Indiana Tribüne, Volume 22, Number 83, Indianapolis, Marion County, 11 December 1898 — Page 6

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Vor dem Neye. Von Rod. Waldmüllcr. 'Vor dem Netze einer Spinne Sah ein schönes Kind ich stehen Und. die Hand am kleinen Kinn?. So das arme Thierlein schmähen: Arge! Wie von echten Spitzen Hast dein Fangned dir gewoben, Schier als sollt's dir einzig nützen. Unsern Schöpfer selbst zu loben. Ebenmäßig um die Mitte Läuft ein Kreis und wieder einer. Nirgend sieht man deine Tritte, Nichts ist zierlicher und reiner. Und mißbrauchend so die Gaben Und die Kunst, die dir verliehen. Weißt du, wie um sie zu laben. Flieg' und Mücklein anzuziehen. 5t, welch' allerliebstes Plätzchen! Denken Sie, wie schmuck, wie zierlich! Komm' mein Holdchen. komm' mein Schätzchen ! Rasten wir, hier ist's pläsirlich ! Aber kaum mit Anast und Schrecken Sind sie ihres Irrthums inne. Kriechst hervor du aus den Ecken. Pfui, du böse, garst'ge Spinne!" Und ich dachte: O das kleine Hexchen aus dem Paradiese ! Ob es selbst nicht solche feine Netze spinnen wird wie diese? König und Minister. Der im Jahre 1877 gestorbene Kö nig Wilhelm III. von Holland ging im Jahre 1870 ernstlich mit dem Gedanken um, Preußen den Krieg zu erklären. Man erzählte sich im Haag dainals allgemein, daß der König die Kriegserklärung bereits in seinem Schreibtisch liegen habe. Bei der Größe der Gefahr, welcher 5Mand durch diese Politik entgegenging, entschloß sich der frühere Ministerpräsident .Thorbecke, ein ernstes Wort mit dem König zu reden. Thorbecke war trotz seiner großen Verdienste dem König indessen sehr unsympathisch. Besonders mißfiel Wilhelm III. die uner.'schütterliche Nuhe, welche Thorbecke als .echten Holländer niemals verließ. An jenem Tage der Unterredung trat Thorbecke mit feierlicher Miene ln das Gemach des Königs, der ihn mißtrauiisch musternd mit dem gewöhnlichen: .Guten Morgen. Herr Proessor, was gibt's Neues in der Welt?" empfing. Sire, nichts Besonderes, nur dieHaager erzählen sich viel dummes Zeug!" ,.5offentlich doch nur von meinen Ministern und nicht von mir.'" Sire. auch von Ihnen!" Auch von mir? Was denn, mein verehrter Herr Professor?" fragte der König gedehnt. Sire. ich kann es kaum wiederholen!" Ich wünsche es aber zu hören!" Nun Sire." begann Thorbecke. langsam jedes Wort betonend die Haager sagen. Ew. Majestät wäre verrückt geworden . . ." Weiter kam der kühne .Redner nicht. Dunkelroth vor Zorn riß der König das schwere, silberne Tintenfaß vom Tisch, um es dem Minister ins Gesicht zu schleudern. Doch das Schreibzeug hatte sich in die Tischdecke verwickelt und ebenso rasch hatte sich Thorbecke in seiner ganzen Länge aufgerichtet, war dicht an den König berangetreten und sagte gelassenen Tones, aber mit eisigemNachdruck: Sire. wenn Sie mir das Tintenfaß an den Kopf werfen, dann haben die Haager Recht!" Der König ließ die Hand sinken, während Thorbecke dann eherbietig, aber mit sehr deutlichen Worten 'die Nothwendigkeit der Neutralität ..Hollands nachwies und den König auch schließlich zu überzeugen wußte. Einige Stunden später verbreitete sich die Kunde, daß Wilhelm III. das gefährliche Schriftstück eigenhändig zer-, rissen habe. Der höfliche Theaterzettel. Einen eigenartigen Zettel der Weißenfelser Privatbühne vom 5. April 1818 theilt Theodor Distel in der Zeitschrift für Culturgeschichte mit. Die Weißenfelser Bühne war von Müllner, eni bekannten Dichter der Schuld", in's Leben gerufen worden. Der erwähnte Zettel führt denn u. A. auch 'das Müllner'sche einaktige Lustspiel .Die Onkelei" auf. in dem der Verfasse? selbst mitspielte. Zum . Schluß befindet sich in einer Anmerkung ,folgende nachdrückliche Mahnung des Dichters: Herren, welche Sitze einnehmen, so lange noch eine einzige Dame stehen muß, werden künftig vom Zutritt namentlich ausgeschlossen.", D u r st - Kompaß. Herr auf einem Aussichtsthurm am Starn berger See, zu einem Touristen, wel cher, oben angekommen, vor Durst die Zunge herausstreckt): Ganz richtig. gerade in dieser Richtung, in welcher Sie die Zunge heraushangen, steht das Hofbrauhaus. Immer Soldat. Lieu tenant: Also Herr Kamerad sind mit Ihrer Erwählten einig? Auch bereits Bekanntschaft mit Schwiegermutter in ape gemacht? Lieutenant: Ja wohl, auch schon Fühlung mit dem fremde gewonnen. Ankündigung. Heute Nachmittag große Kirchweih im golenen Ochsen." Punkt vier Uhr Beqinn der Rauferer. Stuhlfuße gra iis. Herr Michel Bozberger aus Großhaudorf als Gast. Resignirt. . .. Bei Ihrem Husten, Herr Forster sollten Sie lein Bier trinken, keinen Wein, noch wen! qer einen Schnaps, auch das Rauchen unterlassend Also meinen Sie. Herr

octor: ich soll blos noch husteu?!

Zlutersee-ZZoote. 5Zwan?iatausend Meilen unter dem

Meere" nennt sich ein Roir.an des geistvollen Franzosen Jules Äerne, in dem der von der unbegrenzten Volllommenheit der Natursorschung und technischen Erfindung durchdrungene Verfasser dem Leser in einem submarinen Boote die Tiefen des Meeres butrf?iln Iäfct. Mas vor 25 wahren noch in das Reich des Märchenhasten oehorte. erscheint heute als dcr ioeaie Äorwurs eines der Vojung naye ge4U. Vs,s.z Snn viitcuiihs ut.auicii -fjivuituis, uu vwv. - i runa seit mehr als 100 Jahren geniale Köpfe gearbeitet haben. Bushnell'ö Boot. Mit erstaunlichem Eifer und seit:n?r 9(ii3baiifr ist in Amerika die VilCLCLt ; der unterseeischen Schisssayrt sett meyr als hundert Jahren, man rann jagen unausgesetzt, behandelt worden, und hier war es zum ersten Mal der Seeirieg. der geniale und erfinderische Köpfe, wie Bushnell. Robert Fulton, David u. a., zur Lösung der Frage veranlaßte. Die Vereinigten Staaten sind auch bis auf den heutigeniTag der fruchtbarste Boden für diesen hochinteressanten .weia der Krieastechnik aebNeben, und aus ihnen sind sowohl der erite ernbryonale Typ des modernen Untersee - Torpedobootes wie auch die iünasten und vollendetsten Erzeugnisse dieser Art hervorgegangen, die dazu berufen scheinen, eine gewaltige umwälzung in dcr gesummten Seekriegführung hervorzurufen. Schon im Jahre 1776 construirte der junge David Bushnell ein Unterseeboot, das eigentlich alle Elemente in sich vereinigte, die bis auf den heutiaen Tag bei ähnlichen Bauten mit mehr oder minderm Erfolg angewandt worden sind. Nach der eigenen Beschreibung des Erfinders hatte dasselbe die norm zweier dicht aneinanderschließenden Schildkrötenschalen. Der innere Theil enthielt eine kleine, nach allen Richtungen mit Fenstern versehene Kuppel, die gleichzeitig zum Einsteigen in den Raum und zur Beobacktuna diente. Di: Fortbewegung

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. Das Goubet - Boot.

erfolgte durch einen mittels Handkurbel betriebenen Propellers nach Art der Schiffsschraube. Der einzige Insasse dieses seltsamen. Fahrzeuges hatte den Wasserballast ein- und auszupumpen, um das Boot auf die gewünschte Tiefe zu bringen und wieder an die Oberfläche steigen zu lassen, ein etwa 200 Pfund schweres Bleigewicht, das unter dem Kiel befestigt war, durch einen Hebel zu lösen, wodurch bei einem Unglücksfall ein sofortiges Aussteigen an die Oberfläche erfolgte, und endlich eine Mine von 150 Pfund Pulverladüng, die leichtlöslich am Bootskörper hing, unter dem Kiel eines feindlichen Schiffes zu befestigen und zu entzünden. Gewiß keine leichte Aufgabe für einen einzigen Insassen! Nichtsdestoweniger fanden sich unerschrockene und tollkühne Männer, die bereit waren, ihr Leben diesem Fahrzeug anzuvertrauen, das die Bestimmung hatte, das englische Kriegsschiff Eagle" von 64 Kanonen jn die Luft zu sprengen. Der Sergeant Ezra Lee war es, der das Wagestück unternahm, sich dem bei New Jork verankerten Schiff während der Nacht unbemerkt zu nähern; es gelang ihm aber nicht, seinen Torpedo anzubringen, und er mußte unverrichteter Sache wieder an Land gehen. Spätere Angriffe, die im Jahre 1777 gegen die englische Flotte im ConnecObere Ansicht des Busy. nell - Booteö. ticutfluß unternommen wurden, fchei terten an der Wachsamkeit der Besatzungen. Zwanzig -Jahre später (1797) construirte der Amerikaner Robert Fulton ein Unterseeboot, von dessen Aorzüglichkeit er so durchdrungen war, daß er von ihm sagte, als tt es der französischen Negierung anbot, es würde Frankreich und die ganze Welt von dem englischen Drucke befreien." Fulton's Boot, der .Nautilus-, konnte

acht Mann und Vorräthe für zwanzig Tage an Bord nehmen. Es war so stark gebaut, dqß es hundert Fuß unter Wasser zu tauchen vermochte, und seine Lustreservoirs waren für einen acht stündigen Aufenthalt unter Wasser ausreichend. Fulton selbst verweilte bei einer der Borfübrunaen leiner

Inneres des findung vier und eine 'halbe Stunde im Innern ohne die geringste Beschwerde, und es gelang ihm auch im Hafen von Brest 1801. einen Torpedo unter ein Schiff zu befestigen und dieses in die Luft zu sprengen. Während des Secessionskrieges lie ßen die Eonföderirten verschiedene Unterseeboote bauen, unter denen der Davids" zur traurigen Berühmtheit gelangte. Mit diesem Fahrzeug, das bei seinen ersten Versuchen dreimal verunglückte und wieder gehoben wurde, gelang es dem tollkühnen Lieu tenant Dizon mit acht verlegenen Freiwilligen, in der Nacht ' zum 17. Februar 1864 das nordamerikanische, 1240 Tonnen große Panzerschiff Housatonic" im Hafen von Charleston zu vernichten, ohne freilich den Triumph seiner kühnen That feiern zu können. Der Davids" sank zugleich

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Fischtorpedo. 5) Dn Dom sar deil Steuermann, d) Tie Flolsensteuerung. c) Die WafferreserdoirS. e) Der Ztt kZuauZ stieg. 0 Ter Malchinenraum. g) Accumulatoren. h) Die Torpedokammer.

mit dem von ihm vernichteten Schiff und wurde erst nach drei Jahren an der Seite seines Opfers auf dem Meeresgrund aufgefunden. . Ungezählt sind die Projecte von Unterseebooten, die im Laufe der Zeit bis auf den heutigen Tag theils nur auf dem Papier, theils in praktischer Ausführung bei fast allen europäischen Nationen aufgetaucht sind. Wir erwähnen nur' das schon sehr vollkommene, 230 Tonnen große Boot des schwedischen Ingenieurs Nordenfelt, das 1887 ungeheures Aussehen erregte, und die Untersee - Torpedoboote der Franzosen Goubet, Gustav Z6d6, Morse u. s. w., bei denen zum ersten Mal die in Accumulatoren aufgespeicherte Elektricität als Betriebskraft verwendet wird, durch welche Neuerung die submarine Schifffahrt gewissermaßen in ein ganz neues Stadium geleitet worden ist. Jn Deutschland ist nur ein einziges Mal der Versuch mit DasHolland-Boot. einem Unterseeboot gemacht worden. Es war dies das von dem bairischen Artillerie - Unteroffizier Wilhelm Bauer gebaute Taucherboot,' das bei seiner ersten Probe 1851 im Hafen von Kiel sank, später gehoben wurde und jetzt eine interessante Sehenswürdigkeit des Marinemuseums in Kiel bildet. Nachdem 'über ein Jahrhundert seit dem ersten Versuche Bushnell's verflossen war, wurde die Construction eines submarinen Torpedofahrzeuges in unfeiern Lande durch ein ConcurrenzAusschreiben gefördert, das der damaliqe Marinesecretär William Whitney am 4. October 1883 erließ. Es entstanden die Untersee Boote .Holland und .Plunger." Das nach seinem Constructeur benannte Holland - Untersee Torpedoboot ist 15,6 Meter lang, mißt 3,1 Meter im Durchmesser und hat, je nachdem es an der Oberfläche schwimmt oder in untergetauchtem Zustands ein Deplacement von 64, bezw. 74,4 Ton nen. Die Form ist im allgemeinen die eines Fisches, der auf seinem Rücken einen kleinen Aufbau mit horizontaler Plattform enthält. Jn der Mitte erhebt sich ein kleiner wasserdicht schließender Commandothurm. Die vordere der drei Abtheilungen des Schiffskörpers enthält ein Unterwasserlancirrohr für Fischtorpedos und ein Lancirrohr für pneumatische Lusttorpedos mit

Dynämitladung. ein Petroleumreser voir und ein Reservoir mit Wasser, das speciell dazu dient, 'den GleichgcWichtszustand des Bootes zu erhalten. Die mittlere Abtheilung enthält den Commandothurm, die Reservoirs für comprimirte Luft, die Accumulatoren batterie und audem Boden einenBe-

Holland - Bootes. hälter für Wasserballasl. Im vom mandothurm und in dieser Abtheilung vereinigen sich alle Elemente, 'die zur Führung des Bootes dienen. Die letzte Abtheilung wird von einem Gasmotor, einer Dynamomaschine zur Fortbewequng des Bootes und einer zweiten ; pneumatischen Dynamitkanone eingenommen. Die Maschine entwickelt 50 Pferdekräfte und treibt eine Schraube, die dem Boot eine Geschwindigkeit von 1 acht Knoten ertheilt. Gleichzeitig erj zeugt sie mittels des Dynamos die zur ! Füllung der Accumulatorenbatterie er- ' forderliche Electricität. die die Betriebskraft bei völlig untergetauchtem Boot erzeugt. Die auf elektrischem Wege gelieferte Betriebskraft beträgt ebenfalls 50 Pferdekräfte, zodafc das Boot auch unter Wasser die Geschwindigkeit von annähernd acht Knoten erreicht. Die Tauchung ersolgt durch Einlassen von Wasserballast und durch Neigung horizontaler, seitlicher Ruder während der Fahrt. Die ganze Construction ist derartig stark, daß das Boot mit Sicherheit auf eine Tiefe von 20 Meter tauchen kann. Diese Tauchtiefe wird automatisch wie beim Whitehead - Torpedo regulirt und kann nicht überschritten, werden. Während der Oberflächenfahrt genügen die Fenster im Commandothurm zur völligen Orientirung. Im untergetauchten Zustand vermittelt ein Projectionsprisma am oberen Ende eines über die Wasseroberfläche hinausragenden Tubus das Bild des Meeres auf ein weißes Blatt Papier im Innern des Commandothurms, sodaß der Bootssteuermann danach navigiren kann. Die verbrauchte Luft wird durch eine Pumpe ausgetrieben und durch frische, comprimirte aus den Reservoirs ersetzt, die einen für einen sechsstündigen Aufentljalt im Innern des Bootes ausreichenden Vorrath enthalten. Die Besatzung ist auf sechs Mann berechnet; es genügen jedoch vier. Die Armirung dieses Untersee-Tor-pedobootes besteht, wie oben schon angedeutet, aus einem Lancirrohr für gewöhnliche Whitehead - Torpedos, das voraus in der Achsenrichtung feuert. Ein über diesem schräg nach oben gerichtetes Rohr schleudert mittels comprimirter, Luft ein Geschoß von 90 Kilogramm Gewicht und 50 Kilogramm Dynamitladung auf eine Entfernung von 1600 Meter. Ein drittes Rohr, in horizontaler Lage, mündet nach hinten und wirst auf 90 bis 100 Meter ein Dynamitgeschoß von 50 Kilogramm Sprengladung. Der .Plunger" hat eine Länge von 25.5 Meter und einen Durchmesser von 3.5 Meter. Wenn das Boot an der Oberfläche schwimmt, beträgt sein Deplacement 150 Tonnen und im untergetauchten Zustand 165 Tonnen. Das Fahrzeug ist mit drei Dampsmaschinen. zwei von 600 Pferdekräften und einer von 300 Pferdekräften, versehen, die mit Dampf aus einem mit Petroleum geheizten Wasserrohrkessel versorgt werden, der, 900 Kilogramm Petroleum in der Stunde verbraucht. Im untergetauchten Zustand des Bootes werden die beiden Schraubenpropeller durch eine Accumulatorenbatterie getrieben, die dem Schiff bei 70 Pferdekräften eine Geschwindigkeit von acht Knoten während sechs Stunden verleihen. Der militärische Apparat des Plunger" besiegt aus fünf automobilen Torpedos und zwei Ausstoßröhren für Dynamitgeschosse.. Die neueste Erfindung auf diesem Gebiet ist ein Untersee - Torpedoboot, das ganz besonders berufen zu sein scheint, eine einschneidende Wirkung auf das Kriegsmarinewesen auszuüben, weil mit ihm das Problem, in unmittelbarer Nähe des .AngrifssobTactes einen Torpedo abzulassen, gelöst ist. Das aus Stahlblech hergestellte Boot ist projectirt auf 24 Meter Länae. 3 Meter Breite. 5.80 Mete Hohe und besitzt ein Deplacement von 130 Tonnen; es hat die Form eines Fisches, dessen Bewegung es täuschend nachahmt, und erreicht eine Fahrge schwindigkeit von 15 Knoten in der Stunde. Sein Antrieb erfolgt über See durch Dampfkraft, unter See durch Accumulatoren bei Anwendung aller Hülfsmittel der modernen Technik, weil durch diese es allein möglich ist, das Boot tagelang unter Wasser zu halten. Nach Aufnahme des Wasserballastes kann das Boot in eine beliebige Tiefe sinken, wie auch 'während der Fahrt jede Veränderung in der Tiefenstellung mittels seitlich angeordneter beweglicher Flossen mit Leichtig keit ausführen. 1 Der Torvedo ist ein Selbstbeweger

I ohne jeden maschinellen Antrieb: nach-

dem er die Lancirkammer verlassen hat, steigt er gerade in die Höhe, saugt sich mittels eines Gummiringes am feindlichen Schiffe fest und kommt in abgemessener Zeit zur Explosion. Die Lancirung des Torpedos erfolgt nicht vom Schiffsinnern aus, sondern wird durch einen Mann der Besatzung von außerhalb des Bootes bewirkt, der zu diesem Zweck inTaucherrüstung außerboots tritt. Zu diesem Zweck ist ein chlindrischer Hohlraum mit oberer Oeffnung construirt, der obere Theil einer Taucherrüstung ist hiermit verschiebbar verbunden. Tritt nun der Taucher in die Rüstung, so wird er mittels Windevorrichtung so weit gehoben, bis er mit dem Oberkörper über Deck steht, woselbst er mit Leichtigkeit die Lancirkammer offnen und den Torpedo ablassen kann. Die älteste deutsche Schule in Chile Eine der ältesten Städte in der Republik Chile ist Osorno an einem Nebenflüßchen des Nio Bueno in der südlichsten Provinz Llanquihue; sie'wuroe von dem Spanier dc Mendoza im Iahre 1558 gegründet. Für diese Stadt fielen die Anfänge der deutschen EinWanderung in das Jahr 1849, und schon fünf Jahre später wurde, dort eine deutsche Schule eröffnet, , die erste in Chile und die Zweitälteste in ganz Südamerika, da damals nur eine ällere deutsche Schule bestand, nämlich die 1843 gegründete Gemeindeschule in Buenos Aires. Einige deutsche EinWanderer schufen in Osorno ,1854 gleichzeitig den deutschen schulderem und die deutsche Schule, welch letztere durch freiwillige Beiträge der VereinsMitglieder unterhalten werden sollte. 1873 wurde der deutsche Schulverein von der chilenischen Regierung als Deutsches Institut" bestätigt; als sein Zweck wurde hingestellt die Förderung des Unterrichts unter den im Bezirke Osorno wohnenden Deutschen". Die Anfänge dieser Schule waren klein und ärmlich; aber schon 1665 konnte der Schulderem ein eigenes Grundstück kaufen, auf dem sich heute außer den beiden Schulhäusern eine deutsche Kirche und ein Spritzenhaus erheben. Die chilenische Regierung hat sich das Recht der Oberaufsicht vorbehalten und gewährt dafür einen jährlichen Zuschuß. Heute ist die Schule eine blühende Pflcgestätte des Deutschthums; sie zählt 250 Schüler in sieben aufsteigenden Classen. Nach einer Mittheilung des Directors Pflanz in der Deutschen Zeitschrift für ausländisches Unterrichtswesen" entspricht, der Lehrplan demjenigen einer preußischen Mittelschule mit Spanisch als fremder Sprache. Der Unterricht wird in deutscher Sprache ertheilt, nur die Geographie und Geschichte von Chile und das Spanische in spanischer Sprache und von einem chilenischen Lehrer. Auch die übrigen Lehrer müssen da5 Spanische beherrschen,- da ein Zehntel der Kinder, das entweder von chilenischen Eltern oder aus Misch-Ehen stammt, beim Eintritt in die Schule nur Spanisch versteht. Die Fortschritte in den einzelnen Unterrichtszweigen sind außerordentlich günstige. Der Director der Anstalt unterrichtet solche Knaben, die später ein staatliches Lyceum zu besuchen gedenken, privatim in Englisch.Französisch und Mathematik. so daß die Zöglinge nur noch vier Jahre bis zur Reifeprüfung für die Universität im Lyceum zu verbleiben haben. Die Stadt Osorno zählt jetzt etwa 1700 Einwohner, darunter 6- bis 700 Deutsche. Anerkennung. . . . Deine Frau, lieber Freund, ist allerdings etwas häßlich dafür soll, sie aber steinreich sein!" Ach. weißt Du, Jeder, der ihr Bild sieht, will mich sofort anpumpen!Oelonomisch. Vater (im Atelier seines Sohnes): Was Du doch Bilder zusammenschmierst, und nichts wird verkauft!.. Wenn Du schon unbedingt malen willst, dann solltest Du wenigstens die Leinwand auf beiden Seiten bestrei-chen!-Schwere Kränkung. Polizeirath: Sagen Sie mir nur, gnä)ige Frau, aus welchem Grunde wohl Ihr Fräulein Tochter meinen Bewerdüngen kein Gehör schenken will? Mutter: Sie haben sie einmal schwer gekrankt Polizeirath' (ganz erstaunt): Wodurch?" Mutter: Sie haben ihr, als sie in'S Ausland reiste, 'in die Paßkarte geschrieben Augen ttwöbnliüV

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jkanatlsche Schiiten. Als der vierte Chalif Ali. der Schwiegersohn des Propheten Mohammed, 661 starb, folgte ihm in der Chalifenwürde sein älterer Sohn Hasan, der aber schon nach wenigen Monaten zu Gunsten seines Nebenbuhlers Moawija, des ersten Omajjaden, ab dankte. Hasan starb in seinem 46. Lebensjahre zu Medina, aller Wahrscheinlichkeit nach an Gift. Sein jüngerer Bruder Husen hatte indeß nicht aufgehört, die Ansprüche der Familie des Ali zu vertreten, beim Beginn der Regierung des zweiten Omajjaden Jesid sogar mit den Waffen in der Hand, doch fand er in de? Schlacht bei Kerbela am 10. October 680 von der Hand des Schemir Jbn el-Danschan den Tod. Auf der Stelle, wo Husen gefallen war, erhob sich später eine Moschee, die ein Wallfahrtsort dcr Schiiten wurde. Denn der Sterbetag des Husen, der 10. Moharrem, wird zwar von allen Bekennern des Islam als Gedächtnißtag gefeiert, den Schiiten aber, die den Ali mindestens neben Mohammed stellen, ist dieses Fest eine Zeit tiefster Trauer. Dramatische Vorführungen der tragi-

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Der Tarrz. schen Geschicke des Hauses Airs, Fasten und schmerzhafte Selbstpeinigungen sind dem schiitischen Perser je nach seiner mehr oder weniger ausgeprägten glaubenseifrigen. Sinnesart unzertrennlich von diesem Feste, dessen Bräuche er nicht nur daheim, sondern auch im Auslande, selbst unter christlicher Herrschaft,, gewissenhaft bebachtet. Ein Beispiel dafür ist das Persersest Schagdze - Wadze" zu Allah - Verdi im russischen Generalgouvernement des Kaukasus, etwa 82 engl. Meilen südwärts von Tiflis in der Richtung auf Kars. Drei Tage vor dem Hauptfeste versammeln sich die ihrer Märtyrer Hasan und Husen gedenkenden Perser an einem abgelegenen Ort, unterwerfen sich strengem Fasten und lauschen voll religiöser Inbrunst den Erzählungen des Mollah von denr beklagenswerthen Ende der Sohne Ali's. Während der Pausen der Vorträge des Geistlichen schlagen sich die andächtigen Zuhörer mit schweren Ketten bis auf's Blut. Am Morgen des eigentlichen Festtages erhalten die bereits in höchste Verzückung gerathenen Gläubigen vom Mollah ansehnliche Gaben von Opium, das in Kugelform ihnen verabfolgt wird; hierauf werden sie mit weißen. hemdartigenUeberwürfen bekleidet, mit langen, zweischneidigen Messern versehen und in Procession nach dem Platze geführt, auf dem die Feier der Märtyrer Hasan und Husen stattfinden soll. Hier beginnen die ihrer Sinne kaum noch mächtigen Fanatiker bei Trommelschlag und dem berauschenden Nach dem Tanz. Klänge anderer asiatischer Musitinstrumente einen wilden Tanz, wobei sie sich in ungestümer Raserei mit den Messern so lange auf die kahl geschorenen Schädel schlagen, bis sie über und über mit Blut bespritzt sind. Auch nachdem der Mollah die Waffen wieder eingesammelt hat. tritt noch keineswegs ein Nachlassen der Ekstase ein. vielmehr schlagen sie fortwährend mit der flachen Hand auf die offenen Wunden, wobei sie unausgesetzt das Geschrei: Hasan! Husen!" (Anruf ihrer Märtyrer) erschallen lassen. Nach Beendlgung dieser seltsamen Selbstpeinigung werden die Köpfe der Uebelzugerichteten mit Salbei und Leinwand bedeckt, und drei Tage später gehen die Leute wieder an ihre gewohnte Arbeit, meist in den Bergwerken von Allah-Verdi. Dieser religiöse Fanatismus, der selbst Kinder im zartesten Alter mit seinen für denAbendländer abschreckenden Bräuchen nicht verschont, ist dem Orientalen keineswegs etwas Unverständliches, denn in seiner Brust wohnen schrankenlose Lebensbegierde und der nicht minder starke Trieb der Selbstpeinigung, ja der Selbstoernichtung dicht beieinander und versagen ihm die harmonische Ausgestaltung seiner Gedankenwelt. Deplacirte Freundlichkeit. A.: Warum hast Du denn Deinem Hund den Schweif coupiren lassen? B.: Das Luder wedelte immer so freundlich, wenn' meine Schwiegermutter auf Besuch kam." A u s d e r K a s e r n e. Unterosficier (zu einem einjährigen-, Studenten, der in der Jnstructionsstunde nicht gleich eine Antwort weiß): Ja. mein Lieber, das ist hier bei uns nicht so leicht wie im Staatsexamen! - Der richtige Director. Theaterdirector: Ich will Sie also engagiren, muß aber erst sehen, für welches -Fach Sie sich am besten eignen!" Schauspielerin: Und dürfte ich Sie um einen Vorschuß bitten?" Theaterdirector: Ausgezeichnet, Sie können als Naive auftreten!-

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M5M i ii!' -MjM V"W'" Ewig heiter und verznugt Trotz Gestruff und Striemen, Oft versohlt, doch nie besiegt Von des Meisters Riemen. Immer walzend durch deu Sinn: Wie den Meister prellen? Oder die Frau Meisterin? Oder die Gesellen? Gerben sie ihm auch' das Fell, Drückt ihn das nicht nieder: Einstens wird er selbst Gesell Und dann haut er wieder! Verblümt. Fräulein (nachdem der Castellair eines alten Schlosses einige, schauerlicheSagen von den früheren Bewohnern erzählt hat): Gott sel Dank, daß beutzutage nicht mehr so- schrecküche. Sachen passtren!" Castcllan: Nas passirt auch noch allerlei . . . neulich war erst une Gesellschaft von fünfzehn Personen hier, und davon hat nicht eine einzige ein Trinkgeld gegeben!"' Gemüthliche Lehrer: Aber Pepi. was fällt Dir denn ein?! Die Schule geht um acht Uhr an, es ist schon neun Uhr und Du kommst jetzt erst!" Schüler: Gelt, da schaugst!H ochst verdächtig.' Ach, Emilie, ich bin eine Unglückliche Frau!" Ja, warum denn?Mein Mann ist mir, während ich im Seebad war, untreu geworden!" Bilde Dir doch so was nicht ein!Ja denk' Dir nur: er hat sich 's Schnupfen abgewohnt!- , EingescheidterDackel. Doch etwas. Redacteur: Ihre Gedichte haben mich kühl gelas. sen.- Dichterling: Aber daS ist doch gar nicht so übel im Sommer!D o ch e t w a S. Richter: Ich finde da, Sie sind schon oft abgestraft worden.- Angeklagter: Aber auch sehr oft freigesprochen." Unterschied. Es scheint. Ihre Tochter hat viele Anbeter.Gewiß, aber leider keinen An bei ßer."

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