Indiana Tribüne, Volume 22, Number 62, Indianapolis, Marion County, 20 November 1898 — Page 3

Anfmö mckr.

'n'rtniA tiAH O 5 . j iwuiuii vuh uvwig qaplO)k. (10. Fortsetzung.) Clelia hatte bemerkt, daß Sanders ihrer Abfahrt zugeschaut. Ihr Triumph war vollständig: sie kostete die ersten Tropfen ihres Nachetrankes. und es dünkte sie, als munde er köstlicher als der Champagner, dessen Schaum sie soeben schlürfte. Es War übrigens nicht das erste Mal, daß Theodor Sanders die hemalige Geliebte in ihrem Glänze geschaut; er hatte sie schon öfter an sich vorüberfahren sehen und dabei immer einen Stich im Herzen gefühlt. Hammers sollte es ja wieder sehr gut gehen, und hätte er ein paar Jahre ausgeharrt, so wäre er vielleicht mit Clelia zu Reichthum gekommen. Das war aber damals leider gar nicht anzunehmcn gewesen, und er hatte nicht anders handeln können so sagte er sich. Aber bei ihrem Anblick überschlich ihn doch stets ein peinliches und der Neue verwandtes Gefühl. In recht unbehaglicher Stimmung kam er in seiner am Halle'schen Ufer gelegenen Wohnung an; er hatte zudem am Totalisator verloren, und der Empsang, der ihm von seiner Frau bereitet ward, trug auch nicht dazu bei, seine Laune zu verbessern. Die jungen Leute aus dem Geschäft hätten ein paar Mal geschickt, sagte sie keifend, und fragen lassen, ob sie nicht wisse, wo Herr Sander sei. Es sei eine wahre Schande, daß er am hellen Werktage seinem Vergnügen nachgehe. Theodor erwiderte, er sei in Geschäften ausgegangen, 'aber mit lautem, hartem Lachen sagte sie: Bilde dir doch nicht ein, daß du mir so etwas weismachen kannst; da müßte ich nicht in der Zeitung gelesen haben, daß heute Rennen in Karlshorst ist. Da bist du gewesen." Sanders gab es kleinlaut zu, mit der Entschuldigung, er habe es einem Geschäftsfreunde zuliebe gethan. Wieder lachte sie aus. Ach Geschäftsfreund! Gewettet hast du und hast verloren; ich seh' dir's ja am Geficht an. Es ist unerhcrt!" Jetzt wurde er zornig und verbat sich solche Bevormundung. Er könne thun, was ihm beliebe. Kannst du! Kannst du!" schrie sie mit unangenehm kreischender Stimme. Aber nicht mit dem Gelde, das ich dir zugebracht habe!" Das brauche ich nicht, ich verdiene genug," entgegnete er barsch. Q ja, das könntest du, wenn du nicht Alles, was das solide Steinge schäft inbringt, in deine unsinnigen Bodenspeculationen stecktest!" Das verstehst du nicht; das Steingeschäst kann mich nicht zum reichen Manne machen, die Bodenspeculationen " Werden dir den Hals brechen!" siel sie ein. Und daß du es ein für allemal weißt, ich gebe von dem Gelde, das ich mir vorbehalten habe, keinen Pfennig mehr heraus." Aber Sidonie, du hast es mir doch versprochen!" Ich hab's mir eben anders überlegt." Das Geld wird dir hundertfachen Zins bringen." Ich bin mit vier Procent zufrieden." Sidonie, du weißt doch, daß übermorgen Wechsel fällig sind." Sieh zu, wie du sie deckst." Die Thür hinter sich zuschlagend, verließ die brünette Frau mit den groben, unschönen Zügen, den dunklen, stechenden Augen und der hageren, knochigen Gestalt das Zimmer, ihren Mann in großer Aufregung zurücklassend. Die Einkäufe von Ländereien, die er gemacht, hatten die ihm zur Verfügung gestellten Mittel weit überschritten, und er hatte sich genöthigt gesehen, das Geld, dessen er bedürfte, gegen hohe Zinsen auf Wechsel zu leihen, was er in der bestimmten Voraussetzung gethan, es würde ihm leicht sein, bis zu deren Verfall einen Theil des Bodens mit höherem Nutzen als Baustellen zu verkaufen. Seine Hoffnungen hatten sich nicht erfüllt. Wider Erwarten war die Bauthätigkeit in diesem Frühling eine wenig lebhafte, die Nachfrage nach Baustellen gering, die Preise gedrückt. Er mußte abwarten, sollte nicht seine Speculation eine verfehlte sein, und seine Frau, der er vorgestellt, wie groß der Nutzen für den sei, d:r es aushalten könne, hatte versprochen, das Vermögen, das sie sich vorbehalten, in das Unternehmen zu werfen. Und nun zog sie diese Zusage zurück! Er kannte sie gut genug, um zu wissen, daß keine Aussicht sei, sie zur Aenderung ihres Beschlusses zu bestimmen. Dennoch versuchte er es an diesem, wie an dem folgenden 'age, mit Bitten. Vorstellungen, mit Schmeicheleien und mit Drohungen Alles vergeblich. In ihrem Hamburger Platt, in das sie verfiel, wenn sie ihn besonders ärgern wollte, erklärte sie ihm: Und wenn ibvt dich auf den Kopf stellst, meinen Nothgroschen lockst du mir nicht ab!" In elfter Stunde gelang es ihm, die Prolongation der Wechsel auf weitere drei Monate zu erlangen, aber er mußte große Opfer bringen, und es liefen noch andere Wechsel, die er schwerlich am Verfalltage einlösen konnte. Trat nicht bald eine Veränderung am Baumarkt ein, so mußte seine Schuld lawinenartig wachsen und Alles, was er besaß, ja weit mehr noch verschlingen. Dieselbe Berechnung, die Theodor Sanders machte, stellte auch Clelia Gundlach an, die in ihrem reizenden, mit hellrother Seide aus geschlagenen

Zimmer vor dem kleinen Rokokoschreib tisch saß und eifrig notirte, was ein neben ihr stehender Mann mit einem Raubvogelqesicht,, dessen mehr als schlichte Erscheinung gar nicht in diese Umgebung paßte, ihr dictirte. Es ist gar kein Gedanke daran," bemerkte er dazwischen, daß der Baumarkt sich in diesem Jahre bessert, und auch für das nächste ist keine Aussicht dazu, es ist viel zu viel gebaut worden. Wenn er das Terrain nicht mit großen Verlusten verkaufen will " Den Sprecher unterbrechend, rief jetzt Clelia: Sorgen Sie dafür, daß das nicht geschieht. Geben Sie ihm noch Geld aufWechsel so lange, bis das Terrain weit überschuldet ist, ich gebe das Geld her. Und kaufen Sie mir auch auf, was noch auf ihn läuft." Sie bediente sich in ihrem Eifer schon ganz der Geschäftssprache. Wie viel Geld brauchen Sie vorläufig, Herr Böhm?" Der Geschäftsmann nannte die Summe, sie ösfnete einen besonderen Verschluß des Schreibtisches und zählte sie ihm in Gold und Hundertmarkscheinen hin. Und wenn wir Alles haben, was wird dann geschehen?" fragte er mit einer gewissen Vertraulichkeit, kroch aber völlig in sich zusammen, als Clelia ihn von oben bis unten mit einem hochmütigen Blicke maß und sehr kühl sagte: Das werde ich bestimmen, wenn es an der Zeit ist. Guten Morgen, Herr Böhm!" Geschmeiß!" murmelte sie, als der Agent sich mit vielen Bücklingen entfernt hatte, aber ich bedarf seiner; ohne diesen Spürhund wäre es mir nicht möglich gewesen, einen Ueberblick über seine Lage zu gewinnen. Und ohne das Geschenk, das mein guter Ludwig mir gemacht hat, wäre ich nicht im Stande, sie auszunutzen. Er ahnt nicht, wozu ich die große Summe, die er mir zur freien Verfügung gegeben hat, anwende!" 16. Im Hackerbräu in der PotsdamerStraße saß ein nicht mehr ganz junger Mensch, that ab und zu einen Zug aus dem vor ihm stehenden Seidel und studirte eifrig den Jnseratentheil einer Zeiiung. Sein Haar und Bart waren ungepflegt, von Wäsche keine Spur zu erblicken; der Rock und die Beinkleider abgetragen und verschlissen; Schnitt und Farbe ließen unschwer erkennen, daß der Anzug ursprünglich nicht für den jetzigen Träger bestimmt, sondern einstmals aus gutem Stoff für einen Herrn der höheren Stände angefertigt worden war. Wieder nichts!" murmelte er, indem er das Blatt sinken ließ und langsam den Rest seines Bieres austrank. Gleichzeitig zog er in abgeschabtes Portemonnaie aus der Tasche und musterte dessen kargen Inhalt, überlegend, ob er denselben durch den Genuß eines zweiten Seidels noch mehr verringern dürfe. Ehe er mit seinem Entschluß in's Reine gekommen war und dem wartend dastehenden Kellner einen Wink gegeben hatte, trat ein zweiter Gast in der Livree eines herrschaftlichen Dieners in das um diese Zeit leere Local, ließ sich an einem Tische nieder und ertheilte mit der Miene und dem Ton eines Menschen, dem es wohlthut, auch einmal befehlen zu dürfen, dem herbeieilenden Kellner seine Bestellung. Der Andere legte zum Schutz gegen das breit und blendend durch die Scheiben des hohen Fensters hereinfallende Sonnenlicht die Hand über die Augen, starrte den Neuangekommenen ein paar Sekunden an, sprang dann auf und rief, an dessen Tisch eilend: Glaser, bist du's denn wirklich?" Der Angeredete blickte auf, musterte die heruntergekommene Erscheinung des Mannes mit prüfenden Blicken und schien nicht gerade angenehm überrascht durch dies Zusammentreffen, nahm aber dann doch die dargebotene Hand und sagte, allerdings etwas von oben herab: I, sieh 'mal einer an. He dicke! Trifft man dich auch einmal wieder? Wo hast du denn die ganze Zeit über gesteckt?" Hedicke zuckte in recht ausdrucksvoller Weise die Schultern, nahm, ohne eine Aufforderung dazu abzuwarten, am Tische des Anderen Platz und sagte: Gesteckt? a6 mich, seit wir uns trennen gemußt, in zehn verschiedenen Diensten herumgetrieben und bin auf keinen grünen Zweig gekommen." Sieht man dir an, mein Junge," erwiderte Glaser gönnerhaft und bestellte mit einer Protzenmiene, ohne den Anderen zu fragen, auch noch für diesen ein Seidel. Es war also nichts mit dem Baron Lichtenberg?" Nein war die trübselige Antwort. (fr könne keinen herrschaftlichen Diener gebrauchen, sagte er, dafür sei das Leben im Schloß Lichtenberg nicht zu geschnitten, doch gab er mir eine Empfehlung an seinen Freund, denRittmeister a. D. v. Görtzke." ..Nun?" Er hat mich genommen, ich bin aber schon nach vierzehn Tagen wieder gegangen; die Schererei war zu groß; ein einziger Diener und ein Haushalt mit sechs Kindern." Brr!" schüttelte sich der Andere, wo Kinder, Schooßhunde und Papageien sind, da mag ich nicht sein, da wird man den ganzen Tag herumgehudelt. Na, und dann?" Dann bin ich zu der Frau Gräfin Lotheisen gekommen, da gab's keine Kinder und - keine Hunde, aber sie mußte im Rollstuhl gefahren werden. Ist auch kein Geschäft für einen Herrschaftlichen Diener; ich ging nach vier Wochen. Hernach trat -ich beim Baron Bitztum in den Dienst, das war ein alter Geizkragen, bei dem bekam man nicht satt zu essen und zu trinken erst gar nichts." Er schielte bei diesen Worten nach dem schnei geleerten Seidel. Die stumme Aufforderuna verge

hend, bestellte Glaser frische Füllung und hörte, sich in seinen Stuhl zurücklehnend, der Schilderung der Jrrfahrten seines ehemaligen Dienstgenosscn zu, der mit den Worten schloß: Zuletzt konnte ich gar keine Stelle mehr kriegen, weil Jeder Anstoß daran nahm, daß ich an keinem Orte länger als ein paar Wochen ausgehalten hatte. Und das ist doch nicht meine Schuld, bin bei dem seligen Herrn Grafen volle drei Jahre gewesen, und wenn er nicht gestorben wäre " Dann lebte er heute noch!" fiel Glaser ein, der im Verkehr mit Seinesgleichen sich nie einen Witz versagen konnte, und wäre es auch der wohlfeilste gewesen. Na, höre 'mal, bei dem Herrn Grafen und der Comtesse Franziska auszuhalten, dazu gehörte nicht .viel. Gute Verpflegung, gute Behandlung und wenig zu thun. Es war ein prächtiges Leben!" Er schnalzte mit der Zunge und fragte dann: Hast du's denn gar nicht 'mal bei einem reichen Bankier oder Rentier versucht?" Hedicke zog die Augenbrauen in die Höhe und erwiderte mit einer Grimasse und einem Ton, die in ihrem Hochmuth einen drolligen Gegensatz zu seinem herabgekommenen Aeußeren bildeten: Bei einem Bürgerlichen bei einem Geldmenschen? Nee!" Dummkopf!" lachte Glaser. Wer wird Vorurtheile haben! Sieh mich an!" Er warf sich in die Brust. Du? Bist du etwa bei einem solchen jekt in Stellung?" Glaser schmunzelte überlegen und antwortete: Ich bin jetzt beim Commercienrath Sinasohn und war vorher beim Bankier Rosenthal." Bei denen?" fragte Hedicke gedehnt. Freilich!" bestätigte Glaser. Wdßt du nicht, daß Unsereins es bei solchen reich gewordenen Geldleuten am allerbesten hat? Man wird lange nicht so straff genommen wie bei den adeligen Herrschaften, hat hohen Lohn, sehr gute Trinkgelder und kann's mit der Arbeit an sich kommen lassen. Wenn man nur schlau ist und zur rechten Zeit einfließen läßt: Das meinte der Herr Graf auch immer." Gnädige Frau machen es genau wie Ihre Excellenz die Frau Generalin," oder gar: So etwas konnte sich mein Herr Baron nicht leisten" dann wickelst du die Gesellschaft um den Finger. Sie haben ja immer Angst, daß sie sich vor uns, die wir wissen, wie's in wirklich vornehmen Häusern zugeht, eine Blöße geben. Und sie thun's auch. Ich könnte da Geschichten erzählen." Er schüttelte sich vor Lachen. Wäre doch nicht mein Geschmack!" sagte Hedicke, ernsthaft den Kopf hin iid her wiegend. Bist ein Narr!" Möchte Keinem dienen, den ich innerlich auslachte." Ach, du solltest es nur 'mal versuchen, es hat auch seine Reize." Nein, nein! Wenn ich denke, wie das bei unserem alten Grasen zuging! Dagegen muß es dir doch höllisch dumm vorkommen bei deinem Geldprotzen." Das wohl; aber was will man machen? Die Hauptsache ist, daß man lebt und gut lebt und es zu etwas bringt, denn immer will man sich doch nicht in fremden Häusern schinden und plagen. Kellner, ein paar Cigarren!" Es that ihm wohl, sich als wohlhabenden Spender ausspielen zu können. . Erst als das Verlangte herbeigebracht war und Beide die Cigarren in Brand gesetzt hatten, sügte er hinzu: Was willst du denn nun eigentlich anfangen?" Du siehst es ja, ich suche eine andere Stelle." Er wies auf die Zeitung, die er in der Hand gehalten hatte. Kannst du lange suchen, jetzt in der Sommerzeit, wo die Herrschaften verreist sind, und " Er vollendete den Satz nicht, aber der Blick, den er über Hedickes schäbigen Anzug gleiten ließ, sagte diesem genug. Ich habe den ganzen Krempel hier satt!" seufzte der. Am liebsten ginge ich nach Amerika." Da gehen die Gänse auch barfuß," sagte Glaser. Aber der Andere rief eifrig: Nein, nein, da ist noch etwas zu machen! Man darf freilich nicht so ein armer Teufel sein wie ich, und muß etwas zum Anfang haben; ich wüßte ja nicht einmal, wo ich das Geld zu der Ueberfahrt herkriegen sollte!" fügte er trübselig hinzu und ließ den Kopf sinken. Ja, ja, das liebe Geld, das ist eine Macht!" philosophirte Glaser. Das regiert die Welt mehr als Kaiser und Könige. Wäre das Geld des alten Grafen nicht verschwunden, hätte seine Tochter das Schloß nicht zu vermiethen .und sick irgendwo zu verkriechen brauchen, so wären wir heute noch in Wiesenburg." Wer weiß! Hätt' sie das Geld gehabt, so würde sie den Baron Lichtenberg geheirathet haben, und der hätte uns doch nicht Alle behalten. Der spielt sich nun einmal gern auf ,en einfachen märkischen Landjunker hinaus!" Na, darüber wollen wir uns nicht die Köpfe zerbrechen," entgegnete Glaser, geschehene Dinge sind nicht zu ändern " Hedicke nickte und sagte dann, die Arme auf den Tisch stemmend: Wissen möcht' ich aber doch, wo das viele Geld hingekommen ist. Es kann doch nicht vom Erdboden verschwunden sein?" Am Ende doch!" Ach, red' keinen Unsinn; das wird wohl der Bankier Böster geschluckt haben." Glaser schüttelte den Kopf. Glaub ich nicht." Aber es heißt doch In der ganzen Stadt so. Die Gräfin klagt ja auch gegen den Bankier auf Herausgabe der fünfmalhunderttausend Mark." Ja, der Proceß schleppt sich schon Äabre lana durch alle Instanzen hin

durch, dem Bankier ist der Eid zöge, schoben worden, aber er weigert sich, ihn zu leisten." erklärte Glaser mit der überlegenen Miene des Wissenden. Nun, da hast du es ja; er scheut sich, einen falschen Eid zu leisten." Nein, darum ist es nicht. Er sagt, sein Wort als ehrlicher Geschäftsmann müsse genügen, es vertrage sich nicht mit seiner Ehre, sich auf solche Weise vertheidigen zu müssen." Fauler Zauber!" Nein, nein, es ist so. Alle seine Standesgenossen stimmen ihm bei; ich habe oft darüber sprechen hören, wenn ich bei Tische aufwartete." Glaub ich schon. Eine Krähe hackt der anderen die Augen nicht aus. Darum wird er das Geld wohl doch eingesackt haben," beharrte Hedicke. Und ich denke ganz was Anderes." Glaser nahm wieder seine geheimnißvolle Miene an. Der Gras hat's mitgenommen." Hedicke fuhr zurück und maß seinen Gefährten mit einem Blick, als fürchte er, es sei bei .demselben im Oberstllbchen nicht ganz richtig. Wie meinst du das?" Mit in seine Gruft." flüsterte Glaser. dem Anderen näher rückend, und fuhr im gedämpften Tone fort: Du weißt doch, wie wunderlich der gnädige Herr immer war. Er hat stets zu der Comtesse gesagt: Wenn ich einmal sterbe, dann will ich in den Kleidern beigesetzt sein, die ich gerade anhabe. Ein Sterbehemd find' ich abscheulich." Ja, das stimmt, hab's auch gehört," gab Hedicke zu. Die junge Gräfin hat natürlich seinen Wunsch erfüllt, er ist mit den Kleidern, die er bei feinem Tode getragen, in den Sarg gelegt worden." Stimmt auch, ist sogar viel Kopfschütteln darüber gewesen. Aber was weiter?" Nun, ich denke, er hat, als er starb, wenn auch nicht das ganze Geld, so doch ein hübsches Sümmchen bei sich gehabt, und das liegt nun in der Grust." Mensch, was sagst du da!" rief Hedicke auffahrend und warf in seiner Erregung die erst zur Hälfte aufgerauchte Cigarre von sich, obwohl er sich einen solchen Gnu) jetzt nicht allzu häusig gestatten konnte. Du meinst, mit dem Grafen sei ein Vermögen begraben?" Glaser nickte sehr nachdrücklich. Und ist dir denn nie der Gedanke gekommen, daß man das herausholen müßte?" Das schon; aber die Sache ist mir doch zu gefährlich und graulich und " Ich was, sei kein Ängsthase. Laß uns zusammen nach Wiesenburg. sahren und den Schatz heben, dann sind wir auf einen Schlag reiche Leute." Ich weiß doch nicht die Sache hat ihren Haken." Nicht den mindesten, laß mich nur machen " Schweig," unterbrach ihn Glaser, denn Jener hatte in seinem Eifer die Stimme erhoben, und es wollte ihn bedünken, als ob sie bereits die Aufmerksamkeit einiger Gäste, die inzwischen in's Local getreten waren, erregt hatten. Ich muß auch fort." fügte er, die Uhr hervorziehend, hinzu, die Frau Commercienräthin ist zwar mit den Kindern verreist, und der Herr kommt selten zu den Mahlzeiten nach Hause, aber man kann manchmal doch nicht wissen " Er rief den Kellner, bezahlte und stand auf. Hedicke erhob sich ebenfalls und griff nach seinem alten, abgeschabten und eingedrückten Filz, der an einem 5aken an der Wand hing. Glaser maß ihn mit einem langen Blicke, es war dem geschniegelten Herrschaft!!chen Diener gar nicht gelegen, mit dem verlumpten Menschen, dessen schiefgetretene, ungewichste Stiefel jetzt, da er aufgestanden war, auch zum Vorschein kamen, über die Straße zu gehen. Hedicke erkannte sehr genau, was in seinem Freunde vorging, und sagte: Na, ich seh' schon, wie die Dinge liegen, will dir nicht weiter lästig fallen." Er wollte sich mit kurzem Gruße entfernen; aber von einem plötzlichen Gedanken ergriffen, folgte ihm der Andere, legte ihm die Hand auf die Schulter und fragte: Wohin willst du? Nicht von der Stelle!" .Was fällt dir denn ein?" höhnte Hedicke, ich thue ja nur. was du wünschest, und befreie dich von meiner Gegenwart." Um den nächsten Zug zu benutzen und nach Nauen zu fahren." Und wenn ich's thäte? Wer sollte mich dann daran hindern?" Ich!" erwiderte Glaser, mit dem Fuße stampfend. Er sah plötzlich ein, daß er eine große Dummheit gemacht hatte, als er von dem mit dem Grafen Ballerstädt vermuthlich begrabenen Gelde gesprochen. Wüßte nicht, wie du das ansangen solltest." lachte Hedicke. Wenn du doch nicht das Herz hast, den Schatz zu heben, warum willst du einen Menschen mit mehr Muth daran hindern?" Ach, es ist ja nur so eine Vermuthung von mir," suchte Glaser zu beschwichtigen, daraufhin ein solches Wagniß zu übernehmen, wäre " Wer so wenig zu verlieren hat, wie ich, der kann das schon thun," unterbrach ihn Hedicke, ohne sich wankend machen zu lassen. Aber Mensch, das wäre ja der reine Raub an mir!" . fuhr Glaser heraus. Ich habe doch die Idee gehabt!" Bist aber zu feige und zu faul, die Sache zu unternehmen. Denkst du etwa, ich solle hingehen, meine Haut zu Markte tragen und dir dann das Geld auf dem Präsentirteller bringen?" Ich habe dich nicht geheißen, die Sache zu unternehmen." Und ich'heiße dich nicht, zurückzubleiben, und thue nichts hinter deinem Rücken, sondern sage dir: es wird gemacht! Willst du mitthun, gut; wenn nicht, muß ich mir einen anderen Kumpan dazu suchen. Ehrlicher kann man doch nicht handeln."

Glaser überlegte. Er hatte wohl manchmal daran gedacht, daß es schade sei, das viele Geld, das er in den Taschen des verstorbenen Grafen vermu thete, in der Gruft vermodern zu lassen, und sich ausgemalt, wie man sich dessen bemächtigen und was man damit Alles anfangen könne, aber es war doch immer ein Phantasiebild für müßige Stunden geblieben. Jetzt, wo er einen Anderen vor sich hatte, bereit, den Traum in die Wirklichkeit zu überführen, erwachte in ihm die Begierde. Er durfte Jenem nicht allein überlassen, was er mit einer wunderlichen Begrisfsverwirrung als sein ihm zukommendes Eigenthum ansah, und schnell entschlossen sagte er: ut, ich komme mit dir!" Na, das war doch in vernünftiger Gedanke.", lobte Hedicke, nun aber auch nicht lange gefackelt." Nun, nun, auf ein paar Tage wird's dir doch nickt ankommen?" Wohl, das Feuer brennt mir auf den Nägeln, und wir müssen auch eine der Nächte benutzen, wo kein Mondschein ist." ' . Man muß die Sache doch erst ordentlich überlegen und vorbereiten." Die Vorbereitungen nehme ich auf mich und zum Ueberlegen braucht's nicht lange Zeit. Wo wohni denn dein Commercienrath?" In der Thiergartenstraße, ganz oben bei der Friedrich - WilhelmStraße." Das ist noch ein weiter Weg, bis dahin kann man manches besprechend Sie waren unter diesem Gespräch bis an die Potsdamer Brücke gelangt und gingen nun den Kanal hinunter durch die Königin - Augusta - Straße. Glaser, sich immer ängstlich Umschauend. ob nicht ein Bekannter, des Weges komme und ihn in Begleitung des Strolches erblickte, letzterer eifrig auf ihn einredend. Sie kamen überein. daß der Einbruch in der zweitnächsten Nacht ausgeführt werden solle. Hedicke wäre am liebsten sogleich aufgebrochen, Glaser bewies ihm aber, daß das nicht angehe, da er doch erst unter einem glaubhaften Grund sich Urlaub von seinem Herrn erbitten müsse. Hedicke übernahm es. die Werkzeuge und eine Blendlaterne zu beschaffen, erbat sich aber dazu, wie für das Reisegeld, einen Vorschuß, den ihm der andere auch sofort geben konnte, da er eine Rechnung für seinenHnrn bezahlt hatte und die Summe, die er darauf herausbekommen, in der Tasche trug. Sie verabredeten, zu verschiedenen Zeiten nach Nauen zu fahren, sich in dem Ort nicht sehen zu lassen und zu ??uß nach Wiesenburg zu gehen, um sich dort in der Mitternachtsstunde auf dem kleinen Dorfkirchhof, wo sich die gräflich Ballerstädt'sche Gruft befand, zu treffen. Wir dürfen ganz sicher sein, um diese Zeit dort von keinem Menschen überrascht zu werden," sagte Hedicke; es ist Ernte, die Leute stehen früh auf, arbeiten den ganzen Tag und liegen im tiefsten Schlaf. Wäre das aber selbst nicht der Fall, so wagt sich um die Mitternachtsstunde doch Niemand auf den Kirchhof; selbst der NachtWächter, der dort abrufen soll, thut es nicht, der alte Hasenfuß macht immer einen großen Bogen da herum. Wenn er aber Licht sehen sollte?" fragte Glaser besorgt. Dann gibt er erst rechtFersengeld," lachte Hedicke; denn dann denkt er. es spukt dort. Verlaß dich nur auf mich; große Mühe wird's auch nicht kosten, die Gruft zu öffnen, denn sie sind recht liederlich mit dem Schließen umgegangen, ich hab' es a mit angesehen. Außerdem bin ich doch einmal bei einem Schlosser in der Lehre gewesen." Er war rücksichtsvoll genug, sich von seinem Gefährten in einiger Entfernung von dessen Wohnung zu trennen und sich in die dichteren Partien des Thiergartens zu verlieren. Sich dort gemächlich auf einerBank ausstreckend, überlegte er: Das Geld hätt' ich. Wenn ich heut' schon 'überführe und das Nest in der Nacht ausnähme, dann könnte Glaser morgen Nacht warten, bis er schwarz würde, und ich könnt' mit dem Gelde schon in Hamburg sein wenn man Geld findet," fügte er, den Finger an die Nase legend, hinzu. Aber allein!" fuhr er nach kurzem Nachsinnen fort, ganz allein, mag ich doch nicht! Und soll ich schon mit einem theilen, so ist mir der Glaser doch lieber als ein anderer. Und schließlich: ehrlich währt am längsten!" beendete er, die Arme reckend, sein Selbstgespräch. Er kam sich recht erhaben in seiner tugendhaften Entschließung vor.

17. Von dem Thurme der- kleinen Dorfkirche erdröhnten drei Schläge sie kündeten eine Viertelstunde vor Mitternacht. Die Nacht war fehr schwül, schwere, dunkelgraue Wolken hingen ganz tief herab, ein leises Rauschen, ein herannahendes Unwetter vertun dend. ging durch die Luffc. Auf dem kleinen Kirchhof von Wiesenburg herrschte tiese Stille. Kein Blatt bewegte sich, denn noch schwieg der Wind, wie Athem schöpfend, bevor er mit aller Gewalt losbrechen wollte; kein Nachtvogel ließ seine Stimme vernehmen, ängstlich hatten sich die Thiere schon in ihre Nester geduckt. Da ließ sich der Schritt eines Mannes vernehmen; er kam näher, hielt einige Minuten an der Wandernde mußte lauschend stehen geblieben sein setzte sich dann wieder in Bewegung und betrat endlich den Kirchhof, sich vorsichtig nach allen Seiten umschauend. Hedicke!" flüsterten seine Lippen. He. dicke!" wiederholte er und fuhr erschrocken zusammen, als vor ihm eine Gestalt auftauchte, wie aus dem Boden gewachsen. Na. na. waS erschrickst du denn?" fragte der Andere gleichmüthig. .Du standest so plötzlich dor mir."

Na, ich kanrf'boch nlcht vorher Masik machen." aqU. Hedicke spottend, solltest dichj6 mir bedanken, daß ich so punktlich zur CteVe bin und auf dich gewartet habe." Ach, Hedicke, e ist doch zu graulich." Wüßte gar nicht was." Es steht ein schweres Gewitter am Himmel." Desto besser, da wagt sich schon gar kein Mensch aus dem Bau. Gehen wir an die Arbeit, bevor es losbricht, dann können wir vielleicht das ärgste in der Gruft abwarten." Glaser schauderte. Was du für ein Mensch bist! Ein gesunder Junge, mit SpreeWasser getauft. Aber mach' nicht so viel Redensarten. Ach, Hedicke, Hedicke, es ist doch zu furchtbar; ich weiß nicht wir sollten es doch lieber nicht thun," stotterte Glaser. Hör auf mit deinen faulen Redensarten, das hättest du dir früher überlegen sollen; jetzt 'ran an die Ramme!" und der Sprecher ergriff den zagenden Gefährten beim Arm, irrn ihn bis zu der kleinen Kirche zu ziehen, die inmitten des Kirchhofs gelegen war rrnd an deren hinterer Seite sich der Eingang zu der Gruft befand. Er zündete mit Hilfe eines StreichHolzes, das er mit der Hand beschattete, die mitgebrachte Laterne an, beleuchtete damit seinen Gefährten, der heute die Livree mit einem abgetrTgenen grauen Anzug vertauscht hatte, und dessen blühendes Gesicht ganz erdfahl geworden war, und sagte verächtlich: Waschlappen! Da nimm die Laterne und leuchtemir, zu was anderem bist du ja doch nicht zu gebrauchen. Aber laß sie nicht: fallen." Nein, nein, sorge nicht, ich bin jetzt schon ganz ruhig." versicherte Glaser, die Laterne nehmend; aber seinem zitternden Hände und klappernden'Zähne straften ihn Lügen. Hedicke fand es für gut, den Seelenzustand seines Kameraden nicht weiter zu beachten. Er öffnete die Tasche, die er unter dem Rock verborgen mitgebracht hatte, und entnahm derselbcw allerlei Handwerkszeug: Brecheisen. Stemmeisen. Hammer, Zangen irnix einen Bund Schlüssel. Kauere dich nieder! Halte, die Lüterne nach rechts, daß mir der; Schein auf die Hand fällt! Noch etwas hö--her! Nein, das ist wieder zu hoch!. So ist's endlich recht!" commandirte er,, und der Andere gehorchte, einem Werkzeuge gleich, das von einem stärkeren

Willen m Bewegung gesetzt. wird.. Die Schlösser erwiesen sich viel' fester, als Hedicke vermuthet und seinem Gefährten vorgeprahlt hatte. Eine Viertelstunde verging, der Schweiß, rann ihm von der Stirne, unk noch immer wich und wankte nichts; er mußte einen Augenblick innehalten,, um zu verschnaufen. Du bringst die Schlösser- nicht auf!" sagte Glaser, der bisher ganz still gewesen war und der Arbeit mit. Angst und Grauen zugeschaut hatte, laß es sein du schaffst es. doch nicht." Die Schlösser müssen aus;, und -wenn ich den Teufel zur Hilfe rufen' und ihm dafür meine Seele verschreibea sollte," erwiderte Hedicke und machte sich von Neuem an's Werk, während Glaser murmelte: Rede doch' nicht so gotteslästerliches Zeug! Alle guten Geister loben ihren Meister!: Ach, da kommt's schon!" Ux ließ es zweifelhaft, ob er damit eine ubernatürliche Erscheinung oder den Sturm meinte, der sich jetzt mit entsetzlichem Pfeifen und Heulen erhob, große Staubwolken aufwirbelte, die Bäume auf dem Kirchhof wie Gerten bog und das Licht in der Laterne verlöschte. Da haben wir's!" schalt Hedicke. nun sitzen wir in der Patsche!" Gleichzeitig kreischte aber der Schlüssel im Schlüsselloch; es war ihm gelungen, die Außenthü: zu öffnen.. Seinen Kameraden am Arm ergreisend, zog er ihn zwei Stufen hinatz. Ein grell und zackig herniederfahrender Blitz, dem bald ein- krachender Donnerschlag folgte, zeigte ihnen eine zweiteThür, die ebenfalls geöffnet wer-. den mußte. Hedicke zündete das Licht in deriLa terne von Neuem 'an, ging die Stufen' wieder hinauf, zog den Nachschlüssel aus dem Schloß und drückte die Thür hinter sich zu. Was machst du da? Warum schließest du uns ein?" fragte Glaser, betroffen. Na, soll etwa, dr Sturm-dii Thür zuschmeißen, und der Schlüssel draußen stecken bleiben?" entgegenetc Hedicke, da säßew wir in, einer, schonen Mausefalle.". Er machte sich an daS Oessncn der zweiten Thür-. Sie erwies sich weniger widerstandsfähig als du: erste. Schon der erste Dietrich, den Hedicke probirte, that seine Wirkung. Das Schloß sprang auf. Eine dumpfe Luft drang athembeklemmend ans der gähnenden schwarzen Tiefe empor. Sie ward plötzlich jäh und schaurig beleuchtet; durch die in der Vorhalle des. Gewölbes angebrachten runden vergitterten Fenster fiel Blrtz auf Blitz, ließ die untenstehenden Metallsärge einen Augenblick auftauchen und dann wieder in noch dichtere, schauerlichere Finsterniß versinken. Krachend rollte der Donner über ihren Häuptern, und jetzt goß auch der Regen stromartig nieder. Das ist die reineSündfluth!" irnit melte Glaser. (Fortsetzung folgt.) Eigenartiger Erfolg. Also Sie haben gefallen als König Lear?" Niesig, namentlich in der Wahnsinnsscene. Im Publikum gabS nur eine Stimme: So was Verrücktes hätten üe noch nicht gesej&enr

) Iiir die iuific.

Linsensuppe, Üin Pfund Linsen werden sorgfältig verlesen, gewaschen und in weichem Wcisser mindestenS zwei Stunden gekocht, dann gießt man das Wasser ab und streicht die Lins durch ein Sieb. Jnzwischen bräunt man ein genügends Theil Wurzelwert, in etwas Butter, verkocht dasselbe eine halbeStm-.de mit Bouillon aus Li?big's Fleischextract, gießt die Brühe durch und vermischt sie mit dem Linsen Püree, die Suppe' auf dem Feuer längere Zeit gut durchrühnb; dann schmeckt man sie mit Salz und Pfeffer ab und richtet sie an, zuletzt Wiener. Frankfurter oder auch Breslauer. Würstchen die ein wenig Knoblauchgeschmacl heben, in Stücke geschnitten, hineinlegend. Sclbstverständlich werden diese.Würstchcn zuvor in kochendem Wasser.. in. dem sie ungefähr zehn Minuten zieben. müssen, gar gemacht. , Hecht ü. I.i B 6chamel. Ein Hecht von 4 bis 5 Pfund wird geschlachtet, geschuppt, aus Haut und Gräten gelöst, in schräge schmaleScheiben geschnitten, mit Salz' bestreikt und in wenig Wasser mit einem. Zusatz von einer halben Unze Liebig' Flcischex tract weich gedünstet. Jnzwischen.bereitet man eine gute B6chamel-Sauc die man mit der Hechtbrühe dicklich, einkocht und mit 3 4 Eidottern atieht. Mit einigen Löffeln voll geriebenem Parmesankäse und den Fischstücken vermischt, füllt man alles in eine. tiefe, Ofenhitze vertragende Schüssel,, streut geriebene Semmel und Parmesankäse über, legt kleine Butterpflöckchen aus und backt die Speise in ziemlich heißem Ofen hellbraun. Tilly - Speise. Ein Viertel Pfund vom besten Reis wird im Was. ser ausgcquollen, so daß die Körne? weich, aber noch ganz sind, man erreicht dies am besten, wenn man'ihn nachdem er gebrüht und nochmals kalt: gewaschen ist, mit kaltem, aber nicht zu; vielem Wasser aufsetzt und beim Kochen langsam heißes Wasser nachgießt. Nun läßt mai den Reis auf einem: Durchschlag vollständig ablaufen, , inzwischen quirlt man 6 Eidotter mit je 1 Weinglas Kirsch- und Himbeersaft und dem Saft einer Citrone recht tüchtig, fügt soviel Zucker hinzu,. bis es genügend süß ist und läßt es unter beständigem Rühren einmal aufkochen; nun vermengt man die Masse mit dem Neis und ziebt bebutsam den sekir stei? , i- i i i i aescklaaenen Scdnee von vier Eiern darunter, füllt sie in eine Schale, stellt sie sehr kalt und legt beim Anrichten eine höbe Schicht Schlagsahne darauf. Räch Belieben kann man auch etwaä eingemachtes Kirschfleisch unter den Reis mengen. Da die Farbe des Saftes durch das Aufkochen mit Ei heller wird, kann man, bevor man denSchnee cm. die Speise thut, etwas Fruchtroth in heißem Wasser auflösen und an die Speise rühren. Biskuit- oder Shortkakes. Ein Theelöffel voll saure Milch, ein Eßlöffel geschmolzene Butter und ein halber Theelöffel voll Saltartari (aus einer Drvguenhandlung), das man in etwas Milch auflöst, ein ganzes Ei und etwas Salz werden gut gemischt und mit so viel feinem Weizenmehl gemengt, daß es einen steifen Teig gibt. Dieser wird ganz dünn ausgerollt, vermittels einer Obertasse zu dünnen Plätzchen ausgestochen und auf Blechen gebacken, welche man mit Speck oder Butter ge-" schmiert hat. Kalsleber auf italieni--fch e A r t. Man schneidet eine gehau-; tete Kalbsleber der Länge nach in etwa , einen Zoll dicke Scheiben, pfeffert und salzt sie, wendet sie in Mehl und läßt, sie in einem Viertel Pfund Butter drei . Minuten lang auf jeder Seite sich -braunen. Dann nimmt man sie vom. Feuer, ohne sie jedoch erkalten zu lassen. bringt zu der Butter einen Löffel' Mehl, zwei gehackte Schalotten und,. einige gehackte Champignons, fügt unter fortwährendem Umrühren über.dem Feuer etwas Weißwein hinzu und richtet an. Rindfleisch auf ostprußischeArt. Ein Pfund Rindfleisch wird geschabt, alte Semmel gerieben, ein Ei und ein Stückchen geräucherter. Speck hinzugethan und die Masse nach Belieben mit Zwiebel, Schnittlauch oder Petersilie abgeschmeckt. Dann, wird ein Rücken daraus geformt und, mit Ei bestrichen,.'oann gut gespickt., mit Semmel bestrebt und in eineBrühe gelegt, welche auS den Abgängen., mit. Wurzelwerk gekocht wurde. Dieselbe: muß etwa vier Tassenköpfe voll betra?gen. Der Braten wird immer mit: brauner Butter-begossen und im (San zen eine Stunds gebraten. Man reicht ihn mit r?lnd -gebratenen FZartöffelchei! garnirt, und gibt Salat, Dämpfkraut oder für einen täglichen Tisch, auch wohl Gemüse dazu. Minuttingebäc Minute gebäck ist eik schnell zu bereitendes, uud sehr gut aufzubewahrendes Gebäck. Man nimm:! auf ein Pfund Mehl vier Eier, Zuckdr nach B-lieben und ein großes,, zu Pulver gestoßenes Stuck Ammonium, knetet lles gut Kurcheinander, zollt den Teig mit einem. Man gelholz aus und sticht mit einem Glase Plätzchen aus. D'i Plätzchen leZt man auf ritt mit Butteebestrichenes Kuchen bleckr und schiebt sie sofort i einen nicht zu heißen Ofen, bis. sie rine hellbraune Farbe, haben. Am zweiten Tage schmecken diese Plätzchen besser als am ersten Tage;, für Kinder sind sie ein leicht verdauliches Gebäck. Rothe Grütze. Saft von fri schen oder yngemachten Himbeeren und Johannisbeeren (je nach Geschmack) wird mil Grieö oder Sago, auch Buch weizenzrütze gekocht, bis letzteres gar ist. .rsüßt nach Bedürfniß und in eint mir Wasser ausgespülte Form gethan Erkaltet, gibt man eö mit Milch.NahrN oder VclnUlesauce.