Indiana Tribüne, Volume 22, Number 116, Indianapolis, Marion County, 15 January 1899 — Page 6
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Wrßc pem, der lügt. Von A Hatses.
Schluchzend und jammernd warf sich die junge Frau in die Arme ihrer Mutter. Karl hat unser Vermögen auf der Börse verloren, wir sind zu Grunde gerichtet." sagte sie, jetzt will er so gar mein Clavier verkaufen, weil das Nöthigste im Haushalt fehlt!" Das sind ja entsetzliche Geschichten!" rief die Mutter aus. Mein arrnes, armes Kind, was wirst Du nun anfangen?" Ich werde bei Dir bleiben, theure Mama und nicht mehr zu meinem Manne zurückkehren!" Das ist ja selbstverständlich, aber aber Du mußt Dich von Deinein Manne scheiden lassen " Scheiden? Ach nein, das thue ich nicht, sonst heirathet er die blonde Elsa, die er ohnehin gerne sieht." So? Auch das noch? Also ein Don ,Juan ist der saubere Herr Gemahl auch noch? Natürlich, ein Laster allein thut's nicht, es müssen deren mehrer sein. Wahrscheinlich spielt er auch Karten und trinkt Bier " Ja, liebste Mama, das thut er. aber nur mäßig!" Was Du mäßig nennst! Was versieht ein solches Gänschen wie Tu von Mäßigkeit! Du mußt die Scheidungklage einreichen, Mathilde, je eher, desto besser. Noch heute werde ich mit dem Doctor Laubfrosch hierüber sprechen." Thue das nicht, liebste Mama, vielleicht ist Karl doch nicht ganz so schuldig, wie Du ihn hälst. Am Ende liebe ich meinen Mann doch noch immer !" Da hat man es! Wahrlich, die Dummen werden niemals alle. Du hast einen Mann, welcher Dein Vermögen auf der Börse verspielt, Bier trinkt, den Mädchen nachläuft und ein leichtsinniges Subject ist, nun, und einen .solchen Mann liebst Du?" Jawohl, liebste Mama, er ist doch :so gut und tfeb zu mir!" Na meinetwegen, thue was Du willst, ich kann gegen eine Dummheit nicht anlämpfen, aber das Eine sage ich Dir, mein Haus darf Karl nicht mehr ! betreten." Warum nicht?" rief jetzt eine laute Baßstimme in höchster Ekstase .aus. Und das fragen Sie noch?" tönte 'es in merklicher Entrüstung zurück. Als ob ihn ein kalter Wasserstrahl jählings überrasch: hätte, so fühlte er sich jetzt bei dem Anblick des vom Zorne tiefgerötheten Gesichtes seiner Schwiegermutter. Eine Weile blickte er auf diese, dann auf seine in einer ZimTnerecke still vor sich hinschluchzenden jungen Gattin und vermeinte, des Räthsels Lösung werde sich im nachsten Augenblicke ergeben; allein, man ließ ihn stillschweigend stehen und schien zu erwarten, daß er sein Sündenregister beichtend, sich in Entschuldigungen ergehen werde. Leider war Karl zu stolz, um die ihm zu Theil gewordene Behandlung mit Gleichmuth zu ertragen; denn als das Schweigen noch eine Zeitlang .anhielt, seiner Gattin Schluchzen kein Ende nehmen wollte, und die Mienen 'seiner Schwiegermutter sich immer mehr verziehend, in's Xantippenhafte übergingen, da nahm er Hut undStock, '.brummte einige unverständige Worte :und entfernte sich. Zu Hause angelangt fand er auch schon eine Karte seiner Frau, welche ihm zur Kenntniß brachte, daß sie bis .auf Weiteres bei ihrer Mama Aufent?halt nehme und nicht gesonnen sei. in 'der nächsten Zeit zu ihm zurückzukeh n. Er beantwortete in der ersten "Aufwallung seines Zornes, die ihm gewordene Mittheilung damit, daß er einige Zeilen zu Papier warf, wzrauf er seine feuerfeste Easse öffnete und derselben ein Päckchen Banknoten tnt nahm. Das alles that er in ein Eouvert, addressirte dasselbe und übergab "die Sendung seinem Diener, ihn beauftragend, dieselbe seiner Frau zu überbringen. Dann erst seufzte er er.leichtert auf. Erleichtert? Ach nein! Schwer, sehr schwer war's ihm um's Herz geworden ! Himmel, jetzt ftel es Um wie eine Binde vor den Augen. .Hei, was hatte er angerichtet! Ja. ja, das war die Ursache, es konnte keine andere geben. Mathilde, im Wohlstände, erzogen, gewohnt auf noblem Fuße zu leben, sah sich plötzlich in den elendesten Verhältnissen. Und er selbst war es, der ihr dies heute Morgen ivorgelogen hatte. Um von ihrem Geklimper auf dem Elavier befreit zu werden, gebrauchte er die Lüge, er hätte sein ganzes Vermögen verloren -und müsse nun das Elavier verkaufen aus Noth aus ganz gemeiner .Noth! Das konnte das junge Frauchen -nicht ertragen, das bedrückte sie. und deshalb die Thränen, deshalb die eisige Kälte und der Zorn ihrer Mama. In düsteres Hinbrüten versunken ffühlte er sich von zwei Armen um schlungen. Mathilde stand vor ihm und sprach kein Wort. Auch er schwieg. 'In der heiligen Stille, die im Zimmer herrschte, saßen sie lange, lange, Kopf m Kopf gelehnt neben einander und wagten auch nicht ein Wörtchen, denn beide schämten sich, das Capitel Moderne Ehen" durch ihre HandlungsVeise bereichert zu haben. B e i rn D i n e r. Junger Protz (als der Diene? beim Servicen das Unglück hat. an ?b?. zu stoßen. er.trüstet): Ochf.'!"' Alter Bedienter (gelassen): Entschulden Sie. daß eirier den andern stößt, das kann ja wohl einmal passiren." Unsere Erfahrungen brauchen wir gewöhnlich für andere.
Sic0ctt0ürgischcVirdcr. Dort unten an der Grenze Rum'äniens. wo der Orient beginnt", liegt Siebenbürgen. Deutsche Ansiedler, Familien aus den Gegenden am Niederrhein, haben sich vor nunmehr fast achthundert Jahren im Hochlande der Karpathen niedergelassen. König Gheisa hatte die Sachsen in die ilescita" gerufen, Leben und Cultur hineinzutragen. Nach dem Wortlaute des Königsbriefes galt es nicht allein, dem Urwald nutzbare Strecken und dem Sumpf fruchtbringende Ebenen abzuringen, sondern auch diese gegen Mensch und Natur zu behaupten. Die Sattelthäler und Gebirgspässe der Karpathen dienten anstürmenden Räuberhorden asiatischer Völkerschaften . und fanatischer Türkenschaaren als bestgelegene Wege für ihre Züge nach Mitteleuropa. Die zunehmende Wohlhabenheit der fleißigen Ansiedler versprach den plündernden Eindringlingen willkommene Beute. Die gesährlichen Gastgeschenke, welche die unsauberen orientalischen Besucher überall hintrugen, Pest und Cholera, heischten gleichfalls ungezählte Opfer. Furchtbar räumten die Epidemien zu Zeiten unter den Lebenden auf, und dennoch haben die Sachsen sich zu erhalten gewußt.
Sächsische Bauernstube. Zu nächsten Nachbarn und zu Mitbewohnern im eigenen, durch Königswort geschenkten Hause stets von feindlich gestimmten Nationalitäten umgeden, hatten sie Besitz und Eigenart in offenem oder verstecktem Kriege andauernd zu schützen. Die Handvoll Slovenen und Ruthenen fällt nicht in's Gewicht. Auch die Zigeuner können kaum in Betracht kommen. Und ebenso wenig wie die entfernten Serben haben auch die Armenier, die heute in Elisabethstadt vertreten sind, jemals nennenswerthen Einfluß auf die EntWickelung der Königsgäste ausgeübt. Schwierig jedoch war der Stand der Sachsen den Rumänen gegenüber. Als gar unter diesen der Gedanke nationaler Zusammengehörigkeit zu wachsen anhub, begannen sie sich in verstärktem Maße als die ursprünglichen Herren des Landes zu fühlen. Nun, die Hegemonie führen die Magyaren, und trotzdem hat sich das Deutschthum zu beHäupten vermocht. Heute ist das Bild ungefähr folgendes: in Hermannstadt wohnt die deutsche, in Klausenburg die magyarische und in Kronstadt die rumanische Intelligenz. Man darf sagen, daß die Nationalungarn vornehmlich Staatsbeamte, die Sachsen die Culturträger sind. Das heimath- und ruhelose Volk der Zigeuner hat schon vor Jahrhunderten in Siebenbürgen Unterkunft gefunden. Ueberhaupt sind sie wohl in keinem Staate so zahlreich, wie in den Ländern der heiligen Stephanskrone. Die seßhaften Elemente haben sich meist am Ausgang des Dorfes oder jenseits der Stadtperipherie angesiedelt, wo sie ein armseliges Dasein führen. Noch genügsamer als die seßhaften sind die Wanderzigeuner. Außer ihrem Leben nennen sie kaum sonst noch etwas ihr eigen. In größeren und kleineren Banden ziehen sie von Ort zu Ort, stehSächsisches Brautpaar. len zusammen, was ihnen begehrenswerth dünkt, betteln in jedem Hause und kümmern sich nicht um die Zukunft. Auf ungleich höherer Stufe stehen die Csangomagyaren, auch kurzweg Csangonen geheißen. Ehedem als Unfreie der Urbarialherrschast Kronstadts unterstellt, bekennen sich diese Magyaren zum überwiegenden Theil zur evangelisch - reformirten Kirche. Sie bewohnen die sogenannten Siebendörfer. Dort, wo sich in mächtigen Bogen die massigen Gebirgszllge des Burzenlandes zum Hohenstein und zum Krähenstein bis an über 6000 Fuß ausrecken, lagern am Fuß der Verge die Siebend'örfer Csangogemeinden. Vier der Dörfer, die Kronstadt zunächst liegenden, hängen gänzlich zusammen; die anderen drei liegen wohl weit ab, haben jedoch immerhin Fühlung miteinander. Das Landschaftsbild ist an Sommerabenden malerisch. Unten das langgedehnte Meer vn Häusern und Hütten, durchwirkt von reichlichem Baumgrün; spitze Kirchthürme, mit glitzerndem Zinkblech gedeckt, ragen cuf; Gassen und Baulichkeiten klettern die Berglehnen hinan; kleine Bäche rauschen von diesen zu Thal. Den gewaltigen Hintergrund bildet das braungraue Gebirge; von ferner Höhe grüßen die Schneehäupter der Karpa-thenriesen.
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Geistig von einer Anspruchslosigkeit, die auffällt, versteht sich der Csangone vorzüglich auf den Erwerb. Zufrieden bis zur Bedürfnißlosigkeit und sparsam bis zum Geiz, genießt er weder bei Sachsen noch bei Magyaren besondere Liebe. Mit den Rumänen, die auch in starker Zahl in den Siebendörfern sitzen, konnte er sich besser stellen. Den Csangonen wird manuelle Ge-
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Sächsische Mädchen. schicklichkeit nachgerühmt. In derMehrzahl betreiben sie. falls sie nicht tagelöhnern, Landwirthschaft in bescheidenstem Umfange und Holzhandel. Forstgerecht den großen Waldkomplex auszunutzen, der seit ihrer Selbstständigkeit Gemeinde - Eigenthum ist, dafür scheint bisher das Verständniß gefehlt zu haben. In den Siebendörfern, die heute etwa rund 23.000 Seelen aufweisen, zeigt sich so recht deutlich dassunte Gemisch verschiedener Nationalitäten und Confessionen, wie es ja in noch höherem Maße das ganze Königreich Ungarn bietet. Magyaren, Csangomagyaren, Rumänen, Sachsen, Juden, Slodenen, Ruthenen, Zigeuner und andere Stämme sitzen dort. Ist das Allen gemeinsame Bindeglied die ungarische Staatsbürgerschaft, so unterscheiden sie sich doch streng in Sitten und Gewohnheiten von einander. Nicht wenig trägt dazu das kirchliche Leben bei. Evangelisch - Lutherische, RömischKatholische, Evangelisch - Neformirte, Unitarier. Griechisch-Orthodoxe, Griechisch - Katholische, Jsraeliten und Confessionslose finden sich nebeneinander. Die Mehrheit der Bewohner Siebenbürgens stellen die Rumänen oder Walachen. Sie fühlen sich, ermuthigt durch die Nähe ihrer Stammverwandten, als Erbeingesesscne in ganz SüdUngarn. Ueberall sind sie in Transsylvanien zu finden, vermischt mit anderen Staatsoenossen und auch für sich als abgeschlossene Gemeinden. KörperRumänisches Brautpaar. lich und geistig gesund, aufgeweckt und strebsam, betreiben sie Vieh-, vorzüglich Schafzucht, sind hie und da Landdauern und erfreuen sich eines auskömmlichen Daseins. Ausgerüstet mit einem lebhaften Sinn für das Schöne, verwenden die Frauen ungemeine Sorgfalt auf ihre selbstgefertigten Kleider. Auffallend ist die Kleidung der Männer. Abgesehen von der anliegenden Hose aus weißem, steifem Tuch, dient als Hauptgewand das bis zum Oberschenkel reichende Hemd mit weiten Aermeln. Es ist bunt verziert und am Halse wie an den Handgelenken offen. Schnursandalen schützen den Fuß; den Kopf deckt der schwarze Filzhut oder die riesige Lammfellmütze. Im Winter kommt noch ern Brustpelz aus weißgegerbtem Schaffell dazu, der am Saume und an den Taschen bunt verziert ist. Auch in der Tracht der Frauen nimmt das Hemd die erste Stelle ein. Am Halse geschlossen, weitärmelig, der Länge nach mst farbigen Stickereien geschmückt, fällt es hernieder. zusammengehalten durch zwei Schürzen. Von diesen charakteristischen Stücken hängt eines vorn, eines hinten. Die Muster solcher Schürzen überraschen durch Farbenwahl und Originalität. Den Kopf hüllt noch ein buntes Tuch ein. Es wäre unschicklich von jedem Weibe, das Haar zu zeigen. Ein offenes Aermelleibchen schmiegt sich um den Oberleib. Zigeuner. In mancher Hinsicht gemahnenHaus und Hof, Leben und Denken der Sachsen Siebenbürgens an die Stätten und das Treiben ihrer Urväter. Die Sachsenbauten sprechen da eine beredte Sprache. Die Männer, die die Bauernburgen schufen, die Bürger, die die Städte mit Wall und Graben befestigten, die Menschen, die jene Kirchenkastelle ausführten, schrieben eine Geschichte ihrer Tage und ihrer Kämpfe mit wuchtigem Felsgestein. Hier hat schier jede Stadt Bastei und Mauerwerk, beinahe jedes Dorf die Kirchenbürg. Die 217,000 Sachsen haben ihren
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Huuptsitz in Hermannstadt, Kronstadt und Bistritz. Einig in dem Bewußtsein ihres Volksthums. das sie national und konfessionell zusammenschweißt, weisen sie sonderbarer Weise die größte Verschiedenheit in Dialect und Tracht auf. Der Kronstädter spricht anders als der Bistritzer oder der Hermannstädter, ja schon wie der Bewohner von Zeiden oder von Rosenau. Wenn auch der Grundton in der -Kleidung ziemlich überall der gleiche ist, so weist sie doch vielerlei Unterschiede auf. Allgemein dient den Mädchen als Kopfputz die hohe, schwarze Borte, von der vier bis sechs bunte Bänder bis zum Rocksaum niederflattern. Die junge Frau trägt die Bockelhaube, mit Nadeln und Edelmelall verziert. Die älteren verheiratheten Frauen wählen die weiße SpitzenHaube. Der wesentlichste Schmuck und der höchste Stolz liegt aber in der Zahl wie in der Herstellung der Schürzen.
Erdpyramidcn. An vielen Punkten Tirols, finden sich merkwürdige Erdgebilde. Auf einem senkrechten oder pyramidal nach oben sich verjüngenden Felsenpseiler ruht 'in großer Block hutähnlich aufgesetzt. Bei Station Patsch erheben sich diese sonderbaren Gestalten, bei Bozen finden sich ihrer gegen hundert in der Nähe von lobenstein und weiter zu gegen Meran über dem Schloß Tirol treten solche Pyramiden fast nadelförmig auf. Die Entstehung dieser interessanten Gebilde ist an besondere Bedingungen geknüpft. Nur da, wo einstmals oor unvordenklichen Zeiten gewaltige Gletscher Moränen vor sich hervorgeschoben haben, oder wo von den Bergen herab in den Rinnsalen alter Wildwässer Jahrtausende hindurch der Trümmerschütt der Felsen sich anhäufte, können Erdpyramiden entstehen. Dieser TrümEine Erdpyramide. merschutt muß aber auch noch eine besondere Zusammensetzung haben; es müssen vereinzelte große Felsblöcke oder Platten, möglichst wagerecht gelagert, in einer aus kleineren Steinen gebildeten Masse stecken. Während nun Regen und Ablaufwasser der Berghänge das leichtere Geröll fortschwemmen, beschützt, die große Felsplatte wie ein Regenschirm die unter ihr liegenden kleineren Gesteinspartikeln, die sie durch ihren Druck noch dazu fester zusammenhält. Und so kommt es, daß aus dem allmählich abgetragenen Grunde ein Steinpfeiler emporragt.wie ihn unsere Abbildung zeigt, die nach einer bei Ruine Ravenstein in der Nähe von Bozen stehenden Erdpyramide yefertigt ist. Da das Gestein meistens sehr fest zusammengebacken ist, schreitet die Verwitterung nur langsam fort, und derartige Gebilde können dah:r weit über ein Menschenalter hinaus scheinbar unverändert 'an gleicher Stelle stehen, bis endlich die rastlose Arbeit der kleinen Kräfte, die unsern ganzen Erdball umformt, ihren Fuß untergräbt und in irgend einer Gewitternacht wieder ein paar solcher Kolosse unter donnerartigem Krachen zusammenbrechen, den Felsgrund mit Trümmern besäend. S p a r s i n n. . . .WaaaS, e' ganzes ÄntiphrinPulver willst Te nehmen?! Heißt c' Prasserei! Hast De doch nur einseitiges Kopsweh nehm' e' halbes !" Im Schuhwaarenladen. Käuferin: Was trägt man jetzt eigentlich: hohen oder niedrigen Absatz?" Schuhmacher: Ja, das ist so, gnädige Frau: die Stiefel mit hohem Absatz haben jetzt einen niedrigeren Absatz als die mit niedrigem Absatz, aber selbst bei diesen ist der Absatz nicht so hoch, daß er den niedrigen Absatz der Stiesei mit hohem Absatz ausgleichen konnte DerSykophant. Commis (der ein Engagement sucht): Verzeihen Sie gütigst, wenn ich störe. Sie suchen einen Commis, und nun wollte ich mir die ergebene Anfrage erlauben, ob Sie vielleicht für meine Wenigkeit Verwendung hätten." Kaufmann: Nein. Sie sind mir viel zu höflich. Ich muß einen Menschen haben, der rücksichtslos und grob auftreten kann Commis: Na. danii steigen Sie mir den Buckel hinauf, Sie Esel!" Kaufmann: Jetzt will er! sich bei mir einschmeicheln!" , 1 ' "
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Amastrager". Unter den vielen Marktleuten vom Lande, welche in der Kaiserstadt Wien die Erzeugnissen von Gärten und Feld feilbieten, befinden sich gar manche Volkstypen, welche durch ihre altfränkische Tracht auffallen. Ganz besonders ist dies der Fall hinsichtlich der Amastrager", die mit den in den niederösterreichischen Waldgeöieien gesammelten Puppen der Wald- oder Hügelameise, im Volksmunde Ameiseneier" genannt, nach Wien kommen, um dieselben an Vogelliebhaber und Vogelhandlungen zu verkaufen. Die Amastrager" bildeten bis zum Jahre 1848 ein ganz zünftig organisirtes Gewerbe, und wer in dasselbe nicht aufgenommen war, durfte es sich nicht bcifallen lassen, einen Amashaufen" aufzumachen,um demselben die Amaseier" zu entnehmen. Die meisten dieser Amastrager" waren in der Umgebung von Hainfeld in Niederösterreich seßhaft und in diesem Orte befindet sich heute noch im Bader'schen Gasthof ihr altes Gewerbezeichen. Dasselbe ist über dem Tische, wo sie sich versammeln. angebracht und besteht aus einer ovalen Blechtafel, auf der ein Amastrager" und eine. .Amastragerin" in der alten Tracht abconterfeit sind. Unter dieser bildlichen Darstellung ist ein Spruchband angebracht, auf welchen die Bedeutung der Amastrager" in etwas holperig gerathenen Versen geschildert wird. Es heißt da:
Amastrager. Wir Amastrager" sind weit und breit bekannt, als arbeitsame crave Leut', . . Wir werden von Jedermann hochgeehrt, denn unser Gewerb' ist schätzenswerth, Und wollen wir einen guten Braten, einen guten Wein, So kehren wir bei unserer Frau Wirthin ein." Etwas pessimistischer ist der Wortlaut der zweiten Inschrift, die auf der anderen Seite angebracht ist und in Form eines Zwiegespräches zwischen einem Amastrager" und einer Amastragerin" die Anschauung der Bevölkerung über die Amastrager" kennzeichnet: Er: Geh', sag mir, Mirzl', weg' was sich die Leut' so spassen Und uns allweil die Amastrager hoaßen? Sie: Na, weil wir uns halt Tag und Nacht plag'n Und unsere Sachen am Buckel umatrag'n." Daß sich der Volkswitz mit diesen so auffälligen Figuren sehr eingehend beschäftigte, ist schon durch ihre eigenthümliche Beschäftigung erklärlich, über die man sich gerne lustig machte. Der Amastrager" sucht im Wald die Ncster der Wald- oder Hügelameise auf, die durch den über ein Meter hohen kegelförmigen Haufen, den die Ameisen zum Schutze des Nestes aus allerlei Baumabfällen errichten, kenntlich sind. Hat er ein solches Nest aufgefunden, so entfernt er den Aufbau und wühlt das Nest auseinander, bis die Puppen, Ameiseneier", bloßgelegt sind. Die Ameisen laufen dem Amastrager" während diese Arbeiten schaarenweise auf die Hände und beißen sich' mit ihren Kiefern im Fleische fest. Da sie gleichzeitig den Leib nach unten vorbeugen und in die durch die Kiefern Amastragerin. verursachten Wunden ein Tröpfchen ihrer ätzenden, stark riechenden Säure spritzen, ist diese Arbeit nicht besonders angenehm. Der Amastrager" kann sich zwar gegen diese Angriffe schützen, wenn er sich die Hände früher mit den Blüthen oder Früchten des Hollunderbaumes einreibt. Die Ameisen, welche den Geruch des Hollunders fliehen, lassen ihn dann wohl unbelästigt, da sie aber dann sehr selten mehr dasselbe Nest wieder aufbauen, zieht es der Amastrager" meistens vor. von diesem Schutzmittel kei.nen Gebrauch zu machen. Sobald das Rest aufgeräumt lst.werden die Amicncicx" in eine bereitstehende Mulde
gefaßt und in derselben so lange herumgeschwenkt, bis die beigemischte Erde und andere Verunreinigungen entfernt sind, worauf die Puppen in ein Tuch eingeschlagen werden und der Amastrager" wieder nach einem neuen Neste Umschau hält.
Amasdoctor. ' Da die Ameisen für die Wälder von großer Bedeutung sind, indem sie eine große Anzahl von schädlichen Puppen vertilgen, ist jetzt das Sammeln der Ameiseneier in vielen Wäldern verboten und die berufsmäßigen Amastrager" sind daher sehr zusammengeschmolzen. Interessant ist es, daß sich gerade unter ihnen die alte Tracht der niederösterreichischen Bergbauern am längsten erhalten hat. Die Männer tragen noch heute das rupfene Hemd", die Pfoad" ohne Halskragen, das schwarze Halstuch und den rothen Brustfleck, über den sich die grünen, zweispanigen Hosenträger legen, die kurzschößige Jacke, Kniehosen und weiße Wollstrümpfe, sowie den spitz zulaufenden Hut mit der schmalen, aufwärtsstehenden Krämpe. Die Weiber tragen um den Kopf ein lose geknotetes Tuch, das bis zu den Schultern reicht, den ärmellosen Spenser und kurze einfärbige Kittel, über welche die Schürze aus blauer Hausleinwand gebunden wird. Im Winter kommt noch eine Jacke dazu, die meistens aus dem grellrothen Stoff, aus welchem auch die Brustflecke gemacht sind, angefertigt ist. Während die Amastrager" an ihren altenTrachten bis in die jüngste Zeit festgehalten haben, hat sich der Amasdoctor", der, wie sie, von den Ameisennestern seine Existenz fristet, schon beinahe ganz modernisirt. Der Amasdoctor" ist ein origineller Kauz. Während des Sommers zieht er in den Sommerfrischen in der Umgebung Wiens herum und verkauft seinen Enzianschnaps, der, wie er rühmend sagt, für allerlei Magenübel geradezu ein Universalmittel sein soll. Im Spätherbst sucht er dann die Wienerstadt auf und verbleibt dort, bis er seine im Sommer zubereiteten Vorräthe an den Mann gebracht hat, worauf er nach seiner Heimath in der Nähe von Mariazell zurückkehrt, um sich für seine Enzian-Destillation neue Ingredienzen zu sammeln. Außer seinem Enzianschnaps, den er in einer großen Glasflache, die in einem Korbe steht, mit sich herumträgt, und die er bei passender Gelegenheit auch gleich an sonnigen Plätzen nachdestilliren läßt, tragt er in seiner umgehängten Ledertasche noch zwei andere Heilmittel, die für körperliche Gebreste bestimmt sind und denen er seinen Namen Amasdoctor" zu verdanken hat.- Das eine derselben ist sein berühmter Amasgeist" (Ameisenspiritus), der zu Einreibungen bei gichtischen und rheumatischen Leiden benützt werden soll, das zweite ist die Amastinktur", die eine ähnliche Verwendung findet. Schon im Frühjahr, bevor er seine Wanderung nach den Sommerfrischen antritt, wird der Amasgeist" angesetzt. Der Alte sucht zu diesem Zwecke ein Ameisennest auf und sammelt die lebendigen Ameisen ein und bringt sie in eine'Flasche, !?o sie dann mit Spiritus übergössen werden, worauf das Ganze an der Sonne destilliren muß. Fatal. Der Aufführung eines Bauernthea thers, dessen Hauptdarsteller ein wackerer Dorfschuster, wohnt ein berühmter Hofschauspieler bei. Vom Spiel des bäuerlichen Künstlers entzückt, sucht er nach der Vorstellung dessen Bekanntschaft zu machen. Seien Sie mir gegrüßt, lieber College!" A so Sie san aa' a' Schuster!" EinPfifsikus. Lehrerin: Karl! tfarl Stumpf! Du plapperst ja schon wieder!" Karlchen: Aber, Fräulein, ich habe blos Emil Neumann wiedererzählt, daß die Herren auf -der Straße immer sagen, Sie wären eine reizende junge Dame!" Zureden hilft. Chef (zum neuen Reisenden): Grimmig u. Co. ist unsere beste Kundschaft, und Sie haben auch dort keinen Auftrag mitgebracht? Reisender: Ich habe mir die größte gegeben. Bin sogar dreimal hinausgeworfen worden! Chef (heftig): Dreimal? die kaufen doch immer erst nach dem vierten Male!
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. Vater: Trotz aller Ermahnungen bist Du im vorigen Wintersemester durchaus nicht sparsam gewesen!" Studiosus: Q bitte, lieber Papa, ich habe im Ganzen nur für 23 Pfg. Petroleum verbrannt!" Triumph der N adlerin. Früher schaute sich kein Herr nach mir um jetzt müssen sie einfach, wenn ich klingle!" Vornehm. Sie waren zuletzt bei einem Grafen Kammerdiener?" Gewiß, Herr von Lilienthal!" Wann mußten Sie den Herrn Grafen wecken?" ,llm halb acht Uhr!" ' m" .Wecken Sie mich um drei Viertel!" EinNielgeplagter. So sieh' doch endlich auf es ist ja schon elf Uhr!" Aufstehen will ich noch aber sonst thu' ich heut' nichts mehr!" Modern. Richter: Die Parteien verlangen also Scheidung von Tisch und Bett?" Sie (einfallend): Und Rad!" DerPantoffelheld. ... Da hatten's halt die alten Deutschen gut! Die müssen sehr gutmüthige und liebe Frauen gehabt haben!" Woraus willst Du denn das schließen?" Na, die durften doch immer noch ein's trinken"!" Heutzutage bildet sich schon jeder dumme Kerl ein verrückt zu sein. Auf der Höhe derZeit. Vorsitzender: Ich staune, mit welchem Raffinement Sie den Einbruch verübt haben." Einbrecher (stolz): Ich wollte den Herren nur einmal zeigen, was in unserem Fach jetzt geleistet wird' .
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