Indiana Tribüne, Volume 22, Number 144, Indianapolis, Marion County, 12 February 1899 — Page 3
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?T?rtTrtrtv hnn Of 4 f. t 1 . utv.ituii vuii .Jf (5. Fortsetzung.) Man nannte ihn den Net!er von Washington, und ohne zu übertreiben. konnte der General dieses schmückende Beiwort für sich wohl ui Anspruch nehmen. Denn wenn die deutsche Division dem Beispiel der anderen Regimenter gefolgt und ebensalls m wll der Flucht vor dem Feinde davonge laufen wäre, so wäre die BundesHauptstadt sicherlich im ersten Schreck genommen worden und der Weg nach Baltimore, Philadelphia und New Nork hätte der feindlichen Armee offen gestanden. Es waren heitere, sorglose. abwechslungsreiche Tage, die die deutschen Officiere in Hunters Chapel und in Washington verlebten, das zu Pferd oder Wagen in einer Stunde zu erreichen war. Nicht nur der OberbefehlsKaber McClellan, auch der Präsident zeichnete Blenker aus und er sowohl wie seine Officiere waren oft gern at sehene Gäste des Präsidenten. In den Gesellschaften im Weißen Hause, der Residenz des Präsidenten, erschien im
mer eine Menge hervorragender Persönlichkeiten und Oberst von Galis sowie Dietrich Henning, der inzwischen zum Capitän aufgerückt war und des gefallenen Leipholds Compagnie übernommen hatte, benutzten die Gelegenheit, interessante Bekanntschaften anzuknöpfen. Ich freue mich sehr, Sie kennen zu lernen, redete Lincoln den Oberst von Galis an, als dieser mit den anderen Regimentscommandeurender deutschen Division dem Präsidenten vorgestellt wurde. Der Kriegsminister hat mir von der tapferen Haltung Ihres Regimenls während der Schlacht am Bull Run viel Rühmliches berichtet. Dabei schüttelte das Oberhaupt der Republik dem Officier herzhaft die Hand. Oberst von Galis war u bewegt. um mehr als einen bescheidenen Dank hervorzustammeln. Der ehernalige preußische Gardeofficier, dem prunkende Hoffestlichkeiten nichts Fremdes waren und der einst vor Fürsten und Königen gestanden, konnte sich einer tiefen Erschütterung nicht erwehren. Und doch hatte die Persönlichkeit des Präsidenten eigentlich gar nichts Jmponirendes. Im Gegentheil, der lange hagere Mann in dem bescheidenen schwarzen Rock von provincialem Schnitt sah eher aus wie ein deutscher Dorfschulmeister als wie einer der Gewaltigen der Erde. Ueber die milden, nicht eben schönen Züge dieses faltigen, knochigen, gelblichblassen Gesichts war ein verklärender Schimmer von Melancholie gegossen, der etwas Rührendes und Ergreifendes hatte. Die kleinen Augen blickten matt und die schmalen Schultern der übergroßen, etwas schlottrigen Gestalt waren vornübergeneigt, als könnten sie die große Sorge und die furchtbare Verantwortung, die auf ihr ruhte, nicht tragen. Dabei War sein ganzes Wesen und Gebühren von einer Schlichtheit und Herzlichkeit, die bei dem Oberhaupt von vierzig Millionen Menschen etwas außerordentlich Eindrucksvolles hatte. , Kommen Sie, lieber Oberst, sagte des Präsident und legte seinen Arm in den des überraschten Officiers. Lassen Sie uns ein ruhiges Eckchen aufsuchen! Sie müssen mir von Ihrem Regiment erzählen. Lincoln führte seinen Gast nach einem Nebengemach, in dem die Wogen des gesellschaftlichen Treibens nicht so hoch gingen wie in dem großen Prunksaal. Hier ließen sie sich nebeneinander auf bequemen Sesseln nieder und der Oberst mußte dem Präsidenten ausführlich über die Einerercirung und Disciplinirung seines Regiments o:richten, über die Art und Weise, wie in .Deutschland die Truppen ausgebildet würden; er mußte ihm auch über seine Ansichten betreffs der Fehler, welche die Niederlage der Unionstruppen verschuldet hatten, freimüthig Aufschluß geben. Aufmerksam hörte der Präsident zu. hin und wieder blitzte es wie ein flüchtiger Sonnenstrahl in den Winkeln seiner Augen und seines Mund:s auf. Ich danke Ihnen, sagte Lincoln, als er sich nach einer Viertelstunde erhob, und ich bitte Sie, Oberst, mich einmal in meinem Arbeitszimmer zu besuchen, wo ich Ihnen mit mehr Ruhe und Aufmerksamkeit zuhören kann als hier in diesem Tohuwabohu. Die Pflichten des WirtheL rufen mich. Entschuld!gen Sie mich, Oberst! Die Auszeichnung, die der Präsident dem deutschen Oberst erwiesen hatte, blieb ebenso wenig unbemerkt wie überHaupt seine echt militärische Erscheinung in der knappen, nach preußischem Schnitt gearbeiten Uniform, und kurze Zeit nachdem Lincoln ihn verlassen, sah sich Herr von Galis von dem Kriegsminister angeredet, der ihm mittheilte, daß eine Dame ihn kennen zu lernen wünschte. Es ist Frau Batchford. äußerte Mr. Stanton. der Kriegsminister, während er den Oberst der Dame zuführte. Sie ist die Wittwe eines Senators. Sie wissen, Oberst, daß ein Senator bei uns in Amerika eine sehr wichtige, einflußreiche Persönlichkeit ist. Frau Batchford hat von den, Lebzeiten ihres erst kurz vor dem Kriege verstorbenen Gatten her die besten Verbindungen. Oberst von Galis wußte sehr wohl, daß in Amerika die Damen nicht nur gesellschaftlich, sondern auch in öffentlichen Angelegenheiten viel mehr Wichtigkeit und Einfluß besaßen als ihre europäischen Schwestern, aber obgleich er nichts weniger als eine Strebernatur war und in seinem geraden stolzen Sinn jedes Haschen nach Protection verschmäht haben würde, konnte er sich doch eines angenehmen, schmeichelnden Gefühles nicht erwehren. Ueberrascht war er, als er sich einer
noch ZugendfrZsch aussehenden Dame, die kaum dreißig Jahre zählen konnte,
gegenüber sah. Mrs. Batchford war eme ausfallende und höchst interessante, wenn nicht schöne Erscheinung. Ihr dunkler Teint sowie ihr schwarzes Haar und ihre dunkeln, lebhaften Au gen verriethen, daß ihre oder ihrer Vorfahren Wiege in einem der Sud staaten gestanden haben mußte. Ihre Figur, die außergewöhnlich hoch war und von breiten Schultern, verlieh ihr besonders viel Jmponirendes. Ich bin sehr entzuckt, redete sie den sich vor ihr Verneigenden mit einer sympathischen, einschmeichelndenStim me an, den Commandeur des tapferen De Kalb-Reglments kennen zu lernen. Wenn es Sie Nicht ermüdet, wurde ich Sie bitten, mir den Verlaus der Schacht ausführlich zu schildern. Sie glauben nicht, wie sehr ich mich für alles, was mit dem Krieg zusammenhängt, besonders für militärische Operationen interessire. Und in der That, Herr von Galis konnte sich während seiner Schilderung mit geheimem Vergnügen überzeugen. mit wie starker Antheilnahme sie seinen Auseinandersetzungen folgte. Daß sie das obendrein mit vielem Verständniß that, bewiesen ihm ihre Zwischenbemerkungen und Fragen. Dabei funkelten und blitzten ihre Augen und der Teint ihres interessanten Gesichtes nahm eine noch intensivere Färbung an. Das war wunderschon, sagte sie, als er mit seinem Berichte zu Ende war. Sie schildern so anschaulich und Mit so großer Sachkenntniß, daß es eben so belehren o wie genußvoll ist, Ihnen zuzuhören. Ein lichter Zug von Spott und Geringschätzung kräuselte ihre etwas vollen, karminrothen Lippen, während sie hinzufügte: Wir leiden in unserer Armee nicht an einer übergroßen Anzahl von Capacitäten. Da ist es um so werthvoller, einmal einem wirklich geschulten Fachmanne zuzuhören, der doch die Dinge, von denen er spricht, beherrscht. Sie waren gewiß schon früher Officier? Jawohl, m meinem Vaterlande, entgegnete Herr von Galis mit Stolz. Ah! Da ist es allerdings kein Wunder. Und ihre großen, ausdrucksvollen Augen voll auf das Gesicht des ihr Gegenüberstehenden heftend, fuhr sie lebhast fort: Wissen Sie, Oberst, daß Sie eigentlich für Ihren Posten viel zu schade sind? Gewiß, Sie sollten eine Brigade haben. Ich kenne Generäle, deren militärische Kenntnisse sie wenig befähigen, einem Mann wie Ihnen Befehle zu ertheilen. Der Oberst von Galis protestirte bescheiden. Ich fühle mich an meiner Stelle wohl und völlig zufrieden. Ich getraue mich allerdings ein Regiment mit Ehren zu führen. Ob ich aber jetzt schon einen größeren Truppenverband mit Erfolg zu leiten verstehen wurde. möchte ich nicht ohne weiteres behaupten. Nein, nein, Oberst, erwiderte Mrs. Batchford in verbindlichstem Ton, Sie dürfen nicht zu bescheiden sein und dürfen Ihren Freunden mcht verwehren. sich für Sie zu interessiren und dafür Sorge zu tragen, daß Ihr Wis. sen und Ihr Können ein würdiges Feld der Thätigkeit finden. Das war zwar überraschend liebenswürdig und schmeichelhaft, aber der in den Kämpfen des Lebens gehärtete und gegen Frauenreize fast unempfindlich gewordene ernste Mann zeigte eine kühle, abweisende Miene und versetzte, sich hochaufrichtend: Ich habe mein Regiment lieb und führe es erst so kurze Zeit, daß ich es nicht als einen Gewinn betrachten würde, wenn ich es schon jetzt wieder verlassen müßte. Der Feldzug hat erst begonnen und ich habe noch keine Gelegenheit gehabt, mir einen Anspruch auf eine höhere Commandostelle zu erwerben. Mrs. Batchford betrachtete den vor ihr Stehenden erstaunt und zog ihre schöne Stirn in leichte Falten. Aber sie beherrschte rasch die Empfindlichkeit, die die stolze Abweisung des Officiers in ihr erregt zu haben schien, und entgegnete launig: Sie sind schon jährelang im Lande, Oberst, und haben sich noch so wenig acclimatisirt! Ein Amerikaner würde sich nicht einen Augenblick bedenken, sich die Protection einer Dame mit guter Miene gefallen zu lassen. Eine Protection, die man doch mcht verdient hat, sagte von Galis beschämt. Die Lady lächelte und mit einem Blick, der nicht ohne Wirkung auf die unempslndllchleit des Officiers blieb. entgegnete sie: Ich weiß nicht, Oberst, ist das nun Bescheidenheit oder Stolz? Und als Herr von Galis die Antwort schuldig blieb, fugte sie mit einem etwas zaghaften Blick hinzu: Ich habe fast Bedenken, Ihnen eme Bitte vorzutragen, die, ich schon den ganzen Abend über auf dem Herzen habe. Soviel Galanterie aber hatte Oberst von Galis trotz aller rauhen Stürme des Lebens doch aus feiner früheren Äeit bewahrt, daß er sich jetzt, allerdings mit etwas steifer Höflichkeit, ver. beugte und mit soviel Verbindlichkeit als sich in den Ton seiner Commando- ... ' ' .. . ' . p. w I. . stimme überhaupt legen ilen, erwiverie: Ihre Bitte ist mir natürlich Befehl, Madam, und ich stelle mich ganz zu Ihrer Verfügung, so weit meine soldatische Pflicht es mir erlaubt. Die schöne Wittwe blickte lacyemo auf den Fächer nieder, mit dessen kostbarem, mit Gold und Edelsteinen eingelegtem Elfenbeingriff ihre schlanken weißen Finger spielten. Jetzt erhob sie ihre großen, strahlenden Augen und Mit einem koketten Blick aus den ernsten Officier sagte sie: ?lch werde natürlich nicht wagen, Ihre Galanterie auf eine allzu harte Probe zu stellen und dieselbe mit Ihrem Pflichtgefühl in Consllct zu bringen. Ich habe seit lange den Wunsch, mir einmal ein militärisches Lager anzusehen. Ich muthe
Ihnen doch keine Pflichtverletzung zu, wenn ich Sie bitte, mir einmal bei einem Rundgang durch das Lager bei Hunters Chapel als Führer zu dienen? Durchaus nicht, Madam, beeilte sich der Oberst zu versickern, dem das In tercsse der schönen Dame an militarischen Angelegenheiien und Schauspielen wirtliches Vergnügen bereitete. Durchaus nicht, um so weniger, als mein galanter Chef, General Blenker, selbst schon vielfach die Damen aus Washington im Lager umhergeführt hat und gewiß auch Ihnen g?g:nüber mit Vergnügen in Hunters Chapel die Honneurs machen würde. Aber ich capricire mich nun einmal darauf, Sie als Cicerone zu haben, Oberst, entgegnete Mrs. Batchford mit schelmischer Koketterie. Sie müssen wissen, Oberst, einer meiner Hauptfehler ist die Eitelkeit, unfc da ich gesehen zu haben glaube, daß Ihr trotziges, tapferes Kriegerherz uns Frauen gegenüber mit einem undurchdringlichen Panzer umgeben ist, so würde ich es als einen besonderen Triumph und Vorzug betrachten, wenn Sie mir so viel Galanterie erzeigten, mir eine Stunde Ihrer kostbaren Zeit zu widmen. Oberst von Galis lächelte halb bärbeißig, halb galant, und das muntere, anfeuernde, kokette Wesen der schönen Wittwe übte doch so viel Wirkung auf ihn aus, daß er sich zu der Artigkeit verstieg, verbindlich zu erwidern: Ich bitte Sie, Madam, mir die Gelegenheit zu geben, Ihnen zu beweisen, daß ich nicht der ungalante Brummbär bin, für den Sie mich ungerechterweise zu halten scheinen, und daß mir nichts mehr Vergnügen bereiten würde, als Ihnen zu dienen. Mrs. Batchford streckte dem Officier ihre Hand entgegen. Gut, Oberst, sagte sie mit dem verfllhrerischen, schelmischen Lächeln, das ihr so gut stand und das des Obersten Widerstandskraft immer mehr in's Wanken brachte, ich nehme Sie beim Wort. Und damit Ihr Eifer nicht inzwischen wieder verraucht, will ich schon morgen Nachmittag zu einem Besuch nach Hunters Chapel hinauskammen, das büßt, wenn ich Ihnen nicht
ungelegen komme. Durchaus mcht, betheuerte Oberst von Galis und drückte die ihm entgegenkommende Hand, von der LiebensWürdigkeit der schönen Wittwe immer mehr bezwungen, mit so viel Kraft, daß die Dame eme fluchtige Grimasse des Schmerzes nicht unterdrücken konnte. Ich danke, Oberst, sagte sie, und nun darf ich Sie wohl bitten, mir Ihren Arm zu geben und mich durch den Saal zu geleiten und meinen Wagen rufen lassen. Es ist eine GluthHitze hier, finden Sie nicht? J habe mich in der letzten halben Stunde o gut unterhalten, daß mir ir.ach der Abend ich! mehr viel zu "'Zcten haben würde. Wenn Oberst von Galis c.lS Ermmandeur eines der populären deutschen Regimenter vielleicht seiner echt soldatischen Erscheinung :veqen unt:r den Männern und Frauen ufmerksainkeit erregt hatte, so erweckte Dietrlch Henning durch sein auffallend fein gezeich netes, männlich schönes Gesicht unter den jungen Damvn viel Interesse. Der dunkelblaue, in der Taille enz cnlieende Waffenrock kleidete seine schlanke Figur vorzüglich, und der träumerisch welche Ausdruck seiner Zuge, der mit dem klirrenden Säbel und dem kr'egerischen Gewände so anziehend contiastirte, sowie sein bei aller Gzwandtheit der Formen bescheidenes, zuru lh.iltendes Wesen bewirkten, daß das Auge mancher Schönen mit Wohlgefallen auf ihm ruhte. Ueberhaupt herrschte m der Washingtoner Gesellschaft ein freierer, lebhafterer Ton, als er sonst im gesellschaftlichen Verkehr der amerikanischen oberen Zehntausend üblich war. Wie tapferen alertanosoeriyei diger erfreuten sich seitens der Damenwelt großer Bevorzugung, uno wer oie Officiers - Schulterstreifen trug, war von vornherein der Liebenswürdigkeit schöner Amerikanerinnen sicher, die es für ihre Aufgabe hielten, den Helden, bevor sie in die Schlacht gingen, die vielleicht nur noch kurz zubemessene Lebenszeit mit möglichst viel Freude und Glück zu füllen. Unter den Damen, die sich den mttressanten deutschen Capitän vorstellen ließen, war Miß Kate Clinton entschieden die anziehendste. Fräulein Clinton war nicht nur ein kluges, geistvolles, sondern sie war auch ein außergewöhnlich schönes junges Mädchen. Ihrer kleinen, aber wohlproportionirten Figur entsprachen die zierlichen Gliedmaßen. In der Washingtoner Gesellschaft war Miß Kate Clinton ebenso sehr bekannt wegen lyrer wunderbar kleinen Hände und Füße wie , r tfipv ... rriCI.'.T . wegen ocs großen poimicaen uuijiu,ses, den man tfr zuschrieb. Ihr Vater bekleidete einen der wichtigsten Posten im Schatzamt und der Kriegs Minister Stanton wa? ih Oheim, der. wie man sagte, seinu klugen, geistvollen Nichte gern sein Ohr lieh. Unter den Amerikanerinnen der höheren Stände sind feingezeichnete, geistig belebte Gesichter nichts Seltenes. Miß Kate Clinton besaß in hervorragendem Maße den Zauber eines anmuthigen, lebhaften Mienenspiels und ausdrucksvoller Augen, die beson ders während der Rede ein reiches Innenleben widerspiegelten.Dietrich Henning war erstaunt über die Wißbegierde, die Miß Clinton offenbarte und die sich auch, auf Dinge erstreckte, die sonst für junge Damen wenig Werth zu haben pflegten. Sagen Sie mir doch, Capitän, forderte sie ihren Begleiter auf. mit dem sie im Buffetzimmer, um sich an einem Glase Elsllmonade zu laben. Platz genommen hatte, sagen Sie mir doch, wie war Ihnen nun zu Muthe, als Sie zum ersten Male in die Schlacht karnen?.
Dietrich Henning blickte überrascht
aus. Ich weiß nicht recht, wie ich Ihnen antworten soll, gab er zurück. Es sind da so verschiedenartige, unklare und ineinander verschwimmende Empstndungen, daß man einen ganz kla ren Eindruck kaum zurückbehält. Verschiedenartige Empfindungen? Sie fah ihm mit einer neckischen Miene in's Gesicht. Ich denke doch nur eine einzige, die der brennenden Kampfbegierde und der berauschenden Kampfessreude. Jawohl er lächelte officiell lodert in dem tapferen Soldaten nur helle Kampfeslust und der Ehrgeiz, sich auszuzeichnen. Aber tief in der stillen, verschwiegenen Brust herrschen doch manchmal wohl auch bei dem Tapfersten ganz andere Empfindungen. Doch ich weiß nicht, ob ich darüber gerade Ihnen gegenüber offenherzig sprechen darf. Sie sah ihn im ersten Augenblick erstaunt, verständnißlos an, sagte aber dann, während ihr ein allerliebstes Lächeln bezaubernde Grübchen in Kinn und Wangen zeichnete: Ach so! nun, ich verspreche Ihnen volle Discretion, selbstverständlich in erster Linie meinem Onkel Stanton gegenüber. Er neigte sich launig auf seinem Stuhl und nahm wieder das Wort: Ich danke. In diesem Fall kann ich ja wagen, Ihnen die volle Wahrheit zu sagen. Die kriegerische Lust, das glühende Verlangen nach Kampf und Sieg, das im ersten Stadium des Krieges eine so große Rolle spielt, wenn man noch weit vom Schuß ist und das in mit schmetternden Stimmen gesunaenen Liedern seinen Ausdruck findet, verschwindet, sobald man dasSchlachtfeld betritt, sobald einem die ersten Verwundeten entgegenkommen und die ersten Granaten über den Kopf sausen. Dann kommt ein furchtbar dumpfes, beklemmendes, niederdrückendes Gefühl über einen, ein Gefühl heftigster Unlust. Man geht vorwärts, weil die anderen gehen, weil der kategorische Imperativ des Pflichtgefühls einen treibt, aber man geht ohne Freude, ohne Begeisterung, mit Widerwillen. Anders wird es wieder, sobald man den Feind selbst zu Gesicht bekommt, sobald man ihm mit der Waffe gegenübertritt. Furcht, Bangen, Grauen verfliegen wieder im Nu; wie ein Rausch ergreift es einen. Man kennt keine Angst, keine Gefahr, kein Bedenken mehr, nur der eine Trieb lebt in einem, der Trieb, den Feind zu vernichten. Sie hatte sich, die Arme auf die Marmorplatte des zwischen ihnen befindlichen Tisches gelegt, vornübergebeugt und sah ihm voll Interesse in das glühende, vlbnrende Gesicht. Ach danke Ihnen. Capitän. sagte sie herzlich. Wie furchtbar interessant das ist! Ich habe noch nie über die Psychologie des Schlachtfeldes reden hören. Und nun noch eins. Haben Sie schon einen Fernd getodtet? Gespannt blickte sie ihm in's Auge. Er nickte. Genau wein ick's nur in einem Falle, entgegnete er langsam, fast zö gernd. War's mit einer Sckukwasfe oder mit dem Säbel? Mit dem Säbel. Sie mackte eine leise Beweauna des Schai?derns und leate in der Erreauna des Gesprächs ihre Hand auf seinen Unterarm. Und wie war Ihnen da zu Muthe? Sein Gesicht verdüsterte lieb unwillkürlich und er wandte seinen Blick von ihr ab. Er sah vor sich nieder und wie Scham klang es im Ton seiner Stimme, während er widerte: 3m Augenblick der That beherrschten mich nur die Gefühle des Triumphes, der Genugthuung. Es war eine barbarische, ja, bestialische Empfindung wilder Freude. Das ist der Krieg. Miß, Clinton, der rohe, schonungslose, möroerljche Krieg, den die Geschlchtschrelbcr und die Poeten, die ibn nickt leben. so begeistert schildern. Und nachher, Capitän? Nachher? Dietrich Qennina trommelte mit seinenFingern auf der Platte oes ljches. Wun. Miß Clinton, Sie können sich denken, daß es immerhin kein angcehmerGedanke ist. wenn man sich sagt: Du hast einen Menschen getobtet, der wahrscheinlich von der Gerechtigkeit seiner Sache ebenso überzeugt war, wie du von der deinigen. An deinen Händen klebt Blut. Miß Kate Clinton blickte unwillkürlich nach der auf dem Tisch ruhenden Hand ihres Gegenüber. Es waren schlanke, weiße wohlgepflegte Finger. denen man nicht ansah, daß sie grausam getodtet hatten, ebensowenig wie man den hübschen, regelmäßigen, weichen Zügen des jungen Mannes geglaubt hätte, daß sie sich in dem wilden Trieb zu tödten verzerren konnten. Sie haben nur Ihre Pflicht gethan. Capitän, sagte das junge Mädchen, und in ihren lebhaften Mienen spiegelten sich Empfindungen, die von Abscheu und Widerwillen weit entfernt waren. Daß diese Pflicht eine grausame war. daraus kann Ihnen Niemand einen Vorwurf machen. Aber ich sehe, daß Ihnen diese Erinnerungen peinlich sind. Sprechen wir also von etwas anderem. Sie brachte das Gespräch auf Hennings bürgerlichen Beruf, auf seine Jugend und seineStudentenzeit. Allen seinen Schilderungen hörte sie mit demselben theilnehmenden Verständniß und warmherzigen Interesse zu, das so schmeichelhaft für den Erzähler war. Später, als sie sich von Henning verabschiedete, forderte sie ihn auf's liebenswürdigste auf, sie in ihrem elterlichen Hause zu besuchen. Es wird mir eine wirkliche Freude sein, sagte sie, Sie mit meinem Papa bekannt zu machen, der leider heute nicht hier ist und der größere Gesellschaften überhaupt nicht mag. Und während sie ihm zuletzt freund-
lich die Hand reichte, mahnte sie noch einmal: Ich rechne bestimmt darauf, Sie recht bald wiederzusehen, Mr. Henning.
Mrs. Batchford hielt Wort. Am anderen Nachmittag fuhr sie am Lager von Hunters Chapel vor. Es war damals nichts seltenes, daß Damen und Herren der Washingtoner Gesellschaft Ausflüge in dieUmgegend unternahmen, um sich die auf freiem Felde campirenden Truppen anzusehen. Die schöne Wittwe nahm alles mit Interesse in Augenschein und war unermüdlich im Fragen, während sie am Arm des Oberst von Galis durch die Zeltreihen schritt. Man hatte sich schon vollständig für die rauhere Iahreszeit eingerichtet. Von der Regierung waren für die Armee Zelte geliefert worden, für je vier Mann eins, aber die Soldaten hatten, um besser geaen die Unbilden des Wetters geschützt zu sein, für jedes Zelt aus rohen unbehauenen Baumstämmen einen Unterbau gezimmert, dessen Fugen mit Lehm verschmiert waren. Sogar Oefen und Kamine hatten sie aus künstlich gestochenen Rasenstücken, und da, wo man solcher hatte habhaft werden können, aus Bausteinen hergestellt. Mrs. Batchford schien keine Müdigkeit zu kennen, denn obgleich sie bereits seit anderthalb Stunden neben dem Oberst von einem Zeltlager zum anderen geschritten war und jetzt die letzten Zelte der deutschen Division im Rücken hatte, war ihre Schaulust und ihre Wißbegierde noch immer nicht befriedigt. Wo stehen nun Ihre Vorposten. Oberst? fragte sie und spähte eifrig in die südliche Richtung. Dort auf dem Wege nach Fairfax Court House. ungefähr eine halbe Stunde von hier. Die schöne Wittwe trug um ihre Schulter in einem Futteral einen großen Krimstecher, den sie jetzt herausnahm und an ihre Augen führte. Sie blickte eine ganze Weile schweigend in die ihr bezeichnete Richtung. Plötzlich ließ sie einen Ausruf hören. Wahrhaftig! rief sie lebhaft. Dort sehe ich sich etwas bewegen. Wie interessant! Und das Fernglas vom Gesicht nehmend, wandte sie sich mit blitzenden Augen zu ihrem Begleiter und sah ihm mit einem liebenswürdigen, geradezu berückenden Lächeln in's Gesicht. Lieber, bester Oberst, wollen Sie mir eine recht, rocht große Freude bereiten? Dem rauhen Krieger schoß .helle Gluth in die Wangen. Er war während der letzten Jahre seines Lebens so wenig an Frauenacsellschaft und Frauengunst gewöhnt gewesen, daß ihn die Liebenswürdigkeit der schonen, vor nehmen Dame fast in Verlegenheit setzte. Gewiß, Madam, stammelte er, wenn es in meiner Macht liegt. O, was das betrifft, erwiderte sie schnell und legte ihre Hand schmeichlerisch auf seinen Arm, daß es den armen Oberst wie ein elektrischer Schlag Durchfuhr für Sie ist es eine Klei nigkeit. Führen Sie mich doch einmal zu den Vorposten da bitte, bitte! So den Krieg oder doch wenigstens eineu kleinen Vruchtheil davon mit eigenen Augen zu sehen, es muß furchtbar interessant sein! Aber von deL Obersten Gesicht war mit einem Male die Liebenswürdigkeit verschwunden; er zeigte eine sehr ernste Miene und entgegnete streng: Wo denken Sie hin! Es ist nicht erlaubt. Citnlpersonen m die Postenkette zu führen. Doch die schone capriclose Wittwe gab ihr Verlangen so rasch nicht auf. Können Sie denn mcht einmal eine Ausnahme machen, liebster, bester Oberst? schmeichelte sie. Nein, Madam, antwortete derOberst kurz, fast barsch. Daran ist gar nicht zu denken. Es handelt sich um die Sicherheit der ganzen Armee. Aber ich bin doch eine Dame, wandte die junge Wittwe abermals mit einem verführerischen Lächeln ein. Von mir werden Sie doch keine Gefahr befürchten. Freilich nicht. Aber Sie selbst könnten in Gefahr kommen. Mrs. Batchford machte ein sehr entschlossenes Gesicht. Ich furchte mich nlchl, entgegnete sie. Und ich spreche Sie von jeder Verantwortung frei. Dabei machte sie ern paar Soyritte vorwärts. Kommen Sie, Oberst. Seien Sie nicht ungalant! Und Ihre strahlenden. dunkeln Gluthaugen mit verheißungsvollen Blicken auf ihn heftend, fügte sie leise hinzu: Ich wurde Ihnen unendlich dankbar sein, lieber Oberst. Aber von dem starren Pflichtgefühl des Officiers prallten sowohl das bestrickende Lächeln wie die Blicke wirkunaslos ab. Er faßte die Dame am Arm und erklärte in sehr energischem Ton: Weiter dürfen Sie nicht! Sie werden mich doch nicht Zwingen. S:e mit Gewalt zurückzuhalten. Sie gehorchte jetzt endlich und machte Kehrt. Unmuthig warf sie die Lippen auf und würdigte ihn eine ganze Weile keines Wortes. Sinnend blickte sie vor sich hin, bis sie plötzlich wieder ihr Gesicht erhob,, das von neuem den Ausdruck von Liebenswürdigkeit angenommen hatte, der den interessanten Zügen der koketten jungen Wittwe der natürliche zu sein schien. Sagen Sie mit einmal, Oberst, fragte Mrs. Batchford lebhaft, was ist das eigentlich: Losung und FeldgeMei? Das sind dre Erkennungsworte, die Zeder anzugeben hat, der die Vorpostenkette passiren will. Und was für eine Art von Wörtern werden da in derRegel benutzt, Oberst? Nun patriotische, Namen von berühmten Männern und Ereignissen, Schlachten, Städtenamen und derglei-
chen. So hatten wir gestern das Losungswort: Richmond und das Feldgeschrci Lincoln. Vorgestern New York und Blenker. Und heute, Oberst? Es war ein verstohlen lauernder Blick, der zu ihm hinübersprühte.
Oberst von Galis lächelte. Ich bedauere, in dieser Beziehung Ihre Wißbegierde nicht befriedigen zu können, Madame. Das ist ein militärischcs Geheimniß. Ein militärisches Geheimniß? Freilich. Und es ist bei hoher Strafe verboten, irgend einer nicht soldatischen Person das noch in Geltung befindliche Losungswort und das Feldgeschui des Tages mitzutheilen. Eine Nöthe der Enttäuschung und des Aergers stieg der jungen Frau in's Gesicht, während sie mit zornbebender Stimme erwiderte: Glauben Sie denn, daß ich beabsichtige, mich durch die Vorpostenkette hindurchzuschmuggeln Oberst? Aber fchorv im nächsten Moment' hatte sie ihre ärgerliche Erregung überwunden' und nrü. einem koketten, sche mischen Augenaufschlag und einem schmollenden Aufwerfen ihrer Lippen das sie zum. Entzücken kleidete, fügte sie. hinzu Sie sind der ungllanteste. Mann, den ich je kennen gelernt habe. Aber ich will feurige Kohlen auf Ihrem harten eigensinnigen Haupte sammeln und 'Ihnen nicht gleiches mit gleichem vergelten. Ich lade, Sie ein, mich nach Washington zu. begleiten und eine Tasse. Thee bei mir. zu nehmen. Oberst von Galis konnte ein angenehm schmeichelndesGefühl nicht unterdrücken und mit freudigem Dank, nahm, er an. Die schöne Wittwe war wirklich von einer Liebenswürdigkeit, die etwas geradezu Hinreißendes hatte und die auch auf die spröde Kriegerseele ihren bezwingenden Eindruck nicht verfehlte. An der Seite Mrs. Batchfords fuhr der Oberst am Hauptquartier.- vor. Der Officier sprang aus dem Wagen, um sich bei General Blenker für den Abend abzumelden. Dann ging es in, schneller Fahrt der Bundeshauptstadt zu. Mrs. Batchford besaß in der Pennsylvania Avenue, einer der dreitesten, schönsten Straßen Washingtons, ein hübsches, im Cottagestil gehaltenes Haus. Das Empfangszimmer, in das die liebenswürdige' junge Wittwe ihren Besuch führte, war- mit einem Luxus eingerichtet, der bewies, daß die Herrin des Hauses wenn auch nicht großen Reichthums, so doch sorgloser Wohlhabenheit sich erfreute. Eine ältliche Dame, die dem-Oberst als Mrs. Smith, meine Gesellschafteim" vorgestellt wurde, schenkte den Thee ein, aber die Sandwiches"' Präsentirte die liebenswürdige Wittwe selbst. Auch das Gespräch wurde, fast ausschließlich von ihr geführt. Mrs. Batchford war unerschöpflich in.Fragen. Wie lange die Armee noch' unthätig in Washington liegen würde und ob denn vor Einbruch des Winters nicht noch eine kriegerische Action. zu erwarten sei? Oberst von Galis beantwortete- alle Fragen so gut er konnte und soweit es ihm sein Pflichtgefühl erlaubte. Die schöne Wittwe lohnte es ihm mit ihrem bestrickenden Lächeln und mit sprechenden Blicken ihrer lebhaft blitzenden Augen. Oberst von Galis war wie berauscht, als er nach fast zweistündigem Besuch das Haus der schönen Wittwe verließ. Freilich, hätte er gesehen, cinr wie höhnische Grimasse sie hinter ihm hermachte, nachdem sich die Thür hinter ihm geschlossen, er wäre gewiß auf der Stelle grausam ernüchtert worden. Vierzehn Tage waren seit dem Gesellschaftsabend im Weißen Hause" verstrichen, ohne daß Dietrich Henning der Einladung von Kate Clinton Folge geleistet hätte. Ja; das Zusammentreffen mit der liebenswürdigen und interessanten jungen Dame.- war bei dem deutschen Capitän säst in Vergessenheit gerathen. Seine verschiedenen dienstlichen Obliegenheiten nahmen fast die ganze Zeit und' das ganze Interesse des jungen Compagni:chefs in Anspruch, der nicht nur um die- taktische Ausbildung seiner Compagnie, besorgt war,, sondern dem auch in. allen übrigen Beziehungen das Wokl seiner Leute am Herzen lag. Sein ssnstiges außerdienstliches Interesse wurde ganz von dem. Briefwechsel mit Carrie Bradley in. Anspruch genommen, der von beiden Seiten Mit großem Elfer und mit. einer mehr und mehr steigernden Wärme gefuhrt wurde. Nur die, wie es schien, unvermeidlichen. Erwäh nunaen Cunninghams waren, es, die dem Empfänger von Miß Ccl.rries Briefen zuweilen die Freude an der Correspondenz trübten. Auch schon früher war der Procunst der Firma ein häufiger Gast in der Familie seines Prinzipals gewesen, neuerdings aber schienen Besuche eine Regelmäßigteil angenommen zu haben, die dem abwesenden Freunde Miß Carries peinliche Empfindungen erregten. Daß Joshua Cunningham der Tochter seines Chefs eifrig den Hof machte und alle seme Liebenswürdigkeit aufbot. ihr zu gefallen, hatte immer Dietrich Hennings stilles Unbehagen und seinen Widerwillen erweckt. Jetzt erfüllte ihn der Gedanke daran mit einem Gemisch von siedender Angst und zorniger Erbitterung. (Fortsetzung solgt.) Abweisung. Richter: Was war das für ein Buch, mit welchem Ihre Frau nach Ihrem Kopf schlug?Kläger: Der kleine Brockhaus." Richter: Da können wir nichts machen, das ist ja in der That ein Nachschlageteert. EinPhlegmatiier. Lebrer: Sieh mal, Moritz, das ist kein A, was Du da gemacht hast, sondern ein O. Siebst Du's ein?" Moritz: .Ich streit' mer principiell nicht, Herr Leh ml"
Jur die Mcyc. Vraungevün stetes Hammelfleisch. Fleisch vom Schlegel oder von der Schulter legt man auf Speckfchnitten und Zwiebelscheiben, Wurzeln, wie Sellerie und gelbe Rüben, giebt auch etwas Pfeffer, Ingwer, Muskatblüthe und Salz dazu, dann gießt man etwas Suppe oder Wasser daran und dünstet es (am besten mit Oberhitze) schön braun. Man legt dac das Fleisch heraus, bindet den Saft, zerdrückt die Wurzeln, giebt nochSuppe und etwas Citronensaft daran, läßt es
ein wenig aufkochen und gießt die Sauce über das Fleisch. Dampfn u.oeln mit Kart o f. f e l n. Gekochte, kalte Kartoffeln reibt man ein Pfund leicht und flockig, sodann macht man mit zwei Eiern, zwei Eßlöffel dicker, faurer Sahne und so viel Mehl, daß, der Teig zusammenhält, eine gut verarbeitete Masse. Aus dieser formt man. fingerdicke Nudeln und legt, dieselben nebeneinander in eine nicht zu tiefe, mit Butter ausgeftrichene Kasserolle. Run verquirlt man in ein Pint Milch, zwri Eier und zwei Löffel Mehl, gießt diese Flüssigkeit über die Nudeln und läßt sie bei Mittelhitze in. einem Ofen, aufziehen. H a senp f ef f e r (H a:s tn klein). Man nimmt dazu die' Borderbeine, Bauchlappen, Herz., Leber, Lunge und Kopf des Hasen, wäscht alles. gut. läßt es mit Wasser, Zwiebeln, Lorbeerblatt. Selleriewurzel, Salz, Nelken und Pfeffer gar kochen. Dann röste, man zwei Kochlöffel Mehl in reichlich Butter, gebe etwas Fleischbrühe dazu, lasse es durch einSieb zum Hasen laufen, gieße ein Glas Rothwein und etwas Essig daran und. lasse es noch kurz aufkochen. . Gänsekeulen auf Lyoner Art: Man ritzt die Keulen auf beiden Seiten ein und reibt sie mit Pfeffer und Salz ein. Dann brät man sie von allen Seiten in Butter an, fügt eine Tasse kräftige Bouillon, eine gehackte Schalotte und etwas Petersilie zu und dämpft sie halb gar. Man läßt sie abtropfen, auskühlen und wendet sie darauf in Ei und Weckmehl, bcstreicht sie mit. Butter und brät sie auf dem Rost vollends fertig. Man belegt die Keulen mit goldbraun gebratenen Zwiebelringen und richtet sie mit Rosenkohl nebst Kartoffelkrusteln an. Hammelrücken inPort w e i n. Nachdem man den Rücken gehäutet und das Fett abgeschnitten hat, legt man ihn in eine tiefe Pfanne, kocht zwei Zwiebeln, einige Nelken, Mohrrüben. Petersilie, nach Belieben auch eine Zehe Knoblauch, mit. einem Quart Portwein und einem Viertel Pint Essig, gießt diese Marinade über das Fleisch und läßt es unter täglichem Umdrehen sechs Tage darin liegen. Nachdem man den Rücken gut abgetrocknet hat, brät man ihn bei fleißigem Begießen in Butter gar. Die Sauce wird mit einem Theil der zuvor durch ein Sieb gegossenen Marinade aufgekocht und mit etwas Fleischeztract und ein wenig Jobannisbeer Gel5e verrührt in einer Sauciere besonders ser virt, der schön zerlegte Braten wird mit Kartoffel - Croquettes garnirt. Schinken - Crou.t. ons. Man hackt den Schinken sein und verrührt ihn mit etwas guter Fleischbrühe, einem großen Löffel geriebenem Parmesankäse, etwas süßem Rahm, oder Milch, Pfeffer und gehackter Petersilie zu einer Fülle, unter die man, einig? Eidotter und etwas geriebene. Semmel mischt. Alswnn streicht man Fülle auf dünne Scheiben Weißbrot, wendet sie in Eiweiß und Paniermehl und bäckt sie in Butter, braun. Hecht mi.t Saue.rk.raut. Zwei Pfund Sauerkraut werden mit Schmalz, Wasser, Salz und ganz wer.ig Zucker weichgekocht. Bier Pfund Hecht kocht man in Salzwasser, dem man eine. Citronenscheibe, eine Zwiebel, ein Lorbeerblatt, weißen. Pfeffer zünd etwas Essig zusetzte,, gar; dann befreit man. den Fisch von Haut und Gräten und zerblättert ihn in Stückchen. Auf den Boden einer dickgebutterten Porzellan - Auflaufform legt man dann eine fingerdicke Schicht von dem gekochten Sauerkraut, darauf Hecht und aus diesen Butterstückchen, dann Sauerkraut und so fort, bis die Form gefüllt ist und obenauf Sauertraut liegt. Nun verquirlt man dicke saure Sahne mit einigen Eidottern, gießt dies darüber, bestreut das Ganze mit geriebenem. Weißbrot und legt Lutterstückchen darauf. Man bäckt die Sveise eine Stunde bei mehr Oberkls Unterhitze und beträufelt sie kurz vor dem Anrichten mit etwas Butter. Gefrorener Punsch. Zunächst läßt man eine Viertel Flasche Wasser und ein Pfund Zucker zusammen auskochen, giebt dann in diesen warmen Syrnp die dünne,, gelbe Schale von drei Orangen und läßt dieselben erkalten. Dann fügt man noch den Saft von sechs Orangen hinzu, gießt nun alles durch ein feines Sieb und läßt es gefrieren. In dieses Oran-. gen Gefrorene wird jetzt nach und nach eine Viertel Flasche feiner Arak, eine halbe Flasche Rheinwein und eine halbe Flasche Champagner gemischt und der Punsch sofort in Gläsern servirt. Reis - Custard. Nimm zwei Tischlöffel voll Reismehl, ein Pint Milch, lasse es eine Zeitlang kochen füge dann noch folgendes hinzu: Ein nußgroßes Stück Butter, zwei gut geschlagene ganze Eier, ein wenig Salz, nach Wunsch ein wenig Zucker und etliche Tropfen Citronenöl. Gieb es in Creme - Schüsseln und genieße es je nach der Jahreszeit warm oder kalt. Graupensuppe. Feine Perlgraupen werden in wenig kochendem Wasser mit einem Stückchen Butter bei oftmaligem Nachgießen weich und sämig gekocht, dann würzt man die Suppe mit Salz, seingehackter Peters plie oder Muskatnuß.
