Indiana Tribüne, Volume 22, Number 123, Indianapolis, Marion County, 22 January 1899 — Page 2
Spät gefrett. von Annie Laat'ZelSberg. Am Stammtisch fühlte er da Präsidium. Von ihm. dem Doctö?, behauptete man, daß er ein engirtcr Junggeselle sei; viele meinten sogar, er Wäre ein Weiberfeind. Wer ihn jedoch von seiner Mutter erzählen hörte, der wußte, daß er letzteres nicht war. Sein Angesicht strahlte vonBehsglichkeit und Gutmüthigkeit. Am zärtlichsten leucht:ien seine Blicke, wenn er auf 2Botan" sah, seinen getreuen Begleiter, den derwohnten Lieblingsk'öter des Stammtisches, dessen Schönheit mehr ins .Interessante" hinübergiug. Eines Abends, sie waren ganz in: Zer sich" die Junggesellen und hatt: sich schon in eine etwas rührselige Stimmung hinemgetrunken, eine ganze Batterie geleerter Rothweinfla scheu waren vor ihnen aufgebaut, da tönte die tiefe Stimme des Dvctors mit eigenthümlich vibrirendem Klang: Minder, ich muß mich vnheiru-thcnl-Muß?" Doctor!" Was. Du?" Schwirrte es durcheinander. Sie hoben olle die schon etwas wein schweren Häupter, blickten ihren Präses an und schüttelten ungläubig sie Köpfe. Ja ich muß. Ich habe memei Mrä ier versprochen, ehe ich fünfzig Jahre alt werde, mich zu verheirathen, nach her. meint sie nämlich dann sei es zu spät. Im Mai werde ich BigZustimmend nickten sir Alle, es leuchtete ihnen ein, daß Fünfzig" die letzte Grenze sei, die letzte Klippe, cm der ein ehrlicher Junggeselle scheitern müßte. Jfli'., dann kann ja die Familunftpelei dald los gehen brummte einer der Zechkumpane unwillig. Was fehlt Euch denn hier? Kein Weib, das Euch ärgert keine Kinderplage Herr Gott wenn's dem Esel zu wohl ist, dann geht er auf's Eis". . Keine Anzüglichkeit!" Du bist zu alt, bleib ruhig beim Stammtisch. Eine Junge nimmt Dich Licht." Will ich auch gar nichi. So Mitte Dreißig " Brr eine angehende alte Jungfcr." Zahlen!" rief der Präses dem Kellner zu, und alle beglichen ihre Zeche und brachen zugleich auf. Aber ein Pilsener nrnen wir noch zum Abgewöhnen, was Doctor? Das hast Du o ja empfohlen als Abkühlung nach dem hitzigen Nöthen!" Heute nichts mehr, ich will solide werden. Adieu, Kinder! Wotan, her!" Mit aller Energie riß er sich los von den Freunden und ging mit eiligen, großen Schritten nach Hause, Wotan dicht hinter ihm. Trotzdem es zwei Uhr war, begegne ien ihm unzählige Menschen. Möcht' wissen, wie viele eigentlich schlafen zur Nachtzeit" meinte der Doctor, und als er vor seinem Haus stand, da sah er auch noch zwei Fenster hell erleuchtet. Die da ben hat auch immer noch Licht was treibt die dmn des Nachts paßt' mir nicht, muß da mal nachspüren; so eine einzelne Frauensperson, die braucht auch nicht auf zu sein, die sollt lieber schlafen gehen." Knurrend öffnete der Doctor und Hausbesitzer fein Haus. Als er eben die Eorridorthür im ersien Stock aufschloß, tönte eine zaghafte, weibliche Stimme von der zweiten Etage hinab. Herr Doctor, verzeihen Sie, ich bitte, mein Junge ist so krank, ich glaube es ist Diphtheritis." Bums, flog die Corridorthorthür wieder ins Schloß, und der Doctor schob seine mächtige, von behaglicher Fülle strotzende Gestalt noch eine Treppe höher. Ein blasse?, nicht mehr ganz junges Frauengesicht, große, helle blaue Augen, von dunklen Schatten umrandet, sah er im Schein der Lampe vor sich. Ich danke Ihnen sehr. Ich habe auf Sie gewartet, ich habe solch schreckliche Angst vor der Diphtheritis, er hats so im Halse, ganz plötzlich tjat ers bekommen." Sie führte den Doctor in ein kleines sauberes Schlafzimmer, in dem zwei Kinderbetten standen. Hier, bitte" Ein kleiner, blonder, sechsjährige? Krauskopf lag mit glühend rothem Kopf in den Kissen. Bald war der Hals unter angst vollem Schweigen der Frau untersucht. Aengstigen Sie sich nicht. Es ist nur eine Mandelentzündung. Machen Sie Umschläge, warme Breiumschläge, in ein paar Tagen springt er wieder lustig umher." Ich danke Ihnen, herzlich, und verzeihen Sie die Störung in der Nacht." Er senkte den Blick vor ihren leuchtenden, klaren Augen. Sagen Sie mal, was machen Sie denn des Nachts immer auf, jeden Abend sehe ich noch Ihr Licht." .Ich arbeite" lächelte sie. Was arbeiten Sie denn mitten in der acht?" Ich Zeichne jetzt Neujahrskarten mit Kinderkopfchen und Kinderscenen, dazu sitzen mir meine Kleinen bei Tage, und Abends bei Licht fähre ich die FederZeichnung aus. O, es macht mir viel Vergnügen!" Sie strahlte förmlich, so freudig sprach sie von ihrer Arbeit. Bekommen Sie denn daS ordentlich kezahlt?" Sie erröthete. Sie glaubte, er als Hauöwirth könnte si ängstigen um leine Mkthe. sie wohnte erst seit O!to-
fcr !n seinemHause und suhlte sich ganz behaglich darin.O ja, ich derdime genug für unZ drei und die Miethe." Na denn gute Nacht." Gut Nacht, Herr Doctor. nochmals vielen Dank." Nun endlich betrat er sein Jungge sellenheim. Das blasse Frauengesicht mit den sonderbar sprechenden Augen kam ihm nicht aus dem Sinn und hinderte ihn am Einschlafen, so daß er ganz zornig wurde. Schön war daS Gesicht gar nicht mal, aber es hatte etwas fesselndes, etwas, das'sich nicht vergessen ließ, dazu die Augen, die blauen, großen, ausdrucksvollen Augen. Als er beim Portier seines Hause
vorsberschritt, fragte er: Was ist dum das für eine Wittwe in der zweiten Etage?" Herr Doctor, im ganzen Hause wohnt keine Wittwe." Ra, die über mir mit den beiden Kindern." Ach das Fräulein" lächelte dec Portier freundlich. Was ein Fräulein?" Jawohl, Herr Doctor, aber sehr onständig sie ist man die Tante von die Kinder, nette Bälger, besonders das Mädel der reine Engel, Herr Doctor, haben Sie denn das blonde Lockenköpf chen noch nicht gesehen?" Nein" meinte der Doctor und schritt weiter, dieTreppe hinauf, machte Halt vor seiner Eorridorthür, steckte den Schlüssel hinein und öffnete. Bums, fiel sie wieder ins Schloß, ganz wie diese Nacht. Es war ihm, als höre er die zaghafte Frauenstimme rufen: Herr Doctor!" So stieg er denn hinauf und klingelte bei ihr. Na wie gehts dem Kleinen?" Danke, besser, die Schmerzen sind nicht mehr so groß, die Umschläge thun ihm sehr gut." . Sie hatte heute etwas Freudiges in ihrer Stimme, die diese Nacht so angstvoll geklungen. Sie sind nicht die Mutter von den Kindern." Eigentlich doch" meinte sie lächelnd und blickte ihn bei diesem Geständniß ganz unschuldsvoll an. .So?" Nun, ich sorge doch für sie wie eine Mutter, und sie lieben mich wie ihre Mutter. Meine Schwägerin, ihre wirkliche Mutter, kannten sie garnicht; die starb, als die Zwillinge geboren wurden. Mein Brüder grämte sich dann zu Tode, so blieben sie mir und sind mein ganzes Glück." Ein entzückendes, kleines Mädchen steckte jetzt das Köpfchen durch die Thür. Tantchen ist das der Onkel Doctor?" Sie erröthete und legte die Hand auf den Kindermund, der verrieth, daß sie von ihm gesprochen hatte. Dies Erröthen gab ihr einen Schein von Jugendlichkeit, der ihn überraschte. Die ist ja noch jung, ganz jung kaum Mitte Dreißig, dachte er, und mehr als je stand ihr Bild vor seinem Geistesauge. Dann kamen Abende, an denen sie ihn am Stammtisch vergebens erwarteten. Er saß zu Hause, er konnte sich plötzlich nicht trennen von seinem recht gemüthlichen Heim, dem weiter ga nichts fehlte als die Frau. Dann kam ein Tag, an dem es ihn gewaltsam packte, er mußte ein Ende machen mit diesem Zustande peinvoller Seligkeit. Leicht, mit beschwingtem Schritt, stieg er die Treppe hinauf zu ihr, welche die Ursache seines veränderten Wesens bildete. Jung und frisch, nicht wie ein Fünfzigjähriger, so stand er vor ihr, etwas zaghaft, aber doch fest und männlich bot er ihr seine Hand und erzählte, daß er keine Ruhe mehr finde feit jener Nacht, da sie ihn gerufen. Sie erglühte in freudigem Schreck, sie reichte ihm dankbar beide Hände. Aber sie schüttelte das Haupt. Meine Kinder! Ich kann nicht, ich muß ihnen die Mutter setn." Kann ich denn nicht ihr Batcr sein?" meinte er. Und er gab nicht nach, bis er sein Glück" heimführte. Der schlage Waldl. Waldl, der Dackel des Försters Gradaus, ist wegen seiner Schlauheit weit berühmt. Selbstverständlich wird er deßhalb auch heut' zur Waldriegeljagd mitgenommen zum Durchstöbern. Alles geht famos. Jeder ist aufgeräumt und vergnügt. Den Glanzpunkt aber bildet das Frühstück, das man nach drei oder vier Bögen auf einer Waldblöße einnimmt. Man holt aus den Rucksäcken, was man' mitgebracht hat. Am Feinsten versorgt erweist sich in junger, neugebackener Nimrod, der ein köstliches Brathuhn vor sich ausbreitet manch' neidischer Blick fällt darauf. Das edle Waidwerk hat den Appetit gestärkt. Den Jägern schmeckt's prächtig. Man lacht, man trinkt, man erzählt Da plötzlich ertönt aus einem nahen Dickicht. Waldls lebhafter Standlaut. DerHund ist absolut verlässig. Darum springt Alles sofort auf, greift zum Gewehr und eilt schußbereit und neugierig in's Holz... Aber merkwllrdig! Man sucht vergeblich kein Wild, kein Dackel! . . . Kopfschüttelnd kehrt man zum Frühstücksplatz zurück. Aber welch' ein Halloh bei der Jagd, gesellschast, welche Verblüfftheit bei dem jungen Nimrod, als man noch eben sieht, wie der Pfiffige Waldl mit .dem Brathuhn des neuen JagdgigerlS im Holz verschwindet!
Der Aritte. Von Karl Keiner. Ein Wohnzimmer, vornehm eilige richtet in altdeutschem Geschmack. Dunkle Möbel, schwere Draperien In dem Kamine links glimmt noch die Gluth. nicht weit davon steht der Tisch, auf dem Bücher und Zeichnungen liegen. Hinter dem Tische ein Sopha, , zu beiden Seitcn Fauteuils, rechts ein Klavier. Im Hintergrunde die beiden Fenster, deren Scheiben mit dunkler Glasmalerei bedeckt sind. Zwischen den Fenstern ein Blumentisch. Rechts der allgemeine Eingang, links die Thüre zum Schlafzimmer; letztere steht halb offen. Auf dem Tische eine Ständerlampe mit mattgrünen Atlasjour. Es ist Nacht. DaS Zimmer ist leer. Man hört den Schall einer Klingel, entferntes Sprechen, Tritte, und bald darauf treten Hermann und seine Frau ein. Sie kommen von der Straße; sie in Mantille und Spitzentuch, er den Rockkragen aufgestellt, daS Opernglas in der Hand. Das Dienstmädchen folgt ihnen und nimmt die Ueberkleider in Empfang. Er: Ist das eine Kälte da draußen, na, sie haben wenigstens gut eingeheizt bierin. (Er zieht den Rock auö und reicht ihn mit dem Hute dem Mädchen). So. da ist Rock und Hut. War Jemand da?
Das Mädchen: Der Diener auö der ; Weinhandlung hat die 25 Flaschen : Wein gebracht, und für die gnädige : Frau ist daL Fräulein dagewesen mit dem Hute, der zu ändern war. Sie (sie hat ihre Mantille abgelegt und ordnet sich ihre Frisur vor einem Spiegel): Geben Sie dann auch die Mantille gleich wieder in die Garderobe, aber sehen Sie zu, daß sie nicht verdrückt wird. Den Hut tragen Sie einstweilen in das Schlafzimmer. DaS Mädchen: Sehr wohl; haben die gnädige Frau schon soupirt, oder soll ich decken? Sie: Nein, wir haben schon gegessen. Wir brauchen Sie heute überHaupt nicht mehr. Sie können schlafen gehen. Aber vorher legen Sie noch ein wenig nach im Kamin. (Das Mädchen geht zum Kamin und schürt das Feuer an.) Er (sieht auf die Uhr): Zwöl Uhr vorbei, es war eigentlich ein Unsinn, nach dem Theater noch in dasOrpheum zu gehen aber ich hatte so das Bedürfniß nach Zerstreuung. (Zu dem Mädchen.) Sie' können mir übrigens dann noch eine Flasche von dem neuen Weine bringen, und zwei Gläser, wir wollen ihn doch veesuchen, Hanni. (Das Mädchen geht; er läßt sich in einen Fauteuil fallen und streckt sich. Nach einer Pause:) Weißt Du. diese französischen Sitten und EhebruchsDramen taugen doch eigentlich alle nichts. , Das war ja heute wieder e'inmal die höhere Zimmergymnastik. Diese fortwährenden Posen und lebenden Bilder, und dann, das ist alles so offen, so für alle, in der ganzen Komödie liegen die Linien so klar, man merkt sie bei allem, woran es liegt, ich selbst kann den Eindruck nicht los werden, daß es die Leute in dem Stücke selber merken mußten, und das macht mir das Ganze unnatürlich. Sie: Ja, es ist verlogen, unwahr, sensationell. Und das ganze Sujet, . Er: Nicht wahr, ja. Du hattest den Eindruck auch, das ganze Sujet ist so zusammengetragen, daß man sieht, wie sich ein Balken seines Aufbaues stets auf den andern stützt, und daß man gleich im Anfang weiß, daß alleS fallen muß, wenn dieser eine kleine Pfeiler da unten weicht. Sie (sie hat sich zum Kamin gesetzt und stemmt ihre.FUße gegen das Gitin; sie sitzt mit dem Rücken gegen ihn): Ja, aber es ist doch merkwürdig, wie.ich die Sachen seiner Zeit in Paris gesehen habe, auf der Hochzeitsreise mit ! . . m r. v f 3 ' nari, Die neianne ipieiie oamai die Partien und die Bernhard. da ; hat mir das alles viel natürlicher geschienen, weißt Du, ich glaube, unser Klima ist daran schuld, uns fehlt der leichte Sinn, und dann damals, ich war ja noch jünger, und die Phantasie, es wirkt ja da so vieles mit, man stellt sich das so schön vor. ich erinnere mich, ich wollte damals selbst immer so einen Roman erleben (Pause, das Mädchen bringt auf einer Platte eine Flasche Wein und zwei Gläser; sie stellt diese auf den Tisch und geht dann ab.) Er (gezwungen lustig): Na. wir wollen doch nie mehr, wie höchstens drei zu gleicher Zeit sprechen, übrigens kann mir diese ganze Komödie gestohlen werden. Darf ich Dir einschenken? Ein alter Jahrgang, ein wenig herb (Er füllt die Gläser und kostet.) Ja, unsere alte Sorte. So, und jetzt noch eine Cigarre. Hanni, warum bist Du so weit weg von mir. willst Du nicht zu mir'kommen?! Hier in die Sophaecke, komm! (Sie steht müde auf. setzt sich zu ihm und lehnt den Kopf an seine Schulter. Er hält sie mit dem einen Arm umschlungen.) Er: Siehst Du, das sind mir so die liebsten Stunden, zuHause, ganz allein mit Dir. Du neben mir, daß ich Dein weiches Haar küssen kann, so, (er küßt sie) und im Kamin eine mild glimmende Gluth, da fühle ich mich j dann so wohl, so zufrieden und glucklich. Du. ich könnte die ganze Nacht so sitzen. Sag, hast Du mich denn auch lieb? (Sie lächelt' und küßt ihn. Das Mädchen tritt mit einer Hutschachte! rechts ein und geht durch nach, dem Schlafzimmer. Die Beiden schrecken auf. Sie rückt ein wenig von ihm, er trommelt mit den Finaern nervoS auf der Lehne des SophaS. Pause.) I Sie: Weißt Du, es sind hexte ge-
rade zwei' Jahre, daß er uns gefunden h?t, und da kann ich ihn nickjt auS dem Kopfe dringen. Wie vorhm die Marie so leise und plötzlich durchkam, ich weiß . nicht, ich glaubte Und Karl kam ja auch immer so schnell und leise. Du erinnerst Mch, wie er damals zuletzt so unverhofft plötzlich vor uns stand, und wie wir sagten, daß Du nur auf ihn gewartet hättest wegen der Bücher. DaS war an einein Mittwoch Abend, ja. Mittwoch. und am Samstag hat er sich dann . Er (hastig): Ja, wegen der unheilbaren Krankheit, er hat ja selbst geschrieben, wegen der Krankheit, und überhaupt daS kann er ja damals gar nicht bemerkt haben, und in dem Briefe stand ja auch nichts davon . (Das Mädchen kommt aus dem Schlafzimmer und geht rechts ab. Er fährt sich über die Stirne, trinkt seinen Wein aus, und gießt sich ein neues Glas voll. Pause.) Er (gezwungen lebhaft): Du, die Clowns in dem Orpheum waren doch prachtvoll; wie der eine dem' andern die Klingel am Rücken anbindet, und wie der jetzt so herumläuft und daS immer läuten hört, und die Klingel überall eher sucht alS an sich selbst, ich finde das wunderbar. Ich habe selten so gelacht. (Er trinkt.) Aber Du trinkst gar nicht; schmeckt Dir der Wein nicht? Sie: Ja, ich trinke schon. Willst Du die Zeitung? (Sfc summt eine Melodie vor sich hin.) Weißt Du, ich will doch den Hut jetzt Probiren. (Sie geht in daö Schlafzimmer, wo man sie im Finstern herumtappen hört; nach einer Weile erscheint sie wieder in der Thüre): Hast Du mich gerufen, Hermann? Er: Nein. Sie: Aber eö hat mich doch Jemand gerufen, ich habe es ganz deutlich gehört, und ich kann den Hut auch nicht finden, eö ist so finster hierin, hast Du Streichhölzer bei Dir, oder komm doch lieber selbst und hilf mir suchen. (Er steht auf, streicht ein Streichholz an und geht in das Schlafzimmer. Man hört sie leise sprechen, bald darauf komme? sie wieder heraus' sie trägt die Hutschachtel, macht sie auf und probirt den Hut vor dem Spiegel. Er sitzt wieder auf demSopha und sieht ihr zu.) Sie: Die muß eigentlich gar nichts an dem Hut geändert haben; beinahe ebenso wie ich ihn ihr gegeben habe, bringt sie ihn wieder. Er: Ja, hast Du ihr denn nicht gesagt, was sie ändern soll! Ich kenne den Hut überhaupt gar nicht, ist der neu? Sie: Nein, den habe ich schon bald drei Jahre. Der ist noch von früher; aber dann habe ich ihn nie getragen. Ich wollte ihn mir jetzt ändern lassen, daß er wieder wie neu würde. Aber es scheint, daß das nicht geht, er ist wohl auch von Anfang an verdorben. Er: Nun gut, dann gieb ihn weg und auch die anderen alten Sie: Ich kann nicht. Ich hänge daran, ich glaube auch, daß das doch noch besser werden kann. (Pause. Aus dem Schlafzimmer hört man die Uhr halb Eins schlagen. Er pfeift leise vor sich hin.) Sie: Willst Du schlafen gehen? Er: Ja, dann. Du könntest eigentlich eine Kleinigkeit spielen, etwas Lustiges, einen Walzer oder so etwas. Sie (geht zum Klavier und öffnet dasselbe; dann besinnt sie sich): Jetzt, nach halb ein Uhr Nachts? Uebrigens könnte ich Dir gar nichts Lustiges spielen, zwei Saiten sind gesprungen, und der Stimmer ist noch nicht gekommen. (Sie schließt das Klavier.) Er: Hm. Sie: Sagtest Du etwaS. Er: Nein Sie (erschrocken): Schau, was da für ein Nebel ist Er (erregt): Na. Du siehst doch, daß
ich rauche! Sonderbar, ich bin so , gar nicht müde heute. ich werde auf- j bleiben, ich muß lesen, Du kannst ja gehen, wenn Du willst, ich. könnte noch mcht schlafen, ich glaube, der alte Wein hat mich so erregt Sie: Hermann, warum sprichst Du denn so laut!! Er (nervös, laut): Ich laut? Ich glaube, Du hörst schlecht, ich spreche doch ganz gewöhnlich. (Pause. Er geht mit starken Schritten auf und ab: sie macht sich an dem Blumentische zu schaffen.) Sie: Ich glaube die Blumen gehen hier ganz zu Grunde im Zimmer, ich will sie umsetzen lassen in frische, neue Erde, vielleicht . daß sie sich dann erhalten. Er (hat sich niedergesetzt): Komm, setze Dich einmal daher in die Ecke, und jetzt laß uns ruhig darüber reden, denn das muß klar werden zwischen uns. (Sie setzt sich zu ihm.) Wir müssen wissen, wie wir zu einander stehen, und wir müssen unö näher kommen. Laß uns das ganz ruhig auseinandeisetzen. Es liegt etwas zwischen uns, das wir nicht übersteigen können, eine Kluft, und wir müssen uns darüber aussprechen, es ist ja vielleicht nur ein Gedanke, ein Schatten, nichts. Und von dem müssen wir frei sein, wenn wir glücklich werden wollen. Er ist ja todt, was sollte er noch von unS wollen. Warum sollte er uns unser Glück nicht gönnen, er hat uns ja beide geliebt. Dich als Weib und mich als Freund. Aber er drängt sich zwischen uns und läßt uns nicht zu Athem kommen, der Gedanke an ihn, und seine That, die ja vielleicht gar nicht in Beziehung steht mit unS, denn er schien a damals wirklich zu glauben, daß ich bloS auf ihn gewartet habe, und daS verscheucht uns das Glück und den Frieden. (Er steht plötzlich auf, geht zur Thüre rechts und öffnet die-
selbe. Draußen ist eS dunkel.) Ist hier Jemand? Ich habe eS aber doch ganz deutlich gehört, hast Du nichts bemerkt? Sie (unsicher): Ich weiß nicht Er: Hm, das ist aber doch fonderbar. (Er zündet eine Kerze an und leuchtet hinaus; in der Thüre verlischt das Licht.) Ah. da zieht es ncüürlich wieder! (Er stellt den Leuchter weg und setzt sich wieder zu ihr. Pause. Nach einer Weile rückt er näher zu ihr und faßt ihre Hand.) Schau, ich hab' Dich ja so lieb, und wie wir dann heiratheten, da glaubte ich der glücklichste Mensch der Erde zu werden; und wir können ja glücklich sein, ganz glücklich, wir müssen uns nur vertrauen, wir, wir müssen nur diese alte Geschichte vergessen und ein anderes Leben beginnen. Du weißt ja gar nicht, wie lieb ich Dich habe, und wie ich nur unser Glück will, von dem ich immer geträumt habe, und das wir ja ' genießen könne, wenn wir nur das alte hinter uns lassen und neu beginnen. Willst Du, Hanni, meine liebe, liebe Hanni! (Er umfängt sie.) Sie: Ja, Karl! Er: Ah! (Er läßt sie los; sie sieht ihn erst erstaunt an, dann erst bemerkt sie. und senkt den Kopf und weint. Aus dem, Schlafzimmer hört man, wie der Wind ein aufgegangenes Fenster schüttelt. Große Pause.) Er: Wie kalt es hierin geworden ist, dort auS dem Schlsfzimmer kommt.es, ah. das Fenster ist aufgegangen und es zieht herein. Ist denn wenigstens noch Feuer im Kamin? Es ist kalt. Wmn krmlk ist. von Ottokar TaN'Bergler. Es war nämlich schon ein wenig übertrieben, was man von der Rosel, der drolligen Kleinsten", im Familienkreise forderte. Nach der Meinung ihrer geschätzten Eltern kam sie aus der Pathologie überhaupt nicht heraus. Ihr Zustand war fortwährend, wenn schon nicht gefährlich, so doch besorgnißerregend. Sah sie blaß aus, so war sie blutleer, und sah sie, nachdem sie mit der Köchin Marianka Wettrennen" gespielt, roth aus, so wurde das als ein beängstigendes Symptom von Vollblütigkeit betrachtet. Natürlicherweise als ein beängstigendes. Ich bitte Sie, wenn sich schon in so zartem Alter die Entartungserscheinungen melden, die man nur bei eisgrauen Alkohol!kern als etwas Selbstverständliches resignirt hinnimmt! Und eine Gewöhnheitstrinkerin war die Rosel entschieden nicht; ein einziges Mal in ihrem Leben hatte sie einen ausgesprochenen Schwips mit leisem Delirium tremens acquirirt, als ihr Papa es für unerläßlich hielt, ihr einen Viertelliter Ofncr zu verordnen und einzuflößen. Der unselige Mann hatte nämlich Cholera asiatica constatirt. Es wurde allerdings durch die Ereignisse dementirt, aber schließlich darf man einen derartigen Irrthum einem Engrossisten für Schneiderzubehör nicht allzu heftig zum Vorwurf machen. Er that, was in seinen Kräften stand, um feinen Vaterpflichten ihrem vollen Umfange nach gerecht zu werden und schaffte sich der Kleinsten" wegen eine förmliche medicinische Bibliothek' an, um sich von den Aerzten', die aus schlecht angebrachter Schonung stets Nothlügen zur Hand haben, möglichst unabhängig zu machen. Es gab kein Leiden, über das er sich aus seiner Bibliothek nicht sofort hätte informiren können. Sein Buchhalter hatte Auftrag, sobald ein Medicinmann eine neue Krankheit erfand, ihn stets auf dem Laufenden zu erhalten. Ein mangelhafter Logiker wird nun meinen, daß die Rosel bei so unablässiger Beobachtung ihres körperlichen Befindens zu den gesündesten Kindern zählen müsse. Das ist natürlich nur ein bedauerlicher Trugschluß, der außerdem regen Mangel an Erfahrung beweist. Je gewissenhafter und sorglicher die ärztliche Beaufsichtigung, desto häufiger Erkrankungen. Aber es steht außer Zweifel, daß eine Unzahl von Menschen, welche sich grundsätzlich weigern, für Recepte Geld auszugeben, im Laufe des Daseins eine unübersehbare Reihe leichter, schwerer, und absolut tödtlicher Krankheiten überstehen, ohne die geringste Ahnung davon zu besitzen. Das ist ein Verhalten, eines denkenden Menschen gewiß nicht wllrdig. Und sind die Kinder noch nicht zum vollen Gebrauche ihrer Vernunft gelangt, so erscheinen eben die Eltern als deren natürliche Prokuristen. Derartige Mustereltern besaß eben, wie schon erwähnt, die beneidenswerthe Rosel. Sobald sie dreimal hmtereinander nieste, verging ihnen der Appetit für drei Mahlzeiten. Es war zwar noch immer gut ausgegangen.aber man kann nicht wissen. Auf blinde Zufälligkeiten darf man nicht bauen, wenn man auch ein wahres Phänomen an Widerstands- und Regen?rationslraft, wie die Rosel, zum Kinde hat. Eines Tages klagte die Rosel über
Kopfschmerzen. Ihr rundes Vollmond aesichtchen war geröthet. Die Augen er t glänzten in dem unheimlichen Feuer des Fiebers. Und was am d:primirendsten wirkte: sie strampelte und j schrie Nicht, alS man ihr die neue Hangelampe nicht gab, die sie zum Spielen verlangt hatte. Unter normalen Gesundheits'oerhältnissen hätte sich kein Mensch einer solchen Unbotmäßigkeit erdreistet. Der Fall stand demnach schlimm, sehr schlimm. Der herbeigeholte Arzt bewahrte am Krankenbettchen der Rosel seine Gelassenheit, die für die Eltern schon so oft den Gegenstand tiefwühlender Empo rung gebildet hatte. Natürlich, eS war ja nicht fein Kind. In banger Erwartung verharrten der Papa, die Mama und auch dic Ma rianla,
.Zeige mir einmal die Zunge, Rosei sagte der Arzt. .Der Engel ist zu wohlerzogen," er klärte die Mama, indem sie sich mit dem Taschentuche über die feuchten Au gen wischte, .dazu wird sie nie und nimmer zu bewegen sein. Bevor sie Gewalt anwenden, Herr Doctor, will ich mich aber entfernen, ich kann dieS nicht mitansehen.Sie sehen, Ihre Besorgniß ist unbegründet, gnädige Frau." Das Rosel streckte nämlich schon das Zünglein aus dem Munde, und zwar bedeutend weiter, als man es von einem ungeübten, zarten Kinde billiger, weise zu erwarten berechtigt ist. Sie that sogar noch ein Uebriges, sie drehte dem Doctor eine lange Nase. .So klug ist sie bemerkte dieMama ergriffen lächelnd, .weit über ihr Alter hinaus." .Wann zeigte sich daS Unwohlsein?" erkundigte sich der Arzt. .Vor kaum einer halben Stunde," ergriff der Papa das Wort, .und ganz plötzlich; das macht uns eben so außerordentlich besorgt. Ich will natürlich nicht Ihrer Diagnose vorgreifen, Herr Doctor. aber ich befürchte, es sind die echten Blattern und Typhus zu erwarten. Was denken Sie?" .Man muß nicht sofort das Aergste annehmen. Besteht der Widerwillen gegen Speisen schon längere Zeit?" .Nicht, daß ich wüßte." .Hatte der Madel noch nach Mittagmahl Speckschwarte!, Stickel von wachsener Christkind! aus Vurjahr und Häfel voll warmen Gansschmalz mit Gusto gessen," lautete die Auskunft der Marianka. .Hm!" Dieser ärztliche Naturlaut hat immer etwas Beklemmendes. Meisiens bedeutet er) daß die Sachlage noch der völligen Klarheit entbehrt. Der Doctor traf einige diätetische Anordnungen und wollte sich würdevoll entfernen, wie er gekommen. .Das Recept, Herr Doctor!" rief die Mama. .Mindestens zwei Recepte!" rief der Papa. So verschrieb er denn zwei Heilmittel; eines zum Trinken, das zweite zum Schmieren der Fußsohlen. .Für die Fußsohlen!" riefen die Eltern wie aus einem Munde. Das muß etwas Ungeheuerliches sein." .Ich werde sofort nachschlagen." Und der Papa schlug sofort nach. Das war keine so einfache Sache mit diesem vertrackten .Symptomen-Com-plex". Schließlich constatirte er, iuß die Rosel nahezu gewiß" von einem Leiden befallen, das bisher nur bei den Ureinwohnern Sumatras zur Beobachtung gelangte. Die Schmiere war der kleinen Patientin egal, aber die innerliche Kur betrieb sie mit einer gewissenLeidenschaft. Es schmeckte wie Himbeerwasser und da der Doctor gegen reichlichen Gebrauch nichts einzuwenden hatte, kneipte sie gleich direkt aus dem Fläschchen. Auch den Hansel, den älteren Bruder, ließ sie kosten. Es schmeckte ihm nicht minder und er beschloß, daraus seine Consequenzen zu ziehen. An nächsten Tage meinte der Doctor, die Rosel könnte eigentlich schon wieder das Bett verlassen. .Aber sie hat sich so seltsam benommen," bemerkte der Papa bedenklich. Das Kind war doch krank, nicht wahr, sonst hätten Sie doch nichts verschrieben?" .Natürlich . Nun. und sie hat gegessen wie zwc! Jagdhunde." Aber. Mann. ..." . .Es ist doch so. Das scheint mir doch nicht richtig zu sein. Vielleicht lauert da doch irgend eine Krankheit heimtückisch im Hintergrunde." Der Arzt meinte nun doch, statt der sanguinischen Miene eine gewissermaßen melancholisch nachdenkliche aufsetzen zu sollen. .War sie unruhig, hat sie geklagt?" Geklagt, daS ist viel zu wenig ge sagt. Geschrien r)oi sie zum Steinerweichen." .Weshalb ließen Sie mich nicht sofort holen?" Es gab sich momentan, als wir ihr ein Tintenzeug, das sie haben wollte, zum' Spielen überließen." Der Doctor, dessen Herz- und Fühllosigkeit schon genügend stigmatisirt wurde, beharrte nichtsdestoweniger auf seiner ursprünglichenAnordnung: Du wirst aufstehen, Rosel. aber brav sein und wenigstens drei Tage lang keine Speckschwarte! essen oder vom wächsernen Christkindl abbeißen, versiehst Du?" Ich mag nicht aufstehen," entschied sie kurzweg. Es gewinnt den Anschein, als wäre das subjective Wohlbefinden. . . ." Ich denke," unterbrach der Doctor den Papa verbindlich und wendete sich wieder zu der kleinen Oppositionellen: Du bit ja gesund, Rosel." .Ich mag nicht gesund sein. Ich brauch' noch viel von der rothen Medizin da und ein Hutschenpferd muß ich auch kriegen, sonst schrei ich so lange bis ich sterbe." Wenn ich mir eine Bemerkung erlauben darf, so möchte ich die Frage aufwerfen, ob die eigenartige Natur dieser Krankheit eS nicht erfordert, daß. . . ." - Daß ein Hutschenpferd gekauft wird?" meinte der Arzt sehr ernst. Ganz entschieden." Er hätte auch ein billigeres und mindestens ebenso sicher wirkendes Hausmittel vorschlagen können. Aber daS ist nur für unbemittelte Familien. In besseren Hausern" und bei so vielfach complkirtenErziehungSMethoden kennt man den Heilwerth der Qirkenreifer nicht genügend. Der Hansel, der eine Weile sinnend im Winkel gestanden, mengte sich euZ in die Conversation. Ich bin auch krank. Mir föU dselbe. wie der Ncsel.-
.Eine häusliche Epidemie!" -.Na, na, nur nicht übertreiben. Also der Hansel wird ebenfalls zu Bette gebracht und die Beiden bekommen eine andere Medinn." Er tätschelte dem Hansel, der einwendete, daß er schon auf die rothe gesunö werden würve. freundlich die Wangen. Er setzte sich an den Tisch und schrieb. .So. Ich mache darauf aufmerksam, daß die Kinder davon nehmen dürfen, so viel, sie wollen." Die Rosel. und der Hansel warfen sich einen fidelen Blick des Einverständnisses zu und der plötzlich so schwer er krankteHansel rieb sich hinter'm Rücken der Eltern vergnügt die Hände. Am nächsten Morgen wurde derArzt von der ganzen Familie frostig empfangen. Die Kinder waren schon außer Bett und balgten sich wegen deS neuen Hutschenpferdes. .Geholfen hat's," sagte der Papa, aber wenn ich mir eine persönliche Meinung gestatten darf, so muß ich sagen, daß es doch eine etwas heroische und und gewissermaßen nicht ganz standesgemäße Kur war." Wieso, wieso?" In der Apotheke erklärte man mir," sagte die gnädige Frau stockend unV leicht erröthend, .Asa soetida, das heißt so viel wie . . Sie wendete sich ab und der Herr deL Hauses ergänzte: . Wie Teufelsdreck, mit Respekt zu melden. Die Kinder haben sich, ohne eine Ahnung hiervon zu besitzen, blos infolge ihres natürlichen Taktgefühls, geweigert, einen zweiten Löffel davon zu nehmen." Sie sehen, daß der erste geholfen hat. Asa soetida ist die neueste Kinderarznei und wirkt Wunder in allen besseren Häusern." Er hatte Recht. Als der Geburtstag der Rosel naher kam und die Mama sich um ihre geheimen Wünsche erkundigte, da lispelte sie ihr in's Ohr: Ich möcht' gern wieder krank werden. Aber der Papa muß einen andern Doctor holen, sonst freut's mich nicht! Und der Hansel will auch einen andern haben." Humor in der Schule. Ein Entschuldigungszettel lautete: Entschuldigen Sie, daß Lieschen gestern die Schule versäumte; ihre Schwester feierte das Fest der Berlobung, und da wurde ihr schlimm dabei." Bei der Behandlung des Gleichnisses vom barmherzigen Sama--riter, in dem es heißt: Sie zogen ihn aus. schlugen ihn u. s. w." erhielt der Lehrer auf die Frage: Warum wohl mögen die Räuber den armen Wänderer ausgezogen haben?" Die Antwort: Damit sie ihn besser verhauen konnten." Was versteht man unter Trugschluß?" Wenn mein Vater Sonntags das Geschäft vorn zu hat und hinten die Kunden doch hereinläßt." Ein Aufsatz sagt: Karl der Große war ein sehr guter Kaiser, und er hatte auch viele . Eier, die er zählte. Zwei gab er dem Schweppermann, der brav war. Er zog viel in den Krieg, und dort eroberte er. den König von Sachsen, weil er nicht in die Kirche gehen wollte. Dann ging er wieder in die Kirche. Er hieß Wittekind und wurde im Dom zu Aachen mit seinem Gewehr aufbewahrt." Ueber den Frosch schreibt ein Knabe: Der Frosch ist nicht gleich fertig. Es werden nochVerwandlungen mit ihm vorgenommen Zuerst legt das Weibchen Eier. Diese heißen Leichen. Der Frosch kann sie nicht ausbrüten, denn sie haben kaltes Blut." Wenn eine senkrechte unk eine wagrechte Linie in einem Punkt zusammentreffen, was bilden sie dann?" .Einen Klecks!" Ein Schüler sagt den Spruch auf Ebr. 13. 17: Gehorchet Euern Lehrern und folget ihnen, denn sie wissen nicht, was siethun." .Das Pferd zieht. Daraussollst Du einen Fragesatz bilden." Zieht das Pferd?" Recht so! Gieöacht! Jetzt sollst Du einen Befehlsa machen. Du sollst dem Pserde befehlen, daß es zieht, wie sagt man da?" .Hotte hüh!" .Warum versteckte sich Saul. als er König werden sollte?" Gastwirthssohn: .Er hatte Angst, er sollte was zum besten geben." E i n s i ch t s v o l l. Der Kreuzbauernmichl bekommt vom Wirthsfranzl ein Paar tüchtige Ohrfeigen. Ohne den geringsten Versuch zu machen, sich zur Wehr zu setzen, trollt er ganz zufrieden von donnen. Die Bcmernburschen, welche den Vorgxina, beobachtet, sind ganz verwundert, daß der Michl, der doch dem Franzl an Stärke überlegen, sich dies gefallen läßt. .Sag' amal, Michl," fragt ihn einer, .warum schlägst D' denn neb zua?" .Ja mei" meint der Michl, i' hab' ma denkt: weil unser doch nur Zwei san, kommet die G'schicht' z' oft ' 'turn!" Zeitbild. Putzmacher-Ma-ric: So, Anzerbäucrin! Da bring' i' d' Hüt' von dö Fräula Töchter!" Bäurin: G'rad' heut', wo ma's so nothwendi' hab'n mit 'n Dungaussahr'nÜ Leg'n S' d' Hüt' halt 'nein in d" Stub'n!" Putzmacher - Marie: O dös geht net Fräula Vroni undFräula Stasi, kommen S' 'rein zum. Prcbiren von Jhnere Winterhüt'!Gemüthlich. Kommen S" nur schnell, Herr Gemeindedienr. in unser'm Haus' sind Dieb'!" Nur
langsam, langsam, Ihr Leutln! Wa-
rum denn so pressir'n? Erstens hab" ich schon öfter stehl'n fth'n und zweitens wird schon g'stohl'n fast so lang' die Welt sieht!" ZeitgemäßeAnzeig e. Junger Mann, der ohne Rechenmascin: TzCj-zn und ohne Schreibmas!7.: treiben kann, wirb für daS r:tzt einer ersten Firma gesucht. Letr:rl:r. die das C:n ncch nit t:r l:rnt -. :r, t:r n t:i2-- vl a' ' w .
