Indiana Tribüne, Volume 22, Number 69, Indianapolis, Marion County, 27 November 1898 — Page 3
Achmb niete
Roman tcn Ludwig Habicht. (11. Fortsetzung.) Ach was,' wir sitzen tr?ckener alZ Noali !n der Arche," entgegneteHedicke Machend. Komm, allzuviel Zeit haben wir nicht zu verlieren. Um drei Uhr ist die Nacht vorbei." Er brachte auZ seiner Tasche jetzt zwei Kerzen zum Vorschein, zündete sie an. gab seinem Beg'eiter eine davon zu tragen und schritt, selbst die andere hochhaltend, ihm voran in die Gruft. Das nicht allzu große Gewölbe war völlig angefüllt von den Särgen der Grafen und Gräsinnen v. Ballerstädt, die hier ihre letzte Ruhestatt gefunden hatten und deren Namen, Geburt- und Sterbetage auf Metallplatten daran verzeichnet standen. Die Einbrecher wandten sich schnell dem letzten Sarge in der Reihe zu, in dem der letzte Graf Ballerstädt an der Seite seiner Vorfahren niedergesetzt worden war. Sie kannten den Platz sehr genau; waren sie doch bei der Bestattung gegenwärtig gewesen; ja noch mehr. Hedicke hatte sogar mit Hand angelegt, als man den Sarg verschlossen hatte. Das kam ihm jetzt zu statten. Er wußte ohne langes Suchen die Schrauben zu finden, wußte, wo er die Bohrer und Hebel anzusetzen hatte. Die Kerzen hatten sie auf benachbarte. Särge gestellt. Glaser mußte jetzt als Handlanger dienen, und sein Genosse befahl ihm mit kurzen, abgebrochenen Worten; sonst wurde nichts zwischen ihnen gesprochen; draußen tobte ober das Gewitter noch mit ungebrochener Kraft. Ein schriller, kreischender Ton, als hätte der Schläfer im Sarge aufgeschrieen! Glaser stieß einen Laut des Entsetzens aus; auch Hedicke schüttelte sich und sagte mit nicht ganz fester Stimme: Der Deckel ist los; hilf ihn aufheben!" Noch ein kurzes Zaudern, dann griffen beide zu; wiederum ein dumpfer Ton, und der Deckel lag am Boden. Hedicke nahm eines der Lichter und beleuchtete damit den Todten. Glaser wandte sich ab; er vermochte nicht hinzuschauen. Brauchst dich nicht zu fürchten." rede ihm Hedicke zu, er sieht gar nht schrecklich aus. Je schneller, wir hier fertig werden, desto schneller kommen wir wieder hinauf. Also ziere dich nicht und faß an, denn allein kann ich mit dem steifen Körper doch nicht fertig werden." . Glaser nahm sich zusammen, und Hedicke wies den Gefährten an, wie er den Leichnam in die Höh heben solle. Er selbst untersuchte dann die Rockund Hosentaschen; denn nur dort ließ sich ein Portefeuille mit Werthsachen vermuthen. Es war vergeblich, die Taschen waren leer. Verdammt!" murmelte Hedicke. man hat sie ausgeleert, ehe man ihn in den Sarg legte. Kein Portemonnaie. kein Notizbuch " Und noch weniger Geld oder Werthpapiere!" fiel Glaser ein, bei dem jetzt der Zorn über die erfahrene Täuschung den Sieg über das Grauen gewann. Esel, der ich war, mich auf deinen unsinnigen Plan einzulassen!" DerGed:nke, daß der Graf die PaPiere mit in's Grab genomnzen hat, ist doch nicht in meinem Kopf entstanden, sondern in deinem!" vertheidigte sich Hedicke. Wenn schon; es wäre mir nicht im Traume eingefallen, die Gruft aufzubrechen, um sie zu holen." Warst aber doch recht gierig, als ich dir den Vorschlag machte. Hättest ja zu Hause bleiben können, wär' ohne dich Memme auch fertig geworden, warst mir ja mehr im Wege, als du mir geholfen hast." Hätt' dir wohl die Beute allein lassen sollen, elender Lump!" Was. du schimpfst?!" Jämmerling, ich werde dich !" Mit aufgehobenen Fäusten standen die beiden Spießgesellen sich gegenüber. Hedicke gewann aber schnell seine Kaltblütigkeit wieder und sagte spöttisch: Wenn wir uns schon keilen wollen, so wollen wir' doch verschieben, bis wir wieder oben sind. Uebrigens sind die beiden Ringe, die der Todte am Finger hat, unter Brüdern ihre paar Tausend Mark werth; die nehmen wir mit. ganz umsonst wollen wir die Reise denn doch nicht gemacht haben." Er zog sie ab, steckte den einen ein und reichte seinem Gefährten den anderen. Dieser hatte auch eingesehen, welche Thorheit es sein würde, wollten sie beide hier in der Gruft, wo einer ganz vom anderen abhängig war, sich in die Haare gerathen; er nahm deshalb den Ring, ohne zu erwägen, ob der, den Hedicke sich angeeignet, werthvoller sei. und sagte: Hast recht. Sollen wir aber das Rockfutter nicht durchsuchen?" Wird nichts nutzen," entgegnete kopfschüttelnd Hedicke. aber der Rock selbst ist des Mitnehmens werth. Ich weiß es ganz genau, der Graf hatte ihn. erst ein paarmal getragen, er ist noch wie neu. Ich kann ihn sehr gut gebrauchen." Mit einer verächtlichen Handbewegung gab Glaser zu erkennen, daß er auf dieses Kleidungsstück kewen Anspruch erhebe und es gerne seinem derlumpten Gefährten überlasse, der es denn auch mit großer Fingerfertigkeit dem Leichnam abstreifte und vorläufig auf den Boden warf. Der wird in Hemdsärmeln auch selig!" sagte er frivol, nun wollen tti? aber schnell den Deckel wieder drauflegen. Mit dem . Zuschrauben brauche ich mir keine große Müh zu geben. Es kommt so leicht Niemand wieder hie? herunter, ein Graf v. Ballerstädt wird nicht wieder begraben."
Aber die Gräfin!' sagte Glaser. Ach, die ist noch jung und wird schon heirathen. Aber es ist wirklich höbe Zeit, daß wir hier fortkommen." Sie hoben den D:ck:l wieder aus und befestigten ihn leicht; dann -.-äfften sie die gebrauchten Werkzeuge zusammen, und Hedicke nahm den Rock auf und warf ihn über den Arm. Es knisterte etwas dabei. Was ist denn das?" rief Hedicke. Sollten doch noch einige Geldscheinchen in dem Rock stecken? Es knistert wie Papier." Hab ich's dir nicht gesagt!" rief Glaser und wollte sich auf den Rock stürzen; aber der andere hielt ihn fest und entgegnete: Ruhig Blut; der Rock läuft uns nicht weg." Aber du vielleicht mit ihm!" sagte Glaser mißtrauisch. Da hast du 'ihn! versetzte Hedicke verächtlich. Bist feig und mißtrauisch." Er warf Glaser den Rock zu. Halte ihn, bis ich die Thür zugemacht habe, wir wollen ihn im Vorraum untersuchen." Sie verließen die Gruft, und Hedicke schloß die erste Thür, so daß sie sich jetzt auf wenige Fuß breit zwischen den beiden Thüren befanden. Das Gewiiter schien sich ausgetobt zu haben, es regnete aber noch sehr stark. Sie kauerten sich beide auf die Stufen nieder. Hedicke leuchtete, und Glaser untersuchte eine Tasche nach der anderen. Sie waren sämmtlich leer. Nichts! Nichts! Itod wieder nichts!" rief er unwirsch. Aber es knistert doch; es muß etwas darin stecken! Laß mich einmal sehen! Ha! Hier!" Hedicke hatte seinem Kameraden den Rock aus der Hand gerissen, ihn nach allen Seiten gedreht und endlich eine Seitentasche entdeckt, die recht künstlich zwischen Oberzeug und Futter abgesteppt und mit einer schwer zu findenden Klappe geschlossen war. Triumphirend öffnete er sie; er sowohl, wie der ihm über die Schulter blickende Glaser machten aber sehr lange Gesichter, als sie darin nicht die erwarteten Tausendmarkscheine, sondern xmx ein zusammengefaltetes Papier fanden. Wieder nichts!" brummte Glaser. Na, das wollen wir doch erst einmal sehen. Wenn sich der Graf ein Papier in der Sicherheitstasche aufgehoben hat, muß es doch irgend einen Werth haben;" er faltete das Papier auseinander, las es beim Schein der
wieder angezündeten Blendlaterne H die beiden Kerzen hatten sie in der Gruft zurückgelassen und reichte es seinem Kameraden mit der jubelnd ausgesprochenen Frage: Was sagst du nun?" Es war der in aller Form ausgestellte Doppelschein des Bankiers Bösterüber die von dem Grafen Ballerstädt erhaltenen Papiere im Werthe von fünfmalhunderttausend Mark. Hedicke weidete sich an dem Staunen seines Gefährten, der endlich sagte: Siehst du wohl, ich war doch auf der rechten Fährte." Ja, mein Sohn, hast läuten hören, wußtest nur nicht, in welchem Dorfe. Na, wie steht nun dein Bankier Vöster da? Ist ein ausgemachter Spitzbube!" Wahrhaftig, es ist so!" stimmte Glaser zu; hätt's wirklich nicht von dem Manne gedacht." Also, ganz vergeblich ist meine Mühe und deine Angst doch nicht geWesen." triumphirte Hedicke. Angst! Wer hat sich denn geängstigt?"'fragte Glaser, sich in die Brust werfend; Hedicke hatte jetzt die Außenthür geöffnet, ein Schritt, und die Gruft lag hinter ihm, da war ihm der Kamm geschwollen. Dennoch hielt er es für gerathen, bei diesem Thema nicht länger zu verweilen und sagte ablenkend: Jetzt ist die Gräfin schön heraus; die muß uns einen hübschen Finderlohn zahlen." Ja Kuchen, wie ich die kenne, wird sie noch tief empört sein, daß wir die Gruft ihrer Ahnen entweiht haben," erwiderte Hedicke. Sie waren inzwischen auf denKirchHof hinausgetreten, und Hedicke hatte die Thür der Gruft geschlossen. Der Regen hatte nachgelassen, in der Ferne verhallte noch der Donner des abziehenken Gewitters; grauweiße Streifen im Osten kündeten das Nahen des Tages; eine wundervolle Frische erfüllte die Luft. Vom Kirchthurm schlug es halb Drei. Die allerhöchste Zeit, daß wir fortkommen," sagte Hedicke, nach dem Gewitter kommen sie noch früher 'raus als sonst, aus Angst um ihre Felder." Na, wenn uns jetzt wirklich einer begegnet, was könnten sie uns anhaben?" fragte Glaser. Bist ja furchtbar muthig geworden." lachte Hedicke. Na, kremple dir nur die Hosen auf und drück' noch 'ne Beule mehr in den Hut, dann können sie uns wohl für ein paar Burschen halten, die auf den Ziegeleien Arbeit suchen. Jetzt wollen wir aber die Beine in die Hand nehmen und machen, daß wir zum nächsten Zug nach Nauen kommen." Eine Weile schritten sie schweigend, jeder mit seinen Gedanken beschäftigt, nebeneinander her. Endlich begann Glaser abermals: Du meinst wirklich. man könne mit der Grafm nichts anfangen? Da thäte man wohl besser, man ginge mit dem Schein zum Regierungsrath Boltenstern?" Das ist dieselbe Couleur. Der nähme uns den Schein ab und . ließe uns am Ende wegen Grabschändung einsperren." Aber das ist ja eine ganz verteu felte Geschichte! Sollen wir denn nun ixn Schein etwa verbrennen?" Na, fodumm! Kennst du wirklich keinen Anderen, für den der Schein was werth wäre?" Glaser blieb stehen, schlug sich vor die Stirn und rief: Der Bankier BöPer." . . .Richtig!" destatigteHedicke. dabist
eine gute Daumschraube, damit können wir den reichen Spitzbuben gründlich zum ZaUcn zwingen." Der wird auch nicht viel herausrücken wrllen." sagte Glaser, schoct wieder kle'nlaut. Er muß. Urbrigens hast du nicht einen Freund ohn Bekannt?."., der photographirt?" Das kann ich selbst. Ich lbe einen Apparat und mache ganz gute Sachen." Prächtig!" Hedicke rieb sich vi: Hände. Aber warum?" Dummkopf; du phokographirst den Schein; wirst du das ordentlich machen können?" Gewiß; alles was nicht lebt, treffe ich immer, bloß mit den Menschen und Thieren will's manchmal nicht recht werden." Schon. Also du phokographirst den Schein, dann verkaufen wir zuerst das Original an Böster. Wir fordern nicht viel, damit er glaubt, ein brillantes Geschäft zu machen. Und nachdem wir ihm die ersten zehntausend Mark abgeknöpft haben, muß er uns für jede Photographie die gleiche Summe zahlen." Du bist wahrhaftig nicht auf den Kopf gefallen. Da können wir ihm ja so nach und nach die ganzen fünfmalhunderttausend Mark abnehmen." Mehr als das. Er muß zahlen, so lange er was hat." Prächtig, und eö ist für uns keine Gefahr dabei?" Nicht die mindeste. Der Bankier muß schweigen, er redet sich ja um den Hals, wenn er nur ein Wort sagt. Mach du nur die Photographie fertig." Das kann bald genug geschehen. Ich sagte dir ja schon, unsere Gnädige ist verreist, da gibt's viel freie Zeit. Uebrigens werd' ich dem Commerzienrath jetzt kündigen." Hedicke blieb stehen, überlegte ein paar Augenblicke und sagte dann: Höre, das thäte ich doch nicht so plötzlich." Warum? Ich brauch'S doch nun nicht mehr!" . Ganz recht, aber nicht sogleich, es könnte doch auffallen. Kommst lieber nachher so nach und nach mit 'ner Erbschaft oder mit 'nem Lotteriegewinn heraus." Und du?" Ich werde noch viel länger den armen Schlucker spielen müssen, aber das schadet nichts; wenn ich nur weiß, daß ich keiner bin. Hat man Geld, kann man sich auch heimlich -etwas zu Gute thun." Wenn wir's nur erst hätten." Ach. das ist ja so gut. als ob wir's schon im Sack hätten. Bist d.u nun mit unserer Nachtfahrt zusrieden?". Glaser murmelte etwas Unverständliches; er wollte seinen Gefährten doch nicht merken lassen, welche Bewunderung ihm dessen Schlauheit einflößte, sah aber wohl ein, daß er am besten fahren werde, wenn er sich dessen Leitung überließ. Sie näherten sich der Station. Der Regen hatte völlig aufgehört, und es war bereits hell geworden. Pfeilen gleich schössen die ersten Strahlen der aufgehenden Sonne nieder. Ein Wagen. der einm Gutsbesitzer und dessen Frau nach dem Bahnhof brachte, fuhr an ihnen vorüber. Es ist doch besser, wir kommen einer nach dem anderen nach dem Bahnhof und fahren auch nicht in demselben Wagen," rieth Hedicke. Sie trafen noch ewige wichtige Verabredungen und trennten sich dann. Als sie den Bahnhof erreicht hatten, war der Zug bereits gemeldet, es waren aber nur sehr wenig Mitreisende auf dem Bahnsteig zu sehen. Kaum fünf Minuten später fuhren sie nach Berlin zurück; sie gingen aber auch dort auf dem Lehrte? Bahnhof aneinander vorüber, als hätten sie sich uoch nie im Leben gesehen.
18. Thut mir leid.Heri Sanders, nicht ein einziger Wechsel ist in meinem Besitz, bin nur beauftragt, sie Ihnen vorzulegen und Kassa dafür in Empfang zu nehmen." Der Agent Böhm. durch dessen VerMittelung Theodor Sanders seine Anleihen gegen eine große Provision ge macht hatte, breitete eine AnzahlWechsel vor ihm aus und sah ihm mit einer freundlichen Gelassenheit in's Gesicht, so recht geeignet, einen Unglücklichen völlig zur Verzweiflung z treiben. Ab Sie wissen doch, daß ich Nicht zahlen-kann." Nein,Herr Sanders, das wußte ich bis jetzt nicht. Bin immer gewohnt, daß solide Kaufleute am Verfalltage Deckung für ihre Wechsel bereit halten." Höhnen Sie mich nicht noch! Sie Sie erbärmlicher Halsabschneider!" schrie Sanders, sprang aus und fuhr auf den kleinen, schwächlichen Böhm los'. Wahren Sie Ihre Zunge, Herr Sanders," versetzte dieser, ohne die mindeste Erregung zu zeigen; ich halte Ihnen ln Ihrer jetzigen Lage manches zu Gute, sonst würde ich Sie wegen Beleidigungen verklagen. Habe ich mich Ihnen etwa aufgedrängt? Sind Sie nicht aus freien Stücken zu mir gekommen und haben mich gebeten, Ihnen zu helfen?" Ja, ja. das habe ich!" gab Sanders wieder klein bei. Verzeihen Sie mir, Herr Böhm, und helfen Sie mir nur das eine Mal noch." ' Er ergriff die Hand des Agenten, der sie ihm aber , schnell wieder entzog und antwortete: Thut mir leid, Herr Sanders, aber es g:ht nicht. Sie wissen doch, daß ich der reiche Mann nicht bin, ich habe meine Hinterleute." . So gehen Sie zu diesen; ich bin zu jedem Opfer bereit." Hilft nichts; sie wollen nicht mehr.-
Aber ich stehe in Unterhandlung.das Terrain wird nächstens verkauft." Wem wollen Sie denn das vorreden, Herr Sanders, sich oder mir?! Es ist jetzt gar keine Nachfrage nach Baustellen, und wenn Sie Ihre Ländereien wirklich verkauften, so wäre es für ein Spottgeld, das nichk die Schulden deckte. Auch sind ja in den nächsten Monaten noch 'mehr Wechsel fällig." Das wissen Sie auch?" fragte Sanders aufhorchend. Wie kommen Sie dazu? Diese Wechsel " Habe ich Ihnen nicht besorgt!" fiel Böhm ein, hätte ich früher davon gewußt, wäre ich vielleicht etwa schwieriger gewesen; aber gleichviel, sie sind vorhanden und befinden sich in demselben Portefeuille, auZ dem diese entnommen sind." Meine Wechsel sämmtlich in einer Hand?" fuhr Sanders erschrocken auf. Das scheint so." Aufgekauft?" Böhm zuckte die Achseln und machte ein sehr schlaues Gesicht. Wer kann das gethan haben? In freundlicher Absicht ist es nicht geschehen, da man mir jede Frist verweigert." Das möchte ich auch nicht bchaupten." Aber was soll ich thun?" Es wird Ihnen nichts übrig bleiben, als Concurs anzumelden." Dann bin ich ein Bettler, schlimmer als das!" Er dachte daran, daß er den größten Theil des Vermögens seiner Frau in den Abgrund geworfen, dachte daran, wie oft sie ihn vor unßnnigen Spekulationen gewarnt fyrttt, sah sie jetzt im Geiste vor sich stehen, wie sie ihn anklagte, ihr Hab und Gut verschleudert zu haben, und das Haar stieg ihm zu Berge. Herr Böhm," bat er nach einer langen Pause, während welcher der Agent ruhig dagesessen hatte. Herr Böhm, nennen Sie mir den Namen desjenigen. in dessen Händen sich meine Wechsel befinden." Aber Herr Sanders " Ich bitte Sie, ich beschwöre Sie! Sie fragen mich da wirklich zu viel. Herr Sanders. Ich weiß das auch nicht, ich bin ja nur die Mittels--Person." Geben Sie fich doch keine Mühe,. Herr Böhm. Trotzdem Sie mit allenHunden gehetzt sind, steht es Ihnen doch an der Stirn geschrieben, daß Sie: die Unwahrheit reden. Sie kennenden Inhaber der Wechsel sehr genau.. Nennen Sie ihn mir." Ich kann nicht, ich darf nicht." Ich will zu ihm g:hen, ihn b:schwäreir,.mich nicht in's Verderben, nicht in deir Tod zu jage.i!" Ist ganz unnütz. Er er thut es doch." So will er meinen Untergang?" Sieht beinahe so aus. Böhm machte eine Bewegung, als wolle er sich erheben und nach seinem Hut greifen. Sanders stürzte sich auf ihn und hielt ihn fest. Nicht von der Stelle! Ich lasse Sie nicht hinaus. Ich muß erfahren, wer mich so grausam verfolgt. Ich kenne Niemand, dessen Haß ich mir in so hohem Grade zugezogen haben könnte." ' Wirklich nicht?" Böhm sagte es mit einem lauernden Blick und ganz eigenthümlicher Betonung. 'Sie wissen auch darüber Bescheid! Sie kommen nicht von der Stelle, bis Sie mir reinen Wein eingeschenkt habent" Sanders stellte sich mit dem Rücken gegen die Thür des kleinen Comptvirs das er am Halleschen Ufer innehalte, denn dort war ihm der fatalc Morgenbesuch des Agenten- zu Theil geworden. Böhm, dem es gelungen war. auf--zustehen und ein paar Schritte gegen die Thür zn machen, blieb vor der entschlossenen, ja drohenden Haltung- des anderen erschrocken stehen. Sanders war jung, kräftig, von geschmeidigem Gliederbau. er dagegen alt,, klein-, schmächtig und ungewandt, es würde einen sehr ungleichen Kampf gegeben haben seine Niederlage war unzweifelhaft, und wie die meisten Seinesgleichen war er feige. Auf irgend einen Beistand war nicht zu hoffen; Sanders hatte die zwei Gehilfen.., die sonst mit ihm aus dem Comptoir arbeiteten, entlassen und besorgte seine Geschäfte, die sich wesentlich verringert haiten, allem? der Anweiser aber war,, toi er zufällig gehört, nach Sanders Wohnrmg geschickt worden. ' , Noch einmal seinen. Much zusammennehmend, sagte txz: Lassen Sie mich hinaus. Herr Sanders. Ich verklage Sie sonst wegen. Frel'heitsöeraubung." Das können Sie nachher halten, wie Sie wollen." war die mit einn höhnischen Lachen ertheilte Antwort. Mir ist Alles gleich. Lassen Sie es sich gesagt sein, Sie haben es mit einem Menschen zn thun, der zum
Aeußersten entschlossen ist." Aber Herr Sanders, Sie werden sich doch nicht an einem unschuldigen Menschen vergreifen wollen?" Sanders lachte nur kalt und schnei dend. Den Namen! Wie heißt der Mann?" Er streckte die Hand nach dem Agenten aus, dessen Stirn sich mit kaltem Schweiß bedeckte. In seiner Herzensangst wimmerte er: Ach Gott, ach Gott. Herr Sanders. es ist ja gar kein Mann, sondern eine Dame!" Eine Dame?!" wiederholte Sanders. Das sagen Sie nur, um mich ire zu führen." Nein, nein! Ich schwöre Ihnen, es ist so," versicherte Böhm und suchte hinter des Anderen Rücken die Thür zu gewinnen; aber der merkte die Absicht und kam ihm zuvor. Geben Sie sich doch keine unnütze Mühe; Sie kommen nicht aus dem Zimmer, bevor ich nicht Alles torV Plötzlich ging eine Aeränderu..g in
sewem Gesicht vor, als je! in dulttler. Nacht ein Blitzstrahl, niedergefahren und habe einen dicht unter seinen Füßen gähnenden Abgrund beleuchtet. Bor ihm taucht: eine Gestalt auf, vornehm und elegant, eine Gestalk. die er in herrschaftlicher Equipage hakte an sich vorüberfahren, auf kohlschwarzem Rappen im dunkelblauem Reitkleide, mit wehendem Schleier hatte an sich vorüberfliegen, auf den Arm eines mit bewundernden Blicken an ihr hängenden. ein wenig stutzerhaft gekleideten älteren Herrn gelehnt, die Promenadenwege des Thiergartens auf und ab wandeln sehen. War er ihr doch gefolgt, wie die Motte das Licht umkreist, unwiderstehlich angezogen, das Verlorene bejammernd und sich doch sagend, daß er damals nicht anders habe handeln können. Er wußte jetzt, daß er auch von ihr nicht unbemerkt geblieben, obwohl sie hochmüthig über ihn hinweggeblickt, und keine Muskel in ihrem schönen, aber ach so kalten Gesicht gezuckt hatte; er wußte jetzt, daß sie es war. die sein Treiben mit Aufmerksamkeit verfolgt hatte, daß sie die Macht war, deren unheimliches, für ihn verderbliches Wirken er öfter zu spüren geglaubt. Sie brauchen mir den Namen der Dame nicht zu nennen, ich kenne ihn, es ist die Frau Consul Gundlach!" sagte er. Aber Herr Sanders!"' stammelte der Agent mit einem schwachen Versuch, das Geheimniß zu wahren. Ja oder nein?" fragte Sanders und hob die Hand. Ja, ja!" stammelte Böhm. Ich weiß aber nicht,, weshalb Genug!" unterbrach ihr? Sanders hochmüthig. Jch werde mich jetzt selbst mit, der Dame in Verbindung setzen. Guten Morgen, Herr Böhm." Er trat von der Thür zurück und offnete sie. . Froh, endlich' vavonzukomnren.schoß Böhm hinaus und stand erst verschnaufend still, als er am Kanal war. .Der Mensch hat den Teufel im Leibe, bei dem ist man seines. Lebens nicht sicher, zu' dem' kriegt mich Niemand wieder. Mag' die Frau Consul jetzt allein sehen;. wie sie mit ihm fertig wird, ich bringe ihr die Wechsel und sage ihr, daß jeder Versuch, sie einzutreiben, fruchtlos gewesen sei'. Meinen Gewinn hab ich ja schon im Sack." Sich daS Gesicht' mit seinem großen baumwollenen Taschentuch trocknend, setzte er seinen Weg fort. Theodor Sanders prahlerische,, heraus fordernde Mienen hatte sich, nach der Entfernung des Agenten schnell gewandelt. Wie gebrochen fank er auf das an der Hinterwand- des Comptoirs stehende kleine Sofa, stemmte beide Arme auf den-davor befindlichen Tisch, legte das Gesicht, darauf und murmelte: Celia ist meine Gläubigerin! Sie hat alle meine.Wechsellangekauft, um mich zu Grunde zu richten um mich in den Tod zu: treiben,, denn sie kennt mich gut genug,-. um zu' wissen, daß ich den Sturz von der. mühsam erklommenen Sprosse der Leiter,' die mich zum Reichthum' führen sollte nicht, ertrage, daß ich lieber- sterbeny denn als armer Schlucker weiter leben will. . . . Und ich hätte mein Ziel' i reicht, ich war auf dem besten- Wege, dazu!" fuhr er fort. Mir iskünsUich' entgegengearbeitet worden; jetzj. erst, sehe ich klar. Es ist derrHaß es ist die Rachsucht dieser Frau, denen, ich zum Opfer falle und sie.' wird, stire Erbarmen haben!"' Einige Minuten verharrte 'Sanders im Stillschweigen- dann.sprang-er aus,, reckte sich und lief, mit großen-Schrit-ten auf und ab.. Es muß versucht werden;, ich will nicht kampflos vom Schauplatz abtreten. Ich muß, ich will mich vor ihr demüthigen; sollte. sie denn wirklich rmversöhnlich sein?" Er trat an's Fenster und blickte? zerstreut hinab auf den Platz, auf-dem,, trcchdeMi marr. sich mitten in der Bauzeit, befand.. derVarrath an Baumaterial recht: klein- war, und setzte sein- Selbstgespräch, fort. Wo ein so- großer Haß ist, da. kann die Liebe noch nicht erstorben strn eine Frau, der ich völlig gleichgiltiz- geworden. würde sich, nicht, mehr um mich kümmern, würde es sich nicht Mühe und viel Geld, kosten lassen mir mich ihre Macht fühlen, zu- lassem. Ws habe ich doch einmal den Ausspruch gelesen, der Haß einer. Frau sei rmr mgeschlagene Liebe. Wenn ich fre zu neuem Lebur. zu erweckte vermöchte! Clelias Herz wird, eben nicht ausgefüllt sein. Wenn- ich zu ihr ginge, wenn ich versuchte Aber wenn sie mich, abweift? Wie soll ich zu ihr dnngen? Sie fand immer einen so großen Reiz in dem Briefwechsel mit mir. Versuchen wir es wieder die Tone anzuschlagen, die ein so lebhaftesEcho in dem Herzen der rvniantischenClelia fanden; ihreHandlnngsweise macht es mir ja klar, daß rht Charakter sich nicht wef entlich geändert hat." Unverzüglich setzte er sich an den Schreibtisch und verfaßte in großer Hast eineu langen Brief, ganz in dem Stil, wie er früher an Clelia Hammers geschrieben, ohne sich träumen zu lassen, welch' ine günzlich andere sie geworden, nachdem er ihr in so grausanier Weise die Nothwendigkeit einer Trennung klar gemacht hatte. An diese Trennung im Parke ihres Elternhauses knüpfte er an, schilderte ihr. was er darunter gelitten. Während er sich den Anschein der Härte und der schnöden Selbstsucht gelben, sei sein Thun doch einzig und allein bestimmt worden von seiner Liebe zu ihr. Er habe sie, den Edelstein, der nur der kostbarsten Fassung würdig nicht an das Geschick eines armenBuchHalters ketten dürfen, der noch hart zu kämpfen und zu ringen gehabt; s wäre ein Frevel gewesen, hätte er ihren Traum, ihm in die einsachei Verhältnisse seiner Vaterstadt zu folgen, sich
verwirklichen, lassen !r kannte wohl ihre zu jedem Opser bereite Hochher5'zgkeit, aber eben deshalb surfte er ein solches Opfer nicht ännehr5n. Mit blutendem Herzen habe er sich losgerissen LAd auch das Schwerste fcuf steh genommen, von ihr, die er anbek, verkannt und verachtet zu werden. Er schilderte dann seinen ferneren Lebens weg. seine freudlose Ehe mit der unkliebten, gewöhnlichen Frau, seine Sehnsucht nach dem unerreichbares luiwiederbringlich verlorenen Stern, der an seinem Juendhimmel g:leuchtet, seine Empfindungen, als er sie Kier wiedergesehen, umgeben von all dem Glänze, der ihr gebühre. Da sei auch in' ihm der Wunsch erwucht, ihr wenigstens ebenbürtig zu werden, sich zu de?. Kreisen, in denen sie herrschte, emporzuschw'.ngm und ihr eines Tages, wenn sie sich begegneten, eine: volle Beichte abzulegen, sie zu kitten. ihm zu gestatten, daß er fortan ihr Freund sei, da das Schicksal ein süßeres Band ihnen nicht, gegönnt habe. Anfänglich sei auch alles gut gezangen, er habe sich auf dem besten Wege zum R'.ichthum geglaubt da sei plötzlich Mißgeschick über itsu hereingebrochen. Er stehe jetzt vor dem nnvermeidlichen Untergange, wemr sie nicht Erbarmen mit ihm habe, denn er wisse, daß sie alle seine Wechstl aufgekauft habe. Wenn er sie gekränkt und beleidigt, wenn er thöricht gehandelt habe, so möge sie ihm verzeihen: und bedcnken. daß nur seine Liebe die Schuld daran getragen habe. Sie solle - ihm eine Frist gewähren, dami'er sich von seinem tiefen Falle wieder erheben könne. Er überlas den Briefs in dem er nach Gewohnheit halbgebildeter Leute zahlreiche Citate eingestreut. hatte, noch einmal durch und fand ihn vortrefflich und sehr wirkungsvoll; es.konnte nicht fehlen, das so geschickt aLgefaßte Schreiben mußte Eindruck'aufsie machen; bei seinem sanguinischen Temperament sah er sich schon" durch die schöne, reiche Frau von allen Sorgen befreit, und wer konnte' sagen, was noch in der Zeiten HmterFrunde schlummerte. Er steckte den Brief in" einen Umschlag, schrieb die Adresse darauf, nahm dann seinen Hut undDerlttg das Comptoir, das er hinter- stch verschloß. Jede Beförderung des Briefeä durch die Post oder eine andere Berkehrsanstalt dünkte ihm zu langsam, ja selbst
,in ezpresser Bote genügte ihm nicht; er nahm eine Droschke und.fuhr selbst nach der Rauchstraße, wo er. ihn der Frau dcs Portiers übergab nnd seiner Mahnung, ihn sofort in die Hände der gnädigen Frau gelangen - zu lassen, durch ein reichliches Trinkgeld noch besonderen Nachdruck verlieh. Clelia befand sich in ihrem Imu:er, als ihr der Brief überbracht ward. Böhm hatte sie soeben verlassen, nachdem er ihr Bericht über den Erfolg seincs Besuches bei Sanders erstattet hatte. Sein eigenthümlich erregtes Wesen hatte sie unschwer errathen- lassen, daß es ziemlich heiß hergegangen sei, und es hatte sie nicht allzu große Mühe gekostet, herauszubringen;, daß jener wisse, wer der eigentliche.: Besitzer der Wechsel sei. Böhm, der sich auf einen Sturm; gefaßt gemacht, war erstaunt daß die Frau Consul die Mitthttlung-gelassen und sogar mit einem Lächelrr ccusgenommen hatte. Clelia war in der Thatmichj vngehalten über die Enthüllung: Einmal mußte Sanders 'doch erfähterr,. wessen Hand die Mine gelegt hatte,. durch die er in die Luft gesprengt ward.. Ihre Rache wäre unvollkommen gewesen, wenn Sanders sich nicht. kcm ihr im Staube gewunden hätten Was wird er jetzt thun?' fragte sie sich, während sie mit. Aufmerksamkeit ein Etui aus oxydirtemSilber öetrachtete, in dem auf hellblauem. Sammet unter einem Glasdeckel', eim Schmuck für eine Puppe, Halsband, Armband, Brosche, Ohrringe und Wnge aus Gold mit Brillanten; Sdphiien, Rubinen und Smaragden besetzt lag. Ihr Gatte hatte, ihr erst gestern- Äese kostbare Spielerei geschenkt; derm sie 'hegte für dergleichen eine große: Vorliebe, und man fah in.: ihrem RWvcozimmer auf den kleinen-Tischen-mit den vergoldeten Füßencine. ganze Sammlung davon. Da waren Watueüen aus Elfenbcin, goldene- Banbonnieren und Tabaksdosen mit- Miniaturporträts; ein kleiner Wagen-., runr. Flügelpferden gezogen, aus-mattein: Silber, und aus dem gleichen MetM eör Kätzchen, das aus einer Schüssel,, d es umstürzt, nascht; ein Kaffee.servi für Liliputaner auf einem. vtrgÄdet! Tablett, und) was dergleichen: Dinge mehr sind. j Was wird e? letzt thun?" wieder? holte sie, währmd s für das neue Spielzeug den gengneten Plaß - auswählte und dcrber bald diesen, bsld jenen derr vorhaudenen Gegenstände in die Hand- nahm. Auf einem Ecküsch, vor- unemi Minen runden Sofa kgen Bücher und Zeitschriften, und dszwifchen ein Handspiegel in einem. Rahmen aus mattem Golde. Mechcksrsch nahm ihnClelia aas und schaute hinein. Ein: schwerer Seufzer entranz sich ihrer Brust. So düster, so bitter, so unzufrieden sa-h die Be-. sitzerm all dieser Herrlichkeiten, d' reiche, gefeierte, beneidete Frau Consul. Gundlach aus, wenn sie allein war. ' Er hat mich so gecht, er soll eK büßen, ich werde nicht eher Ruhe, haben, bis ich Vergeltung. geübt hjfce!" murmelte sie. (Fortsetzung folgt.) GutgeZagt. Junger Ehe mann: Also die Schwiegermutter wollte mich wieder mit einm längren Besuch beehren?- Onlel: Es ist mir bci schließlich gelungen, sie für dieses Mal noch zu besänftign.-
Für dleMche. Kckrtofselsuppe. 5 Personei Bereitungsdauer: 1 Stunde. Zuthaten: 3 Unzen Speisefett (Nierenfett und Butter), fein geschnittene Zwiebeln, 2 Pfund geschälte, gewaschene Kartoffeln Porree. Sellerie. 2 Quart Wasser, Salz und 1 Theelöffel. Fleischextract. Das Speisefett erhitzt man in einem Topfe schwitzt die Zwiebeln darin durch und gibt die Kartoffeln nebst Porree und Sellerie hinzu. Man füllt das Wasser wrauf, streicht die Suppe nach einstllndigem Kochen durch ein Sieb und kräfUo sie mit einem Theelöffel Liebig's Fleisch - Extract. Beim Anrichten der Suppe kann man ihr Butter geröstete Weißbrotbröckchen beigeben. Chartreuse-'von Gemüsen un.d Fleisch. (Vorzügliche NesteVerwendung.) .Alle- Gemüsereste, je. verschiedener, desto besser, thut man in. eine gut. ausgebutterte Form, in wel-'. cher zu unterst abgekochte, in Sch:iben: zerschnittene Kartoffeu und eine Lage' fein gewiegtes Fleisck, liegen. Man drückt Alles fest ein ucb wechselt mit Allem weiter ab, bis die.Form voll ist. Den Abschluß bildet am besten eine. Lage von gekochtem Weißkraut- oder Wirstngblättern. Auf und unter jede Kartoffellage thut man sein gewiegte Zwiebeln, oder Chalottenz. Has Fleisch kann gekocht oder roh sein. Die verschiedenen Arten von Gemüsen werden untereinander gemengt, bevor man ste einschichtet.. Wollte mam frisches Gemüse verwenden, so müßte man es vorher abkochen,..da es roh fjlr die Chartreuse, die ein. sehr feines. Gericht gibt, nicht verwendbar ist. Schoten sind besonders gut darin. Die. Kartoffeln können roh sein, wenn das. Fleisch auch roh ist, ist es aber von rechtverschiedener Art und schon gekocht, oder gebraten, so nimmt man sie abgekocht. Bratensauce und Butterstückchen, kommen zwischen die einzelnen Lageu. Sollte das Gericht nicht .fett genüge fein, so gießt man noch . etwas saure Sahne obenauf. Man bestreut es-mit einem Gemenge von Paniermehl und geriebe- , ner Semmel, nach Wunsch, auch mit Parmesankäse und legt reichlich Butterstückchen darauf. Das Glicht muß saftig sein und kommt ohne weitere Beilage in der Form (am besten einer Porzclianform) zur Tafel. . ' Gebeizter Hase... Rucken und Lauf eines, wenn auch ältere Hasen werden sauber abgehäutet,, gesalzen und in eine emaillirte ode? irdene Pfanne gebracht. Ein Pint. Wasser stellt man mit einem Gill starten Weinessig an das Feuer, thut in. Scheiben geschnittene Zwiebel,, gelbe Rüben, Peterstlie und SellerieVurzel, nebst einigen Pfefferkörnern, Wachholderbeeren und Neugewürzkörnern daran, läßt die Beize einige Minuten kochen.und gießt sie kalt über den Hasen. Nach zwei Tagen nimmt man den Braten aus der Beize, spickt ihn mit geräuchertem Speck und läßt ihn in der Pfanne imter Zugäbe von einem Stück Butter weich braten. Die Beize kocht währenddem in einem Topfe solange, bis. die Wurzeln völlig weich geworden, sind, hernach streicht man die Brüb durch ein Haarsieb, würzt mit. Rahrn. Citronensaft und Kapern und übergießt mit der Mischung den Hasenbraten,, der noch eine Viertelstunde darin iochL Hasenpfeffer.-. KM. 'Hals. Brust, Lunge.Le.ber, Herz, und Vorderläufe in. genügender .Menge bilden die Bestandtheile dieses Gerichtes; Alles wird gut., gewascheru. gesäubert und mit leichter. Ärühe. aus Liebig's Fleisch - Extract auf's .Feuer gebracht, auch fügt .man einige .Gemiirzkörner. 2 Nelken, .Lorbeerblätter, und ein Weinglas Essig bei. Inzwis,'t;en bräunt man ein Viertel. Pfund 'Lnagren, würflig geschnittenen Speck mit: zwei gehackten Zwiebeln, verrührt: damit einen Löffel mehl,.gibd.ron.lde? Hasenbrühe hinzu, läßt AlkeZ .zu: ein seimigen Sauce .vertocheu."..die:mit: etwas Rothwein und einem. StMhen: Zucker abgeschmeckt wird seiht .sie.duich ein Sieb, füllt sie in dieKasserolld zurück und läßt das recht weich. pachte Fleisch d. rin durchzieheni.,es.an. heiße Herdstelle setzend. Garnirti wird das Gericht mit kleinen.-.Klößchen oder mit Salzkartoffew... HammelIe-Uill mit Tomaten. Eine gut. llkyste und gesalzene Hammelkeule, legt, man mit etwas Butter oder ,FettNNi die Pfanne, gibt, wenn sie braun ist., T2ch und nach etwas kocheydes.WasZ zu .und biöt sie gar. Etwa -eine klaibe Stunde vor dem Garwerden. schneidet man einige große. . schöne Tomaten-, ift Scheiben un z dün
stet dieselben , mid dem Fleisch. Ist der Braten fertige. ninunt man ihn heraus, entfett .die Slmc. verrührt stmit etwas kochendem. Wasser und deiTomatenschnitten. stricht sie durch in Sieb und. gibt sfeda$tt. Schin1.ecnftrudel. Ew Pfund Maccaroni wird in SalzwKsser eine: Sw.nde.weich gekocht. Nun streicht man, eiAe.Auf!aufform mit Butter aus und) lzgt lagenwejse die Nudeln und ein hal-. 3eI. Pfund ftin gewieg'w Schinken, aufeinander. Zwischenbe gießt man etwas zerlaffene Butter urd geriebenen ParmKuMse: über dais Ganze schüttet rsstÄ eia Pint fauen! Rahm,, der mit drei bis vier Eicfr tüchtig verklag ist. Oben auf Pastete tzmmt nochmals Butter und) geriebener Parlrsanlsfe. zuletzt Swiebacktrumen. Vne Stunde mu did Speise Äi guterHitze backen, und Üinn man dieselbe in der Form, mit Sviette cer Ring, umgeben, servivm KartofZelkloße. Gekochte., kalte Kartofssn reibt maV eine Schale voll, mengt rtwaS geschmolzene Butter, zwei Eier, etwas Milch, einen knappen. Löffel voll Mehl, Mu-kawuß und Salz daran. Man formt kleine Klöße von der Masse, dreht sie in Paniermehl um, und Mt sie vsrsichtiZ in SchMlz.
