Indiana Tribüne, Volume 22, Number 103, Indianapolis, Marion County, 1 January 1899 — Page 10

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Möisna LriöSne,

eli(lus. Der Segen Ver ?ogik. Von A. Flachs. 2t berühmte Professor der Logik Dr. (Lypius satz in seiner Studirstude am Schreibtisch, über ein Buch gebeugt, in der Linken die mächtigePseise. Nach, dem er eine Stelle in dem Werke dreimal mit Aufmerksamkeit gelesen hatte, ohne ihren Sinn erfaßt zu haben. lehnte er ich mit sehr erstauntem Geslchtsausdruck in den Armstuhl zurück. .Hm, merkwürdig!- sagte er halblaut zu sich, dieses berühmte Buch ist in deutscher Sprache verfaßt und bej handelt die Logik. Ich verstehe sowohl die deutsche Sprache als auch die Lo gik; den Sinn dieses Kapitels zu er- ! gründen, vermag ich aber doch nicht. Was folgt vor allem oaraus, meine , Herren? ... Die Antwort ist gegeben: Es liegt nicht an dem unanfechtbaren Werke, sondern an mir . . . Gut! Wenn ich nun das Gelesene nicht verstehe, so könnte eine Geistesschwäche oder -Ber-wirrung die Ursache sein. Allein dies ist nicht der Fall, denn ich bin ja im ' Stande, richtige Schlüsse zu ziehen. . . Ich werfe nun die Frage auf: bin ich in nüchternem oder trunkenem Zustande? Bon der Gewitzheit der richtigen Beurtheilung des Thatbestandes hängt die Richtigkeit der Antwort ab. Ich habe heute Morgen, vor etwa zwei Stunden, ein Glaö Thee getrunken, sonst aber meinem Körper keinerlei Nahrung weder flüssiger, noch compakter Natur zugeführt. Nun lehrt die Chemie, daß Thee in Wasser geiocht auch nicht ein Atom Alkohol enthält, folglich bin ich nüchtern, folglich kann Trunkenheit nicht mein NichtVerstehenkönnen jenes Kapitels verursacht haben . . . Welche Möglichkeit der Ausklärung dieses Phänomens gibt es aber noch? Die Möglichkeit, wenn auch nicht Wahrscheinlichkeit, ich sag? also, meine Hrrren, die Möglichkeit. daß ich augenblicklich schlafe und dabei lebhast träume. Ist dem so, dann ist e mir, als dem vom Schlafe Vefangenen, unmöglich, mich dessen zu ttrge wissern . . . Was muß ich unter so'hen Umständen thun, um mirKlarhtt über die Sachlage zu verschaffen? Ich muß einen anderen erwachsenen Menschen, der sich in wachendem Zustande befindet, veranlassen, den Thatbestand festzustellen." Dr. Gypius ließ die elektrische Klingel ertönen und bald daraus trat das schlucke Dienstmädchen ins Zimmer. .Anna, ich habe . . begann Professor Gypius. . .Verzeihung, Herr Professor,- erwi- ' derte das Mädchen schelmisch lächelnd, ich heiße immer noch Mil.na!" .Als gut. liebe Minna." nahm der Professor wieder das Wort. .Ich bin vom Zweifel darüber beherrscht, ob ich jetzt, d. h. in diesem Zeitpunkte, wach bin oder träume. ES erwächst Ihnen einerseits als Dienstmädchen, anderersiitS als Mitmenschen, der dem Nach sten in jeder wie immer gearteten Angelegenheit Hilfe angedei )en lassen soll, die unabweisliche Pflicht, mich meiner Ungewißheit zu entheben. Also?Wieder mußte das Mädchen lächeln, dann sagte sie .Ich glaube, Sie traumen wohl?" .Liebe Johanna . . . Verzeihung, ich wollte sagen liebe Emilie," versetzte Professor Gypius, .gestatten Sie mir, Ihnen aus Ihre Antwort Folgendes zu erwidern. Sie sagten erstens: ich glaube . . . Sehen Sie, das scheint mir eine falsche Ausdrucksweise zu sein, denn Sie müssen doch bestimmt wissen, ob ich träume odrr wache es sei denn, daß auch Ihre Erscheinung in diesem Augenblick ine traumhafte ist, worauf später deö Ausführlichen zurückzukommen ich mir vorbehalte, zweitens haben Sie, als Sie Ihrer Ansicht über mei nen Zustand sprachlichen Ausdruck verliehen, in dem .an den ersten Hauptsatz sich anschließenden, also zweitenHaupt. satz; daö Wörtchen .wohl" verwendet; daö war überflüssig, da schon der vorangegangene Satz das Hypothetische Ihrer Meinung durch daS Zeitwort .glauben" bekundete . . . Doch zur Sache. Ich werde ein wenig populärer sein, auf daß Sie mich leichter verstehen. Also, liebe Klara, nehmen wir an, Sie würden, wenn Sie mein Zimmer in der nächsten Zeit verlassen, einem Menschen begegnen, der Sie darüber befragte, ob Herr Professor Gypiuö soeben schlafe oder wache waS wäre die auf Grund JhrerBeobachtungen gegebene Antwort?" Minna erwiderte, das Lachen krampfhaft verbeißend: .Herr Professor GypiuS sitzt am Schreibtisch und schläft nicht!" .Ich danke Ihnen, liebe Auguste,sagte Professor GypiuS und fügte nach einer Weile ernsten Nachsinnens hinzu: .Sie können wieder gehen!.Nun die Thatsache unzweifelhaft feststeht," nahm der Gelehrte seinen Monolog wieder auf, .daß ich wach bin und nicht schlafe, noch träume, kann ich mir daS seltsame Vorkommniß, daß ich als Logiker eine Stelle in einem ausge'zeichneten deutschen Buche über Logik nicht versiehe, blos damit erklären, daß ich zerstreut bin. Weshalb aber bin ich ti, meine Herren?Sein Blick fiel aus die Pfeife, und fein Gesicht erhellte sich. Möglicherweise, weil ich meiner zur Zweiten Natur gewordenen Gewöhnheit nicht entsprochen und beim Lesen nicht geraucht habe." Er steckte daS Vseifenmundstllck zwi.fchen die Lippen, sog daran und beaann -aus Neue die Leciilre; wieder erfolg.fc5. i --

Er nahm d'.e Psetle- auZ dent itöiiri&' und besah sie. .Da ich weder jene spezisischeWärme fühle, die man beim Rauchen in der Mundhöhle verspürt, noch auch Tabakgeruch empfinde, dürste die Annahme, daß ich den Tabak nicht in Brand gebracht habe, eine sachlich gerechtfertigte sein." Er beugte sich hinab, constatirte mit Genugthuung, daß seine Schlußfolgerung sich mit den Thatsachen vollkommen deckte und klingelte. Minna erschien von Neuem. .Liebe Mathilde sagte Professor GypiuS, wollen Sie mir sreundlichst ein Streichholz reichen, damit ich den Tabak in glimmenden Zustand verfetze." Minna näherte sich ihm mit brennendem Streichholz. Professor Gypius stopfte sich in seiner Zerstreutheit mit Minnas linkem Zeigesinger den Tabak zurecht und rauchte dann an. .Sie können wieder gehen, liebe Bertha." Der Gelehrte passte mit Behagen und machte sich wieder an die Arbeit. Wieder vergebliches Bemühen er konnte dennoch nicht herausfinden, was der Verfasser meinte. Professor Gypiuö wurde nun ernstlich unruhig. Er erhob sich vom Stuhle, beugte sich ein wenig über den Tisch, als wäre er ein Katheder und begann mit nachdenklicher Stimme: .Obgleich ich nüchtern und wach bin, die deutsche Sprache ver. stehe. Fachmann auf dem Gebiete der Logik bin und die Pfeife rauche, will eS mir nicht gelingen, den Sinn dieses Kapitels zu erfassen. Wir haben es hier mit einer phänomenalen Erschelnung zu thun, meine Herren, die einer gründlicheren Untersuchung uothig lst. Ein Professor der Logik, der eine Auseinandersetzung über Logik nicht versteht, wäre etwasUnlogisches, daS man logischerweise als gar nicht anders als hypothetisch und provisorisch hinnehmen kann. Wir wollen nun versuchen, auf dem Wege der Logik selbst das uns vorliegende scheinbare Räthsel zu lösen. Nachdem sich die bisher aufgezählten Möglichkeiten der Begründung meines Nicht - VerstehenkLnnen als unstichhaltig erwiesen haben, wollen wir fortfahren, nach weiteren eventuellen Motiven zu suchen. Ein'folches-kann das Vorhandensein großer Zerstreutheit fein. Diese große Zerstreutheit müßte auf einen tieferen Grund zurückgeführt werden können. Gut! Welche Umstände und Verhältnisse sind dazu angethan, mich so ungeheuer zerstreut zu machen? Diesbezüglich kamen in Betracht, erstens Geldangelegenheiten allein davon kann bei mir keine Rede fein; denn da ich kein Geld besitze, gibt es für mich auch keine Geldangelegenheilen, das ist klar. Zweitens Familienangelegenheiten, und zwar: a) fja milienangelegenheiten im weiterenSinne; b) solche im engeren Sinne. Ad a. stelle ich die Thatsache fest, daß von meinen derartigen Verwandten, die bei mir mittelbar oder unmittelbar Zer. streutheit hervorzurufen geeignet wä ren, keiner mehr am Leben ist; ad b. hätte ich zu bemerken, daß ich meines Wissens Kinder nicht besitze und bafc ich dermalen unverheiratheten Standes bin . . . ja. daß ich dermalen' unverheirathet ... hm " : Professor Gypius hielt inne, dieFalten aus seiner Denkerstirn glätteten sich. über sein Gesicht verbreitete sich der Sonnenschein Heller Freude, und der Gelehrte fuhr nun mit erhobener Stimme fort: .Allein auch zukünftige Ereignisse sind mitunter im Stande, eine Conzentrirung der Geisteskräfte schon in der Gegenwart hervorzurufen, meine Herren, und dies ist, respective war bei mir der Fall. Nun ist es mir nämlich geglückt, auf dem Wege rein logischerEr örterungen den Grund meiner absonderlichen Zerstreutheit, von der ich bis vor Kurzem beherrscht war, zu finden ich soll nämlich um 12 Uhr Mittags auf dem hierortigen Standesamte beHufs Verehelichun mit meiner bishe rigen Braut erscheinen.Professor Gypius verbeugte sich vor seinen imaginären Zuhörern und Hin gelte. Minna erschien. .Liebe Helene sagte der gelehrte Mann, .im Hinblick darauf, daß ich um 12 Uhr auf dem Standesamt eintreffen muß, zwecks Vornahme meiner amtlichen Trauung mit meinem Fraulein Braut und in Berücksichtigung des Umstandes. daß es jetzt bereits 11 Uhr ist, bitte ich Sie, mir eine Droschke zu holen ' Minna holte das gewünschte Fuhrwerk, Professor Gypius rief dem Kutscher zu: .Rasch zur Universität!" und fuhr nach diesem Umwege mit Zstllndiger Verspätung vor demStandesamtsgebäude vor. wo er schon angstvoll erwartet wurde. Pein Sepp sein Alibi. Bon 8. Hank Moser. Lange hat man'ö schon gewußt vom Sepv, wirklich lange. Wenn der alte Aufschneider, der Förster, und feine beiden Gehilfen im WirthShauS faßen und sich gütlich thaten, bei Wein und Karten, oder gar bei dem oberherrlich verbotenenRiemchenstechen, und wenn'S dann oben am Rehwechsel knallte und in den Zweigen knackte und rauschte, da tuschelten die Bauern, die just in Hörweite vorübergingen, vom Sepp. Hie und da wird ihn wohl auch einer gesehen haben. Aber daß ihn einer verrathen hätte!? Nein, daS würde wohl keine? ge than haben; und die Mädels? Da wußte er sich schon sicher zu stellen, der sich so in Befolgung des elften Gebotes hervorthat, daö da lautet: .Du sollst dich nicht erwischen lassen." Er Hätt'S zwar nit notwendi," sagten die Lauern, der Vajer war ein.

nach liäuerllchett Legnsfeit steinreicher Mann und der Sepp das einzige Kind, der Erbe von Hof und Feld, von Haus und Geld. Er war aber auch kein gemeiner Wilddieb, jedes Thier, daö seinem kurzen aber sichern Kugelstutzen zum Vpfer fiel, fand man des NachtS oder früh morgens beim Försterhause aufgehängt oder auf die Schwelle gelegt. Boshafte Bauernburschen wollten sogar schon oft bemerkt haben, daß der Förster, wenn er spät Nachts oder richtiger früh Morgens in seliger Stimmung heimwärts schwankte, über so eine unerwünschte Beute gestolpert wäre und seiner Wuth über den .infamen Racker", den er schon noch .kriegen" wolle, in ziemlich martialischen Flüchen Luft verschafft habe. Der Krug geht aber solange zum Brunnen, bis er bricht, und jetzt haben sie den Sepp (so heißt nämlich neben bei bemerkt jedes dritte Individuum männlichen Geschlechts in Steiermark, wo unsere kleine Geschichte spielt), auch erwischt. .Da gehört aber auch eine Kunst dazu!" höhnten die Burschen einstimmig, .wie sie den da erfangt haben;" kurzweg vom Tanzboden haben sie .ihn geholt. Der Förster hat ihn, so hat er bei seinem Diensteide . ausgesagt, gestern beim Wildern ertappt; der Sepp hat zwar die Flucht ergriffen und war, wie gewöhnlich, wie vom Erdboden verschwunden und nicht zum ersehen, aber-der Sepp war'S, hat er ihn doch zu genau erkannt, überdies paßte auch die Kugel, die man in dem Cadaver des im Feuer verendeten Thieres fand, wie die mittlerweile angestellte HauSuntersuchung genau erwies, just in Sepp'S Kugelstutzen, und daL war BeweiSma terial genug, oder man hielt eS wenigstens für genug, um den Sepp in puncto des WildernS zu überführen. Der Sepp wird sich einen guten Va'oeidicha" (Vertheidiger) nehmen, und wenn der ihn herausputzt, woran, wie er felbst am Tanzboden bei seiner Arretirung lebhaft versichert hat, gar nicht zu zweifeln ist, so erhält derselbe fünfzig wirkliche Goldfüchse und daS ist auch nicht zu viel, als statt dessen zu mindest zwei oder drei Jahre Zündhölzchenschachterln sabricieren zu müssen. das heißt auf gut deutsch, aus so lange Zeit eingesperrt zu sein. Thua wtast wüllst," hat der Vater ihm noch zugerufen, .nua schau, daß d' nit einkastelt wirst; kost'n kann'S wos wüll. Du Racka, Du niedaträchtiga." Das waren des VaterS . letzte Worte und dann hat ihn das bewaffnete Auge des Gesetzes, der Gensdarm fortgeführt; den ganzen Weg bis zum Markt hat der Sepp räsonniert und versichert, daß er'S ganz gewiß nicht war. den der Förster damals gesehen haben will und daß er Entschädigung verlangen wird für dieSchand und für die verlorene Zeit, eine Entschädigung, daß die .Herrn" ganz grün und blau

werden soll'n und daß er den Försttt wegen Ehrenbeleldlgung verklagen wird, damit derselbe aus mindestens lebenslänglich eingesperrt werden muß. Als sie aber beim Criminalgebäuve anlangten, da ist der Sepp auf einmal ganz kleinlaut geworden, hat nicht Mhr räsonniert und ist ganz .dastg" neben seinem Hüter einhergeschlichen, hat sich auch den fürchterlich großen Bau mit den graulich hohen Mauern angesehen und dann hat er sich die schöne Welt noch einmal angeschaut, wo die Vögel so schön singen und frei, so wie es sich halt für ein ordentliches und anständiges Vögerl gehört, in der Luft umeinanderfliegen und die schönen Berge mit den noch schöneren Waldern, den .Fluch seiner bösen That" und die schöne Sonne; die frische Luft hat er noch einmal so recht tief einge athmet und da hat's ihm das Herz dabei fast hinuntergedrückt, und große Thränen sind ihm dabei in die Augen gekommen, er hätte wohl noch lange, lange so schauen mögen, wenn ihn nicht ein roheö .Vorwärts" auS dem Munde deS Gensdarmen hineingetrieben hätte in das große, finstere Thor und da ist er zu einem Herrn geführt worden, der gar so finster drein sah, daß dem Sepp die ganze, wohlausgedachte Rede verfallen ist. Der hatte sein Nationale aufgenommen. und dann mit der Hand einen Wink gegeben, worauf der Sepp sofort in eine Zelle geführt wurde. Da war er allein und hatte so lange beim kleinen Guckfenster! hinauögeschaut und so bitterlich geweint, daß eS einen Stein hätte erbarmen können. Da S mittlerwcile Mittag- geworden war, brachte ibm der Kerkermeister auch seine Mahlzeit. Der Sepp hat zwar beileibe nichts davon anrühren mögen, am liebsten hätte er daS.Krischperl", dem Kerkermeister sammt seiner .ölendigen"- Brotsuppe 'und dem Wasserkrügerl bei der Thüre hinauswerfen mögen, doch sah er selbst ein, daß er dadurch seine ohnehin schon schlimme Lage nur noch verschlimmern würde, ohne ein fjote daran zu ändern, daß er dennoch einkastelt bliebe. Hatte so der ihn transportirende Gensdarm wegen seines RäsonnierenS vor dem Richter angegeben, daß er Neigung zur Renitenz zeige, so ein infamer Kerl; er wußte zwar nicht so genau, was das eigentlich heißt, aber etwaS wird's schon sein, meinte er schließlich zu sich selber, und das ist doch eine Gemeinheit. , Lange dauerte die Untersuchungs haft übrigens nicht. .Die ganzen Daten waren ja nur die, daß der Forster nach jenem fraglichen Schusse eine Person fliehen gesehen haben will, die dem Sepp aus'ö Haar gleichsah und daß dke auö dem Thiere herausgeschnittene Kugel justament genau in Sepp'S Kugelbüchse paßte. DaS war aber auch alles,, da. keiner der dickschädeligen Bauern.. den Sepp jemals mit einem, Gewehr gesehen haben will, geschweige denn, etwa gar gegen ibn zeugen wollte. . .

ist nichts herauszubringen aus diesen Bauernlümmels," hieß es schließlich. Es zeigte sich hier wieder die oft gemachte Erfahrung, daß daS Volk noch immer nach dem Prinzipe .das Wasser, die Luft, der Wald ist frei," dachte und handelte, und viel lieber mit dem kühnen Wildschützen, als mit der Polizei hielt. Das Volk findet Gefallen an den kühnen Abenteurern, die , sich dem Wildern, dem romantischsten allerVergnügungen widmen. Gekommen waren aber dennoch alle, um der Verhandlung beizuwohnen. .Sie leugnen also, , das Ihnen zur La,t gelegte Verbrechen des Wilddiebstahls begangen zu haben?" fragte der Richter den ein klein wenig .dasig" dastehenden Sepp. .Ja," entgegnete der Sepp,' sichtbar bemüht, seiner Aufregung Herr zu werden und seiner leise vibrirenden Stimme Festigkeit zu geben. .Und wären im Stande,- hre hier und vor dem Untersuchungsrichter gemachte Aussage nothwendigerweise zu beschwören?" hieß es weiter. .Ja."'.Müssen aber bedenken, daß man der Aussage eines deS WilddiebstahlS beschuldigten Individuums nur beschränkten Glauben beimessen wird." Der Sepp dachte eine' kleine Weile nach, dann meinte er .wia ,S' wull'n." Der Richter, dem usuellen Ein schüchterungssystem huldigend, las einige Paragraphen der Reichsgesetze bezüglich .Meineid und Folgen" vor. . .Sind auch nicht' im Stande ein Alibi zu erweisen?" fragte er dann. .WoS is dös?.Ein Alibi," erklärte der Richter, .nennt man die Jhrerseitige Möglichkeit, den unanfechtbarsten Beweis - zu erbringen, daß Sie sich zur Zeit, als das Verbrechen, dessen Sie beschuldigt sind, begangen wurde, an einem ande ren Orte befunden, als an ' dem, wo das Verbrechen verübt wurde, und dadurch die Unmöglichkeit constatiren, daS Ihnen zur Last gelegte Verbrechen begangen zu haben. Der Sepp hatte die ganze Zeit über aufmerksam zugehört und stand, sichtbarlich mit einem Entschlüsse ringend, unschlüssig da. .Können Sie also erweisen, wo Sie während der fraglichen Zeit sich her umgetrieben haben?" unterbrach der Richter seine Grübelei. . .DöS is a bissal schwer," meinte er jetzt. .Schwer? und weshalb?" .Sag'n Sö mir, Herr Richt, wo Sö heut' vur siebenundzwanzig Tag um a halba neun: aus t Nacht wor n? Im Zuhörerraume ertönte ein bei fälliges Gemurmel. 2? über die Schlagfertigkeit bei .dummen Bauernburschen' sichtbar verlegene Richter ging über die Gegen frage natürlich mit den Worten hin weg: .Sie können also nicht erweisen, wo Sie zur Zeit des versuchten Wild dlebstahls waren?.Mein Gott,- meinte der Sepp auL weichend, s'gibt im Dorf halt gar so vüll schone Madln." Sie wollen also ein Rendezvous vorschützen." sprach der Richter, .und uns glauben machen, daß Sie während der fraglichen Zeit bei einem Dorfmädcyen warenv Ji kunnt wühl sei .Gut, dann müssen wir die Ver Handlung vertagen bis dasjenige Mäd chen zur Stelle gebracht ist." Der Sepp kraute sich verlegen hinter den Ohren, dann meinte er .muak'n So döö denn wirklich so genau lll .Das ist doch selbstverständlich. entgegnete der Richter unwirsch, .da eine genaue, Jhrerseitige Erklärung, wie zum iztenmale betont, die einzige Möglichkeit ist. Ihre Unschuld zu er Härten." .Mein Sott." meinte jetzt der Sepp, r . TTT jan o aroa neugieri! Die Wirkung dieser, mit so unae künstelter Naivetät gesprochenen Worte epp'ö war eme frappante, Publikum und Geschworene, Staats . t L C Ort . 1 i i anroan uno neriyeiviger vraazen m ein homerisches Gelächter auö, ein Ge lächter. dem sich selbst Richter und Anaeklagter nicht zu entziehen vermoa ten. Die anze, sonst so streng gewahrte caienai ver Verhandlung war beim Teufel. Der Präsident war noch der erste, der seine Ruhe wieder erlangte, und daS Publikum, allerdings erst durch die usuelle Androhung der Räumung der oberen Regionen, zu beruhigen vermochte. .Unterlassen Sie alle solche nichtssagende Zwischenreden und bleiben Sie bei Ihrer Sache, die ohnedies schlimm genug steht,- herrschte ihn der Richter an. .widrigenfalls ,ch Ihre Haft noch verlängern müßte." Dies klang allerdings nicht tröstlich und dabei machte der Richter ein finsteres Gesicht, daß der auf den Fünfmarkscheinen eingedruckte Ritter noch die reinste Freundlichkeit dagegen war, waS doch auch etwaS sagen will. .Wenn S' eS scho durchaus wifsn wull'n," erklärte der eingeschüchterte Sepp endlich, .so muaß i Jhnan sog'n, daß ich während der Zeit überhaupt nöt im Huber'schen Revier war. wo da Wilddiabstohl ausg'sührt wurd'n is, sondern auf'm RechtbergerschenGrund. m dortigen Första sei klanS Madal Hot m! g'segn und zwor just während der Zeit, wo da Herentare Första mi auf sein Grundstück g'seg'n hoben wüll. i kann's also nit g'wes'n sei, döS müajjn 's selwa eiseg'n, daß i zu da gleich'n Zeit nöt durt und do g'west sei kann, nodazua wo dö zwa Grund mindast'nS vieraholb Stund'n zum gehn, und do müah'n ' guat gehn auSananda liea'n. drum möcht i bitt'n" '. . . ' .Wirklich vorauSgesttzt unterbrach

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Der Grippe specifisches Heilmittel.

Die Srixpk tritt idr epidemisch auf. ll er,t wissen, daß ftch dieselbe in Solge ,on r. költn,e entwickelt. ' i reist ftet die schwa. he Punkt de menschlichen yftem an, darin liest tun da gefährlich dieser rankhei. Sy.ANUsWsnuS's Hamburger Zlrvstlhke

in mit solch roHei Srsolg flrgcn dies schmerzhafte Leiden ageadt worden, daß viele er,t dessen Werth schätzen und denselben häufig ver. schreib. 9t wärmt da Blut, beruhigt dt Nrven. lindert den et, tHarkt da , kyften, nnd besetrig, dadurch die rankdeit. I?ott,! ?kur in Okiginai.Vacketen verkauft, und der tdt hat die Unterschrift von Tr. VuguA tönt aus jdm Umschlage, r ird ni,mal', lose verkauft.

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i. o i " ww.vjhi, wufi und Verkauf ausländischen Geldes. . oer Aichker oen plogucy reoelulttgen Sepp, daß Sie diese Daten genau erweifen können, so entsteht die natürliche Frage," und dabei starrte er den armen Sepp so eisig, durchdringend an, daß es ,hn ms insHerz hmein fror. was ött den wahrend der Aeit au dem Rechtbergerfchen Grund gethan yaoen. , , Zelt ? than?" erwiderte der Sepp, verlegen seine Schuhspitzen be trachtend. Ja ja, waS Sie eben wäh rend der Zeit dort gethan haben?" Man sah'S dem Sepp an, daß er sich ein erz naym. - Wann S' es zum Dreiteufelholen wzrkll außadruck'n müah'n, so wüll ichs Jhnan holt sogn. i kann's - net gweßt sei, den da Herentare Första g'segn Hot, denn justament während der Zeit hob i aus Abwechslung amal auf'm Rechtbergasch'n Grund a'wildert!" m Deö Mädchens Erwachen. Frei nach Bürgsr. Lenore fuhr um's Morgenroth Empor auS schweren Träumen Und trat, da sie Musik vernahm. An'S Fenster ohne Säumen. ES war die Regimentsmusik. Ihr Wilhelm war darunter. .Um fünf Uhr früh." Lenore rief, .Macht die Gesellschaft einen muniec! Die Zeit ist wahrlich viel zu früh Für Fensterpromenaden. Wenn Wilhelm etwaS spater käm'. So könnte daS nicht schaden!" Widerspruch im SolkSmund. Hoffnung soll nicht zu Schanden wer den. Hoffen und harren macht manchen zum Narren. Frisch gewagt ist halb gewonnen. Halte Rath vor der That. Dem Muthigen gehört die Welt. Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um. Morgenstund' hat Gold km Mund. Wer früh aussteht, sem Geld verzehrt, Wer spät aussteht, den Gott ernährt. Einfach. Frau: Was ma chen wir nur, damit wir die rückständige Miethe vom Studenten Spund hereinbekommen?" Gatte: Die anderen Parteien steigern wir. Alte. Noble Gesellscöaft. Er. steö Gigerl: Nettes Mädel, äh, kommt mir lo bekannt vor." Zweites Gigerl: mutq, mir aucy, oav' :t Zchon s.'hr ost gesehen, aber wo? ... Ha. weiß schon. in m..-t.A.i m , : .u' ' iii lllliyalierin IM eriagaml. Schmiere. Direktor (während der Pause): Verehrtes Publi kum, Wallenstein wird sich jetzt erlau ben, die Cigarrenstummel zwischen den Bänken aufzuklauben, da heute sein Benefizabend ist." Resolut. Reiche Erbin: Herr Doktor, hätten Sie die Güte, mich nachher bis zum RathhauS zu beleiten?" .Selbst bis zum Standes, amj, mein gnädiaeS Fräulein!" Cöönhtit Mt im Olut. Heines OInt bedeutet rew, Haut. Oh diese kein Oüösbeit. Saßearetß, Sandy Cathartie reinigen dat vlut, krästi. vit Lrbtt ub tsers neu alle Unrein aus dem örper. fjcsgmcix heutt yn, yuptln, Ltchvnre Nitesse, nd so r-eittt zu dtttrelten. ochönhett für 10c. 3n allen atethfa. LZsrkinKll?

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