Indiana Tribüne, Volume 22, Number 90, Indianapolis, Marion County, 18 December 1898 — Page 7

EIVFIIV XTTN IS !

Cinc Studie über die Eheschließung in Frankreich, von Eugen Hurr. Als ich im Bureau des Credit Lyonnais" zu Paris auf die Erledigung meines Credltbrlescs wartete, entdeckte ich zu meiner Freude Herrn Edward Stanton. den ich in London kennen gelernt und der dann später seinen Aufenthalt in Paris genommen hatte. Wir begrüßten uns herzlich, setzten uns in eine abaele.?ene Ecke des Salons und fingen an, uns auf Englisch prächtig zu unterhalten. Ja, ja, mein Verehrtester, auch wir stno in den 5)asen der Ehe emgelaufen!" rief Stanton scherzend, als er bemerkte, daß meine Blicke an dem schweren goldenen Reifen an seiner Rechten hafteten. Aber aber fast wären wir noch im Anblick des Hafens selbst gescheitert!" Gescheitert? Hafen? Wiederstehe ich das?" staunte ich lächelnd. Haben Sie eine Idee, was es heißt, in Frankreich heirathen?" fragte mein Freund. Ihre liebende Gattin ist also eine Tochter Galliens?- warf ich dazwischen. Odette, die Tochter eines reichen Blumensabiikanten am Boulevard des Italiens", das schönste Geschöpf in ganz Seine - Babel! Wenn sie nicht so schön und so reich gewesen wäre, hätte ich nicht so zähe und ausdauernd gekämpft, um sie zu besitzen!" Darf ich fragen, wie ?" Fragen Sie! Gewiß! Ihnen als meinem Intimus will ich die Sache erZählen." Also: Odette und ich waren einig geworden,, und ich machte mich gleich daran, am nächsten Tage die zur Trauung nöthigen Papiere zu besorgen. Zuerst begab ich mich also auf die Mairie. um dem Beamten, der dein bureau los inariagcs" vorsteht, meine Visite zu machen. Dieser Beamte, ein asthmatischer alter Herr mit chronischem Bronchialkatarrh behaftet, kam meiner Absicht, mich mit einer Waife zu verbinden, durchaus nicht sympathisch entgegen. Er glotzte mich durch seine Brille an. als ob ich ein Verbrecher der schlimmsten Sorte wäre, über den er das Todcsurtheil ausgesprochen hätte, oder ein Bettler, der die öffentliche Mildthätigkeit in Anspruch nehmen wollte. Da ich aber weder das Eine noch das Andere war, ließ er sich schließlich herab, mir mitzutheilen, daß ich ich bin nämlich 29 Jahre alt! einen schriftlichen, von meinen beiden Eltern unterzeichneten Heirathsconsens. desgleichen einen solchen von beiden Eltern meinerBraut beizubringen hätte, ehe überhaupt an ein Aufgebot zu denken war." Verzeihen Sie, mein Herr," erwiderte ich. Wie ich Ihnen sagte, ist meine Braut eine elternlose Waise und majorenn; ich bin aber mit Ihrer Erlaubniß ein Unterthan Ihrer Majestät der Königin Victoria von England!" Dann dispensire ich Sie von dem Heirathsconsens unter der Bedingung, da Sie mir ein Zeugniß Ihres Consuls verschaffen, welches bestätigt, daß Sie nach englischem GeseZeiner Einwilligung der Eltern zur Heirath bedürfen. Was Ihr Fräulein Braut anbetrifft, so bedarf sie einer Vescheinigung, daß ihre beiden Eltern todt sind und der schriftlichen Einwilligung ihrer Großeltern, falls dieselben noch am Leben sind. Mit diesem Bescheid begab ich mich ZU Odette und theilte ihr das Verlangen des Beamten mit. Sie war empört darüber und theilte mir mit, daß ihre Großeltern mit der einzigen Ausnahme ihrer Großmutter mütterlicherseits bereits längst todt wären. Eine Thräne, die nicht floß, über die Einsamkeit Odettens zerdrückend, eilte ich zu dem Herrn Beamten zurück. Ich freute mich über die todten Grobeltern, sie ersparten mir ja viel Scheererei. Habe Ihnen zu melden, Herr Beamter," sagte ich. daß von den Großeltern meiner lieben Braut Alle, bis auf eine Großmutter mütterlicherseits, todt sind. Nie hat Jemand eine Todesbotschaft mit fröhlicherem Herzen überbracht als ich. Ich war gespannt, was der Asthmatiker nun sagen würde. In diesem Falle. Monsieur." so begann er, muß. ich um die Todten scheine der verstorbenen Großeltern und um den schriftlichen Consens der noch lebenden Großmutter mütterlicherseits ö!tten, falls 'die Dame nicht personlich bei der Trauung zugegen sein kann." Ich schwite vor Angst und Wuth, und der H:rr fuhr fort; 'Desgleichen wäre es sehr gut, wenn Sie Ihre beiderseitigen Geburtsscheine beibrächten, nicht allein, um Ihr Alter festzustellen, sondern auch die Echtheit Ihrer Namen zu prüfen. Außerdem bedürfen Sie noch einer Bescheinigung Ihrer Hauswirthc, daß Sie Ihre letzten Wohnungen bereits mindestens sechs Monate bewohnt haben und ein ärztliches Attest, daß Sie Beide geimpft worden sind." Eben wollte ich dem Alten an die Nehle fahren, um die Anzahl meiner herbeizuschaffend: Atteste, Dokumente, Scheine, Papiere u. s. w. entsprechend zu vermindern, als er fast instinktiv schwieg. Verzeihen Sie, meine Braut ist Eigenthümer! des Hauses, das sie bewohnt," bemerkte ich. Ist der Schein auch dann noch nöthig?" In diesem Falle würde eine'notariell beglaubigte . Copie ihres Besitztitcls genügen." Danke Ihnen! Adieu!" Ich will kurz sein. Odette verschaffte sich die verlangten Beschern!yungen bis auf das ärztliche Attest. Das allerliebste Geschöpf hatte Angst vor dem Wiederimpfen, und es bedurfte der ganzen Suade eines Liebenbin, sie dazu zu bewegen. Nach zehn

Tagen waren wir Beide geimpft und

sämmtliche Papiere bis auf die, welche mir das Consulat verschaffen mußte, zur Hand. Nachmittags machte ich dem britischen Consulat einen Besuch, nur um zu erfahren, daß die Herren lhre Gcschaftsstunden von 12 3 Uhr hatten. So war ich genöthigt, am folgenden Tage wieder vorzusprechen. wobei nur bekannt gegeben wurde, daß ich meinen Geburtsschein nebst 27 Francs und 50 Centimes dazulassen und etwa fünf Tage später abzuholen hätte. Hier hielt Stanton inne und schaute stumm zur Decke hinauf. Was geschah nun weiter?" fragte ich. le sind noch Nicht zu Ende. Ja richtig!" versetzte er. Nun gut. nach fünf Tagen meldete ich mich wieder und erhielt nun ein umfanareiches Diplom, gestempelt mit dem britischen Wappen und in französischer Sprache die Weisung enthaltend daß ich als volljähriger englischer Unterthan das Recht hätte, ohne Consens meiner Eltern zu heirathen. Daneben befand sich eine Uebersetzung meines Geburtsscheines. welche am Original des dortgelauenen angeheftet war. Das Ganze trug den Stempel des Consulats und die Unterschrift des Consuls. Diese Dokument? mußte ich nun nach dem Zollamt bringen, um sie dort gegen BeZahlung von 2 Francs abstempeln zu lassen, und nach dem Ministerium des Auswärtigen, um sie, ebenfalls für 2 Francs visiren zu lassen. Sofort kehrte ich zur Mairie zurück und überreichte triumphirenden Blickes dem alten Herrn sämmtliche Papiere, in derHoffnung, nun endlich meinem süßen Ziel nahe zu sein. Aber ach! Der Asthmatiker prüfte erst jedes Dokument genau und dann schüttelte er den Kopf. Nun?" machte ich neugierig. Ich kann die Papiere nicht acceptiren!" gab er zur Antwort. Warum nicht, wenn ich fragen darf?" Die Einwilligung der Großmutter ist nicht notariell beglaubigt, mein Herr!" Stumm, einem Schlagfluß nahe, packte ich meine Papiere wieder zusammen. Und wenn nun die Großmutter, eine Dame von 80 Jahren, sich weigert, soll dann der Bund zweier junger Leute von 29 und 25 Jahren nicht möglich sein?" erlaubte ich mir zu bemerken. O ja! Doch haben Sie dann erst Ihre drei i'onmiations" zu machen." Was heißt coinmationsT fragte ich. Eine cornrnation ist eine öffentliche Ankündigung in einer größeren Zeitung, daß Sie die Absicht haben, eine gewisse Dame zu heirathen. Drei solche eoniniatioiis" haben zu erfolgen und zwar im Intervall je eines Monats." Das würde also ein volles Vierteljähr dauern?" rief ich verwundert. Voraussichtlich." Adieu, mein Herr!" Es blieb uns Beiden nichts übrig, als zur Großmutter nach Neuilly hinauszufahren, um ihr das Verlangen des Beamten mitzutheilen. Die alte Dame verfiel, als sie hörte sie war nämlich fast taub , daß sie vor den Notar sollte, in Weinkrämpfe und versuchte ihr Bestes, Odette zu überreden, von mir, als einem Anglais" abzulassen, da ja doch nichts Gutes aus einer solchen Mischheirath herauskommen könne etc. Odettens unwiderstehliche Schmeicheleien brachten sie jedoch endlich zum Nachgeben und nach acht Tagen befanden wir uns schließlich wieder in Paris und im Besitze des gegen eine Bezahlung von 12 Francs 31 Centimes notariell beglaubigten großmütterlichen Consenses. Zum vierten und Gott sei Dank zum letzten Male begab ich mich auf die Mairie, in's Bureau des nia riaes" und legte dem Beamten folgende Dokumente vor: Meinen Geburtsschein im Original. Eine französische, vom Consul beglaubigte Unterschrift davon. Ein konsularisches Attest, daß ich heirathen durfte ohne Einwilligung der Eltern. Eine Wohnungsbescheinigung. Einen polizeilich beglaubigten Aufenthaltsschein. Ein arztliches Jmpsattest für mich. Ein dto, für meine Braut. Den Geburtsschein meiner Braut.' Den Todtenschein ihres Vaters. Den dto. ihrer Mutter. Den dto. ihres Großvaters väterlicherseits. Den dto. ihrer Großmutter Vaterlicherseits. Den dto. ihres Großvaters mutterlicherseits. Den notariell beglaubigtenHeiraths consens ihrer Großmutter mütterlicherseits. Eine Copie des Besitztums zu ihrer Villa u. s. w. Zitternd sah ich zu, wie der alte Herr jedes Papier einzeln prüfte.- Als er zu Ende war kratzte er sich den Kopf. Ich war einer Ohnmacht nahe. Da Ihr Fräulein Braut eine Waise ist." so begann er. wäre es fast wünschenswerth. daß Sie noch einen Geburtsschein ihrer Großmutter doch, warten Sie 'mal!" Der Schweiß rollte mir in dicken Tropfen über die Stirne. Der Alte erhob sich hüstelnd, schlug einen dicken' Folianten des Code civil auf, blätterte eine Weile darin, las und schüttelte wieder den Kopf. Mir fiel so etwas wie ein Montblanc vom Herzen. Der Schein ist nicht nothig. mein Herr," meldete er. Das Aufgebot darf nun erfolgen." Sie können sich .vorstellen, lieber Freund, mit welcher, Freude ich die Summe von 1 Franc 25 Centimes Gebühren sür das Formular erlegte, mit

welcher Schnelligkeit eö ausgefüllt wurde und ich zu Odette flog." Kann ich mir denken, lieber Stanton, lebhaft denken!" versetzte ich lächelnd. Endlich." fuhr mein Freund fort, endlich tagte der ersehnte Morgen, auf den ich von meinem ersten Besuch auf der Mairie volle vier ' Wochen unter Tantalusqualen gewartet hatte, der Morgen, der mich zum Glücklichsten unter dem Monde machen sollte! Odette. in feenhaft reizender Toilette, wie eine Nosenknospe. umgeben vom Schaum des Meeres, und ich betraten das Trauungszimmer in der Mairie. Mit herrlichen Malereien geschmückt, in Weiß und Gold drapirt. eine Colossalbüste der Rt'publiquo" an der Wand über dem Podium, auf welchem sich die Sitze für den Maire und die Officianten befanden, machte dasZimmer auf uns den Eindruck eines Antichambre des Himmels. Vergoldete Armsessel nahmen uns Beide, die Zeugen und eine Meng: andererPaare und Zuschauer, welche nach dem Gesetz zu allen Gerichtsverhandlungen freienZutritt haben, auf. Ein Bedienter in Livree öffnete ein Paar großer Flügelthüren und rief: Monsieur j Maire!" Alle Anwesenden erhoben sich, der Maire im Ornate trat, sich höflich derbeugend und gefolgt von seinen Ossicianten, ein, schritt auf das Podium zu und nahm seinen Platz ein; ihm zur Nechtcn die Beamten. Nachdem man sich gesetzt, begann die eigentlich sehr einfache Ceremonie damit, daß einer der Officianten die auf die Civilehe bezüglichen Paragraphen des Code civil laut vorlas. Darauf erhob sich der Maire und stellte die üblichen Fragen an uns, nach deren Beantwortung er die Worte sprach: Au noin de la loi je vons uni!" Das war Alles. Als wir das Protokoll unterzeichnet hatten und im Begriffe waren, den Saal zu verlassen, händigte uns der Maire noch ein Livnt tle farnille" ein. ein Büchelchen, in welchem vom zugehörigen Standesbeamten alle Geburten und Todesfälle in der Familie eingetragen werden. Für Geburten waren sechs Rubriken vorgesehen. Im Uebrigen enthält das Büchelchen allerkei ärztliche Rathschläge für die Ernährung und Erziehrng der Kinder von der medicinischen Akademie Frankreichs. Enfin unis!" jauchzte Odette. als wir zu Hause angelangt waren. Arid nevei to part apain!" jubelte ich wie ein Kind.

Gänsebraten. Von R. Wcndrincr. tjtau Wull war nicht so geartet wie die gewöhnlichen Wirthschafterinnen, o nein! Sie kochte ihrem Brotherrn, dem Professor Rathmann, nach wie vor das beste Essen, obwohl er sie neulich arg angeblasen" und ihr vorgeworfen hatte, sie schnüffle und spionirc hinter ihm her und er komme sich fast wie unter Polizeiaufsicht vor!! Und warum? Blos weil sie sich ein Wort der Verwunderung darüber erlaubt hatte, daß jetzt alle Tage fast ein rosafarbener Brief mit der 'Morgenpost ankam. Ein wundervolles Hühner-Fricass, wie nur sie es zu komponiren verstand, ließ ihn eines Abends seine harten Worte bedauern; gesättigt und mit einem anaenehm nachschwebenden Geschmack im Munde, empfand er Wohlwollen und Nachsicht gegenüber allen Nebenmenschen. Frau Wulle!" redete er die Hüterin seines Hauses an, die Tellern und Schüsseln zusammenstellte, um abzutragen. Sie wünschen, Herr Professor?" klanq es zurück. Was fehlt Ihnen denn eigentlich? Sie machen ja ein Gesicht wie drei Taae Regenwetter ..." Da ging es denn los. Ein Strom von Thränen. Und zwischendurch abgebrochen: Das hat man davon... das ist der Lohn ... das habe ich nöthig gehabt . .. mich so behandeln zu lassen .. . schlimmer wie ein Dienstböte Du lieber Himmel, nehmen Sie doch nicht Alles so fürchterlich! Ich tzabe Ihnen meine Meinung gesagt und damit gut. Ich trage nicht nach, das wissen Sie. So hören Sie doch auf, Frau Wulle! Sie brauchen sich wirklich nicht so aufzuregen . . .O ... ich weiß schon, was es ist . . . ich weiß sehr gut . . . In den ganzen sieben Jahren sind Sie nicht fo haßlich zu mir gewesen ... Da brauchten Sie mich eben ... da war ich noch nicht überflüssig ..." Nun hören Sie aber bitte auf, ja? Schließlich zu ersetzen ist jeder Mensch, und hm, wegen Ihrer vermeintlichen Unentbehrlichkeit werde ich mir kein Blatt vor den Mund nehmen, wenn mir etwas an Ihnen nicht paßt... Für Geld bekommt man Zucker und für Lohn Leute!" So!?" Die Thränen waren plotzlich versiegt, dafür färbten sich Frau Wulles rundliche Wangen roth vor Zorn. Das ist ja reizend, wie Sie jetzt sprechen! Aber wenn Sie sich Ihre guten Freunde zu Tische eingeladen haben, da war ich die liebe Frau Wulle vorn und die liebe Frau Wulle hinten! Da konnt' ich mich abackern und einkaufen gehn zum Essen für zehn, zwölf Personen und den ganzen Tag in der heißen Küche schmoren und backen, daß kein Faden an mir trocken blieb, jawohl, das konnt' ich, blos um eö Ihnen recht zu machen, damit nachher Ihre Freunde sagten: So 'ne Küche, wie beim Professor Rathmann, find't man doch nicht so leicht wieder! Ja, das waren andere Zeiten!. Aber jetzt heißt's: der Mohr hat feine Schuldigkeit gethan, nun kann er maeben, dak er fortkommt! .... Aber

Sie 'brauchen keine Bange zu haben: ich gehe! Wenn Sie wollen, schon morgen! . . ." Das werden Sie bleiben lassen. Ich habe nicht Lust, mir noch eine andere einzurichten, für die paar Monate

bis zu meiner Hochzeit ... Im April das können Sie jetzt gleich erfahren heirathe ich: Ostern sind Sie also frei und brauchen sich bei mir nicht mehr wie sagten Sie? abzuackern . . ." Ach Sie denken wohl, das hab' ich nicht .-.ewußt. von wem die Briefe wa ren? Das hab ich ..." Ich verbitte mir jedes Wort über meine Privat - Angelegenheiten!" Und dabei blieb es diesmal. Als Frau Wulle am andern Tage abzog und ihren letzten Lohn in Empfang genommen hatte, drehte sie sich auf der Schwelle noch einmal um und rief im Scherton einer Sibylle: Sie werden es noch mal bereuen, daß Sie mich haben gehen lassen. denken Sie an mich. Herr Professor!" Dann schmetterte sie die Thür hinter sich zu und verließ die Stätte ihrer langjährigen Wirksamkeit. Heirathen ist unbequem, aber vcrheirathet sein ist dafür um so schöner, dachte der Professor. Er war mit seiner jungen Frau wirklich sehr glücklich. So ein frisches, junges Geschöpf um sich zu haben ... das Herz wurde wieder jung dabei. Der Magen freilich war weniger gut versorgt. Bei Frau Wulle hatte sich das gerade umgekehrt verhalten. Doch was lag daran? Das Essen würde schon besser werden, denn Frau Grete nahm sich der Wirthschaft mit einem Feuereifer an!! Sie wollte Alles selber machen . . . Leider verdarb dieser Uebereifer gar Manches, besonders in der Küche Die Köchin kehrte gar zu sehr, obwohl auch sie nicht viel verstand, die Aeliere, Erfahrenere frtrcS; die junge Frau andererseits, die ihre Autorität als Herrin gefährdet sah. wollte diese Ueberlecenheit um keinen Preis anerkennen, und so gab es Aerger über Aerger. . . . Der Professor hatte dann nur immer seine kleine Grete zu beruhigen, die Köchin in ihre Schranken zurückzuweisen und schließlich denn Grete lauerte ängstlich darauf, wie es ihm schmeckte gute Miene zum schlechten Essen zu machen. Allmählich besserte cs sich, und Rathmann entschloß sich, wie in früherer Zeit, einen Freund zunächst wagte er es mit nur einem Gaste zu Mittag einzuladen. Es wird doch gehen, .Grete, was? Nur ganz einfach . . . Suppe. Gemüse mit Beilage, ein, Braten " Aber natüulich! Vielleicht ein schönes Rindsfilet?" Nein, das ist gefährlich .... Laß lieber eine Gans braten. Es ist ja Martinstag, da gehört eine Gans her. Die Mariewird das doch können?" O, das versteh' ich selber! Daß Du mir auch gar nichts zutraust, Ludwig!" schmollte die hübsche junge Frau. Na, ich bin ja zufrieden ... Da darf ich den Hauptmann also zum Donnerstag auffordern?" Ja doch, gerne!" Der Martinstag, an dem Grete zum ersten Male offiziell ihre Hausfrauenpflichten üben sollte, kam heran. Schon am frühen Morgen herrschte fieberhaft bewegtes Treiben in und um die Küche; es klirrte, klapperte, rasselte nur so von Glas, Porzellan, Metall. . . Die Köchin versuchte einige Male, die gnädige Frau los zu werden, doch das gelang ihr nicht. Grete wollte selbst das Verdienst haben, wenn es gut ausfiel, schon ihrem Manne gegenüber . . . Und sie hoffte bestimmt darauf. Es war zehn Uhr geworden, als Grete plötzlich ausrief: Marie, Sie haben vergessen, die Eisbombe zu bestellen! Es ist die höchste Zeit!" Das Mittagbrot soll doch erst um halb Zweie sein . . ." Wenn Sie jetzt nicht bestellen gehen, lassen die Leute uns damit im Stich! Spätestens um Zwei muß sie hier sein! Schnell!" Na, aber ich muß doch erst die Gans . . Die Gans hat Zeit! ..." I, was denken Se denn, gn'äd'je Frau? So 'ne Gans braucht gut und gerne ihre drei Stunden zum Braten . . ." Natürlich! Das weiß ich auch! Machen Sie nur, daß Sie zum Konditor kommen; die Gans werde ich inzwischen zusetzen . . ." Na, na?! meinte bedenklich den Kopf wiegend die Köchin. Was soll das heißen? Hören Sie. Marie, Sie nehmen sich zu viel heraus! Denken Sie, ich verstehe nicht, eine Gans zu braten?" Na, mir soll's recht sein," brummte Marie, band sich eine reine Schürze vor und ging zum Konditor. Gerupft,' gebrüht und abgeputzt war sie, die Gans, auch Kopf, Hals und Füße abgeschnitten. Jetzt rückte Grete die Bratpfanne mit Wasser auf den Herd, hob die Gans und legte sie hinein, um sie kochen zu lassen . . . Wie schwer und fett sie war! Die junge Frau stand andächtig da und sah zu. wie das Wasser um den mit derber Haut umspannten Körper zu brodeln begann. Sonderbar sah der federlose verstümmelte weiße Vogelrumpf in der dunklen Pfanne aus . . . Wie ein Schulmädchen ihre Aufgabe, wiederholte Grete halblaut die Vorschriften des Kochbuchs, das sie vorhin im GeHeimen aufgeschlagen: . . . im Wasser etwa drei Stunden weich kochen lassen und das Fett so lange darüber schöpfen, biö sie schön gelb wird." O ja,' sie wollte schon Acht geben und sorgsam mit dem Löffel das Fett darüber gießen! Weich und schön gelbbraun sollte sie werden und knusprig! ... ( Dem Professor ging eö heute unge-

fähr wie den Candidaien,' vic cr zu prüfen hatte, im Rigorcsum. Er hatte einige Angst vor dem Verlauf des Mittagessens, und während er im Salon mit seinem Gaste, dem Hauptmann, plauderte, horchte er mit nervöser Gespanntheit nach dem anstoßenden Eßzimmer hin, wo der Tisch leider sehr geräuschvoll gedeckt wurde. Auf die Suppe hin wurde ihm etwas leichter, in diesem Fache war die Prüfung" glücklich überstanden. Grete unterhielt den Gast, während das Gemüse aufgetragen wurde, mit krampfhafter Lustigkeit, so schien es ihrem Gatten. Doch auch dieses Gericht war genießbar, Gottseidank! und ein zweiter Stein fiel Rathmann vom Herzen ... Ah!" sagte wohlgefällig der Hauptmann, als die dritte Platte kam.., Ihr Mann hat Ihnen wohl verrathen, gnädige Frau, daß ich Gänsebraten leidenschaftlich gern esse? Ter sieht ja wunderschön aus!" Und wahrhaftig, die Gans machte einen vorzüglichen Eindruck. Goldigbraun schimmernd hob sie sich von dem weißen Grunde der großen Porzellanplatte ab. Nach englischer Sitte ergriff Rathmann selbst die zweizinkige Gabel und das riesige Tranchirmesser, um nach allen Regeln der Kunst so etwas überließ cr nicht gern Anderen den Braten zu zerlegen. Schön weich war die Gans . . . Auch gefüllt, wie er jetzt bemerkte! ... Er mackte einen energischen ersten Schnitt und prallte entsetzt zurück, so daß sein Sessel hinter ihm mit lautem Gepolter zu Boden stürzte . . . Ein widerlicher Gerüst entströmte dem gebratenen Vogel und hervorquollen . . . die sämmtlichen Eingeweide, die Grete herauszunehmen vergessen hatte! Alle drei starrten mit verstörten Blicken auf diese ungewöhnliche Fülluno": dann wandte sich der Gast mit brausen: der Appetit auf sein Lieblingsgericht war ihm für lange Zeit vergangen . . . Noch am selben Tage verbreitete sich in Universitäts- und Garnisonkreisen der kleinen Stadt die frohe Kunde, wie die junge Frau Professor Gänsebraten zubereite. Der Professor, redlich unterstützt von seinem Freunde, dem Hauptmann, hatte Mühe, die weinende Frau Grete zu trösten. Schließlich hörte sie auf, den Fall tragisch zu nehmen. Aber bitterböse konnte sie seitdem werden, wenn ihr Mann sie neckend fragte, ob sie das Kochen nicht lieber doch erst bei Frau Wulle kernen wolle? ...

Amors Gehilfen. Von Max Caro. Es ist notorisch, daß die Ehen im Himmel geschlossen werden, aber auch gerichtskundig, daß ein großer Procentsatz unter Zuhilfenahme geschickter Makler beiderlei Geschlechts auf Erden vollzogen wird. Die große Mehrzahl der verspäteten Jungfrauen und Wittwen ist hieran schuld; in der Capitale Berlin sind beständig soviel Herzenslammern zu vermiethen, daß das Angebot stärker als die Nachfrage ist. Um in diesen schier unerträglichen Verhältnissen einen Ausgleich herbeizuführen, unterhält Amor jahraus, jahrein eine Anzahl geschickter Agenten, die seinerseits weniger auf ein Fixum als vielmehr auf seine starke moralische Unterstützung zu rechnen haben. Denn die Liebe spielt bei diesen Maklergeschäften allemal eine Hauptrolle! Alle heirathslustigen Seelen, welche die Hilfe eines Vermittlers in Anspruch nehmen, glaubtn nämlich, daß sie sterblich in di Gegenwart verliebt seien. Zugegeben, daß die Herrschaften auch wirklich davon durchdrungen sind, daß ihre bisher unordentlich geführten Schicksalsbücher jetzt auf kaufmännischer Basis regulirt werden sollen, so wollen sie das doch niemals Wort haben. Sie verlangen vielmehr, daß in ihnen die Illusion wachgerufen werde, daß sie sich aus wirklicher Liebe einander nähern. Ganz ohne Neigung geht es also nicht, auch dann nicht, wenn die verschiedenartigsten Paare in Frage kommen. Sache des klugen Mittlers ist es nun, nachdem die ersten, oft unüberbrückbar scheinendenSchwierigkeiten gehoben sind, die Liebesflamme im Busen der Heirathslustigen anzublasen. Wie er es fertig bringt, das wissen allein der kleine Amor und seine himmlischen Helfershelfer! Und doch scheint dieser schwierige Trick leicht zu sein im Verhältniß zu der glückÜchen Erledigung der Präliminarien. Der größte Widersacher, mit dem der Makler zu kämpfen hat, ist die SelbstÜberschätzung der Parteien. Jedermann, der seine Hilfe in Anspruch nimmt, verlangt zunächst Unmögliches. Ich brauche eine Frau mit mindestens 20.000 Mark in baar! Der Antragsteller ist ein noch grünes Kerlchen, das außer seiner nicht zu leugnenden Dreistigkeit absolut nichts sein eigen nennt. Ich will einen nur ganz reichen, alteren Herrn.- Die Dame, welche diese Forderung erhebt, ist selbst weder Fräulein noch schön. Sie ist eine nicht unansehnliche Wittwe älteren Jahrganges und vielleicht nach richtiger Be'lehrung noch zweckentsprechend zu pla-' ciren. Der Jüngling, der die 20 Mille so nothwendig braucht, wird von dem erfahrenen Geschäftsmann als vorläufig unbrauchbar auf einige Jahre zurückgestellt; mit der Wittwe aber redet er deutsch. Sie solle keine Witze mit ihm machen, sagt er. Er sei ein Mann der Thatsachen und sie selbst eine recht nette Erscheinung, doch über die Jugend - Thorheiten wohl hinaus. Ein Graf werde sich in sie nicht mehr verlieben, jedoch wenn sie vernünftig sein wolle. Nun ja, ob er etwas Gescheites habe? Schließlich einigen sie sich auf einen Wittwer mit Grünkram-

Handel und fünf Kindern ... Im allgemeinen wird dem Vermittler bei den Frauen das Geschäft leichter als bei den 'Männern. Denn auch das weniger gebildete Weib verfügt über einen gewissen Takt und sicheres Auftreten, das über manchen peinlichen Zwischenfall hinweghilft. Eine Frau entschließt sich auch erfahrungsmäßig leichter dazu, zum Vermittler zu gehen, als der Herr. Sie trägt ihr Anliegen sicher vor und läßt sich durch die etwa abweisende Haltung des Maklers nicht so leicht aus dem Concept bringen. Sie faßt eben zunächst wenigstens die Verhandlung vollständig richtig als gesckäftliche auf. Anders der Mann. Auch diejenigen, die sich zunächst einen Ulk leisten wollen, ein Umstand, mit dem der gewiegte Makler immer rechnet, werden leicht verlegen. Sie verwickeln sich in Widersprüche und haben bald die Empfindung, daß sie vor dem Untersuchungsrichter unter ihrem Eide eine verantwortliche Aussage abgeben. Ist der Freier noch in Berlin wenig befahren; kommt er aus der Provinz, um hier auf dem Heirathsmarkt einen möglichst hohen Cours zu erzielen, so beginnt er bald mächtig bei dem Verhör zu schwitzen. Solch ein blonder Riese, dem Heirathsvermittler Rede und Antwort stehend, bietet ein Bild rührender Hilfslosigkeit. Es ist in der That Zeit, daß sich eine vernünftige Frau des großen Kindes annimmt, bevor es in unrechte Hände geräth. Wieviel Heirathsvermittler wohl in Berlin sein mögen? Die Statistik schweigt sich hierüber vollständig aus' umgicöt sich doch das prosaische Abschlußgeschäft mit dem Schleier des Geheimnisses. Discretion Ehrensache! Unter dieser Devise segeln die Vermittler. Nur eine ganz winzige Minorität, die jedoch im Vergleich zu der ungeheueren Mehrheit der ungenannt Bleibenden gar nicht in Betracht kommt, hat den Muth, sich offen als Heirathsmakler zu bezeichnen. Die Veamtenwittwe mit hochklingendem

Titel in Berlin W., die penstonirte Hebamme im Osten, jede hilft in ihrer Weise an dem staatserhaltenden Werke. Welch' ein Contrast zwischen den feinen Salons, wo der Cavalier, der des Lebens recht gemischte Freude schon hinlänglich gekostet hat. dieDame des Hauses verblümt um ihre Anleitung zu dem projecticten Goldfischfang bittet, und der kleinbürgerlichen Wohnung der Vermittlerin im hohen Norden! Alle aber spinnen denselben Faden, nur daß die Nummern gröber oder feiner sind. Und alle haben dasselbe Endziel: Provision! Provision! Die Behandlung der Kundschaft ist natürlich je nach ihrer Qualität und dem Bildungsgange des Maklers verschieden. Voller Grazie dienert der sorglich behandschuhte Cavalier vor der liebenswürdigen Dame, die ihr von befreundeter Seite empfohlen ist; gewandt geht sie auf sein leichtesGeplauder ein. Der Gegenstand des Besuches wird zunächst gar nicht berührt. Man spricht von aller Welt, nur nicht von dem. was dem Werber am Herzen liegt. Endlich ein kleiner, geschickter Uebergang, und spielend holt dieKluge heraus, was sie zu wissen wünscht. Unter Beobachtung der besten gesellschaftlichen Formen wird das Geschäftliche geordnet, ein Depotwechsel als Sicherheit für die Maklergebühr hinterlegt. Brauchen wir zu sagen, daß der in Verlegenheit Befindliche mit seiner Dankbarkeit nicht geizt, daß oft Anerkennungsscheine gegeben werden, welcbe das übliche Provisionsma von zwei Procent um das 15fache überschreiten? Die Helferin in der Noth aber findet diese Anerkennung nicht ZU hoch, sie begründet sie mit den Auslagen, der hohen Wohnungsmiethe, den Repräsentationskosten, den vielen fehlschlügen. Enorme Beträge fließen oft in die Taschen der Mittlerinnen. Hier reiche Mitgift, hier Wappenschild unter diesen Zeichen werden die größten Maklerprovisionen eingeheimst. Der gute bürgerliche Makler, der nicht über diese Feinheit der äußeren Formen verfügt, arbeitet selbstverständlich auf ganz anderer Grundlage. Er hält sich auch nicht lange mit diplomatischen Kunststücken auf, sondern stellt das Geschäftliche sogleich in den Vordergrund. Die große Anzahl der in seinem Zimmer verstreuten Photographieen giebt ihm Anlaß, das lange Register der Paare herzusagen, die alle durch seine Beihilfe selig geworden sind. Hin und wieder findet sich im Rahmen dieser AmateurAusstellung ein wirklich pikantes Gesichtchen.. Der Beschauer bleibt gefesselt stehen. Gieb fein Acht, Du wilder Knab', sie ist ganz zufällig noch zu haben, die Bezaubernde; bald wird es Dir der freundliche Herr in die Ohren tuscheln! Und nun noch ein drittes streng nach der Natur gezeichnetes Bild. Der Makler als Naturbursche. Er tritt der Bewerberin mit der klassischen Frage entgegen: Na, Fräulein, sollen wir Ihnen ausknobeln?!!" AI sie den Taktlosen entrüstet zurechtweist, lacht er sie einfach aus. Treffen sich Herr und Dame in seinem beschränkten Lokal, was allemal ein Kunstfehler ist, so sperrt er eine der beiden entsetzten Parteien, bis die Luft rein ist, in die finstere Kabuse. Aber schließlich macht er auch auf seine Weise das Geschäft. Denn der Liebesgott läßt keinen seiner ehrlichen Makler verhungern. Leicht haben sie es freilich nicht, Männlein wie Fräulein, die beflissen sind, ihre Nächsten mit Rosenketten für diese Zeitlichkeit zusammenzuschmieden. Denn die Undankbarkeit ist tief in der menschlichen Natur begründet. Das jungvermählte Pärchen hat die Flitterwochen bereits hinter sich, aber an die Bezahlung der Provision wird nicht gedacht. Der Makler mahnt; er wird täglich dringender; da halten ihm die Eheleute vor, daß sie in der Ehe ihre Befriedigung nicht finden.

Alle guten Eigenschaften, welche fccr Vermittler an den Parteien mit Poetin schem Schwünge gelobt, seien in der nüchternsten Prosa des Alltagslebensbereits verblaßt. Man sei arg tzetäuscht worden. Und dafür werde eineProvision verlangt? Ein Regreßanspruch des jungen Paares wegen Vorspiegelung falscher Thatsachen scheine begründeter... Schwere Wolken beschatten zur Zeit den Kriegspsad aller. Heirathsvermittler. Nach sachverstän diger Ansicht wird das neue Bürgerliche Gesetzbuch den Lootsen beiderlei. Geschlechts, welche das schwankeSchifflein der Ehelustigen berufsmäßig in den sicheren Port steuern, das tarifmäßige Fahrgeld nicht mehr garantiren. Oder um deutlicher zu sprechen: Die Maklergebühren für eine perfect. gewordene Ehe sind vom Jahre deSHeils 1900 ab nicht mehr einklagbar. Die Landgerichte in einzelnen deutschen Vaterländern entscheiden bereits. jetzt nach rechtskräftig gewordene Urtheilen in dieser Weise. Nun, Amor, der Schelm, wird den Bedrohten zu Hilfe kommen. Er selbst ist oft gezwungen, ein langes Ziel" zu nehmen; aber seine Agenten werden fortan das Geschäft nur per Cassa machen. Und wenn nicht alle Bogens sehnen reißen, dann wird er ihnen mir seinem göttlichen Tchießzeug noch oft genug zu einem kernigen Vorschutz verhelfen. Za Sumpfl'cd.

Wer kennt das Lied vom Sumpf?" Bald klingt es hell, bald dumpf. Im Baß und im Tenor, In Solis und im Chor: Quackera quack. Wer es am Besten kennt Das ist der Herr Student; Im Biersumpf wird's studirt Und täglich repetirt: Quackera quack. Wer sich gebüffelt dumm Vor lauter Studium, Dem fehlt es am Humor Für solch' illustren Chor: Quackera quack. Wer aber Tag und Nacht Mit kneipen zugebracht. Der trifft viel besser schon Den bierversumpften Ton Quackera quack. Der Frosch, ein Sumpfrolet.. Auf nied'rer Stuf: steht; Weil er nur Wasser trinkt. Sein Sang so nüchtern klingt,, Quackera quack. Der Studio hat's belauscht Und brüllt es nun berauscht Denkt sich so viel wie nix. Mit oder ohne Wichs: Quackera quack. O' idealer Sumpf, Für alles And'rc stumpf, Die Gurgel aufgebläht Wird nur d'rauf losgekräht: Quackera quack. Spundvoll von lauter Bier, Brüllt Jeder wie ein Stier; Wie Nebelhörner schallt's, Durch stille Gassen hallt's: Quackera quack. Die wilde ?lagd rückt an, Da schlaf', wer schlafen kann Wach aus Philisterpack! Der Sumpf ist los. Quack, quack. Quackera quack. Das Privilegium der Liebe. Eine ffabel von H. Gramatzli. Unser Herrgott hatte die Welt er-' schaffen. Nun mußten vor allem kleiue Dämonen und Halbgötter 'da sein, welche das Thun und Treiben der Menschheit leiten sollten. So entstanddie Stärke, die Tapferkeit, die Freude die Traurigkeit, die Gerechtigkeit unr noch viele andere. Jeder von ihnen wurde mit besonderen Privilegien. ausgestattet: so durfte der Haß die. Gemüther entzweien, die Stärke den Schwachen gegen die Arglist schirmeu, die mit fürchterlichen Waffen versehen war. Alle gaben sich mit ihren Privilegien zufrieden, nur ein kleiner Damon war nicht befriedigt und dieser hieß Liebe". Was nützt mir mein Bogen? WaS nützt mir, daß ich den Schlüssel zunz Herzen habe? Den hat ja auch der Reichthum. Die Hauptsache fehlte So klagte er. Da rief ihn der gütige Herrgoid und fragte nach seinem Verlangen. Amor flüsterte es ihm in's Ohr. Doch der Beherrscher der Welten blickt ihn. zornig an: Das sollst Du von mir nimmer ltkommen." Amor ging betrübt fort. Da kanr ein schwarzer Geselle auf ihn zu klopfte ihm auf die Schulter ' un brummte ihm etwas in's Ohr. D?? Liebesgott lächelte und nickte mit dem Kopf. Aber auf Deine Verantwortung. rief der Schwarze beim Weggehen. Am nächsten Tag brachte ihm ein kleiner pechschwarzer Dämon das schriftliche Privilegium. Der qvl'.c Herrgott hatte es nicht unterschrieben, aber wer anders. Und von da an durfte Amor lügen. Kühner Schluß. Dieser Officier ist nämlich vom Eisenbahn Regiment..." Backfisch: .Ach. der reitet sewiß das Damp.froß!Eiifant tcrrible. Der kleine Hans: Mama ist nicht zu Hause, sie ist beim Zahnarzt." Besuch: O weh, muß sie sich einen Zahn ziehen lassend Der kleine Hans: O, im Gegeutheil, sie bekommt zwei neue!" . .