Indiana Tribüne, Volume 22, Number 69, Indianapolis, Marion County, 27 November 1898 — Page 9
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ZNöwns Trwüyo EllNÄE. DaS Trarbacher S?koselweinlitd. Nicht weniger als 2140 Lieder sind dem Kasino zu Trarbach. das einen Preis von fünfhundert Flaschen edelsten Mosels für das beste Moselweinlied ausgesetzt hat, zugeschickt worden! Die Preiscommission konnte kein besies" Gedicht herausfinden, man entschloß sich vielmehr, den Preis unter die vier am meisten ansprechenden Einsendungen zu vertheilen. Unter den vier Glücklichen befinden sich drei Dresdener: Georg Bötticher, Franz Siegfr. Kaiser und Emmy Rüden von Spillner. der vierte ist Julius Wolff. i Charlottenburg. Einige Proben mö- . gen beigefügt werden. Julius Wolfs beginnt: Ich hab' getrunken manchen Wein In manchem Land beim Wandern, Der eine fuhr mir ins Gebein, Im Kopf fühlt' ich den andern. Ins Herz doch ging mir keiner so Und machte mich so frei und froh, Losledig aller Bande Wie Wein vom Mosellande. So wett lm ganzen deutschen vttiq Erklingt des Winzers Hacke, Kommt keiner ihm an Würze gleich lind lieblichem Geschmacke. Er schafft zumal ein leicht Geblüt Und gar ein fröhliches Gemüth, Er prickelt auf der Zunge, Aus Alten macht er Junge. Franz Siegfr. Kaiser fragt: Wer ist reicher in aller Welt? Höchste Lust für wenig Geld! Alte Schenke zur Feierstunde, Wackerer Männer lustige Runde. Hellblondes Mädel, hellblonder Wein. Goldig ihr Haar, goldig sein Schein. Rosa! Rosel! bring mir den Mosel! Hellblondes Mädel, hellblonden Wein! Rosel, den Mosel!! Kinder der Sonne: Mädel und Wein, Lebenöwonne gießen sie .ein! Lustiges Lachen, lustiger Klingklang Helle Augen, heller Singsang Goldiges Leben, goldiger Wein! Goldige5 Mädel schenkt ihn uns ein! Rosa! Ros?lk bring mir den Mosel! Goldiges Mädel goldigen Wein! Rosel. den Mosel!! ; G. Bötticher räth: ': Die Bläser laßt klingen An tönenden Relh'n: Ein Lied gilt's zu singen Dem lieblichsten Wein. Dem Trank, der die Keblel Am 'wonnigsten letzt, Vo durstigen Seelen Vor allen geschätzt! Wo g'äb's einen zweiten So süfsig wie er? In Nähen und Weiten Wächst keiner so mehr! I So lind und so labend. I So würzig und fein: Ein Morgen-, ein Abend i Ein Allezeit . Wein! Endlich singt Emmy Rüden ton Spillner: Hoch preis' ich mit vollem Pokale Die Heimath des köstlichsten Weins! Ich preise die Mosel im Thale, Die herrliche, Tochter des Rheins! Stolz ragen die Burgen und grüßen Und reden von uralter Zeit, Grüngoldig die Mosel zu Füßen Im ewigen Jugendkleid. Wie köstlich Dem Rebenblühen. O einziger Moselwein! Wie leuchtend Dein Flammen und Glühen Dein Duften wie würzig, )?ie rein! O sorgloses, fröhliches Leben Won goldiger Sonne belacht! Du Land der schwellenden Reben, Wie herrlich hat Gott Dich bedacht! Zalbasialische Chcaieryumo' resken. ca tslicf Oppenheim. I. Fürst Nikita L von Montenegro ist nicht nur ein Held im Kriege, sondern auch seine Regierungsgeschäfte erlauben ihm dieS ein großer Dichter vor dem Herrn. Aber der tapfere Fürst der schwarzen Berge leidet seit Jahrzehnten an einem geheimen Kummer; seine Czernagorzen beachten so wenig seine in schönem Rotb, Weiß und Blau eingebundenen GelsteSwerke. Ja. es gibt Unterthanen, denen der Duft eines gebratenen fetten Hammels lieber ist als Die Zarin deS BalkanS", Wutashm" und Fürst Arbanit", welcheTragödien der tapfere Fürst zu seinen besten zählt, obgleich man noch dei Fürsten lyrisch-epische Dichtung: Der Dichter und die Bila" gratis dazu bekommt. Und sollte man eS glauben, daß eS auch ganz wackere Ezarnagorzen gibt, die viese Berirrungen ihres Fürsten höchst unern sehen, denn der Druck dieser Werke auf eigene Kosten kpstet Geld und wir leicht könnte bei den nicht sehr gefüllten Kassen deS Fürsten der Hunger den Wolf auS dem Gehölz treiben" um mit einem Lieblingssatz des Fürsten zu sprechen , neue Steuern bringen, und diese sind doch, weiß Gott, die roth, blau und weiß eingebundenen Geisteökinder deS tapferen Nikita nicht werth, wenigstens behaupten dies die Unzufriedenen in den scbwarie LZeraen. Dt? Ejrna gorzen sind zwar ein javfereö löcl!, i
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über ftf jmd ptinzlMeMgne't von Steuern" und Abgaben, und als abgehärtete Naturmenschen, die meist von Viehzucht leben, sehen sie in den Geisteskindern ihres Fürsten ebensowenig Nutzen, wie in der Einführung des Schulunterrichts und in TheaterunterHaltungen in derHaupt- und Residenz stadt Cettinje, die der Fürst zum LeidWesen aller Gutgesinnten einführen wollte, woran ihm aber die Lust so ziemlich vertrieben wurde. Und das war gut. Wozu braucht ein so tapferes Volk, das immer auf Kosten der Nachbarn lebt, ein Theater? Die Czernagorzen haben seit Jahrhunderten, wenn sie da3 Türkenjoch in diversen Schlachten abschüttelten, oder wenn sie von ihren Nachbarn den Albanesen zum Unterhalt ihrer leiblichen Bedürfnisse Hammeln stahlen, selbst Theater mit wirklichen Todten aufgeführt, aber Kriege ohne irgend welchen Nutzen, wie sie in den Stücken ihres Fürsten vorkommen, zwischen Leinwanddekorationen zu führen, paßt nicht zu ihren ehrlichen Prinzipien. Kann eS da in Erstaunen setzen, daß es als eine patriotische That betrachtet wurde und daß man alles daran setzte, die Theatervorstellungen, die Nikita in Cettinje einführen wollte, zu vereiteln? Der nach Serbien geflüchtete Vetter deS Fürsten von Montenegro Savitfch war es, der in veröffentlichten und von Oesterreich glücklich unterdrückten Vroschüren Wunderdinge zu erzählen wußte von der Verschwendungssucht NikitaS I. und seiner Gattin Milena, die doch nur die Tochter eines in Schweinen und Hammeln reich gewordenen Senators Namens Peter Wukotitsch sei, die daö Verbrechen beging, die Werke ihres Gatten in Goldschnitt und roth, blau, weißen Einbänden der Nationalfarbe Montenegros in taufenden Exemplaren zu verschenken, selbst an Leute, wie eS deren viele in Montenegro gibt, die nicht einmal lesen können Das war allerdings eine Verschwendung. Dieser Vetter Savitsch war eS auch, der eine Auffüh rung deS Fürst Arbanit" auf schmähliche Weise vereitelte. Um dem Fürsten, den Konsuln und Freunden deS Hauses eine Freude zu bereiten, ließ die Fürstin durch talentvolle Verwandte und Dilettanten BerufsSchauspieler gibt es in Cettinje nicht Fürst Arbanit- einstudiren. Dem unliebsamen Vetter, der früher die Stelle einer Art von Ceremonienmeister am Hofe bekleidet hatte, fiel nur eine sehr kleine, höchst undankbare Rolle zu und er beschloß für diese Zurllcksetzung Rache zu nehmen. Der Inhalt der Tragödie ist, daß Fürst Arbanit sich an die Spitze der Czernagorzen stellt, in einer Schlacht die zahlreichen Türken total schlägt und dadurch den Söhnen der schwarzen Berge die Freiheit vom Türkenjoche gibt. Man sagt, daß Fürst Nikita sich in dem Fürsten Arbanit als TürkenbeZwinger selbst bezeichnet habe. Ein Verwandter deS Fürsten Bukovitsch spielte den Fürsten Arbanit; die sehlenden Komparsen wurden durch Soldaten der Leibgarde ersetzt, die man in Türkenkostüme steckte. Diese brauchte der Vetter als Werkzeuge. Es war angeordnet, daß die zahlreichen Türken. wenn Fürst Arbanit mit seinen wenigen Czernagorzen auf der Bühne erscheine, die Waffen fortwerfen und vor dem Helden Arbanit und den Seinen fliehen sollten. Savitsch hatte eö so einzurichten gewußt, daß die Soldaten. die auf den Proben die Türken darstellten, am Abend der Vorstellung durch andere ersetzt wurden und diesen sagte er, sie hätten sich ihrer Haut zu wehren, um jeden Preis das Feld auf der Bühne m behaupten und dürften sich durch keine Gewalt verdrängen lassen. Wenn sie ihre Sache gut machten, sollten sie nach der Vorstellung eine gute Belohnung erhalten. Savitsch'S Worte fielen auf fruchtbaren Worten. Als am Abend der Vorfiellung kn der betreffenden Scene Fürst Arbanit mit seinen wenigen Czernagorzen' daherstürmte und auf die Türken entHieb, ergriff nicht nur keiner, wie eS im Stücke vorgeschrieben war, die Flucht, sondern die Türken umringten den guten Fürsten Arbanit und s'ine Getreuen, schlugen ihn und seine Czernagorzen in einer regelrechten Keilerei zu Boden und hieben, waö das Zeug hielt, auf den sich krümmenden Arbanit ein. Nun war dieKomodie m Ende, denn, da Arbanit die Türken nicht besiegte, sondern cngesichtS der Versammelten regelrechte Hiebe bekam, war der letzte Akt, in dem der Sieg gefeiert wird, überflüssig; und er wurde auch nicht gespielt. Unter unendlichem Gelächter, trotz der Anwe senheit deö Dichterfürsten Nikita fiel der Vorhang. Savitfcb ging in die Verbannung und schrieb Broschüren gegen den Fürsten Nikita und seinen Hof. Komödie wird in Cettinje seit dieser Zeit nur hie und da von gastirenden Truppen bei stets leerem Hausi gespielt. Nur der Fürst, der Hof und die Konsuln sind anwesend, sonst aber venige, denn die Czernagorzen balten noch immer daran sest: daö Theater ist wie Seise ein Luzuö. - H. m Der Er . Serbeukönig Milan ist ein äußerst gewandter Menschendarsteller. Diese Thatsache wird wohl Wenigen bekannt fern, denn Ezkönig Milan macht seit längerer Zeit von dieser Gabe nur im gewöhnlichen Leben, nicht aus der Bühne Gebrauch, wo er gar oft hinter den Coulissen seine Gewandtheit alS Regisseur bewies. In früheren Jahren traf man ihn häufia auf den Proben deS Belgrader NattonaltheaterS, und er soll mancbem Künstler, namentlich aber de? reizenden serbiscen, Schauspielerin Marßlavski, Anlertungen und Winke für ihre ftoEcn ertheilt haben. ES war nicht bis Schuld des Serbenfürken. .jjjfr . fcii
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ÄarökavZi! eske grösseii Schönhetk ÄS Schauspielerin war, er muntert sie durch die verschiedensten Huldbezeugungen genug auf. aber je mehr dies geschah, beste mehr fanden diese verstockten' Serben, daß die Marslavski nur den Fürsten durch ihr Spiel gut unterhalte. Endlich, als Milan fand, daß man seine Lehr- und Regiekunst hinter den Coulissen nicht zu würdigen verstand, verheirathete er die schöne Marslavski an einen edlen Bojaren und verschwand von dem Schauplatz seiner unsichtbaren Thätigkeit hinter den Coulissen. Nur noch hie und da griff er in die Speichen der Welt von Schminke und Flitter ein. Und dieses fürstliche Kunstfeuer ist in Serbien doppelt nothwendig. Das serbische Theater ist nicht reich an Dichtern, aber noch weniger an guten Schauspielern: es entspricht im Allgemeinen keinem inneren Bedürfniß des Volkes und hat somit auch kein gesundes Wachsthum. Das serbische Thea ter vegetirte lanae Zeit mittelst schlechter Uebesetzungen aus dem Französi schen, Deutschen und Ungarischen. Wohl sorgten die berühmtesten serbischen Dramatiker: Matije Ban, Lazar Trifkowitsch, I. Popovitsch für TraPodien, Schau- und Lustspiele, aber es waren- und sind selten Originalstücke. Man kann in Serbien z. B. auf der Bühne Schillers Don CarloS und Äaria Stuart, mit prächtigen serbischen Original - Volksliedern illu ftrirt, aufführen sehen. Es berührt den Fremden, aber nicht den Einheimischen eigenartig, wenn Mortimer in Maria Stuart plötzlich zur Guitarre greift und seinen Liebesschmerz Maria Stuart mittelst dieses edlen SaitenInstruments singend verdolmetscht, odn wenn Marquis Posa den König Philipp II. ebenfalls singend um Gedankenfreiheit bittet, und König Philipp sinnend die Guitarre ergreift und den Marquis Posa nach der Melodie eines bekannten Volksliedes: Anders wohl als sonst in Menschenköpfen malt sich in diesem Kopfe die Welt- vorsingt. In früheren Jahren, als Milan noch regierte, hatte er den Gedanken, den Serben eine gute Nationalbühne zu geben, und Lazar Trifkovitsch war bestrebt, Milan's Ideen auszuführen, indem er einige Nationalstücke schrieb. Aber wo serbische Schauspieler hernehmen. die diese Stücke spielen? König Milan hatte damals auf seinen Reisen, namentlich in Wien, gute Theater gesehen und wollte dieses Stück Culturleben in seine Residenz verpflanzt wissen. So oft nun der Serbenfürst aus Wien oder Budapest kam, hatte der Direktor deö serbischen ' Theaters schlechte Tage; er mußte Vorwürfe über Vorwürfe hören, daß das serblsche Thater noch so sehr in den Windeln liege und daß daS AVC der drematischen Kunst in .seiner Residenz so ichlecht buchstabirt werde. Da ereignete eö sich, daß Milan in Wien im Wiener Burgtheater LefsingS Emilia Galotti- sah. Entzückt schrieb Milan an den Direktor des Nationaltheaters in Belgrad, daß er daS Stück bei seiner Rückkunft serbisch zu sehen wünsche. Ueber HalS und Kopf wurde LefsingS Emma Galotti" in'S Ser bische übertragen und einstudirt. Mi lan freute sich über die Aufmerksam keit. und erschien AbendS nach seiner Rückkehr in die Residenz im National Theater. Ihm schwebte noch die ent Zückende Aufführung vom Hofburg theater vor. Der erste Akt begann. Milan wurde in seiner Loge bedenklich nnruhlg; dieser Prinz war nicht von fürstlichem Geblüt und hatte in seinem Benehmen viel Aehnllchkett mit dem edlen Ahnherrn Milan's, dem Schweinezüchter Milosch; die Emilia glich einer Stallmagd. Und dieser Conti dieser Conti diese Gräfin Orsina wir wenig glich sie Charlotte Wolter sie war eine Grimasse auf diese große Künstlerin. . Nach Ve. endigung des vierten Aktes stürzte Milan hinter die Coulissen, überhäufte den Director, die Orsina, die Emilia, die Claudia mit Vorwürfen und Verwllnschungen, sa daß die drei Damen links und rechts in Ohnmacht fielen, aus der sie weder durch den herbeigeholten Arzt, noch durch Milan's Schreien und Fluchen zu wecken wann. Der Director befand sich in äußerster Verlegenheit und wollte schon dem Publikum die Erkrankung der drei Schauspielerinnen anzeigen, da trat ihm Milan in den Weg - und sagte: Lassen Sie dies, eö würde zu viel Aufsehen erregen. Ein guter Regisseu? muß sich zu , helfen wissen, Herr Direktor! Lassen Sie die Musik meh rere Ouvertüren spielen; sodann, wenn die Damen inzwischen nickt erwach! sind, will ich Ihnen mittheilen, waS Sie zu thun haben.- Das Orchester spielte über eine halbe Stunde. Endlich verlor daö Publikum die Geduld, und fing an die Musik mit Zischen und Geschrei zu übertönen. Der Direktor eilte in die Loge des Königs, der sich in den Vorraum zurückgezogen hatte und bat um Instruktion. Er erhielt sie. Rasch eilte ver Direktor vor den Vorhang und fragte erstaun! daZ verehrte Publikum, waS denn die Unzufriedenheit hervorgerufen .habe?- ' Zum Donner! schrieen ihm 100 Stimmen entgegen, wir wellen daS Ende deS Stückes sehen! Verehrteste-, ent. gegnete der Direktor, das Stück ist in 4 Akten eben 'zu Ende gespielt worden; auf dem Zettel ist ein Druckfehler. ES soll heißen: Emilia Galotti Schauspiel in 4 Akten, nicht in 5 Akten. Die tragische Musik, die Sie nach Fällen deö Vorhanges hörten, bedeutete den Tod Emilia Galotti'S." Man lachte oder war entrüstet und verließ das Zjeater. ' Eine gute Nationalbühne hat '"'übrigens' auch MilanS Sohn Alexander'alS Könia von Ser hien bis heute noch nicht geschaffen.
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M. - Rußland schenkte jungst des fürsttich bulgarischen Regierung zwei Waggönladungen Theater - Kostüme. Ein seltsames Geschenk, das seine Vorgeschichte hat, ebenso wie das bulgarische Nationaltheater, das nun endlich in Sofia gegründet werden soll. Endlich! weil der - gute Fürst Ferdinand, seit seinem Regierungsantritt bestrebt war, dieses Culturmittel seinen theuren Bulgaren zugänglich zu machen. Fürst Ferdinand wollte, aber seine getreuen Unterthanen wollten nicht. Ja er kaufte sogar in Paris zweimal die Theaterkostüme und Requisiten für das künftige bulgarische Hoftheater, aber beidemal wurden die gesummten Kostüme sammt Requisiten bis auf den letzten Knopf vor Eröffnung des Thea ters einfach gestohlen. Es hatte dem Fürsten schon viel böse Stunden bereitet, daß sich die Herren Bulgaren gar so ablehnend gegen seine Culturbestrebungen verhielten. Wie schmerz lich z. B. war es für ihn zu entdecken, daß die Großen und Edlen des Reichs nicht einmal tanzen können. Und das ist doch daö Wenigste, was man von anständigen Unterthanen verlan gen kann. Sie tanzten schon, aber durchaus nicht nach dem Sinne des Fürsten Ferdinand und seiner Gemahlin, sie tanzten jenen gemeinen Tanz, den man in ganz gewöhnlichem Sinne Radova nannte. DaS mußte 'anderS werden! Die Orleans sind gewohnt, daß unter ihrem Scepter nach ihrem Sinne getanzt taiib, und so beschlossen denn Fürst Ferdinand und seine erlauchte Gemahlin in väterlicher und mütterlicher Liebe, die Bulgaren gratiö französisch tanzen lernen zu lassen, und zwar durch in's Land berufene Tanzmeister, die der Fürst bezahlte. Aber noch ein anderesVergnügen fehlte in Sofia das Theater. Wer da etwa glaubt, daß die Bulgaren bisher dieses Vergnügen entbehrten, irrt sich. Als Bulgarien noch unter türkischem Scepter stand, kamen von Pest ambulante Truppen namentlich während des Sommers, um in Sofia Vorstellungen zu geben, machten aber sämmtlich Bankerott. Als Prinz Ferdinand wegen Uebernahme des bulgarischen GeschaftS deS ThroneS in Unterhandlung stand, hörte er auch von dieser dramatischen Vernachlässigung bulgarischer Interessen und eS berührte seinen landeövaterlichen Sinn schmerzlich, daß sein Vorganger wahrend seiner Regie rungözeit diesen wichtigen Cultur Punkt außer Acht gelassen und sich da für mit den Serben bei Sliviza herumgeschlagen hatte. Schon damals stand es in seinem Innern fest, vak die vra matische Kunst in Bulgarien gehoben werden müsse. Aber es ist das Kismet der Fürsten von Bulgarien, daß sie denken und die Russen lenken. Bevor Prinz Ferdinand don Koburg zur Uebernahme deS ThroneS nach Sofia abreiste, begannen inWlen geheime un terhandlungen mit einem Impresario. der mit einer Gesellschaft in nächster Zeit in So ia als ürstlich bulgari scher Hoftheaterdirektor- französische Vorstellungen geben sollte. Der Fürst kaufte in Paris ein theures Inventar an prachtvollen Kostümen und ließ den Saal in Sofia für Theaterzwecke des ser in den Stand setzen. Die Kostüme kamen richtig in Sofia an. Bulgarien lag damals noch voll rosiger Hosfnungen vor ihm. Nach seiner Ankunft in der Hauptstadt fand er aber, daß die Bulgaren kein französisches Theater wünschten. Dem Theaterunternehmer wurde daher bedeutet, daß die französischen Theatervorstellungen im Augenblick in Bulgarien wenig Anklang finden würden und eine deutsche Gesellschaft genehmer sei. Es ward dahör rasch eine . deutsche Truppe zusammengestellt und die französischen Stücke in deutscher Uebersetzung einstudirt. Die Unterhandlungen mit dem Theaterunternehmer waren zu Ende und die Vorstellungen sollten im Herbst beginnen, glö man dem Fürsten mittheilte, daß sämmtliche Kostüme, die noch gar nicht ausgepackt waren, verschwunden seien. Alle Nachforschungen waren vergebens, und es blieb, da die deutsche Truppe engagirt war. dem Fürsten nichts übrig, als für 60.000 Francs neue Kostüme zu kaufen. Kaum waren diese angelangt, so begann man gegen das deutsche Theater zu intriguiren. Die Minister riethen ab. Eine Krisis stand zu befürchten, und da Fürst Ferdinand ei neö Sinnes mit seinem Minister war, erhielt der Theaterunternehmer die Weisung, nicht mit einer deutschen, sondern mit einer italienischen Gesellschaft nach Sofia zu kommen. Jta-lienisch!-hieß eS bald darauf in Sofia. Hm!- rief man, wer soll daö Italienische bei unS verstehen?- Der Fürst beharrte auf seinem Willen und die Vorstellungen sollten am 1. Januar beginnen, da entdeckte man zum Glücke rechtzeitig, daß abermals die Kostüme verschwunden und gestohlen waren. Der Fürst war außer sich. So nahe an einem Hostheater und wiede? nichts. Er ordnete die strengste Untersuchung an, aber sie war. wie immer in diesem Lande der Redlichkeit und guten Sitte, ohne Erfolg. Nun blieb nichts anderes übrig, als dem Impresario mitzutheilen, Bulgarien verzichte darauf, der dramatischen Kuyst theilhaftig zu werden. Der Theaterunternehme? reichte eine Schadenersatzklage im Betrage von 100.000 Fr. ein. Endlich einigte man sich und der Fürst zahlte die Hälfte der Summe. Trotz aller Opfer hatte der Fürst noch immer kein Hoftbeafex und man langweilte sich schrecklich im Winter in der Residenz deS FürstenthumS. Dazu kam aber noch, daß die. verbannten bulgarischen Offiziere auS Rußland in daS theure Vaterland zurückkehrten; ihnen mußte man. da sie in Rußland indeß Theater gehabt hatten, auch in ia .diese Unterhaltungen .bieten
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sönlt waren sie, um die Zelt todtzuschlagen, vielleicht versucht gewesen. den Orleans dem Battenberger folgen zu lassen und eine kleine Revolution anzuzetteln. WaS beginnt man nicht in Sofia aus Langeweile! Dann sandte Väterchen wieder russische Offiziere in'S Land; den Herren mußte man doch auch das Theatervergnügen bieten. Aber wieder neue Kostüme anschaffen, das war dem Fürsten Ferdinand zu viel und wer bürgte ihm dafür. daß sie nicht abermals verschwinden würden. Endlich entschloß sich der Fürst jedoch, zum dritten Mal Kostüme in Paris anzukaufen, um ein bulgarisches Theater zu schaffen. Indeß bulgarisches Theater in Bulgarien. wo jetzt so viele Russen sind das ging doch nicht. Gut, meinte der Minister und wandte sich nach Petersbürg um Rath. Dort fand man einen Ausweg. Um dem Fürsten sparen zu helfen, sandte man zwei Waggonladungen Theaterkostllme aus Rußland nach Sofia. Zur Vorsicht ließ der bulgarische Minister auf jedes Kostümstück drücken: Russisches Rationaleigenthum. Und da man in russischen Kostümen nicht gut bulgarisch spielen könne, so beschloß man die Gründung ein?S Nationaltheaters, ii dein russisch gespielt wird. Aber Fürs Ferdinand hatte das Geld für die Ko stüme erspart und das freut ihn mitmein. Hi'morlslMcs. Mißverständniß. Wi lud denn des Barons Verhältnijsc .Eine immer netter wie die andere." Kindermund. Hänschen: ,?c;.a, darf ein Vegetariancr axä, eine Würzt von einem Apfelschimmel -i!" Äerschnappt. Erster Fr und: Ich sage ir. meine Braut laßt betauurno schön Zweitcr Freund: f-.rf Oij Saloon u. Billiard-Hall Z?o.9Z Oft Washington tr. Jokn 2cHaüjcv ttioeniBSm? WÄhÄIcl 0aee, Männerchor Halle. Feinstes Restaurant und altdeutsche Wirthschaft. vefte deutsche Lüche. Liebn' Svecml h an avf. Die feinsten Weine, LiquSre un" Cigarren. wei Aegeibabnen stehen ur Verfügung, orzügiich Frühstücks,, Nutaa, und benttlfch. . Franz Vüddicker, 337 Sst Washington Staifj. exh 1003. Äle gemüthliche Ecke :: Noble 55 Market Otu 0 JOHN WEBER seinen Saften die besten VetrSnke und Sigar ren nno om innnen vana beriefet, tft aUbt rann,, ergenen etc nxqx den ttnzuleyren. j V Jf N I' O .IH'U tznrv IIOZAHT-HALLE, 07 ant tb Süd Dtla Straße. Die Alttft,. ftrBftt ttiifc fAflnftt htrnrtin AafT tn Jdiaaptt, jetzt eu und leg ge Kattet, ehr vereine nd Vrtvate ,ur b Haltung , E,rtn,Välln.Vkrlaluae .!. untet liberale edtuguuge ,r er flaun. fitIttkAun fl Mrta i 4hr. Mit 1 taten. T, IS. Ein-efjello, ilj crn .xi. csciucu - weuurrer. Qied aus dmZaltm Platz, üo. 221 u. 223 5!. Delavsre Gtt. Tel. 160.
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