Indiana Tribüne, Volume 22, Number 90, Indianapolis, Marion County, 18 December 1898 — Page 11
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- Einmal bla ich 11 löste ohe Sth!anaye toclra, da ich nicht dazu im stände toax ohne Sly WD I iwt Don Ost nun Iraner. otoniiQe JueiitcpTuna eil sieden Jahre brachte mich in diese jchrecUich '.ant: wahrend dieser Xeit hab ich lllit gethan, wo on ich hörte, aber keine HNse gefunden; so war mein aX bil ich anfing. Salcarttl in gebrauchen, ch habe ctt ein ti dreimal täqlich Studl. und wen ich reich würe, würde ich 1100 sllr jede Mal ge den. ine jolch, Hilse ist ,.- ylm,,L. Hunt. 1689 RuNell et. Sttroit. iich. Xgenedm. smal)aft. wirksam. Cchmkkken gut, ttxm tut, machen nie front oder schwach, verursachen kein e)iTKn. ioc,25c,öüc. Heile Berftops. I K tiy cp7, Caleaff atr.al, . Tat. 32!ff Die Osssee von Dr. H. VWK und vr. COLE, befindet sich in No. 24 Oft Ohw Straße. Telkshon No. S27 wie iiiha. Dr. Louis Burckhardt, 1131 Süd Meridian Straße. vrchftudn: 8 9 Margen und 7 ,. Willoughby Block. 224 Stord Meridian Straße. prech stund,: Z 4 Nachmittag!. Zcl.2323. Dr. I. Bühler, 120 Qst ZJellnrty Str. Sprfchftunden : S bis 9 Uhr cro. ; bis 3 I hr Nachm.; 8 M S Uhr bendS. Telephon 1446. BrchSde : tag Vormittag. C. C. EVEBT8, Deutscher Zahn - Arzt. Ro. gz Nord Pennsylvania Str. a S vkd aus Wunsch angewandt. WALTER F1UNZ, ZahnArzt, Sto, 9O Ost Market Straße. Eosfin lock. j zimmn 43. ? ' DffUe.etunben: itilUSa., lU5ftat., 7IIU Akcnb. e an tag 1 Uhr . d Utjr rra Ei I 49 CtUHden ton-to VonarrhSa ,d 'Tltf! ni KroriiBimi Hmch Cntttlnit fjrtoten A jk hn Undeaunnlichkelien. Prei, iMFl $1.00, ht aUra de, 1. 0. or 1081. Kr Dorf. iellM-r. Alle Teutsche tlinken . Seebach's Thee. - (Deutsche Schweizer Kräuter.) x i,sett,t rtdve. reinig If, Vlae. rltkt bis 9thtr. stärkt ( Nieren, btjlrdnt tutz i, ; t, sendn rane i m?shle. Pvftfni . ViKtn i:ltsjt. B. Seebach. Peru, Jll. 6Q YEAR8' FXPPFIIENCE T Traoc Marks DrtioN 's I!1 fABVRtftUTI Afi. rk 's. - w w r i 1 1 w Abt tadtn( a ifceteta and deacrlptlon mif SakiT Pttn Pur optnioa fr wtUir Ä raatloa ia probablf rtntbl Commnnlc tiocj itrtctly oonflöentUL Ilandbook on Patent) at kr. OJdit utmcT tor ierlngi)tnU. n..... mmn kminrh Mnnn A. Ca. racelT n.m fthnnt. cbafM. in thm scientinc Jliiierican. A. kaomlT ninatrmtM wklr. Urmt r UUoa of ny actenuflo Journal. Terma, I tm j f 3ar monüu, f L Sold b j U Bewide-alerj. i.llltlll & Co.3818 New York Bnacfc Offleo. 624 rnMblncton. D. C CLEVELAHD TO BUFFALO MED "Vüo yao Sleep.w t n ET) NICHT SERVICE. NEWSTEAltESS "CITY OF BUFFALO" " CITY OF ERIE." botk tef ethr blnir wlthoat donbt. In all rtpeta, tb flneat and faatest tbct are run Ia tb tntrit of tb traTeling pubüo la Ut UnlUd StAtec TIMC CARD, Daily u4c.uoiNa sukoav. i-MTf Clirtlxsi S P.M. ArrlTBafiala6A.M. vUAk I CIcreLaad 6 - Cf NTXAL TAXOAXO TIM. CoBBoetlont mtvd t Baffalo wlth train for Ul atrn mnX Canadiaa polnta. Aak Ueket agant for Ucketa Tl C. k B. Lln, Send four ont for lilottrated pampblet. IfECUL LOW RATES TO BUFFALO AHO MIASARi f ALU VY SATUROAY HIGHT. 0. F. MCRMAN. Siaaaai. laaat. CVtLAMA. D. E. IScesello, Zeich sn - Bestatter, Wieder aus daliePlatz, Ns. 221 u. 223 N. Delavare Str. Tel. 250. Meo. F. Smither, geschickter und zuverlässige? zSachdeSeryech- und Kieidächer. Dächer von Uspyalt und Vttsomt. trtÄ.!i U?tArt ,DUcht . li,. z:l,pd,t. SOI 7eit tlaryland Ot. VadMajUich f ts TOtfflflffi ab VtarfUa ft
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perkehric zveli. Eine ostasiasisfie Plauderei. Dk Botschaft, hör' ich wohl. aÜem mir fehlt der Glaube. So ist es der. Menschheit ergangen, als sie zum ersten Mal erfuhr, daß die Erde rund sei, und so geht es heute noch unseren Kindern auf der Schulbank. Wer kann es ausdenken? Da müssen ja wohl die Chinesen auf der anderen eite i?r Erde zwar nicht auf dem Kopfe stehen, sicher aber mit dem Kopf und dem Zopf nach unten hängen, und ein Wunder ist es. daß sie nicht längst hinuntergefallen sind in das Meer der Unendlichkeit. So recht begriffen habe ich es bis heute noch nicht; aber daran glauben mußte ich schon, seitdem ich selbst eines Tages von Genua nach Port Said zu dampfte, um nach sechs Jahren (ich hätte es freilich in siebzig Tagen machen können) über San Francisco und New Jork von Westen her wieder in meine Heimath einzuziehen. Dabei habe ich denn auch aus der anderen Seite der Erde gesehen, daß die Chinesen durchaus nicht nach unten hängen, sondern aufrecht' auf der Erde stehen. Und doch bleibt es wahr: Es ist eine verkehrte Welt da drüben. Ich war je und je einmal in 'der Lage, von Tokio aus ein Telegramm nach Deutschland schicken zu müssen. Aus zarter Rücksicht auf den Schlaf meines deutschen Adressaten gab ich das Telegramm immer erst nach Mit tag auf. Hatte ich eö frLher gethan, so hätte ihn der deutsche Telegraphenbote am Morgen desselben Tages auö den Federn trommeln müssen; denn das Telegramm kommt in Deutschland um 4 bis 5 Stunden früher an, als ob es in Japan abgeschickt wurde. Um die selbe Zeit, da man sich an Kaisers Geburtstag'in Deutschland zum Ban kett zusammen setzt, kann man in Ja pan schon den schönsten Katzenjammer haben; denn dort ist man um 10 Stunden weiter. Wer die Tracht der japanischen Männer zum ersten Mal sieht, hält sie-unbedingt für Frauen kleidung. Thatsächlich bestehen in Ja pan und China zwischen der Männer und Frauentracht nur geringe Unter schiede. Dann läßt sich der Chinese einen richtigen Frauenzopf - wachsen, und auch mancher Japaner trägt der alten Sitte gemäß langes Haupthaar. Wenn ich meinen Besuchern hier in der Heimath solche Bilder zeigte, hätten sie bei der Betrachtung eines männlichen Portraits manchmal darauf geschworen, das müsse eine Frau sein, und bei einer recht guten Photographie eines altjapanischen BrautPaares, die ich besitze, finden die wenig sten den Bräutigam heraus. Nicht nur weiblich, sondern weibisch ist' die Tracht der chinesischen Mandarinen: bunte Knöpfe auf dem Hut. die Kleider hinten und vorn mit Thieren und Vögeln umsäumt, dazu Pfauenfedern und um den Hals eine Perlenschnür. Umgekehrt wie mit den Bildern mannlicher Japaner ging mir's mit denen von Ainofrauen von den Nordinseln Vezo. Diese tättowiren nämlich ihre Oberlippe, was aus-der Ferne und auch auf den Bildern einem Schnurrbärtchen durchaus ähnlich sieht. Kein Wunder, wenn meine heimischen Besucher sie für stramme Burschen ansehen. Wer dem Japaner zusieht, wie er seine Galakleidung anzieht, ist im höchsten Grade erstaunt. Denn er zieht zuerst den Rock (Kimono) an und danach erst die Hose (Hokama) oben drüber. In Deutschland verlangt' es nickt nur der militärische Drill, sondern auch die Eleqanz des SalonS, daß die ZZuße leicht auswärts stehen; m Japan gilt das als plump und bäii risch: die Fußspitzen der Frauen mus sen leicht einwärts gebogen sein. Die franzosischen Frauen es soll zwar auch bei den Deutschen vorkommen färben die Augenbrauen, damit dieselben stärker hervortreten; die verhei ratheten Frauen in Japan aber rast ren sie der alten, heute allerdings etwas gelockerten Sitte gemäß ab. Die Europäerin putzt ihre Zahne und wünscht sie weiß wie Elfenbein; die verheirathete Japanerin macht sie glänzend schwarz wie polirtes Ebenholz. Die Europäerin kaust sich einen Zopf, wenn ihr in vorgerücktem Alter die Haare ausgehen; die bejahrte Japane rin schneidet sich ihren Zopf ab und läßt sich den Kopf glatt rasiren. In Deutschland tragen die Ammen die Kinder vorn, auf dem Arm; in Ostasien trägt man sie hinten, auf dem Rücken. In deutschen Romanen kann man lesen, wie der Held die Geliebte auf starken Armen durch den .schaumenden Gießbach trägt; ln China und Japan muß es sich die Schöne schon gefallen lassen, sich auf seinen Rücken zu hängen. Spielen bei unö die Kinder mit Drachen, so thun sie daö zwar auch in China, aber die schönsten lassen erwachsene Männer steigen, und zwar mit nicht geringerer Freude als die Knaben. Macht man in Japan einen Besuch, so ist nickt das erste, sich der Kopfbedeckung zu entledigen, sondern diel Schube. auszuziehen; denn mit ven Schuhen an den Füßen darf man das peinlich sauber gehaltene HauS nickt betreten. Komme ich in das Haus etneö Chinesen, so ziehe ich aus dem Flur den Hut ab; der Chinese aber setzt seiven Hut erst auf. ehe er mich empfängt. Wenn er sich nach meinem Befinden erkündigt, fragt er: Haben Sie Ihren Reis gegessen?- und wenn er mir Vdieu sagen will' spricht er (genau wie der Japaner auch) Gehen Sie lanqam!" Die Höflichkeit deS Chinesen treibt ihm vor, sich in-idlkcr.etestz, ! Weise flach unseren Verhältnisse hesonder? auch nach unserm Filter zu er kundigen, und je älter wir sind, desto mehr bealückwünscbt es uns. Bei unß
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betrachte! matt das 'Met als Mängel. in Ostasien als Vorzug. Wenn aus mein Alter die Rede kam, machten sie mich stets um 10 bis 20 Jahren älter, als ich war. Mir war es gar kein Ge fallen, sie aber meinten, durch ein hö heres Alter mich ehren zu müssen. Zu sagen, daß ich 30 Jahre alt sei, wäre für sie gleichbedeutend mit einer Beleidigung meiner Person gewesen. Junge Mädchen, die bei unö am meisten umworben sind, gelten in Ostasien am wenigsten; alte Frauen aber genießen trotz der allgemeinen Mißachtung des weiblichen Geschlechts große Verehrung. In Europa hat die Frau überall den Vortritt vor demManne; der Ostasiat: weiß nichts "Meiner besse ren Hälfte, wohl aber redet er auch dem Fremden gegenüber von seiner Gu-sai-, dem dummen Weib; der Mann geht voran und die Frau mag sehen. wie sie nachkommt. Nach der Herrin des Hauses braucht man sich nicht zu erkundigen, wohl aber nach dem ge ehrten Herrn Sohn-, auch wenn- das Kerlchen noch in den Windeln liegt. Bei dem Essen kommt die Suppe nicht voraus, sondem zwischen drein; auch kommen die Süßigkeiten nicht am Schluß. Der Bauch ist nicht blos der Aufbewahrungsort der - genossenen Speisen, sondern auch bei Chinesen und Japanern - - der Sitz der Geistes thätigkeit! Ju-nin to-hara" sagt ein japanisches Sprichwort, d. h. wörtlich: zehn Menschen, zehn Bäuche-, seiner wirklichen Bedeutung . entsprechend aber: so viel Köpfe, soviel Sinne". Bäuche- bedeutet also Sinne-. Erschiene bei uns ein Herr bei einemGst mahl mit dem Fächer, so fände . ma?. das weibisch; dort aber fächehr sich Männer ebensowohl als Frauen. In Ostasien ist die Farbe der. Trauer nicht schwarz, sondern weiß. . Die leidtragenden . Frauen erscheinen in Japan stets vom Kopf bis zum Fuße weißgekleidet beim Leichenbegängnis Bei einer Beerdigung wird fast mehr gelacht alö geweint; denn die Etikette verbietet streng, seinen Gefühlen freien Lauf zu lassen. Als mein Diener mich um ein paar Tage Urlaub zur Beerdigung seiner Mutter bat, kam er zu mir strahlend, mit lachendem Munde. So etwas ist stark ansteckend; und als ich selbst einmal in die traurige Lage kam, die lächelnd dargebrachten Beileidsbezeugungen meiner japanischen Freunde entgegen zu nehmen, that ich es lächelnden Angesichts, obwohl es mir' bitterweh zu Muthe war. Wir preisen uns glücklich, dieweil wir leben; der Japa ner mag sich darauf freuen, zu sterben. Denn wenn er im Leben wenig galt, im Tode wird er ein Gott. Es mag jemand der armsteVettler gewesen sein, der Hungers sterben mußte, nach seinem Tode bringt man ihm Speiseopfer genug dar, und jetzt kann er das, was er im Leben nicht gekonnt, nämlich sich einmal gründlich satt essem Verbietet die Etikette bei Todesfällen Aeußerungen des Schmerzes, so schreibt sie dagegen bei Hochzeiten für die' Braut wenigstens eine Leichenbittermiene vor. weil mit der Stunde der Verehelichung ihre bisherige Familie für sie todt ist und todt sein muß. ' Bekanntlich nimmt in Japan Jedermann täglich oder doch wenigstens wöchentlich ein Bad. Darin mag ja nichts gerade Verkehrtes liegen, obgleich maneher deutsche Bauersmann, der seit sei ner Militärzeit kein Bad mehr gesehen hat, bedenklich den Kopf dazu ', schlltteln mag. Aber merkwürdig ist es doch, daß er nach einem Bade sich mit einem nassen Handtuch abtrocknet. Wenn ich mit einem Japaner, einen Spaziergang machte, ließ er mich als höflicher Mann zu seiner Linken gehen und nicht zu seiner Rechten. Denn in Ostasien ist die linke Seite die !Ehrenfeite. Lihungtschang ist nicht die rechte, sondern die linke Hand der!Kaise-rin-Mutter. Die drei höchsten Staatsbeamten nach der Restauration von 1868 in Japan waren der Daijo-Dai-jin (Minister der Großen Regierung). der Sa-Daijin (Minister linker! Hand) und der U-Daijin (Minister l rechter Hand). Der Minister linker Hand aber rangirte über dem Minister rechter Hand. Ich erinnere mich, wie der deutsche Consulats - Verweser in Nagasaki einst eine Einladung zu einem Essen ergehen ließ. Zu den Geladenen gehörten der Gouverneur und ein gerade anwesender japanischer Admiral. Beide ständen in gleichem Range. Nun gehört bekanntlich die strenge Beobach tung der Rangordnung zu den wichtigsten Aufgaben der Diplomatie. Ist eö doch seit den Tagen deS berühmten Kirchgangs der Krimhilde und der Brunhilde vollkommen klar, daß aus den kleinsten Ursachen der Etikette die größten politischen Reibungen entstehen können. Da gilt es also, den gan,en diplomatischen Scharfsinn aufzubieten, um die Platzfrage richtig zu lösen. Welcher von den beiden )apanischenWürdenträgern sollte den Ehrenplatz einnehmen? Der Consulatsver weser wußte sich zu helfen. Er ging zu dem ersten und sagte ihm, daß in Deutschland und in seinem deutschen Hause der Platz zur Rechten heZ Gast. gebers 05? Ehrenplatz sei; derselbe ge. büh're' ihm, und er bitte ihn, denselben einzunehmen. Darnach nahiri. ttden a.nder.n yor, un.h inpem er vorgab.-daß er hier im zapanischenLande sich selbstverständlich auch nach der japanischen (Ziste richte, bot K ihm defl Ehrenplatz zu seiner Linken an. Wie hier die europäische Diploma t.ie, so war auch die japanische Regierung einmal in großer Verlegenheit. Daö war damals,alö die erste Hof kutsche nach Japan kam. Da sahen d;Minister zu ihrem; EKrecken. daß die Vitze dcö KuNchess und d?S Lakaien hoher waren 0 S der Sitz des Mikado. iflux darf aber in Japan niemand über dem Sohn des Himmels" sein. Heute noch, wenn er durch die Straßen
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eÄoNo7aykk,'musZentt L5het e legenen Stöckwerke . durch die Hoizschiebethüren vollständig verschlossen werden, da es despectirlich- wäre, wenn ein Unterthan auf den ErHabe nen herabschaute-. Waö war da zu thun? Man setzte den Lakai in den Wagen und den Kaiser auf den Bock. Die Geschichte mag nicht ganz wahr sein, aber möglich ist sie. Hat man doch im Anfang mit europäischen ML beln und Kleidern recht wenig anzu fangen gewußt. Man kaufte sich Stühle, wußte aber nicht, daß sie zum Sitzen dienen. Heute noch sieht man in der Eisenbahn viele Passagiere, die sich nicht nach europäischer Art aus die Bänke setzen, sondern die Füße hin aufziehen und mit untergeschlagenen Beinen auf der Bank sitzen, geradeso wie in ihrem Hause auf dem Boden. Als ich eines Morgens nachsehen wollte, wie weit der Bau eines neuen Hauses gediehen sei, bemerkte ich, daß, ehe noch ein Fundament gelegt war, die Zimmerleute einstweilen schon das Dach zusammensetzten, wenn auch nur vorläufig, sozusagen zum Anprobiren. Nachdem sie die Dachbalken numerirt hatten, legten sie sie wieder auseinan der, um sie für später aufzuheben. Auch sonst sah ich manches Sonder bare auf dem Bauplatz. So ist z. B. daö Beil des Zimmermanns nicht so angebracht, daß die Schneide in der Richtung des Stieles läust, wie bei uns, rielmehr ist sie quer zumStiel.wie etwa bei einer Hacke. . Die Schneide der Säge ist nicht nach unten gerichtet, sondern quer seitwärts gekehrt. -Ho bel und Beil gebraucht man nicht so, daß man von sich weg arbeitet, viel mehr hobelt und haut man aus sich zu. Ein Pferd besteigt man stets von rechts und nicht von links; die Mähne aber läßt man links herabhängen. Wenn man das Pferd in den Stall bringt, stellt man es mit dem Schwanz an die Wand und mit dem Kopf der Thüre zu; hier befindet sich auch die Futterkrippe. Nach glaubwürdigen Mitthei lungen japanischer Officiere sollen die Chinesen im letzten Kriege Kanonen besessen haben, die sich, anstatt nach vorn, vielmehr nach hinten entluden und bei aller Verkehrtheit sehr bedeu tende Wirkungen erzielten freilich unter den eigenen Leuten! Sehen wir in das Geistesleben des Japaners oder Chinesen hinein, so se hen wir hier dasselbe antipodische Verhältniß. Schon ein oberflächlicher Blick auf die mechanischen Aeußerungen des Geisteslebens, z. B. auf Lesen und Schreiben, bestätigt das. Nimmt man ein chinesisches oder japanisches Buch zur Hand, so steht da, wo wir den Titel suchen . würden, das Wort Ende". Der Ostasiate, wie der West asiate auch, beginnt nicht vorn auf der ersten Seite, sondern hinten auf der letzten. Er liest und schreibt nicht von links nach rechts, sondern von rechts nach links. Ueberschriften- gibt es nicht; denn die Titel stehen nicht über", sondern neben dem Tect. Die Anmerkungen und Fußnoten sind nicht unten, sondern oben auf der Seite angebracht. Man ließt und schreibt nicht quer über die Seite hin, sondern senkrecht von oben nach unten. Herr Mayer wird umgekehrt Mayer-Herr, Doctor Müller wird Müller-Doctor. Der Familienname kommt stets zuerst, der Vorname ist immer Nachname; er hat überhaupt nicht die Bedeutung wie bei uns, da er bis zur Mündigkeit in der Regel zwei oder dreimal gewechselt wird. Die deutsche Adresse: Herrn Adolf Schmitt, Friedrichstraße 53, Berlin, Deutschland- schreibt der Japaner genau umgekehrt: .Deutschland, Berlin, Friedrichstraße 53, Schmitt Adolf Herr-. Aus dem Tische- wird auf den Kopf gestellt: Tisch dem auf". Sieben Achtel" heißt durch ganz Ostasien Acht Theile sieben" und statt Nordost und Südost, Nordwest und Südwest sagt man Ostnord und Ostsüd, Westnord und Westsüd. Auch bei Angabe von Daten verfährt man ungekehrt: der 6. November 1893 lautet dortl 1893 elfter Monat sechster Tag. Der ! Genetiv kommt stets vor dem Hauptwort, von dem er abhängig ist, das indirecte Object vor dem direkten, daö Adverb vor dem Prädicat. An Stelle von Präpositionen gibt eö nur Postpositionen, Conjunctionen treten hinter den durch sie bestimmten Satz, das Hilfszeitwort hinter daö Zeitwort. 1 Während wir das wichtigste im, Satz voranzustellen pflegen, kommt es im Japanischen immer hintennach, gleichwie man in ganz Ostasien bei allem Thun und Handeln Größen kleinern Ranges vorschiebt, während dieHauptactoren im Hintergrunde stehen bleiben. Daher daö durchgängige System der indirecten Verfahrungöweise und der Zwischengängerei. Das Antipodi sche erstreckt sich selbst auf die Satzstellung. Der Hauptsatz kommt immer hintennach. Das deutsche Kind beginnt zu lesen an der Hand der Fibel; daö Lesebuch des chinesischen Knaben sind die philosophischen Schriften ' des ConsuctuS. Wenn ein Japaner Deutsch kernen wollte, konnte ick ihn nur mit großer Mühe davon abbringen,' mit LessingS Erziehung de.S Menschen' schlecht ode, mit Goethes Faust zu beginnen. Wenn ich einen Japaner frage: Regnet flicht?, so sagt er ja" penn draußen die Sonne - am klar, blauen Himmel , steht, also wenn wir unbedingt mit nein" anworten wür den. Durch Einführung eines Japa nerS in eine deutsche Posse ließen sich die schönsten Verwechslung UttoNb Verständniss flamn. Au dem Ver' lehriesten" her, was ich drüben gese hen habe, gehört das. daß zwei japa Nische KuliS, die im Laufe aufeinander rennen, sich nicht etwa mitSchimpsreden oder Prügel tractiren was bei uns doch zweifellos die natürliche solge wäre , sondern vielmehr. fiäY
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gegenleittg etne "elegakiteiLerbeUgung machen und sich lzöflichst um Entschul digung bitten! Eine verkehrte Welt fürwahr, und lange dauert's, bis man sich zurechtgefunden hat. Und nun,- nachdem einem das einigermaßen gelungen ist, kom men die Chinesen und stellen alles wieder auf den Kopf, daß man sich . erst recht nicht mehr auskennt. In China geht jetzt alles drunter und drüber. In einem Volk, bei welchem die Frauen nur zum Gehorchen da sind, ergreift eine Frau d Zügel der . Regierung Dieselben Chinesen, die zuvor nicht mit Unrecht als knauserig verschrieen waren und die es vor vier Jahren ablehn ten, Japan gegenüber das kleine Souveränitätstitelchen auf Korea abzugeben, trotzdem es doch nichts weiter war als ein werthloses Stückchen Papier, theilen auf einmal ganze Provinzen mit vollen Händen aus. Dieselbe Regierung, die bisher von den Europäern wenig wissen wollte, liebäugelt plötzlich mit ihnen, nur daß es ihr noch etwas geht wie Buridans Esel zwischen sei nen beiden Bündeln Heu: sie weiß noch nicht recht, soll's Rußland oder , soll's England sein. Das non pluö ultra von Verkehrtheit ist aber doch , wohl das, daß die Missionare der China Inland Mission ebenso wie die katholischen Missionare, mit Bischof An zer an der Spitze, nicht nur im Innern des Landes, sondern auch in Shanghai und bei ihren Erholungsreisen in Ja pan in chinesischer Kleidung und. mit, dem Zopf umhergehen, während sich'der Kaiser von China den Zopf abschneiden und europäische Kleidung anlegen möchte! Einer aber freut sich der' verkehrten Welt, Lihungtschang.' '..Das Glücksrad hat ihn. wie so oft vorher, auch jetzt wieder obenauf gebracht. Zufrieden sitzt er bei den Goldsäcken, die er sich durch seine stete Fürsorge für sein Vaterland so wohl ' und' redlich verdient hat. . Pfiffig , lächelnd pfeift er vor sich hin: Die Welt ist rund unk muß sich drehn, was unten ist, muß oben stehn." ' ' Wie die Mten sunge. . Jede Theaterdirektion muß stets auf die persönlichen Leidenschaften unter ihren eigenen Mitgliedern Rücksicht nehmen. Was immer auf die Bühne kommt, wird von Eifersucht verzehrt. Das hat Direktor Jauner, vom Wiener Karl-Theater, der gegenwärtig das Märchenspiel Die blonde Kathrein" von Richald Voß einüben läßt, an einem heiteren Beispiel erlebt. Man wirdd en Stoff des Stückes von Andersen her kennen, der hier dramatisirt erscheint, und wissen, dab diele Kinder mitspielen. Auch im Karl-Theater wird eine ganze Schaar von Schul Mädchen für das Werk abgerichtet. So sprechen im Leidenszuge und im Traume der blonden Kathrein Cn'gelschaaren und Kinderseelen. Was geschieht nun neulich in der DirektionSkanzlei deS Karl.TheaterS? Nach Schulschluß. ungefähr 511 Uhr Vormittags, erscheint ein kleines Mädchen, die Schultasche in der Hand, in der Kanzlei. Waö willst Du denn. Kleine? fragte sie ein Beamter des Karl-Thea' ters, denn Niemand hatte das sechsjährige Mädchen bisher gesehen. . Bist Du vielleicht sllr das Zauderstück enga flirt?" . . ' Nein-, sagte das Mädchen, ich komm' nicht wegen mir; ich bitt' schön, ich komm für die Steiner Berthä. und für die Grazl Hermine von meiner Klass'." - . Nun, und was istö denn mit der Steiner und der Anderen?" Bitt' schön, sie, stehen unten auf der Gassen und trauen sich nicht herauf. Ja, warum denn nicht?" Bitt' schön, sie wollen nicht die zweite Kinderseele- und die dritte Kinderseele" spielen, weil ihnen die Roll' z u k l e i n ist. sondern die e r st e Kinderscele", und sie wollen nicht mehr kommen." . ' . .' . -: SprachS, nahm zwei Bogen Papier aus der Schultasche, gab die beiden Rollen zurück, und empfahl sich mit einem Küß die Hand!" ... Aus der Jnstruktionöst u n d e. - Warum sind die Stabs offiziere der . Infanterie beritten?" Ich weiß es schon, aber ich trau' mich nicht ..." Na,- heraus, damit!" .Weil s'. zum Marschiren, gewöhnlich z' dick san !" 7. . ;. . U nter Freundi n n e n. Anna: Wie gefällt Dir Baron Wiedbach?" Emma? .Er gleicht, meinem Portemonnaie!" Anna:. .Wieso?" Emma: Nun,' eö ist von Leder und stets leer!" r-'ir ... '. ) - X5od der- K ü n 1 Dame (die sich von einem hochmodernen Ma ler porträtiren ließ): Nun, wie sin den Sie mein 'Bild?-Aufrichtiger Herr: Scheußlich schaudervoll aber hie ehnlichkei't'ig großartig!" --.Äe,r.rannt.z 7. Ich sag' Dir. Dein Franz heirathet Djch nur wegen Deines Sparkassenbuches, zdamit er feine Schulden bezahlen kann." ' Daö giebt's. nicht, der denkt garnicht an'Z Schuldenbezahlen." , ,. ' !. - Glaubhaft. Schutzmann: Maö machen .Sie hier?" Einbreche?: .Ick babe vor vierzehn. Tagen eenen Hausschlüssel jefunden und- da pro bire ick, in welches HauS er paßt, da mit ick ihm den. Eigenthümer! Zurück leoen rann. (ZSönb-it sitzt Ia Olnt. flcteci; Olutedentttrewt Hsst. ä&ss diese lebt Cäötätit' Xalea rett, Candh t;tie-Iei?ige fcal Olut. kräkti-en öi, Leit,,N5 tfer-en-alle, .URti'.eD te Körper. Harleu Ci. kttüt. ea;i Oöktn, Cf schrsktt,. Nitesse usk lveittt v vertreibt ?-ZkiM fö, 10e. 3a allen Ovethekekk . t öfri:d?sr
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