Indiana Tribüne, Volume 22, Number 83, Indianapolis, Marion County, 11 December 1898 — Page 11
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aichwaden im Kaukasus. Wir wandern durch die Straßen von '.flis. DaS bunte Oewinimel euro.bischer und asiatischer Völker, deren 3:zt sich hi?r kreuzen, treibt immer ..ue und auffalle.ide Gestalten vorbei. D-rt führt ein hoher schiitischer .-Östlich?: Würdentrcge'r in weißen Ländern, auf denen russische und per steche O:de:-.Zsterne blitzen; hier schrei t-t federten Ganges der Kaukasicr,
rng und dünn, unter dem Vaschlik blickt ein brauneZ vornehmes Gesicht j h.rvor. Dort der handeltreibende Perser in salt:g:m Nocke und der zusam-reug-drilcktln Lani7.lfellniütze, hier La,':n aus der Latumer Gegend mit mal:r!sch uin d:n Kopf gewundenen Zsaschllk. schiefaugige Tataren und .cchuttn, Afghanen und Hindus, persieche Officiere, Turkmenen und Kirgh'.scn, Nestorianer und Chaldäer. Reisende Engländer mit ihren schlanken Damen, langsam dahinwackelnde Mohammedanerinnen folgen Kamelkarawanen und albanesischen Hausirern in rcthen Hemden; dazwischen die weißen Sr:nm:runiformen russischer Officiere und Soldaten und die langen weißen, graben, rathen oder schwarzen Röcke der kaukiZschen LZerqsöhne. Nun fährt durch das Gedränge ein sorgsam gehaltenes Bauernaespann, bei BlechZannen und Strohiörben sitzt ein deut sches Nädcken auf dem Wag:n und fuhrt die Zügel. Das anmuthige Köpfen der Kleinem ist mit dunkelblauem Huch umöunden. Nuhig und aufmerksam lenkt die Schwäbin ihre beiden Füchse, die mit erhobenem Kopfe auf d'e müden Droschkengäule blicken. Das Gesährt stammt aus Alexanderdorf, dr nächsten schwäbischen Ansiedlung bei Tiflis. Von allen Deutschen scheint der Schwabe am meisten zum Wandern in die Fremde geneigt zu fein. ' Schwaben in Siebenbürgen, Schwaben in der Krim, an der Wolga und bei Odessa. Schwaben in Südungarn und in Aisnien, Schwaben im Kaukasus. Kein Wunder, daß Schwabe" oft die Be- : deutung des Deutschen überhaupt erhalten hat; in den slawischen Ländern der Talkanhalbinsel und nicht selten auch in Rußland nennt man den Deutschen Schwaba" und der schwaski Zar" ist der Kaiser von Oesterreich. Vielleicht hat das ungemem zähe Festhalten deö Schwaben an den Sitten seiner alten Heimath, an ihrer Tracht und an ihrer drolligen Sprache, ihn zu einer deutschen Charaktergestalt im Auslande gestempelt. Unsere kaukasischen Schwaben werden zu Beginn des neuen Jahrhunderts bald hundert Jahre in der Fremde weilen. Es war im Jahre 1816 ; die napoleonischen Kriege hatten im Schwabenlande wie in andern deutschen Gauen schweren Nothstand erzeugt; man wußte die frllher in die Gegend um Odessa ausgewanderten Landsleute dort reich und glücklich; die russische Regierung wünschte das soeben erworbene Georgien mit tüchtigen Handwerken und Bauern zu versehen, die den Eingeborenen und den russischen , Ansiedlern als Muster dienen könnten; nun kam noch eine Prophezeihung hinzu, die, den Weltuntergang in baldige Aussicht stellte und den näh:r an Jerusalem Wohnenden für diesen Fall besondere Vorrecht: verhieß, das alles bewog die Großeltern der heutigen kaukasischen Schwaben, HauS und Hof aufzugeben und sich mit Kind und Kegel aufzumachen. um ihr gelobtes Land zu finden. Richt weniger als zwei Jahre reisten die vierhundert schwäbischen Familien gen Osten ; bei Odessa weilten sie fast ein Jahr, dann ging der mühsame Zug weiter, und am Ende deS zweiten Iahres, nach beschwerlichem Ueberschreiten der noch sehr unwegsamen Gebirge, trafen unsere Schwaben in Tiflis ein. Ihre Ankunft erregte daS größte Erstaunen. Sie kamen keineswegs wie wohlhabend: Bauern, sondern wie die Bettler, zerlumpt , und verhungert, übermüdet und hoffnungslos. Die lange Reise und verschiedene Betrügereien durch Reiseunternehmer, die sich mit den schwäbischen. Groschen bereicherten und für nichts sorgten, hatten die Wanderer müde und mürbe gemacht. ES war ei schwere Zeit; Almosen und knapp bemessene Ta?egelder der russischen Regierung halfen darüber hinweg, und die Landvertheilung begann. In TifliS blieben 5C Familien, meistens Handwerker, 21 Familien gründeten Alezanderdorf be: Tiflis. L5 Familien Marienthal östlich von Tiflis. 80 Familien Katharinenfeld. 120 Helenendorf bei Jelissaf'fcol und 70 Familien Elisabeth südlich von TifliS. Jede Familie er h.e.l 1C0 Rubel zur Anschaffung von Wirthschaftögeräth und . zum Ausbau eineS Hauses. Die Arbeit . begann. auS den kleinsten Verhältnissen heraus mußte sich alles entwickeln. Land war genug vorhanden, eS war Kronland und wurde den Ansiedlern außer in TifliS nicht als Eigenthum, sondern zur Nutznießung ohne jede Abgabe überlassen. Eine Chronik schildert die ersten Schwierigkeiten, Vferde und R'ndvieb zu kaufen. Ackergeräth zu beschaffen, Häuser zu bauen, die Ar- ' beit zu beginnen. Wie Robinson mußte der Schwabe in dieser Gegend ' arbeiten, wo Tataren, Grusinier und Armenier, hausten und nicht besonders freundlich auf die Culturtr'ager blickten. Indessen eS wurde der Anfang aemacbt, denn einmal wieder auf einer Scholle, die so gut wie sein eigen, war, rs v.r !4wabe Thatkraft wieder und ArbeitSfreudsgleit. Sehr langsam ging , eS vorwärts. Grusinische Fürsten" b:r Umgegend rissen manches Stück Land an sich, da? die Schwaben mit ihre:: geringen Mitteln . noch nicht bebauen konnten; aber was bebaut wurde, begann Fruchte zu tra gen. Manqe rrayrung muie gel macht und theuer oezablt werden, denn tm , rr t et.
der Kaukasus hat andere Klima- Uiid Bodenverhältnisse als Franken und Schwaben.' Kaum hatte man gefühlt, daß es mit der Zeit vortrefflich gehen werde, da brach der russisch-persische Krieg 1826 aus. Kurden und Perser überfielen mehrere Dörfer, mordeten und brannten und schleppten viele Einwohner hinweg. Wenige kehrten wieder. Nach langen Jahren kam eine ältere Frau in kurdischer Kleidung in ihr Dorf zurück, sie war als junge Frau geraubt worden und hatte die Favoritin in dem Harem eines kurdischen Veys werden müssen. Nun suchte sie ihren frühern schwäbischen Eheherrn und brachte gleich ihre jungen kurdischen Sprößlinge mit; sie fir.d ihn auch, aber an seiner S:ite eine neue Frau. Die Chronik belehrt uns nicht, ob der Dorfpastor versucht hat, diesen schwierigen Fall durch weisen Urtheilsspruch zu klären. Die schwäbische Kurdin aber reiste wieder zu ihrem Bey und hat, hoffen wir, bis an
ihr seliges Ende glücklich mit ihm gelebt. Nach dem Frieden kam endlich dauernd ruhige Zeit. Die Schwaben arbeiteten, beteten und vermehrten sich, und da sie alles mit heiligem Eifer thaten, so waren ihre Werke gesegnet. Ihre Weinberge wurden berühmt, ihr Obst wurde gestohlen und gekauft, ihre Häuser und ihre selbstgefertigten Ziegel wurden angestaunt, ihr Käse in Tiflis begehrt, alle Handwerker fanden lohnende Arbeit, die schwäbischen Bauernwagen wurden das Muster für die Wagen der Molokhanen und anderer Sectirer, die man hier anpflanzte, ihr Getreibe war immer gut gesäubert 'und nicht mit kleinen Kieseln vermischt, wie der Armenier es mit seinem Marktkorn noch heute thut; . Bäume beschatteten die Dorfstraße eS sah bereits aus wie im - Schwabenlande, wo vordem Wüstenei gewesen war. In den. fünfziger Jahren begann .die Regierung eine Abgabe von 1 Kopeken für jede bebaute Deßjatine zu erheben. DaS war der erste Zoll, den die Sckwaben zu bezahlen hatten. Sie besaßen ihre eigene Verwaltung, ihre .gewählten Schulzen, ihre aus der Heimath' verschrieben? Pastoren, einfache -aber saubere Gotteshäuser und Dorfschänken, ihre Schulen, in denen die Kinder das Schwäbeln auf Hochdeutsch lernten, und ihre Friedh'öfe, denn die Alten waren zu Grabe gestiegen und hatten einem neuen Geschlecht Platz gemacht. Sie waren , gute , Russen, obgleich sie außer Schwäbisch Nur etwaS grusinisch sprachen, um sich mit ihren grusinischen Erntearbeitern zu verständigen.' S'.e hatten auch Ursache, gute Russen, zu sein, denn man hatte ihnen, wo es anging, geholfen und .sich nie anders als fordernd in ihre Sachen gemischt. Soldaten stellten sie dem Zaren nicht. Es war eine lange, gänzlich ungestörte Zeit friedlicher Arbeit, mit der die 'Schwaben den Grund für ihre heutige Wohlhabenheit gelegt haben. Bauer wollte der Schwabe sein und nichts anderes, und Bauer blieb er mehr als 'ein halbeö Jahrhundert. Heute ist auS der s chwäbischen Ansiedlung am linken Kura-Ufer in Tiflis ein schöner,'' grüner Stadttheil gewordenem dem sich freundliche LandHäuser aneinanderreihen.getrenut durch schattige Gärten. Die Felder sind längst verschwunden; die Nachkommen der kleinen Handwerker sind Grundbescher und Fabrikherren, unter denen der Stadtverordnete und Millionär Wetzel mit seiner großen Brauerei wohl der erste ist. Die Dörfer chaben sich vortrefflich entwickelt, namentlich Helenendorf.daS einer kleinen' deutschen Stadt gleicht. Marienthal und Elisabeththal sind die ärmern; ersteres wegen mangelnder Bewässerung, und letzteres,- hml sein Boden, an. Fruchtbarkeit etwas zurücksteht. Die Abcaben sind inzwischen auf 1 Rubel für die Deßjatine erhöht, die Schwaben müssen ihre Burschen als Soldaten in die Armee senden, die Schulen haben russische VortragSsprache. die alten Vorrechte sind beseitigt, aber trotz alledem sind die alten Schwaben geblieben, waö sie waren: eigenartige, hartnäckige und ehrliche, fleißige Menschen, die man vielleicht nicht liebt, die man aber achten muß. Sie halten fest zusammen, wie eine Familie, und da nichts stärker ist auf der Welt als eine Famil'.e. die Zusammenhalt, so können wir ob deS fernern Schicksals dieser biedern Schwaben unbesorgt sein. Wir folgten mit Vergnügen einer Aufforderung. unS Elisabeththal -ge-nauer anzusehen, daS, etwaS abseits in den Berzen gelegen seinen schwäbischen Dorfcharakter am besten bewahrt hat. In Schlangenwindungen steigt die Fahrstraße von TifliS auf die südlichen schroffen Höhen. Unter unS liegt die Stadt, wie eine Reliefkarte auZgebrei tet, und hinter ihr die zu dem Kauka fuS aufsteigende Ebene bearenzt'von den dunkelblauen Mauern deS KaukafuS, auf deren gezackten Zinnen der Schnee ruht. Bald zeigt der Höhenmesser 900 Meter und immer noch bleibt TifliS 400 Meter unter unö sichtbar. Auf der Hoaebene weht fr! schere Luft; hier liegt m der Nähe der Villenort Kodshori, wo der Statthalter. der Stab deS Commandirmden un) viele reiche Tifl'.ser ihre Sommersitze haben. Unschwer ließe sich , eme Zahnradbahn anlegen, um den Pferde quälenden Aus- und Abstieg auf der Fahrstraße zu vermeiden, 6000 Menschen verkehren dort in kurzer Zeit und der ganze Höhenunterschied beträgt nur 900 Meter. In Tabakmele wechselt man Kutscher, Wagen und Pferde. Diese russischen Poststationen baben noch etwaS von dem alten Reise-Jdyll bewahrt. Man hat Zeit, und theilnehmend fragt der Ppsthalter den PZanderer aus, waS d?nn draußen in der Welt vorgehe und paS denn ven Fremden in die Gegend führe. Am Futtertroge knirscht die Eerste zwischen den gähnen der Pferde, und die roß?
'Ilüaen Hunde, die genäü wisjen, wie sie sich dem Wanderer, gegenüber zu benehmen haben, versammeln sich wedelnd um den Frühstückskorb. Auch die Postkatze kommt und die Posttauben warten auf dem Dache. Unten im Thale dunkelt ein dichter Laubwald, in
t dem sich gehelmnlßvoll . hinter hochge 'schwungenerVrücke über zwischen Fels ufern abwärts stürmendem Bergflüßchen die Fahrstraße verliert. Wie kühl. wie lauschig wird es dort sein. Langgestreckte längssitzige Wagen mit Sommerfrüchten von Kodshori traben vorüber, auch fette Armenier auf kräftigen Pferden, die unter ihrer Last bald alt werden müssen. Es packt den Thier freund die Lust, den selbstzufriedenen Zntgenossen, der dort mit der Eile des . Geschäftsmannes und Wanderers vor ' üb:rklappert, ohne seinem Pferdchen : einen Trunk Wasser und ein Maul voll i Alpenheu zu gönnen, von seinem Thron zu stürzen, ihm selbst den Sat t:l aufzulegen und sein RLßlein darauf zu setzen. Die Kaukasier sind im allze meinen freundlicher und menschlicher gegen ihre Thiere, dafür sind sie auch inmitten des erwerbseisrigen Volkes der Armenier zu schnellem Rückgange verurthellt. Wo liegt der Fehler d:eser Weltordnung, die manchen Lumpen mästet und erhebt und den Edlen verlumpt! Mit frischen Kräften geht eS eilend bergab, vorüber an sorgsam ihre Thiere führenden Grusinern. Hinter dem Wald erscheint Borbalo, em grusinisches. Dorf, dessen Nachahmung in kleinem Maßstabe man m dem von unserm frühern Landsmann Radde gegründeten und so trefflich geordneten kaukasischen Museum in Tiflis bewundern kann. Jenseit des Dorfes, das bereits Schönheitssinn und Arbeitslust verräth, erblicken wir auf der Höhe den ersten deutschen Waaen, einen biedern heubeladenen Leiterwagen mit schwäbischen Mädeln und dem schw'äbischen Bauer im Strohhut mit kurzer Tabakpfeife. Die Grüße verhallen in dem fröhlichenLachen der Mädchen und dem Rasseln der Wagen. Hier sind wir an den deutschen Vorposten.' Die Felder und Wiesen liegen vo? uns. Pferde und Rinder werden von kleinen Mädchen bewacht, die Männer und Knaben sind bei der Ernte, wo nicht wie sonst landesüblich mit Sicheln, sondern mit ehrlichen Sensen gearbeitet wird. Bald liegt auch Elisabeththal vor uns. Die Giebel der Häuser sind der Straße zugekehrt, sie ragen ungleich den Däusern nichtdeutscher Dörfer hoch llb:r die Bäume der Straße. Das Dorf zieht sich an einem Bache den Abhang einer Berglehne entlang, deren oberer Theil von dichtem Gebüsch bestanden ist. Der schlanke Kirchthurm blickt über das Dorf hin; im Westen verengt sich das Thal zwischen hohen Wänden, im Osten erwei. tert e sich zu der Fruchtebene, in der die Schwaben ihre Weinfelder und ihre Obstgärten angelegt haben. Blonde blauäugige Kinder spielen in der Straße. und vor der Dorfschenke steht Mutter Minna, die dicke Wirthin, weit und breit bekannt sogar bei dem Statthalter des Zaren, der manchmal bei ihr gefrühstückt hat. Saubere Zimmer mit breiten Bänken, derben Stühlen und Tischen, alles aus kernigem Nußbaumholz; an den Wänden die Kaiserbilder und die russische Speisekarte; niedrig! Fenster mit Vorhängen und dem BIi auf die Blumen deS VorgärtchenS und die Schatten der Bäume auf der Straße. Die Schänke ist leer, die Männer sind alle auf den Feldern. Mutter Minna ist gantz erstaunt, daß hier etwa nicht ein Schwabenland sein soll, daß die Kinder etwa nicht schwäbisch sprechen sollen; sie findet es ganz natürlich, daß hier ' Schwaben wobnen und Schwaben bleiben, ist eS doch immer so gewesen. Sie ist mit allen Leuten gut freund. Der Prediger des Dorfes empfängt unS im Pastorenhause. Das alles, daS unS in der Heimath so vertraut und alltäglich ist. berührt uns doch seltsam in der Fremde, wenn es auch, mit Mutter, Minna u reden, nicht anders sein rann und immer so gewesen ist. Die stille Thätigkeit deS Dorfceistlichen hat hier noch eine große Bedeutung für die Dörfler. In dem Kampfe um materielle Güter ist er ihr Mahner, nicht im Erdenstaub zu verkommtti. Alles war geistiges Interesse b:trifft, ist daS Arbeitsfeld dieser Geistlichen. Und mit manchen Schwierigleiten ist das Amt inmitten der halsstarrigen, häufig mit komischer Selbst überHebung am Alten hängenden Schwaben verbunden. Für die Schule zeigt er keine große Neigung, und die selbstlosesten Bestrebungen deS Geistlichen, die Jugend durch nützliche Beschäftigung, Während die Eltern bei der Arbeit sind, vor Verwilderung zu schü 'zen. finden nur mäßigen Beifall. Am Pfarrhause ist ein kleiner Platz mii Hürden eingefriedigt; dort tummel! sich eine - fröhliche Kinderschaar unter Aufsicht einer Diakonissin; die Kleinen singen deutsche Lieder und werden mit den vielseitigen . Unterhaltungen besch'äftiat. die sich in deutsche Kindergärren eingebürgert haben. ES sind indessen nur wenige Familien, d:e von Ur. Einrichtung Nuken ziehen, d'e meisten Bauern zucken die Achseln ob dieser von ihrem Pastor lange geplanten, dringend empfohlenen und endlich mit namhaften eigenen Opfern ins Leben gerufenen' Neuerung. DaS Söulaeld - , .i OOöaUit sitzt in Olnt. Reise! Olut bedeutet reine Haut. Ohne diese ftini yüSrtbeit. dasearets, Caudt) Cathartie reinigen dat lut, rrästigen die Lebe und enlsernen alles Unreine au? dem Körper, gange Cii heute an, yustel, Oeschwüre.vMtesser und so deiter zu vertreiben.' Cöfettft für 10c. 3n
allen Ovetheken. önfritdnLBLz $sKzr.--iu-tzi,y.
für die Kindergärten beträgt dabei nur 10 Kopeken wöchentlich. Vielleicht wird man in den andern deutschen Colonistendörfern. wo es sonst doch nicht an Verständnis für Gutes und Nützlich.'s fehlt, das von dem Pastor in Elisabeththal gegebene Beispiel nachahmen - 1 . .
uno oann oem runoer oen Zllani aostatten, dcn man ihm heute v?renth'ält. Arbeitsam auf dem Felde und in seiner Lauernwirthschaft. ist der Schwabe im Kaukasus gleichgültig gegen Dinge und Fragen, die nicht sein Land und seine Wirthschaft betreffen. Er tritt niemals in das russische Beamtenthum ein, und seine Söhne, di im russischen Heeresdienst leicht zu Unterosficieren befördert werden, bleiben niemals dauernd beim Heere. Heirathcn finden meistens ausschließlich unter den Colonisten statt. Zahlreicher Kindersegen wurde die Ursache, daß heute nicht mehr Land für alle vorhanden ist. Es gibt also bereits landlose Bauern, die entweder als Knechte bei Reichern ar beiten oder sich als Handwerker in den Colonlstendorfern niedergelassen ha ben. Neben diesen gibt es auch rufst sche Handwerker und grusinische Knecht te, die manchmal recht nett schwäbisch sprechen. Die Gememdegeschafte besorgen der Schulze und sein Schreiber, der den Briefwechsel mit den Behörden in russischer Sprache zu erledigen hat. Von der Gemeinde hängt es ab, die Erlaubniß zur Niederlassung in dem Dorfe zu ertheilen. Kuchiicbe Anaele genheiten werden durch die Protestant!chc wynode verwaltet, deren Miaue der die. Pastoren der Colonistendörfer sind. Wer reichliche Kindersegen und mangelnde Beschäftigung für die mn gen Mädchen, auch wohl der Wunsch. sich ein Stück Geld für die spätere Aussteuer zu verdienen, hat zur Folge gehabt, daß seit einiger Zeit schwäbisch: Zauernm'ädchen sich als Dienstboten in Städten verdingen. Zur Hebung der Sittlichkeit dient daS nicht, denn dic unerfahrenen jungen Mädchen fallen regelmäßig Leuten in die Hände, die sie schamlos ausbeuten. Man könnte bei einiger Regsamkeit und etwas Organisationskunst unschwer bei Elisabeththal eine prächtige Sommerfrische anlegen unter . BeNutzung einer, kühlen Schwefelquelle, die zehn Minuten von dem Dorfe entfernt in lieblicher . Waldgegend dem Felsen entströmt. Damit hätten viele Leute im Dorfe einen guten Verdienst gefunden und die annruthige Lage des Ortes würde ' nützbringend verwandt. Aber unsere Schwaben erwärmen sich nicht für diesen Gedanken, und der unermüdliche Pastor predigt der Wüste. Die Vermögenslage der Bauern ist im allgemeinen gut; es mangelt in dem Dorfe an sehr reichen und auch an sehr armen Leuten. Hat man in dem netten Orte einen Tag zugebracht, bricht dann der Abend herein, der die Arbeiter mit ihren mächtigen Wagen und die Viehherden inS Dorf zurückführt, ur.d klingen deutsche Lieder durch dje Dorfstraße, so freut man sich .wohl, daß die Schwaben, die?, so klein und kläjlich' anfangen mußten, es zu einem ruhigen auskömmlichen Dasein gebracht haben. i Die Doppelvtlla. In dem Gelände, das von der Bergfalte, in der die Hirschengasse in Heldelberg liegt, nach dem Vttaax abfallt, jmd in letzier Zeit zahlreiche Villen eroaut woroen. Eine davon, em stattlicher Bau, ist ein: Doppelvilla, - in Eintracht geplant, in Eintracht gebaut und bezahlt von zwei Professoren, die dort, abseits des Straßenlarms, zu wohnen und zu -schassen, gedachten. Aber siehe, als man nun einziehen wollte, stellte sich heraus, daß man sich darüber noch nicht verständigt hatte. welche Halste der Doppelvllla die Familie A. und welche die Familie B. bewohnen sollte.. DaS Schlimmste aber war, daß Professor A. und Professor B. oder waren es die verehrten Frauen derselben im Stillen immer den gleichen Theil des Hauses als für sich erbaut angesehen hatten. Da erschien es denn Jedem als ein böser .Eingriff m alte Rechte, daß nun auch der Andere einen Anspruch auf diesen Haustheil, erhob. . Eine Einigung war nicht zu erreichen, die alten Wolznungen ':' inzwischen schon anderweitig vermiethet, so mußte denn Pro sessor A. bis zum Austraa der Sache m ein, Vrofessor B. in ein anderes Ho!el. ziehen, die, Doppelvilla aber, : in Frieden und gintracht erbaut,' steht heute . noch leer.' . s . G eaensettta. .Du solltest Dich schämen. Emilie, Dich , vom Äs,enr rusjen zu tanenl" Aber Mama, er bat sich doch von mir auch küssen lassen!" . ' . . . .r D er Vrouenbr au ti aa m: Varvenu ( nur Brautt : Glaub' ' mit. Theuerste, alles waS Dir recht ist' ist V mu zu vlmgt . Modern.- Frau A.: Warum .!aben Sie Ihren Art entlassen, liebe Freundin?" Frau B.: Ich habe mir fünf eceple von ihm geben lassen, und nicht ein - eimiaeö ' entbielt ein Fahrrad!" V ehr richtig. Dame: Aber trotz all' Ihrer Klagen müssen Sie doch zugeben, daß mein Sohn einen offenen Kopf hat." Hauslehrer: Leider, leider ja; waö bei dem einen Ohr hineingeht, geht bei dem anderen hinaus!" E,ne Schlaue. Backfisch: .Nein. Marie, - kein Blut vergießen, tödten Sie doch den Fisch einfach.' indem Sie ihn mit dem opf unter Wasser halten. Ertrinken soll der leichteste Tod sein!" : Zeitein theilung. Stuoent A.: Hast Du keine Lust, morgen früh.um zil Uhr.mit in's Colleg zu gehen?" , Student B.: .Thut mir leid, in memer Nachtruhe laß ich mich nicht stören!" .. . .
f AAAAAAÄ4actAAÄai.ÄrAi!iActd aiM)ii ? Ein hervorragender deutsch?? Redakteur -ZZ bezeugt ttt, kettsnmen Kräfte tliese? Arzneimittel. 53 Ich habe zwei Packete von Dr. Kay'4Renovator gedrau'l u.ik sudle jrt besser. . al vor ,adren. Ich bin überzeugt, bah d,e groken Erfolge Idrer He!r,kiei d,e erhaltenen VT VI Bekanntmachungen rechtfertigen. Ich südlte durch und durch txa:.l. erniuver z.ad dunaUlg. tr Ach gebrauchte ihren ienovator dorschriftsmäkig. In den enVn Tagen suhlte ich rmch oe i jjl schwachrer. aber nach einer Wome weikerrn Gebrauchs zngie Nv ein rnerkser Wechsel zum Be---"l fer erben. Ich nehme ic$t gelegentlich, je nach Bedürfniß. rden Nacr,mtraz ein da wei 3 Tosen. Turch den GedrauZ, Jnrei Nenrkto'.K habe ich in einer nakkNichrn. titic mne sein jji geweide wieder m die gehörige Tdät,z:lt gebraut.ttt- --a il
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Vor einigen Wintern l,it ick unter einem heft'zen Anfall rvn ?r,?ve und bn sntd'in 'f jeden Winter leateren Angriffen die'! fcrcnlfcen unqesävr um die,eld? Z?,t aur ept, dr
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