Indiana Tribüne, Volume 22, Number 97, Indianapolis, Marion County, 25 December 1898 — Page 3

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fiovrxn ton uxtv$ Habicht. (15. Fortsetzung.) Geicbe dies banale Wort sollt in dUsein Augenblick für Lord Beachon vechängnißvoll werden. Wenn sie es noch nie gewußt hätte, jetzt gewann Franziska die Ueberzeugung, daß der Lord niemals der passende Gefährte ihres Leben werden könne, und das Bild eines anderen tauchte vor ihr auf. Ach, wie würde sie Botho verstanden, wie würde er mit ihr aufgejauchzt haden im Anblick dieser herrlichen Natur! Ja. wenn er jetzt an ihrer Seite gestanden hätte, er, der die Natur so liebte, welch ein nainenloses Glück wäre dies gewesen! Nun fanden sick auch die anderen Mitglieder der kleinen Gesellschaft ein, und jetzt brachen alle die kurzen Ausrufe bervor, die den Engländerinnen so geläufig sind: Lovely. charming, Wunders 111!" und davon gelangweilt, schlug Franziska ohne weiteres den Rückweg ein. Der Lord folgte ihr wie immer sogleich; aber er wagte auch jetzt nicht zu sprechen, denn er hatte plötzlich auf der glatten Stirn der Deutschen eineWolke bemerkt, die ihm nichts Gutes ahnen ließ; er machte sich imStillenVorwürfe, daß er den günstigen Augenblick hatte vorübergehen lassen, der vielleicht sobald nicht wiederkam. Noch hatte man nicht die dichtere Nebelschicht erreicht, da sah sie, wenige Schritte vor sich entfernt, eine hohe, männliche Gestalt auftauchen. War es eine Täuschung ihrer Sinne, oder ragte da unten aus dem Nebel wirklich derjenige hervor, den sie vor wenigen Sekünden noch herbeigesehnt hatte, und dessen Bild beständiq vor ihrer Seele stand? Sie hörte den leisen Ausruf: Iranziska!" und nun wußte sie, daß er es wirklich war, und daß sie den wiedergefunden hatte, der ihr theurer als je worden war. Botho, Sie hier? Träume ich wirtlich nicht?" rief sie und blickte forschend in sein Gesicht, alsolle sie sich vergewissern, ob ihr doch der Nebel eine Truggestalt vorgeführt habe. Ich bin es wirklich, liebe Franzisfa." antwortete der Baron, aber ich fürchte, ich habe Sie durch mein plotzliches Erscheinen erschreckt. Darf ich Ihnen meinen Arm bieten?" , Als fühle sie selbst, daß sie in ihrer Erregung der Stütze bedürfe, nahm sie sogleich seine Hilfe an, und nun wollten beide gemeinsam den Weg fortsetzen. Mein Herr, ich war bisher der Begleiter der Gräfin und glaube ältere Rechte zu haben," ließ sich plötzlich der Lord hinter ihnen vernehmen, der nicht dulden mochte, daß ein änderer so ohne weiteres die schöne Deutsche in Beschlag nahm. Franziska wandte ein wenig den Kopf nach dem Engländer zurück und sagte mit ruhigem, seligem Lächeln: Nein, Sie irren, Lord Beathon, Baron Lichtenberg ist ein noch älterer Freund von mir als Sie, und ich bin glücklich, ihn so unerwartet hier wiederzusehen." Und sie blickte dabei voll überströmender Zärtlichkeit ihrem Begleiter ins Antlitz. Diesen überkam es wie ein Rausch, und er rief, alles vergessend, aus: Franziska, das sagst du wirklich? Das ist dein Ernst? So "hätte ich mich getäuscht und du liebtest mich noch?" Ja, mein Botho. Ich weiß es jetzt, daß ich dich grenzenlos geliebt und noch liebe, und daß ich all die lange Zeit über vergeblich dagegen angekämpft habe." Der Lord hatte anfangs ganz betroffen dreingeschaut; aber als in ihm die Vorstellung aufdämmerte, daß er ein zärtliches Liebespaar vor sich habe, war auch sein Entschluß schnell gefaßt; er gehörte nun einmal nicht zu den Leuten, die lange hin und her schwanken, und sich mit den kurzen Worten zu Franziska wendend, sagte er: Nehmen Sie meinen Glückwunsch, Comtesse, und leben Sie wohl." Damit lüftete er seinen Hut und schlug einen Seitenpsad ein, um rasch im Nebel zu verschwinden. Als die Liebenden unten in Montreu? ankamen, war der Lord bereits abgereist. 23. Ein paar Wochen waren dem Ban-"-Zier Böster in verhältnißmäßiger äußerer Ruhe vergangen. Sein Sohn hatte ihm wirklich einen größeren Theil des von dem alten L'öbbeke ererbten Kapitals übergeben, und wie das Schlachtroß beim Klänge der Trompete vorwärts stürzt, so war auch in ihm beim Anblick der reichen Geldmittel der alte Geschäftseifer noch einmal erwacht. Er hatte mit einigen der ersten Firmen die Ausgabe einer neuen Anleihe, die gleichzeitig in Berlin und in Paris aufgelegt wurde, übernommen und gehörte dadurch jetzt zu den Hervorragendsten der Geschäftswelt. Alle nachtheiligen Gerüchte, die man sich infolge der Ballerstädtschen Angelegenheit noch über ihn zugeflüstert batte. waren damit zum Schweigen gebracht, man sah es wie eine Art don ! v n j l cr ? i r ' carrennreiq oes negierungsraios Boltenstern an, daß er den Prozeß nun schon durch alle Instanzen schleppte. Konnten aber auch alle Stimmen zum Schweigen gebracht werden, die in ..der eigenen Brust des unglücklichen Mannes, den alle Welt für glücklich hielt, ließ sich doch nicht ersticken. Laut nb immer laute? schrie sie ihm zu, daß er in Schmach und Unrecht verstrickt sei, und dafür gab es kein Entrinn?.

Taglich konnte jetzt die Entscheidung des Reichsgerichts eintreffen, und er

zweifelte gar nicht mehr, daß es ihm ebenfalls den Eid zuerkennen werde. Er mußte schwören mußte den fal schen Gib leisten, obwohl es jetzt noch einen Menschen aab. der lhn desselben überführen konnte den ehemaligen Diener des Grafen Ballerstädt, dem er den Depotschein abgekauft hatte! Doch, der war ja nicht zu fürchten, der mußte längst in Amerika sein, hatte vielleicht dort sein Gluck gefunoen und kehrte sicher nicht mehr nach Europa zurück. Aus dieser verhältnißmäßigen Sicherheit wurde der Bankier plötzlich durch einen Brief aufgeschreckt, der ihm eines Morgens mit seinen anderen Postsachen auf den Schreibtisch in sei nem Privatcomptoir gelegt worden war. Er enthielt nur wenige Worte. diese waren aber gleich ebenso vielen Donnerschlägen für den gequälten Mann: Ein bekannter Unbekannter hat noch ein paar Worte wegen des Depotscheines mit Ihnen zu sprechen.' er wird sich heute in Ihrem Comptoir einflnden, während das Personal zu Tische ist. Der Mensch ist nicht nach Amerika gegangen! Er will mich don neuem schröpfen!" stöhnte er. Aber wie will er das anfangen? Welche 'Beweise hat er noch gegen mich in Handen? Voll banger Spannung erwartete Böster den angekündigten Besuch, blieh an dem heutigen Tage unter einem Vorwande von der Börse zurück und wußte sämmtliche Compioicisten, sowie auch den Diener zu entfernen. Als Hediae sich einstellte, fand er ihn ganz allein. Da wäre ich schon von Amerika zuruck, redete ihn der Bursche mit großer Frechheit an; hat mir dort gar Nicht gefallen. Suchen Sie sich einen anderen für Ihre Scherze!" entgegnete Boster hochfahrend. Sie sind gar nicht dort geWesen. Was wollen Sie von mir?" Na. Herr Böster, wenn Sie kurz sind, dann kann ich's ja auch sein," sagte Hedicke mit einem giftigen Blick; ich hab' mir überlegt und herausgefunden, daß Sie mich dsch recht schlecht abgespeist haben. Der Depotschein hat Ihnen fünfmalhunderttausend Mark eingebracht, und mir haben Sie ein Lumpengeld dafür gegeben." Sie haben nicht mehr verlangt, und die Sache ist abgethan!" So? Meinen Sie?" grinste Hedicke. Na, dann sehen Sie sich 'mal dies hier an!" Er brachte dem Bankier die eine Hand, die er bisher auf dem Rücken gehalten, dicht vor die Augen, und dieser fuhr mit einem Schrei zurück. Er sah eine wohlgelungenc Photographie seines Depotscheines vor sich. Was ist denn das für eine neue Teufelei!" rief er, nach Athem ringend. Hedicke lachte. Na, ich bin ein bischen Amateurphotograph und habe eine kleine Aufnahme gemacht, ehe ich Ihnen den Schein brachte, man will doch ein Andenken haben." Schurke elender Schurke!" keuchte Böster, nach Athem ringend. Du hast Abzüge von dem Schein gemacht, um mich auszubeuten!" Hedicke lachte noch lauter. Bin ich nicht ein schlauer Kerl, Herr Böster? Haben mich wohl für recht dumm gehalten, daß ich Ihnen den Schein für solch ein Lumpengeld gelassen habe. Na, jetzt geht zwischen uns beiden der Handel erst an." So, meinen Sie?" fragte Boster. Was wollen Sie denn zum Beispiel für diesen Abzug haben?" Nicht so viel, wie Ihnen das Original eingebracht hat," erwiderte Hedicke kalt. Nur zwanzigtausend Mark." Und in acht Tagen kommen Sie wieder und wollen mir einen zweiten Abzug für die gleiche oder eine noch höhere Summe verkaufen!" rief der Bankier, dem jetzt klar wurde, in welche Falle der Mensch ihn gelockt hatte. Hedicke antwortete auch ganz keck: Na, wenn auch nicht gerade in acht Tagen, aber wenn 'mal wieder Ebbe in der Kasse ist. Sie schaffen ja das Geld. Die neue Anleihe wirft Millionen für Sie ab " Schweigen Sie und lassen Sie uns zu Ende kommen," unterbrach ihn Böster, dem mit der Größe der Gefahr jetzt die Kaltblütigkeit wieder kam; er sah ein, daß ein völliges Raubsystem von dem Menschen gegen ihn organisirt worden war, dem mußte ein Riegel vorgeschoben werden. Sie sollen die zwanzigtausend Mark haben." Na, sehen Sie wohl, Herr Böster, ich wußte ja, daß Sie mit sich reden lassen," rief Hedicke, der doch kaum geglaubt haben mochte, seine Forderung so leicht bewilligt zu bekommen. Aber nicht für diesen einen Abzug, sondern für alle und für die Platte obenein," fügte Böster hinzu. Da werde ich mich schön hüten!" Wie Sie wollen. Wenn Sie darauf nicht eingehen, dann bekommen Sie gar nichts." Dann trage ich d!e Photographie aufs Gericht." Thun Sie das. Man wird Ihnen dafür nichts zahlen, wohl aber Sie ins Zuchthaus stecken." Sie aber auch." Das ist meine Sache; ich erkläre Ihnen, daß ich lieber alles über mich ergehen, als mich von Ihnen langsam ausplündern lasse. Wenn Sie mich in der Hand zu haben glauben, s sind Sie nicht minder in der meint gen." Böster sprach mit einem solchen Ernst, daß Hedicke nicht daran zweifeln konnte, der Mann war zum äußersten entschlossen; er durste ihn nicht weiter treiben. Geben Sie ein für allemal zweimalhunderttausend Mark," sagte er. Böster verneinte. Sie einigten sich

endlich auf hunderttausend Mark, unV Böster sagte noch: Wenn Sie nun

noch emlge Abzüge zurückbehalten und hoffen, mich damit noch ferner schropfen zu können, so sind Sie im Irrthum. Sobald ich wieder einen Drohbrief von Ihnen erhalte, jage ich mir eineKugcl durch den Kopf, und in meinen nachgelassenen Papieren findet man einen Brief an die Staatsanwaltschaft, der Sie des Leichenraubes anklagt. Böster hatte bei diesen Worten so vollsto: dlg das Ansehen eures zur Ver zweiflung getriebenen Menschen, daß Hedicke an der Wahrheit seiner Drokung mcht langer zweifeln konnte. Sie verabredeten Zeit und Ort, wo sie sich treffen wollten, um Platte und Abzüge gegen das Geld umzutauschen, und Hedicke ging, um seinen Genossen auszusuchen und Diesen" von dem Er gebniß seiner Sendung in Kenntniß zu setzen; er konnte das jetzt bequem haben, denn Glaser hatte seine Stelle ausgegeben und eine moblirte Woh nung bezogen unter dem Vorgeben, er wolle mit den Ersparnissen, die er gemacht, ein Restaurant pachten und sehe sich nach etwas Passendem um. Glaser war in hohemGrade ungehalten, als ihn Hedicke von seinem Abkommen mit dem Bankier unterrichtete. Bist doch ein rechter Waschlappen! höhnte er. Da prahlt der Kerl, er werde dem Bankler nach und nach sein ganzes Geld abknöpfen und giebt gleich klein bei und laßt sich mit lumpigen hunderttausend Mark abspeisen. Na, höre 'mal, hunderttausend Mark sind kein Pappenstiel; hast wohl in deinem ganzen Leben noch nicht so viel auf einem Haufen gesehen, versetzte Hedicke erbost. Ich kriege doch nur die Hälste davon." Und ohne mich hättest du gar nichts." Na, wir können immer noch ein paar Abzüge zurückbehalten. ... Dagegen trat aber Hedicke ganz entschieden auf. Nein, ich habe dem Bankier mein Wort gegeben und dabei bleibt's nun. Wenn'ich dir sage, es ist aus ihm nichts mehr herauszupressen, so kannst du mir's glauben. Es ist sein Ernst; er schließt sich lieber todt, als er sich von uns weiter quälen läßt; wir könnten uns nur in eine schön: Patsche bringen. Gieb die Platte her." Na, meinetwegen! brummte Glaser, aber ein miserabler Handel bleibt es doch." Er übergab seinem Gefährten die Platte, und beide trennten sich im besten Einvernehmen. Als aber Hedicke die Thür hinter sich geschlossen hatte und Glaser seine Tritte auf der Treppe verhallen hörte, machte er hinter ihm drem eme lange Nase und lachte in sich hinein. Dummkopf, der glaubt, man tonne nur auf einer Saite spielen!" Als Böster von der Zusammenkunst mit Hedicke heimkehrte undPlatte und Abzüge schon unterwegs vernichtet hatte, wartete seiner ein verhängnißvolles Schreiben. ES war ein Brief seines Rechtsanwalts, der ihm mittheilte, daß auch das Reichsgericht die Abweisung des Klägers von der Ableistung des ihm zuerkannten Eides abhänaia gemacht habe. Es wird Ihnen nun nichts anderes übrig bleiben, als diesen Schwur abzulegen, obwohl ich gern zugeben will, daß es jedem Ehrenmann unangenehm sein muß. noch einen Eid zu leisten, wo schon sein einsaches Wort genügen könnte, und über die Richtigkeit seiner Angaben kaum ein Zweifel herrschen darf, hatte der Anwalt wie zum Troste seines Klienten hinzugefügt. Obwohl der unglückliche Mann diese Entscheidung vorausgesehen hatte, hatte, sank er doch wie vernichtet in sich zusammen. Schworen schworen es gab keinen anderen Ausweg für ihn, er mußte ihn betreten, jetzt noch, wo er dieses Geldes nicht mehr bedürfte. Ja, damals hat ihn Noth und Berzweislung dazu getrieben, das Deport abzuleugnen; aber heute! er besaß jetzt Millionen, sein Sohn ebenfalls und für die einfachen Ansprüche semer Tochter und seines Schwiegersohnes genügte eme via geringere Summe. Der Gedanke kam ihm, ob er nicht der Gräfin Ballerstädt anonym die fünfmalhunderttausend Mark zuschicken solle, als ob sie von jemand kämen, der das von dem Grafen verlorene Werthpacket gefunden, sich jetzt m seinem Gewissen beschwert suhle, und sich nun des unrechten Gutes in dieser Weise wieder zu entäußern suche. Aber wie sollte er das ins Werk setzen? Er hätte dazu mindestens noch eine Person ins Vertrauen ziehen müssen, und es wußte außer ihm schon jemand darum, dessen Schweigen ihm trotz alledem nicht so ganz sicher war. Sollte er sich seinem Sohn oder seinem Schwiegersohn entdecken und einem von diesen nrn der Avsendung des Pakets beauftraaen? Alles, alles, nur das nicht! Als entlarvter Betrüger vor seinen Kindern dastehen! Nlmmermehr! Und gerade jetzt, wo er zur Ableistung des Eides verurtheilt war, diese geheimnißvolle Rückgabe! Man würde doch sagen, er sei der Absender, die Furcht vor dem falschen Eide habe sie ihm abgenothigt; man wies dann doch mit Fingern auf ihn, seine Stellung ln der kaufmännischen Welt war erschüttert; es war ein Eingeständniß nur in anderer Form. Bon welcher Seite er die Sache auch betrachtete, es blieb keine Wahl der Eid mußte geleistet werden. 24. Ich danke ergebenst für Ihre guten Rathschläge, Herr Schwager, möchte sie mir aber gehorsamst verbitten. Ich bin alt und klug genug, um selbst beurtheilen zu können, was mir gut ist."

Mma Löbbeke richtete diese Works in höhnischem und gereiztem Ton an ihren Schwager, den Baumeister Fritz Böster. Es waren ein paar Monate seit dem Tode des alten Löbbeke vergangen, und ftritz war zu Alma. welche die Wohnung in der Tauenzienstraße behalten hatte, gekommen, um sie zu warnen, da das Gerücht ging, sie wollte sich mit einem in schlechtem Ruf stehenden Menschen, einem heruntergekommenen Adeligen, verheirathen. Wenn Sie denken, Sie wollen mir die Freier weggraulen, damit Sie und Rosa mein Erbtheil auch noch schlucken, so befinden Sie sich im großen Irrthum," fuhr sie fort. Aber Alma, wer denkt daran?" erwiderte der Baumeister, der wirklich in der ehrlichsten Absicht gekommen war, tief verletzt. Ich meine es gut." Alma lachte häßlich. Gewiß, ebenso gut, wie Sie und Rosa mit dem Vater gemeint haben. Wollen Sie mich nicht auch zu einer Aalpastete einladen?" Was soll das heißen?" brauste der

Baumeister auf, war aber nichtsdestowenlger bei dieser Anjpielung erbleicht. Na, das brauche ich Ihnen nicht erst zu sagen, das wissen Sie besser, als ich!" entgegnete Alma. Aber eine Liebe ist der anderen werth; geben Sie mir einen guten Rath, so will ich Jhnen auch einen geben: bekümmern Sie sich um Ihre Sachen und nicht um die meinigen. Die Geduld möchte mir sonst reißen, und ich konnte Dinge erzählen " ' Ich wüßte nicht, was Sie zu erz'ahlen vermöchten," unterbrach sie der Baumeister hochfahrend. Sie ließ sich aber keinen Augenblick, aus derFassung bringen, sondern sagte spöttisch: Na, ich kenne doch Ihre Frau Gemahlin, meine liebe Schwester, sehr genau. Und Mann und Weib sind ja eins. Das Geld, das Sie durch die Aalpastete in die Hände gekriegt haben, lassen Sie sich wenigstens recht wohl bekommen, Sie und Ihr Vater, der damit und mit dem Ballerstädtschen Vermögen jetzt die große Anleihe gemacht hat." Schweiqen Sie! Wahren Sie Ihre Zunge oder " er machte eine Bewegung, als ob er sich aus sie stürzen wolle. Sie blieb aber ganz ruhig sitzen und höhnte mu: Wollen Sie mir in meiner eignen Wohnung den Mund verbiet?n? Oder habcs Sie es auf einen kleinen MordanNll auf mich aogesehen? Nehmen Sie sick wohl acht, solche Dinge gehi nicht immer so still ab!" Er wandte ihr den Rücken und sagte Über die Schulter. Sie sind eine Giftkröte. Schade um jedes Wort, das man an Sie wendet. Hahaha! Adieu, lieber HerrSchwager; grüßen Sie mir auch meine werthe Schwester Rosa. Sie brauchen sich nicht wieder her zu bemühen." Der Baumeister schäumte innerlich vor Wuth, aber er hielt es doch für das Klügste, sich rasch zu entfernen. Ein höhnisches Gelächter folgte ihm, und dann wurde die Thür hinter ihm mit einem besonderen Nachdruck zugeschlagen. In übler Laune und zugleich etwas kleinlaut kam Böster zu seiner Frau, die ihm abgerathen hatte, sich um Almas Angelegenheit zu bekümmern und jetzt schadenfroh von seinem Mißerfolg vernahm. Ich habe dirs ja vorgesagt!" rief sie, laß doch die alberne Gans in ihr Verderben rennen! Was geht's dich an?" Sie ist doch deine Schwester. Rosa zuckte die Schultern. Böstersche Familiensimpelei. davon hab' ich nichts. Was mir bei der Geschichte leid thut, ist. daß der ruppige Kerl das schöne Geld schluckt; aber der oder ein anderer, wir kriegen doch nichts mehr davon!" Sprich mcht immer solche Dmge," verwies er ihr. Der Vogel Strauß denkt, wenn er den Kopf in den Sand steckt, dann sieht ihn keiner." Fritz blieb darauf die Antwort schuldig, wie er es bei allen ähnlichen Anzapfungen seiner Frau that. So viele Mühe sie sich auch gab. ihn dahin zu bringen, daß er über die Todesart ihres Vaters, mit ihr spreche und sich dadurch als ihren Mitschuldigen bekenne, es gelang ihr nicht. Auch jetzt hütete er sich wohl, ihr zu erzählen, welche Ausfälle Alma gemacht habe, aber es war ihm doch recht ängstlich zu Muthe. Wenn die dummfreche, rücksichtslose Person einmal am unrechten Ort den Mund aufthat! Es würde furchtbar sein! Wenn auch seine Frau allein die Sache ausbaden mußte. er war doch an den Pranger gestellt! Almas Äorn über die Einmiscbuna des Baumeisters war noch nicht verrauckt. als die Klinael an der Eingangsthür zu ihrer Wohnung wieder in Bewegung gesetzt wurde. Sie lauschte und wäre am liebsten hinausgeeilt, um selbst zu öffnen, wie sie das zu Lebzeiten ihres Vaters bei Behinderung des einzigen Dienstmädchens oft genug gethan hatte. Jetzt, wo sie Köckin und Stubenmädchen hielt, erachtete sie das nicht mehr für angemessen und wurde sich auch. Yatte it es thun wollen, seitens des Erwarteten eine leichte Rüge zugezogen haben. Serr Güntber v. Kolkwid sah streng auf ein kokettes Benehmen und erklärte eS für einen unverzeihlichen Berstoß, wenn eine Dame ihre Gäste anders als in ihrem Salon empfing. Er stand jetzt vor dem in der Garderobe im Corridor befindlichen hoben Spiegel ei Anschaffung, die Alma auch erst nach dem Tode ihres Va!ers gemacht hatte legte Hut und ueberrock ab und strich das dünne, in der Mitte bis zum Hinierkopf gesch..::lte

Haar mit zwei Bürsten glatt. Nachdem er eine gleiche Sorgfalt dem ausgezogenen blonden Schnurrbart hatte zu theil werden lassen, öffnete er die Thür zu dem Zimmer, dessen erdbeerfarbenePluschmöbel sich jetzt schon ohne Ueberzüge dem Blicke darboten. Alma hatte den Aufenthalt in der Hinterstube lange schon mit dem in den so sorgfältig geschonten Vordcrzimmern vertauscht. Wie geht es meiner Angebeteten heute?" fragte er, lebhaft auf Alma zugehend, und drückte seine Lippen auf deren Hand. Wh habe ich mich nach dieser Stunde gesehnt!" Almas etwas hervorstehende runde Augen ruhten mit unverhohlener Bewunderung auf Kolkwitz, der mit sei-

ner schlanken Figur, der gewählten und dabei doch ein wenig nachlässiger. leldung, den schmalen, anstokrati schen Händen und Füßen, dem kleinen Kops und den feingeschnittenen Zügen für sie der Inbegriff de? Vornehmheit war; sie urersab dabei, wie verlebt diese Züge waren, wie schlaff die bal tung, wie verschleiert und dabei doch lauernd der Blick der Augen, wie ver kniffen und hochmüthlg die um Mund und Nase lagernden Faltchen. Sie hatte Kolkwitz, wie sie glaubte, ganz zufällig in der Leihbibliothek am Lützowplatz getroffen, wo sie täglich einen Roman holte, den sie jetzt in der langwelligen Trauerzelt, die ihr mcht gestattete, Theater und Concerte zu be suchen, verschlang. In Wahrheit hatte der mlt ichllchtem Abschied entlassene Ossiner, dem es nicht gelingen wollte, eine Stellung im bürgerlichen Leben zu erhalten und der schon bedenklich auf der gesellschaftlichen Stufenleiter herabgeglitten war, diese Begegnungen mit der reichen Erbin sehr geschickt herbeizuführen gewußt. Ein Gespräch über Litteratur war bald angeknüpft, Kolkwitz begleitete Alma bis zu ihrer Wohnung; beim nächsten zufälligen" Zusammentreffen bat er um die Erlaubniß, sie besuchen zu dürfen, und bald war er ihr täglicher Gast, und sie wie toll verliebt in ihn. Sie betrachtete ihn bereits als ihren Verlobten, Kolkwitz wünschte aber die Sache noch geheim zu halten, da er fürchtete, es könnten seiner Braut Dinge zu Ohren kommen, die sie stutzig machen dürften, und mit der Hochzeit mußte in Anbetracht der noch so frischen Trauer doch noch gewartet werden. Es entging Kolkwitz nicht, daß Alma sich heute in großer Erregung befand und bemüht war, dieselbe vor ihm zu verbergen. Sofort erwachte sein immer reger Argwohn. War etwas geschehen, was ihn um die Millionenerbin bringen konnte? Er wußte. daß trotz aller Bemühungen, sie geheim zu halten, doch schon etwas von seinen Beziehungen zu ihr in die Oeffentlichkeit gedrungen war, und hielt sich eines Angriffs gewärtig. Nun galt es, zu erfahren, von welcher Seite er gekommen sei, um ihn wirksam abzuschlagen. Auf dem Sofa neben Alma Platz nehmend, legte er den Arm leicht um ihre Taille und fragte, seiner scharfen Stimme so viel Weichheit wie möglich gebend: Alma, was ist dir?" O nichts, nichts!" entgegnete sie, die Abwehr war aber so ungeschickt, daß er dadurch erst recht in seinem Argwohn bestärkt ward. Du täuschest mich nicht, das Auge der Liebe siet scharf!" fuhr er, sie fester an sich ziehend, eindringlich fort. Dein Blick ist umflort, ich fühle das unruhige Klopfen deines Herzens." Du irrst dich." Nein!" rief er aufspringend, ich irre mich nicht! Man hat dir etwas gethan. Sage mir, wer es gewagt hat, meine Braut zu betrüben! Ich dulde das nicht und werde Rechenschaft fordern!" Er nahm dabei eine solch kühne, drohende Haltung an, daß Alma stolz und bewundernd zu ihm aufblickte und doch zugleich die Besorgniß in sich aufsteigen fühlte, er könne sein für sie so theures Leben leichtsinnig in die Schanze schlagen wollen. Noch einmal versicherte sie. es habe ihr niemand etwas gethan, nun aber trat er mit gerunzelter Stirn und sinster blickenden Augen vor sie hin und sagte mit Pathos: Alma. .du bist die Braut eines Edelmannes; du darfst mir nichts verschweigen. Deine Ehre ist die meinige, und ich bin in diesem Punkte sehr empfindlich." Sie ward ganz kleinlaut und gestand: Nun ja, mein Schwager, der Baumeister Böster, war hier." Nur mit Mühe unterdrückte Kolkwitz einen sich ihm auf die Lippen drängenden Fluch. Da waren ja seine schlimmsten Befürchtungen bestätigt. Böster, der das meiste Interesse daran hatte, daß Alma nicht heiratheie, war hier gewesen, und Alma in einer besonderen Erregung, da konnte nur er der Gegenstand ihrer Unterhaltung geWesen sein Was wollte er? Du hast doch sonst wenig Verkehr mit ihm und deiner Schwester?" fragte er. Ach nichts, Geschäftssachen!" entgegnete sie unsicher. Kolkwitz fand es j.tzt für gut, den Stier bei den Hörnern zu fassen. Die Arme verschränkend, sagte er mit einem bitteren Lächeln: Ich will dir sagen, worüber er mit dir gesprochen hat. Der Gegenstand eurer Unterhaltung war ich." SÜieso weißt du das?" fragte sie erschrocken. Er lachte noch schneidender. Da habe ich ja schon dein Eingeständniß. Und wieso ich das weiß, fragst du? Als ob ich nicht schon lange darauf gefaßt sein müßte, daß man mir deinen Besitz nicht gönnt, daß man dich mir zu entreißen trachten wird durch allerlei Ränke. Was hat er dir denn über mich berichtet?"

Wieder wollte sie nicht mit der

Sprache heraus und wieder rief er: Auch das will ich dir sagen: ich bin mit schlichtem Abschied entlassen, ich habe keine Existenz, ich habe Schulden, ich habe dies und jenes versucht, um in die Hohe zu kommen; ich habe nun, meinetwegen auch das ich habe Liebschaften gehabt. Tia dock, das ist alles wahr! Ich war kein Heiliger, aber habe ich mich denn bei dir für einen solchen ausgegeben? Habe ich dir niazl alles gestanden, wenn auch mcht so kraß, so gehässig, wie man es dir dargestellt haben wird? Aber du hat jenem geglaubt Und mich verurtheilt ! So schicke mich denn fort! Scheute mich hinweg von der Schwelle d neuen Lebens, in dcm ich glücklich zu sein hoffte, entsühnt, entsllndiat du?ck oeine ieoe. lleberlaß mich mein?m Geschick, ich sehe, es hilft keine Reue!" Er wandte sich nach den letzten, heftig hervorgestoßenen Worten um, als wolle er der Thür zuschreiten, nun aber sprang sie auf. schlang beide Arme um seinen Nacken und schluchzte: Günther. Günther, was fällt, dir cin, icb lasse dich nicht!" Er machte sich von ihr los. Zc'q mich, Alma, es ist besser, wir. trennen uns." Nein, nein!" Dein Schwager, deine Schwester " Aber was frage ich denn zitä denen?" Sie werden wieder und immer wieder kommen mit ihren Anklagen und Verleumdungen,und der Trvpfen höhlt zuletzt den Stein." Das werden sie bleiben lassen,- ich hab' dem Herrn Bauineistcr ordentlich heimgeleuchtet. Sei doch kein Narr, Günther, wvs frag' ich denn nach jenen?" Sie zog ihn wieder nach dem Sofa. Er folgte ihr, schien aber noch immer nicht beunruhigt. Wenn Böster nicht dein Schwer wäre, so müßte ich ihn fordern, ind eigentlich darf mich das nicht abhalten. Ich " er machte eine Bewegung, als ob er sich erheben wollt. &?ut aufschreiend hielt sie ihn zuriitf. Du willst zu ihm. du willst ihn fordern?" Ich will ihm meinen Sekundanten schicken," erwiderte er mit einem verstohlenen Lächeln über ihre Unwissenheit. Das leid' ich nicht!" Ah, du bist doch sehr besorgt um das Leben deines Schwagers. Was du dir denkst! Nicht, so viel mache ich mir daraus," sie blies über den Fingernagel, aber um dich ist es mir bange." Oho, ich bin ein guter Schutze." Das ist Böster auch! Ich leid's nicht! Er soll dich nicht auch noch morden." Kolkwitz wurde aufmerksam';' Alma hatte schon früher einmal eine ähnliche Aeußerung fallen lassen, ohne daß er sonderlich darauf geachtet hatte; die Wiederholung fiel ihm auf. Hat er schon jemand im Duell erschössen?" fragte er und setzte belehrend hinzu: Das nennt, man aber nicht Mord." Aber wenn man jemand Gift beibringt, das ist Mord!" fuhr es ihr heraus. Gewiß, aber wie kommst du darauf?" fragte er, und ohne ihr Zeit zu lassen, sich auf irgend eine Ausrede zu besinnen, fuhr er fort: Alma, ich bitte, ich beschwöre dich, sage mir die Wahrheit ; dein Vater ist so plötzlich gestorben. Argwohnst du, daß der Baumeister " . Er nicht, aber meine Schwester!" Kolkwitz stieß einen Schreckensruf aus. So verdorben er fein mochte, der Gedanke, daß eine Tochter den Vater habe ums Leben bringen können, erfüllte ihn mit Entsetzen. Das kann nicht sein," sagte er kopfschüttelnd. Es ist aber so!" erwiderte Alma, durch seinen Zweifel angestachelt,, mehr und mehr zu sagen. Er lebte zu lange, das hat sie ja oft genug gesagt, und umsonst hat sie ihn auch nicht so oft eingeladen und immer allerlei gute Sachen vorgesetzt; sie ersah die Gelegenheit, wo sie ihm ein Pülverchen einrühren konnte, und das ist ihr dann auch gelungen." Kolkwitz, der sich schnell wieder gefaßt hatte, übersah sofort, welch großer Vortheil sich für ihn aus. dieser Mittheilung ziehen ließ. Mcht nur Bösters konnten dadurch unschädlich gemacht werden, auch andere MitbeWerber um Almas Haud wurden gründlich abgeschreckt; wer wollte selbst eine Millionärin heirathen. deren Schwester eine Vatermörderin war? Er stellte sich ungläubig und lockte dadurch immer mehr aus Alma heraus, die eine Menge Aeußerungen ihrer Schwester wiederholte und dann auch die Krankheitserscheinungen des Vaters schilderte. Ich habe mich nur gewundert, daß der Doktor so gar keinen Verdacht schöpfte," fügte sie hinzu. Wie konnte er Verdacht auf die eigene Tochter werfen!" versetzte Kolkwitz, du hast doch hoffentlich streng darüber geschwiegen?" Natürlich. Es ist doch immer meine Schwester und die Schande fiele auf mich mit. Ich weiß nicht, wie ich dazu gekommen bin, es dir zu sagen, ich kann vor dir nun aber 'mal kein Geheimniß haben.' Die Sache bleibt natürlich unter uns, Günther." Kolkwitz nahm eine sehr würdevolle Haltung an und entgegnete, ihre Hand ergreifend: Nem, meine liebe Alma, das darf sie nicht." (Fortsetzung folgt.) Aal s g l e i ch. Wo sind denn Ihre Kinder in diesem Sommer?" .Der Franz ist m Marnbav,. und die Marie in FranzenöbaM"

Jür die Kucyc. P a n ch. Eine Citrone wird auf ein Pfund gutem Einmachezucker gerieben, beides im Kessel mit einer Flasche Num und dem Saft von 1 Citronen, und 18 Gläsern Wasser aufgekocht. O ch s e n z u n'g e. Die Zunge wird abgewaschen und in Salzwasser weich gekocht, sodann die Haut abgezogen und die Zunge in Scheiben geschnitten. Nun werden zwei Kochlöffel Mehl mit Butter und kleingeschnittenen -Zwie-beln goldgelb geröstet, mit der Briihc, in welcher die Zunge abgekocht .wurde, aufgefüllt, Petersilie,. mehrere Pfefferkörner, genügend Kapern, etwas Eitronenschale, ein wenig Essig oder Citronensaft. auch ein Glas Wein daran gegeben und alles zusammen gut durchgekocht. Die Zunge wird' alsdann hineingelegt, nochmals aufgekocht und angerichtet. Geschnittene Nudeln passen sehr gut dazu. Kalbsrippchen mit Sard e l l e n. Nachdem man schöne Kalbsrippchen geklopft, sehr wenig gesalzen und gepfeffert hat, spickt man reichlich frische Butter in die Pfanne, giebt feingeschnittene Zwiebel und etwas' Petersilie hinein und dünstet darin die Rippchen. Ist dies geschehen, so legt man das Fleisch heraus, bindet den Rückstand mit wenig Mehl, gießt etwas Fleischbrühe, in Ermangelung derselben auch heißes Wasser daran und würzt mit Citronensaft. Zuletzt gießt man die Sauce über die hübsch gelegten Rippchen. Kartoffelpastetchen. Große, kalte, gekochte Kartoffeln reibt man einen Suppenteller voll und vermengt diese Masse' mit vier Eidottern, etwas Salz und 3 Unzen Butter. Die Butter wird mit dem Salz schaumig gerührt. Ist alles gut verarbeitet, so taucht man die Handflächen in Mehl, fcrrnl in der linken Hand ein hohles Packetchen, bestreicht es von innen mit Butter und füllt es mit in Butter gedämpften Champignons, Morcheln uno etwas Zwiebeln. Von dem Kartoffelte-g macht man einen kleinen Deckel und schließt das Pastetchen von allen Seiten gut. Nun bäckt man alle in heißem Butterschmalz schön gelbbraun heraus. Kalbsleber. Nachdem man die Leber in zolldicke Schnitte zerlegt hat, werden die Stückchen gewürzt. Nun macht man in der Bratenpfanne etwas Speck kochend heiß, bringt die Leber hinein und bratet sie schön braun. Ist dies geschehen, so gießt man Leber und Fett aus der Pfanne, bestreut letztere gut mit Mehl, gießt hernach in dieselbe ein wenig heißes Wasser und, wenn man hat, etwas brauneKraftbrühe. Ist dieser Zusatz gut verkocht, so gebe man die Leber wieder hinein und lasse dieselbe nur noch heiß werden. Serviere die gebratene Leber mit Kartoffeln jeder Art. G u l a s ch. Es ist am besten, wenn man Filet dazu nehmen kann. Das Fleisch schneidet man in viereckige Stückchen und röstet diese mit einigen Speckwürfeln und kleingeschnittenen Zwiebeln, sowie einem Stückchen Butter, bis die Zwiebeln schön gelb sind. Nun gießt man Fleischbrühe oder Wasser, mit einem Theelöffel Liebigs Fleischextrakt vermischt, daran und würzt mit Salz und etwas Paprika (letzteres Gewürz ist mit großer Vorsicht zu verwend-n). Hat das Gulasch einige Zeit gedünstet, fo stäubt man einige Messerspitzen Mebl darüber und richtet es, w'l'n es schnell weich wurde, sofort an. Schinkenp astet?. .Hierzu gebraucht man 1 Pfund g.?:ckten Schinken.. Am Abend vorher bereitet man aus 6. 11ni.cn Butter, 3 Eirni. einer halben Tasse süßer Sahne und 13

14 Unzen Mehl einen guten Pastetenteig, den man übe? Nacht reizt kühl, stellt. Der Schinken wird mit 7 Unzen Luftspeck fein gewiegt und mit 3 ganzen Eiern einem halben Pint dicker saurer Sahne. Pfeffer und Muskatblüthe zu crömesrt'ge? Masse verrührt. Der Pastetenteig wird nun dünn ausgerollt und in vier biS fünf nach der Form ausgefchn'tten? Platten ausgeftnn rrsnl TVnrm mit Ntttt?? 4V4Vfr. V bestrichen, mit einer Teigplatte am Boden belegt, Schinkencrni: darüber gefüllt, dann wieder ein? TeigplaUe hin eingelegt und so schichtweise die Form gefüllt, wobei eine T::avlat:e den Aofchluß bilden muß. Man backt die Pastete in guter Mittelhitze eine Stunde lang, stürzt sie und giebt die so!gende treffliche Sauce dazu: In S Unzen Butter schwitzt man 2 Unzen Mehl bräunlich, fügt ein Drittel Quart entfettete Schinkenbouillon, ein Viertel Theelöffel Fleischertrakt, 2 Glas Rothwein, 2 Löffel gekochte Tomaten und etwas Pfeffer dazu, kocht die Sauce durch uud gibt sie sofort zu Tisch. Gebackene Ei er. In einer nichtzu tiefen Casserolle kocht man 2 Quart Wasser mit eine? halben Tasse Essig und einem Löffel Salz auf. Wenn das Wasser nn Wallen ist, schlägt man frische Eier rasch hinein, damit sich daS Eiweiß nicht vom Dotter trennt. Die Eier müssen vier Minuten nur von der Seite kochen. Dann nimmt man sie mit einem Schaumlöffel aus dem Wasser, schneidet die Ränder glatt, garnirt sie mit geriebener Semmel, un ter welche etwas Parmesankäse gemischt wird, bäckt die Eier, im Backfett schwimmend, goldgelb und reicht eine warme, feine Mostrichsauce oder eine kalte Remouladensauce dazu. Saure Eier. Man schlagt die Eier einzeln in die steigende, sich braunende Butter, salzt sie etwas und legt sie, sobald daö Weiße geronnen ist, in eine tiefe Schüssel. Vorher hat man einen Eßlöffel Mehl in Butter schön gelb gemacht, dies mit Fleischbrühe oder mit Wasser und Fleischextract abgelöscht, mit einem Glas Wein, einem Löffel Senf, etwas Salz, gestoßenem Zucker und zwei Löffeln Essig gewürzt, ifc aießt dies übet die Eier.