Indiana Tribüne, Volume 22, Number 61, Indianapolis, Marion County, 19 November 1898 — Page 1
ö yy AO K $V hC yy o US i A f vft . VW w w U W V V 4 Office : No. 18 Süd Mabama Strafe. Telephon 1171 Indianapolis, Zndiano. Samstag,' den j). November 898. Jahrgang 32, Ntt1
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OZitrh ?losepb'nevemotne. geb. Rn. WllUU . am IS. Okt. ISIS, in Rhtim, Frank, ich, im Lltn voa 70 Jahren. ugftDr?r, Administrator. ' - Z Keo. Wri nuW 4-. V ajtUL JsichsttbeftattsV, Office: 26 Süd Delawarestr. Ställe , 220. 222, 224, 226, 228 Ost Pearlstr. Telex hon 911. Offen Tag und Nacht. John (Unding, Nachfolger von Edward Müller. 39 OK Washington Str. Jmportirt Magdeburger Sauerkraut ttnorr'sche Erbswurst. Jmpotirte Linsen. Jmportirte Gersie. Hirse und rankern. Telephon 987. Prompte Abliestrung. The Trust Comp. kam um zn bleiben. Jn daZ wette Feld der Trusts" schreibt der Redakteur dcS Surrogate von New York, wo immer Senamgkeit, Intelligenz. Zurück halwng und Forlbestard Notbmenkigketten sind, kam du Trustes, und kam um zu bleiben. Manche Leute werden nur mit der Zeit der stehen, w e eS möglich ist, daß ein künstliches Wesen solch delikate Funktionen verrichten k um. Aber es würde uns nicht in Erstaunen setzen zu sehen, datz die Trust Co. die indivi duellen öxecutorS und TrusteeS verdrängt, wie die Jndcmmty Eo. den Bürgen." Die Union Trust Co. von Indianapolis übernimmt all Arten von Vertrauensposten zu billigen Raten. Sie bietet, alle in Be tracht gezogen, große Vcrtbeile über den einzelnen Xruftee. Leute, welche ihr lestam 'nt zu machen gedenken, sollten uns consultiren. Office: (eräude der Gesellschaft) fto.118 und 122 Ost Market Str. A eamte : Iah v.Solliday. Prsid,t. lddtson C. Harrt. l.Dice.Prstdknt. Henry Eitel, 2. Litt. Präsident und Schatzmeister. H. 271. Noltz Skrr. I l l Aber nicht v?rg?fset! d,K Mode di iest Rulwatt von Stiesel und Schuhe im der Std hat. iesgndntz in arm Wtntki,?t?fel und Schuhkn und Haupantoff,li. Exrecht vor und überzeugt Euch jelbst. 143 Ost Wasbinatvn Str. HQ.. Mnfzig Jahre unermüdlichen deutschen trebens in Indianapolis von THEODOR STEMPFEL. Fest.Kchrlft zur Zweier der Vollendung deö Deutschen Hauses Brochirt 50c ; gebunden $1.00. Postporto beträgt 15c. ? hab, in d Cfftieker.ttlblnt." sann auch der H. Liebn 9:, in der Office de .Telegraph" und i l,utjchtn Hause gekauft erde.) Turner Bau- und Spar-Verein macht Hypotheken-Anleihen zu den medrigfttn Zinö-Raten. Abzahlungen der Schuld nach Be lieben. Man erkundige sich bei den Beamten: lbert . Metzger. Präftdent. Louiö Lielken. LictPrSsidtnt. Armin BoKn. kretär. arl H. Lieber, chatzmeifter. Versammlung jeden Samstag Vbend im Deutschen HanS. T. E. H&rcgelo, Zeichen Bestatter, Wieder auf demaltenPlatz, No. 221 u. 223 R. Delavare Str. Ttl. 250.
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I Die Stimmen gegen die Annexion der Philippinen mehren sich stetig und die Opposition kommt auch vielfach auö Kreisen, welche der Administration gerade nicht unfreundlich gesinnt sind. Aber eö hat, so will kö uns scheinen, gar keinen praktischen Zweck mehr, auch nur ein Wort darüber zu verlieren. Präsident Hanna, Par don, wollten sagen McKinley und sein Kabinet haben die Annexion beschlössen und ti ist uns unmöglich zu glauben, daß der Senat den griedenö vertrag, der in Paris abgeschlossen wird, nicht genehmigen wird. Die Annexion kann also unsere? Trachten? als abgemachte Sache gelten Interessant wird eS nun sein, wie sich die Insurgenten dazu verhalten werden. Wenn sie nun nicht amerikanisch sein vollen? Wenn sie die Insurrektion fortsetzen sollten ? Hätten wir dann nicht eine sehr nette Bescheerung ? Wenn eS dann auch viel Geld und viel Menschen kostet, die Insurgenten zu unterwerfen, waS thutS ? ES geschieht ja alleö auS Humanität. WaS wir Amerikaner für ein humaneS Volk sind ! Wir werden in der Selbstbewunderung noch einige Lektionen nehmen müssen, um fi? aus eine den BerHaltnissen entsprechende Höhe zu bringen. Der ehemalige Staatssekretär 3ohn Sherman hat sich über die Art, wie er Staatöfekretär unter McKinley wurde, und wie man ihm das Amt wieder abnahm, nachdem durch sein Eingehen aus die Pläne deö Präsidenten, Mark Hanna Bundeisenator geworden war, folgendermaßen auSgesprachen : ?n Wirklichkeit wollte man mich nicht im Kabinet, sondern man wollte bloß meinen Sih im Senat. Mir wurde gesagt, daS Kabinet könnte ohne mich nicht zusammengesttzt werden, und eö würden Fragen auftauchen, die ch kontrolliren sollte. Ich wußte, daß Hanna den Rest meiner SenatSzeit ausfüllen wollte, und da er immer freundlich gegen mich war. wollte ich mich ihm nicht ungefällig erweisen Somit verzichtete ich aus meinen Sitz alö Senator und ging in daö Kabinet Hanna wurde vom Gouvernör einstweilen zu meinem Nachfolger im Senat gemacht. Alk aber die Staatögesetzgebunz Ohios einen Nachfolger sür den Rest meine Termin? und für den neuen wählte, konnte Hanna ungeachtet der Unterstützung der Administration nur mit einer einzigen Stimme siegen. Vann sing man an zu sagen, ich würde vergeßlich und altersschwach. Hanna, dem ich meinen Sitz abgetreten hatte, war unter den Ersten, welche sagten, daß meine Geisteskräfte abrahmen. DaS war kein freundschaftlicher Gegentierst für die Ueberlassung meine? SitzeS. AlS ich im Kabinet war, sah ich in Verbindung mit meinen Amt?pflichten sehr wenig vom Präsidenten. ES wurde ein Mann von Canton (Day) gebracht. Im StaatSdepartement schien er nicht viel zu thun zu haben, aber jeden Abend besuchte er den Präsidenten und berichtete, wa? geschehen war. Ich hielt ihn sür einen Untergebenen und kümmerte mich wenig um ihn, oder um da?, wa? er that, bi? der Präsident eine? Tage? zu mir sagte: Herr Sherman, ' wa? Sie gesagt haben, oder gesagt haben sollen, gefällt dem Richter Day nicht." Ich war sehr überrascht und antwortete: Herr Präfident, glauben Sie, ich würde etwa? sagen, wa? der Administration, von der ich ein Mitglied bin, schaden könnte ? Der Präsident wiederholte fast dieselben Worte in beleidigender Weise. Ich wurde ärgerlich, ging fort, und schickte meine Resignation ein. Stet? war ich ein Befürworter MeKinley's. Ich glaube aber, daß ich nur al? Mittel zum Zwcck gebraucht wor den bin. Diese Ueberzeugung kommt Herrn Sherman etwa? spät. Eö ist ja allbe kannt, daß die Sache sich so verhalten hat, wie sie hirr dargestellt wird. E? ist auch Herrn Sherman, ehe er seinen Senat?sitz aufgab, vielfach geweissagt worden, daß e? so und nicht ander? kommen würde. Aber der alte Herr beging den gehler, daß er wirklich glaubte, da? Cabinet könne ohne ihn nicht zusammengeseht werden und er ist ein Opfer seiner dielleicht verzeihlichen Eitelkeit gevorden,
Allerdings wird dadurch die Art, wie er ausgenutzt und dann bei Seite geschoben wurde, nicht schöner. (Louiöv. Anz.)
fli iis)iiiirfjnsljlrii Wetterbericht. Kühleres, schöne? Wetter heute Nacht; schone? Wetter'morgen. Höchste Tem peratur innerhalb der letzten 24 Stunden 47 Grad, niedrigke 39 Grad. , Nette Zustände. Washington, 17. Nov. Da? Kabinet beschäftigte sich heute mit der Erwägung der Klagen, welche über die anarchistischen Zustände auf Porto Rico eingelaufen waren. Briganden und Rauber aller Art beunruhigen zu meist die kleinen Küstenstädte, Räuber banden ziehen herum, sengen, brennen und plündern. General Brooke wurde aufgefordert, alleö aufzubieten, um Ordnung herzustellen. Uebrigen? liefen auch Klagen über die Aufführung der Truppen ein und KriegSsekretär Alger telegraphirte an Gen. Brooke um Auskunft über die Ursachen zu solchen Klagen. Die Philippinen und die Frie d e n? unterHandl u n g e n. Washington, 18. Nov. Dewey telegraphirt von Manila wie folgt : Der Eharlefton" und der Eoncord" kamen heute von Iloilo an. Commander Glaß berichtet, daß die ganze Insel Pauay, ausgenommen Iloilo, sich im Besitze der Insurgenten btsindet. Iloilo wird von 800 Spaniern vertheidigt. Die Au?länder bitten um amerikanischen Schutz. Die Insurgenten haben ihre Unabhängigkeit erklärt und wünschen ein amerikanische? Protektorat. Bi? jetzt 'st nichts geschehen, um die Insurgenten in ihren Operationen zu hindern. Allein die Situation ist kritisch. Die Schwierigkeit besteht im Schutze der Au?länder und Rettung der Stadt Iloilo, der zweitgrößten Stadt der Philippinen. Unter dem Protokoll sind die Amerikaner derpflichtet keine weiteren Truppenbewegungen vorzunehmen Man wird deshalb daraus dringen, daß in Paris möglichst rasch eine Einigung zu Stande kommt und die Commissäre dahin zu instruiren. Oder falls eine Einigung nicht möglich erscheint, daraus zu sehen, daß die Unterhandlungen abgebrochen werden um den amerikanischen Truppen freie Hand zu geben. Die UnterHandlungen beschränkten sich in der letz ten Zeit ohne dieS auf nichts weiter als, auf Haarspaltereien betreff? der Bedeutung diese? oder jene? Worte? im Protokoll. Wa? die Garantie der Philippinischen Schuld betrifft, so werden die Ver. Staaten sich unter keinen Umständen aus eine solche einlassen. neu I ohn W. Keeley todt. Philadelphia, 13 November. John W. Keeley, der Ersinder de? Keeley-Motor?, erlag heute in seinem Haufe im Alter von 61 Jahren der Lungenentzündung. Er war ursprünglich Zimmermann, und übte diesen Beruf bi? 1872 au?, behauptete aber dann eine neue Kraft entdeckt zu haben, welche da? ganze Gebiet der Triebkräfte auf den Kopf stellen sollte. Er eonstruirte dann auch den sogenannten Keeley-Motor und gab damit vor Kapitalisten Vorstellungen, w'lche ihm $100,000 vorschössen, um seine Entdeckung auszubeuten und . anzuwenden. Seither find große Summen für Experimente ohne praktische Erfolge verausgabt worden, und Keeley stellte bi? 1891 nicht weniger al? 129 verschiedene Modelle her. Zuerst wandte er Wasser al? Generator an, später aber eine Liberator" genannte Maschine mit einer großen Anzahl Stimmgabeln, welche nach Keeley'ö Angabe die Lust zerzetzten und eine gewaltige ätherische Krast freimachten. Im Jahre 1883 wurde er wegen Mißachtung de? Gericht? eingesteckt, weil er sich weigerte, da? Geheimniß zu verrathen, durch welche? er diele merkwürdige Erfolge in Gegenwart von Sachverständigen erzielte. Aber er bewahrte sein Geheimniß bi? in? Grab. Besonder? interessirte sich sür seine Experimente grau Bloomsield Moore, welche ihm große Summen vorschoß.
Gold in Deutsch. A srika.
Berlin, 18. Nov. Generalmajor Liebert, der Gouvernör von DeutschOstasrika, der sich zur Zeit aus Urlaub in Deutschland besindet, hielt gestern eine Rede vor dem Deutschen Kolonial Verein dahier. Er zeigte eine Anzahl Goldklümpchen vor, die in DeutschOftafrika, nicht , weit vom Victoria Nyanza-See, gesunden wurden, und erklärte, die Golderzlager in jener Ge gend seien sehr reichhaltig, we?halb er die Bildung deutscher GoldgräberSyndikate empfehle. Kaiser Wilhelm? Reise. Berlin, 18. Nov. Die Nachricht, daß Kaiser Wilhelm sich auf einem Umwege auf der Rücktour befindet, ohne Wien zu berühren, erregt in politischen Kreisen große? Aussehen, weil man darin eine Bestätigung der jungfien Anzeichen erblickt, daß die BeZiehungen zwischen Deutschland und Oesterreich weniger freundlich find, al? bisher. Daß der Kaiser auch nicht nach Berlin kommt, betrachtet man al? ein Zeichen seine? Mißfallen? über die Aufgabe deö projektirten festlichen Empfangeö. Die Behörden in Potsdam treffen Anstalten, um dem Kaiserpaar bei der Rückkehr einen glänzenden Empsang zu bereiten. Hu Die Dreyfuö-Affaire. P a r i ö, 13. Nov. Der Gouvernör von franz Guiana hat dem Kolonialamt gemeldet, daß dem Hauptmann Alfred Drehfuö, dem Gefangenen auf der Teuselöinsel, von dem Beschluß der Revision seine? Prozesse? Mittheilung gemacht worden ist. Pari?, 18 Nov. Sehrgeräuschvoll ging eö heute in der Deputatenkammer bei Herrn Lafieö' Jnterpellation über die beabsichtigten Maßregeln der Regierung her, um die Unverletzlichkeit de? Inhalt? de? Packet? gehei. mer Dokumente im Dnysu? - Prozeß zu erhalten, welche die nationale Vertheidigung assiziren sollen. Der Premier, Herr Dupuy, erinnerte an die jüngste Erklärung deß Kabinet? bezüglich der Angelegenheit und versicherte, die Kammer könne sich aus die Wachsamkeit der Regierung in der Sache verlassen, und beantragte, die Angelegenheit einen Monat ruhen zu lassen. (Lauter Beifall und Proteste der äußersten Lmken.) Herr Lafie? griff die Regierung und den Richterstand heftig an, wa? entrüstete Proteste bei der Majorität de? Hause? hervorrief. Er beschuldigte die Regierung, daß sie der nationalen Ehre nicht genügend Respekt verschaffe, aber unter lautem Tumult wurde Herrn DupuyS Antrag angenommen. , Lyncherei in Oesterreich. Wien, 18 Nov. Die Stadt Werschitz in Kroatien war gestern der Schauplatz einer Lyncherei ganz nach amerikanischem Styl. Ein Rumäne, Namen? Alexander Lazare, ein notorisch religiö? - wahnsinniger Mensch, war auf dem Weg nach der Kirche am letzten Sonntag aus ein kleine? Mädchen gestoßen, da? aus einer Bank in den öffentlichen Anlagen saß und die Bibel laS. Du bist zum Tode derdämmt !" schrie der Wahnfinnige dem Kind zu. Im nächsten Augenblick erschlug er da? Mädchen mit einem Beil, da? er mit sich geführt halte. Sin Polizist kam herbei und nahm ihn fest. Er wurde gefesselt und in? Gefängniß gebracht. Dort schrie er fortwährend : Ich habe da? Kind auf göttlichen Befehl getödtet !" Gestern Nachmittag versammelte sich eine Volksmenge vor dem Gefängniß und verlangte die Herausgäbe Lazare'?. Der Gefängnißvervalter weigerte sich, wurde aber überwältigt, worauf die Leute in da? Gefängniß eindrangen, Lazare herausholten und ihn an einem Baum nahe der Stelle, wo er da? Mädchen erschlagen, aufhängten. CC)öXaQxQUu. Angekommen in : New Lork : Patria" von Hambürg. Queen?town: Campania" und Cimbric" von'New Jork. M o ville : Ethiopia" von New Jork sür Glaögov. . Southamvton: Frie?land" von Antwerpen. Liverpool: Nomadic" von NevAork. Kopenhagen: Norge" von NevSork.
allerlei.
Seit 20 Monaten sitzt der ! 55 Jahre alte Millionär Thomas E. Ttmley zu Houston, Tex., wegen Mißachtung des Gerichts im Gefängniß und aller Wahrscheinlichkeit nach wird er in demselben auch seine Tage beschließen. Als Hauptactionär der Glenwood Friedhos - Gesellschaft verfuhr er mit solcher Willkür, daß die anderen Actionäre die Hilfe der Gerichte in Anspruch nahmen. Timley wurde aufgefordert, seine Bücher vorzulegen, und weigerte sich. Darauf ließ man ihn verhaften und bestrafte ihn wegen Mißachtung des Gerichts mit 5100. Die Friedhofs Gesellschaft wurde einem Receiver unterstellt, allein da dieser keine Bücher hatte, konnte er keine Einsicht in die Geschäftslage gewinnen. Timley. der entlassen war, floh nach New Jork und kehrte, als er glaubte, daß Gras über die Geschichte gewachsen sei, wieder zurück. Man nahm ihn aber wieder beim Ohr und sperrte ihn abermals ein. Er appellirte an das Bundesgericht, fand aber knn Recht; dann nahm er die Hilfe des britischen Consuls in Anspruch, indem .behauptete, britischer Unterthan zu sein. Dieser aber kümmerte sich auch nicht um ihn. .So sitzt nun der alte hartgesottene Geizkragen bereits seit 20 Monaten im Gefängniß und er behauptet. er werde eher in demselben verfaulen, als daß er seine Bücher hergebe. Auf dem Boulevard Montmartre in Paris spielte sich ein Auftritt ab, der für die in Paris Herrschende Stimmung sehr bezeichnend ist. Der Präsident der Antisemitenliga, Guerin, saß auf der Veranda einer Bierhalle, als ein Zeitungsverkäufer vorbeikam und die Grande Bataille" feilbot, in welcher Guerin auf's schärf ste angegriffen zu werden pflegt. Guerin fiel mit seinen Freunden über den Zeitungsverkäuser her und mißhandelte ihn in der rohesten Weise. Die übrigen Gäste nahmen für den Zeitungsverkäu fer Partei und bald entspann sich eine allgemeine blutige Rauferei. Plötzlich stürzte das Glasdach der Veranda zusammen und mitten unter die Raufenden fiel blutüberströmt eine elegant gekleidete Dame, icse, hatte sich, wie sich hinterher herausstellte, allzusehr über die Fensterbrüstung vorgebeugt, um den Krawall besser mitansehen zu können, und dabei das Uebergewicht bekommen. Die Verletzungen der Dame sind Kiemlich bedenklich. Eine Dampfkessel.Exp:osion ereignete sich in Barmen. Vormittags gegen 10 Uhr platzte in der Allee-Straße 71, einer der großen Dampfkessel von 12AtmosphärenDruck. Die vordere Scheibe war herausgeflogen und durch daö Dach des KesselHauses hindurch auf ein anderes Dach geschleudert worden. Ein Hagel von Steinen ergoß sich weit umher. Die Zerstörungen sind furchtbar, das ganze Kesselhaus ist zerstört. Durch die Explosion sind vier Personen verletzt worden. darunter der Heizer so schwer, daß s:we Ueberfüh-ung irs städtische Krankcnhaus nothwendiq wurde. Die Nam n dcr Verletzten sind: H.izer G hrenberg. Arbeiter Weyler. Opfer und Strohm. D e m 70j ä h r i g e n K a s s e nboten Dujardin der Spinnerei Leblan in Lille wurde in einem Wirthshause eine Brieftasche mit 26.000 Francs gcstöhlen, wovon er 20.000 Francs eben bei dem Bankhause Verley. Decroix & Co. erhoben hatte. Dujardin, ein ehemaliger Polizeibeamter, hatte sich vor den Schänktisch gestellt und die Tasche neben sich gelegt, um seine Pfeife anzuzünden. Fast zugleich mit ihm waren zwei unbekannte, Herren eingetreten, denen alsbald zwei weitere folgten. Einer von diesen stellte sich neben Dujardin und nahm ein großes Zeitungsblatt zur Hand, öas die Brieftasche für einen Augenblick verdeckte. Gleich darauf verließen die Fremden das Haus. Als Dujardin kurz hernach die neben ihm liegende Tasche ergriff, sah er zu seinem Entsetzen, daß eö nicht die seine, sondern eine fremde war, die nichts enthielt. Von den Thätern fehlt jede Spur. Eineköstliche kleineGeschichte, die von der Eifersucht der Feuerwehr bezüglich des Löschens ih-rer-Brände handelt, wird aus Ratibor erzählt. Nachts gegen halb 3 Uhr brach dort in einer Dampfwaschanstalt Feuer aus. Das Feuer, welches im Trockenraum entstanden war, verbreitete sich mit großer Schnelligkeit und ergriff sehr bald auch die zur ersten Etage führenden Treppe, so daß das Innere des Gebäudes total ausbrannte; sämmtliche Maschinen und bedeutende Mengen von Wäsche und Anderes sind vernichtet worden. Bei dem Feuer wurde der freiwilligen Feuerwehr von Bosatz-Ostrog-Plania, welche freundnachbarlich Löschhilfe brachte, von der Ratiborer Feuerwehr übel mitgespielt. Nach einer öffentlichen Erklärung des Vorstandes der ersteren Wehr wurde ihren Mannschaften von der Ratiborer Feuerwehr prinzipiell die Abgabe von Wasser verweigert und es wurde denselben zugerufen: Das ist unserFeuer, das löschen wir uns allein; Wir haben Euch nicht gerufen! Ihr könnt ruhig in Ostrog bleiben!"
D i e E i r c u s - C l "o w n e r y des englischen Melodramas ist nun richtig und unumhüllt auf das Pferd gekommen. Das neue Stück des Pa-dlllon"-Theaters inLondon träat schon
den Titel Going the Pace", was zu deutsch besagt durch alle Gangarten der Hohen Schule". Die Pferde spielen die Hauptrolle, die Scenerie ist der Stall oder doch ein Aehnliches und den Haupttnck bilden die sensationellen Eircusvorstellungen, die das Echteste sind, was der Buhnenrealismus ze gebar. Stoff und Moral schließen sich dem Genannten würdig an. Es ist die Geschichte des Pferdes von seinem Hochmuth, beim Rennen bis zu seinem Ende im Eircus. Der Erfolg des neuen Werkes war übrigens außerordentlich. Es lebe die Pegasus-Dres-sur ! In LUttich vergifteten sich der Uhrmacher Vivier und seine Frau mit Cyankalium. Um des Todes sicher zu sein, hatten die Lebensmüden noch den Gashahn in ihrem Schlafzimmer offen gelassen. Hinterlassene Briefe bekunden, daß die That auf Nahrungssorgen und Unglück zurückzuführen ist. Vievier war 53 Jahre alt und aus St. Cyr gebürtig, seine Frau stammte aus England. Sie waren 35 Jahre verheirathet und hatten in stetem Frieden gelebt. Von ihren sieben Kindern ist nur noch ein 21-jähri-ger geisteskranker Sohn am Leben. In einem Schreiben an den Polizei - Commissär bittet Vivier, seine ganze Habe zu verkaufen und den Erlös zur Befriedigung des städtischen Leihamtes zu verwenden, wo er in letzter Zeit aus Noth die ihm zur Ausbesserung übergebenen Uhren versetzt habe. Frau Vivier war seit langen Jahren leidend. In Paris wurde ein Banlschwindler Namens Pelaert verhaftet. Ux dort im vorigen Jahre unter der Firma Martin & Co. eine Dachauer Bank gegründet hatte. Als ihm der Boden an der Seine zu heiß wurde, entfloh er nach Brüssel und errichtete eine Nebenstelle des Londoner BankHauses Lockwood", durch welches Unternehmen er über 100.000 Francs erschwindelt haben soll. Nach seiner Ent weichung aus dem Brüsseler Gerichts, gebäude wandte er sich nach Antwerpen und von dort wieder nach Paris, wo er abermals eine Sandbank unter dem hochtönenden Namen Credit National Frangai in'L Leben rief und namentlich an kleinere Leute gefälschte Antheilscheine von Gesellschaften, die große Dividenden vertheilen sollten, aber gar nicht bestanden, gegen Abschlagzahlungen zu verkaufen suchte. Er wird zunächst in Frankreich bestraft und dann nach Belgien ausgeliefert werden. AusLusignan-Grand in. Südfrankreic (Lot et Oaronne) kommt die Nachricht von einem Morde, der durch die begleitenden Umstände dort starke Erregung hervorgerufen hat. Ein ehemaliger Gendarm mit Namen Pierre Dayma verfolgte mit seinen Liebesanträgen ein junges Mädchen, Marthe Catusse, die aber von Pierre nichts wissen wollte. Kürzlich ging dieser zum Tanz. Im Saal traf er Marthe, die , sich nach langer Weigerung dazu verstand, mit ihm zu tanzen. Kaum aber hatte das Paar einige Schritte mitten durch den Saal gethan, als Marthe einen durchdringenden Schrei ausstieß und tödtlich verwundet, blutüberströmt zu Boden sank. Wie mit einem Zauberschlage hörte die Musik auf. die Paare hielten im Tanze inne, stoben aus der Mitte auseinander, und Todtenstille trat ein. Marthe wand sic auf dem Boden. Pierre hatte ihr ernen scharfgeschliffenen Dolch mit aller Wucht zweimal in den Leib gestoßen. Nach einer Stunde war die Arme todt. Der Mörder stellte sich selbst dem Gericht. Ein unternehmendes junges Ehepaar aus Orleans inFrankreich, das vor Kurzem seine Hochzeit gefeiert hat, faßte den etwas excentrischen Entschluß, bei der jetzigen Iahreszeit den Mont Blanc zu besteigen, um auf dessen Gipfel den vor dem Altar geleisteten Schwur zu wiederholen. "In Gesellschaft von zwei Führern machten sich die übermüthigen Leutchen denn auch muthig auf den Weg und unverdrossen kämpften sie sich durch furchtbare Schneestürme hindurch, allen Gefahren und Schwierigkeiten trotzend, verfolgten sie die durch Eisfelder führende vorgeschriebene Noute und nach zw'ölfstündigem Emporklimmen erreichten sie mit stolzem Triumphgefühl im Herzen die 15.800 Fuß über dem Meeresspiegel liegende Spitze des BergeS. Hier umarmten sie sich und schwuren sich in Gegenwart der.ob solcher Tapferkeit ganz verwunderten Führer ewige Treue. Der noch mit weit größeren Gefahren verbundene Abstieg wurde ebenso erfolgreich ausgeführt und nach dreitägiger AbWesenheit langten die vier Bergsteiger in Chamounix an, wo sie mit Jubel empfangen wurden. Rheumatismus im Rücken, in den Schultern, Hüften, Aenkeln, Elbogen oder Handgelenken ensteht durch zu vm Saure im Blut. Hood'? Sarsaparilla Heilt Rheumati?mu?. Ho ob's Pillen find die beste Absühr-und Leber-Medizinsürgai-liengebrauch. 35,
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