblick seine Kaltblütigkeit i$d. Unr ;rj ;r.t!;:U ; u?.d sctt (:i-

sptelZweift, als man ihn ausweckte, um ihm die Urteilsvollstreckung anzukündigen, zu dem Staatsanwalt: Sie triumphiren, Herr Staatsanwalt! Es ist doch eine schöne Zeit in Frankreich für die Spitzbuben!" Den Beistand des Geistlichen lehnte er entschieden ab und bemerkte: Ich habe nie an Gott geglaubt, was mich dennoch nicht verhinderte, ein ebenso aasiä.ld'ger Mensch zu sein, wie nur irgend wer." Als der Vertheidiger ihm sein Bedauern darüder ausdrückte, daß er ihm nicht das Leben habe retten können, erwiderte er: Wir haben kein Glück gehabt; das ist aber nicht Ihre Schuld. Ueöriqens, beruhigen Sie sich; ich kann sagen, daß das der schönste Tag meines Lebens ist.- Er hatte übrigens doch eine menschliche Regung, indem er verlangte, neben seiner geliebten Gattin, die ihm eine treue Lebensgefährtin gewesen war, beerdigt zu werden. Die Hinrichtung wurde zum ersten Male vom Sohne des pensionirten Scharfrichters Deibler vollzogen. DerGendarmerieyaupi mann MartenZ in Lüttich begab sich mit seinem Zahlmeister Lenfant zur Steuerkasse und erhob 65,000 Francs, die zur Bezahlung der Fourage für die verschiedenen Gendarmerie - Brigaden der Provinz bestimmt waren. In der Kaserne wurde das Geld in einenGeldschrank gelegt und Lenfant mit öem Versandt beauftragt. Nachmittags erhielt die Frau Lenfants von ihrem Manne folgende Zeilen: Ich habe große Unterschlagungen begangen; ich stürze mich in die Maas.- Die Frau benachrichtigte fofort den Hauptmann Mariens, der alsbald feststellte, daß Lenfant das Schloß des Geldschrankes aufgebrochen und 46.000 Francs gestöhlen hatte. Die Spur des Flüchtlings wurde bis Flenelle - Haute (14 Kilometer von Lüttich) ermittelt. Dort hat Lenfant durch eine ihn begleitende, vornehm gekleidete Dame zwei Fahrkarten nach Paris lösen lassen. Unter ganz ähnlichen Verhältnissen ist auö Brügge ein Gendarmerie - Lieutenant mit großen Geldbeträgen verschwunden. Auch in Tongern wurde vor einiger Zeit ein Gendarmerie-Oberwacht-meiste? wegen Diebstahls verurtbeilt. Eine sehr schwierige Landung hatte dieser Tage der Luftballon Doyle". von der Berliner Luftfchifferabtheilung. Der Ballon, in dessen Gondel sich ein Hauptmann, ein Oberlieutenant und ein Lieutenant befanden, war gegen elf Uhr Mittags vom Tempelhofer Felde aus aufgestiegen und nahm südöstlichen Curs. Um drei Uhr Nachmittags wollten die Luftschiffer zur Landung schreiten, nachdem sie eine Höhe von 5400 Meter erreicht hatten. Bei dem Niedergehen gerieth der Ballon indessen in eine zu niedrige Luftströmung, weshalb sich da 300 Meter lange Schlepptau in den Zweigen einer Buche verwickelte Der. Ballon setzte sich schließlich auf einer 10 Meter hohen Fichtenschonung fest. Durch Waldarbeiter erfuhren die Officiere, daß sie sich in der Forst zmischen Nuhbank und Schweidnitz i. Schl. befanden. Der von der gefährlichen Lage der Luftschiffer benachrichtigte königliche Förster Kühnel ließ sofort die Waldstelle im Umkreise von 10 Meter abholzen, worauf der Ballon ohne Schaden zur Erde gelassen werden konnte. Nach Verpackung deS Ballons kehrten die Officiere mit der Eisenbahn von der Station Ruhbank auS nach Berlin zurück. Kasernenhofblüthen. Unterofficier: Machen 5t doch nicht so ein dummeö Gesicht, wie ein alter Kater, drr als junger Hase die Speisekarte zieren soll!" Wachtmeister (zum Einjährigen, der auf dem Pferde nach hinten rutscht): Donnerwetter, Meier, haben Sie heut' Mittag schon wieder, zu viel Krebssuppe genossen?"

Ein unbekannter Reger griff gestern Abend drei Fabrikmädchen an der West Michigan Str. in der Nähe der Gürtelbahn an. Er hielt einS der Mädchen fest und warf eS nieder. Die Mädchen schrieen laut um Hilfe, Mönaer der EvanS Oel Raffinerie eilten herbei und der Neger entfloh. Die auffallendsten Heilungen von Scrofeln, die man kennt, find mittelst Hood's Sarfaparilla erzielt. Dieses Mittel sucht seine Gleichen bei Blutkrankheiten. Gebraucht nur Ho ob's. Hod'ö Pillen find mit der Hand gemacht und völlig gleich anSröße und Gewicht. 25 S. Ein sogenannter "Car Building Trust" soll in nächster Zeit gegründet werden. Die Zndiana Car and goundry Company von hier und die Terre Haute Car Manusaeturing Company sollen dabei sein. Die neue Korporation soll den Namen America Car se. goundry Company erhalten und ein Kapital von $60,000,000 haben. Aur Gesellschaften, die sich ausschließlich aus den Oau von Eisenbahnsrachtvagen legen (und jedeS Jahr r?erdeu ea. 100,000 grachtvagen in Amerika geiaut) werden eufgenomzz:z. 01:3 föllrji dir ?u2:nn u-d C:: C:stZf cirj czl.-

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