Indiana Tribüne, Volume 22, Number 103, Indianapolis, Marion County, 1 January 1899 — Page 3
Ans Wh Mcr.
Hcrncm ton Ludwig Habicht. (16. Fortsetzung.) Was?" schrie sie aufspringend, du willst den Verräther machen?" Er zog sie wieder neben sich nieder und sagte mit fernstem, überlegenem Lächeln. Ich will nicht den Verräther machen, sondern dir nur vorstellen, daß es deine heilige Pflicht ist. das furchtdare Verbrechen nicht ungesühnt zu lassen, und daß du durch dein Schweigen dich gewissermaßen zur Mitschuldigen machst." O, nicht doch nicht doch!" stammelte sie. Kolwitz aber fuhr jedes Wort klug erwägend, fort: Ich will gar nicht davon reden, daß du dir einen sehr bedeutenden pekuniären Nachtheil zugefügt hast, das ist hier ganz Nebensache " Wieso? Welchen Nachtheil?" unterbrach sie ihn. Das ganze Vermögen deines Vaters müßte dir zufallen, wenn Rosa verurtheilt würde; ein überwiesener Verbrecher darf nicht die Frucht seiner Missethat ernten." Ist das wahr?" fragte Alma und aus ibren Augen leuchtete die Gier. Sicherlich. Im Fall einer Verurtheilung wird der Baumeister dir das Geld herausgeben müssen. Doch das fällt bei mir natürlich gar nicht ins Gewicht. Der moralische Standpunkt ist es, worauf es mir ankommt. Du darfst die ungeheure Missethat nicht ungestraft lassen." In einer langen, wohlgesetzten Rede bemühte er sich, sie seinem Willen geneigt zu machen, obwohl er sehr gut wußte, daß dies nicht mehr nöthig sei, daß er sie vielmehr mit der Aussicht auf die jetzt im Besitze ihrer Schwester befindlichen Millionen bereits geködert hatte. Als er geendet, faltete sie die Hände und sagte wie zerknischt: Ich seh' es ein, es muß geschehen, so hart es mich auch immerhin ankommt; du hast mich völlig überzeugt. Was muß ich thun?" An die Staatsanwaltschaft schreiben, und zwar sofort." Hat das nicht Zeit bis morgen?" Nein, dergleichen verschiebt man nicht; setzte dich an deinen Schreibtisch, ich will dir das Schreiben diktiren!" Er wollte das Eisen schmieden, so lange es heiß war, und sie war so völlig von ihm unterjocht, daß sie ohne Widerrede that, was er ihr befahl. Kolkwitz suchte aus ihrem Papiervorrath den passenden Bogen heraus, Alma nahm am Schreibtisch Platz und schrieb nieder, was er,im Zimmer aus und ab gehend, diktirte. Kolkwitz überlas aufmerksam das Geschriebene, ließ sie hie und da noch ein Interpunktionszeichen, ' einen vergessenen Haken über dem u oder einen Punkt über dem i einfügen, steckte den Bogen in ein großes Couvert, das er versiegelte; dann wies er Alma an, wie sie die Aufschrift zu. machen hatte. Ich werde die Beförderung des Schreibens übernehmen," sagte er. Jetzt, liebe Alma, laß unö aber Thee trinken." Sie begaben sich in das Speisezimmer, wo der Tisch so reich mit erlesenen Speisen besetzt war. daß der alte Löbbeke, hätte er das wissen konnen.sich : darob im Grabe umgedreht haben j würde, und sprachen ihnen mit so gutem Appetit zu, als sei nicht soeben von ihnen die Vernichtung eines Menschenlebens beschlossen worden. 26. Bankier Rudolf Böster stand vor Gericht. Er war nicht inBegleitung seines Anwalts erschienen und von der , klagenden Partei war niemand zur Stelle. Wozu das? Es bedürfte jetzt keiner Rede und Gegenrede mehr; mit der Ableistung des Eides seitens des , Bankiers war der Ballerstädtsche Prozeß, der so lange geschwebt hatte, aus der Welt geschafft. Das Erkenntniß des Reichsgerichtes wurde verlesen, und der Vorsitzende ' des Gerichtshofes richtete an Böster die Frage, ob er zur Ablegung des Eides bereit sei. Er bejahte; aber er war ; todtenbleich und mußte sich, um nicht : umzusinken, auf den Tifch stützen. Es mochte ihm wohl nothig scheinen, eine Erklärung für diese große.für alle sichtbare Erschütterung zu geben, denn er sagte, ohne seine Rede an eine bestimmte Person zu richten, mit leiser Stimme: So alt ich geworden bin-, ist es doch heute das erste Mal, daß ich an Gerichtsstelle einen . Eid zu leisten habe." Die Eidesvermahnung wurde darauf vom Vorsitzenden mit lauter, eindringlicher Stimme gesprochen, und i der Schworende angewiesen, die nun folgenden Sätze der Eidesformel nachzusprechen. Böster bewegte die Lippen; aber kein Ton kam über dieselben. Die Stimme versagte ihm vollständig. Es war ein erschütterndes Schauspiel, wie der weißhaarige Mann mit dem tiefgefurchten Antlitz mit sich kämpfte und rang. Plötzlich schien er den Krampf von sich geworfen zu haben. Man hörte ein lautes Keuchen der Brust; er konnte sprechen, aber es waren nicht die ihm vorgesagten Worte des Eides. Die Schwurfinger sinken lassend, rief , er: Nein, nein, ich mag nicht schwören!" Und er sank auf den Stuhl, den der Referendar ihm mitleidig hingeschoben hatte, gewahrend, daß er sich nicht mehr aufrecht zu halten vermochte. Sie weigern sich, den Eid zu leifttnl" fragte nun der Vorsitzende. B'öst?? vermochte nur durch ein schwaches Kopfnicken zu antworten. Sie wissen, daß Sie in diesem Falle zur Herausgabe von fünfmalbunderttausend Mark an die Gräfin
Ballerstädt verurtheilt sind?" Möge mir geschehen, was da will ich schwöre nicht!" erklärte der Bankier mit schwacher Stimme. Sie geben also hiermit zu, das Depot vom Grafen Ballerstädt empfangen zu haben?" Nichts gebe ich; aber ich schwöre nicht, sondern werde zahlen." Der Vorsitze.ide besprach sich leise mit den Beisitzern. In diesem Augenblicke öffnete sich die Thür, der Gerichtsdiener trat ein und meldete den Regierungsrath v. Boltenstern, der in einer die Ballerstädtsche Angelegenheit betreffenden sehr dringenden Sache bitte, sofort vorgelassen zu werden. Nach einer ganz kurzen Berathung des Gerichtshofes erklärte man sich bereit, dem Ansuchen Folge zu geben, und wenige Minuten später trat Boltenstern ein; er sah bleich, übernächtig aus und befand sich offenbar in höchster Erregung. Ist der Eid schon geliefert?" war seine erste Frage, und als dies verncint wurde, rief er: Gott sei Dank, so komme ich nicht zu spät! Lassen Sie den Mann nicht schwören, er schwört falsch!" Böster stieß einen heiseren Schrei aus, während der Vorsitzende sagte: Herr Böster hat soeben die Ableistung des Eides verweigert; aber was haben Sie uns mitzutheilen, Herr Regierungsrath? Was veranlaßt Sie, die Sitzung in dieser Weise zu unterbre chen?" , Ich siehe sogleich zu Diensten," antwortcte der Regierungsrath, noch einmal tief Athem schöpfend. Hören Sie. Gestern gegen Abend ging mir ein Brief von einer mir völlig unbekannten, unbeholfenen Hand in nicht ganz korrektem Deutsch und mangelhafter Orthographie zu, durch den mir mitgetheilt wurde, der Briefschreiber habe den unwiderleglichen Beweis in Händen, daß der Äankier Böster vom Grafen Ballerstädt Papiere im Werthe von fünfmalhunderttausend Mark erhalten und darüber einen Depotschein ausgestellt habe. Letzterer sei zwar im Original nicht mehr vorhanden, wohl aber eine Photographie desselben, die mir gegen eine Summe von zehntausend Mark überlassen werden solle. Der gegenwärtige Besitzer sei nur durch Zufall in deren Besitz gelangt, habe mit der Angelegenheit nichts weiter zu thun gehabt und wünsche nicht mit der Polizei in Berührung zu kommen; wolle ich deshalb das für mich so werthvolle Dokument haben, so müsse ich auf seine Bedingungen eingehen. Ich solle am anderen Morgen zwischen vier und fünf Uhr auf dem Kirchhof in Wiesenbürg sein. In der Nische neben der Ballerstädtschen Gruft würde ich die Photographie finden und solle dann an deren Stelle die zehntausend Mark Niederlegen. Ich brauche letzteres erst zu thun, nachdem ich mich überzeugt habe, daß ich einen dortheilhasien Handel mache. Fürchte ich, daß ich in einen Hinterhalt gelockt würde, so könnte ich mich ja bewaffnen und mich auch von einem Diener begleiten lassen. Ich würde aber scharf beobachtet, und sollte ich versuchen, mich der Photographie zu bemächtigen, ohne die bedungene Summe dafür hinzulegen, so würde mir das trotz Waffen und Begleitung übel bekommen. So abenteuerlich und gefährlich die Ausforderung erschien, lag darin doch etwas, das mich an die Wahrheit des Mitgetheilten und wenn ich mich so ausdrücken darf an die Ehrlichkeit des Briefschreibers glauben ließ, und ich beschloß, ihr Folge zu geben. Mit einem geladenen Revolver in der Tasche, aber auch mit zehntausend Mark im Portefeuille, fuhr ich in Begleitung meines ebenfalls bewaffneten Dieners nach Nauen, von dessen BahnHof wir den Weg zu Fuß antraten, denn um jedes Aufsehen zu vermeiden, hatte ich davon absehen müssen, mir einen Wagen nach der Bahn zu bestellen. An dem bezeichneten Ort fand ich ein mehrmals in starkes Papier eingeschlagenes, auf Karton gezogenes Papier und überzeugte mich beim Schein einer mitgenommenen Wachskerze, daß ich wirklich den Beweis in Händen hatte, daß Herr Böster dem Grafen Ballerstädt einen Depotschein über fünfmalhunderttausend Mark ausgestellt hatte. Ohne Verzug legte ich die Brieftasche mit den zehntausend Mark an die Stelle, von wo ich die Photographie genommen hatte und entfernte mich wieder. Mein Diener, der es nicht unterlassen konnte, aus einiger Entfernung zurückzublicken, will gesehen haben, daß eine in einen Mantel gehüllte Männergestalt mit einem sehr großen Hut auf dem Kopfe hinter der Kirche hervorgekommen sei und sich der Nische genähert habe. Wie der Betreffende zu der Photographie, wie er zu dem Original gelangt war, das alles ließ ich vorläufig auf sich beruhen, die Hauptsache für mich war: ich hielt den Beweis in Händen, daß die Forderung der Gräfin Franziska v. Ballerstädt an den Bankier Rudolf Böster eine gerechte ist, und daß der Prozeß auf jeden Fall zu ihren Gunsten entschieden werden mußte, selbst wenn Herr Böster den Eid leistete. Doch hielt ich es für meine Pflicht, dies womöglich zu verhindern! So schnell es möglich war, eilte ich hierher, meine Aussage zu machen." . Aller Äugen wandten sich jetzt dem Bankier zu, der völlig in sich zusammengebrochen, ein Bild des Jammers und der Schuld, dasaß. Der Vorsitzende nahm die ihm vom Regierungsrath dargereichte Photographie, prüfte sie und gab sie seinem Nachbar; sie ging so von Hand zu Hand, bis sie zum Vorsitzenden zurückkehrte, der sich nun mit der im strengen Ton gesprochenen Aufforderung an den Bankier wandte: Treten Sie hierher, Herr Böster. Sehen Sie sich das an; was haben Sie dazu zu sagen?" Und er hielt ihm die Photographie hin.
Böster war herangetreten, wies aber das Blatt mit einer Handbcwegung zurück. Ich kenne es bereits!" stieß er mühsam hervor. Sie wissen, daß es die Photographic des von Ihnen ausgestellten Depotscheines ist?"a." Und wo ist das Original?" Ich hab' es um eine hohe Summe gekauft und vernichtet!" Von wem? Wer brachte Ihnen den Schein? Wo hat er si gesunden?" fragte der Regierungsrath, der in seinem Eifer und in seiner Aufregung ganz vergaß, daß ihm das hier gar nicht zustand, und mit einer Stimme, die auch schon aus dem Grabe zu kommen schien, erwiderte Böster: In der Grust des Grafen v. Ballerstädt." Leise, oft kaum vernehmbar, mit dielen Unterbrechungen erzählte er, was ihm mit dem ehemaligen Diener des Grafen begegnet sei und fügte hinzu: Er hat mich doch hintergegangen und noch einen Abzug zurückbehalten." Der Bankier befand sich im Irrthum; nicht Hedicke, sondern Glaser hatte den Abzug zurückbehalten, um daraus für sich allein noch eine Summe zu erzielen ; er hatte es sehr schlau anzufangen geglaubt und dadurch doch die Grube gegraben, in der er und seine Gefährte sich fangen sollten. Sie gestehen also ein. die Papiere im Werthe von fünfmalhunderttausend Mark vom Grafen v. Ballerstädt empfangen und sie nach dessen Tode unterfchlagen zu haben?" fragte jetzt, jedes Wort scharf betonend, der Vorsitzende, während alle Augen sich auf den Bankier richteten. Dem Unglücklichen schienen sie ebensoviel Dolchspitzen. Doch im nächsten Augenblick sah er schon nichts mehr; seine ganze Umgebung verschwamm für ihn in einem Nebel, er griff mit der Hand um sich, als suche er nach einem Halt, einer Stütze. Ja, ich bekenne mich schuldig, ich habe !" Er brach ab, rang nach Athem, taumelte und fiel, ehe ihm jemand beizuspringen vermochte, der Länge nach auf den Fußboden. Voll Schrecken umstanden ihn die Gerichtsherren, die sämmtlich aufgesprungen und hinzugeeilt waren. Eine starke Ohnmacht!" flüsterte der Vorsitzende einem der Räthe zu, der aber schüttelte den Kopf und entgegnete ebenso leise: Ich glaube, daß ist keine Ohnmacht, sondern der Tod!" Er hatte recht gesehen. Rudolf Böster, der sofort aufgehoben und aus dem Gcrichtszimmer getragen wurde, war bereits ein todter Mann. Ein schnell herbeigerufener Arzt erklärte alle Wiederbelebungsversuche als nutzlos. Ein Schlaganfall hatte dem Leben des Bankiers ein Ende gemacht. Es blieb nur noch übrig, die Familie von dem furchtbaren Ereigniß zu benachrichtigen und derselben gleichzeitig mitzutheilen, daß der Unglückliche gestorben sei mit dem Bekenntniß seiner Schuld auf den Lippen, aber doch frei von dem Verbrechen des Meineids, vor dem ihn nicht die Dazwischenkunft des Regierungsraths, sondern sein eigenes besseres Gefühl noch im letzten Augenblick bewahrt habe.
$6. Das Leichenbegängniß des Bankiers Rudolf Böster auf dem Dreifaltigkeitskirchhof war ein sehr stilles gewesen. Die Familie hatte nicht durch besondere Anzeigen zur Theilnahme eingeladen und von selbst war außer den nächsten Angehörigen niemand gekommen; die Kunde, daß er im Gerichtszimmer mit dem Eingeständniß seiner Schuld auf den Lippen gestorben sei, hatte sich wie ein Lauffeuer verbreitet, und Freunde und Bekannte verhindert, dem geständigen Verbrecher die letzte Ehre zu erweisen. Und doch war Böster im eigentlichen Sinne des Wortes kein Verbrecher geWesen. In einer der schwersten, dunkelsten Stunden seines Lebens war ihm die Versuchung in überaus lockender Gestalt genaht, und er war ihr erlegen erlegen aus Liebe zu seiner Gattin und seinen Kindern, und er hatte seinen Fehltritt schwer gebüßt durch Jahre der Qual und Gewissenspein. Sein Leben, reich an äußeren Erfolgen, war von da an nichts als eine ununterbrochene Reihe von Kümmernissen und Kämpfen gewesen, unter denen er dann jäh und vorzeitig zusammengebrochen war. In diesem Sinne war auch die Leichenrede gehalten, dieAlberta Schramm dem Vater hielt, als die Familie sich nach der Beerdigung in der Wohnung um die Mutter versammelt hatte. Sie hatte sich vollständig in des Vaters Wesen hineinzudenken vermocht, für sie hob sich aus Dunkel und Verzerrung sein Bild klar hervor, während ihre Mutter durch den Gedanken, daß der Mann, den sie geliebt, an dessen Seite sie sich so glücklich und geborgen gefühlt, einen so schändlichen Betrug begangen, ganz niedergeschmettert war, und auch Fritz, der auf den Vater so stolz gewesen, fühlte sich wie vernichtet. Zu seinem Schmerz gesellte fich nach eine peinigende Angst. Wie hier die Entdeckung gekommen war, so konnte sie über kurz oder lang auch für das andere noch weit grausigere Verbrechen eintreten. Dieser Gedanke zitterte nur zu oft durch seine Seele. Zunächst lag ihm ob, eine recht Peinliche Pflicht zu erfüllen. Als Bevollmächtiger seiner Mutter und Schwester, sowie in seinem eigenen Namen hatte er dem Regierungsrath v. Boltenstern die der Gräsin Franziska v. Ballerstädt gehörenden fünfmalhunderttausend Mark nebst den aufgelaufenen Zinsen und Zinseszinsen zurückzuzahlen. Herr v. Boltenstern benahm sich als echter Kavalier. Nicht mit einem Worte erwähnte er die eigentliche Veranlas-
sung zu der zwischen ihm und dem Baumeister stattfindenden Verhand-. lung. sondern gab sich den Anschein, als hätten beide eine einfache geschäftliche Anglegenheit abzuwickeln. Wie er Böster in der artigsten Weise empfangen hatte, so verabschiedete er sich auch wieder von ihm und unterließ es nicht, ihn bis zur Ausgangsthür seinerWoh nung zu begleiten. Dennoch erreichte Fritz die Straße mit dem Gefühl, soeben eine der schwersten Stunden seines Lebens durchkostet zu haben. Es warteten seiner indeß noch weit schwerere. Nach Hause zurückgekehrt, fand er seine Frau in der größten Aufregung. Schränke und Schubfächer standen geöffnet, sie war eifrig mit Packen beschäftigt. Auf seine verwunderte Frage, was das bedeute, schrie sie: Wir müssen fort! Nicht eine Stunde sind wir hier mehr sicher. Alma, die Kanaille, hat uns verrathen." Ich verstehe dich nicht!" erwide.rt der Baumeister, aber sein Aussehen strafte ihn Lügen; er ward weiß. wie der Kalk an der Wand. Sie rief denn auch hohnlachend: Ach. stelle dich, wie du willst! Du verstehst mir recht gut," und sie erzählte nun. während sie in ihrer Thätigkeit fortfuhr: Die Todtengräberfrau vom Apostelkirchhos ist hier gewesen." Was hast du immer mit der Frau?" unterbrach sie Fritz, dem es schrecklich war, daß seine Frau für den Blumenschmuck auf dem Grabe ihres Vaters in einer recht auffälligen Weise sorgte. Sie aber entgegnete: Du solltest meine Klugheit loben, daß ich mich mit den Leuten gut zu stellen verstehe. Die Frau hat die Nachricht gebracht, daß heute durch das Gericht des Vaters Leiche ausgegraben worden ist, es sei eine Anzeiae bei der Staatsanwaltschaft eingegangen." Böster stieß einen dumpfen Laut aus und ließ sich wie kraftlos auf den nächsten Stuhl fallen. Du, dazu ist jetzt keine Zeit!" schrie ihn Rosa an. Raffe zusammen, was du kannst; wir müssen fort." Fort!" wiederholte er. Wohin? Weshalb?" Wohin weiß ich noch nicht, und weshalb? Ich sage dir ja, sie haben die Leiche ausgegraben ; . niemand als Alma kann die Anzeige gemacht haben! Und wenn sie das Gift finden" Rosa! Du du!" rief er. du hattest " Rosa warf das Etui, das sie in Händen hatte, so heftig auf den Tisch, daß es aufging, und der darin enthaltene blitzende Schmuck zum Vorschein kam. Du willst wohl das schuldlose Lamm spielen?" schrie sie; nee, lieber Freund, so haben wir nicht gewettet. Das könnte dir passen. Das Geld schlucken, aber sonst nicht dabei gewesen zusein.-. Ich habe von nichts gewußt," vertheidigte sich der Baumeister. So sehr er sich aber auch bemühte, sich eine Haltung zu geben, es kam doch sehr unsicher heraus: Dein Benehmen, als wir die Nackricht von der schweren Erkrankung deines Vaters bekamen, war zwar sehr eigenthümlich, aber ich konnte und wollte nicht glauben " Infamer Heuchler!" unterbrach sie ihn schreiend. Wer hat mich denn dazu angestiftet, wer hat so lange in mich bineingeredet, als du?" Du allein hast seinen Tod ja gar nicht erwarten können." Das lügst du!- fuhr Fritz auf sie ein. So? Wer war es denn, der den Gedanken in mir genährt und gePflegt und großgezogen hat? Immer wieder hast du mir vorgeschwärmt, welch ein herrliches Leben wir führen könnten, wenn der Himmel den Vater bald zu sich nehmen würde." Ich hab' dir aber auch gesagt, wie abscheulich ich's fände, auf den Tod eines Menschen zu warten, und daß meiNttwegen der Alte leben könne, so lange er wolle." Ja, das hast du gesagt, scheinheiliger Patron! Aber gethan hast du alles mögliche, um mich dahin zu bringen, wo du mich haben wolltest. Hast du mich nicht absichtlich in die Theaterstücke geführt, in denen ein geschickt ausgeführter Giftmord vorkam?" Unsinn.du rennst ja ganz von selbst in alle Sensationsstücke!" Hast du mir nicht Bücher gebracht, in denen solche Geschichten erzählt waren und immer behauptet, es stürben das Jahr über eine ganze AnzahlMenschen eines nicht natürlichen Todes? Und dazu das Gewinsel, wenn ich nur 'mal ein neues Kleid haben wollte. Immer hiek es: Das können wir nicht; ja, wenn wir die Millionen deines Vaters hätten, aber der rückt bei Lebzeiten nichts heraus!" Deine Ansprüche gehen sogar jetzt, wo wir das Geld haben, weit über das Maß hinaus, geschweige damals ; da war es doch nur natürlich, daß ich dich darauf hinwies, daß wir doch noch nickt im Besitz der Millionen wären, darum aber " Ach, dreh' dich, wie du willst, dich wäscht kein Regen rein; du hast gewußt, was?orgeht und jedesmal, wenn wir den Alter hier zum Essen gehabt, hast du genau aufgepaßt, ob ich's denn noch nicht gethan habe. Wärst sonst gar nicht so bei der Hand gewesen, ihn so oft einzuladen. Jetzt ist aber genug gequatscht, jetzt mach' dich endlich reisefertig." Sie wandte sich wieder eifrig dem Geschäft des Packens zu. .Ich?" sagte er kalt. Was fällt dir ein? Ich denke gar nicht daran, Berlin zu verlassen." Kann man dir freilich nicht verdenken," sagte sie mit beißendem Hohn. Wer solch einer vornehmen Familie in Berlin angehört wie du der Sohn eines Betrügers " . Weib! Wahre deine Zunge!" Er stürzte mit der geballten Faust auf st:
zu. Du wagst, meinen Vater im Grabe zu beschimpfen!" Ich sage nur die Wahrheit!" Elende, verruchte Giftmischerin ! Vatermörderin!" Jetzt fuhr sie ihm mit den Nägeln ins Gesicht, so daß er nur mit Äufbietung aller Kraft ihr die Hände festzuhalten und dadurch der Gefahr zu enthen vermochte, zerkratzt zu werden. Das wagst du mir zu sagen!" kreischte sie. Du bist ja der Abschaum der Menschheit! Erst anstiften und dann thun, als wisse man von nichts. Mich in die Patsche bringen und sich verkriechen! So haben wir denn doch nicht gewettet. Ich reise nicht allein; du mußt mit!" Fällt mir gar nicht ein. Es ist auch für Dich nicht gerathen, fortzugehen; Du machst Dich dadurch nur verdächtig. Findet man - wirklich daS Gift in dem Leichnam, so ist es immer noch schwer zu beweisen, daß Du es ihm gegeben hat. Du hast es bis jetzt Niemand eingestanden als mir." Nun höre einer den Mann!" rief Rosa mit gesteigerter Heftigkeit. Er thut so, als habe er heute zum erstenmale von der Geschichte gehört. Na, wennDu denkst, daß ich Dich so durchschlüpfen lasse " Rosa, ich rathe Dir, schreie nicht so! Die Dienstboten hören ja draußen, was vorgeht. Wenn sie Dich anzeigen " Sie rang die Hände, brach in lautes Schluchzen aus. ohne doch eine Thräne vergießen zu können, und trampelte mit den Füßen: Ich will fort! Ich muß fort! Du mußt mir dazu helfen! Du bist ein Mann! Für Dich hab' ich das thun müssen." An mich hast Du wenig dabei gedacht! Deine eigene Hab- und Genußsucht hat Dich zur Mörderin gemacht!" Du bist nicht um ein 5aar besser als ich, nein, noch viel, viel schlechter! Der Hehler ist schlimmer als der Stehler, aber denke nichts daß Du davon kommst. Wenn ich in's Zuchthaus oder auf's Schaffst muß, dann sollst Du wenigstens auch hin. ich " Sie brach plötzlich ab; ihr von Wuth und Haß entstelltes Gesicht ward kreidebleich. klappernd schlugen die Zähne aufeinander,, mit einem lauten Angstschrei machte sie eine Bewegung, als ob sie die ihr Zunächst gelegene Thür gewinnen wolle. Rosa hatte aufblickend in den ihr gegenüber hängenden Spiegel gesehen und bemerkt, daß hinter ihr zweiMänner standen, die aus dem nur durch einen Vorhang vom Wohnzimmer getrennten Speisezimmer geräuschlos eingetreten sein mußten und möglicherweise den Auftritt zwischen den Gatten schon mehrere Minuten beigewohnt hatten. Obwohl beide Männer schlichte bürgerliche Kleidung trugen, hegte wedcr der Baumeister, noch Rosa einen Augenblick Zweifel, daß sie es hier mit Abgesandten des Gerichtes zu. thun hatten. Um jedes Aufsehen zu vermeiden, waren die Beamten die Hintertreppe heraufgekommen und von den Dienstboten, die erzählten, die gnädige Frau habe alle Koffer vom Boden bringen lassen und sei beim Packen, den hinteren Corridor entlang, nach dem Speisezimmer gewiesen worden, dessen dicker Teppich den Schall ihrer Fußtritte dämpfte. Dort stehend, hatten ste ei nen Theil der Unterredung der beiden Gatten' mit angehört, genug, um als furchtbares Zeugniß gegen die Schuldigen zu dienen. Dem Ehepaar ward seine Verhaftung angekündigt. Im Magen und in den Eingeweiden des ausgegrabenen Leichnams des Millionärs hatte sich bei der chemischem Untersuchung so viel Gift vorgefunden, daß dadurch nicht der Tod eines, sondern mehrerer Menschen hätte herbeigeführt werden können, und die von der eigenen Schwester ausgegangene Beschuldigung hatte Rosa Böster im höchsten Grade verdächtigt. Dennoch wäre man vielleicht nickt sogleich zur Verhaftung gegen sie geschritten, wenn sich nicht ergeben, daß sie sogleich nach dem Besuch der Todtengräberfrau vom Apostelkirchhof Reiseanstalten gemacht, und wenn nicht der CriminalCommissär und sein Begleiter aus ihrem eigenen Munde das Eingeständniß ihrer Schuld vernommen hätten. Trotzdem hatte der das Ehepaar vernehmende Untersuchungsrichter keinen leichten Stand. Böster stellte mit großer Entschiedenheit in Abrede, irgend etwas von dem Verbrechen seiner Frau gewußt zu haben und gab sich den Anschein, als könne er an ein solches überhaupt nicht glauben; Rosa aber legte sich hartnäckig auf's Leugnen und ging sogar so weit, den Spieß umzudrehen und ihre Schwester des Mordes an dem Vater zu beschuldigen. Gerade dadurch grub sie sich aber selbst die Grube. Sie legte eine so genaue Kenntniß an den Tag, wie Alma es angefangen haben soll?, sich das Gift zu verschaffen und dem Vater beizubringen, daß es dem Richter nicht schwer wurde sie derartig in Widersprüche zu verwickeln und zu verstricken, daß sie endlich ein Geständniß abgelegt hatte, ehe sie dessen recht inne geworden. Der alte Löbbeke hatte an dem für ihn verhängnißvollen Abend sich nicht an der Aalpastete den Tod gegessen, sondern das Gift in einer Tasse Kaffee getrunken, welche die unnatürliche Tochter ihm nach Tische gereicht hatte. Während sie für alle den Kaffee eingegössen, war es ihr gelungen, das Gift unvermerkt in die für ihren Vater bestimmte Tasse zu bringen. Rosa beschloß ihrEingeständniß mit der Beschuldigung ihres Mannes. Eingehend und mit einem Haß, der auf den Richter einen im hohen Grade abstoßenden Eindruck machte, schilderte sie ihn als den intellektuellen Urheber des Verbrechens und wiederholt mehr-
mals: Wenn ich büßen muß, so soll er nicht frei ausgehen!" Der Name Böster war in Berlin binnen Kurzem zweimal in sensationeller Weise genannt worden. Zuerst in dem Ballerstädt'schen Proceß, der durch das Auffinden des Depotscheins in der Gruft zu Wiesenburg und den Tod des Bankiers vor den Schranken des Gerichts einen wahrhaft sensationellen Abschluß gefunden hatte und dem noch eine andere, wenn auch im Verhältniß dazu geringfügigere Episode gefolgt war. Es war durch Nachforschungen der Polizei gelungen die beiden Grufträubcr Glaser und Hedicke ausfindig zu machen, und sie hatten durch eine dreijährige Zuchthausstrafe ihren verwegenen Streich zu büßen. Was war das aber alles gegen die Verhandlung vor dem Schwurgericht gegen Rosa Böster, geborene Löbbeke, und deren Gatten! Eine Tochter angeklagt, dem Vater den Gifttrank gereicht zu haben, angeklagt von der Schwester, und die Verbrecherin war geständig, im Einvernehmen mit ihrem Gatten gehandelt zu haben! Glücklicherweise weist die Verbrecherchronik derartige Vorfälle nur ganz ausnahmsweisc auf. Der Andrang zu der Schwurge richtsverhandlung war denn auch ein ganz ungeheurer. Obwohl die Sitzung im größten Saale des Eriminalgerichtes zuMoabit stattfand, konnte nur ein ganz kleiner Theil der Einlaßbe? zehrenden Berücksichtigung finden? diejenigen, denen Karten zu theil geworden, und die sich rechtzeitig ihre Plätze gesichert, fanden allerdings Ge legenheit, Nachtseiten, des menschlichen Lebens kennen zu lernen, an deren Vorhandensein sie bis dahin nicht geglaubt habew mochten. In einer Toilette aus grau und schwarz, deren Ursprung auf eines der ersten Modemagazine Berlins zurückzuführen war, erschien. Alma Löbbeke, gestützt auf den Arm ihres nunmehrigen Verlobten, des Herrn Günther von Kolkwitz, der sie zärtlich zur Zeugendank geleitete und dann möglichst in ihrer Nähe Platz nahm Sie machte ihre Aussage gegen die Schwester, trotzdem der Vorsitzende sie darauf hinwies, daß sie ihr Zeugniß verweigern könne, in einer so kalten, harten, erbarmungslosen Weise, daß allen Zuhörern sich die Ueberzeugung aufdrängte: diese Schwestern sind einander würdig, und sie sind ebenso die würdigen Töchter eines Vaters, von dessen Leben und Gesinnungen im Laufe der Verhandlung mehr als ein charakteristischer Zug enthüllt wurde. Baumeister Böster, der in seinem: Auftreten sich als den Marnr von besserer Herkunft und Erziehung kundgab, würde Mitleid und Theilnahme erweckt haben,, hätte gegen ihn sich nicht der Vorwurf erheben lassen: wie könnte ein gebildeter Mann lediglich um des Geldes willen diese Frau heirathen? Das wenige, was Rosa an- äußerem Schliff besessen, war in der Kerkerhast verloren gegangen; wie sie in ihrer Kleidung vernachlässigt erschien,, so offenbarte sich auch die Rohheit ihrer Gesinnung in ihrem Bemühen, ihren Gatten in ihre Schuld zu verstricken, und in den Ausdrücken, durch welche sie ihn anklagte, der eigentliche Urheber des Mordes zu sein. Richter, Geschworene und sämmtliche Zuhörer waren wohl einig in der Ansicht, daß Böster in der That kein, geringer Theil von Schuld cm dem Verbrechen zukomme, daß er den. Gedanken, der vielleicht als Keim in der Seele seiner Frau geruht hätte und- nie zur Ausführung gekommen wäre, genährt habe, aber nachzuweisen war ihm davon nichts. Nicht mit einem Wort hatte er, nachdem sein. Schwiegervater gestorben war, sich dazu bekarmt, daß er Kenntniß von dessen. Todesart habe, und sich allen Anzapfungen seiner Frau, allen Sticheleim Almas gegenüber vollkommen zurückhaltend benommen. So diel Mühe Rosa sich gab, ihm daS Gegentheil zu beweisen und ihn mit hineinzuziehen, so gelang ihr das doch nicht. Die Geschworenen sprachen einstimmig das Nichtschuldig über ihn aus, während Rosa ebenso einstimmig für schuldig erkannt ward. Als der Wahrspruch der Geschworenen verkündet ward, brach sie mit einem lauten Geheul zusammen. Es war aber weniger die Bestürzung über das gegen sie gefällte Urtheil, das sie kaum anders erwartet haben mochte als die Wuth darüber, daß ihr Mann wirklich frei ausging. Sie stieß laute, gräßliche Verwünschungen gegen ihn sowohl wie gegen ihre Schwester aus und mußte von dem sie aus dem Saale führenden Gerichtsdiener' halb mit Gewalt zum Schweigen gebracht werden. Das Urtheil des Gerichtshofs gegen Rosa lautete auf Tod; die Gnade des Königs, der sich nur sehr schwer entschließen konnte, die Todesstrafe an einer Frau vollziehen zu lassen, wandelte es in lebenslängliche Zuchthausstrafe um. (Schluß folgt.)
Eine Secunde Geistesgegenwart ist mehr werth, als später eine Stunde lang gescheidt sein. Unaufmerksam. Junge Frau (schmollend) : Weißt, Leopold, daß Du spät nach Hause kamst, hätt' ich Dir noch verziehen; daß Du aber bei meiner ersten Gardinenpredigt eingeschlafen bist, werd' ich nie vergessen können!" Gegengift. Er: Lieben Sie die Poesie? Ich mache nämlich auch Gedichte, Fräulein?" Sie: Das würde ich Ihnen .schon abgewöhnen. Ich würde nämlich Alles singen, was Sie dichten!"
Aür die Küche. Feine Gersten - Suppe (Windsor - Soup) für zehn Personen. Man weiche drei Viertel Pfund feinste Perlgerste Tags vorher in. lauwarmem Wasser ein, setze sie anderen Tags beizeiten mit guter Hühnerbrühe aufs Feuer und lasse sie sechs Stunden langsam kochen. Nehme dann ein Drittel der Gerste heraus und halte sie im Wasserbade warm, treibe das übrige mit einem hölzernen Löffel durch ein Sieb, verdünne es, falls es zu dick wäre, mit Hühnerbrühe, ziehe die Suppe mit sechs Eidottern und zwei Unn frischer Butter ab und gieße sie über die zurückbehaltene Gerste. Weißkraut auf bayeris ch e Art. Etwas Zwiebeln werden in gutem Fett oder Butter annähernd gelb geschwitzt, alsdann wird das getrocknete Weißkraut hinzugegeben, mit etwas Weißweis, Fleischbrühe und etwas Weinessig angefüllt und nebst etwas Salz jum Dämpfen aufgestellt, wobei von Zeit zu Zeit immer wieder Fleischbrühe nachgegossen werden muß, damit das Kraut aufquellen und nicht anbrennen kann. Nachdem das Kraut schön weich 'ist, wird etwas Mehl darüber gestäubt, nochmals durchziehen lassen, und zu Tisch gege--ben. Würstchen- von, Geflügelfleisch. Man löst alles Fleisch von den Knochen, wiegt es sehr fein, reibt etwa 10 große erkaltete mehlige Kartoffeln auf dem Reibeisen und vermischt sie mit dem Fleische. Man rührt ein halbes Pfund Butter zur Sahne, gibt nach und noch 6: Eier, Salz, Gewürz, Pfeffer und das Fleisch hinzu, formt kleine Würstchen von der gut vermengtenMasse,. wendet sie in Ei und Weckmehl und bäckt sie in Butter lichtbraun. Die übriggebliebene Sauce verkocht man mit brauner Mehlschwitze, gibt ein Glas Madeira, Fleischextrakt und etwas Gewürz hinzu. DieseSauce wird nun zu den Würstchen servirt. Gebackener Blumenkohl. Der Blumenkohl wird in Wasser und Salz nicht zu weich gekocht und zum Abtropfen auf ein Sieb gelegt. Mit dem Blumenkohlwasser bereitet man eine dicke Buttersauce folgendermaßen: Man knetet 1) Unzen Butter mit 3 Löffel voll Mehl gut durch, füllt von dem Blumenkohlwasser darauf, rührt die Sauce mit etwas Muskatnuß und Salz recht dickflüssig auf dem Feuer ab, bindet sie mit einigen Eigelben, thut ein wenig Essig und Zucker nach Geschmack hinzu und vermischt sie zuletzt noch mit einem Stück frischer Butter. Nun legt man auf eine tiefe Schüssel oder in eine Assiette eine Schicht Blumenkohl, bedeckt ihn mit etwas Sauce, bestreut ihn mit geriebenem Paynesankäse, legt dann wieder eine Lage Blumenkohl, Sauce und so fort, bis man den. Kohl in Gestalt einer Kuppel ang?richtet hat, bestreicht ihn nochmals dick mit Sauce, bestreut ihn mit Parmesankäse und geriebener Semmel,, träufelt zerlassene Butter oder Krebsbutter darüber und bäckt ihn im ziemlich, heißen Ofen zu' schöner Farbe. Man garnirt den Kohl mit Eotelettes, Saucischen, gebackenen Hühnern oder giebt geräucherten Lachs oder Fray - Bentos - Zunge dazu. Hasenbraten auf französ i s ch e A r t Mark pflegt hierzu meist nur die Rücken zu benutzen, während die anderen, Theile zum Hasenklein Verwendung finden. Sauber und reichlich gespickt: brät man. den Hasen bei guter Ofenhitze in gebräunter Butter unter fleißigem Begießen in einer halben. Stunde. Für die Sauce stößt man die Hasenleber im Mörser, schwitzt sie mir einigen fein gewiegten Schalotten, in Butter,, kocht sie mit Weißwein einer Messerspitze voll Liebigs Fteischextrakt, Salz, Pfeffer und einem Löffel Essig einmal auf, verrührt sie gut und servirt sie. Hafergrützsuppe. Man nehme für einen Teller Suppe einen gehäuften Eßlöffel voll Hafergrütze, quirle sie einige Male mit kaltem Wasser ab, übergieße sie mit kochendem Wasser und schütte sie auf ein Sieb, setze sie, wenn sie gut abgelaufen ist, mit kaltem Wsser auf. lasse sie ununterbrochen eine Stunde langsam kochen und gieße sie wieder durch ein Sieb, füge ein Drittel Theelöffel Fleisch-E?-tract hinzu und koche die Suppe nochmals auf. Bei Ruhr- und CholerineKranken kann man sie auch als Getränk geben und etwas Rothwcin hineingießen. Schinkenkloße. Ein Viertel Pfund gekochten, mageren Schinken schneidet man in ganz kleine Würfel ; zwei Unzen feingeschnittener Speck werden hellgelb gebraten und dazu gegeben. Diese Masse vermischt man mit drei Brötchen, die man in Fleischbrühe geweicht, dann ausgedrückt und fein verrührt hat. Hierzu kommen drei Eier, Pfeffer, Petersilie und 3 bis vier Lösfel Mehl, so daß es ein guter fester Kloßteig wird. Diesen stellt man einige Stunden kalt, formt dann Klöße daraus, wenn sie in Salzwasser weich. Vorzüglich zu Sauerkraut. Römischer Punsch. Man bereitet aus drei Viertel Theilen Zuckeryrup, einem halben Theil Orangenäst und einer Orangenschale ein recht teifes Gefrorenes, welches man etwa eine halbe Stunde vor dem Serviren tüchtig durcheinandcrarieitet, mit dem steifen Eiweißschnee von vier Eiern, einem Viertel Jamaica Rum und zwei Löffel dickem, mit Vanilla gewürztem Zuckersaft vermengt und dann sofort in Gläsern servirt. Admiral. Eine Flasche Rothwein kocht man eine Viertelstunde lang mit Zucker, ganzem Zimmt und einem Stück Vanille. .Dann zerquirlt man sechs Eidotter in kaltem Wein, schlägt das über dem Feuer zu dem Rothwein, bis eö zu Schaum wird, und servivt sefort In Tassen.
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