Indiana Tribüne, Volume 22, Number 97, Indianapolis, Marion County, 25 December 1898 — Page 9
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'uuuwcr Znvwna Lrivüne. f 1 EÜctns. AcrArunKamper. Criminalqeschichte von Dietrich Theben. Detlev Jessen, der Bauer von BrunUm? in der kleinen holsteinischen Gekneinde Tiessenhöfen, erhielt dreimal nach einander Besuch und dann noch eiiien letzten, mit dem er noch nicht zu thun gehabt hatte. De? erste war ein Roßkamm. Jessen lehnte an der Pforte, die vom Karten aus aus den Landweg führte. IS: schielte mit den mißtrauischen, wasserd.llen Augen auf den PferdeHändler, der sich breitspurig vor ihm aufgepflanzt hatte und sich von einem der Knechte einen Schimmel vorführen ließ, über den er mit dem Bauern in Kaufverhandlung stand. ... Der Roßkamm lachte geringschätzig. Haben Sie keine Peitsche da, Jessen? Ich werde mal der Kracke eins um die Ohren knallen, um ihr Beine zu .machen; die ist ja faul oder lahm zum Umfallen." So?- knurrte der Bauer und zog paffend an der kurzen Hirschhorn pfeife. Hüh!" schrie der Roßkamm und fuchtelte mit seinem Krückstock, als der Knecht mit dem Gaul an ihm vorüberkam. Der Schimmel, entgegen der Be hauptng des Händlers, ein junges, kräftiges Thier, verstand die Drohung falsch und schlug nach dem Roßkamm aus. daß der mit einem Fluch zurücksprang. ' Biest!- schimpfteer. Tcr Brauer griente. Die faule Kracke ist doch mitunter flink," knurrte er. Der Roßkamm !hat, . als hörte er nicht. Was soll der Satan kosten?" fragte er. Aber man nicht biL in die Puppen fordern; beim den Drachen muß man doch erst kreuzlahm schlagen, ehe er zu was zu brauchen ist." Erst- war er lahm, nu wollen Sie ihn . Wenn cr Ihnen nicht paßt, machen Sie, daß Sie weiter kommen," schnauzte der Bauer. Hundert und dreißig Thaler," bot der Roßkamm. Jessen drehte sich verächtlich um. Krischan, bring den Schimmel in den Stall," rief er dem Knechte über die Schulter zu. Jawoll, Bur . . ." . Das Höchste: Hundert und fünf. Zig , steigerte der Noßkamm. Jessen schritt nach der Hausthür, öffnete und schlug sie hinter sich zu. Ueber die im Halbdunkel liegende DreschUnne, deren große Thorslügel noch geschlossen waren, kam er an den Pferdestall. Na, wie ist's?" fragt: der Händler, der dem Knechte gefolgt war, in der offenen Stallthür. Ist der noch da?" grollte . der Bauer. Was wollen Sie denn eigentlich haben?" forschte der Roßkamm. Zweihundertvi?rzig " Einfach verrückt!" Krischan, schmeiß mal den Kerl vom Hof " Mein letztes Wort: Zweihundert!" AdjüS", entgegnete Jessen kurz. . Der Händler ging schimpfend. Nach einer halben Stunde kam er wieder. Noch zwanzig dazu," bot er neu. In den Augen des Bauern glimmte eö auf. , ' Na, Sie kommen ja zur Vernunft. Da läßt sich wenigstens rehen. Wir wollen uns den Schaden theilen : Zweihundertdreißig." 'Ich verdiene nicht fünf Thaler, Jessen." , Ja oder Nein mir einerlei." Herrjeh. sind Sie zäh! Na. denn zu. Weil ich 'n brauch ist aber viel zu theuer." ... , 'In derWohnstube schnallte der Roßkämm die um den Leib gelegte Geldkatze ab und zahlte dem Bauern den Kaufpreis in Gold- und Silberstllcken auf den Tisch. Jessen zählte bedächtig nach, strich daS Geld ein und schloß eö in eine Schatulle. Krischan," rief er auf die Diele ; der Schimmel ist verkauft." Christian Prieö stand im Schatten des HofthorS neben einem der Mägde. . Sagt ich' nicht?" flüsterte er. DaS diele Geld! Wenn wir'ö hät. ten, konnten wir heirathen. Hei jegel." Ja," gab das Mädchen gedämpft 1 zurück. Der Roßkamm nahm den Schimmel mit. und der Bauer stand an der wieder geöffneten Schatulle, packte die blanken Gold-, und Silöermünzen Pl 4. V V .0 umnanoücy ,n nouen und sazod die in ine Stahlcassette, die in einem besonderen Z?ache der Schatulle mit Klarn. mern und Schrauben mehr in's Auge saueno als haltbar befestigt war. t Er drehte den Schlüssel um und steckte ihn hastig zu sich, als an die Stubenthür geklopft wurde. Krach schlug der Runddeckel der Schatulle zu Herein!" ' .Gu'n Dag, Jessen." grüßte der ßwnle ejucy. x So, Du !" sagte Jessen gedehnt 1n Dag." 1 " Der Ankömmlina war von kräfti kaer. etwas eckiaer Gestalt und festem selbstbewußtem Auftreten. Der im vergleich zum wuchtigen Korper aus. 'fallend kleine Kovf aeiate ein bartlolseZ.'fast baaereS Gesicht. Aus den dun lelblauen Augen sprachen Offenheit und knergle. Die Kleidung wär die übliche der prZlhabnden hsljtisHen Bauern
ohne Überlieferte Eigenart, die Herrebene Mode in's ländlich Derbe, aber auch in's ländlich' Praktische übersetzt.
Setz Dich, Jochen, forderte der Brunkamper. Danke. Ich komme tagen Deiner Tochter Dedel und muß mal ein ern pes Wort mit Dir reden . . . - So, so!" Du mußt nicht denken, daß Deine Doris uns eine Last ist. Im Gegentheil. Wir lassen sie nicht mal gerne ziehen. Aber es geht doch auf die Dauer nicht, Dedel, daß Deine Tochter bei uns dient. Ware mein Jung groß. würde ich zu ihm sagen: Die Doris Heirath, denn viele so wie die giebt es nicht." Aber der Jung ist ja erst zwölf, und auf den kann Dein Mädel mit ihren zwanzig nicht warten. Ich kann es aber auch nicht mit ansehen. daß die Dirn sich im fremden Haushalt Plagen muß, wie so eine Hergelaufene, i i rn . i o ' k?. .: uno yar ein naieryaus, in vus jic yui aebört und in dem keine andere ihren Platz ausfüllen kann. Deshalb komme rs ! v r . i v . 3 mw VJ) zu XJU unv jag; nimm uu jiuiw zurück. Du mußt es thun!" Wunr fragte der Brunkamper giftig. .awobl!" beharrte Jochen Arp, der Bauer vom Neuen Jäger. Wenn Du noch einen Funken von Vernunft in Dir hast, mußt Du. Ist ja unerhört! Das Mädel ist so wirthschaftlich. daß sie mal eine geradezu goldene Hausfrau werden wird, und Du treibst sie auS dem Hause, weuDu nicht genug zusammenscharren kannst, weil sie Dir zu viel braucht, zu viel für die. Leute. Als ob die nicht auch leben müssen und für ihre Arbeit Anspruch haben aus gehörige? Essen und. den Lohn, den anden ebenso zablen! Du knickerst an allem und jedem wenn Dir das man mcht mal höllisch schlecht, oekommt! Freunde hast Du so nicht " Jessen lachte höhnisch. ' .Meinst Du, ich fürchte Mich? Wem's bei mir nicht paßt, der kann gehen, nach dem Neuen Jäger oder sonst wo hin, und wenn'S mein eigen Fleisch i m 1 i n C , RjC l V. uno JölUl uno wznn juuuuw an mir vergreifen will da bin ich auch noch da!" ES gibt stärkere als )u. Äver laß daS. Was soll ich Doris sagen?" Wenn's ihr bei Dir gefällt, soll sie da bleiben!" Eine Sünde und Schande ' " Steck Deine Nase in nichts, was Dich nicht angeht. Meinst Du,' ich habe nicht meine Gründe, wenn Du sie auch nicht kennst" und ich mich nicht hinstelle und sie jeder Klatschbase in die Ohren schreie?" Schöne Gründe das!" Meinetwegen . . . Willst Du sonst noch was?" Any stand erregt auf. Wenn die Dirn kommen will, - soll sie kommen," zischte Jessen, und sein hartes Gesicht war hochreth. Aber sie soll mir nicht unter die Augen treten mit dem dicken Kopf! Hat sie einen ich auch! Und ich will sehen, wer - der Herr ist und wer nachzugeben hat!" Doris thut von früh bis spät ihre Pflicht, aber sie fpricht nicht. -Sie spricht nicht von Dir. Und ich weiß darum nicht, was zwischen. Euch steht, außer Deinem Geiz. Aber was sein mag: das Mädel ist gut und tüchtig und wahrhaftig, und auf ihrer Seite ist keine Schuld. Du aber. Du bist ein Starrkopf und Geizhals, der Verruf und Spott im Dorf, der selbst sein eigen Kind nicht verschont. Du solltest Dich was schämen, Dedel, und an Deine Frau im Grabe denken, die 'sich ja umdrehen muß vor lauter Krän kuna!" Nu ist's aber genug hüt Deine Zunge oder ich zeig' Dir, wo es nach draußen geht " Bemühe Dich nicht, ich weiß Bescheid. Hast Du den Schimmel verkauft?" Hast Du was dagegen?" - Mit Dir ist nicht zu reden. Ich hoffe, wie sprechen unö mal wieder!Kann sein. Aber der Weg vom Brunkamp nach dem Neuen Jäger ist mir zu weit." Adjüs." Der Jägerhofer ging in Heller Entrüstunz. Adjüs !" rief ihm Jessen mit hä mische? Freundlichkeit nach. Als sich die Abenddämmerung auf die Felder senkte und die an die Brünkamp'schen Ländereien grenzenden Waldungen in immer tiefer schattirter Silhouette sich vom saylblauen Hlm mel abzeichneten, kehrte ein städtisch gekleideter Gast aus dem einsamen Bauernhose em, der weitläufig mit Detlev Jessen verwandt war und von n.;i . fi ! . Jen zu Heu einmal jiuajug vorzu sprechen pflegte. Sieh da. Du?"' fragte der Bauer. Ich! HanS Christian und Hessen wie Du. Na, wie steht'S? Alleweg munter? und die Dorn auch? Muß so gehen, HanS Krischan. Tris t es aber ungrad: denn die Do riS ist zu Verwandten geflogen 'n paar Tag. So lang wirst Du nicht warten wollen. Nee, kann ich mcht. Ist schad. Aber gesund, und noch nicht verlobt, die Dore?" Das erste: Ja. Verlobt: Nein. Ist ja noch zu jung." Ach was, zu hing! Just recht so. Jung gefreit Du weißt ja. Laß anfahren, Detlev; ich habe einen Barenhunger! Ja. Stme!" rief er aus der Thür. DaS Mädchen deckte. , Bier giedt's natürlich nicht." sagte der Gast. Aber Dein Kirschkümmel war auch immer leidlich. Prost, altes Hausl" Um die elfte Stunde zog der Gast ein dickleibiges Taschenbuch und einen Lederbeutel hervor und warf sie auf den Tisch.' ' - ' Schließ ein' Detlev! Ich hab' catfiri unterweaS und ein bizchen reich-
ltch laden. . un sicherer ttt Detsser
Schatulle als unter meinemKopfkissen. Der Bauer wog den Beutel m der Hand. Laß ich mir gefallen, Hans Knschan. 'n paar Tausender, was?" Ob, noch 'n gut Theil druber. Detlev." Der Bauer schloß Beutel und Taschenbuch sorglich ein. Als er sich umdrehte, hastete sein unruhiger Blick sorschend an einem der Fenster. War da nicht ? Mir war's als hätte da jemand 'neingesehen ..." Der Mond!" sagte Hans lnnUian lachend. . Er gähnte laut, und derBauer leudj tete ihm nach der Kammer, die für die wenigen Besucher des BrunkampS reservirt war, aber immer seltener benutzt wurde. Seit dem Vorjahr war Hans Christian Jessen sogar der einziqe Gast, für den der Raum mit dem mächtigen Federbette seinen Zweck erfüllte. Gute Nacht, Detlev." Gute Nacht, HanS Krischan." Damit trennten sie sich. Diese Nacht war Hans Christian Jessens letzte. Am nächsten Morgen war er todt. . Erwürgt mit einer Veitschenschnur, die noch um seinen HalA lag. - Und als die aufgeregten Brunkamper sich weiter umsahen, fanden sie die Schatulle des Bauern erbrochen und das Geld deö Gastes und die Kassette deS Gastgebers geraubt. Und dann kam rasch der letzte Besuch des Bauern. Der Besuch, mit dem der Bauer noch nichts zu thun gehabt hatte das Gericht. Und das Gericht nahm die Kunde verbreitete sich wie ein Lauffeuer durch Tiessenhöfen kurzer Hand den Bauern vom Brunkamp fest. . Der Brunkamper verhaftet wegen Mordverdachts! Das sensationelle Ereigniß hielt die Leute in und um Tiessenhöfen in hochgradigerErregung. Die Kunde drang auch auf den Neuen Jager, und sie erregte Bestürzung. Der Bauer und die Bäuerin berie then im Wohnzimmer, die Leute hielten sich flüsternd auf der großen Diele und starrten mitleidig auf die stille Tochter des Verruchten. Doris Jessen zog sich, als sie den er sten lähmenden Schreck abgeschüttelt hatte, wortlos m ihre Kammer zurück, packte einige Sachen in ein Tuch, nahm das Bündel in die Hand und ging zur Bauerin. Ich wollte bitten, nach Haus zu dürfen, sagte sie stockend, und die gro ßen, blauen Augen blickten aus dem weißen Gesicht, thränenlos und klar. Ich bin da - nöthig jetzt," fügte sie leise hinzu. Die Bäuerin trat an sie heran und faßte ihre beiden Hände. Ja, geh Kind!" sagte sie herzll und weich. Und heut Abend schick i Dir Marie. Du sollst nicht so allein sein." Jochen Arp selbst brachte die heim kehrende Tochter nach dem verödeten Brunkamp. Und gegen Abend kam Marie, die junge Schwester der Jager bäuerin. Doris' Jessen lehnte den blonden Kopf, als sei er ihr zu schwer, an die Brust der Freundin, und ein schluch zen rüttelte den schlanken.Körper. Marie, mein mein Vater hat das nicht gethan!" rang es sich flü sternd über Doris zuckende Lippen. Nein", sagte die Andere, wenn sie auch nicht überzeugt war. Ich weiß es." fuhr Doris in kind lich gläubigem, seltsam überzeugendem Vertrauen fort. Und und ich bringe es heraus . Sie saßen lange, lange Stunden. Dann suchten sie ihre Lagerstätten auf, angekleidet, fröstelnd. 3ch bringe es heraus," wiederholte Doris, als sie amMorgen, von Grauen geschüttelt, vor der Leiche des Ermor deten stand. Dann rang sie NachFassung, ordnete m den Zimmern und führte die Aus sicht in der Wirthschaft. Erst mecha nisch. dann ruhig und in ihrer Ruhe herrschend über alle Hausbewohner hinauswachsend. - , Ein Tag um den andern kam und ging. Hans Christian wurde hinausgetragen und in die kühle Erde gebettet. Freunde aus der Stadt und die Dorf ler gaben ihm das letzte, trübe Geleit. . Hast Du's?" fragte Marie nach einer Woche die Freundin. Die Frage klang scheu und scheu die Bernemung. Hast Du's", wiederholieMarie nach einem Monat. . Ein leichtes Roth stieg in Doris Wangen. Ich weiß nicht." klang die aus weichende Antwort. Hast Du was mit dem Christian und der Stine?" forschte die Freundin befremdet. Laß mich," bat das Mädchen still verschlossen. Stine hatte aber saure Tage' die Freundin hatte recht gesehen. Nichts mache sie der Herrin recht. Und mißtrauisoh beobachiete die robuste. Dirne Christian, der mit Genugthuung, wenn auch in seiner plumpen Art, über ??.....ir;..!l in;A. l!. , uuuuuuyieucn qumixir, oie iym oie junge Bäuerin zu Theil werden ließ. Noch die? Wochen." grollte die Magd, dann ist das zu End, Krischan 1" fuhr sie zischend auf den Knecht ?m. Sei doch still." mahnte der. .Sa ben wir ihr nicht gesagt, daß wir hrathen wollen? Also hab Dich nicht. Ist unsere Zeit um. dann adjüs. Aber, so lang ist sie doch die Bäuerin, und wir sind die Leu! Die Hauptverhandlung gegen den Bauern von Brunkamp stand, vor der Thür, i . ' '.' .Säst Du'S?" wiederbolte dieAreun
vln am Vorabend bedruckt ihre'Frage.
Dons sah lange aus dem Fenster. Ihre Brust wogte erregt und über die Augen breitete sich ein trüber Schleier. Ich alaub's!" flüsterte sie, als sie sich endlich umwandte. Frag nicht," fügte sie bittend hinzu. Die junge Bauerntochter erregte m dem gedrängt vollen Schwurgerichtssaal Aussehen und Theilnahme. Sie harrte angstvoll an der Thür, durch die ihr Vater eintreten mußte. Ihr Antlitz war weiß wie ein Blatt Papier, der feme Kopf leicht auf die Brust geneigt. Ihre Augen weiteten sich, und ein Schrei erstickte auf ihren Lippen, als der Vater hereingeführt wurde. Sie trat schwankend auf ihn zu, schlang die Arme um seinen Nacken und küßte ihn schluchzend und bebend. Der Bauer schien verwirrt. Aber er nickte dankbar. Mein Dirn. mein Dirn!" stieß er abgerissen hervor.' Dann schob er sie von sich und schritt gebeugt nach der Anklagebank. Die Formalitaten waren zeilraubend. . ' Dann aalt die erste Frage des Vorsitzenden dem Angeklagten. Sie klang monoton: .Angeklagter, bekennen Sie sich des Mordes,- begangen an Hans Christian Jessen zu Brunkamp, schuldig?" Nein!" antwortete Detlev Jessen rauh und gurgelnd. Sune und Christian Pries waren die Hauptbelastungszeugen. Christian Pries der erste. Seine Aussagen ergaben ein Bild der Mordnacht, das fast lückenlos war. Er erzählte: Es war ja wohl nicht in Ordnung, aber ich und die Stine waren ja mit einander versprochen damals " Damals?" fiel der Vorsitzende ein. heute nicht mehr?" Der Zeuge stand verlegen. Na, ich weiß noch nicht " . Weiter!" forderte der Präsident. Wir standen auf der Diele, und als wir auSeinandergehen wollten, da da kriegten wir den Schrecken. Da hörten wir vom Hausflur her das das Stöhnen. Und als wir dann hmgin gen, da kam das f- daö auS der Frem denkammer, und der stöhnte, war der Herr Jessen, der auS der Stadt. Und unser Bauer ja, beugte sich so über ihn und würgte ihn. Und stöberte dann in der Kleidung von dem Todten und nahm alles Geld an sich. Dann ging der Bauer in dieWohn stube?" Ja. Und brach die Schatulle auf. Und die Cassette auch. Und das that er, weil wir glauben sollten, es sei ein Anderer gewesen.' Dann kletterte er auf den Heuboden. Wir konnten ihn nicht sehen, aber alles hören. Das Heu raschelte, und als er an das Dach kam, steckte er daö Geld nach unten zwischen das Dach und das Heu. Und kroch dann zurück und kam wieder die Leiter herab, die nicht feststehen mochte. weil er plötzlich halblaut schimpfte." Weiter!" Ja. weiter weiß ich nichts. Wo der Stahlkasten ist mit dem Geld für den Schimmel und dem andern, was der Bauer hatte, da kann ich nichts von sagen. Und von den dreihundert Tha lern, die auf dem Boden gefunden wurden, daö wissen Sie ja, die hat ja das Gericht selbst hervorgeholt." Der Präsident stellte endlose Fragen. Darauf wurde die Zeugin Sune aus gerufen und gleich dem Knecht der digt. . sle say slcy uoer vie ?cyuiler um. als Christian Pries sich in den Zuhö rerraum zurückzog, und biß die Zähne zusammen, als sie bemerkte, wie die junge Bäuerin dem Knechte zunickte und ihm vertraulich vor allen Leuten die Hand gab. Dann traf ihr durchbohrender Blick den angeklagten Bauern. Der?" geiferte sie. Nicht satt zu essen hat er uns gegönnt. Was dem sem Herrgott war. daS war sein Geldsack. Immer hineingescharrt hat er und nicht genug kriegen können. Blos nu hat er genug, nu sie ihm an den eiaenen Hals gehen ... .Der Präsident hatte Mühe, die nächtlichen Vorgänge von der Zeugin zu erfahren. Aber der Kern lhrerAussagen deckte sich mit den Bekundungen deS Knechtes., Sie konnte abtreten. Stampfend schritt sie durch den Saal und blieb, die derben Arme auf die Hüften gestemmt. vor der zungen Bäuerin und dem ver leaenen Knechte stehen. Doris Jessen hatte sich dicht neben den Knecht gesetzt. Ihre Augen sprüh ten, und eine herzzerreißende Energie verdranate den Ekel aus ihren todten blassen Zügen, als sie den Arm fest um den Zeugen legte, der ihren eigenen Vater der grauenhasten Schuld gezie hen hatte. Geh weg!" schrie die Magd ohne Rücksicht aus Ort und Umgebung. .Nein!" Die Dirne stieß Christian Pries mit der geballten Faust vor die Stirn. Willst Du die oder mich?" kreischte sie. Mich!- bestätigte Doris mit flie gender Stimme. Die Magd lachte schrill und hob nisch, und das Lachen klang um so gel lender, als Publikum und Gerichtshof
dem unerwarteten Vorgang mit gleich gespannter und lautloser Aufmerksamteit folgten. Die die die!- keuchte die Magd. Und dann schnitt die zornige Anschuldigung durch den Saal und in die Herzen: Mörder!" , Die ihrer Sinne nicht Mächtige schlug auf den Knecht ein und tobte, alö sie fortgerissen wurde: Der der war's! Der war'S!" Doris schnellte zitternd auf, floh zu ihrem Vater hin und brach halb ohnmächtig in die. Kniee. ' Die GerichtSdiener , .thaten ibre
Schlechte Traume und unterörochener Schlaf
sind der Schrecken von .
vtne andere kigethümltch, kelt tft
und belle ,eg,n, da die Gesundheit nlch gut Ist. Umied,r gesund zu sein, gebrauche man . . . . ?r. Augug Aönig's Kalnburgcc Tropen t erden Linder schaffen, h,ilen und nlo derberftellen.
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Frenzel iröiers, 91. 1 Wefi Washington Strafte, - (Merchants National Bank.)
Sin europäisches Departement.
sungen aus alle Städte Suropaö. Schisssscheine nach und von Europa. An. und Verkauf ausländischen Gelbes.
Pflicht. Im SJU war der Äeschuldigle umringt und vor den Gerichtshof gezerrt. Der Vorsitzende hatte sich erhoben. (Sie sind der Mörder?" donnerte er den Fassungslosen an. Ja kam die stotternde Antwort. Wo ist die Cassette?Auf der Hirsch Hirschkop. pel im Teich " Hat die Zeugin bei dem Verbrechen geholfen?" Au aufgepaßt." Sie sind beide abzuführen!" Der Präsident brach die Verhandlung erschüttert ab, schritt in den Saal und drückte dem jungen Bauernmädchen warm die Hand. Mein Dirn!" stammelte Detlev Jessen, und in den kargen Worten lag eine Welt von Zärtlichkeit. Mein Dirn," wiederholte er, als sie das Landgerichtsgebäude verließen, nu nu sag ich doch Ja. Wo wo ist er?" Doris Jessen sah sich um. Da!" erwiderte sie mit hellem Ju belton. Da!" und flog lachend und weinend auf den Mann zu. den ihr Herz sei Jahren sich erwählt hatte und der trennend zwischen Vater und Kind getreten war. Waö? " hieß es in Tiessenhöfen. Daö war es, was dem Alten in den Kopfj gestiegen war? Ja, das ist was Anderes. Da konnte er sich' bedenken, denn der hat rein nichts, und der In spectortitel ist auch man was mau, weil der Herr doch man bloS so'n Art Volontair ist und der Sandhaufen von Altenhagen gar keinen richtigen In spector nicht tragen kann. Na. nu ist er ja raus, und der Brunkamper soll ihm sein Kind und den Hof ruhia ge ben. denn tüchtig und ehrlich ist er und 'n sirer, strammer Jung auch. Dedel," sagte der Jägerbauer, wir wollen nun den alten Groll vergessen." Jessen schlug in die ihm dargebotene Rechte ein. Ja. Jochen." Und die Tiessenhöfen vergaßen ihn bald alle und redeten sich in die Hitze aegen den verbrecherischen Knecht, der seinen dunkeln Plan schlau genug angelegt hatte und wohl auch durchgeführt hätte, wenn nicht die Stine mit ihrer Eifersucht dazwischen gekommen wäre und alles verrathen hätte. MnM Jahre unermüdlichen deutschen Strebens in Indianapolis von THEODOR STEMPFEL. Fest-Schrist zur geier der Vollendung des Deutschen Hauses Orochirt 50c ; gebunden $1.00. ' Yoftvorto beträgt löe. $ Mtm li Uz CfftJl ta .trilftsi." ( zch HUt t. tUn .. idn Cfftc tot .tlUgttf " ni t 1DU)4 !( irafcM.)
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