Indiana Tribüne, Volume 22, Number 97, Indianapolis, Marion County, 25 December 1898 — Page 4

zanxixzr?zi2f?2rr Fudisna Tribüne. Erfcheutt Täglich und Xt täglich Tribüne kostet durch den X-lget J (lenti per Woche, die eonntagS.rribüe'k Xextl per Woche. Seid iusarx 18 er $v ts Sent pe, Tknat. Per Poft uierhatt de Ub z?.gechit i G,rau,Seihlnz V c Iah. Dmi 10 SS5 Vladss StretzK Indianapolis, Ind., 26. Dezember '9. SOilllfop - pitai. Es find etwas über vier Wochen, ia ftarb ein Mann, dessen Tod nicht die geringste Aufmerksamkeit erregte und dessen Name doch lange Jahre hindurch in Aller Munde war. Du hast lieber Leser gewiß schon von Erfindern gehört, die trotz ihrer nützlichen Erfindungen eS gar nicht oder erst nach langen, in Armuth derbrachten Iahren vorwärts brachten. Um nur einen zu nennen, so sei Howe'S, deS Erfinders der Nähmaschine gedacht. Aber Du wirst wohl schwerlich schon von Einem gehört haben, der alS Erfinder galt, als solcher Geld verdiente, und doch gar nichts erfunden hat. Ein solcher Mann war John 23. Keely, der Mann von dem ich sagte, daß er vor etwaS über vier Wochen starb. ES ist jetzt .gerade ein Vierteljahrhundert her, daß alle Welt von dem Keely-Motor sprach. Der Motor den Keely erfunden haben wollte, sollte Kraft in unbegrenzter Quantität fast ohne Kosten erzeugen. Eine Gesell schast von Kapitalisten wurde gegrün det, welche Keely mit den Mitteln ver sah, seine Erfindung zu vollenden. WaS Keely nun weiter that, dcS gleicht ganz und gar dem Verfahren der Alchimisten vergangener Iahrbun derte, welche eS verstanden, Fürsten vorzugaukeln, sie könnten Gold machen um Jahre hindurch von denselben Geld für ihre Experimente zu bekommen. In diesem Falle handelt eö sick freilich um WerthvollereS als Gold, nämlich um Kraft. Wer in unserem Zeitalter der Maschinen, der Eisenund Straßenbahnen, der gewaltigen Schiffahrt u. s. w. Kraft kostenlos, d h. sozusagen ouS Nichts zu erzeugen vermöchte, der könnte die Welt be herrschen. Und daS ist'S waS der ge nannte Keely zu können vorgab. Er hatte nichlS Kleines im Sinn. Ich beabsichtige", sagte er, bis in unge fähr sechs Monaten einen Eisenbahnzug von dreißig Wagen von Philadel phia nach New Jork mit einer Geschwindigkeit von einer Meile per Minute vermittelst einer kleinen Ma schine zu bringen und diese Kraft will ich bloß auS einer QuantitätWasser ziehen. nicht mehr als ein Mann in der hohlen Hand halten kann. Ein Kübel Wasser enthält genug dieses Dampfes, um eine Kraft zu erzeugen, genügend, die Welt auö ihrem Laufe zu bringen. Ein gewöhnlicher Dampfer kann mit dieser Kraft so schnell bewegt werden, daß er sich in zwei Theile spaltet." Man sagt, wir leben im Zeitalter der Aufklärung und der Wissenschaft aber diesen horrenden Blödsinn glaubte man und ließ sich fünfzehn Jahre lern? von dem Manne damit an der Nase hkramführen. Er baute eine Maschine mit allerhand Hebeln und Rä dern, Sachverständige besichtigten sie. sahen sie in Thätigkeit, aber Keely ließ Niemand in daS Innere der Maschine sehen, um wie er sagte, sein Geheimniß nicht preiszugeben. Die Aktien der Keely Motor Co. wurden an der Börse gehandelt, dem angeblichen Er sinder wurden ganz bedeutende Summen zur Verfügung gestellt, aber der Eisenbahnzug, der mit der Kraft einer Handvoll Wasser von Philadelphia nach New Jork fahren sollte, steht noch immer in Philadelphia, die Welt ist noch nicht vermittelst eines Kübels Wasser auS ihrem Laufe gebracht Hör den, aber eS laufen noch eine Menge Narren in ihr herum und Keely ist todt. Seine Erfindung natürlich auch, ode? dielmehr sein Schwindel, denn ich glaube nicht, daß die Erfindung jemals gelebt hat. Die Engineering Newö" erzählt, daß die Maschine verschiedene Malein Thätigkeit Sachverständigen gezeigt wurde, welche versuchten, daS Räthsel der Kraft zu lösen, aber ohne Erfolg. DieS erinnert mich an die spiritualistischen Sitzungen, in denen sich ebenfalls sonst ganz kluge und verständige Menschen aus die gröbste Weise derart täuschen lessen, daß sie kapabel sind, ihrem Mangel an Verständniß daS ganze Wissen deö Jahrhunderts zu opfern. 3n den meisten Fällen zahlen sie auch ganz gut für die Täuschung und viele Medien" machen, nach landläufiger Ausdrucksweise, ein ganz guteS und auch sehr bequemeS Leben. Sei dieser Gelegenheit fällt mir auch

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ein, oaö mla aus no ntQl oyne Drähte über den Ozean hinübertelegraphirt und noch keine Schisse auf dem Ozean vom Lande auö in Brand gesteckt hat. Aber Teözla ist ein bedeutender Elektriker und mag nur seinen Tpap oaran yaoen. cic xcuic zu mystisiziren. Sonst glaube ich, biß selbst bei diesen schlechten Zeiten die Spekulation aus die Dummheit und die Leichtgläubigkeit der Menschen zuweilen noch ein gan, einträgliche? Geschäft ist Sicherlich geht Derjenige, welcher auf die Dummheit rechnet, weit sicherer alö Derjenige, welcher. seine Rechnung auf Bildung, WissenStrieb und Verständniß bafirt. Solche Rechnung erweist sich fast allemal alö falsch. Der Plauderer. SssenerLlüreibcbriefdesvhMPp Lauerampser. Copyright i8 by the Gerrnan Prtss r Ute .o 0.253. Mein lieber Herr Redaktionär! i Wisse Se, Herr 1 Redamonär, .wann das Sa luhn Vißnes mei Eidiegewesewar, dann bett ich JH ..! W ne einiges, oann wär Jhne Jbrn liewer Phil jetzt en dohter Mann, awwer wie' is, do Hot die Lizzie. was mei Altie is, die ganze Geschicht uff ihr Gewisse un do geb ich nit so viel drum. Dieselwe Zeit duht die Lizzie doch alle Blehm an mich putte, bikahs ich hen nit dran gedenkt, daß mer in dieses freie Kontrie e Leizens hen muß, wann mer en Saluhn starte will. Off Kohrs war das Bißnes von die Ohpening gespeult. Ich sm schuhr, ich hätt arig gut gedahn, bikahs ich hen de nächste Dag e ganze'Latt Schentelmänner gemiet, wo mich all gesagt hen, daß sie schuhr am Owend komme wäre, und se arig sorrie gefiehlt hätte, daß ich so e hartes lies gehabt hen. Ich hen se off Kohrs inweitet, de annere Owend zu komme. awwer dieselwe Zeit is doch keiner von se komme. Ich hen am nächste Morgen reiteweg e Leizens erausgenomme. Ich sag Jhne, ich Ytt greme tonne, wie rcy mei schönes kä.'ches Geld dohin gelegt ken. en Scheck den die fsellers aar nit eckzepte gewollt. Ich hen kei bische zu die Lizzie gekickt un sie Hot aach nicks gesagt. O, es ist ebbes schreckliches, wann en Mann e Fraa Hot, wo immer de annere Weg will. Ich sichle gar nit als wann ich de Vahs war. un in Fält, zwische Jhne un mich, sm ich's aach nit. Die Lizzie, die Hot das erscht: Wort un aach das Letzte un was sie sagt, das geht. Well, um widder uff das Bißnes reduhr zu komme, muß ich sage, daß die Altie en eh Nomber wonn Lunsch uffgefickst gehabt Hot. Se Hot freidLiwwer gehabt un Sauerkraut, Hähm Hot se gehabt un Belohnie. Hatt WinnieZ un Pickels un all so Stoff un ich sage Jhne, en Peil Hot se dervon gehabt, daß sich dreißig Männer knippeldick dran esse hätte könne. Wie alles rettich war, do hen ich mich t weißes J'äcket un e weiße Ehpren angezoge, en kliene Schehf hen ich mich aach noch gewwe un do hen ich dann for die Kostiemersch gewart, awwer denke Se nor emol, was e Schehm. es is ntt en sinke! wonn komme! Ich hen aus lauter Verdruß un Dissepeuntment ee Glas Bier nach das annere genomme un hen an den Lunsch genippelt. Bei Galle, der Stoff Hot auteseit getehst un ich hen so lang geschuht, bis all die Disches klien wäre, awwer es is immer noch kein Kostiemer komme. Ei tell juh. ich sin purtinier verzweifelt. Ich ben genug gesse gehabt un hen aach plentie gedrunke un von den viele Schaffe, do sm ich teiert geworde. Ich hen mich e wenig hinnig die Bahr gehockt un hen mich e wenig von die Jnnseit betracht. Es Hot nit lang genomme. do hen ich gedusselt, un in mein Dussel hör ich. wie die Dohr uffgemacht werd un en Feller inseit komme duht. Bei Gasch, hen ich gedenkt, mehbie sell is en Rabber. In e Sekkend war ich hinnig die Bar eraus un hen den Kerl am Wickel gehabt. Was hen Sie hier in mei Haus zu duhn?" hen ich gehallert. Do sagt er, er hätt gedenkt, sell wär en Saluhn un er wollt sich fünf Cent werth Bier kaafe. Bei Tschinko. sell war en Kostiemer! So schnell, wie en Hund gauzt, war ich Widder hinnig die Bar un hen en Schuhper Bier for ihn. gefillt un denke Se emol, er Hot sogar käsch bezahlt! Hen Se nit e wenig Lunsch? Hot er mich gefrogt. Schuhr Ding, hen ich gesagt un hen die Lizzie Order gewwe, noch e wenig Lunsch zu fickse, bikahs was uffgeschnitte war. hen ich doch in mein Schmerz alles uffgefresse gehabt. Ich sag Jhne, der Feller Hot awwer aach e gute Kling ge schlage, wei der Hot mich purtinier gebotte! Wie er sich voll gefresse gehabt Hot. do Hot er mich gefragt, ihn e Ticket for e Sohschel, wo sei Ladsch gewwe deht, abzukaafe. Er sagt, er hätt mich jo doch aach suppohrted un do könnt ich aach ebbes for ihn duhn. Was war zu duhn, in e neies Geschäft do derf mer nit so stinschie sein, biseids daß, gleich ich immer e wenig liberal zu sein. wanns nit viel koste duht ix do hen ich ihn dann en Halme Dahler for sei Ticket gewwe. Dann Hot er sich noch zwei Bretzels genomme un sei Mätschbacks mit Matsches gefillt. Hot bei Mißteh! mei Nuhspehper eingestoche, und Hot sich mit en Tuhspick in sei Maul fortgemacht. Wie er sort war do hen ich erscht ausgefunne. daß das Sohschel, tvo ich das Ticket for gekqaft hen, schon

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imt Zlrinmes aewest 15! SoMch Viesneß! Gleich druff, do is e Nid komme un Hot mich aach t Ticket verkaufe wolle, er sagte, es wäre for das Bennefitt von e arme Familie, wo gern drinkt, un wann se Widder besser ab wäre, dann dehte se mehbie aach als emol e Peintche hole losse. Ich hen nosser" gesagt un wann du nit mache , duhst, daß de autseit kommst, dann gibt'Z Truwel. Do Hot der sässige Bub gesagt, ich sollt ihn en Vretzel schenke, Qwwer so e Bißnes duhn mer nit. Ich war'n so mahd. daß ich mein Schlipper von mein rechte Hinnerfuß abgenpmme hen un hen nach den Laus t bub aeworfe. Der Vub war in e. , . ' . i t r. . I kSeaeno vraus. mnaus oav icn en gehitt hen. awwer der Schlip'per Hot das Winder in die Dohr korz un klein ge schmahscht. Wie mei Kids aus die Schul heim fin komme, do hen se gesrogt. ob's wahr wär, daß e Feit in den Saluhn gewese wär. All die Kids dehte 's sage un dovon wär aach die Dohr geschmäscht. Sehn Se, so wird reiteweg t Stohrie uffgemacht. Ich hen off Kohrs die Kids gesagt, sell wär e Lei. Die Fäckt wär, daß so viel Mensche in den Saluhn gewese wäre, daß eener ins Gedräng das Winder eingepuscht hätt. Sell hen se geglaabt, besondersch, dikahs derLunsch wär aach all. Am Nochmittag, do hen ich grad so e Vißnes gedahn, wie am Morgen, awwer ich hen mich en Eidie ausgedenkt, wo gar nit schlecht war. For was, hen ich zu mich gedenkt, hen ich schon die viele Johr zu die Lahdsches un dieSasseietehs bezahlt, mitaus, daß ich nor en Cent werth Prafitt gehabt hen? Sell muß nnerscht wer'n. Ich hen reiteweg so evüut zwaa Hunnerd Jnwittehschens Printe losse un hen dobei das Ticket gejuhst. wo ich fon den Schwindler gekaaft hen, bikahs sell hen ich am Mehrschte gegliche. Wie die Kahrds fertig wäre, hen ich jedem von die Membersch von dieSingen Sasseieteh. wo ich derzu belangt hen. ehne geschickt. Ich hen se all for de Dunnerstag Owend, nach die Singstund eingelade. All mei Sasseiethe's hen ich nit uff ein Owend einlade gekönnt, bikahs das wär e wenig zu viel gewese, un ich hen aach gegliche. jeden Owend e gutes Bißnes zu duhn. Off Kohrs hen mir große Errehnschments for die Singersch getroffe. Zu das Futterche, do Hot die Lizzie getend, ich sage Jhne, die Hot en Heringssalad dohin gewichst, do Hot mer schon Dorscht kriegt, wann mer'n blos angeguckt Hot, dodrin biet . die Lizzie einiges. Ich hen mich selbst , druff gefreit, bikahs Heringssalad. den gleiche ich aria aut. wann ich den hawn kann, dann loß ich de schönste Porkrohst stehn. Well, mit alle Pre perehschens wäre mir fertig un der Dunnerschtag Owend is komme. Ich hen alles uffgeleicht un der Saluhn Hot geguckt wie e Pinn, so klien. Ich hen mich selbst driwwer gefreit. Wie's so ebaut 9 Uhr war, do hen ich zu die Liz zie gesagt, jetzt is die Singstund aus un ich denke, die Kraut kommt bald. Awwer um zehn Uhr war noch kein Mensch do! Um halb elf. do hen ich for lauter Desperehschen gestart. mich iwwer den Heringssalad herzumache un oss Kohrs, hen ich aach en ganz enorme Dorscht kriegt. Do hen ich Widder desperett gefiehlt un hen ganze Latt Bier gedrunke. Aie die Lizzie um 12 Uhr nach mich geguckt Hot, do hen ich hinnig die Bahr gelege un hen geschloofe. Es is nit e eenziger von die Singersch komme. . Am nächste Dag do hen ich ausgefunne. was die Matter war. Hot doch der verdollte Printer uff die Jnwitteschcns de 24. Diesember 1897 fleprint, ecksäcktlie. wie's uff den Fehkticket, wo ich ihn alsSämpel gewwe gehabt hen. gestanne Hot! Die Singersch hen gedenkt, es wär e Schohk un off Kohrs is keiner komme. Jetzt möcht ich wisse, ob der Printer das Rindvieh war oder ich. Womit ich verbleiwe Jhne Jhrn liewer Philipp Sauerampfer. Scflügkltc Zcflbratcn. In einer zur Blüthezeit des zweiien französischen Kaiserreichs verfaßten Abhandlung wird die Gastronomie, di? zugleichWissenschaft und Kunst sei. als ein sicheres Kennzeichen der Civillsa tion einer Gesellschaft dargestellt, ja. als das einzige Mittel, den Grad der lvliliatton eines anves kennen zu lernen. Frankreich verdanke seine he vorzugte Stellung in Europa nicht allein nur den Wissenschaften und dem Ruhm. Wir können Frankreich mit völliger Gemuthsruhe diese seine merk würdige Civilisationshöhe g'önnen.aber sie drängt doch die Frage auf. ob sie nicht ihr Scherflein zu dem spätern Niedergang: der Machtfülle und des politischen Einflusses dieses Landes beigetragen habe. Wenn in der &e schichte die gebildetern Classen und die führenden Elemente eines Volkes auf größter Höhe der Gastronomie angekommen waren, trat auch schon der Anfang des Verfalls zutage. Man braucht hierbei nur an die zwar heitern, aber üppigen Gastereien der spätern Griechen und die Schlemmerei der römischen Großen zu erinnern. Unter den Leckerbissen, die geeignet sind, der Menschen Geruchs- und Ge schmackssinn zu erfreuen, nehmen auck heute noch, wie schon zu Zeiten der Griechen und Römer, verschiedene kunstvoll zubereitete Angehörige des Vogelgesch!echts bevorzugte Stellen ein. neben Rebhuhn. Wachtel, Fasan vornehmlich die Vertreter unseres Hausgeflügels. , Von Beginn des Novembers an pflegt das im Frühjahr, gezüchtete Junggeflügel, Haus-, Trut- und PerlHühner, Enten und 'Gänse, erwachsen und. wenn in Mastzustand gesetzt, schlachtreif zu sein und von da an den Winter hindurch Braten zu liefern, die durch besonderes Aroma, und jöstliüen

&t$Md ttlchf tlUr.setvohnliche Menschenkinder erfreuen, sondern selbst die verwöhntesten Gaumen der Feinschmecker und Kenner angenehm kibeln. Kein Fettschmaus ohne die eine oder andere Geflügelart. Spuren ihrer Verwendung finden sich schon zu ältesten Zeiten, mit Ausnahme des Truthuhns. Aber dieses unglückliche Huhn hat später den Sieg errungen über die Gans, die schon von Griechen und Römern hoch geschätzt war, und über den Pfau, der im Mittelalter die vornehmsten Tafeln zierte. Den Pfau hat es gänzlich, die Gans in nicht geringem Maße verdrängt. Nur vom Haushuhne wissen wir, daß es von den alten

AegYptern alljährlich zu vielen Tausenden in eigenartigen Oefen erbrütet wurde. Von diesem Volke mögen auch die Hebräer das bei ihnen übliche Verschneiden der Hahne gelernt haben. Auch der griechische Dichter Hesiod erwähnt der Kapaunen. Homer selbst aber läßt seine gewaltigen Helden mit o kleinen Braten sich nicht abgeben, ondern lieber Rindskeulen verzehren und an saftigen Schweinerücken sich aben, obgleich schon damals die Geflügelzucht in den kleinasiatischen Küstengebieten und Inseln blühte. Von hier fand die Kunst der Geslugelzuchtung und -Mästung ihren Weg nach Griechenland ' und zu den Römern. Keine Villa, die Nicht einen ansehnllchen Geflügelpark besessen hätte. Auch hat eine aanze Anzahl hochgeschätzter griechischer und römischer SchnMeller es nicht verschmäht. Angaben über Züchtung. Pflege und Mästung der Hausvogel zu machen. Es seien hier nur genannt: Aristoteles, der ältere Cato. Varro, der altere PllNlus. olumella. Der große Lyriker Horaz hat uns in seinen Satiren damit bekannt gemacht, daß auch die Römer schon die fette Leber der mit Feigen gemasteten Gänse liebten (IMngiiitms et ficis pastiirn jecur ansens albi). Aber das feinste Gansegericht haben die romischen Feinschmecker doch mcht gekannt, die erst 1783 in den Handel ge brachte, von Close. dem verdienstvollen Koche des französischen Gouverneurs von Straßburg, erfundene Gansleber vastete. Indessen auch abgesehen von der Leber ist eine iunae gebratene Gans eine gute Gabe Gottes , und es mögen die feinfuhliaen romischen Patrioten, die nach der Rettung desCapitols durch die Gänse auf den Braten ibrer Befreierinnen verzichteten, ob solcher Enthaltuna einen schweren Stand gehabt haben. Mit der Zeit schlief freilich diese dankbare Gänseverehrung ein. so daß die italienische Gänsezucht nicht mehr im Stande war. allein den Bedarf für die Küche zu liefern, und es sich lohnte, croße Gänseherden aus Gallien durch Oberitalien bis nach Rom zu treiben. Aber es darf die Bratgans das erste Halbjahr ihres Lebens noch nicht viel überschritten haben und sie muß in gutem Mastzustande sich befinden, wenn der Braten durcheinhett des Geschma ckes und durch saftige Zartheit erfreuen soll, besonders dann, wenn es sich da rum handelt, die Martinsgans" im Kreise guter Freunde und verehrter Freundinnea zu verzehren. Es ist das eine gute alte, allerdings in der Abnähme befindliche Sitte, herrührend aus der Zeit, in welcher Klöster und begüterte Edelleute um Martini die Zehnten, darunter auch Gänse, einzuziehen pflegten. Von Martini bis Weihnachten steht der Gänsebraten im höchsten Ansehen, und selbst an diesem hohen Feste ist er noch nicht überall durch seinen ttebenbuhler, den Trut huhnbraten, verdrängt. In England hat die .Weibnacktsaans" noch eine ae schichtliche patriotische Bedeutung: die Königin Elisabeth habe am Weih nachtstage, so erzählt man, aradc Gär. sebraten auf ihrer Tafel gehabt, als ihr die frohe Botschaft vom Untergange der gefürchteten spanischen Armada (Flotte) bekannt geworden sei. Wenn nun aber dieser köstliche Braten auf dem Tische steht und zerlegt werden soll, durste mancher in Verlegenheit kommen, wie er das zu machen habe. Der bekannte französische Feinschmecker Grimod de la Reynieie hat hierüber folgende Vorschrift gegeben: Unglücklicher, der du zuerst die Schenkel in Angriff nimmst! Du zeigst dadurch, daß dir das nvoir vivn fehlt. Man beginnt damit, die Brust in schmale Längsstücke zu zerlegen, und wenn man zu solchem Stücke etwas Citronensaft. etwas feinstes Olivenöl, etwas Gewürz und ein klein wenig Senf hinzufügt, hat man sich als vollendeten Kenner und Feinschmecker bewährt." Jedoch auch ohne solche Finesse schmeckt ein zartes saftiges Bruststück mit getrüffeltem Kastanienfüllsel vortrefflich. ' Der Gänsebraten ist aber weder so leicht verdaulich noch so feinschmeckend wie das Bratenfleisch eines gemästeten jungen Truthahns oder gar einer jungen Truthenne, von denen der obgenannte Tafeldichter begeistert singt: Intcr aves cicurcs, si quis nie ju dicc certar, Palinain, nee dubiuin est, indica casta seret. (Unter dem Hausgeflügel erringt nach meinem Ermessen das junge indische Huhn die Palme.) Die Vorzüglichkeit des Truthuhnbratens bestätigt der unbestritten beste Kenner, der berühmte Verfasser der einzig in ihrer Art dastehenden I'n.violoie du 5ur, Brillat Savarin. Er erzählt: Als einziger Braten (bei finem Jagdessen in Nordamerka) erschien der Truthahn; er nahm schon durch den Anblick ' für sich ein. er schmeichelte dem Geruchssinne, und sein Geschmack war ausgezeichnet. Während er verspeist wurde, hörte man bis zur Aufiebruna aller oeniekbaren

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New bött allen'Se'üen dörllüfel her: Verv irood! Excredincly good! O, dear sir, what a ;lorious dir!" Das war allerdinas der Braten emes Hahns vom wilden Truthuhngeschlecht. Das Fleisch des gezähmten 'Trutyuyns steht' übrigens dem des wilden sehr nahe und ist von ihm kaum zu unterscheiden, wen diese Boael aus die Weide getrieben, mit Eicheln und Bucheckern gefuttert und mcht etwa entsekllckerwe.se mit Modrruven aemästet werden; denn der Geruch der Futterstoffe theilt sich dem Muskelfleische. grade wie den Eiern, unverkennbar mit; letztere, von Hennen gelegt, die etwa Maikäfer genossen haben, sind unaemekbar. Eier und Fleisch von mit Fleisch gefütterten .kühnern abscheulich. Das wissen die Hersteller des feinsten aller Geflugelbraten, der sranhöfischen Poularde, sehr wohl, indem sie vom Mastfutter sorgfältig Blut und jede Fleischart ausschließen und oen Mastcandidaten stark riechende Stoffe behufs Parfümirung des Fleisches während der letzten Woche ver kanzelt eingeben. Fenchel, Anis. Coriander. Engelwurz, Wachholder.Zimt oder andere, ie nach dem Geschmacke ver Ävnehmer. Die Poularde, d. b. der Braten eines jungen gemästeten, 4 bis 8 Monate alten abns oder einer eben o allen Masthenne, herrührend von weitz-' und zartbäutiaen. fleischigen Haushuhn Rassen, ist und bleibt doch, wie Grimod de la Revniere mit Recht sich ausvruat. die Königin aller Geflügelbraten. Das Brathuhn behauptet sich die ganze Saison" über aus unsern Tafeln. während Gans und Truthuhn ihre bestimmten leiten haben, letzteres ve on ders Weibnachten und Ostern. Schon bei den Griechen und Römern stand die gemastete Brathenne als Taselgeslugel in bobem Ansehen. Die Erfinduna des Hennenmästens schreibt Plinius den Bewohnern der Jnel eio3 zu. und in Italien herrschte derselbe Brauch. Das wissen wir aus der gegen den Luxus und die übermäßigen Schwelgereien erlassenen lvx Fannia, durck die auch das Mästen von Hennen untersagt wurde, was die römischen Feinschmecker veranlaßte, sich an gemästeten Kapaunen schadlos zu halten. Vollen Ersatz vermochten diese aller dinas nickt zu liefern.da ein Kapaun' zwar einen aronen Braten gibt, aber trockenes, nicht so zartes Fleisch hat wie die ennen oder iungen ahne; neben bei bemerkt, liefert der Kapaun einen viel theurern Braten als diese. Große Hühnerbestände fanden die Römer in Gallien bereits vor. Dieses Land ist seitdem ein Hauptzüchter, Verzehrer und Lieferant aemästeter öübner ae blieben, und in spätern Zeiten spielte bier das Vratbubn. das Poulet und die Poularde, eine Art geschichtlicher Rolle von dem bekannten Wunsche Heinrichs IV. an, daß jeder Bauer am Sonntag ein Huhn auf dem Tische haben möge, bis zu dem Poulet, das Napoleon I. in seinen Feldzügen in des Satteltasche mitzufübren vfleate. In hohem Grade werthvoll ist auch der Perlhuhn". Der Geschmack des Fleisches der Kücken ähnelt dem des Rebhuhns; das Fleisch älterer, vier bis sechsMonate alterVögel hat einen löstllchen Wilvgeschmaa. Es war uorlgenL schon sehr früh den Griechen und Römern bekannt. Nach altariechischer Sage verwandelte Latona die Schwejtern Maleagers, des UeberwinderS des ialvdonischen Ebers, die über den Tod des Bruders untröstlich waren, in Vögel, die unzählige Thränentropfen iPerien) aus ihrem Eeneder truaen Aus dem Mittelalter verlautet vom Perlhuhn nichts; es scheint erst sehr spat in Mitteleuropa bekannt geworden zu sein. Für die Zeit, in der es an aeflüaeltem Wilde fehlt, sind sehr wertbvoll junge, im Spätherbste erbrütete Enten, die um Weihnachten und un Januar auf den Markt kommen; euch solche sind hoch geschätzt, die, im Frühjahre aus den ersten Eiern entstanden, zur Zeit der ersten grünen Erbsen eine hoch willkommene Beilage liefern. Aber auch im Spätsommer und Herbste nefert die junge Ente eigenartig ausgezeichnet schmeckende Braten, die auch schon bei den Alten in hohem Ansehen gestanden, haben. Den theuersten Braten lieferte von je her der nicht einmal durch sein prachtvolles Gefieder vor dem gastronomischen Schmausverlangen geschützte Pfau, Bei den Römern war es der Redner Hortensius. der als erster einen Pfau tödten und für die Tafel zubereiten ließ. Das Beispiel wirkte ansteckend, so daß von nun an bei großen Prunkfesten der Pfaubraten nicht fehlen durfte. So war es auch im Mittelalter. in welchem bei besondern hohen Festen edle, vornehme Frauen den Pfau im Federkleide, das dem gebratenen Körper übergelegt wurde, in seiet lichem Aufzuge auf die Tafel brachten. Uebrigens ist das Bratfleisch eines noch nicht ein Jahr alten Pfaues eine ganz hervorragende Sache. Die beste Würze haben den Gast, mählern von je her die Frauen gegeben, worin im Alterthum schon die blumenbekränzten Griechinnen Hervorragendes leisteten. Die Gastronomie umfaßt eben nicht etwa nur die Kunst, gut zu essen und zu trinken, sondern auch die, in behaglichem Raume ' und in munterer, mcht zu großer Gesellschaft sich neben den materiellen Genüssen an den Funken des Geistes liebenswürdiger Unterhaltung zu laben und zu erheitern. Nicht nur das, was man ißt, sondern auch die Art, Zeit und Weise, wo und mit wem, wann und wie man es ißt, hat einschneidenden Einfluß auf die Bekömmlichkeit für Körper und Geist, wobei selbstverständlich die EinWirkung eines Glases reinen, guten, ers heiternden Weines nicht außer Betracht bleiben darf.

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