Indiana Tribüne, Volume 22, Number 83, Indianapolis, Marion County, 11 December 1898 — Page 2
. LKcine Muttsr.
Oftmals wollte meine liebe ' Mutter mich in stillem Glück Kosen, doch dc? rauhe Knab: Wies die weich: Hand zurück. Nicht verstand ich ihre milde Seele, die zu meiner sprach, Wenn die theure Hand mir leise Auf dem trotzigen Haupte lag. Nun. ein Mann. ar. einem kleinen Hügel wein' ich bitterlich, Ach, wenn nur noch einmal deine Hand durch meine Locken strich! ?wige Jugend. ' Als eine der schönsten Frauen aller Zeiten gilt Diane von Poiriers, die von ihren? Herzensfreunde, König Heinrich IL von Frankreich, vor 350 Jahren zur Herzogin von Valentionis erhobene Schönheit. Noch in ihrem 66. Jahre soll sie etwas Mädchenhaftes an sich gehabt haben und herrlich zu Pferde gesessen sein. Vor Allem bewunderte man an ihr noch in hohem Alter die Glätte der Haut. Die Zeitgenossen sagten von ihr, sie besitze das Geheimnis complicirter SchönheitsMittel. Abergläubige oder Neiderinnen beschuldigten sie sogar eines Bundnisses mit dem Teufel, der für die wundergleiche Bewahrung ihrerSchönheit einst ihre Seele in Empfang nehmen werde. Welches war nun ihr Geheimniß? Niemand erfuhr es aus ihrem Munde. Ihr Parfumeur, der Apotheker Oudard. wußte es. aber bei ihren Lebzeiten hielt er reinen Mund. Erst nach ihrem Tode gab Oudard folgende Erklärung: Ich, Oudard, Apotheker. Mundarzt und Parfumeur, erkläre hiermit auf Ehre und Gewissen und in treuer Erinnerung an meine geliebte Gebieterin, Madame Diane von Poitiers, Herzogin von Valentinois, daß das einzige Geheimmittel, welches sie anwendete, um sich vollkommene Gesundheit, Jugend und Schönheit bis in ihr zweiundsiebenzigstes Jahr zu erhalten, Regenwasser war. In Wahrheit versichere ich, daß es in der ganzen Welt kein Mittel, gibt, dessen fortwährender Gebrauch zum Waschen und Baden die Haut weicher und geschmeidiger, die Farbe frischer, die Poren reiner und die Schönheit vollkommener zu erhalten geeignet wäre, als Regen wasser." Darin liegt ein Wink für unsere Damen, denen an Bewahrung ihre? Schönheit gelegen ist. Complicirter freilich, aber, wie alle Damen versichern, die es gebraucht haben, überraschend wirksam ist das - Hautglätteund Runzelbeseitigungsmittel der Katharina von Mebici, dessen Verbesserung man dem bekannten Schriftsteller Q. von Corvin verdankt. Eorvin, der bis in sein hohes Alter sich durch einen wunderbar schönen Teint auszeichnete, berichtet über dieses Mittel folgenderafeen; Man bereitet es auf folgende Wtise: Man thue in e!ne Porzellanschale das Weiße von mehreren Eiern. Dazu sckütte man ganz fein gepulverten Alaun, für jedes Ei etwa einen nicht zu großen Theelöffel voll, glattgestrichen. Nachdem man dies wohl gemischt hat mit einem Hölzchen oder hölzernen Löffel setze man die Schale auf eine mäßige Spiritusflamme oder auf Kohlenfeuer. Man rühre fortwährend, bis das Eiweiß zusammenläuft, während wässerige Theile verdampfen. Man lasse es indessen nicht zu hart werden. Ersahrung wird bald lehren, wann man aufhören muß. Die Masse thue man in inen porzellanenen Apothekermörser und reibe sie mit dem Stößel so lange, bis ein ganz feiner Brei entsteht, der sich zwischen den Fingern ganz sanft anfühlt. Während des Reibens thue man dazu eine Kleinigkeit von Benzoetinctur; ferner etwas von allerbestem Olivenöl. Schließlich kann man noch einige Tropfen Rosenöl oder Bittermandelöl oder von irgend einem beliebigen Parfüme hinzufügen. Diese Salbe sieht sehr appetitlich aus und muß sich sehr sanft anfühlen. Man bewahre sie in einem verschlossenen Töpfchen auf, da sie sich an der Luft leicht verhärtet. Diese Salbe reibe oder streiche man auf Gesicht oder Hände ziemlich dick und lasse sie einigermaßen trocken werden. Dann reibe man die Salbe mit den Fingerspitzen von der Haut ab, die dadurch außerordentlich rein, angenehm weiß und zart wie Sammt erscheint. Man kann sich die Salbe auch Abends einreiben, wenn man die durch das Trocknen entstehende Spannung nicht lästig findet. Am Morgen wäscht sich die trockene Salbe leicht mit Wasser ab. Will eine Dame dieses Mittel gegen Runzeln, zum Beispiel auf der Stirn, gebrauchen, so muß man die Salbe ohne viel Oel bereiten, sie am Abend ziemlich dick auftragen und sich durch die dadurch erzeugte Spannung nicht beirren lassen, denn diese ist eben zur Glättung der Runzeln nöthig. Aber sllndlicher Mißbrauch- das heißt fortwährender, zu häufiger Gebrauch hat zur Folge, daß er die Haut zu sehr austrocknet." Großartiger Effect. A. : Wie war's denn im Circus, diese ClownS sollen ja so vorzüglich sein!" B. : .Ach, Du mußt sie selbst sehen, ich kann Dir sagen, mein Schneider hat mich sogar angelacht, wie sie ihre Spässe gemacht haben!" Von der Schmiere. Schauspieler: Herr Direktor, unsere .Anstandsdame" ist schon wieder betrunken." Direktor: Na, das wird wieder 'n schonen Krach geben, wenn das ihre Mutter hört, die Naive"." Kasernenhofblüthe. Unteroffizier: mÜ Meier! Lassen Sie doch Ihre Dummheit von einer Llktiengesellschalt ausbrüten!" i .
?ic Wondscheinsonate. tfcmßfcic in einem Akt von Ludwig Volss. Personen ftrcu fflcin. ttrete. ihre Töchter, Jsidor Klein, ihr Neffe, Armin StranZka, List. Tienstmädcken. Zimmer bei KlcinS. Abend. HänZlamve. Ein Pianino, ein Creden.z. Link? vom Zuschaue." eine Thür zu einem Cabinet, rcchtS zu e ncm Zimmer. Tas ganze Zim nier dlant gcputzr und mit allerlei Tcacben unö Tischtüchern geschmückt.
1. Scene. Grete und List decken den Tisch. Gretc. Sie habe ja de Tischläufer vergessen. List. List. No. no, i hab' net g'wußt, 'daß heut' so nobel wird. (Holt den Tischläufer.) Grete. Und i bitt' Sie, List, binden Sie sich ein weißes Schürzerl um. List. Woher nehmen und net stehl'n. Bei zehn Gulden Lohn sammt'n Nachtmahlgeld kann ma sich kane weiße Schürze! vergunna. Grete. Ich leihe Ihnen eine von mir. List. Nachher ja. (Vertraulich.) Heut geht's los, was? Grete. Rrden Sie doch nicht solchen Unsinn. Lisi. 's i do nix dabei, Fr'aul'n. Grete (nimmt aus einem Kasten eine Schürze, die sie dem Mädchen gibt). So, da hab'n 's. Lisi. I dank' schön. (Bindet die Schürze um.) A feine Schürz'n! Net wahr, Fräul'n Grete.wenn's heut einig wer'n, g'hört d' Schürzen mein. Grete. Ach was. schwätzen Sie nicht, ich schenk' sie Ihnen auch so. (Aus der Küche wird .Lisi" gerufen.) Grete. Die Mama ruft. Lisi (schreiend). I kumm scho'. (Ab.) 2. Scene. Grete, Rosa. Rosa (kleines, dickes Mädchen kommt herein, ganz roth im Gesicht). Du, Grete, ich bring' den Gürtel nicht zu. Ich bitte Dich, hilf' mir. Grete (schließt mit einiger Anstrengung den Gürtel). Weißt Du, , Du wirst dick! Rosa. Und Du wirst mit jedem Tag schlanker. Grete (gemüthlich). Geh' reg' Dich nicht auf. Du bist ohnehin ganz roth im Gesicht. Rosa. Und übrigens ist das Mieder Schuld daran. Grete. Aber ja, wozu so viel Worte? Rosa. Und das Kleid ist auch schon drei Jahre alt. , Grete. Es sieht aber noch ganz gut aus. Rosa. Ach was, schäbig sieht es aus. Grete. O nein, es schaut so zutraulich aus, so einfach, so angenehm sentimental. Rosa (geschmeichelt). Geh' hör' auf. 3. S c e n e. Frau Klein. Grete, Rosa. Frau Klein (kommt pustend und schwitzend aus der KLche). Ach Gott, ach Gott,, lieber zehn Buben als ein Mädel. Was man da für Scherereien hat. Es ist wirklich ein Malheur. Rosa (verdrießlich). Ja, ja, wir wissen schon. Gott hat Dich gestrast. Du bist die unglücklichste Frau von der Welt. Grete. Wie Du aussiehst, Mama! Frau Klein. Diese verdammte Kocherei! Alles muß ich machen, die Lisi kann nichts, und die gnädigen Fräulein wollen sich nicht die Hände verderden. . Rosa. Das wird ja jetzt Alles ein Ende haben. Frau Klein (zu Rosa). Daß Du mir heute keine Dummheiten machst. Ich habe es satt, die Leute bei mir auszufüttern. Rosa. Du wirst mit mir zufrieden sein. Frau Klein. Er ist doch so ein gefühlvoller Mensch. Laß' ihn nur einmal aussprechen. Grete. Du Rosa, ein bissel Klavierspielen ist gut. Rosa (seufzt). Frau Klein. Seufze lieber später. Warum sagst Du ihm nicht, daß Du Dich unglücklich fühlst, daß wir Dich nicht verstehen?. . .Uns ist es eh' schon fad. Rosa (lustig). Na, es wird schon gehen, Mama. Grete. Und Jsidor? Frau Klein. Er hat mir Versprochen, herzukommen. Grete. Weißt Du, Mama, es wäre gut, wenn sich Jsidor auch heute erklärm würde, so eine Doppelverlobung schaut sehr hübsch aus. Rosa. Will denn Jsidor überHaupt? Frau Klein (entrüstet). Beide Hände muß er mir küssen, wenn ich ihm meine Tochter gebe. Was ist er? Was hat er? Rosa. Mir ist's ja recht. Ich würde ihn zwar nicht heirathen Grete (pikirt). Er will Dich ja gar nicht. Brauchst Dich' nicht aufzuregen. Frau Klein. Er ist ein ganz sch'öner Mensch. . . Rosa. Ekelhaft ist .trv Grete. Aber der Armin, ja, der Armin, das ist ein Prachtexemplar. Bevor ich den 'Nähme Frau Klein. Rauft's euch doch nicht. Die Sache ist ja schon entschieden. 4. S c e n e. Die Vorigen, Jsidor (gedrückter, schwächlicher junger Mann, Commis - Eleganz). Jsidor. Guten Abend. ffrau Klein. Grüß Dich Gott. , Grete und Rosa. Servus Jsidor. Grete. Gute Geschäfte heute, gemacht? Jsidor (mit dem Kopf schüttelnd).
Hm. schlechte Zeiten. Man verdient nichts mehr. Frau Klein. Du brauchst Geld in Dein Geschäft. Jsidor. Ja, das ist der Haken. Wenn ich Geld hätte! Ich habe Ideen! Ideen! Millionär würde ich werden. Grete. Wie Du schon bist! ' Jsidor. Ja, wirklich. Werden wir bald essen? Ich habe einen Mordshunger. Frau Klein. No, no, no. Du wirst's noch erwarten. Rosa. Der Armin ist ja noch nicht da. Jsidor. Was ist denn mit dem Stransky? Hat er sich noch immer nicht klärt? Frau Klein. Nein, der Mensch ist schrecklich vorsichtig. Mir scheint, er traut der Mitgift nicht. Jsidor. Das glaub' ich wieder nicht. Er wird sich ja erkundigt haben, bevor er hergekommen ist. Frau Klein. Und warum spricht er dann nicht? Jsidor. Er ist so ein unentschlossener Mensch'. Er möcht' und möchte wieder nicht. Grete. Bist Du denn anders? Jsidor. Ich bin ein gedrückter und geschlagener Mensch. Frau Klein. Du solltest eigentlich auch heirathen. Jsidor. Mit Vergnügen. Aber wen? Frau Klein. Weißt Du wirklich Niemanden? Jsidor. Ist das Dein Ernst. Tante? Frau Klein. Warum nicht? Jsidor (fällt parodirend vor Grete suf das Knie). Grete. ich liebe Dich. Grete (unwillig). Hör' mit den dummen Witzen auf. Jsidor (ausstehend). Wo ist da der Witz? Das kommt in den traurigsten Trauerspielen vor. Frau Klein. Das Nähere kennst du ja Jsidor (unterbrechend). Die Cache ist gemacht, Tante. (Küßt ihr die Hand. Frau Klein blickt triumphirend zu Rosa.) Frau Klein. Geh' jetzt in das andere Zimmer, damit Dich der Armin nicht sieht. Jsidor. Warum soll er mich nicht sehen? Frau Klein. Du bist ein Kind. Er soll mit Deiner Verlobung überrascht werden. Jsidor. Ach so. Uebrigens, ich bin wirklich sehr dumm. Frau Klein. So geh' schon. Lisi (kommt . herein). Der Herr stransky ist da. Grete (Jsidor in das andere Zimmer drängend). So geh' doch. (Jsidor ab.) Frau Klein. Ich lasse bitten. (Zu Rosa.) Setz' Dich nieder und nimm ein Buch in die Hand. 5. Scene. Frau Klein. Grete. Rosa. Stransky. Stransky. Ich Miß' die Hand, gnä' Frau. Guten Abend, meine Damen. Frau Klein. Sie sind pünktlich wie ein König. Stransky. Wenn ich hier nicht pünktlich sein sollte! 3loa (theilnahmsvoll). Was macht die Frau Mama? Stransky. Sie sind zu freundlich, Fräulein Rosa. Der Mama geht's nicht am besten. Der Winter ist sehr schlimm für sie. Frau Klein (tiefsinnig.) ' Ja. jeder hat sein Kreuz. Stransky. Was will man machen? Frau Klein. Und wie geht das Geschüft? Stransky. Ich danke, jetzt habe ich viel zu thun. Ich bin ja in der Saison. Aber dennoch, das Geschäft ist schwächer als in den früheren Jahren. Frau Klein. Die Concurrenz ist so groß. Stransky. Sie müssen sagen, die schmutzigeConcurrenz ist so groß. Man kann nicht reell bleiben. Die Anständigkeit wird nicht mehr bezahlt. Frau Klein. Ja, wir leben in einer schweren Zeit. (Pause.) Frau Klein. Sie müssen uns sür einen Augenblick entschuldigen, Herr Stransky. Wir haben noch etwas in der Küche nachzusehen. Stransky. Aber bitte, bitte. Frau Klein. Bei dem heutigen Dienstboten geht das nicht anders. Das sind bezahlte Feinde. Wir müssen uns um alles allein kümmern. Rosa, leiste dem Herrn Stransky inzwischen ein wenig Gesellschaft. Rosa. I, Mama. (Frau Klein und Grete ab.) 6. Scene. Rosa. Stransky. Stransky (nach einer Berlegenheitspause auf das Buch hinweisend). Ich habe Sie im Lesen gestört? Rosa. O, nein. Stransky. Was haben Sie Schönes gelesen? . Rosa. Tolstoi. Stransky. Tolstoi. So! Dürfen Sie Tolstoi lesen? Rosa. Ja, warum denn nicht? StranSky. Nun, nun, ich meinte nur, ich habe nämlich gehört, Tolstoi soll, wie es scheint, pikant sein. Rosa. O, nein. Stransky. Dann verwechsle ich ihn. Rosa. Sie lesen wohl nicht viel. Herr Stransky? Stransky. Aufrichtig gesagt, gar nichts. Ich habe keine Zeit dazu: Sehen Sie, ich bin den ganzen Tag im Geschäft und Abends froh, wenn 'ich nur die Zeitung auslesen kann. Rosa. Ja, das sehe ich ein. Stransky. Und, sehen Sie, ich hatte das Bedürfniß zu lesen, denn ich bin im Grunde genommen eine sehr romantische Natur.
Rosa. Wirklich? Stransky. Ja, ja. sehen Sie, wie ich jung war,' wollte ich immer Matrose werden. Als ich ein wenig älter wurde, war meine Sehnsucht, Schauspieler oder Dichter zu werden, und schließlich handle ich mit Wirkwaarcn. Rosa. Na, das Leben ist grausam. StranSky. Aber hübsch haben Sie es hier. Rosa (affektirt). Ach, ganz einfach. Stransky. So ' ein Zimmer am Winterabend, gut geheizt, sehen Sie, mit einem gedeckten Tisch, ist wunderschön. Man . sitzt ganz still da und wartet Rosa (im gleichen Ton). Auf das Nachtmahl. Stransky. O nein, auf irgend etwas Unwahrscheinliches, Märchenhaftcs. Rosa. Sie werden ja ganz poetisch. Stransky. Und draußen muß dazu ein starker Wind heulen und Schnee auf den Dächern liegen. Heute ist es eigentlich etwas zu warm; dann ist es wunderschön. Rosa (sentimental). Ja, dann ist es wunderschön. Stransky. An solchen Abenden ist es gut, zu Zweien zu setn. Rosa. O, Herr Stransky. Sttansky. Ich sitze dann bei meiner Mama Rosa (abgekühlt). So? Stransky. Ja, ja. Pause. Rosa (plötzlich). Lieben Sie die Musik? Stransky. O, leidenschaftlich. Es gibt Stücke, die mich bis zu Thränen rühren. Rosa. Aber Sie spielen kein Instrument. Stransky. Leider nicht. Aber möchten Sie nicht irgend etwas spielen? Rosa (erhebt sich. O gern. Was wünschen Sie? Stransky. Etwas Klassisches, wenn ich bitten darf. Rosa (setzt sich zum Klavier und beginnt die Monscheinsonate zu spielen. Stransky lauscht sehr gerührt). Rosa (hört bald auf).' Ich, bin heut' nicht recht in der Stimmung. Stransky. Das war fehr schön, was Sie da gespielt haben. Was war es denn? Rosa. Der Beginn der Mondscheinsonate. Stransky. Die ist von Wagner? Rosa. Nein von Beethoven. Stransky. So, Beethoven. Ich dachte Wagner, weil Sie so' für den schwärmen. Rosa (geduldig). Nein, das war Beethoven. Stransky. So. Beethoven.' Wissen Sie, Fräulein Rsa. wie ich Sie da so beim Klavier habe sitzen gesehen, da ist es mir erst recht Zlar geworden, daß ich Sie fthr Vitb habe. Rosa. O, Herr Stransky. Stransky (entschlossen). Wollen Sie die meine werden, Fräulein Rosa? Rosa. O Armin! (Umarmung.) 7. Scene. Frau Klein. Die Vorigen. Frau Klein. So jetzt bin ich fertig. (Ueberrascht.) Ja, was ist denn das? Stransky. Wollen Sie unseren Bund segnen, Frau Klein? Frau Klein (gerührt). Machen Sie mein Kind glücklich, Armin, wie es Sie glücklich machen wird. Rosa ist ein gutes, braves Kind Rosa (verschämt). O. Mama! Frau Klein (entschieden). Ein gutes, braves Kind, sage ich, das alles Glück verdient. Stransky (überzeugend). Es wird das Streben meines ganzen Lebens sein, ihr das Glück zu verschaffen, das sie verdient, Frau Klein. Das schwöre ich Ihnen bei Allem, was mir heilig ist. . Frau Klein (verfließend). Ich glaube Ihnen, Armin. 8. S c e n er Die Vorigen. Jsidor und Grete. Jsidor (parodirend). Du kannst mich zum glücklichsten aller Sterblichen machen, liebste Tante, wenn Du mir die Hand des schönsten Mädchens unter der Sonne Grete (verlegen und unwillig). Aber Jsidor! Jsidor (fortfahrend). Anvertrauen wolltest. Frau Klein (überwältigt). O, das ist zu viel. Grete und Jsidor, wirklich? wirklich? Grete und Jsidor (nicken mit den Köpfen). Frau Klein. Seid glücklich, meine Kinder, seid glücklich. Jsidor (auf Stransky zugehen). Ich habe die EhreHerr Stransky. Stransky. Guten Abend. Herr Klein. Frau Klein (glücklich). Aber seid doch nicht so förmlich, Ihr müßt Bruderschaft trinken, Ihr werdet ja Schwäger. Jsidor (Stransky überrascht ansebend und ihm nochmals herzlich die Hand schüttelnd). Ich gratulire, Armin. Stransky. Danke, Jsidor. Lisi (steckt den Kopf zur Thür herein). Darf i auftrag'n gn' Frau? Frau Klein (sich besinnend). Noch nicht. (Jsidor macht ein entmuthigtes Gesicht. Lisi ab.) Ich habe noch mit Ihnen zu sprechen, lieber Armin. Stransky. Bitte, liebe Mama. Frau Klein (zu den Töchtern und 'Jsidor). Nicht wahr, Kinder, Ihr laßt uns einen Augenblick allein? Grete und Rosa. Aber ja. Mama. (Grete, Rosa und Jsidor ab.) 9. Scene. Frau Klein. Stransky. Frau Klein. Nämlich, ich muß ja
noch über einige Details mit Ihnen n den. Bitte, setzen Sie sich. Stransky (Platz nehmend). Ich danke schön. Frau SlUin. Wie Sie wissen, hat mein gottseliger Mann den beiden Mädchen Geld hinterlassen. Stransky. Ja. Frau Klein. Sie werden auch wissen, wie viel ein jedes der Mädchen mitbekommt? Stransky (edel). Das weiß ich nicht, liebe Mama. Sie dürfen mich doch sür keinen Mitgiftjäger halten. Ich liebe Fräulein Rosa. Frau Klein (zärtlich). Verzeihen Sie, Armin, ich wollte Sie nicht verletzen. Stransky (abwehrend). Aber liebe Mama! Frau Klein. Ja, ich wünsche stets Klarheit. Darum spreche ich so offen mit Ihnen. Stransky. Sie sind ganz wie ich, liebe Mama. Frau Klein. Also, daß wir zum Schluß kommen, die Rosa kriegt 15.000. Stransky (milde ausbessernd). 20,000. ffrau Klein (ihn qroß ansehend).
'15.000. Stransky. Aber, liebe Mama, Sie werden mir doch nicht 5000 Gulden abhandeln wollen? Fräulein Rosa bekommt 20,000. Frau Klein. Sie sind im Irrthum, lieber Armin. Mein Gottseliger hat der Rosa 15,000 vermacht. Stransky. Liebe Frau Klein, so kommen wir nicht weiter. Der Herr, der Herr , der Agent hat mir von 20,000 gesagt. Frau Klein. Aber, ich schwöre Ihnen, Armin, bei dem Andenken meiner seligen Mutter, Rosa hat nur 15,000. Stransky (kühl). Also Sie wollen mir die 5000 Gulden durchaus abziehen? Frau Klein. Ja, ich kann da nichts machen, Armin. Das Geld ist für jedes der Mädchen getrennt angelegt und so verklausulirt, daß sich nichts ändern läßt. Stransky (aufstehend). Da weiß ich wirklich nicht Frau Klein (in Verzweiflung). Warum haben Sie sich nicht in die Grete verliebt? Stransky (verflüfft). Wieso? Frau Klein. Nun die Grete hat 20.000. Stransky (in höchstem Erstaunen). Ja, ist denn die Grete die ältere? Frau Klein. Selbstverständlich. Stransky .(vernichtet in den Stuhl sinkend). Und ich habe Rosa für die ältere gehalten. Frau Klein (die Hände ringend). Das ist ja schrecklich! ' Stransky (wie oben). Entsetzlich, grauenhast. (Weinerlich.) Und sehen Sie. Frau Klein, ich bin da ganz gebunden, ich kann nicht mit 15.000 heirathen. Ich habe eine alte gelähmte Mutter, ich habe ein Geschäft, ich kann nicht mit 15.000 hurathen. Frau Klein (schüchtern). Wenn Sie sich ein bissel einschränken Stransky. Ja, ja. aber die Mama. Sie gibt das nie zu. Frau Klein. Wenn man ihr die Sache auseinanderlegen würde Stransky. O. Sie kennen meine Mama nicht. Frau Klein. Wenn man ihr sagen würde, daß das Glück ihres Sohnes auf dem Spiele stehe Stransky. Nein, nein, daran ist nicht zu denken. - Frau Klein (erschöpft in Thränen ausbrechend). Ich kann doch nicht mein Geld hergeben. Wovon soll ich leben? Pause. , 10. Scene. Die Vorigen. Jsidor. Jsidor (den Kopf zur Thür hineinsteckend, fröhlich). Na, habt Ihr Euch schon ausgeplauscht? Ich bin todthungrig. (Niemand antwortet. Er sieht die beiden verstörten Gesichter und tritt ganz herein, die Thüre hinter sich schließend.) Ja, was ist denn geschehen? (Niemand antwortet.) So sprich doch. Tante. Was ist? Frau Klein. Es hat sich ein Irrthum herausgestellt. Jsidor. Was für ein Irrthum? Frau Klein (bitter). Dr Herr Stransky liebt Grete und hat sich mit Rosa verlobt. Jsidor (begreifend). O! Frau Klein. Und wir sehen keinen Ausweg. Jsidor (sich hinter dem Ohre krauend.) Das ist unangenehm, sehr unangenehm. Stransky. Herr Klein. Sie müssen die Sache mit meinen Augen betrachten. Ich bin nicht fr:i und unabh'anzig wie Sie. Jsidor (verächtlich). Sie brauchen mir nicht so viel zu erklären. Frau Klein (neuerlich in Thränen ausbrechend.) Ich bin die unglücklichste Frau von der Welt. Jsidor (nach einigem Nachdenken). Du. Tante! Frau Klein. Was denn? Jsidor. Man könnte die Sache vielleicht doch noch repariren. Frau Klein. Ja, wie? Mit dem Geld läßt sich nichts machen! Wenigstens so lang ich lebe! Dann allerdings Jsidor (in Gedanken versunken). Ja. ja. . . Aber vielleicht läßt sich noch das ja. . . Aber vielleicht läßt sich noch das richtige Arrangement treffen! Stransky (ungläubig). Herr Klein! Frau Klein (rasch zu Jsidor). Jsidor (jovial). Ich werde die Not dor! Wirklich? nehmen. Ich bin doch aus der FamiIifi . - -. 5r Osfttt jsidor marm?nkV - U w w ' .bist ein braver Junge Jsidor. DaS
wird Dir einmal noch belohnt werden, ich schwöre Dir! Stransky (unsicher). Ja. aber die jungen Damen! Frau Klein. Ich werde gleich mit ihnen reden. (Auf die Thüre links weisend). Bitte, flehen ie mit Jsidor für einen Moment in das Cabinet. (Jsidor und Stransky links ab.) 11. S c e n e. Frau Klein, Grete, Rosa. Frau Klein (ruft). Grete. Rosa! (Die Mädchen treten ein. Gretc derweint. Rosa olcichgiltig). Grete (Frau Klein umschlingend). O. Mama. Mama! Frau Klein. Ihr wißt? Rosa. Ihr habt ja so laut gesprochen, daß man jedes Wort hören konnte. Frau Klein. Ihr dürft es dem Armin nicht so übelnehmen, er kann nicht, wie er will. Er läßt sich qanz von seiner Mutter leiten. Er selbst ist ein ganz guter Junge. Rosa (leichtsinnig). Ach was. mir ist es egal. Ich nehme auch den Istdor. (Grete hat sich in einen Stuhl gesetzt und beginnt erneut zu schluchzen.) Frau Klein. Geh' Gretel. du darfst die Sache nicht so tragisch nehmen. Schau, in der Ehe sind die Männer einer wie der andere. Wenn man aufrichtig sein will, ist es ganz gleichgiltig, wen man heirathet. Und siehst du, der Armin ist nicht der Aergste. Er wird sich lenken lassen. Hast du denn so eine Antipathie gegen ihn? Grete. Nein, aber ich hab' mich so an Jsidor gewöhnt. Rosa (überlegen). Du wirst Dich jetzt an den Armin gewöhnen. Frau Klein. Schau, Kind, ich will Dich ja nicht zwingen. Ich will gewiß das Beste für Dich. Will ich das nicht, sag' selbst? Grete (nachgiebig). O ja. Mama. Frau Klein. Wenn Du den Armin nicht willst, so brauchst Du ihn nicht zu nehmen. Da werde ich halt wieder von neuem herumlaufen, einen für die Rosa zu finden. Es ist freilich nicht leicht, und ich bin auch nicht mehr jung, aber was soll man machen? Euer Glück liegt mir vor Allem am Herzen. Also entscheide Dich. Ich kann ihn doch nicht so lange warten lassen. Ja oder nein? Es ist gar kein Zwang da. Du kannst thun, was Du willst. Ich werde Dir keine Vorwürfe machen. Grete (nach einigem Kampf aufstehend). Also gut Frau Klein (sie auf die Stirne küssend). Du bist mein braves Kind. Darf ich ihn jetzt rufen? Grete. Ja. Sehe ich sehr verweint aus? Frau Klein. Es ist nicht so arg. Weißt Du, hauch' ein bisserl das Taschentuch an und leg's auf die Augen. (Grete thut es.) Ja. was ich noch sagen wollte, sei nicht unfreundlich gegen ihn. Es ist ja auch peinlich. Grete. Ja. Mama. Frau Klein (zu Rosa). Du geh' in die Küche, Rosa, und schau', daß der Brater. nicht ganz eintrocknet. Jetzt werden wir doch endlich essen können. (Rosa ab.) Also, ich rufe ihn jetzt. (Geht in das Cabinet.) 12. Scene. Grete. Stransky. Stransky (kommt verlegen herein und sagt leise): Fräulein Grete. Grete. . Herr Stransky. Stransky. Sie werden das Alles wahrscheinlich komisch finden und mir auch nicht glauben, wenn ich Ihnen sage, daß Sie mir immer theuer gewesen sind. Sehen Sie, wenn ich bisher stets um Ihr Fräulein Schwester war, so hatte das seinen Grund, weil Sie sich mir immer fernhielten, mich kalt und gleichgiltig beHandelten. Grete. Aber nein, Herr Stransky. Stransky. O ja, es war so. Fräulein Rosa war immer so freundlich zu mir, daß ich sie zu lieben glaubte. Aber, sehen Sie, vorhin, als ich das endgiltige Wort sprach, fiel es wie ein Schleier von meinen Augen. Grete. O, Herr Stransky! Strnnsky. Sie werden mir natllrlich nicht glauben. Grete (leise). O doch, Herr Stransky. Stransky. Ich danke Ihnen. Fräulein Grete, ich danke Ihnen. Und wenn ich Sie noch in dieser Stunde bitte, die alten Irrthümer zu vergessen und die Meine zu werden, auf welche Antwort darf ich hoffen? Grete (zitternd). Ja, HcrrStransky. Stransky (ihr die Hand küssend). Ich fühle mich ganz gedemüthigt durch Ihre große Güte, Fräulein Grete. Wie soll ich Hhnen danken? Warum lachen Sie, Fräulein Grete? Grete. O nein, ich lache doch nicht. Stransky (feurig). Wenn ich Ihnen nur sagen könnte, wie unbeschreiblich glücklich ich bin. Aber das können Worte nicht. Das könnte die Musik - Grete. Sie lieben die Musik? Stransky. O leidenschaftlich. Spielen Sie auch Clavier? v Grete. Ja, Herr Armin. Stransky. Wenn Sie mir etwas vorspielen wollten Grete (einfach). Gerne. Was wünschen Sie? Stransky. Irgend etwas Klassisches, hxnn ich bitten darf. (Hinwerfend.) Vielleicht die Mondscheinsonate von Beethoven. (Grete geht mit kleinen, müden Schritten zum Clavier, setzt sich nieder und blickt eine Weile leer auf das aufgeschlagene Notenblatt. Dann lächelt sie resignirt und beginnt einen langsamen Walzer zu spielen. Stransky setzt sich erleichtert auf einen Stuhl und wischt sich mit dem Taschentuch den Scbwelß von der Stirne.)
Der Vorhang fallt langsam. -
Ltrakburg'S Münsteruhr. Manch einer erinnert sich gewiß noch jenes alten Schweizers", der in den 10er Jahren den Anwesenden zur Mittagsstunde das Uhrwerk deutete. Ihn lassen wir, auf eine eigene Beschreibung verzichtend, nachstehend in seinem Straßburger Dialekt zum Wort kommen: Stelle Sie sich do hin. mini Herrschaft, do is das Eckele. daß Sie de Sockler au gsähn, wenn er kräjt jez gäbe Sie Achtung! Z'erster schlauji's Zwölf uf der Muenstcruhr, auf der große, xviwz, Eens. zwei. drei, vier lueje Sie j?tzt uf das Uehrle do vorne! Gsähn Sie das Engele. wie's Hämmerle hebt und uf's Glöckele Zwölf jchlaujt! Das ijch prächti. nit wohr? 's git wäjer nir Schönerö im Dütschland! Und wann's g'schlauje het. draht's ander Engele d' Sanduhr, dort uf der rechte Sit, Um hon Sie's g'sähn? Das isch liebli. iiVst ci-pas? Aber jez hebe Sie d'Aujen enuf. und gsähn Sie wie der Tod j?z. U'iN'z. jetzt schlaust er langsam dedächti mit siner Sans ufs Gloälc höre Sie? Und isch er ferti. so spazirt das Männel. das alt. dort unterm Thörl: vo der Nächte zur Linke, und 's Bübeli präsentirt sie. Wisse Sie. ni Figürli müen d' Menschenalter bidüte: Z'ersten isch mer er Büebelc. wenn mer zc Stroßburg uf d' Welt kumt. druf e junge Mänsch, druf e Mann und am End t alts Männle. Eh bien, so isch es do au! Und Hinter dem Büble stehn d'andere; all! drei Stund präsentirt sie en andrer, e jeder & son tour, a präsent, lueje Sie! Gsähn Sie! Jez gehn die Apostel, die zwölfe, langsam an Christus vorbei; über jede macht Christus de Säje, un sin vier verbei, se kräjt der Gockler dort drübe, aber zum erste Mol; und wänn wieder viere verbei sin,' kräjt er zue:n zweite Mol; und wiederum viere, zum dritte. Nochher macht Christus de Säje, aber der letzte und große, über d'ganz Welt und die Mänsche. und au über uns. mini Herrschaft. Mais tencz, gsähn Sie, wie Christus dört obe de heilige Petrus säjt und jez de Jakobus jez schlaujt der Gockler sin Flejel Ki-kerikii! Hon Sie'S ghört? Aber kuje Sie, jeze würd der Johannes gsäjt, und zuem zweite Mol kräjt jez der Gockler Ki-kerikii! c bizzele runcher im Hals isch er, schiint's mer, 'sisch aber gar nit zum Stunne, er schreit jo so lut und so lang schon. Jez säjt Christus wieder de letzte von de Apostle lueje Sie! Kikerikii! 's isch brav gsin. Göckerle das Mol! So han Sie wäier no nix gsähn! - Gewiß 's isch alleine der Muej wärth, daß mer uf Stroßburj kumt nur wäje der Uhr un e.n Gockler." Die Ztatrattc.
Die Skatratte ist eine ganz be sondere Species der Gattung homo' sapiens. Sie gehört nicht, wie man annehmen müßte, zu den Nagethieren, sondern zu der Ordnung der Raubthiere. NichtL kann sich mit ihr an Raubgier und Blutdurst vergleichen, Die Skatratte sticht, fängt ab, züchtigt, bringt um, stellt Fallen, schneidet, bis Blut kommt, und das alles mit dem harmlosesten Gesicht der Welt. Allerdings muß sie erst gereizt werden,' ehe sie ihre Mordsucht offenbart, aber die Raublust ist immer vorhanden. Es ist die größte Anerkennung, wenn man eine Skatratte mit dem Ausdruck gefährlicher Räuber" bezeichnet. Einige Gelehrten rechnen sie auch zu den Bierhändern, da man bei ihnen auch von einer Hinterhand reden kann. Wie man die Thiere eintheilt in solche, die einzeln, und solche, die in Horden zusammenleben, so steht die Skatratte zwischen beiden Gruppen. Sie müßte verkommen, wenn sie nicht Gesellschaft fände, aber sie meidet auch größere Ansammlungen. Sie . lebt am besten in Trupps von Dreien oder Vieren. Eigenthümlich bei dieser Species ist. daß die Skatratte hauptsachlich nur in männlichen Exemplaren vorkommt. Das Verbreitungsgebiet der Skatratte ist ein verhaltnißmäßig kleines. Das eigentliche Heimathland ist Thüringen, sveciell Altenbura. Von da aus bat sie sich über ganz Süd-Deutschland und den größten Theu des Nordens der alten Heimath ausgebreitet. Jhrer Lebensweise nach ist sie vorwiegend Nachtthier. Erst mit Anbruch der Dunkelheit kommt sie hervor, um auf' Raub auszugehen. Große, prächtige., hell erleuchtete Locale meidet sie. Mit ' Vorliebe sucht sie sogenannte Stammkneipen auf. Ist sie daselbst vorläufig noch allein anwesend, so sitzt sie grollend still und wartet auf andere, die in ihr Garn laufen. Eigenthumlich ist den Skatratten ein fast menschlicher Durst. Sie trinken, um sich Muth zu machen, sie trinken, um sich für einen Fang zu entschädigen, sie trinken aus Freude, sie trinken aus Aerger. Gleich einem Chamäleon wechseln sie zuweilen die Farbe. Sie werden dann schwarz, was die anderen mit einem Freudengeheul begrüßen. Eine absurde Geschichte. Es war schon Herbst, als Fräulein Frühling von Sommerfeld nach Winterthur reiste, wo die Familie Viereck einen netten Kreis bildete. Besonders gefiel ihr ein Rothgerber aus BraunssfiVnM nrn fismiMi TOnnlftcr in W44VVtVJf V " j Weißensee an der Gallsucht erkrankte und in Graudenz am Gründonnerstag beinahe an den schwarzen Pocken gestorben wäre. Rasch, schlössen die beiden schlanken jungen Menschen dicke Freundschaft, zur Verlobung spendete Herr Silbermann Kupferberg Ge und fünfundzwanzig Jahre später re dete Herr Goldstein auf ihrer SilberHochzeit Blech. - .
