Indiana Tribüne, Volume 22, Number 103, Indianapolis, Marion County, 1 January 1899 — Page 4

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iuytviuu iuuuw Erjcheun Täglich imö Sonms ie tägliche .Trtbünk" kostet durch dcnXrla J dtnti per Woche, die SonntagZ.TribSe" Xextf ptx Woche. Bei uf cemern IS cwtl IJ3entJ pe, ,t. V V'ft ukerhttt X Ud fz schickt L BirtttJ)(Un3 V pv Jat. cmi tö eüd Vladams Indianapolis, Ind.. 1. Januar 1899. Sonntags - pitoi. Cllfo heute ift Neujahrstag. Wir schreiben zum ersten Male 1899. Waö soll ich Dir lieber Leser sürö neue Jahr wünschen ? Glück und Gesundheit, daö wünscht Dir Jeder, ich aber fria Dir etwa? Besonderes wünschen. Ich wünsche Dir für jedeö Mal, daß in den nächsten drei Monaten 189S statt 1899 geschrieben wird, tausend Dollars in die Tasche. Wenn Du also bis zum nächsten Neujahrstage nicht Millionär bist, ift eS meine Schuld nicht. Gewünscht habe ich'ö Dir. Freilich, mit dem Wünschen ist daö so eine Sache. Wer zählt die Wünsche, welche unerfüllt bleiben, die Hoffnungen, welche zu Grabe getragen werden ? Man mag noch so lange leben, aber das wovon man am meisten ansammeln kann, daS find unerfüllte Hoffaungen und Wünsche. Wenn der Mensch sonst keine Schatze anzusammeln vermag,auf einen Schatz unbefriedigter Wünsche kann Zeder am Abende seines LkbenZ blicken. Eine Neujahrsbetrachtung ift wie eine parlamentarische Budgetdebatte. Man kann dabei alles sagen, vaS man sagen will, eS ist nichts außer Ordnung. Beide gleichen einander auch darin, daß viel überflüssiges Zeug geschmotzt wird. Wenn man z. B. in einer NeujahrSbetrachtung feierlich anhebt : Die Jahre kommen und gehen", oder wenn man sich etwas poetischer ausdrückt und sagt: Jahr um 3adr rollt dahin im Strome der Zeiten", so ift dasZetwas sehr UeberflülfigeS, denn Jedermann weiß und die Jahre haben überhaupt nie etwas andere? gethan und werden nie etwa? anderes thun. Eine solche Bemerkung ist genau so überflüssig, wie wenn ein preußischer Abgeordneter sagt, daß ein preußischer Minister die Volksrecht? zu verkürzen suchte. DaS ist für diesen so natürlich, wie für die Jahre daS Vergehen und deaucht.gar nicht erst gesagt zu werden. Heute beginnt daS vorlttzte Jahr deö achtzehnten Jahrhundert. ES ist nicht ganz überflüssig, dies zu bemerken, denn Viele glauben, daß im nächsten Jahre, wenn man 1900 schreibt, daö zVanngKe Jahrhundert beginnt. Aber 1900 Jahre sind nicht voll, ehe 1900 Jahre zu Ende find und 1900 Jahre find nicht zu Ende, ehe der letzte Tag deS neunzehnhundertsten JahreS zu dnde ist, ebenso, wie ein Jahrzehnt nicht zu (?nde ist vor Ablauf von zehn Iahren und daö nächste Jahrzehnt mit dem elften Jahre beginnt. Daö zwanzigste Jahrhundert beginnt also mit dem Jahre 1901. Worüber freut man sich eigentlich beim Jahreswechsel ? streut man sich darüber, daß daS alte Jahr zu Ende ift, oder daß ein neue anfängt ? Ich muß gestehen, daß wenn ich eö nicht für gute Philosophie hielte, in diesem irdlschen Jammerthal überhaupt keine Gelegenheit für ein Fest, oder eine Feier, oder sonstige Vergnügung ur benützt vorübergehen zu lassen, ich eö für Unsinn hielte, den Neujahrötag zu feiern. Wenn ich mich an einer Syl vefterfeier betheilige, so thue ich eö nicht, weil eö Sylvefterabend ist, son der weil ich mich amüfiren will. Ich bin ganz damit einverstanden, daß man den Jahreötag eineö erfreulichen oder segensreichen Creignissek feiert, ein solches ist aber weder der Anfang noch daS Ende eineS natürlichen Zeitabschnittes. Wenn die Erde statt 365 Tage noch einmal so viele dazu brauöte, um den Weg um die Sonne herumzumachen, so wären wir dielleicht weder glücklicher noch unglücklicher. Wir wüßten'S nicht anders und trürden unS eben auf einen Tag von achtundvierzig Stunden eingerichtet haben Die Feie: eineö Ereignisses. dcS man ebenso gut aus jeden anderen Teg verlegen konnte ist Unsinn. Denn den Nundlaus der. Erde um die Sonne könnte man an jedem beliebigen Punkte ansangen lassen, denn wo einmal vor Aeonen dieser Kreislauf wirklich begonnen hat, das vermag ja kein Mensch zu sagen. Die christliche Welt hat nun allerdivgS einmal den ersten Januar als Neujahrötag festgesetzt, und so kannS unS ji recht sein, aber der erste Januar fällt nicht einmal in der ganzen christlichen Welt aus denselben Tag. In Nußland z. V., wo man nach dem julianischen Kalender rechnet, ift man gg unS um zwölf Tage zurück.

Aber für Nußland ift eö etwaö Natür-

licheö in Allem, also auch in der Zeit zurück zu sein. Ich weiß natürlich nicht, lieber Leser, ob Du heute irgendwelche Luft empsindest, zu lesen, waö ich geschrieben. Wenn Du Neutahr gefeiert hast, wie ein Mensch mit gesunder Philosophie eS feiern soll, dann wirst' Du heute keine übergroße Lust zum Lesen haben. Wenn Du aber wissen willst, waö gesunde Philosophie ist, dann lieö den Schluß von Schillers Resignation. Der heißt nämlich so: Waö man von der Minute auögeschlagen Giebt keine Ewigkeit zurück. Der Plauderer. verglühter Zllohn. Novelle von El'Correi. Herbstlicher Hauch über den Aeckern. Noch stehen Garben auf den Stoppelfeldern, und der Mohn verglüht seine letzten .Blüthen. Lela blickt auf zu dem blendendweißen Himmcl, der die Sonne gefangen hält; blendendes Licht kämpft mit den kalten, weißen Nebeln eines FrühHerbstmorgens. Thau glimmert über den langen, samentragenden Gräsern am Ackerrand, und melancholisch klingt der monotone Ruf einer Krähe durch die Stille. Allmählich dringt die Wärme der Sonne zur Erde nieder. In langem Kusse saugen vereinzelte Sonnenstrahlen denThau von den zitternden, lebendigen Gräsern und es ist, als athme die Erde noch einmal in Sommerwonne auf. Lela wischt sich den Schweiß vom Gesicht es wird warm. Eine schwüle Wärme. Noch ist der Himmel ganz weiß, und die Sonne sticht nur mit scharfen goldenen Strahlen nieder, die auf den Gefilden verweilen und die Arbeiter hier an bfn Thonfeldern blenden und quälen. Schwacher Rauch entquillt noch hier und da den mächtig aufgebauten Ziegelbränden, und die gebrannten Steine sind roth und heiß. In unabsehbarer Reihe aber stehen mit Strohmatten bedeckt die gelben Mauern trocknender Steine. Von ferne gleichen si: australischen Hütten. Und ringsum tiefausgeschaufelte Erde. Von mächt:gen Mulden und Schachten durchzogen liegt das braune Erdreich, in dessen Wunden Hunderte von Schaufeln und Hacken wühlen. Pferde mit verbundenen Augen lebendige Rotationsmaschmen treiben den Thznbrei durcheinander; Männer mit bis zu den Knieen nackten Beinen formen die Steine, Mädchen und Weiber tragen auf Brettern die schweren, nassen Formen zur Trockenschichtung. Andere schleppen in Körben Kohlen herbei zum späteren Brennen. Unter letzteren ist Lela. Sie trägt mit großer Anstrengung ihren Korb und muß oft ausruhen. Der Aufseher ist jedoch nicht streng gegen sie ; ja, als sie jetzt mit ihren Holzpantoffeln herangeklappt kommt, meint er gutmüthig: Mit gutem Willen geht alles, was?Sie blickt ihn nur an mit ihren traurigen, dunklen Augen und keucht an ihm vorüber. Als sie danach wieder zu dem großenKohlenhaufen zurückkehrt, sagt eine starkknochige Frau zu ihr: Wj kommst du eigentlich her? Dir sitzt noch keine Kraft in den Knochen!Ich habe noch nicht hart gearbeitet!" antwortet sie und fährt fort ihren Korb mit Kohlen zu füllen. Na, du bist keine Prinzessin?lacht die andere und stemmt die geschwärzten Hände in die Seiten. Lela kauert nieder neben ihrem Korb, und ihr Blick schweift über die nahe Chaussee und hinüber zu den Stoppelfeldern mit dem verglühenden Mohn. Ich hab' bis vor kurzem ein gutes Leben gehabt!" meint sie dann. Nach der Confirmation kam ich auf ein Gut als Milchmagd, aber der Herr gab mir nur leichte Arbeit!" Sie erhob sich, und ein irres Lächeln ging über ihr feingeschnittenes Vlumengesicht. Der war dir wohl gut?" fragte die andere lachend. Lela nickt. Traumverloren mit den großen dunkeln Augen vor sich hinstarrend zieht sie den Knoten threS rothen opstuctzes fest zu. Bis er'S satt war?!" setzt die Frau mit breitem Behagen hinzu. Bis seine Mutter merkte, daß er'S ernst mit mir meinte! Er ist jung und wollte mich ja beirathen!. . . . Seine Mutter jagte mich fort und er er hatte nickt den Muth mich zu schützen vor dieser Schande und vor der Noth!" Die Frau lacht. So sind die Mannsleute! Feig und lapp!" Hätt' mich der Platzmeister nickt hier zur Arbeit angenommen und mir Muth gemacht, ich wär' schon längst verhungert!" fährt Lela fort und ringt die zarten Hände ineinander. Warum dienst du denn nicht fr gendwo als Magd?" Unter Menschen ist mir zu eng!" antwortete Lela . murmelnd, während ihr Blick wie wartend in die Ferne schweift. Gegen Mittag brennt die Sonne voll nieder. Ein kraftstrotzendes Ochsengespann zieht einen vollen Getreidewagen über die Chaussee; über die Ziegelei flimmert die Luft in Gluth. Lela ist erschöpft. Sie taumelt mit ihrem Korbe und sinkt fall hin. Vta sich zu stärken, nimmt sie end-

lich einen Schluck kalten Kaffeeö und versucht von neuem, ihre Pflicht zu erfüllen. ' Ihr Hirn brennt. Ihre nackten Arme und Beine sind von Mücken zerstochen und ihre Haut fiebert. Ihr trauriger Blick wird ein verzweifelter; ihr voller, kleiner Mund wird blaß. Mit bebenden Händen regiert sie die Schaufel und füllt ihren Kohlenkorb. Da rollt ein leichtes Gespann heran. Der zierlich-derbe Jagdwagen glänzt mit seiner schönen, dotiergelben Lackirung und die muthwilligen Füchse freuen sich ihrer geringen Last. Lela steht aufrecht und schaut mit ihrem krankhaften Interesse an dieser weiten staubigen Chaussee zu dem Gespann hinüber. . . Aber wie ein Schlag trifft sie's! Den Wagen lenkt ein junger Mann, dessen blondes Gesicht mit starrem Schrecken auch ihr zugewendet ist. Plötzlich stehen die Pferde. Lela?- ruft der Mann heiser, als traue er seinen Augen nicht. Sie ist in die Kniee gesunken. Ihre zarten, kohlengeschwärzten Arme stte cken sich einen Moment aus die brennenden Augen starren empor und dann sinkt der schlanke Oberkorper des Mädchens zurück und fällt auf den Korb mit den nassen, schwarzen Kohlen. . Als Lela wieder zum Bewußtsein kommt, liegt sie in der Schutzhütte auf trockenen Strohmatten. Durch die offene Thüre kann sie sehen, daß der Tag schon sinkt. Sie kann sich nicht besinnen, was mit ihr geschehen und versucht, sich zu erheben. Es geht mit Mühe. Und als sie vor der Hütte erscheint, kommt der Platzmeister auf sie zu. Na?" fragt er, ausgeschlafen?Allmählich dämmert ihr, daß sie wohl ohnmächtig geworden, weil sie ein blondes Gesicht gesehen. Sie sieht den Platzmeister an und mochte ihn vieles fragen.

Er kommt ihr. zuvor. Dich hat ein Herr hierherem getragen und mich ge beten, wenn du munter bist, dir daö zu geben! Damit halt er ihr eine Hand voll Goldstücke bin. Verständnißlos sieht sie auf daS Geld. Für mich?" Der ehrliche Mann nickt. ES soll dir dein Leben erleichtern", hat er ge sagt. Da nimm! Thu'S auf oie Sparkasse und suche dir einen leichten anständigen Dienst. Nachher gehen Steinefuhren nach der Stadt, da kannst du mitfahren. . . Ruh' derweil noch aus!" Er nickt ihr ernst zu, und seine guten Augen sind voll Mitleid. Dann geht er davon. Lela steht an die Holzwand derHütti gelehnt und halt das Geld m derHand. Sie begreift, daß sie damit ihre bluti gen Thränen trocknen soll die Thränen einer Verstoßenen Verrathenen Zerschmetterten. . . Ihr ist, als halte sie Nesseln in der Hand. Nein! lieber stirbt sie Hun gers, als von diesem Gelde sich näh ren. Sie wankt auf den nahen Brunnen zu und mit kurzem Ruck wirft sie das Geld in die schlammige Tiefe der Cisterne. Dann rennt sie wie gehetzt davon, über die Chaussee über die Stoppel felder immer querein ohne zu wissen, wobm. Endlich stolpert sie am Äaldesfaum und fällt. Sie bleibt liegen; sie wühlt sich wie em weidwundes Reh rn das Unterholz und schluchzt. : : Bald ist sie erschöpft und Schlaf umsangt sie. Sie träumt. Sie sieht im Traum den Platzmei ster. Er hat daö Geld noch in der Hand und sagt zu ihr, er wolle eS dem Manne zurückgeben. Dabei sieht er sie' mit soviel Theilnahme an, daß ihr ganz warm ums 'Herz wird. Dann sagt er, wie so gut er ihr sei. Sie weint und er küßt sie. Seine Küsse sind wie sanstes Oel auf ihre blutenden Wunden. Er stützt sie mit seinem starken Arm, und sein Bart streift über ihre brennende Stirn, wie ein erqui ckender Luftzug. . , Er lacht und meint, sie werde nun gesund und glücklich. Die Frau habe Nicht recht, alle Manner seien mcht feige und lapp, es gäbe auch noch welche, die wüßten, daß der Herrgott be fohlen, die Manner sollen daö schwache Weibergeschlecht schützen und ehren. ... Lela träumt, und sie lächelt im Traum wie eine Genesende. AlS sie ecwacht. schwebt ein blasser Mond über dem Walde. Würzige Fn sche füllt die nächtliche Luft. Die Ziegelbrände dort hinten aber sind von zahllosen rothen, blanken Flämmlein umspielt, und der ger'ö thete Kohlenqualm hüllt alleS in zu ckende Wolken. Lela kann sich nicht auf ihre letzten Erlebnisse besinnen, sie ist noch ganz beherrscht, von dem Traume. Sie denkt n':cht an dcS erfahrene Elend, sie glaubt .un daS getraumte Gluck und ist von Hoffnung beseligt. Langsam erhebt sie sich und streicht das dunkle Haar unter dem Tuche zurecht. Der matte Mondschein zeigt ihr die Kohlenspuren an den Beinen, und ihre Füßen verstecken sich tief in d:e Holzpantoffeln. Lela wünscht Strümpfe zu haben und ein langes sauberes Kleid. Sie steht auf, um hinüber zu cct Ziegelei zu gehen und mit einem Steinewagen nach der Stadt zu fahren. Sie it so todtmüde und sehnt sich nach einem Lager. Während sie aber über die Stoppelfelder .sckreitet. wo sterbender Mohn im

Mondenscheine bleicht, erschetnl' Tfrr

ihrem inneren Auge das blonde Gencht. . . Sie gedenkt der Feigheit des Mannes und ballt die kleine schmutzige Hand. Wenn sie ihn noch einmal sieht, wird sie ihn ins Gesicht schlagen. Schon von ferne bort sie Stimmen. Sie ist aber schon auf den Thonäckern angelangt, als sie noch niemanden sieht. Die Nachtluft trägt die Laute zu ihr, obgleich die Sprechenden weit hinten bei einem der Brände stehen. Unbemerkt kommt sie naher. Plotzlich bleibt sie stehen. Man spricht von ihr. Sie erkennt die Stimme deö Platzmeisters und dieser sagte soeben: Wenn das Madchen aus Nimmerwiederkehr verschwunden wäre, sollte's mich nicht überraschen! Für solche arme Menschenkinder ist der Tod besser wie's Leben! Zu schwach für die Noth, - hat das Glück sie doch auch nur zum besten!" He. . August, die Fuhre ist voll!. . . Abgefahren!" Lela steht und lächelt. Sie begreift nicht, waS gesagt wurde, sie freut sich nur der. bekannten Stimme. ?. Ihr ift, als verheiße ihr. dieselbe Halt und Schutz, und sie fühlt sich so unsagbat . schwach und allein. . ' ' Sie wankt vorwärts. In bieitri..SchVcenagert sich jetzt der heiße Kohlenqualm über. die Ziegelbräiide und ' die Luft ist dick vor Rauch. Lela meint; alles drehe sich in wilden ..Kreisen um sie her und die Menschen, die sie : jetzt erblickt, verschwimmen vor ihren Augen als wun derliche dunkle Streifen. Der Platzmeister hebt sie auf, denn sie ist niedergestürzt. Er sieht in ihr entfärbtes Gesicht und. fühlt die sengende Fieberhitze ihrer Hände. Sein dunkles, gutes Antlitz neigt sich 'tiefer er halt den Athem an er scheint voll Sorge. - ' ' Matt liegt Lela in seinen Armen und giebt leine Antwort. .Wehrlos laßt sie sich , nach einem Fuhrwerk, tragen. auf welchem man bereits ein Lager für sie zurecht gemacht hat. ' Der Platzmeister legt sie sanft nieder und setzt' sich an- ihre, Seite; als sich der Wagen dann mit knackenden, sto ßenden . Achsen in Bewegung setzt,' schützt sein stützender Arm ihr mattes Haupt vor der Erschütterung. Schon tauchen die Lichter der Stadt auf und erwecken, die Vorstelluna von buntem Getriebe.. von Leben und Streben. . von rastlosem Sorgen und heißem Lebenskampfe. Hier draußen ist es jetzt' still und kühl. Heimchen zirpen, und dem gehäufelten Grummtt entsteigt der wehmüthige Duft sterbender Feldblumen. Der schwere. Leiterwagen rumpelt über den gefurchten Boden des Feld weges; trockene Erdbrocken rutschen in die ausgedörrte Grabenrinne. Lela liegt regungslos. Ihr Gesicht ist todtenbleich, und nur ihr. glühend heißer Athem verrath das F'.eber. das in ihren Adern brennt. Sie merkt nicht, daß ein Herz für sie zittert, daß eine Seele um iyr.even .mrett. 'ie fühlt den verzweifelten Blick des Man nes nicht, der halten möchte, was doch verglühen soll. - Sie weiß nicht, daß der Mann plötzli erkannte, selbst in tausend Lebens! orgen den rechten Le benssommer die Zelt der Sonne verloren zu haben ; und nun will er sich eine Blüthe retten, die semem einsamen Arbeiteneoen die Zeit der Sonne zu rückaiebt. Er spricht zu ihr. Er schil dert ihr' ein Leben voll Genügen und Frieden. Dabei rinnen -über seine braunen Wangen Thränen. Er ahnt. seine Selbsterkenntnis, seine Liebe kommt zu spät. Das Leben hatte ihn gelehrt, nichts zu wünschen, nichts iu hoffen, nichts zu lieben. . . Der Tod lehrte ihn jetzt lieben und wei nen. Sie fahren in die Stadt ein. In den Gärten reicher Anwesen brennen bunte Lampen und fröhliche Menschen genießen des Abends Kuhle. Farbenprächtige Herbstblumen .leuchten von den Beeten herüber aber in das Lachen der Menschen und in das Leuchten der Astern mischt sich leis das Schluchzen sterbender ommentlnder. Lela liegt wie eine vom Schnitter getödtete Feldblume. Ihr rothes Kopfs , r r ii'it t 4 ' i i. ' lucy oeicyairel vie öicicoe toiun me vom. Tode geküßte.. Aus dem Eheleben. Er: Dir hat doch der Arzt Bewegung verordnet?" Sie: Ja.- Er: Da könntest Du heute einmal zur Tante hinausgehen und sie um ''zwejhündert Mark anpumpen.- . Aha! . A.: WaS haben Sie tU gentlich gegen den jungen Redacteur?" B. (Schneidermeister) : . Ach.. ' wissen Sie der behandelt die ihm zugeschick ten : Rechnungen wie Frühlingsge-dichte!-. --7 Boshaft.. Köchin. (als, die Hausfrau resultatlos die Küche durch' sucht ob . sich nicht ein Soldgt.' darin versteckt hat): . .In ; meinen Fingerhut !,aben Madam noch nicht.' 'reingechaut!" . . . ; ''Durchschau t. Hausfrau: Wenn Sie ' Ihre Wintersachen . vor Motten schützen wollii.dann' btingen Sie'sie nur 'zu mir.-. Schauspieler: Danke! Ich kann sie ja auch selbst ver-setzen!-. : ;; Stolze Famtlitnnach. richt. Die Geburt eines ahnenwürdigen Sprossen ..geben bekannt Graf Rickewitz und Gemahlin. . Aorschlag" zur Güte. A. (in der. Soiree): So, nun will ich noch ein 'Liedchen ' singen .und dann gehe ich .nach' Häufe!- A.:. Könnten Sie es nicht umgekehrt mächen?- ''. W int Si'eVJch bin gezwungen. Arthur, dem Verein für Aerbesserung der Frauenkleidung beizutreten.-! Er: Gezwungen?- Sie: Jawohl meine Kleiber sindalle schon schlecht!"

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