Indiana Tribüne, Volume 22, Number 116, Indianapolis, Marion County, 15 January 1899 — Page 3

MNdSÄM.

.v v icnicn von 'Arthur app. 1. Cs war am 13. April 1861. In einer frühen Morgenstunde. In den großen Handelspalästen CM; Broadway. der qrößten Verkehrs strafte New Norts. herrschte noch wenia 2eoen. denn die Geschäftszeit hatte noch nicht begonnen. Die Läden waren zwar schon geöffnet und harrten der Käufer, :ch noch nicht einstellen wollten, aber die großen Comptoirräume der ingr2sgeschaste waren noch verödet und noch arbeiteten keine fleißigen Elerks an lbren Vulten. Im Parterre eines der sechs und Tnei;r Stock hohen Häuser des obern Aroadway, die von oben bis unten im Geschäftslocalen aller Arten besek waren, kjatte die ?irma G.'orae C. V-adley ihr Musterlager, während .'ine Treppe hoch die Office und der Zeichen- und Constructionssaal vc fanden. Jcht. kurz nach sieben Uhr morgens, waren in ocn ooern räumen nur zwei Männer anwesend. Der eine von ihnen, eine große, schlanke Persönlichkeit von etwa achtunddreißig Jahren, handhabte einen großen Kehrbesen, mit dem er den ?vunboden der -Office" von Staub, Papie:fchnitzeln und Cigarrenltummeln säuberte. Der andere, der acht v:s zehn Jahre jungn: sein mochte, stand auf einer vor das breite Straßensenster gerückten Stehleuer und oe arbeitete mit einem oroken Lederlav ven aus Leibeskräften die Koben Glasschciben. Die Stulpenstiefel, in die die eng anliegenden Hosen gesteckt waren, sowie der intensive Stallgeruch, der von um ausqma. bezeichneten den letzitrn als Kutscher, der wohl nur aushhf5tueie zu der ungewohnten Rem:gungsarbeit im Comptoir herangezogen war. Beide Männer hatten sich ihrer Nöcke entledigt und arbeiteten in Hemdärmeln. Es war ein merkwürdia feines Linnen, das dabei zum Vor schein kam. Auch der feine Schnitt der Gestchtszuge und die Kleinheit der Hände und Füße bildeten bei beiden einen in die Augen fallenden Contraft zu ihrer gegenwärtigen Thätigkeit. Schaun's, jetzt wär i beinah von der weiter g'sall'n, sagte der jüngere rn ausgesprochen österreichischem Dialekt und hielt in seiner Arbeit ein, um sich von dem ausgestandenen Streck zu erholen. Auch der mit dem Kehrbesen rastete. , ' Sie sind das Fensterputzen noch nicht gewöhnt, lieber Albert, bemerkte er mit einem etwas melancholischen Lächeln. Wie lange sind Sie eigentlich im Lande? Erst drei Monat! I wünscht, i hätt überhaupt keinen Fuß in dieses vermaledeite Aankeeland g'setzt. Freilich, i hatt keine Wahl. Es war halt 'ne verflixte G'schicht! Er machte eine heftige Handbewegung, als sollte er unliebsame Erinnerungen von sich weisen. Sie, Herr Hauptmann, Sie sind gewiß. . . Der andere unterbrach ihn. Wissen Sie, bester . Herr Albert, sagte er. während ein Schatten über sein Gesicht flog, den Hauptmann erlass' ich Ihnen. Der Titel klingt mir zu pompös, seit ich nicht mehr den Degen, sondern den er lachte laut auf, es war ein bitteres, hohles Lachen 5en esen führe. Nur gut, daß einen die frühern Kameraden nicht so sehen 'onnen. Sie standen bei der preußischen Garde, Herr von Galis? Der Gefragte nickte. Er nahm wieder den Besen zur Hand und ließ ihn mit einer Energie über den Fußboden tanzen, daß der Staub nur so wirbelie. Auch der mit dem Namen Albert Angeredete führte den Lederlappen von neuem über die Fensterscheiber, mit einer Emsigkeit, daß ihm die hellen Schweißtropfen auf die Stirn traten. Er pustete und stöhnte und ließ endlich abermals die müde gewordene Hand sinken. Er zog. sich auf die oberste Stufe niedersetzend, sein Taschentuch, in dem Herr von Galis hatte es schon früher einmal bemerkt eine neunzackige Krone über dem Monogramm eingestickt war, und trocknete sich den Schweiß ab. Mein Trost ist immer, hob er wieder zu reden an, daß es über kurz oder lang zum Krieg kommen wird. Der andere schüttelte mit einer geringschätzigen Miene den Kopf. Daran glaube ich nicht, versetzte er herb. Die Yankees sind eine KrämerNation. Das Schachern und Handeln ist ihr Lebenselement. Außer den paar tausend Mann regulärer Truppen, mit denen man doch keinen Krieg führen kann, versteht ja hierzulande kein Mensch die Muskete zu tragen und den Säbel zu führen. Die freundlichen, offenen Züge des Oesterreichers trübte eine Wolke des Mißvergnügens. Das wär halt zu schad! sagte er seufzend. Plötzlich fiel ihm etwas ein und sein Gesicht strahlte wieder auf. Sie vergessen die Miliz. Herr Galis, warf er ein. Der mit dem Besen zuckte mit den Achseln. Soldatenspielerei! entgegnete er ver ächtlich. Die werden sich hüten, ihre Haut zu Markt zu tragen. Aber die Südstaaten befinden sich ja doch schon in voller Rebellion gegen die Union! rief der Oesterreicher eifrig. Die Nördlichen aber Werdens nit dulden, daß die Südlichen die Union sprengen und einen besondern Staatenbund gründen. Da gibts doch halt kan andern Ausz als den Krieg. Meinens nit?

Der andere lächelte überlegen. Unsinn! sage ich Ihnen, erwiderte er. Die im Nordei: werden nachgeben und den Südstate'l gestatten, nach Belieben Sklaven u ::Mtn und Sklavenhandel zu betreibe?', und die Süd-

llchen werocn ihre !-'cbellionsgelüste aufgeben und hübsch bi der Union bleiben. Und Freude wird wieder Herrschen und Friede. Der Süden wird wieder nach Herzenslust Baumwolle bauen und der Norden wird fabriciren und handeln. Lehren Sie mich nicht die Yankees kennen, lieber Herr C-f v. , nioeri: :m vin zwei atzre lm Lande. Der Ocsterretcher war von seiner Gemüthsbewegung übermannt aufgesprungen. Jetzt stieg er von der Leiter herab und begann aufgeregt auf und ao zu gehen. Das wär 'ne Geschicht! Das wär 'ne Geschlcht! rief er verzweifelt und blieb vor dem Norddeutschen stehen. Was loin i dann ansangen? vltt 5sie. t kann doch nicbt mein ganzes Leben lang Kutscher bleiben. Herr von Galis lächelte herb. Sie können ja auch Kellner werden. Kell ner! Der Oesterreicher sah ganz erschro cken aus. ' Kellner! wiederholte er entsetzt. I bitt Sie, Kellner! I soll den Leuten die Bierkrüg zutrag'n und sollt womöglich gar Trinkgeld nehmen und ml noch schön bedanken. 5Zessus. wär das a Schmach für ein K. K. Öberlieutenant im Ruh'stand! Herr von Galis zog die Augenbrauen in die Hohe und seine Stirn legte sich m Falten. Mein lieber Herr Kamerad! sagte er und ließ den Besen ruhen. Wenn ich Ihnen einen Nath geben darf: legen Sie den Öberlieutenant ab, ie eher, ze besser. Sonst bringen Sie's hier nie zu etwas anderm als zum Kellner, Kutscher oder dergleichen. Daß ichs. obgleich ich schon zwei Jahre amenka nische Luft athme, immer noch nicht weiter als bis zum Comptvirdiener gebracht habe, daran ist auch nur der verwünschte Garde-Officier-Tic schuld. den man einmal nicht sobald wieder ablegen kann, zumal wenn einer in so svaten Jahren herüberkommt, wie ich. Der Sprechende warf einen unwillkurllchen Blick auf seine schmale Hand, der er noch immer die aufmerksamste Pflege angedeihen zu lassen schien.denn sie war trotz aller Arbeit weiß und wies elegant geformte, fast zolllange Nägel auf. Da mögens schon recht haben. Der Oesterreicher 'kraute sich hinter dem Ohr, trat dann wieder an seine Leiter, rückte sie ein Stück weiter und begann von neuem mit seiner Arbeit. Plötzlich drehte er sich wieder herum. Ja, da fällt mir ein, rief er dem Schicksals- und Leidensgenossen zu, während sein Gesicht vor r fer erstrahlte, die Feindseligkeiten haben ja schon so zu sagen begonnen. Habens denn nit die Depesch gelesen, die gestern in allen Blättern stand und überall in der Stadt angeschlagen war, daß Fort Sumter, ein von Unionstruppen be setztes Fort bei der Hafenstadt Charleston in Süd-Carolina, von den Südlichen seit vorgestern allen Ernstes beschössen wird? Gelesen hab ichs freilich, entgegnete der andere, aber ich glaube trotzdem nicht an den Krieg. Man wird ein paar Kugeln wechseln und dann werden die Vertreter des Nordens und die des Südens zusammenkommen und werden sich miteinander verständigen; denn das Volk will keinen Krieg und denkt an keinen Krieg. Das Volk aber ist in Amerika maßgebend. Darum bleibe ich dabei, daß Der Sprechende wurde durch den Eintritt eines jungen Mannes unterbrochen, dessen moderne, gutgewählte Kleidung eine höhere Lebensstellung bewies, als sie die beiden ehemaligen Officiere zur Zeit inne hatten. Der junge Mann begrüßte den Comptoirdiener mit einem freundlichen Guten Morgen. Herr von Galis!" und verschwand durch die Thür, die in den Constructionssaal führte. Wer war das? fragte der Oesterreicher, der erst seit kurzem bei der Firma Bradley u. Co. bedicnstet war. Herr Henning, beschick der andere. Ein Landsmann. Er nimmt hier eine bevorzugte Stellung ein. Er ist der erste Constructeur der Firma. Außerdem genießt er den besondern Vorzug, cw rr t . im jgauic Air. raoieys zu wohnen. Er hat den jungen Herrn Harry Vradley in der deutschen Sprache und auch in andern Wissenschaften unterrichtet. Auch der schönen Miß Carrie, der Tochter unseres Principals, soll er Unterricht in unserer Muttersprache ertheilt haben. Im Uebriaen ist er ein netter liebenswürdiger junger Mann von den besten Manieren. Ein freundliches Lächeln breitete , sich über die sonst so ernsten, melancholisch angeoaucylen Juge oes sprecyenoen. Denken Sie, Herr Albert, Hennina und ich, wir haben uns einst im alten Vaterland feindlich mit den Waffe in der Hand gegenüber gestanden! Mit den Waffen? rres der Oesterreicher verwundert. Haben's mal a Duell mit einand' g'habt? Der ehemalige preußische 'Gardehauptmann schüttelte mit dem Kopf. So nahe sind wir uns allerdings nicht gegenübergetreten. Es war n'ämlich im Jahre neunundvierzig wahrend des Feldzugs in Baden. Ich stand damals bei einem der preußischen Li-nien-Regimenter, die unter dem Commando des Prinzen von Preußen der badischen Regierung gegen die Aufständischen zu Hilfe kamen. Herr Henmng aber, der früher Stuoent gewesen, gehörte zu den Freischärlern. chaun's.. schaun's! Wie stch's im Leben manchmal gar wunderlich trifft! Und nun seien's mit einand' die dejten Freund'!

Herr von Galis nickte bestät:g:nd, stellte den Besen i.i die Ecke und trua, den Kehricht hinaus. Als er wieder eintrat, hatte sich die Office bereits mit jungen Clerks gefüllt. Auch Mr. Cun-

nlngham. der Procunst der Firma, war jcn anwesend und nun erschien auch erhitzt, schnaufend vom schnellen Gange. 5za?ry Bradley. ein zunges Zkurschchen von etwc einundzwanzig Jahren, der immer der letzte in der Office zu sein pflegte. Mr. Cunningham verschwand in der Pnvatofflce des Chefs, wahrend Harry ein paar Worte mit Herrn von Ga lis wechselte. Auch die andern Clerks standen :n Gruppen umher und defcat tlrten lebhaft miteinander anstatt wie )ont lich still ihrer Arbeit zu widmen. Die Fragen: Wird Fort Sumter sich halten? Wird der Süden die Vermessenheit wirklich so weit treiben, die Union ernstlich zu bekriegen? Oder werden die stolzenSklavenbarone nachgeben, wenn sie sehen, daß wir ihnen die Stirn bieten und uns ihren unver schämten Forderungen nicht fügen? waren auf aller Lippen und zogen sich wie em Leitmotiv durch alle mit ungewöhnlicher Leidenschaftlichkeit aeführten Unterhaltungen. Der österreichische Oberlieutenant im Ruhstand hörte nur mit halbem Ohr nach den Gesprächen der andern hin, von denen er ohnehin, da sie eng lisch geführt wurden, nur wenig der stand. Ein Vorgang auf der Straße. aus die er, immer aus seiner hohen Leiter stehend, bequem hinabsehen konnte. erregte ferne Aufmerksamkeit. Er sah, w:e die, Straße sich mehr und mehr belebte, wie sich rasch Gruppen bildeten, wie von allen Seiten Neugierige herbeieilten und wie eine immer größere Aufregung sich der auf der Straße Hin- und Herwogenden bemachtigte. Die Augen funkellen. die Hände ballten sich zu Fäusten und hef tig gksticulirend sprach und schrie man durch einander. Und nun trat aus dem Cigarrenladen in dem gegenüberliegenden Hause der Verkäufer, mit beiden Händen ein großes, wohl zwei Fuß breites Plakat tragend. Neugierige und Hilfsbereite waren rasch zu? Stelle und im Handumdrehen war das große Pappstuck neben der Ladenthur beestigt. Zwar reckte sich der Oesterreicher oben auf seiner Leiter den Hals aus. um etwas von dem Inhalt des Plakat: zu erspähen. Doch unmöglich! Die große Menschenmenge, die im Nu das Trottoir und einen Theil des Straßendammes besetzt hielt, raubte ihm den Ausblick und ließ ihn auch nicht einen einzigen Buchstaben erkennen. Die Wirkung des Plakats auf die erregten Gemüther war eine wunderbare,' elektrisirende. Heftige Rufe wur den laut, wilde Scbreie gellten bis zu den obersten Etagen der Nachbarhäuser hinauf. Hunderte von Armen reckten sich zornig rn die Hohe, die Gesichter verzerrten sich in wüthendem Grrmm. Das Lärmen wuchs zum Brausen des Orkans. Aus hundert rauhen Mannerkehlen erscholl es: Die Umon für immer! Tod den Verräthern! Die Clerks stürmten zum Fenster. Beinahe Ware der Oesterreicher mit seiner Leiter zu Fall gekommen. Was aibt's? Was ist geschehen? fragte einer den andern Telegramm aus Washington! rief Jemand plötzlich ahnungsvoll. Neues aus Fort Sumter! Wie ein Signal wirkte das Wort. Alle stürmten zur Thür. Jeder wollte der erste sein. Auch aus dem Saal der Zeichner stürzten die Neugierigen herbei und sogar die Thür der PrivatOffice öffnete sich und Mr. Cunningham schoß wie ein Pfeil heraus. Aus der Straße verkündete!? Handgroße Buchstaben die alarmirende. zu Zorn und Erbitterung reizende Nachricht: Fort Sumter von den Rebellen in Brand geschossen. Der Unionsmajor Anderson mit seiner bravenMannschaft zur Capitulation gezwungen. Freier Abzug der Belagerten mit Wasfen und fliegenden Fahnen. Der Burgerkrieg hat begonnen. Rachen wir die Schmach! Die Union für immer!" Niemand dachte mehr daran, zu verlassenen Arbeit in der Office zu? rückzukehren. Aller Interesse wurde ganz durch die telegraphisch übermit telte Mittheilung von der Uebergabe des FortsSumter in Anspruch genommen. Daß die südlichen Rebellen die Waffen gegen die Union erhoben, daß Rebellen - Kanonen Eigenthum der Union zerstört, dtiß sie die Soldaten der Union zur Capitulation gezwun gen hatten, erschien allen als eine unerträgliche Schmach. Herr von Galis, der sich mit seinem österreichischen Kameraden unter die Neugierigen gemischt hatte, erstaunte über die Heftigkeit un? Leidenschaftlichkeit der Bewegung, von denen die Menge beherrscht wurde. In diesen zuclenoen Mienen, m diesen wilden Rufen, die ihn umbrausten, machte sich ein glühender Patriotismus Luft, ein empfindliches nationales Ehrgefühl und eine Vaterlandsliebe, die er diesen kaltherzigen Yankees, diesen amenkaNischen Krämerseelen niemals zugetraut hätte. .Tod den Verrätbern !" 5Zu den Massen!- Wir wollen die Union die unsere Väter gegründet haben, erhalten!" Solche und ähnliche Rufe gellten durch die Luft. Und nun ein erhebendes, anfeuerndes Schauspiel! Auf dem Dache des acht Stock hohenGrand en:raiyotel, das sich wie ein Riese Zwischen den Geschäftshäusern erhob, wurde plötzlich die Nationalflagge, das blau-weiß-rothe Sternenbanner gehißt. Und Haus auf Haus folgte dem mit einem ohrenzerreißenden Cheer up!" von der begeisterten Menschenmenge begrüßten Beispiel. Ueberall ringsum auf Dächern und aus den Fenstern begannen Fahnen und Flaggen zu we hen.

Unten auf der Strzße aber stimmte

einer de? aufgeregt, wie wahnsinnig sich Geerdenden dn Naiionalgesang au: 2l;e star spanglcd banner!" und Hunderte, Tausende sielen enthusta" ncn ein. Inzwischen hatte sich hoch oben auf den Kisten und Ballen eines Speditionswagens. der zwischen der 5lopf cn Kopf drängenden Menge und andern Gefährten aller Art wie eingemauert stand, ein Redner postirt, und als der Gesang sein Ende erreicht hatte, wurden die Leidenschaften der Umstehen den mit einer von kräftiger Lunoe her ausgeschmetterten Rede noch heftige? aufgestachelt. Schlagworter w:e: Schutz der nationalen Ehre! Unantastbares Erbe der Vater! Heilige Er rungenfchaft Washington's und seiner Kampfgenossen! Tod den Rebellen!" wurden mit stürmischem Jubel aufgenommen. Zuletzt walzte sich die er regte Menge nach dem südlichen Theil der Aroadway, wo sich City Hall, das imposante 5kw Yorker Rathhaus, und in unmittelbarer Nahe davon die stolzen Palaste der großen Zeltungen be fanden. Man wollte Neues erfahren, Näheres über die Capitulation der Besatzung des Forts Sumter und über . i - r r l p . oas weilere ? cyiai.cn oereioen. Ueberall wehten bereits Fahnen, so wohl von City Hall, wie von den Häusern der Zeitungen Tribune, Times und World. Allein der Paläst, in dem das große Weltblatt The Herald redlgirt und gedruckt wurde, hatte sich von der allgemeinen patriotischen Demonstranon ausgeschlossen. Die Menge stutzte, wilde Verwunschungen wurden laut und drohende Fauste erhoben sich. Man erinnerte uch und einer theilte es dem andern mit , der Herald hatte immer mit den Südlichen qeltebaugelt, Gordon Bennett, der Besitzer des Herald, hatte nie aus seiner Sympathie für die Südstaaten ein Hehl gemacht. Eine Anzahl Heißsporne bückte sich zur Erde nieder. Steine wurden aufgerafft und dieFensterscheiben des Heraldaebäudes klirrten und fielen in Scherben auf die Straße nieder. . Schon drängte sich ein schreiender, fluchender Menschenknäuel zu dem Hause hin, als plötzlich hoch oben aus dem Dach die dreifarbige Fahne gehißt wurde. Tausendstimmiges Triumphgeschrei begrüßte das geliebte Sternenbanner, und ebenso rasch wie sie entstanden verrauchte die Volkswuth. Unter der Menge tauchten Männer und Knaben auf, die kleine Kästchen an einem Bande um den Hals trugen und mit vielen lauten anpreisenden Rufen Cocarden und Rosetten feilboten, die mit den Wappen und den Farben der Union geschmückt waren. Alles strömte und drängte begierig herzu. Jede? kaufte und steckte sich die patriotischen Embleme in's Knopfloch. Die Hausirer machten glänzende Geschäfte und räumten im Umsehen mit ihren Waa ren auf. Aber immer neue Handler wuchsen förmlich aus dem Boden und immer neue Waaren, die den aufgeregten patriotischen Empfindungen der Menge entgegenkamen, wurden mit kreischender Stimme seilgeboten: Karten mit Ansichten von Fort Sumter, Briefe und Couverts mit dem Bilde des Präsidenten Abraham Lincoln und des Majors Anderson, deS Commandeurs vonort Sumter. Man staunte und lachte und kaufte. Unmöglich war es, daß alle diese Dinge, die dem Patriotismus der Menge schmeichelten, innerhalb weniger Stunden angefertigt und in den Handel gebracht sein konnten. Irgend ein findiqer, schlau spekulirender Kopf hatte in kluger Voraussicht der Ereignisse ganz im Geheimen diese neue Jndustrie vorbereitet und in Bereitschaft gehalten. Daran erkenne ich meine Vankees! sagte Herr von Galis lachend zu dem Oesterreicher. Sie treiben mit allem Handel, auch mit dem Patriotismus des Volkes. Der Gcschästsprofit ist ihnen immer und überall d!e Hauptsache. Der Oesterreicher cUx glühte und strahlte. Die allenthalben hclllydernoe Begeisterung schien auch ihn angesteckt zu haben; auch er hatte sich bereits ei: Rosette in den Unionsfarben an den Rock gesteckt. Alle Hochachtung hab t vor diesen Fankees! raunte er seinem Gefährten aus innerster Ueberzeugung zu. Es steckt doch Schneid in denen Kerls. Und nun zweifelns doch nit länger, Herr Kam'rad, daß es Krieg gibt. Krieg, Krieg?! 2. Der nationale Stolz der Bewohner der nördlichmStaaten fühlte sich durch den all des Forts Sumter, das sich den Rebellen hatte eraeben müssen, auf das tiefste gekränkt. Schon am nachsten Tage erließ Lincoln eine Proclamation. die 75.000 reiwilliae zu den Waffen rief. Der' Aufruf des Präsidenten erregte allenthalben stürmische Begeisterung. Die aesekaebenden Körperschasten der einzelnen Staaten be willigten eine weit höhere Quote an Geldmitteln und Truvven. als die Bundesregierung von ihnen gefordert hatte, und daneben zeigte sich in allen Kreisen der Bevölkerung eine OpferWilligkeit, die bewies, welch tüchtiger Kern in der amerikanischen Nation steckte. Auch die Damen standen den Männern an Patriotismus nicht nach. Sie konnten sich zwar nicht selbst anwerben lassen, aber eS war doch zum Theil ihr Verdienst, wenn oie Freiwil ligen - Regimenter sehr bald kriegsmarschmäßig gerüstet in das Feld ziehen konnten. Ganze Regimenter wurden von Frauenvereinen equipirt. Die Damen sammelten Geld, kauftenStoff, ließen die Uniformstücke von Schneidern zuschneiden und nähten sie selbst zusammen. Die militärischen Streitkräfte, übe? die die Union verfügte, waren aßer

ordentlich gerinz. An rezulärcnTruv-

pen waren im Ganzen nur 16,000 Mann vorhanden, die meist im Süden vertheilt waren oder im fernen Westen zum Schutz dcr A::!led!er etem c wilden Jndicm?rh?rden stationirt wa ren. Dem Rufe Lincolns folgten zu v n t (wi w nacyir oie Acmzregimenter. die vou Bürgern des Landes gebildet wurden, welche neben ihrem bürgerlichen Be rufe das Soldatcnspielcn freiwillig zu ihrem Vergnügen betrieben. Das waren natürlich zunächst wenig brauch bare, kaum einerercirte, an militärische Disciplin nicht gewöhnte Truppen. Mehr Vertrauen flößten schon die frei willigen Regimenter ein. die sich rasch aus den jungen Einwanderern bilde ten, die schon daheim eine stramme mllitärischc. Schulung durchgemacht hatten und die noch zahlreicher zu den Waffen strömten, als der ersten Proclamation des Präsidenten eine zweite folgte, die dcelhunderttausend Soldaten theils für drei Jahre, theils für die Dauer des Fcldzugs aufrief. e onoers ma endatt eilten di: deutschen Einwanderer zu den Fahnen der Unionsarmee. Neben der bloßen kriegerischen Lust, dem Hang nach dem Abenteuerlichen, mochte auch derZwang der materiellen Verhaltnisse manchen bestimmen, sich für die Unionsarmec anwerben zu lassen. Neben dem Handgeld, das jedem Freiwilligen gezahlt wurde und das zu Anfang des Krieges 300 Dollars pro Kopfetrug. erhielt der gemeine Soldat außer völlig freier Verpflegung 14 Dollars monatlich Löhnung, der Feldwebel 25 und der Secondelieutenant 140 Dollars. An ausgebildeten guten Officieren war natürlich ein großer Mangel, und mancher Amerikaner, der sich aus ein flußreiche Verbindungen stützen konnte, erhielt eine hohe Commandostelle, ohne vom militärischen Exercitium und von Strategie mehr Kenntniß zu besitzen. als etwa ein wilder Indianer vom Lc sen und Schreiben. Deshalb wurden auck dieieniacn Ausländer, welche in ihrer Heimath eine gründliche militärische Bildung genossen und womöglich schon praktische Erfahrungen im Kne ge gewonnen hatten, mit offenen Armen in der Armee aufgenommen. Auch Herr von Galis erhielt vom Gouverneur des Staates Äew Nork ein Oberstpatent verliehen und bald dar auf das Commando über eines der sich in New Nork bildenden deutschen Frei willigen - Regimenter, das den Namen De Kalb - Regiment annahm zu Ehren jenes deutschen Helden, der im amerikanischen Unabhängigkeitskriege gegen Enaland sein Leben verloren hatte. Herr Albert, der ehemalige Oberlieutenant, wurde als Capitän und Compagniechef in demselben Regiment angestellt, während Dietrich Henning, der sich allen Abmachungen Mr. Bradleys zum Trotz ebenfalls entschlossen hatte, dem Ruf des Präsidenten zu fo!gen, die Stelle eines Lieutenant im De Kalb - Regiment erhielt. Wer ernst den Comptvirdiener Galis in der Firma George C. Bradley beobachtet hatte, würde denselben in dem stattlichen Oberst und Commandeur des De Kalb - Regiments nicht wieder erkannt haben. An Stelle der verdrießlichen Gleichgültigkeit, mit der der ehemalige deutsche Ospcier ferne Ob liegenheiten in der Office der Firma erfüllt hatte, war eine nicht ermüdende, freudige Rührigkeit getreten. Der skeptische lebensunlustige. Zug war von. dem gebräunten, energischen Gestcht geschwünden. Freudigkeit am Beruf, Eifer und Zufriedenheit leuchteten aus den Augen des Obersten, wenn er- auf dem Exercirplatz- sein Regiment exerriite. Seine Leute gehorchten ihm willig, denn wenn er auch streng im Dienste war und dieselbe Pünktlichkeit,. Gewissenhaftigkeit und Ausdauer von jedem einzelnen Soldaten forderte, die er selbst an den Tag legte, man. sah doch, daß er seine Sache verstand, was man durchaus nicht von allen Officicren der Freiwilligen- und Miliz Re gimenter sagen konnte. Es war zur Regel geworden, daß die deutschen Officiere sich nach dem Dienst in einer deutschen Bierwirthichast trafen, in der sie schon früher viel verreyrr yaiun. iss war ein einfaches Lokal im westlichen Theil dir Houston Strect, nicht weit von der Bowery. Born an der Straße befand sich der allgemeine Schenkraum, da' hinter lag ein Eztrazimmer. das den Stammgäs.en reservirt blieb. Die. Wirthschaft gehörte natürlich einemDeutschen. Hans Leiphold war badischer Officier gewesen, war aber im Jahre 49 mit anderen Kameraden zu den Aufständischen übergetreten und hatte sich nach Niederwerfung der ReVolution mit Hecker, Sigel, Blenker, Struwe und andern Deutschen nach Amerika geflüchtet. Trotzdem er Frau und Kind besaß eine einzige Tochter, die drüben" geboren war und ihrem Vater mit der Mutter übers Meer gefolgt war . hatte sich der 45 Jahre alte Mann nicht abhalten lassen, seine Kräfte und seine Erfahrung in den Dienst der guten Sache seines zweiten Vaterlandes zu stellen. Freilich, auch materielle Gründe hatten bei diesem Schritt mitgewirkt: die kleine Wirthschaft warf nicht soviel ab, daß Ersparnisse gemacht werden konnten, und so nahm John Leiphold gern die t legenheit wahr, zu einem anständigen Nebenerwerb zu gelangen, dcr ihm erlauben würde, einen Sparpfennig für Frau und Tochter zurücklegen zu können. Natürlich war der ehemalige badische Officier mit Freuden im De Kalb - Regiment aufgenommen worden, indem ihm eine der zehn Compagnieen, aus denen das Regiment bestand, anvertraut wurde. Es war an einem warmen Abend gegen Ende Mai. als die fröhliche Tafelrunde wieder einmal im Hinterzimmcr von John Leipbold's Lagerbier Saloon beisammen war. Die Fenster wa- . I W r-w

ren weit aeöffnt. denn der cmerita

sche Sommer mit seine? di-iickendcr. Hitze hatte :ch Utnin seit Wochen eingestellt. Ein: ungewöhnlich gehobene Stimmung herrschte noijd-rr. iv de: kleinen Gesellschaft. Die Marschororc war eingetroffen. Si; acht Tag?;: sollte das De Kalb Regimen! nach Was'ington abrücken.. Wer weiß, h wie kurzer Zelt man bereits vor dem r?cin de stand. Daß die Südlichen zunächst den Versuch machen würden, sich der anoesyaupiUavt zu bemächtigen, erschien außer -.illem Zweifel. Capitain Albert ioar wie immer de: vrohllchsie in der Tafelrunde. Er er. zählte in seinem heimathlichen Tiallt. der an und für sich schon komisch aus die Zuhörenden wirkte, allerlei Erlcl'msse aus dem österreichischen Feldzu. ikl. . . " r 1 (V r mc zum großen neii eine iuu:a Pointe hatten. Oberst von Galis c: hob sich und unterbrach die lustigen Schnurren des Oesierreichers. indem er sich an das Clavier setzte. Der Officier besaß eine hübsche Fertigkeit r.n Clavierspiel und Dank ihrer hatte cr in den ersten Monaten seines amenkaNischen Aufenthaltes sein Leben gefristet, indem er gegen ein geringes Honorar des Abends in den Kneipen aufspielte. Jetzt ließ er allerlei deutsche Volkswelien ertönen, die sich der allgemeinen Stimmung anpaßten und in die alle aus vollen Kehlen einstimmten. Die Gesichter glühten, während da allbeliebte Morgenroth'. Morgenrrth, wuchtest mir zum frühen Tod" gesungen wurde. Die Augen glänzten und du Herzen der Singenden schlugen hoch vor Begeisterung und Kampfesluft. Dcr einzige Nichtmilitär in de? klernen Gesellschaft War Harry Bradley Seine Kenntniß der deuten Sprache, die er Herrn Henning verdankte, erlaubte ihm an dem Gespräch theilzunehmen. Daß aber neben der Gelegenheit, sich im Deutschen zu üben, das Restaurant Leiphold noch eine andere Anziehungskraft für ihn hatte, bewies das ganze Verhalten des jungen Man nes. dessen Blicke sick fast unausgesetzt nach der Thur richteten,, die m dieVn vatwohnung der Familie Leiphold führte. Ab und zu beugte sich Harry Bradley weit auf seinem Stuhl vor. um nach dem benachbarten 5Z:mmer hinüberzulauschen. Dann wieder stand cr auf und trat an das Fenster, um in den Hof hlnauSzuspahen. Zum Gluck waren die andern so sehr von ihrer sich immer lebhafter anfachenden Begeisterung berauscht, daß Niemand auf ihn achtete. Ebensowc nig bemerkten die Singenden, wie jetzt ein leichter Frauenschritt, auf dem Hofe hörbar wurde und gluch darauf eine schlanke Madchengestalt, an den Fen stern. vorüberhuschte.. Bei. Harry Bradley aber erregte dieser. Umstand das größte Interesse. Seine Unruhe nahm einen geradezu fieberhaften Grad an. Seine- Augen strahlten,, seine Hände zitterten und auf seinemGesicht. flammte eine lebhafte Röthe. Es kostete ihn offenbar eine Nicht geringe Muhe, nch noch ein. oder zwei Minuten zurückzuhalten und sich dann langsam und unauffällig dem Garderobenhaken zu nähern, an dem sein. Hut hing. Leise, ohne daß Jemand davon Notrz naym. schlich er sich auZ dem. Zimmer. Durch den vorder Schenkraum trat er auf die Straße hinaus, ein paar Minuten nach dem jungen Mädchen,, das das Haus, durch den Flur verlassen hatte. Er eilte ihr im Sturmschritt nach. während sie ein auffallend langsames Tempo einhielt, ja, hier mrv da an einem Schaufenster stehen blieö und verstöhlen nach rückwärts schaute. Jetzt trat Harry Bradley, seinen Hut ziehend, an sie heran. Die kleine Evastochter that sehr erstaunt und überrascht. Sie, Herr Bradley?' Wo kommen Sie denn her? Er deutete lächelnd zurück. Gradenwegs vom La-gerlner-Saloon Ihres Vater, Fräulein Gretchen. Ueber ihre lieblichen Zuge huschte em Ausdruck des Erschreckens. Sie sind doch nicht etwa meinet meinetwegen Er mckte lächelnd. Doch; Fräulein Gretchen! Ihret wegen bin ich aufgebrochen. Als ich Sie durch den Hof gehen sah, hatte ich keine Ruhe mehr. In dem Herzen des noch sehr zungen Mädchens regte sich ein angenehmes. ichmelchelndes Gefühl, aber sie war doch schon Weib genug, um es den jungen Mann mcht merken zu lassen, sondern ihm mit unmuthig geschürzten Lippeu und einem Blick des Vorwurfs zu antworten: Das war sehr unrecht von Ihnen. Herr Bradley. Was werden nun die andern Herren denken? Nichts, Fräulein Gretchen. Sie haben es nicht einmal bemerkt. Ein Ausdruck von Trotz mischte sich in die Zärtlichkeit strahlenden Aüae des jungen Mannes. Und wenn auch! Ich mache mir nichts daraus. Und Sie. Fraulein Gretchen? Ich? Sie blickte zu ihm auf, aber der Ausdruck seiner Äugen zwang sie, sogleich wieder von ihm wegzusehen. Ich kann ja nicht dafür. Ich mache eme Besorgung für meine Mama. Sie gehen gewiß nach Hause, Herr Vradley? Äoch nicht. Zunächst begleite icü Sie, das heißt, wenn Sie nichts dage gen haben, Fraulern Gretchen. Freilich, wenn es Ihnen unangenehm sein sollte er machte eine Bewegung mit der Hand nach seinem Hut. Ein ängstlicher Blick huschte von ihr zu ihm auf und ein hastiges Nein ertönte von ihren Lippen.- Langsam und gedehnt folgten die Worte: Es ist für ein junges Mädchen des Abends so unangenehm, allein durch die Straßen zu gehen, und deshalb ... Sie stockte. Nur deshalb, Fräulein Gretchen? (Fortsetzung solgt.). tj

Jur die xüf)C Unechte Schildkrötensuppe. Aus Fleischabfällen, Schinkenresten etc. sowie Fleischextrakt nebst den nöthigen Gewürzen stellt man eine recht kräftige Fleischbrühe ber. die Man

einige Stunden ziehen läßt, dann durch ein Sieb gießt und hierauf mit in Butter gebräuntem Mehle verdickt. Al dann schneidet man Zunge, Haut und Fleisch eines recht weich gekochten Kalbskopfs in kleine Stücke und bringt diese nebst Klößchen aus Geflügelfarce in die Suppe, der man kurz vor dem Anrichten ein großes Glas Sherry, etwas Cayennepfeffer und kleine gedämpfte Champignons beifügt.. Diese Suppe muß recht heiß servirt werden. Will man die Suppe einfacher herstellen, so läßt man die Klößchen mit Champignons fehlen oder gibt, kleine Semmelklößcken hinein. Spanisches Fricco. Drei Pfund Rindslendc oder sehr saftiges Fleisch aus dem Schwanzstücke wird sauber gehäutet, in ziemlich große Würfel geschnitten, außerdem wäscht und schält man gute mehlige Kartoffeln und schneidet sie in ziemlich dünne Scheiben, von denen man für die ange gebene Fleischmenge etwa drei Suppentellervoll braucht. Nun wird eine Puddingsform dick mit Butter ausgestrichen, auf die man eine Kartoffelschicht legt und sie mit kleinen Butterstllckchen bestreut; dann kommt eine Schicht Fleischwürfel, mit Salz, Pfeffer und weichgedünsteten Zwiebelscheiben gewürzt, abermals kleine Butterstücke, Kartoffeln, Fleisch etc., bis oben Kartoffeln den Schluß bilden, die man mit einem halben Pint saurem Rahm in dem ein halber Theelöffel FleischExtrakt aufgelöst wurde, übergießt. Man schließt die Form fest mit dem passenden Deckel, stellt sie in eine Kasserole mit kochendem Wasser und laßt die außerordentlich kräftige, wohlschmeckende Speise, die man übrigens auch von magerem Schweinefleisch bereiten kann, zwei Stunden ununterbrechen kochen, sie in der Form auf den Tisch gebend. Schweinsrücken mit Sauerkraut. Aus einem schon mehrere Tage vorher geschlachteten jungen Schweine haut man den Rücken ; schmal, in Form eines Rehruckens, heraus, dabei einen Finger breit den ! Speck darauf lassend, brät ihn dann! bei starker Hitze und mit wenig Butter auf allen Seiten braun, gießt ein Pint ' kochendes' Wasser dazu, salzt ihn, giebt etwas Gewürz- und Pfefferkörner daran und läßt ihn hiernach ganz ! langsam, während man ihn einige' Male umwendet, zwei bis drei Stunden zugedeckt kochen. Die Brühe muß dabei so sehr einkochen und der Rücken, ! zuletzt immer mit der Fettseüe nach' oben liegend, so fleißig damnt begossen werden, daß er wie glacirt erscheint., Inzwischen hatte man Sauerkraut sehr schmackhaft und klar, hellgelb aus-, sehend, zubereitet. Dasselbe richtet man nun recht heiß auf einer Schüsseln an, indem man hin und wieder, so viel man will und hat, eben aus dem Schalen genommene und von den Bärten befreite Austern hineinschiebt, und legt den Schweinsrücken in die Mitte des Sauerkrautes. Da das Sauerkraut kranzartia arrangirt wird, so ist es auch sehr hübsch, wenn man die Austern einige Minuten in heißen Wein legt, sie eben steif werden läßt und dann auf dem Gemusekranze, nngs um den Schweinsrücken, geschmackvoll arrangirt. Kalbfleischrouladen. Aus der Kalbskeule schneidet man feine Scheiben in Handbreite und etwas größerer Länge; nachdem man sie gut, geklopft hat, spickt man sie mit. feinen Speckstreifen; dann bereitet man eine Füllung aus den Fleischstückchen, , die abfallen, etwas Niere, Speck, Sardellen und Semmelkrume, alles fein.gehackt. Kapern, Salz, Pfeffer: und zwei Eier rührt man darunter und streicht diese Mischung aus die Fleischstücke, die man dann aufrollt und mit Zwirnfaden umwickelt. So zuberertet, legt man die Rouladen dicht nebeneinander in ein Kasserol, streut etwas Salz darüber und schmort sie m Butter weich, indem man Bouillon, von cYis.rx. -.w o:f,:A3 rs.;rrfcrrAf hnn ?tlCl W UUCl AilCUlU Irin uyviiuu Zeit zu Zeit zugießt; zuletzt giebt.mcm saure Sahne daran. Selleriesalat. Man braucht zwei große oder drei kleine Knollen Sellerie, den man ungeschält in Salz Wasser kocht, bis er sich leicht durchstechen läßt. Dann schält, man sie rasch und schneidet sie in Scheiben, unr. diese noch heiß mit drei Löffeln Qel,. zwei Löffeln guter Bouillon aus Äevlch's Fleischertrakt. Salz. Pfeffer, einer geWiegten Zwiebel und drei. Löffelm Essig zu vermischen.. Nach Belieben ' kann man gewiegte Kräuter über den: Salat streuen, auch sehr gut: Kartoffel und Sellerlesalat. zu gleichem Theilen mlschen. Brasittcrtrische-A Theeb r o t. Man schneidet WeMrot in dünne Schnitten, entfernt, die Rinde und weicht die- Schnitten in Mlch ein. Wenn sie darin angesaugt ffcik, nimmt man sie heraus, bestreicht ß: mit geschlagenem Eigelb, und 'röstet sie in einer Pfanne mit etwas Butter licht braun. Darauf legt man sie auf einen warmen Teller nd bestreut sie mit Zucker, dun etwos Zimmet beigemischt wurde. Austern in R a h m t u n k e. Sechs große Austern werden in eine klnne Pfanne gethan, etwas Salz und weißer Pfeffer, ein halber Theelöffel voll Citrovensaft hinzugethan und im Marienbad erstarren lassen. Das Gelbe eines Eies wird, mit einer Tasse Rahm vermischt, dazu gerührt und nebst den Austern heiß werden lassen. Auf einer zubschen Schale mit Crackers zu er

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