Indiana Tribüne, Volume 22, Number 116, Indianapolis, Marion County, 15 January 1899 — Page 9

I)

f'fctS'

ZNdZSAÜ IrMns. Ellaas. Die Scheidung. Von Josef Klotz. .Guten Morgen, lieber Arlt. waS führt Sie denn schon so flüh hierher? Habe ich vielleicht das Vergnügen, in Ihnen einen Reisegefährten nach A. zu begrüßen? Das wäre einmal nett, und es fehlte nur noch der dritte Mann zum Skat." Mit diesen Worten wandte sich der Rechtsanwalt Bischoff, der soeben mit allen Merkmalen eines Reisenden den Wartesalon 1. Klasse betrat, an den Rentier Arlt. der gemüthlich in einer Nische seine Tasse Mocca schlürfte und im Begriff war, sich die erste Havana der altgewohnten Tageskette anzuzünden. .Rein, nein, Verehrtester, ich habe nur meinen Morgenspaziergang beendet und, da mir keine fürsorgende Gattin das Frühstück bereitet, so verbinde ich das Angenehme mit dem Nützlichen und belohne meine Wanderung mit einem Schälchen Kaffee in irgend welchem Lokal." Bei dieser Erklärung zog der Rentier seine Uhr und fuhr dann fort: Su haben bis zum Abgang des Zuges noch eine halbe Stunde Zeit, setzen Sie sich zu mir und lassen Sie uns ein Weilchen plaudern." .Kellner, bringen Sie mir einen Cognac und eine Ansichtskarte P rief Rechtsanwalt Bischoff gebietend dem Piccolo zu, legte sein Händgepäck bei Seite und nahm Arlt gegenüber Platz. man sprach über das Wetter, den Werth oder Unwerth der Ansichtskarten für Sammlungen und hatte auch schon das reite Gebiete der Chronik skandalös berührt, als Bischoff plötzlich fragte: .Mein lieber Arlt. Sie wissen ja Alles und werden mir 'sicher verrathen können, vb Major Brand sich, wie ich gestern hörte, wirklich von feiler jungen Frau scheiden lassen roil?" 5i der Tausend, welch' eine Neuikeit! Davon weih ich ja noch nicht ein Sterbenswörtchen, aber wundern sollte es mich nicht, die kleine Frau lieg sich ja immer gern den Hof machen, hm, hm! wer weiß, wer weib'.?" Dabei wiegte die alte Plaudertasche, wie Arlt im ganzen Städtchen genannt wurde, bedächtig den grauen opf, und der Ausdruck des Gesichts verrieth deutlich, was in ihm vorging. Mir will eö unglaublick erscheinen," versetzte der Rechtsanwalt, .wenn ich auch nicht leugnen kann, daß Frau Brandt den gehässigen Zungen hier schon oft genug zu allerlei boshaften Bemerkungen Veranlassung gab. Nein, nein, es ist unmöglich, überdies ist der Major ja erst vor sechs Wochen versetzt worden." .Sechs Wochen fiel der Rentier ein. .ist eine lange Zeit, mein lieber Bischofs, was kann sich da nicht Alleö ereignen. ES war dock wabrlick nickt mehr schön, wie sich die Frau von den jungen Officieren den Hos machen ließ, wie sie heute mit diesem, morgen mit jenem Lieutenant auöfuhr, auch war sie, wie ja allgemein bekannt ist, ohne ihren Mann auf dem Junggesel lenfest deS Lieutenants Hummel. Haben Sie denn das vergessen?" .So sagte man freilich, aber lieber Arlt, eS ist sehr gewagt, daraus beson dere Schlüsse ziehen zu wollen. Sie hat unüberlegt gehandelt, weiter nichts. Wer die gnädige Frau kennt, weiß genau, daß sie sich nie vergessen wird. wenn sie auch einmal die eng gezogenen Grenzen der gewohnten Etiquette überschreitet." ßi, ei, Herr Rechtsanwalt, ziehen Sie auch an dem Triumphwagen der Frau Majorin? Nun. mir kann es recht sein, wirrden ja sehen, wir werden ja sehen. Die scharfe Entgegnunq. die der Rechtsanwalt auf der Zunge hatte, wurde lym abgeschnitten durch den lauten Ruf des Portiers .Einsteigen in Richtung A, Abfahrt in fünf Minuten!" Er nahm sein Handgepäck auf, bezahlte und empfahl sich kurz. Auch den Rentier duldete es nicht länger auf seinem Platz, er hatte ja et- ' was Neues und daö Feuer brannte ihm unter den Sohlen. Der Zufall begünstigte ihn ungemein, denn kaum hatte er das Stationsgebäude verlassen, als er dem schon etwas angejahrten Fräulein Au rora Klapperdürr oder, wie sie in der Gesellschaft hieß, demOrgan für schwebende Gerüchte, begegnete. ' .Ei, guten Morgen, liebes Fräulein Aurora, hat Sie b:i3 schöne Wetter auch aus Ihrem Bau gelockt? Wenn Sie erlauben, begleite ich Sie noch ein .Stückchen, ich komme leioer immer noch kl t r. . r gciiig genug naco auc. .Wird mir eine Ehre sein. Herr Arlt. Aber wie sehen Sie denn auö?

5)aben Sie das große Loos gewonnen? So heiter blickten Sie seit langem nicht in die Welt." - .Ach was heiter! nein im Gegentheil, jich bin ganz entzwei, denken Sie nur. seben erzählt mir der Rechtsanwalt Bischoff, daß Major Brand gegen seine Frau die Scheidungsklage eingereicht hat. Madame ist schon zu ihren El tern abgereist. .Ei, ei, davon weiß ich ja noch gar nichts. -Aber freilich, ich habe es kommen sehen, ich habe es immer gesagt, das nimmt kein guteS Ende. Der so diel ältere ernste Mann und diese junae. lebenslustige Frau. Aber was hat sie denn in ihrer neuen Garnison angegeben?" . ,7to, daZ sich: d-ch ein lind.

.

Btte" Zweifel iai sie mit irgend tnUffl Lieutenant n" Ja., ja. da haben Sie vollkommen Recht, aber diesmal war es kein Lieu tenant, sondern der Hauptmann Gras Schönheitsegg. wenigstens nehme ich das mit Sicherheit an. Der Graf, der in demselben Regiment steht,, verkehrte sehr viel bei Brands und ist, wie ich gestern in der Zeitung las, in ein anderes Regiment versetzt. Giebt das nicht zu denken? Der Graf soll übngenö sehr reich sein, Equipagen halten t .5 . . !! . !i f uno oocn icn will Nillzis lveiirr ugen." , .Mir thut nur der Major leid, dem doch nichts anderes übrig bleibt, als sich mit dem Räuber seiner Ehre und seines ehelichen Glückes zu schließen." .Um GotteSwillen, seien Sie still. meine Nerven, meine Nerven! Doch ich bin am Ziel, ich will nur schnell emmal nach meiner Schwester, der Wittwe Aungenschlag. sehen. Haben Sie vielen Dank für Ihre Begleitung." Arlt zog den Hut, drückte Fräulein Aurora das Siegel der Verschwiegenbeit auf den Mund und eilte erleichtert seiner Wohnung zu, der Druck des Neuen war von ihm genommen. Fräulein Klapperdürr war die Treppe emporgestürmt, hatte athemlos die Klingel gezogen, das öffnende Mädchen beinahe über den Haufen gerannt und sich dann ungeachtet der Geaenwart deS Dr. Schwatzmatzki. der seinen Krankenbesuch machte, nach kurzem Gruß auf daS Sopha niedergelassen. Ehe aber ihre Schwester und der Arzt sich von ihrem Erstaunen erholt hatten, löste Aurora schon alle Register und begann: .Sie können doch schweigen. Herr Doktor, nicht wahr?" .Gewiß, mein gnädiges Fräulein, ein Grab ist ein Damkaffee im Ver gleich zu meiner Verschwiegenheit." .Na, und der Anna kann ich auch vertrauen. Ach, ich weiß noch gar nicht, wie ich beginnen soll, Major Brand läßt sich von seiner Frau scheiden, in diesen Tagen ist schon Termin auf dem Gericht, die Frau ist schon bei ihren Eltern, und er hat sich mit einem Hauptmann Graf SchonheitZegg geschössen." .Mein Gott wie entsetzlich!" seufzte Frau Zungenschlag. .Und wie verlief das Duell?" fragte der Doktor. .Darüber weiß ich nichts, aber das kann man sich ja denken. Ja, ja." fiel Anna ein. .man hat Beispiele genug. Ohne Frage ist der arme Major gefallen oder doch lebensgefährlich verwundet, das Laster triumphirte und über der Leiche ihres Mannes reicht die entarteteFrau ihrem Br'len die anv. Wie schlecht, o wie schleckt ist die Welt! Aber woher weißt Du denn das. Aurora?" .Mir 'erzählte es Arlt. die alte Plaudertasche, und der hat eS vom Rechtsanwalt Bischofs, der heute Morgen. ich weiß nicht wohin verreiste." Dr. Schwatzniatzki hatte es plötzlich sehr eilia. er hatte noch verschiedene Patienten zu besuchen und empfahl sich, die beiden Damen ihren Betrachtungen überlassend. Nachdem er dann bei Frau Geheimrath Ehrlich eingetreten und gegen seine Gewohnheit schnell den Puls gefühlt, auch die unumgänglichen Fraaen nach ihrem Befinden erledigt hatte, fragte er so nebenbei, ob sie neue Nachrichten, von Brands habe, mit denen sie doch befreundet sei. .Danke, mein lieber Doktor. Brands geht es recht gut, er ist zum Jnformationskursuö auf Schießsckule commandirt und seine Frau ist bei ihren Eltern in Glllckstadt. mein Mann war gestern dort, aber er hat leider Frau Brand nicht gesprochen, sie fühlte sich nicht wobl." .So, so " sagte der Doktor gedehnt und mit eigenartiger Betonung, .er auf Schießschule, hm, die Bezeichnung gefällt mir gut. und sie zu Hause krank, hm. hm, hm! Erklärlich, sebr erklärlich und die Diagnose nicht schwer." .Aber. Her? Doktor, wie kommen Sie mir vor, ich weiß nicht, Sie sind so räthselhaft, waö soll ich davon denken?" .Ja, anädige Frau, ich darf eigentlich nicht darüber sprechen, aber Sie sind zu verschwiegen, und da kann ich schon eine Ausnahme machen. Mssen Sie, die Schießschule hat ihren Haken und die Krankheit auch. Denken Sie nur, die kleine Frau Brand hat mit dem Hauptmann Graf SchönhettSegg ein Verhältniß gehabt und ist mit ihm denken Sie nur in seiner Equipage spazieren gefahren, ganz ungenirt und öffentlich. Natürlich bat der arme Brand sio mit ihm geschössen, daher, die Schießschule, und die Frau ist nun bei ihren Eltern, wo sie die Todesnachricht ihres lebenSefährlich verwundeten ManneS erwartet, um dann den Grafen zu heirathen. Sehen Sie, gnädige Frcm, das geht auf die Nerven, daher die Krankheit .Aber, liebster Doktor, das ist ja Wahnsinn. daS ist eine Infamie, ich kenne meine ffreundin zu genau, und weiß, daß solche Dinge unmöglich sind, sie liebt ja ihren Gatten über AlleS, ja sie ginge lieber selbst in den Tod, als daß sie ihm auch nur ein Härchen krUmmte." .Und dennoch, gnädige Frau, ist eS so, ich habe eS auS zuverlässigster Quelle. Der RechtSanwalt Bischoff bat eS beute Morgen selbst erzählt. Er kennt die Geschichte in allen Einzelzelheiten, denn er führt für den todtkranken Brand den Prozeß und ist deßhalb heute früh auch nach Glückstadt gefahren, um mit Brand zu verhandeln." - 1tr 1 rt r & i tieoer Horror, unöfaijblich. Aber Keilich. wenn die

, .

Sache sö lieg!, bat's man ja kaüni jidch zweifeln und doch und doch nein unmöglich! Der Rentier Arlt begegnete im Laufe des Tages noch manchem Freunde, Frau Zungenschlag war nicht unthatig, Aurora Klapperdürr hatte das große Glück, sich alC Organ für schwebende Gerüchte neue Lorbeeren zu erwerben. Doktor Schwatzmatzki war beute seinen Patienten besonders interessant und besuchte ausnahmsweise auck dieieniaen. die Äwischentaa hatten was Wund:r. daß im ganzen Städtchen nur ein einziges Thema verhandelt wurde. Als der Rechtsanwalt Bischoff. von seiner kurzen Reise zurückgekehrt, Abends seinen Club besuchte, wurde er mit Fragen über den Brandschen Fall bestürmt. Jeder wollte von ihm Näheres hören und Niemand glaubte seiner Versicherung, daß ihm das Alles ganz neu sei; er kam sich vor wie in einem Tollhause. Erst als einer seiner Freun de sagte: .Aber lieber Bischoff. thue doch nicht so. Du hast doch heute morgen auf dem Bahnhof "dem Rentier Arlt gegenüber kein Geheimniß auS der Sache gemacht, ja Du hast doch selbst gesaat. daß Du für Brand den Prozeß führst und im Begriff stehst, nach Glückstadt zu fahren." da wurde ihm die Sache klar. .Ich? i ch?- Langgedehnt kam es aus Bischoffs Munde. .Ich? Unmöglich, ich war ja garnicht in Glückstadt. Ich habe überhaupt nichts erzählt, sondern Arlt nur gesragt. ob es war sei, daß Brand sich von seiner jungen Frau scheiden lassen wolle. Im Uebrigen kann ich die Herren aber beruhigen, denn ich traf in A. den Major in bestem Wohlsein, er ist dort wirklich auf Schießschrle und seine Frau ist während dieser kurzen Zeit bei ihren Eltern: sie hat sich auf der Reise erkältet und fühlte sich in der That nicht wohl. Sie wird aber in kürzester Zeit hier erscheinen, um den Kasinoball mitzumachen und" dies sagte Bischoff mit einer nicht mißverstehenden Betonung .sie freut sich auf das Wiedersehen mit ihren ausgezeichneten Freunden." Zleber das Zliesen. Es ist eine uralte Sitte, dem Niesen als etwas Besonderem, Eigenartigem, auch besondere Beachtung zu schenken, ihm gewisse Vorbedeutungen, glückverheißende sowohl wie unheilverkündende, beizulegen. Bereits die Alten übten sie und schon zu Alexanders des Großen Zeiten zerbrach sich Aristoteles den Kops, den Grund dieser Gewöhnheit und des Niesens überhaupt zu erforschen. Die Mythe erzählt. Prometheuö habe, nachdem er das Feuer vom Himmel geholt, um vermittelst desselben dem Menschen Leben einzuflößen, ihm daS Feuer vor die Nase gehalten, so daß er gewaltig habe niesen und die ihm erwachte Lebenskraft bekunden müssen. In Folge dessen war der große Weltweise der Ansicht, die ehrfurchtsoolle Erinnerung an diesen friihesten Akt menschlicher Lebeklsäußerung sei Veranlassung zum Beglückwünschen beim Niesen geworden. Das selbe wurde, eben unter Anknüpfung an jene Sage vom Prometheus, bei den Griechen und Römern als ein Zeichen von Kraft und Lebensfrische angesehen und von Jedermann mit dem Glückwünsch .Jupiter erfreue Dich!" be grüßt. Ja. sich selbst riefen die Römer ein .salve!" zu, wenn kein Anderer es that. Ein altes Epigramm berichtet von einem gewissen Proklus. er habe eine so lange Nase gehabt, daß er es nicht hörte, wenn sie nieste und daher ohne sein salvcp weiterging, und wollten die Griechen und Römer ihren Damen ein recht schönes Compliment machen, so sagten sie: .Die Liebesgötter selbst hätten bei deren Geburt geniest." ' Noch weit höfliche? sind die Polen. Bei ihnen ist es oder war es wenigstens bis in die jüngste Zeit üblich, das Niesen eines Anderen mit den Worten zu bemerken: .Ich wünsche Ihnen hundert Jahre Gesundheit," worauf der also Beglückwünschte schleunigst: .Ich lade Sie zu meinem Begräbniß" zu erwidern pflegt. Aber außer dem GlückWunsch haben alle Völker dem Niesen noch die verschiedensten abergläubischen Bedeutungen beigelegt. .Du. beniesest es," sagt man bei uns, wenn Jemand niest, während er etwa erzählt, was Anderen zweifelhaft erscheint und man legte ehemals einen besonderen Werth auf solch ein .Beniesen", das als Voraussetzung der Erfüllung galt. So hielt Xenophon beim Rückzug der Zehntausend aus Persien eine Rede an sein Heer, worin er den Kriegern daS Gefährliche ihres Unternehmens darstellte, ihnen aber auch nur darin allein Rettung alS möglich schilderte und sie zu einem raschen Entschlüsse ausforderte. In diesem Augenblicke nieste einer der Krieger, und AlleS war sich über die einzuschlagende Wahl sicher,hatten sich doch die Götter selbst in dem Niesen des Soldaten mit des Führers Vorschlag einverstanden erklärt. Allein dieser an sich harmlose Aberglaube hatte zuweilen auch Schrecklhes im Gefolge. So ließ Themistokles, als er nach einem eben beendeten Tressen m. Göttern opferte, eine Anzahl ihm alt Gefangene zugefllhrte Jünglinge tödten, weil gerade zu seiner Rechten I? mand geniest hatte und die Priester dies dahin deuteten, daß die Jünglinge den Göttern ein angenehmes Opfer seien, welches den Griechen Ehre uno. Sieg bringen würde. Von SokrateS. dem aufgeklärtesten der griechischen Philosophen, erzählt man gleichfalls, daß er unter dem Einfluß jenes Aberglaubens gestanden und sowohl sein eigenes, wie das Niesen Anderer als deutungsreiches Omen angesehen habe. Einer .seiner Schüler berichtet, daß

,-, -' V. Y x

ttm, wetM'.tt bös Ht micsühi'ütis eines gefaßten Vorsatzes nieste, dies als eine Aufmunterung galt, während derselben jedoch eine Warnung bedeutete und er deshalb nicht selten das Unternehmen ganz aufgab. Als sich Penelope lvegen ihrer vielen Freier in besonders großer Noth befand, bat sie dringender als je die Götter, ihren Odysseus bald nach Haus zurückkehren zu lassen. Da .niesete Telemach. daß das ganze Gemach erbebte . Nun war Penelope nicht mehr im Zweifel, daß ihre Bitte erhört worden sei. Sowohl Zeit und Ort, wie auch die Zahl der Wiederholung deS NiesenS entschied bei den Alten darüber, ob ti Glück oder Unglück bedeutete. Wenn Jemand am Morgen nieste, noch ehe er sich vom Lager erhoben und die Schuhe angelegt hatte, so war ihm der ganze Tag verdorben, und wenn irgend thun lich. legte er sich sofort wieder in's Bett, um zu einer glücklicheren Stunde aufzustehen. Nieste man dann Mittags oder später, so überließ man sich bei allem Thun der frohen Hoffnung deö glücklichen Erfolges. Und wenn bei Aufhebung der Mittagstafel einer der Gäste sich vom Niesen angewandelt sah, nahm die ganze Gesellschaft abermals auf ihren, die Tafel umgebenden Polstern Platz. Zum zweiten Male wurden hierauf Speisen und Getränke aufgetragen und zum zweiten Male ging eö an daö Essen und Trinken, bis man damit den üblen Einfluß jenes unfeligen . Niesens beschworen zu haben glaubte. Lag ein Römer krank, und nieste er einmal, so stand ihm ein baldiger Tod bevor, zweimaliges Niesen deutete dagegen auf Genesung. Hatte Jemand bei Schließung eines Bertrages. z. B. der Ehe, einmal geniest, so mußte der Vertrag ungestörte Dauer haben, denn die Götter billigten ihn; dreimaliges Niesen jedoch verkündete einen widerrechtlichen Bruch. In einem afrikanischen Staate wird, sobald der König niest, dieses durch gewisse Zeichen und durch Gebete, die man auf den Straßen abhält, im gänzen Lande bekannt gemacht, und überall erschallen sodann die Glückwünsche und Jubelrufe der Einwohner. In ähnlicher Weise erließ der Kaiser Nero Befehl, daß, wenn er niese. Jedermann sogar aus offener Straße ihm ein lau tes .Glück und Heil" zurufen solle, da mit kraft dieses Aurufes die glücklihe Vorbedeutung bald in Erfüllung gehe. Auch der berühmte Lehrer des Kaisers Hadrian, der weise Plutarch, war ein großer Verehrer deS NiesenS. In einer seiner Schriften sagt er: .Was für die ärztliche Wissenschaft der Puls im menschlichen Körper ist. das ist für, die Seele das Niesen. Als die Spanier Florida eroberten, fanden sie, daß. wenn der Kaiser nieste. alle Indianer du -Hände erhoben und die Sonne anriefen, ihren Fürsten zu schirmen, ihm hold zu sein und ihn zu erleuchten' - - - In Deutschland gilt es als ganz be sonders heilbringend, wenn Jemand am frühen Morgen niest, während er noch nüchtern ist. das heißt nichts ge gessen oder getrunken hat. Auch sagt man dann wohl: .Heute werde ich et was Neues erfahren." Im Allgemeinen gilt das Niesen von jeher als em gutes Vorzeichen, wenn es auch je nach den Tagen, an welchen es erfolgt, wohl eine verschiedene Be deutung hat. So heißt es in Sachsen: .Sonntag niesen: Eingeschränkt! Montag heißt es: Was geschenkt! Dienstag aber: Viel gekrankt! Don nerstag: Was Liebes seh'n! Freitag dann: Recht viel gelacht! Sonnabends endlich: Ausgemacht (Ausgeschalten)! Nicht minder bekannt ist der Vers: .Morgens beschenkt. Mittags gekrankt. Abends zu Gaste geladen Oder auch zum Schaden. Auch in Verbindung mit dem neuen Jahre findet sich daS Wort .Prosit und in Deutschland erschallt bekannt lich am Neujahrstage überall .Prosit Neuiayr!" EinRichterspruch. der mit der antisemitischen Bewegung in Algerien zusammenhängt, wurde in Montdeliard gesaut. Das große Ab sinthgeschäft Pernot hatte seinem biS herigen Vertreter Leon Tabet. einem Jsraeliten. den Vertrag gekündigt, weil es seine Interessen sur Algerien nicht langer in jüdischen Handen lassen kon ne. Tabet klagte auf einen Schadener sah von 50.000 Francs, allein das Handelsgericht von J)!ontbeliard wies ihn ab. weil das Haus Pernot sich in einem Nothsalle befunden hatte. alS es mit ihm brach. Eine Million Christvaume wandern jährlich aus den oberfränkischen Wäldern nach Norddeutschland. Von der Station Kronach allein r .i. --.-v - .-. gegen jayriicy eiwa 00.000 junge Tannen und ffichten ab. Man furch tet bereits für dieErhaltunz des Wald bestände. -- Bescheiden. Herr (zu einer Dame, einer. Wittwe): . Nun. gnädige Frau, werden Sie sich noch einmal verheirathen?" Junge Wittwe: Ich glaube. daß dies keine Frage ist für eine hübsche, junge, reiche Wittwe!" GefährlicheTräumerei. Moritz .Tateleben, denk' Der. ich hab' geträumt, mer hätten verloren tausend Mark dorch 'ne Spekulation!" Tateleben: Moritz. Moritz. De' werft Dich noch vleite träumen!" (ZSöubeit fltzt im Olnt. Neines Olut bedeutet reine Oaut. Ohne diese keine OchönZeit. Cakcaretö, Candy Cathartie reinigen das Olut, kräftigen die Lebe, und eutseren auek unreine aus dem örver. iangm Oie heute an,, yufteln, 0c chdüre, Mitesser und.so veitn zu vertreiben. Schönheit für 10e. 3n allen Nvotheken. Lfrltdenstell

czxzs IQu ttu

..... , - -

Nicht glüMch!

Ocr kann t sein mit .......

?y5pkpslk und schlkchkn Magen Z tr find Viel ,u nachläsflg tn Behandlung tiefet selten und enn wir dagegen etwas thun ist eö gewöhnlieh , spät. Weßhall, gebraucht man nicht ein einfaches und sicheres Heilmittel '

Dr. August Soenig's Hamburger Tropfen, welche das gan,e Lvstem ändern und hl thuend aus den Dtftjtn einwirken. . . . .

syllll- " Ißjy iHM. Nu-.T

hmml No. 1

tiercnantsNartonftl Bank.)

Sin europäisches Departement. Wechsel, Creditbriese und Poftanwei snngen aus alle Städte SuropaS. Schiffsscheine nach und von Suropa. An und Verkauf ausländischen SeldeS.

Saloon u. Billiard-HaU No. 92 Oft Washington Ctr. AoKn eilacher, Maenttümel' ss pomss, 401 und 403 Virginia Qve. j. P. SCHILT&ES. Aergert Dich Dein Ange s, reize e nicht rnl, und erse ,1 nicht von Dir sonder wende Dich an w man x fftr Dein g bal nSt&tgc Olai anfertigt, ftunftltcljc Hugcn werden schmerzlos eingcuu. 3 t i l l S tt werden ach den besten Vieth,de der gen an BPW. Msovov Mein, Absteiclop of Tillen Ode Market nnd Pennsylvania 6tt Thk Lxmckx, 0uitL2S,ei.-.e Treppe yvq. ekxZn NV. 3adiaavoli. OtPflc Preisermäßigung. 10,000 SoldfisSe. E 5c aufwärii. 800 Harzer anarien'Bögel, gute Sänger $1.60, rrtra gute $1.75; bester BogelSaamen 7c per Vaatt oder 8 sur zöc. Papageien, vpottvögel, Roth.Vögel und alle Vortm Sing und Ziervögel. üfige, Squaria, Slobe, Spotwoaelfuttn ,e. $1.25 sxe,fing!äna für vc. ue ande re Artikel billig und gut. C. F. Klepper, 438 CUffachnfettt xmu, pvtsch, Bmumt afc Ntchtg fetMft. Theo. F. Smither, geschUtt und zuverlässiger DachdeSerM ?ech- und lkiesdächer. Dächtt von QspHalt und Stlsonit. fiisdl l 5 rU w D 4 m l Un. Selepb SSI. 301 7ett Mnryland St. ettwltUlchl , ion Ctifftffefl b .CtorU&k N UnmfWt die HCj-Hffl ' Vatriei S Nto OsSLd o. 1, Itt und 1 rkgrnta t&sz C C DotacrotCfc CJarsifr. FRED LAGLER, nachfolgn m Cnwaxt tinh, Rt. IS Cö Ulra CtrrS. anpfGöIeifiGtstDIigen: liaimnessn Kx öetttere, OceernL CIbw l erl und ciüruritfit SnftrssKnii tertea Äncll und cut seltnen. ZZt ZzlJ

gM?z MuZZx -r MTTEP frEKRiPTrpV rovc-Wo i VTfo opticiaiW3S4 I V OtLPDiSLSX ccvisesi (Cd. J INDiAMAMLlS-IND

L?rrtirt, '

iifeejjv.

. taher.!

eft Washington Straße,

Fünfzig Jahre unermüdlichen deutschen Strebens in Indianapolis von THEODOR STEMPFEL. Sest-Schrift zur Feier der Vollendung deß ?X LC S XX C XCUt iCDCn IJCIU ICS 1 C 1 Brochirt 50c ; gebunden $1.00. Postporto beträgt 15c. i,tVriliiV(r..D KÄfÄ"itÄ. i DnMch, Hj ikauft An 5JatUrgaÖ'(iOnfUmCnten. Die Indianapolis Gas Company versichert ihren Kunden, daß sie alleö in ihrer Macht thut, um den Bedarf von Eai in genügender Weise zu besriedi gen, bringt jedoch zur Anzeige, daß tMik 2.. rc f.. . i.f x i4 & . gelieferten Quantum nicht zufrieden 'ft, das von ihm im Voraus bezahlte üu HUlir WCimCT KlU OCKII Gelb gegen vlucktteserung der Mixer" in unserer Office zurückerhalten kann. The Indianapolis Gas Co. SSSZSZSZSSJSSSBSSSZSZSSSk 3 o::ce TRiEO, '. r ' 'V " Crtr, CvtAMiv mm vesMUsaio r? wvm BMI FIXTURES. ; " .? orAfPi nrsnzsiset i ifcAivi uvnuvg ANO kW. Titu Droos, &oppvr. rilokci end ail Kitchen ftnd Plated Utonatlftc QlQss. Wood, Marb! Fot oetaln, Etc. wtfc nrn. nwrrRiAtv, U Kuiteetu uJL ttopiUiau g 205 Cat WMiitaTc S, Ihoumui. st 5 THE BAfi-KEEPERS' FBIES3. Jf 525 3HS25TS3S2S'5Z325ir.VT?.?i OMO 4AT!V r r -tor- . Zum Verkauf in Apotheken 25 tents ver Vfund. .1 Hl Da 2eutschJikansek lZoolikburoäu 1 Hoioriat on H, IIAKCKWOBTH, 632 Vine St., Cincinnati, 0., tft anerkannt das teste, weitverbrei teste und iuverlässtsftt in Orserik und Deutschland, und alle nsprüche auf Erbschaften und Rechte, i kan an Vertrauen:! in seine Hklde lesen, und verwert sein, daZ die Betels,, tslt lit grFJt vollmacht5Auftrage alt elein Cif und ctt Vil Seni) pre-:xt ur.d n Ul$ kerdm. Cl vfUül CtU - verzückter Erfcca - - mm. A.0t m. . .- m-..9 i-.i isz3 rrrrzm.

j rrizrzH' i? j iij, ' jf " ' tfvthnno

J

. .- jn' . , WM von IndtanapoUs. Pianos und ZNusikalien. Carlin & Lennoi, 6-9 Ost Market St. kandwirthschaftt.Geräthe u.VOa$tn Holten W. B. Mfg. Co., 339 Ost Wash. II. T. Conde IrnplernentCa, 27. uapitoi ATC. Bau und Leih'Vereine. Gennan-Amerfran Bldg. Ass'n, 154 N. Delaware St International Bldg & Loan Ass'n, 143 ust Märtet st. Zuckerwaaren (Wholesale.) Daggett & Ca, 18 West Georgia St. Riemen und Leder. Taylor & Smith, 243 S. Meridian St Schnittwaaren. Murphy, Hlbben & Ca, 135 S. Meridian 3ce Cream. Furnas B. W., 212 N. Pennsylvania St Bauholz. Coburn Henry, Georgia St Weißblech. . I Tanner Sc Sulllvan, 216 S. Meridian St putzwaaren. Fahnley & McCrea, 240 S. Meridian St Bäckereien. - . The Parrott & Taggart Bakery, TeL 600 Bryoe's Bakery, 14 Ost South St Schuhe und Stiefel, (Wholesale.) Heudrloks & Cooper, 127 8. Meridian Hüte, Handschuhe etc. Ilendrlekson, Lesler & Ca, 131 S.Merld (Eisen- und Schmiedewaaren. : Layrnan So Cary Ca, 111 S. Meridian St Clemens Vonnegut, 184 & 186 R Watn. Eisen und Stahl. Holllday W. J. & Ca, 107 & Meridian Farben, (Del und Glas. Burdsal & Ca, 34 S. Meridian St Indianapolis Palnt & Color Ca. 240243 MassacnuMtu AT Kutschen und Reparaturen. Bobblns, Irvln So Ca, 32 O. Georgia St. Spiel und Spielwaaren. Mayer Charles Sa Ca, 29 W. W&sh'gt. Banken. Capital National, 23 3. Meridian St uroguiuen vvrouiu.j , Indianapolis Drug Ca,21 0. MarylanU IWard Bros. DmcrOo.. ' -, Droguisten (Wholesale.) i Ward Bros. Drag Ca. 120 S. Meridian St Groceries (Wholesale.) , Well, So Bauer. 223 & Mer Kothe, Wells So Bauer, 223 S. Meridian lO'Coni Connor M. So Ca, 47 S. Meridian St rfxs4;.. its cr Indianapolis Harnes Ca. 10 McCrt efen und Heerde. Home Stove Ca, 125 S. Meridian St Sägen und Werkzeuge. E. a Atkins & Co 402-410 3. Illwol. St Ul Inül Irusi (Za. ä Slttet V.ult - 2 - Die - Das reicht zu:g ' Sonntags - Vlait bietet eine güll ntnaltenben QtU !&jfa Wsr MoNttemeNtö tyttiö be? ttaRSt XxiUut iß 12ci . des 0onnts55Slstts üt, j beider zufannea 10 d t$., Per Qoch litt 05 GtO Per Vtonzt. Vurch tte yost Versandt, kosiet das Zcztllzit CO, daL OonntaetUatt C3 P ltt iuseeu 00 in CjmN j $3 IlEl.EZ5ü?, . " r--K j

A:xc2S - js95f -W:

: &Z3

4ttcpel!ßi

m W 11 fllll II V-

v- vv u V

(ll