Indiana Tribüne, Volume 22, Number 76, Indianapolis, Marion County, 4 December 1898 — Page 2

Acr Luftvasson. .

Won Wilhelm Thal. Gustav Bork, der Locomotivsührer, saß vor einem kleinen Tisch einer Schankstube in der Nähe des BahnHofes, blaß, düster, die Mütze über die Augen herabgezogen, das Gesicht von einem tiefen Schmerze verzerrt, und trank in hastigen Zügen aus einem großen Glase Cognac. Von Zeit zu Zeit biß er in seinen braunenSchnurrbart und stieß mit der Faust in die Luft, als wenn er einem unbekannten Feinde drohe. Nachdem er sein Glas geleert, rief er den Wirth, bestellte ein zweites, warf dann inen schnellen Blick auf die Bahnhofsuhr und begann, den scharfen Trank von neuem herunterzugießen. Je mehr er trank, desto häufiger wurden seine Bewegungen, und desto mehr wiederholten sich die nervösen Verzerrungen seines Gesichtes. Seine Augen, die der Nebel der Trunkenheit zu verschleiern begann, irrten umher, ohne auf einem Punkte haften zu bleiben. Die Augen, welche der Nausch schließt, sehen seltsame Dinge; sie haben vielleicht das einzig wahre, geHeime, doppelte Gesicht. Der Locomotivsührer schien nur noch eine unklare Auffassung der Wesen und Dinge zu haben; er sah und hörte nichts von dem Lärm der Straße. Er starrte in den magischen Spiegel der Erinnerung, während seinen zusammengepreßten Zähnen kurze Worte entschlüpften. 2)ie Schufte... mich zu betrügen ...mich... einen so gutmüthigen... vertrauensvollen, dummen Menschen ... Als Freund, als Bruder habe ich ihn betrachtet... und sie?... Eine Elende, die ich' da hätte lassen sollen, wo ich sie gefunden habe... Donnerwetter, das soll ihnen nicht so hingehen! Ich werde mit beiden abrechnen, und zwar gleich heute Abend!... Aber wie?" Dann verfiel er wieder in seine träumerische Schläfrigkeit, während er einige Worte vor sich hinmurmelte, die sür jeden Anderen als für ihn unverständlich waren. Er wollte sich noch einen Cognac bestellen, als seine Augen auf die Uhr fielen. Donnerwetter, eZ ist Zeit," sagte er, sich schnell erhebend; ich darf den Dienst nicht verpassen." Ein seltsames Lächeln huschte über seine brennenden Lippen, und er murmelte gleichzeitig: Ja, so soll es geschehen... er zuerst... sie später!" Nachdem er bezahlt, durchschritt er ruhig die Straße und erreichte den Bahnhof. Als er bei seinem Borgesetzten vorüberschritt, richtete er seine Gestalt auf, beherrschte sich, grüßte und wandte sich wie gewöhnlich seiner Maschine zu. Nichts Ungewöhnliches war ihm anzumerken ; der innere Wille, der ihn belebte, hatte den Rausch vollständig verscheucht. Aus dem Perron traf er einen kleinen Jungen, den seine Mutter an der Hand hielt und nur mühsam in den Waggon heben konnte; er nahm ihn in die Arme, küßte ihn und setzte ihn ruhig, der Mutter zulächelnd, auf die Bank. Als er auf seiner Platform stand und die Kurbeln und Griffe untersucht, auch den Manometer .prüfend betrachtet hatte, stützte er sich mit der Hand auf den Hebel des Kolbens und blickte erwartungsvoll hinaus. Plötzlich erschien ein großer Mann mit blondem Bart, das Gesicht ganz mit Rauch geschwärzt, die Äleider mit Oel und Wagenschmiere befleckt, an der Maschine; es war der Heizer. Guten Tag Gustav, wie geht Dir's?Gut, Fritz erwiderte der Locomotivsührer. Und Grete und die Kinder?" Sie sind wohl!" Ein Pfisf unterbrach die Unterhalt tung; es war das Signal zur Abfahrt. Aort ließ den Hebel los; ein Dampfstrahl spritzte empor, und die Rädr begannen Funken sprühend über die Schienen zu laufen. Fritz, der Heizer, hatte seine Schaufel ergriffen und wühlte in der Kohle. Der Zug flog, seine Schnelligkeit vergrößernd, dahin und erreichte bald einen Tunnel. Bork warf einen seltsamen Blick auf den Heizer, der vor dem flammenden Rachen des Herdes kauerte, und erhob den rechten Arm Doch der heftig erhobene Arm fiel leise wieder auf den Hebel zurück, blieb darauf ruhen, und Bork murmelte im Augenblick, da die Locomotive in das tiefe Dunkel des Tunnels einlief: Nein, es ist zu früh, und dann muß ich auch auf die Maschine achten!" Der Zug, der in eine weiße Wolke gehüllt war, verließ vorschriftsmäßig den Tunnel. Der Abend sank hernieder; große, purpurne und goldene Streifen zogen sich am Horizonte hin. Es wac im ' Juli, der Abend war heiß und schon. Ueberall wurden ländliche Feste gefeiert; Schaaren von Residenzlern hatten Ausflüge in die Umgegend gemacbt. und als man an der nächsten Station, einem beliebten Vergnügungsort, vorüberfuhr, wurden die Reisenden von einem lauten Schreien begrüßt, das sich aus Tausenden von menschlichen Kehlen erhob, die hier versammelt waren, um dem Aufstieg eines Luftballons beizuwohnen, dtt von einem berühmten Luftschiffer eben mit Ballast 'gefüllt wurde. Der Locomotivführer hatte sich, mit der Oelkanne in der Hand, ngch dem vorderen Theile der Locomotive begeben, jedenfalls um die Schrauben ein.zuolen. Fntz, komm' doch mal her!" sagte Kork mit ruhiger Stimme, während fcn Zu? durch fctn Graben fuhr, frr

durch grüne Hecken an den Böschungen begrenzt wurde. Fritz, welcher dachte, er solle Bork bei seiner Arbeit eine Handreichung thun, kam arglos näher. Er hielt sich an einer derKupferröhren fest, während er sich zu dem Locomotivsührer begab. Fritz." sagte Bork nun, ihm fest in's Auge blickend. Du hast mich mit Grete betrogen." Der Heizer wurde unter dem Schmutz und Rauch blutroth; er wollte einige Worte sprechen, doch Bork ließ ihm keine Zeit dazu. Du hast mich betrogen, sag: ich Dir, und machst Dich außerdem noch bei den Collegen über mich lustig. Jetzt will ich mich auch über Dich lustig machen ... ich werde Dich kalt machen, und zwar auf der Stelle!" Und mit einem Faustschlag, dessen Kraft durch seine Aufregung noch verzehnfacht wurde, schleuderte er den Heizer über die Locomotive hinweg auf die Schienen. Bork blieb einen Augenblick wie zerschmettert und betäubt. Dann aber sagte er sich, nachdem er seinen Posten wieder erreicht, während er die Hand wieder auf die Kurbel legte: Gut! Die Sache ist vortrefflich gegangen... kein Schrei... nichts, was mich verrathen könnte... Fritz war betrunken, er ist von seiner Maschine gefallen; solche Unfälle kommen alle Tage vor . . . Ich habe mich gerächt, und Himmel und Hölle werden nicht im Stande sein, mich anzuklagen." Als er in der Wonne der befriedigten Rache die Arme ausstreckte, erhob er das Haupt nach dem Himmel, an dem bereits der Abendstern glänzte. Doch in demselben Augenblick stieß er einen heiseren Schrei aus. Alle seine Glieder zitterten in heftiger.schrecklicher Erregung. Seine Augen richteten sich auf einen Gegenstand, den er eben wahrgenommen. Ein Ballon slog über Un Graben, in welchem sich das Drama abgespielt hatte, und in der Gondel saß ein Mann, der sich mit einem Fernrohr in der Hand herniederneigte. Dieser Mann hatte alles gesehen. Entsetzt sprang Bork zurück, stürzte sich auf die Kurbel und ließ plötzlich allen Dampf auZ. Der Zug begann förmlich auf den SKienen hin- und herzutanzen. Der Dampf flog nach allen Seiten, und eine Rauchwolke hüllte die Locomotkve ein. Wahnsinnig, trunken, entsetzlich anzuschauen. spornteBork seinen eisernen Renner immer mehr an. Dicht vor der nächsten Station sollte eine Weiche gestellt werden, um einen Güterzug zu vermeiden, der auf einem Nebengeleise stand; mit der Schnelligkeit, die er dem Zuge gegeben, mußte Bork bei einem Haar die Weiche überschreiten, und der Zug würde bei einer Wölbung an dem Güterzuge zerschmettern. Wir werden alle in die Luft fliegen!" murmelte Bork, während er mit wildem Blicke den Lauf feiner Locomotive verfolgte. Die Signale wurden häufiger die Weichensteller und Bahnwärter wußten nicht, was sie von 'der Wahnsinn!gen Schnelligkeit des Zuges halten sollten. Ein Unfall war unvermeidlich. Da dieWeiche überschritten war und der Zug bereits auf dem Nebengeleise lief, so stand ein sicherer Tod den Reisenden bevor, als ein plötzlicher Gedanke das Hirn des Locomotivführers durchschoß. Und das Kind, das ich auf dem Perron geküßt habe, bevor ich abreiste?" sagte er sich. Nein, daL werde ich nicht thun; ich werde dieses unschuldige Kind nicht morden ... Es hat mir nichts gethan, ich habe nicht das Recht, es umzubringen... Ich bin ein ehrlicher Mensch, ich habe mich gerächt, das Uebrige kümmert mich nicht!" Mit diesen Worten warf er sich auf die Kurbel, drehte den Dampf zurück, und der Zug verlangsamte zusehends seine Schnelligkeit, lief aber trotzdem allerdings mit einem unbedeutenden Zusammenstoß -v gegen den Güterzug an. Als man dieses falsche Manöver untersuchen und den Locomotivführer befragen wollte, fand man Gustav Bork im vorderen Theile der Maschine von den Puffern erdrückt. Seine nach vorn ausgestreckten Hände schienen noch jetzt dasHinderniß bei Seite schieben und die Reisenden vor dem unvermeidlichen Tode retten zu wollen. ' Oder hatte der Morder die rächende Vision des Luftschiffers fliehen und mit seinen Handen das starre, über ihm im Himmelsblau schwebende Auge verscheuchen wollen?

Praktisö?. In meiner Kommode liegen Lieder die kriegt' ich zurück Von einigen Redaktionen. . . Doch hab' ich mit Versen Glück. Wenn Verse zurück mir sendet Ein kritischer Redakteur, Nimmt sie gewöhnlich ein and'rer Es gibt ja Blätter noch mehr. j)as Porto ist freilich theuer, D'rum wär's von der Post sehr nett. Erfand' sie für Manuskripte Ein billig' Rundreisebillet. Malitiös. Nichte: Bei der unliebenswürdigen Ansicht, welche Du über mich hast, würdest Du wohl sogar meinen Kousin bemitleiden, wenn er mich heirathen wollte?" Onkel: Durchaus nicht! Ich würde mir denken, dem geschieht's recht!" Stolz. Dichter (zum Freund): Weißt Du, mein Ruhm befestigt sich immer mehr und mehr; jetzt will mir ein Schneider in der Nachbarschaft sogar eine Hose auf Credit machen!"

r - AcrMter von 1898.

Won JuleS Lemaitre. . Die Marquise von Trouville lehnte sich ein wenig in die Chaiselongue zurück und schien sich an der Hilflosigkeit ihres Gegenübers zu weiden. Es war auch zu amüsant. Da saß er, der arme Chevalier de Montreux, trippelte ungeduldig mit den feinen Lackschuhen auf dem Teppich des Boudoirs, ließ die Spitzen des wohlgepslegten Schnurrbarts nervös durch die Finger gleiten; aber Rath wußte er keinen. Und Chevalier de Montreux saß hier als Freier! Die Marquise hatte das sofort errathen, und es hatte sie ein wenig irritirt. Wie sollte es auch nicht, da sich fast Tag für Tag Liebhaber fanden, die auf ihre Hand fpekulirten. Die Marquise war jung, entschieden schön und r:ich, sehr reich sogar, also mit drei Eigenschaften begabt, die eine gewisse Sympathie .zu rechtfertigen vermögen. Doch das stete Liebeswerben langweilte sie, und als sie den Ehevalier de Montreux eintreten sah. feierlich und ernst, mit dem Bemühen, recht männlich zu erscheinen, war sie sofort entschlossen, de Montreux nicht zu Worte kommen zu fassen. Das war entschieden amüsanter, als ein kurzes Nein" zu sagen. De Montreux fühlte aber, daß er eigentlich eine lächerliche Rolle zu spielen begann. Dem wollte er vorbeugen und er entschloß sich, geradeswegs auf das Ziel loszugehen. Der Muthige gewinnt. Meine Gnädige," begann er, die Dinge über die wir bis jetzt plauderten, sinh wirklich interessant namentlich wenn man, wie ich. das Glück hat. eine so geistvolle Causeuse als Partnerin zu haben aber ich habe heute etwas Anders auf dem Herzen." Oh, mein lieber Chevalier, erfchrecken Sie mich nicht! Sie machen ein so feierliches Gesicht. Das erinnert mich lebhaft an de Charpant, der mit der geheimnißvollsten Miene der Welt über Dinge sprach, die schon lange nicht mehr auf der Tagesordnung standen, alle Welt langweilten, und doch glaubte der gute Mann besonders interessante Neuigkeiten zu erzählen. Sie erinnern sich doch noch dieses Kau3es?" Ja wohl, meine Gnädige, ich entsinne mich seiner, aber Sie werden verzeihen, wenn ich mich im Augenblick mit dieser gewiß sehr amüsanten Person nicht weiter beschäftige. Ich habe an andere Dinge zu denken, ich muß ..." Das finde ich aber ungerecht, mein Lieber. Charpant ist so drollig, so göttlich naiv, daß man immer misBeHagen an ihn denken soll und kann." Ich habe aber an mich zu denken . . ." O, o, Chevalier, wer wird denn so egoistisch sein! An sich denken! Sie sind doch ein braver Mann, und Sie kennen ja das Dichterwort: Der brave Mann denkt an sich selbst zuletzt." Im Uebrigen, wie denken Sie über die Bescheidenheit?" Der Chevalier wurde nervöser und nervöser. Darüber ein ander Mal, meine Gnädige. Heute kam ich UM . . ." Die Marquise ließ sich aber nicht aus der Fassung dringen. Warum ein ander Mal? Ich bin gerade heute ein wenig philosophisch gestimmt. Also keine Launen, lieber Chevalier, wie denken Sie über die Bescheidenheit?!" De Montreux war nahe daran, consternirt zu werden. Aber rasch beherrschte er sich wieder, erhob sich, und mit einer formvollendeten Verbeugung erwiderte er: Ich mag die Bescheidenheit nicht leiden. Daß ich unbescheiden bin, sehen Sie am besten daran, daß ich hier bin, um mir Ihre Hand zu erbitten." Er verbeugte sich nochmals und sah die Marquise fragend an. Innerlich aber triumphirte er. Die Marquise hatte sich selbst in der Schlinge gefangen, die sie ihm gelegt. Nun gab es kein Entschlüpfen mehr. Das Wort war gesprochen. Ein unmuthiger Zug lagerte sich über das Gesicht der Marquise, kurz und flüchtig, wie ein Schatten. Dann lächelte sie wieder freundlich, wie es der gute Ton gebietet. Nachlässig hingelehnt die Stellung war jibrigens entzückend begann sie nach einer kurzen Pause im leichten, flüchtigen Conversationston:: Lieber Chevalier das war nicht nett von Ihnen! Sie mußten ja sehen, daß ich Ihrer Werbung ausweichen wollte. Warum haben Sie unö Beiden diese unangenehme Situation geschaffen? Wäre es nicht besser gewesen, Sie hätten Ihre Worte ungesprechen gelassen, und wir wären geschieden, ohne daß in Einem von uns eine unangenehme Erinnerung zurückbleibt? Denn sehen Sie trotzdem ich die Ehre voll anerkenne, die Sie mir durch Ihren Vorschlag erweisen bin ich fest entschlossen, frei zu bleiben. Also aichts für ungut, lieber 'Chevalier, Ihre Gattin kann ich nicht werden. und, wie denken Sie sonst über die Bescheidenheit?" De Montreux reute es jetzt beinahe selbst, daß er gesprochen hatte; aber es war einmal geschehen. Nun heißt es nur noch, sich mit Anstand aus der Affaire zu ziehen. Meine Gnädige." begann er. es ist wieder unbescheiden, aber Sie werden sicher die Neugierde begreifen, die mich fragen läßt: warum erhalte ich den Korb?" Die Marquise schloß einen Augenblick die Augen und sann. Dann erhob sie sich ein wenig, und' mit einem schelmischen Lächeln auf den Lippen stand sie dem Chevalier Rede: .Ja sehen Sie, .ein lieber Cheva-

lier, ich will es Jlvirn offen sagen Aber Sie dürfen mich nicht mlßverstehen. meine Worte nicht persönlich nehmen; sie gelten für die Allgemeinheit. Also, warum ich nicht Heirathe? Ja, sehen Sie, der Mann, an den ich mich binde, der müßte mir Respekt einflößen. unbedingten Respekt. . Ich müßte es empfinden, daß er ein Mann, ein ganzer Mann ist, und dessen würdig ist, mein Herr zu sein, wie es die Bibel so schön sagt. Aber sehen Sie, lieber Chevalier, die Männer von 1893 imponiren mir nicht!" . So? S o? Keiner, keiner von ihnen!?" Nein, keiner! Sehen Sie, ich habe im Laufe der Zeit nun, ich will mich milde ausdrücken es verlernt, Ihr Geschlecht zu achten." Ob wohl mit Recht? In Bausch und Bogen ein Urtheil zu fällen, zu generalisiren." Ja. ja, Sie mögen ja Recht haben. Aber ich bin bis heute noch nicht durch Thatsachen davon überzeugt worden, daß mein geringer Respekt vor den Herren der Schöpfung ungerecht ist. Wissen Sie übrigens, wann ich in diesem Gefühle, das immer nur wie eine Ahnung in mir lebte, voll bestärkt wurde?" Ich bin begierig.Im Vorjahre, bei dem großen Bazarbrande. Ich war im brennenden Gebäude, meine Energie hat mich gerettet. Aber unauslöschlich wird in mir der Anblick fortleben, wie diese Herren der Schöpfung" wehr- und hilflose Frauen zurückdrängten, mit den Griffen der Spazierstöcke, ja selbst mit den Absätzen der feinen Lackschuhe auf die Schwächeren einschlugen, nur um die werthe Person zu retten., Nirgends eine Spur von Ritterlichkeit oder Männlichkeit als Feiglinge, als erbärmliche, herzlose Feiglinge zeigten sie sich da!" Der Chevalier wurde verlegen. Er er war ja auch dabei gewesen. Nun, nun meine Gnädige. Ganz Unrecht haben Sie ja nicht, doch Sie generalisiren! Aber ich zum Beispiel, und viele Andere mit mir, waren gewiß nicht so . brutal. Gewiß nicht, das kann mir Niemand nachsagen." Das kann schon sein, mein lieber Chevalier! Ich wollte auch durchaus nicht persönlich sein. Ave: Respekt hätten mir nur jene einflößen können, deren Namen auf der Liste jener Manner steht, die mit Hintansetzung der eigenen Sicherheit sich am Rettungswerke betheiligten. Sie wollten den Grund wissen, der mich bestimmt, nicht zu heirathen: Ihr Wunsch ist erfüllt; die Männer von heute imponiren mir nicht." O, o, meine Gnädige, Sie sind entschieden ungerecht; Muth und Ritterlichkeit leben noch in der heutigen Generation Ich werde nur durch Thatsachen bekehrt. Aber sprechen wir nicht weiter davon. Was sagen Sie zu der Verlobung der kleinen Susanne d'Orlieux?" Und sie sprachen weiter, über allerHand nichtige Dinge, bis sich der Ehevalier erhob und sich verabschiedete. Dabei unterließ er es nicht, 'die Marquise noch einmal dessen zu versichern, daß Muth und Ritterlichkeit trotz allem noch fortleben in der heutigen Generation.

Ueber ein Monat war seit dem Tage der mißglückten Werbung verstrichen. Chevalier de Montreux war trotzdem Verehrer und BTsucher der Marquise geblieben. Man konnte ja nicht wissen ... . Heute stattete er ihr wieder einen Besuch ab. Er hatte in der Zwischenzeit Etwas erlebt ein Duell. Seinem besten Freunde hatte er mit dem Rapiere in der Hand gegenübergestanden. Die Ursache? Beide Herren waren diskret; sie hatten sich auch wieder versöhnt nachdem drei Gänge unblutig verlaufen waren. Wenn auch ein Duell war es immerhin, und bewies dies nicht Muth? Doch die Marquise hatte so eigenthümlich gelächelt, als das Gespräch auf diese Affaire" kam. Sie war zwar Weltdame genug, ihrer Freude über den glücklichen Ausgang derselben Ausdruck zu geben, aber sie dachte sich ihren Theil. Sie war eben eine unverbesserliche Zweiflerin. Las man nicht oft genug von Duellen, von Komödien, die zwei Freunde aufführten, um einer dritten Person Respekt einzuflößen? Hm las man das nicht oft genug? Wer konnte wis sen, ob nicht .... Die Marquise war taktvoll genug den Satz nicht einmal in Gedanken zu vollenden. Aber wie gesagt, sie zweifelte. Da saßen nun die Beiden und pkauderten. Plötzlich stutzte der Chevalier, zog die Luft fest durch die Nase ein, und fragte: Spüren Gnädige nicht auch Koh-lendunst?-Nein, aber Sie können schon Recht haben; m Kamin dürfte ein kleiner Fehler sein." Und sie schwatzten weiter. Der brenzliche Geruch machte sich immer intensiver geltend. Da drinnen im Nebenzimmer., plötzlich laute Stimmen ... voll Schrecken . . . die Thür öffnet sich . . .. dichter Rauch dringt herein . . . Diener und Köchin erscheinen im Thürrahmen hustend und pustend: Hilfe! Das Schlafzimmer ... Alles brennt . . . retten Sie sich!" And sie stürzten zur Thür hinaus. Ein Ruck und der Chavalier fährt auf. . Mein Schmuck, mein Schmuck! jammerte die Marquise. Retten Sie sich!" schrien Diener und Kochin. schnell, schnell!" .Ja . . . ja . . . retten wir uns!" rief

der Chevalier und geht der Marquise mit gutem Beispiel voran. Im Nu ist er zur Thür hinaus und saust blitzschnell die Treppen hinab. Unten steht Jeanette, die Zofe. Schnell!" ruft -der Chevalier, hinauf es brennt oben!" Doch die Zofe lachte, und hält ihn am Rock fest. Aber aber Herr de Montreux. Ich warte schon eine Viertelstunde hier und erhielt von der Marquise den Auftrag, Sie zu beruhigen, falls es nöthig wäre. Die Marquise wollte nur beobachten, welche Wirkung" sie lächelte boshaft es auf Herren ausübt, wenn man in das Nebenzimmer ein offenes Becken mit glimmenden Kohlen aufstellt, und blinden Feuerlärm schlägt." Im Momente erfaßte der Chevalier die Situation. Sein Muth sollte auf die Probe aestellt werden, und er ... o! o! Da kam die Marquise lachend die Treppe herab. Er faßte sich so weit dies möglich war und stotterte: Ich ich wollte ja nur die Pompiers verständigen die Löschwache." Sie mächte aber ein höchst ungläubiges Gesicht, so daß es der Chevalier für rathsamer fand, zu gehen. Er ging und kam nicht wieder. Die Marquise triumphirte. Ich habe doch Recht so sieht er aus, der Chevalier von 1898."

Krauen der Renaissance. Was wir heute die Frauenfrage nennen, ist zum weitaus größten Theil eine Brodfrage. Tausende von Exipenzen fordern das Recht zur Arbeit, nicht weil sie Frauen sind, sondern trotzdem sie Frauen sind. Nicht die Frau kommt bei dieser Frauenfrage in Frage, sondern das menschliche Wesen, das in der Verwerthung seiner Kräfte und Fähigkeiten nicht behindert sein will, weil es dem weiblichen Geschlechte angehört. Ganz anders sah es in der europäischen Gesellschaft aus zumEnde des 15. Jahrhunderts, da sich aus dem vorhergegangenen Studium der griechischen und römischen Schriftsteller auch die Kunst und das Leben zur fröhlichen Pracht und Anmuth der vorchristlichen Blüthezeit menschlicher Gesittung erhoben. Das Zeitalter der Renaissance, der Wiedergeburt, nahm seinen Ausgang mit einer wirklichen Frauenfrage, die als solche gestellt und gelöst wurde. In Italien war es, wo zuerst aus dem Studium der Schriften Platons bei Männern und gelehrten Frauen der Gedanke landläufig wurde, jeder einzelne Mensch, der Mann wie .die Frau, habe eine Fülle von Kräften und Fähigkeiten in sich, die auszubilden und zur möglichst starken Geltung zu bringen, Pflicht und Aufgabe seines Lebens sei. Kraft und Schönheit der Erscheinung, geadelt durch Kraft und Schönheit der Seele, das waren die Mittel, den höchsten Lebenszweck zu erreichen, das Glück. Es ist nun ganz wundersam, wie diese neuen Grundsätze, deren Früchte wir heute noch in den Bildern Rafaels, Tizians, den Bildn5erken Michelangelos und allen den anderen Meisterwerken der Kunst aus jener Epoche anstaunen, sich im gesellschaftlichen Leben und in der Stellung der Frau bethätigten. Die Sache fing natürlich damit an, daß die Frauen die Nothwendigkeit empfanden, geistig an Wissen und Bildung den Männern gleich zu stehen; sie lernten Lateinisch, Griechisch, Kunstgeschichte, Gesang, und in Shekespeare's reizendem Lustspiele Der Widerspänstigen Zähmung" finden wir all? die Lehren, welche damals für die Bildung eines Edelfräuleins nothwendig waren. Die Königin Margarete von Navarra schrieb mehrere Bücher über die Seele und die Liebe, welche dann Königin Elisabeth von England ins Englische übersetzte. Maria Stuart schrieb im Alter von zwölf Jahren schon lateinische Aussätze. Also geschmückt mit Schönheit, im Glänze der prunkvollen Toiletten und gerüstet mit einer Gelehrsamkeit, welche ein Gespräch über Kunst, Politik und Liebe interessant und anregend machen konnte, kamen die Edeldamen in die Gesellschaft. Damit war aber auch den Männern der Anlaß gegeben, ihr Gespräch, das früher nur ernst oder roh gewesen war, zu schmücken und den Launen und Feinheiten des weiblichen Empfindens anzupassen. DaS war nicht leicht. Man kannte damals die Kunst noch nicht, sich über alles in schicklichen Formen auszudrücken. Wenn wir heute in den Schriften, namentlich in dem Heptameron" der Königin Margarete von Navarra, einer wegen ihrer Tugend verehrten Frau, lesen, so finden wir neben den feinsten Anmerkungen über die Seele, lange Erzählungen von einer Ungenirtheit des Ausdrucks, von einer Lascivität. wie' sie heute kein halbwegs gebildeter Mann mehr wagen würde. Es mußte also ein Mittel gesunden werden, um für den gesellschaftlichen Verkehr in Gespräch und Briefen auch erst die zierliche Sprache zu den zierlichen Gedanken und Empfindungen zu schaffen. Das Mittel war einfaca und sehr kelustigend. Jeder Mann von Gesellj schaft verliebte- sich in seine Dame". Das war eine rein seelische" Liebe, die keineswegs darauf ausging, die Geliebte zu heirathen, sondern gerade im Gegentheil ganz , hoffnungslos sein mußte und nur den Zweck hatte, den Verliebten in zierlichen Reden zu üben. Wir lachen heute über die tolle Erfindung von Cervantes, dessen Don Quixote sich eine dralle plumpe Bauernmagd, an die er gar nicht denkt, zur Dame" wählt und für Dulcinea von Toboso zu Felde zieht. Diese Posse der seelischen Liebe, welche dann nach ihrem mißverstandenen Lehrer gemein-

plätzlich die platonische Liebe" genannt wurde, ist 'in den Zeiten de? Re naissance hundert- und tausendfach von den ernstesten Männern aufgeführt worden. Mit einer solchen platonischen Liebe der damaligen Mode geht Romeo spazieren, bis ihn ein Blick in Julieüs Augen die wirkliche Liebe lehrt. Dieser platonischen Liebe opferte Torquato Tasso, Petrarca, Dante, sie war der Gesprächsinhalt in allen Palästen und an allen Fürstenhöfen in Rom, Florenz, Urbino, Ferrara etc. Nur einige Beispiele, die an Tollheit um nichts hinter Don Quixote's Liebe zu Dulcinea von Toboso zurückstehen' Michelangelo verliebt sich mit 51 Iahren in die Marquise von Pescara, die er noch nie gesehen hat, schreibt zwölf Jahre hindurch an die Angebete di: feurigsten Sonette, -die flammendsten Liebesbriefe, behält aber Sonette und Briefe hübsch bei sich. Da endlich die Marquise stirbt, reist er zu ihr, sieht sie eingesargt und kehrt mit dem Geheimnisse seiner Liebe frisch und wohlbehalten nach Hause zurück. König Heinrich der Zweite von Frankreich hat sich ebenso in die um zwanzig Jahre ältere Diana von Poitiers, die Phryne ihrer Zeit, verliebt, ohne mit dieser Liebe anderes als Papier und Tinte zu behelligen. Nun aber möge ja Niemand glauben, daß dieseEpoche der rein seclischen" Liebe sich etwa durch besonder: Tugend der Gesellschaft ausgezeichnet habe. Im Gegentheil! Man entschädigte sich für. die Qualen und Leiden, für das Kopfzerbrechen und die Affectation, welche die Seelenliebe verschuldete, sehr reichlich, sehr gründlich, aber anderweitig. Die Seelenliebe war nur geistiger Sport, der afor Sinn: und Phantasie nur noch mehr anreizte, um insgeheim das Glück zu suchen, das der öffentlich bekannten Seelenfreund -schaft versagt war. Die Liebe der Sonette und Briefe hatte nu? den Zweck, den esprit de conversation" zu entwickeln, für Edelleute und Künstler eine Schule der guten Lebensart zu bild'en. Im scharfen Gegensatze zu Ibsens Hedda Gabler, die in Schönheit sterben" will, wollte man in Schönheit leben", aber entbehren wollte man nichts, und niemals mo die sinnlichen Freuden des Lebens so maßlos, so ohne Rücksicht auf Sitte und Moral genossen worden, wie in den Zeiten der seelischen Liebe". . Daß in diesen Zeiten die Courtisanen die Königinnen der Gesellschaft waren, welche mit der.Freigebigkeii des Herzens auch die Bildung des Grstes verbanden, ist erklärlich. Als Veronica Franco, die größte Schönheit Roms, im Alter von 26 Jahren starö. trauerte der ganze Adel der ewigen Stadt und begrub sie mit fürstlichen Ehren. Man wird über die Narrheit und. Verderbtheit dieser Frauenbewegung doch kein schlechthin wegwerfendes Urtheil fällen dürfen. Wie in der bildenden Kunst, so hat sie uns auch in de? Literatur auf ideale Höhen geführt, welche das Letzte menschlicher Vollkommenheit bedeuten. Aus der KunstÜbung der Seelenliebe" erwuchsen die itarlenischen Dichter, die oben schon genannt wurde, erwuchs das Genie Calderon's und Shakespeare's. Die Früchte jener herrlichen Zeit, da die Vervollkommnung des Menschenthums neben der größten Sittenverderbtheit auch Jdealgestalten von unerreichter Größe undSchönheit schuf, welche über die mediceiische Venus die siztinische Madonna zum Sinnbild des Glaubens und der Anmuth erhob. Die Früchte jener Zeit, sie blühen uns auf. Wir sehen sie in der Gesittung der Gefellschaft, in dem Fortschreiten j?es Vildungsinteresses von den Fürstinnen bis in das Volk herab. Die Frauenfrage von heute ist ein soziales aber vergeistigtes und versittlichtes Gegenstück zur Frauenfrage der Re-naissance.'

ßin tapferes Weiö. Von A. Baumgart. Gold, Herr Dorn?" fragte die hübsche, junge Frau hinter dem Ladentisch. Errathen, wie immer!" erwiderte der Farmer, der eben das kleine Bankgeschäft betreten und einen Check präsentirt hatte. Die Bank befand sich in der belebtesten Straße von M., einer mittelgroßen Stadt im fernen Westen, im Lande der Goldgräber. Sagen Sie mal, Frau Mohr, sind Sie 'ganz allein hier?" Ja, mein Mann ist über Land geritten." Und fürchten Sie sich nicht?" Fürchten?" lachte sie, verwundert die großen, braunen Augen erhebend. Nein, Furcht kenne ich nicht." Wo steckt denn Springer, Ihr Commis?" Der ist zu Tisch gegangen." a, hören Sie mal, Frau Mohr, ich finde es sehr unvernünftig, daß man Sie so allein läßt mit dem vielen Geld und sonstigen Werthsachen, die in Ihrem Kellergewölbe liegen," meinte der Farmer kopfschüttelnd, indem er auf eine Fallthür auf dem Fußboden wies. Haben Sie nicht gehört, daß die Teufelstruppe" ihr Unwesen in unserer Gegend treibt?" Frau Käthe kräuselte die Lippen. Ach die sie sollen nur kommen! Ich werde mich schon wehren. Ich kann famos schießen, habe es von Franz gelernt. Außerdem ist Minna immer in der Küche. Die nimmt es mit zwei Männern auf und ist in einer Minute an meiner Seite, sobald ich um Hilfe rufe." Seit des Farmers Besuch waren schon einige Wochen vergangen, und man hatte von dem gefährlichen Raubgesindel nichts mehr vernommen. Käthe," sagte Franz eines Tages, möchtest Du mich heute ein paar Stunden im Laden vertreten? Ich

habe einen wichtigen Gang zu machen." Gern, lieber Schatz," erwiderte Frau Mohr. Als ihr Gatte fortgeritten war, ging Käthe fröhlichen Herzens an ihre Arbeit. Da schlug es eins vom Kirchenthurm. Schon eins?" murmelte sie. Herr Springer, Sie gehen ja jetzt zu Tisch. Würden Sie heute etwas früher zurückkommen?" Der Kommis versprach es und ging. Käthe blieb allein. Der Kommis war etwa zehn Minuten fort, da öffnete sich die Thür, und ein Mann trat ein. Er machte mit seiner Lockenmähne den Eindruck eines einstigen Künstlers. Sagen Sie mal, wie sieht denn der Kurs der H-Papiere?" fragte er. Oder meinen Sie, die Z-Actien sind besser? Ich möchte nämlich ein paar tausend Dollars in den Dingern anlegen." Die einen sind so sicher wie die anderen." versetzte Käthe, während sie an einen anderen Tisch trat und ein großes Kontobuch holte. Dabei sah sie zufällig, daß die Fallthür zu dem Kellergewölbe offenstand. Dieser Springer ist doch wirklich zu vergeßlich!" dachte sie. Sie legte das Buch demFremden vor und blätterte darin. Sehen Sie. bitte, hier finden wir, was wir suchen," sagte Käthe, mit dem Finger auf eine Seite des Folianten zeigend. Der Fremde beugte sich zusammen mit ihr über das Buch. Plötzlich stieß sie einen heiseren Schrei aus. Nicht gerührt!" donnerte eine rauhe Stimme in ihr Ohr. Sonst sind Sie verloren!" Sie erhob die vor Schreck weit geöffneten Augen die einzige Bewegung, die sie zu machen wagte und sah einen wild aussehenden Mann hinter sich stehen, der den blitzenden Lauf eines Revolvers gegen ihre Schläfe richtete. Der zuerst Gekommene war verschwunden. Wie eisige Schauer überrieselte eS die junge Frau mit Blitzesschnelle hatte sie ihre fürchterliche Situation erfaßt. Sie schloß die Augen stöhnte tief auf schwankte suchte sich am Ladentisch festzuhalten und fiel anschcinend ohnmächtig zu Boden. Der Bandit beugte sich über sie. lauschte einige Sekunden, erhob sich dann und schlich so geräuschlos, wie er vorher hinter sie getreten, die Stufen in das Gewölbe hinunter. Regungslos blieb Käthe, die auch nicht einen Moment lang die Besinnung ve,loren hatte, am Boden liegen kein Muskel, keine Wimper zuckte an ihr bis ringsum allertiefste Stille herrschte. Dann erhob sie sich schnell und eilte lautlos auf die Fallthür zu; die war' zwar michtig schwer ob sie sie wohl schnell genug würde niederlassen können? Wie sie es vollbrachte, dessen konnte die junge Frau sich späterhin nicht entsinnen! Mit Anstrengung all ihrer Kräfte hatte sie die eiserne Thür über die Oeffnung gebracht. Dann legte sie die eiserne Kette, die in die Wand eingemauert war. durch den Ring in der Fallthür und schloß das Schloß zu. Dies alles war das Werk weniger Sekünden. Nun lief sie auf die Straße und rief um Hilfe. In wenigen Augenblicken waren mehrere handfeste Männer an ihrer Seite; auch ein Polizist kam eilends herbei und hinter diesem der Clerk Springer. In kurzen Worten erzählte die junge Frau, was sich zugetragen hatte. Der Laden batte sich inzwischen mit Menschen gefüllt. Spitzbuben, Frau Mohr?" fragte der Polizist. Ja, sind sie denn entwischt?" ' Nein eingeschlossen sind sie dort unten," erwiderte Käthe, auf die Fallthür zeigend. Ein donnerndes .Gelächter und Bravorufen folgte diesen Worten. , Das nenne ich schlau!" So eine brave Frau!" Wenn da nicht die Teufelstruppe dahinter steckt!" Langsam wurde die Fallthür aufgemacht. Dann stürmten mehrere der' Männer auf einmal die Stufen hinunter. Lebend oder todt!" war die Losung. Nach kurzer Zeit führte man $ie beiden Schurken mit gefesselten Hän.den herauf. Bei dem wilden Handgemenge waren wohl einige Schüsse gefallen, aber Niemand war ernstlich verletzt. Mit Flüchen und Püffen wurden die beiden Räuber auf die Straße expediri. Hier wurden sie von einigen Männern als die Anführer jener Räu berhorde erkannt, welche letzthin einen Eisenbahnzug überfallen, die Passa giere ausgeraubt und diejenigen, die sich zur Wehr gesetzt, einfach niedergeschössen hatten. Nun gab es kein Erbarmen mehr; am ersten Baume wurden sie aufgeknüpft. Einige Tage nach diesem Vorfall kam Farmer Dorn wieder in das Bankgeschäft. Na, Frau Käthe," meinte er, wer hatte kürzlich von uns Beiden recht Sie oder ich?" Hm. Sie" gab die junge Frau lächelnd zurück. Ich aber auch ich sagte Ihnen gleich, daß ich mich nicht fürchtete." Ja, ja, das stimmt!"

Rasche Erkenntnis. Es freut mich, daß Sie mich lieben, Herr Eller. aber ich habe ja kein Geld." Ich dachte mir gleich, daß ich Sie unglücklich liebe!" Geübte? Blick. Graf: Und was für ein Reisender ist denn das, der mich sprechen will?" Johann: Nach der Nase, Herr Graf, Weinreisend::!" .