Indiana Tribüne, Volume 22, Number 59, Indianapolis, Marion County, 17 November 1898 — Page 1

o rArÄ A i AY ft svft rtf r SP l-A w vo V w o y Office : No. 18 Süd Alabama Strafte. Telephon 1171 Indianapolis, Jndiana. Donnerstag, den 7. November (898. Jahrgang 2

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AüchenSs

Lditorielles. Das Votum der Sozialisten im Staate ist noch bedeutend größer als wir vorgestern angegeben. Sß beläuft sich auf 1716 Stimmen, also sechs Mal so viel, wie vor zwei Jahren.

Wir haben nun wieder eine Wahl gehabt und obwohl die Sozialisten fast überall an Stimmen gewon nen haben, hat doch die große Masse der Arbeiter ach alter Gewohnheit, fast möchten wir sagen mechanisch für die republikanische resp, die demokratische Partei gestimmt, gerdae als ob für sie alles in schönster Ordnung sei und zu ihrem Glücke nichts fehle als der Sieg einer dieser Parteien. Zur selben Zeit geht aber in der Wirth schastlichen Welt eine Revolution vor sich, welche langsam und stille, aber ficbtk den Bau derselben untergräbt, so daß er eines TageS wird zusammenstürzen müssen. ES ist noch nicht so sehr lange her, beinahe noch innerhalb deS TrinnerungSvermögenS sehr alter Leute, daß man von großen Fabrikanlagen nichts wußte und daß der Handwerker mit ein paar Gesellen im Stande war einen abständigen Lebensunterhalt zu geinnen und eine Rolle im öffentlichen Leben zu spielen. Das ist vorbei! Heute geht alles ins Große und die Großen konzentriren sich zu noch Giößerem. Die Trust bildung fährt fort inö Ungeheuerliche zu wachsen und nach und nach die ganze Industrie derart zu beherrschen, dafr individueller Kleinbetrieb zur absoluten Unmöglichkeit wird. Die Kapitalien, welche in Trusts angelegt sind, oder wenigstens die Summen, zu denen sie fapitalifirt find, find so ungeheuer, daß' man sie in ihrer Gjsammtheit gar nicht zu fassen vermag. DaS Philadelphia Tagblati" stellt eine Lifte verschiedener Trusts zusammen, welche zusammen die ungeheure Summe von drei tausend Millionen Dollars repräsentiren. Um nur einige wenige deS Beispiels halber anzuführen, erwähnen wir den Stahl- und Sisen-Truft mit 347 Millionen, den Oel Trust mit 162 Millionen, den Zucker Trust mit 116 Millionen, Mehl Trust mit 160 Millionen, U. S. Leather Co. 126 Millionen usw., usw. Die L:ste ist lang und wenn man sie durchlieft, kömmt eS Einem vor, als flögen die Millionen nur so in der Luft herum. Welch ungeheuere Umwälzung hier von dem einfachen Handwerker biS zu dem mit vielen Millionen cperirenden Trust in der Art der Fabrikatioi vor sich gegangen, baS muß Jedem in die Augen springen. Ebenso muß Zeder begreise, daß diese Anhäufung von Millionen eine Macht schafft, gegen welche jede Gesetzgebung vergeblich ist, weil sie selber die Gesetzzebung beherrscht. SS muß aber auch Jedem einleuchten, daß auf die Dauer ein frei heitlicheS Staatöwesen und eine solche Macht nicht nebeneinader bestehen können. Vom volkSwirthschastlichen Stand punkte auS ist die Konzentration deß Betriebes selbstverständlich ein großer Vortheil, weil die Herstellung der Güter mit einem weit geringeren Aus wand von menschlicher Arbeitskraft geschehen kann. Die Fabrikation im

Großen ist ökonomisch gegenüber dem Handwerk und dem Kleinbetrieb. Da giebt eS keinen Rückweg. DaS Uebel liegt nicht in der Konzentration selbst, sondern daran, daß sich der Betrieb in den Händen einer verhältnißmäßig kleinen Klasse von Kapitalisten befindet. Entweder seht sich der Staat an die Stelle dieser, oder die Republik geht zu Grunde. Anderes ist nicht möglich. , ,

ZlrMMilhien. Wetterbericht. Wolkiges Wetter, möglicherweise Regen heute Nacht und Freitag. Höchste Temperatur innerhalb der letzten 24 Stunden 47 'Grad, niedrigste 29 Grad. Die Maria T er esa". Washington, 16 Nov. DaS Marinedepartement hat Capt. McCalla auf Grund seines Berichtes ermächtigt, den spanischen Kreuzer Maria Teresa" aufzugeben, und im Uebrigen nach bestem Ermessen zu handeln, die britischen Behörden zu benachrichtigen und dann nach Norfolk zurückzukehren. , ,,, Amerikanische Zündholz fabrik in Deutschland. A kron, O., 26. Nov. Der kürlich auS Suropa zurückgekehrte Präfideat der Diamond Match Company, C. C. Barber, erklärt, daß er .Vereinbarungen mit der deutschen ReichSregierung über die Anlegung einerneuen Riesen - ZSndholzsabrik in Dresden getroffen hat. DieS würde die vierte Fabrik sein, welche die Gesellschaft in Europa in neuerer Zeit angelegt hat. ti Bankkrach und Selbstmord. C m p o r i a, Kan., 16. Nov. Die erste Nationalbank von Emporia wurde heute auf Befehl des "Conttolle? ok the Currencj" geschlossen. Kurze Zeit nachher nahm sich Charles S Croß, der Präsident der Bank, durch einen Pistolenschuß daS Leben. , Eröffnung deS Reichst a g e S. Berlin, 16. Nov. Die offiziöse Norddeutsche Allgemeine Zeitung" meldet, daß der deutsche Reichstag in de.i ersten Tagen deö Dezember erössnet werden wird. Die Eröffnung war ursprünglich auf den 29. November festgesetzt, wurde aber verschoben, weil der Kaiser den Reichstag in Person eröffnen wollte, eö aber zweifelhaft war. wann daS Kaiserpaar von seiner Palastinafahrt zurück sein würde. Prinz Georg. Trieft, Oesterreich, 16. Novbr. Prinz Georg von Griechenland, der neue Obercommissär der Mächte in Kreta, ist nach der Insel abgereist. C a n e a, Kreta, 15. Nov. Hier ist heute allgemeiner Feiertag, überall herrscht Freude, der Bischof ließ ein Tedeum fingen, und rief den göttlichen Segen auf die Mächte herab, welche Kreta von der türkischen Herrschaft befreit haben. Die Christen führen sich gut, und unter den Muselmännern besteht kein Zeichen von Mißtrauen. Chakir Pascha, der letzte türkische Kommandeur, welcher die Insel derließ, wollte noch im letzten Augenblick daS Transportschiff zurückhalten, bis bestimmter Befehl von der türkischen Regierung komme. Admiral Pollier, der französische Kommandeur, sandte jedoch daS Torpedoboot Vaytour, welcheS mit ZwangSmaßregeln drohte und die Abreise zu Stande brachte. DreyfuS. Paris, 16. Nov. ES wird angekündigt, zwei Advokaten würden nach Eayenne, der Hauptstadt von franzöfisch Suiana, gesandt werden, um DreyfuS bei der Ausarbeitung seiner Vertheidigung zu unterstützen, und man schließt daraus, daß er nicht nach Paris gebracht werden wird. Man glaubt, daß er bereits von der Regierung die Nachricht von der RevifionfeineS ProzesseS erhalten hat. Der KassationShof wird ohne Zweisei die Vorlegung dS geheimen DosfierS verlangen, und nach dem Soir hat die Regierung die volle Verantwortung für alle Maßregeln übernommen, welche forderlich sein mögen, um zu verhindern, daß daS Dossier eine

Publicität erlangt, welche vom internationalen Standpunkt aus gefährlich sein würde.

Ochrffs.NaHriyien. Angekommen in : N e w S o r k : Alsatia" von MarseilleS; Trave" von Bremen; Anchoria" von SlaSgov; Barbarossa" von Bremen. Marseilles : Victoria" von New Sork. N e a p e l : Augufte Victoria" von New Sork. allerlei. Der 21 Jahre alte Alfred Larochelle aus Marquette, Mich., küm dadurch zu seinem Tode, daß, als er eine in. seinem Buggy liegende Flinte mit gegen sich gerichteter Mündung auS dem Vuggy zu sich zog, der Hahn anstieß, der Schuß losging und die Ladung ihn unter dem rechten Arm iä den Körper fuhr. In 40 Minuten war er eine Leiche. , Auf dem Galgen, den er selbst erbau! hatte, ist Robert Lewiö in Atlanta, Ga., gehängt worden. Lewis arbeitete für den Contractor I. F. Haynes, den er ohne Weiteres niederschoß, als er nach Vollendung des Galgens entlassen wurde. Er wurde zum Tode verurtheilt und hatte auf dem Werk seiner Hände die Blutthat mit dem Tode zu büßen. DieFarmerimsüdwestlichen Theil von Caß County, NordDakota. sind durch das Auftreten der gefürchteten russischen Distel, welche vor mehreren Jahren in den Counties Dickey und La Moure so große Verheerungen anrichteten, in große Be sorgmß. versetzt worden. Ganze Felder sind mit dem Unkraut bedeckt, welches seit der Ernte emporgeschossen ist. In Chandler, Okla., be mächtigte sich während der Abwesenheit der Eltern auf dem Baumwollfeld der 9jährige Sohn von Charles Muthes eines in einem Schrank befindlichen Gewehres, welches sich entlud und sein vierjähriges Schwesterchen auf der Stelle tödtete. Der Knabe wurde über das Unglück, das er angerichtet hatte, so von Schrecken ergriffen, daß er da vonlief und nicht aufzufinden ist. Während Walter Williams, der einzige Sohn des Farmers John Williams in Elysian, Minn., mit einer Heugabel Getreidegarben in die Dreschmaschine schleuderte, kamen die Zinken mit dem Treibriemen in Verührung, der Stiel wurde mit großer Gewalt herumgeworfen und dai Ende desselben traf den jungen Mann am Unterleib. Nach wenigen Stunden trat der Tod ein. r v . Ein Straßenbahnwagen war in Atlanta, Ga., der Schauplatz der blutigen That eines Irrsinnigen. Ein geisteskranker Farmer aus Auburn, Ga., W. G. SHockley mit Namen, durchschnitt einem Passagier, I. D. Bishov, die Kehle und verwundete den Pollzeicapitän John Thompson sowie den früheren Polizisten Robert V!cCoy. als ihn diese dingfest ' machten. Bishop starb auf der Stelle. Shockley war am Morgen jenes Tages im Stationshause erschienen und hatte darum ersucht, daß man ihn einsperre, da er geisteskrank sei. Er wurde aus demStationshause gewiesen und begab sich dann zum Gouverneur Atkinson, welchen er um Schutz bat. Während der Gouverneur sich telephonisch mit der Polizei in Verbindung setzte, bewerkstelligte der Wahnsinnige seinEntkommen. Er bestieg einen Straßenbahnwagen und kam neben Vishop zu sitzen. Ohne ein Wort zu sagen, zog er plötzlich ein Rasirmesser aus der Tasche und durchschnitt seinem Nachbar den Hals, den Kopf fast von dem übrigen Körver trennend, Zvtevlnrlfltung des Comanche - Häuptlings, Fixico, der sich zur Zeit unter der Anklage des Sohnesmordes im Gefängniß zu Terumseh. Okla.. befindet, wlrd das letzte Capitel einer traurig - romantischen Geschichte sein, derenthalben eine schöne Weiße ihr Leben ließ. Die Unglück!!ehe, die mit ihrem Mädchennamen Lydia Lyons hieß, war die Gattin des Indianers. Sie stammte aus Kansas und nachdem sie die besten Schulen besucht hatte, beschloß sie. Missionarin zu werden. Im Jahre 1884 schloß sie sich dem Stamme der Sioux an, deren Häuptling, der berühmte Sitting Bull", ihr 1?en Namen bleiche Göttin" beilegte. Unter ihren Schülern, die sich zu Hunderten um sie schaarten, befand sich auch Fixico, dessen brutaler Charakter ihn zum Schrecken seiner Stammesgenossen gemacht hatten. Aber Lydia hatte gehofft, durch sanftes Zureden zu erreichen, was die Strenge der Aeltesten nicht vermocht hatte und das Räthsel deS leiblichen Herzens wurde vor dem Altar gelöst. Fixico aber besserte sich nicht. Kürzlich mißhandelte er seine Frau in so brutaler Weise, daß sie, des Kampfes müde, ihrem Leben mit einem Messerstich ein Ende machte. Als Fixico ihre Leiche fanderstach er in namenloser Wuth daS Baby und jagte dann seiner todte? Frau eine Kugel durch den Kopf.

Die polttisch'en G'eg'e'nsätze und Verunglimpfungen von Personen in den öffentlichen Blättern sind in Algerien an der Tagesordnung. So wurden in den letzten Tagen drei Redacteure der Gegenstand thätlicher Beleidigungen. Herr Prar wurde in einem Cafee von Herrn Bonet mit einem Stock .überfallen und an Arm und Auge schwer verletzt, Herr Henneuin in einem Wirthshause von zwei Söhnen der Mme. T., deren Ehre er verdächtigt hatte, mitStock und Faustschlügen halb todtgeschlagen, Herr Laurens von dem Generalrath Hugues auf offener Straße geohrfeigt; alles in Zeit von drei Tagen. Auf den vonNisch nach Beleni in Bulgarien versetzten deutschen katholischen Missionär Willibard Czok wurde unlänast durch ein Fenster seiner Wobnung geschossen. Da er trotzdem auf seinem Posten ausharrte, haben die dortigen Bulgaren, die das katholische Kirchengut occupirte.i, die Nothkirche der Mission angezündet. P. Czok hat als deutscher Unterthan im Auftrage seines Bischofs, eines Franzosen, den Schutz des deutschen Reichs angerufen, ebenso die Unterstützung OesterreichUngarns als Schutzmacht der Katholiken im Norden der Balkanhalbinsel, weil die bulgarischen Behörden die katholische Kirche in ihren Rechten nicht schützen. Vordem Schwurgericht in Glatz stand der 80jährige Bauerauszügler Schwarzer asZieder-Lan-genau, um sich wegenttNks 'Giftmord Versuchs, begangen an seiner 40jährigen Tochter, der verwittweten und kinderlosen Stellenbesetzerin Adelt, zu verantworten. Der Greis hatte von der Tochter Geld geborgt, wollte dieses aber nicht zurückzahlen. Ferner erfuhr er, daß sich die Tochter, die in guten Verhältnissen lebte, wieder verhejrathen wollte. Da er die Tochter zu beerben gedachte, so schüttete er ihr Arfenik in den Kaffee. Frau Adelt erkrankte in gefährlicherWeise, konnte jedoch noch gerettet werden. Der alte Mann bestritt seine Schuld, doch wa ren die Beweise so einleuchtend, daß das Schwurgericht ihn zu 10 Jahren Zuchthaus und noch zu 10 JahrenEhrVerlust und Zul'ässigkeit von Polizeiaufsicht verurtheilte. Vor den QuarterSessions" von Shropshire ist der anglikaNische Geistliche Rev.. W. B. Gowan. Vicar von Ruyton, nebst seiner Gattin angeklagt, seine ihm zur Erziehung übergegebenen Nichten, Waisenkinder im Alter von 12 und 9 Jahren, vernachlässigt und mißhandelt zu haben. Ihr Vater hatte 650 Pfund Sterling zur Erziehung der Mädchen hinterlassen. Der Geistliche und seine Gattin aber ließen ihre Pfleglinge alle harte Hausarbeit verrichten, vernachlässigten sie derart, daß ihre Kleidung zerlumpt, schmutzig und voll Ungeziefer war, schlugen und mißhandelten sie in birbarischer Weise und ließen sie oft längere Zeit ohne Nahrung, so daß sie vor Hunger auS dem Schweinetrog Kartoffeln aßen. Die Verhandlung wurde vertagt, als die Angeklagten aber das Gerichtsgebäude verließen, drückte das Publikum durch lauten Lärm seinen Unwillen über das geistliche Ehepaar au3. Dieberüchtigteundgefürchtete Geißel des Caucasus, SojimBagir - Ogli. ist in Elisabethpol endlich vom.Leben zum Tode befördert worden, jedoch nicht ohne vorher noch die Umgebung in Angst und Schrecken zu versetzen. Der Verbrecher wurde auf einem Armensünderkarren aus dem Gefängniß herbeigeschafft. Auf dem Wege dahin ließ ihn. trotz furchtbarer Erschöpfung während seiner langen Haft, sowie freiwilligen Hungerns, seine wilde Natur abermals ein neues Verbrechen ersinnen. Mit Blitzesschnelle hatte er einem der Aufseher, die ihn begleiteten, seinen Revolver entrissen, bereit, davonGebrauch zu machen. Nur mit Mühe konnte er überwältigt werden. Der den Verurtheilten begleitende Mulla konnte vor Schrecken gar nicht wieder zu sich kommen. Der Verurtheilte wandte sich an ihn: Warum zitterst Du, Mulla? Man hängt ja doch nicht Dich, sondern mich." Schnell schritt man zur Execution, bereits nach 1$ Minuten war Sojim nicht mehr unter den Lebenden. EinlelteneSJubilau feierte in diesen Tagen die Stadt Lndenburg am Neckar: dus 1800 jährige Gedächtniß ihrer Gründung. Eine stolze Ziffer, auf die manche moderne Großstadt mit Neid blicken möchte. In der That, Ladenburg, das alte .Lobodunum", der Hauptort des Lobdengaues, hat eine außerordentlich reiche geschichtliche Vergangenheit aufzuweisen. Alle Culturepochen, von denen uns Kunde geworden ist, haben auf diesem denkwürdigen Boden ihre Schichten abgelagert. Die von der Natut mit Fruchtbarkeit ausgestatteteGegend hat ohne Zweifel eine der allerersten Siedelungen von Menschen im heutigen Deutschland gebildet. Dort rodeten einstmals Kelten den Urwald und schufen eine Culturstätte, welche späterhin den Römern ein werthvoller Stützpunkt geworden ist. Eine unübersehbare Menge römischerFunde. die noch immer vermehrt werden, be weist, wie fest eingewurzelt römisches Leben dort gewesen sein muß.

Hiesiges.

Jndiana Bankiers. - Die Gesellschaft der Bankiers von Jndiana hielt in den letzten zwei Tagen ihre Jahresversammlung hier ab. SS wurden sehr viele Reden gehalten und auch Pastor Milborn fehlte nicht mit einem Gebet. Die allgemeine Anficht schien dahin zu gehen, daß die Banken in andere Bahnen lenken müssen, daß fie aushören müssen wie bis jetzt hohe Zinsraten von ihren Kunden zu verlangen und nicht wie jetzt ihren Ueberschuß östlichen Banken zu 1$ Prozent zuzuwenden, die dann daS Geld ihren Kunden, d. h den hiesigen Geschäftsleuten zu 4 Prozent wieder leihen. Herr John H. Holliday konftatirte, daß die allgemeine GeschäftSlage sich um mindestens 25 Prozent gebessert habe. Anwalt Nathan MorriS besprach den Einfluß deS neuen Bankerott SesetzeS auf die Banken. Andere Redner besprachen' ebenso interessante und wichtige Themata. Gestern Abend schloß die JahreS Versammlung mit einem Bankett im Grand Hotel, an dem sich 160 Personen betheiligten. Herr John H. Holliday fungirte als Toastmeiyer und einen der interessantesten Toaste brachte SxController SameS $. EckelS auS. Sein Thema war Our Country." Er sprach sich mit großem Ernste gegen die Expansionspolitik aus. 31.00 Rundfahrt nach $1 00 Cincinnati, über die C. H. fc C. Bahn, Sonntag. den 20 November. Spezieller Schnell zug. nur Rushvllle, ConnerSville und Hamilton anhaltend. Verläßt den Bahnhof 7j Uhr Vormittag und 7 Uhr Abends Cincinnati. Dieses ist die letzte Czcursion dieser Saison. Tickets und nähere Auskunft im Union Bahnhof und 25 West Wash. ington Straße. Baur'S Tanzschule jeden Freitag Abend in der Mozart Halle. CZT Frank Swailö, 1527 Spann Ave. wohnhaft, wurde von den Radlerpolizisten Schröder und Hauser un. ter der Anklage verhaftet ein, seinem Nachbar Harry Boaling gehörendes Pferd nebst Kutsche gestohlen zu haben SwailS versuchte daS Pferd in einem Seihftall zu verkaufen. Sein Verhör wurde auf auf den 2?. November festgefetzt. C3 Erneft Alexander gerieth gestern Nachmittag vor der Tomlinson Halle in Streit mit einigen Rassegenössen. Er hob einen Backstein auf und warf ihn ach einem seiner Angreiser. Der Stein verfehlte sein Z'el, traf aber daS Pferd der Frau E. C. Brown, 1002 Capttol Ave., glitt ab und flog Frau Brown, welche in ihrer Kutsche saß, inS Geficht. Allz. ander wurde verhaftet. Die Geheimpolizisten Weible und Stout verhafteten gestern Thomas Shayne unter der Anklage die When Clothing Co. durch einen werthlosen Check um 510 beschwindelt zu haben. Sr gab sich in dem Lade als eine Theilhaber der Military Photographie Co. aut und sagte, daß er Geld in der Sacksonville Rat. Bank habe. Der Check kam als werthloS zurück. Sr wurde den Großgeschworenen zugewiesen. Salzfluß tritt oft auch bei kaltem Wetter, die innere Hand ergreifend und andere Körperteile Hood'S Sarfaparilla, der große Blutreiniger heilt Salzfluß. Hood'S Pillen wirken Ziorzüglich nach der Mahlzeit und kuriren Kopfweh. 25. Sine interessante Entscheidung hat daS Supreme Gericht abgegeben. Die grau eines gewissen Rush White hatte nur unter der Bedingung in die Heirath mit demselben gewilligt, daß er ihr sein Srundeigenthum überschrieb, trotzdem er zur Zeit schon insolvent war. Seine Gläubiger suchten im Gerichte dc.rum ach, daß die Uebertragung für uvgiltig erklärt werde, aber daS Supreme Gericht entschied, daß eine Frau einen gewissen Werth besitze und sich an einen Mann zum Zwecke einer Heirath verkaufen könne, der Mann also unter der Hei-

rathSbedingung sein Eigenthum, selbst L, . nA , aBV A .. irs. . 'I Theodore Stein. $cftffnrt.

,,, un innnKWiuBeAear übertragen könne. In.n..i4 n,

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