Indiana Tribüne, Volume 22, Number 123, Indianapolis, Marion County, 22 January 1899 — Page 9

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ZOStsQQ Tribüne. 3n golöcncr Fessel. Von Wilhelm SSser. MelanieS Qater, der Consul SilberigWilhelm Meile, ist aleichsom über Nacht, das heißt nicht m der letzten, sondern in einer, die bald ihr fünsundzwanzigjähriges Jubiläum feiert, zum reichsten Manne der Stadt geworden. Consul Meile gehört zu den typischen Gestalten unserer norddeutschen Han desmetropole. Er ist, wie er selber sich zu äußern liebt a seif rnade man", roaö ihm den Spitznamen der Schellfischmann" eingetragen hat. Seine Bildung ruht auf schwachen Füßen. Sie hat mit dem plötzlichen Anwachsen des Merleschen Reichthums nicht Schritt lja'Mn können. Selbst der schwarze Cylinder und die funkelnden Brillanten im Vorhemde täuschen Niemand über den wahren Werih deS im übrigen höchst ehrenwerthen Herrn Consul Ludwig Wilhelm Merle. WaS dieser moderne KrösuS sich und seiner Stellung schuldig bleibt, die höhere Bildung, sucht er mit Hochdruck an seinen drei Kindern wett zu machen. Melanie, Alma und Martha halten ein ganzes Heer in- und ausländischer Erzieherinnen um sich geschaart. Denn die Consulin kümmert sich um die Aubildung ihrer Töchter nur insofern, als eö die Zeit erlaubt. Mama lebt ganz der Gesellschaft, der Repräsentation ihres HauseS. Mama ist die Tochter eines Bankiers, der mit dem Papa gemeinfam feine glückliche Spekulation gemacht hat. Mama ist zwar nicht klassisch gebildet wie Melanie, ihre Aelteste, aber sie gilt für liebenswürdig und pikant. Und endlich Mama ist durchaus nicht eifersüchtig. Neidlos blickt sie auf ihre ballfähige Tochter, die ihr seil ?mem halben Jahre die bevorzugte Stellung in der Gesellschaft durch Juckend, Schönheit und Witz streitig macht, .bend für Abend drängt sich um Melanie die Nobelgarde jener Herren, die man schlechtweg als die HeirathSfähigen" bezeichnet. Und Papa Merle schmunzelt, wenn, er die Reihe dieser Herrlein mustert. Fast alle sind Sohne lieber Geschäftsfreunde", die noch vor Jahr und Tag ihn, den seif rnade man, über die Achseln angesehen haben. Aber dieZeiten ändern sich und mit ihnen die Ansichten. Heute ist Melanie, sein Kind, die begehrteste Partie. Die Gesellschaften im Merleschen Hause strafen das Wort Ben Akibas, daß alles schon dagewesen sei, Lügen. New, nichts nichts ahnliches hat man bislang in ganz Hamburg gesehen. Glänzende, den Gästen gewidmete Ue berraschungen und Gzschmke überbieten sich von Mal zu Mal. - Der heutige Abend ist der blendend. ste von allen!" ruft ein äußerst elegant ?ekleideter Herr, während sich sein hübcheZ, für gewöhnlich ziemlich nichtösagendeL Gesicht verklart. Stimmt!" iremt ein anderer trocken und wischt seinen Kneifer. Und dann wenn man die Fee dieser Zauberwelt in's Auge faßt: Herr Assessor, können Sie sich etwas Klassischereö denken als Melanie Merle, die Tochter deS HauseS?!" Der Gefragte läßt seine Blicke zu einer Gruppe junger Leute hinüberschweifen, in deren Mitte Melanie w weißem Seidenkleide, rothe Kamelien im dunklen Haare, sieht. Hin und wieder tönt eine Lachsalve zu den Beobachtern herüber. Melanies sprü hender Witz zündet. Einzelne Herren drücken das Taschentuch vor die Lippen und drehen sich vor Lachen wie die Kreisel. Etwas Klassischeres?!.Nun, ich mein:: können Sie sich zum Beispiel eine klassischere Antigone denken als Melanie Merle?" Mein lieber Herr Schröter, suchen Sie sich gefälligst keinen Gelehrten für die Auffrischung Ihrer klassischen Er innerungen! Antigone ist eine der tiesstangelegten Frauencharaktere des griüöischen Alterthums, Fräulein Merle hingegen ein oberflächliches Weltkind." Oberflächlich!" Ueber die geistvollen Zügen des Assessorö huscht em mitleidiges Lächeln, da er die völlige Fassungslosigkeit des andern sieht. Der junge Schröter genießt beii Ruf eines, wenn auch etwaö beschränkten, so doch allgemein alS liebenswürdig bekannten ManneS; zudem ist er persona gruta im Merleschen Hause. Nun", fährt der Assessor einlenlenkend fort, wer darf dem armen Mädchcn über sein Wesen Vorwürfe .machen! Herzensbildung woher sie nehmen?! Vom Papa von der Mama? Klassische Bildung ist durch besoldete Existenzen zu haben, Bildung des Herzens nur, wenn Vater und Muttc? fi durch edles Beispiel unterstütze::. Aber weil Sie durchaus einen klassischen Vergleich wünschen: Kleopatra. die Kokett?, in ekler Genußsucht über'sättigte Sirene, nahm eine Perle, löste sie in Essig und trank sie dem Geliebten zum Wohle. Wer weiß! Versu chtn Sie Ihr Heil! Vielleicht pert Fräulein Melanie auckJhnen eine ihrer kostbaren Perlen. Ich für meine Person bin bei meinem bescheidenen Auökommen nicht in der Lage, eine Dame wie Fräulein Merle in mein HauS führen zu können und " Herr Schröter Herr Schröter I Mein Himmel wo stecktest Du so lange! Papa sucht Dich schon überall!" - . Aus dem Knäuel ihrer Lewunde-

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'xwwjl gtcjsyjsg tst cA sich tütt&mt Merle gelost. W! ausgebreiteten Armen tritt sie an den leicht erblaßten jungen Mann heran und zieht ihn in die Mitte des Saales. Meine Damen und Herren! Die Verlobung meiner Tochter Melanie mit Herrn Fritz Schröter, Sohn des hochverehrten Herrn Senator Schröj.-r und seiner Frau Gemahlin geb. v. Wend burg-Haushausen, beehre ich mich Ihnen anzuzeigen!" Ein allgemeines Ah der Ueberraschung folgt, dann ein donnernd.'s dr:ifacheZ Hoch. Diener mit gefüllten SeUgläsern durchhasten die Reihe. Fritz Schröter Melanie Merle : Verlobte! Fast unglaublich! Ja den Dummen überkommt daS Glück im Schlafe!" Und inmitten der staunenden, gafsenden Menge steht Papa Merle. Ein diabolisches Grinsen umspielt seine breiten Mundwinkel. Ebenso dumm wie hübsch! Aber wir haben das Geld und können's uns leisten! Ja wenn ich mich nicht irre, der Herr Senator waren der letzte, der meine Freundschaft suchte." Zwei Stunden nach Mitternacht schleicht Mama Merle an das Bett ihres Kindes. - ' Daß Du Dir gerade den Dümn sien erwählt hast, kann ich nicht begreisen!" Oh das macbt nichts, Mama! Es regiert sich so leichter. Und daß man suchen muß, das Heft. in den Händen zu behalten weiß ich von Dir!". . . Gute Nacht, schön gute Nacht, Mama Merle!. . . Seit jenem Verlobungsabende'sind Monate verstrichen. Wie manche Welle ist seitdem im Elbbette zu Thal geeilt. Aber nicht jede hat tänzelnd ihr .Ziel erreicht. Flimmernder Schnee deckt Stadt und Land. Der stolze Strom ist vereist. - DaS haben Melanie und ihr Gatte kommen sehen. Freundlicheren Gestaden sind sie entgegengeeilt. Das junge Paar weilt in Italien. - An Fritz Schröter sind die verflössenen Wochen nicht spurlos vorübergegangen. Um manche Erfahrung ist er reicher, um manche still gehegte Hoffnung ärmer geworden. Papa Merle hat die Verlobung schon bald nach ihrer Bekanntmachung gereut. Rücksichtslose Worte über den poveren Jungen" sind gefallen, erst versteckt im Scherz, dann unverblümt vor aller Welt. Damals hat Melanie den Geliebten freilich noch immer zu trösten vermocht. Du mußt Dir Papas Worte nickt zu Herz'"! nehmen, der ist nun 'mal, so, wie er ist. Und am Ende die Hauptsache bleibt, daß ich mit Dir zufrieden bin, Du bist der schönste beste gutmüthigste Mann der Welt. Einen andern kann ich nicht gebrauchen." Und damals hat Fritz Schröter. der allbeneidete Bräutigam Melanies. auch noch immer ein Lächeln ob. ihrer seit samen Art, ihn zu trösten, gefunden. Heute lächelt er nicht mehr, heute pflegt ihn ein gewisse Unbehagen zu. überkommen, wenn Melanie ihre weichen Arme um ihn schlingt und ihn blitzenden Auges ihren schönsten besten gutmüthigsten Mann nennt. Schon am ersten Reisetage in München ist er auf ihr Benehmen aufmerksam geworden. Da hat er während te MittagZmahlzeit eine alte Dame in der Unterhaltung belauscht: Das will eine junae Frau sein, die mit ihrem Gatten die Hochzeitsreise macht! Ha die kann gut werden! Die läßt ja schon heute ihrenEhemann links liegen und belustigt sich rechts um so besser!" Bislang hat der arglose Mann nichts Auffälliges darin gesehen, daß Melanie ihrer alten Gewohnheit folgt und sich mit Vorliebe in jenr Kreise drängt, deren anbetende Bewunderung ihr gewiß ist. Doch seit München, Mailand und Venedig hat der junge Gatte über Melanies Wesen tiefer nachzudenken begonnen, freilich, ohne den Muth zu finden, ihr unter vier Augen seine Memung zu sagen. San Remo, daö köstliche vielgepriesene San Remo, mit seinen glänzenden Hotels, seinen blühenden, von Veilchen duftenden Gärten und seinem im Sonnenlicht flimmernden Gestade hat sich daS Schröterfche Ehepaar für längere Zeit zum Wohnsitze erlesen. Und vor dem Fenster eines jener vornehmen Häuser, daö sich eines Weltruf erfreut, liegt Fritz Schröter, der Glückliche, viel Beneidete, auf einer Ottomane ausgestreckt. ' ? Der kranke, durch einen Fehltritt verletzte Fuß schmerzt ihn, aber noch mehr der Gedanke, für etliche Tage an'S Zimmer gebunden zu sein. Um die Mundwinkel deS Leldenden zuckt eS. Ja, er ist immer ein Pechvogel gewesen, natürlich mit Ausnahme eines einzigen Males, alS er um MelanieS Hand angehalten und von Papa Merle daS Jawort erhalten hat. . Die Blicke Fritz SchröterS leiten in den Frühling hinaus. In . der. Ferne lockt lächelnd dai Meer. .Melanie, ja, wo Melanie nur wieder solange verweilt! Stundenlang läßt sie mich allern, anstatt mir Gesellschaft zu leisten." Plötzlich erfüllt eine bittere Lache daS Zimmer. Der junge Ehemann erinnert sich eines Gespräches, das er an seinem VerlodungSabende mit dem Assessor geführt und in dem er. Melanie mit Antigone, deS Oedipuö Tochter," verglichen hat. ' Fort über alle Berae ist sie! Und vaS cm Aufopferung verlange ich denn von ihr?! Ich bm nicht wie jener klasSche Alte bei' Augenlichts beraubt. St ibr Vater, den sie mübsam durchS

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teben u fies eifert faVlfö bin ihr junger, blutjunger Ehemann, der nur vorübergehend lahm liegt, der ein Paar heller, lustiger Augen im Kopfe trägt, der " die Gedanken deS Grüblers stocken, d doch blind war an jenem Abende, ja schlimmer als blind, der in ihr die Kleopatra nicht erkannte, daS schöne, dem Vergnügen nacheilende Weib. Aber ich will eS Melanie sagen. Von. nun an' muß das anderö mit ihr werden!. . WaS muß anders . mit ihr wer ben?I" -Lachend, mit erglühenden Wangen steht Melanie plötzlich neben ihm. . .Schau diesen Strauß! Nein nein, der ist für mich vom Grafen Orsini! Und dann rath einmal, mit wem ich -meinen Spaziergang gemacht habe. mit nun, mit dem Hauptmann Neu. dorf weißt Du. der so viel bei uns verkehrte, der in Mama bis über dieOhren verliebt war und den ja, ich wette den auch Mama mehr als gern hatte!Hör' mal mein liebeS Kind." der junge Ehemann erhebt sich mühsam, ich muß Dich in diesem Augenblicke ernstlich bitten. Deine Spaziergänge einzuschränken. In wenigen Tagen werde ich alles mit Dir nachholen! .Fritz Du?!" Nein er schiebt ihre Arme beiseite, nein, spare Dir Deinen lieben, guten, schönen " Fritz, so, wenn Du es ernst nimmst, habe ich Dir .'was zu sagen! Meinst Du. daß ich mir gerade Dich ohne Absichten aus der Zahl jener ausgesucht habe, die mir huldigend zu Füßen lie-gen?!-Jn größter Bestürzung starrt er sie an. ' Nun, wenn Du es wirklich noch rmmer nicht wissen solltest wer bist Du. und wer bin ich?! Ich gab Dir Reichthum, Stellung und daö Neckt, mich zu lieben. Ich verlange dafür von Dir- leidenschaftlich wirft sie sich ihm entgegen. nur ein ganz klein bischen Nachsicht, .nur so viel, wie Papa mit Mama hat. Sag, sind die denn darum kreuzunglücklich?! WaS ich Dir und mir schuldig bin, werde ich nie vergessen. Dafür bin ich zu klug. Aber ganz umsonst halte ich Dich nicht an mich gefesselt!Jhre wilde Zärtlichkeit ergießt sich über ihn. Den jungen Gatten drückt eS beinahe daS Herz ab: Also darum Du hast einen guten hübschen " Sie nickt und preßt ihm die Hand auf die Lippen. .Ja Fritz, aber Du bist mir längst klug genug! Du bist der beste Mann auf der Welt. Nur hüte Dich und schüttele nicht zu stark an Deiner Fessel! Golvene Fesseln vruaen; doch es trägt sie mancher. . Und daö Leben an meiner Seite Fritz, es läßt sich ertragen! ES ist nicht zu schwer. Kommen wir heim, haben Papa und Mama unser Nest gebaut, ein hübsche? HauS mit Gärtchen und einem Springbrunnen davor!Kein Nest, einen goldenen Käfig! Aber ich habe eö ja nicht anders haben wollen! Da. Melanie meine Hand! doch ich glaube: die italienische Luft thut mir nicht gut. Wenn wir erst glücklich daheim sind,. wird'S sich ge-ben!-Fritz - allerbester!. . Melanie vergreb!...Aber sie würgt ihn dabei doch die goldene Fessel. . . Zlor Erricht. on ssranz Herczg. "'Verbrechen! Wer weiß, was dieses Wort bedeutet? Gibt es überhaupt Verbrechen? Das Verbrechen ist eine winzige Veränderung der Gebirnzellen oder irgend eine Unregelmäßigkeit in der Blutcirculation, welche vie Ge suhle und die DenkungSart des Menschen verändert. ElN Morder wird hingerichtet, und wenn dann die neugierigen Aerzte seinen Schädel offnen, smoen ne. oan ot wzqimqwi an uc Sckädelknochen angewachsen ist. Bojtar sagte dieseS. Seme Hiße hatte ihn wieder hingerissen diese Hitze war echt, indessen coquettrrte Bojtar dennoch ein wenig mit seiner schönen Baritonstimrne. Er liebte die Leidenden, wie gewisse Maler dunkle Farben den lebhaften vorziehen. Er selbst war so rein und gut, wie ein junges Mädchen, und jene leidenschaftliche, brüderlich Theilnahme, welche er für die im Schlamme der Gesellschaft sich Walzenden empsanv, machte ihn uoer auS svmpathifch. Ich glaube übrigens, daß er für die reichen und g'.funden Menschen irgend eine 'geheime Verach rung in oarg. qicu ic sur Unlol und dumm. Zu der Gruppe, welche Bojtar zu hörte, trat der alte Rechtsanwalt Fa. rgo. Dieser scharfsinnige Advocat mit der glänzenden Rednergabe hätte der erste Criminalist deS Landes sein können, wenn er nicht einer der faulsten Menschen Europas gewesen wäre. So mußte er den größten Theil seiner Be aabung dazu verwenden, seine proces suälen Versäumnisse gutzumachen und um 'seine Unwissenheit m bemänteln 61 kannte die modernen strafrechtlichen Principien und machte sich dieselben manchmal im Interesse seiner Clienten zu Nutze, von denen er sich in seiner AdvokaturSkanzlei auf runde Sum men lautende Honorarbriefe - unter schreiben ließ. - RechtLanwalt Farago erwartete seit einer. Stunde, seinen Kanzleileiter Dr. Stern, den er zu einem seiner Clunten, um alten Marton, um Geld geschickt hatte. Im Spielzimmer deö' Clubs saß die Gesellschaft schon beisammen. - Es kommt höchst selten vor, daß der Gerichtshof die UnzurechnungS fähkgkeit des Angeklagten - constatirt. So etwaö hängt -von so vielen eigenthümlichen Zufälligkeiten ab voll Wehm.utb gedenkt man der vielen, bün

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dert Äerürthe'llten. die ihr Leben tm Kerker verbrachten. Haben' wohl diese Alle in zurechnungZfähizem Zustande gesündigt?" Dies' sagte wieder Boitar, und nun wandte er sich direct zu Farago. Eigentlich solltest Du darüber sprechen. nicht ich. Ich las die Vertheidi. gungsrede, welche Du in der vorigen Woche bei. der Marton'schen Schluß Verhandlung gehalten hast, und diese geht mir auch jetzt im Kopfe herum. Die Frage über Krankheit und Schuld ist noch nie mit so diel Humanität und Sachverständniß erörtert worden, alö in dieser Rede!" Der Advokat lächelte, dann sagte er: Der Fall des alten Marton war in teressant genug. Der Arzt, der Jurist und der Psychologe können gleicherma ßen aus demselben lernen. Ein siebzigjähriger Greis, , der in Ehren ergraut ist, verliebt sich leidenschaftlich in ein zwanzigjähriges Mädqen. Er jagt seine Frau davon und will von seinen Kindern und seinen Enkeln nichts mehr wissen, er will daS Mädchen heirathen. Als daö Mädchen aber den Alten a.'s lacht und sich mit einem zu ihr passenden jungen Manne verlobt, da verblendet den Alten die Eifersucht so sehr, daß er seinen glücklichen Nebenbuhler meuchlerisch zu Boden schlägt. Die Verwundung war lebensgefährlich, jedoch nicht tödlich. 'Mich . interessirte der Fall, außerordentlich. Mit jener Leidenschaft, welche unS Eriminalisten zuweilen übermannt, begann ich meinen Clienten zu studiren. Er war ein sehr intelligenter , alter Mann von ordentlichem Betragen. Ich indessen wußte vom ersten Augenblicke an, vaß ich einem seltsamen Falle greisenhafter Idiotie ' gegenüberstand. Ein . eigen thümlicher-Fall moralisier Zurückmt Wickelung, welche die geistigen Fähig leiten deS Kranken unberührt ließ und nur seine Gefühlswelt in eine abnormale Richtung drängte.". Der Advokat sprach weiter und kam in'S Feuer. Allmälig gerieth er w'e der w den Fluß der vor dem Gerichts Hofe gehaltenen VertbeidigungSrede. Mit der Gefchicklichkeit deS auSgezeich. neten DebatteurS griff, er die Einwürfe dieses oder . jenes laienhafteu Zuhörers auf und widerlegte dieselben. Er bekehrte mit seiner Begründung Jedermann, ebenso wie er eine Woche zuvor die Gerichtsarzte und die Richter überzeugt hatte. Der alte Marton oz nicht schuldig, sondern nur krank.. Ein Opfer deS in feinem Gehirn vor sich gehenden ZerstorungLprocesseS, welches liebevoll gepflegt und nicht bestraft werden sollte. . Mit einer solchen VertheidiaungSrede verpflichtet der Anwalt nicht nur seinen Clienten, sondern die ganze Menschheit zum Dank,- sagte Bojtar halb im Scherze und halb tm Ernst. Farago zuckte die Achsel. . Man weiß, daß man seine Pflicht erfüllt hat, und das ist auch etwaö werth!" . Er hielt inne, denn in der Ähür des ConversationszimmerS erblickte er seinen Kanzleileiter Dr. Stern. Er eilte ihm entgegen und ging mit ihm auf den Corridor hinaus, wo sie allein waren, - Nun, fanden Sie Marton zu Haufe?". Er war nicht zu Hause, aber er ließ einen. Brief für den Herrn Recht'an walt zurück." Farago öffnete das Couvert. Der Brief enthielt Geld, - vierundachtzig Gulden. Was ist daö? Er hat sich doch ver pflichtet, viertaufend Gulden zu zah lenl" Er durchflog den Brief. Euer Hochwohlgeboren! Sehr at ehrter RechtLanwalt! Der Geriüztshof sprach mit rechtskräftigem Urtheil auS, daß ich ein Idiot sei, und daß ich in unzurechnungsfähigem Zustande ge handelt habe, als daö Unglück geschah. mmi ich ein Idiot bin, dann war ich auch nicht zurechnungsfähig, alS ich jßncn ten Honorarbrief auf viertau. renb Gulden unterschrieb. Nicht wahr? Der Honorarbrief ist also ungiltiq. Beiliegend sende ich Ihnen die gerickl Uch bemessenen kosten. Ihr utttcrth'äniger Diener Marton." Der Anwalt murmelte wüthend et was zwischen den Zähnen was. d?Z könnte sein Kanzleileiter sagen. UlUgs Bog,!. Es ist eine reine Verleumdung, wenn man die Schnepsen für dumm hält, denn sie bestken im Geaentbeil außerordentlichen Scharfsinn. Ein alter Jager, Victor Fatio, der zugleich ein Mann der Naturwissenschaft ist. oai in lynen ogar das Leua zu einem geschickten Wundarzt entdeckt. Er hat wiederholt an verwundeten Schnepfen . m . . - ' I vie neooacylung gemacht, sie sich auf 'höchst sinnreiche Weise mittelst ih res Schnabels und ihrer Federn ein' Pflaster auf die blutende Wunde od an das gebrochene Glied' einen Verband anlegen.- Eines Tages nämlich ent deckte er 'an einer Schnepfe, die er eben geschossen. hatte, ein alte Wunde,' dk.mit einem Pflaster aus verfilzten kleinen Federn bedeckt war; die Federn hatte sich daS Thierchen auSgerissen und daS geronmne Blut bildete den Kitt. ; Auch entdeckte er an Schnepfen mehr alö zehnmal äußerst geschickt an gelegte Verbände auö Flaumfedern, die um daö gebrochene Glied gewickelt waren.' ' Noch ftaunenerregrnder ist folgend vom Evönement- verbürgte Geschichte : Ein Jäger hatte einer Schnepfe beide Beine zerschossen, und eö gelang ihr, an die, gebrochenen Gliever einen tadellosen Verband anzule n; da sie aber -von ihren Krallen keinen Geb' ch mehr machen konnte, so war ti brauch nicht möglich, sich von den um ihren. Schnabel gewickelten Federn zu befreien, und so war sie zum Hunaertodt verdammt. Ein cmderer,

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