Indiana Tribüne, Volume 22, Number 55, Indianapolis, Marion County, 13 November 1898 — Page 9

t'-

P$:pe:pfut.

..Sechs Jahre lang war ich ein Ohfttder Tyspevfia in h?kr fchlimviste Form. ijch tonnte nicht eije auder Milch'Toast. und zuwetten tvnnte mein Magen leibst da nicht behalten und verdaue. Hetzten Marz beginn ich die E a ? c a r c 1 3 u nehme, und seitdem bin ich stetig besser geworden, bis ich ich letzt so wohl sühle wie je in meinem Leben. Davl d Murphu. Newark. O. Anzeilktzm, schmackhaft, wirksam. Schmecken gut. thun gut. maßen nie tianf oder scyivach. verursachen keine Schmerz, loc. 25c. eoc Heilen Verstopfnng. Storilag Rcartfj rp, Ckkf Moatrcftt, !Uw York. Slltf VA rrn nin verkauft und garantiert von allen i!U-AVIiVBpoMKUni it Leitung er ladatt g?ehi)kU. Die Office von Dr. H.PINK und Dr. C0LE, befindet sich in No. 24 Ost Ohio Straße Telephon No. 927 wie bisher. C. C. EYEIIT8, Deutscher Zahn - Arzt. 9.c. gz Nord Pennsylvania Gt,. a tefrb euf Wunsch mgsd-andi. Dr. Louis Burcfchardt, 9to. 1134 Süd Mnidian Straße. Sprechstunden: 8 9 Morgen und T benot. Willoughby Block. 224 Nord Meridian Straße, prechftunden: -4 Nastmittegs. KT Tel. 22 i. Dr. I. Gttßier, 120 Sst WcSnrty Sir. vrcöhftunden : 8 biz ö UH? 3erw. ; I biö 3 . ic ?!aönu; 8 MS 9 N5r Send?. Telephon 144. ,rechude: Sonntag nu Bermlttagl. WALTER FRANZ, Zahn-Arzt, -Ko. 90 Oft Market Straße. Cosftn lock. Zimmer 43. Ctfce.etunt-n: biI?V.. lfttlSXa., 7 6U9 tcntl. Eonntag van 10 NHr Lm. bil VL$x Rm D!,R,, Tn 4? runde werden Sonarrdöa unb ukflutzau en ans iTQ anen fcntA GrinritliWh u-aekobe okn Knd,u,lichkiten. Prei HfTti I strt hi AfTa nanillM .kl. l1 i W. WM... WIP.IIM W. V. O. Vor ttv Dorf. -31ry'?ti( Alle Teutsche trinken Seebach's Thee. (Deutsche Schweizer Kräuter.) Er tstitizt rlvde. reinigt qrn, M'ae. regulirt di, 9tbr. stärkt die 5?e? n. besolden Stuhlganz; lifonier 7krane zu empfehlen. Pvstfrei 30c. Slzenten .langt. B. Seebach Peru, Iil. risurci.r. -i -Jj'i"i!'r h p'iflz 70 rw? irtii 3 Imuc 4 itiCiL. s,Ls?. .ja fCV eXoauwtw & "v'i .. BÄR FIXIÜRE5. OKÄIW OADS ; ANS AU ; g TSn ünvi ) riJCkOIunÖ 6'.! KltCiJCr. Aral r ? n . t i .-i - u i. 3 C!ää. VOOd. f1äf-&t.-ri riuiau w i ( . SJ nftlnfn. t.'tr. MrMrm'rir CCCRCF. WM HO?PW IUt iMiv'lttci rr;;r&; 203 CT WMlftT61 it.. c-;,. i ö THE B&R-ÜEEFEB3' FrHc !: r2SS525TPSäsr.rSK c;:, ? ?v VV- L-V I CT Zum Verkauf in Aptt,kkn 16 tittl set Vfunb. HcCullougli & Rcinsiard, J Nechts-Anwalte Zimmer 303 305 1 ii diann Trust Gebäude. Telephon 1017. e rr elnbarb irnsflitU Hbfoatl.trai kutiM Su6ltfT. l)$mn Stewp Abstracter of Titles, Ecke Market nnd Pennsylveniä Qtx. Thb Lemcks. Cuüe 239, dnt repp hoch, ttlion 1760. TiSonabolil. Untcrttnet die iTil mttta fou Niv WOshZZ. ps. 133, 140 und 142 $tr:trua Kd,ue, 17- C Qomervttls, Mavgk?.

7 LAXIR D0N-B0N5 jA MSTMMs MANCEL3 MARKe OCSKXCPT

il wK'jrvwjrr'v.v';?;; M PT- ' f&& - tor.V:Kr?-4 s !? B ltzÄv A-S. ? r hi.f''rVii 1 r v--.b: v--;.. c . Ok t v.-v- vr. . .:-;,' . 1 j V 11.6, j A v y .7' ' I t"' H M 1 V C' H i1 ! V V 3 i M Hi.v.-'r.'ivi ! 6 v s ß lvCvT-v D.-.-tt fiV.rt -vfc. si R ftri j i s r feiak iiiftVt M W T JV Jlirf.fa w r r ' , -

futl flfTwnfl

y.'üüj yy-urtiiauib mmu

arittrzzsxcz

Vrrsüreil und gcsttttdett. Von Marie Languer. Veilchen. Herr, frisch:' Teilchen!" Crin rührend schönes 5ttnderan!lid, dem aöer Noth und Entbehrung ihren Stempel aufgedrückt hatten, wandte sich den Vorübergehenden entgegen, ohne dasi auch nur ein einziger der eifrigen Passanten stillgestanden wäre, um das kleine Körbchen am Arme des 5cind?s seines Inhalts auch nur um cincs der Straußchen zu verringern. Ein scharfer Nords.: fegte um die (5uen und trieb die Vorwärtsschreiten den zu immer gröb:rer Eile an. Zitternd zog die kleine das dünne Tuch fester um ihre Schultern, und ein limlicker Seufzer entfloh ihren Lippen. Schon neigte sich der Tag, und sie hatte noch nichts verdient, und gerode heute, wo sie auf einen größeren Verdienst gehofft hatte. .Lieber Gott, hilf mir betete sie leise und trat dann wiedr in das Gewühl der Straße zu einem eleganten Herrn in kostbarem Neisepelz heran, der es offenbar nicht so eilig hatte wie die andern, sondern langsam dahertarn. ..Veilcken, Herr, frische Veilchen!Jie gebannt hingen des Fremden Auen an dem blassen Kindergtsicht mit den feuchtenden Augen und dem goldblonden Gelock. welches das seine Köpfchen so zierlich einrahmte. Den theilnahmsvollen Blick bemerkend. hob die Kleine die Blüthen empor und wagte schüchtern noch einmal die Frage: Kaufen Sie vielleicht ein Sträußchen?" Der Fremde nahm die Blumen aus der Hand des Kindes und zog seine Börse. Ein blitzendes Goldstück glitt gleich darauf in die kleine Hand, und eine tiefe, sanfte Stimme sprach: Gehe jetzt nach Hause und stelle für heute Deinen Verkauf ein, es ist heute kein Wetter für solch' frierende kleine Gesellschaft." Das Kind blickte fassungslos auf ihre Handfläche. .Es ist ein Goldstück. Herr. Sie irrten sicher." Nein, nein lächelte er, es ist Dein. Willst Du mir sagen, wie Du heißt?" Vor Glückseligkeit hatte sie die letzte Frage überhört. Wirklich, es gehört mir?" rief sie entzückt. O, ich danke Ihnen tausendmal, lieber Herr! Ach. wie wird sich der Vater freuen, und Polly und Miez und die anderen alle auch. Nun können wir den Miethzins zahlen und werden nicht hinausgesetzt. O, Gott lohne es Ihnen, lieber Herr, Gott lohne es Ihnen!" Und ehe er noch etwas zu sagen der mochte, war die Kleine davongeranni. In tiefes Sinnen verloren, ging der Fremde weiter. Er achtete nicht des Weges, sondern lieb sich gedankenvoll vom Menschenstrom treiben. Der Anblick der Kleinen hatte eine alte Wunde heftig aufgerissen; dies Kindergesicht in seiner lieblichenSchönheit, es erinnerte ihn an ein anderes Gesicht, das ihm einst zugelächelt mit dem sonnig heiteren Lächeln der Zugend und Liebe. Mit übermächtiger Gewalt reihte sich Bild an Bild von dem Tage an, wo auch eine helle Stimme an sein Ohr geklungen, genau so wie heute: Veilchen, lieber Herr, frische Veilchen!" Es war auf einem Ball der kleinen mitteldeutschen Universitätsstadt, wo er seinen Studien oblag. Doch unter all' den zierlichen Masken, die in bunter Genialität durcheinander wirbelten, war keine lieblichere zu finden als die der kleinen Blumenverkäuferin. Edgar von Buhlen wich nicht von ihrer Seite. Anfangs war die niedliche Kleine sehr spröde. Das stolz getragene Köpfchen, das die goldblonden Flechten wie ein Diadem krönten.neigte sich nicht einen Augenblick länger zur Seite, als eben nöthig, und der hübsche Mund wußte auf jede Schmeichelei eine kühle Abwehr. O, es war ein wohlerzogenes kleines Töchterchen, dem die Lehren der Mutter von den leichtlebige Herren Studenten, besonders den adeligen, jederzeit in Erinnerung waren. Aber trotz aller guten Lehren drang die Liebe doch in das unschuldige Herz des Kindes. So sonnig, wie der Frühling da draußen Feld und Flur schmückte, blühte das Glück in ihrem Herzen auf, sie träumten Beide zusammen den ersten süßen Traum, wie ihn eben nur die Jugend so unschuldsvoll und beseligend träumen kann. Die Mutter sah die Besuche Edgars nicht gern; sie wollte und konnte sich nichtSGutes versprechen von einer Verbindung, in der die gesellschaftliche Kluft so weit auseinander ging. Ihr that auch der arme Fred leid, der sich bis jetzt stillschweigend um di: Liebe Helenes beworben und nun so völlig in den Hintergrund geschoben wurde. Er war nur ein armer Bureau-Vor-sicher, aber ordentlich'und fleißig, und ihr Kind würde mit ihm nie Unglücklich werden. Zu Ostern reiste Edgar ab nach einer anderen Universttat, wo er seine Stu dien beenden sollte. Vertraue mir, Helene," hatte er beim Abschied gesagt, und bleib' mir treu; nach einem Jahre komme ich wie der. dann hole ich mir mein Weibchen." Der Fremde stöhnte plötzlich auf. Warum hatte er sie verrathen? Je nun. es war eigentlich nicht so viel Schuld an ihm. Er hatte sich den Kamvk mit den Borurtheilen deö Va terS leichter gedacht, es gab einen hes. tigen Auftritt, der mit einem Schlaz anfall deö alten Barons endete. Zum Glück war eS ein leichter, und der Pattent konnte schon nach wenig Tagen daS Bett verlassen; aber Edgar wagte nicht, sobald schon wieder von dem gefährlichen Thema anzufangen. Zu dieser Zeit kam auö Wen eine

ttte Freurkdin det Aaronin ganz von ungefähr mit ihrer, schönen Tochter zu Besuch, und Edgar mußte wohl oder übel der cavaliere servente der jungen Gräfin sein. Sie war ein kleiner Teufel voll Eapricen und lustiger Einfalle und ließ ihren Begleiter nicht einen Augenblick zur Besinnung kommen. Sie spielte mit ihm wie die Katze mit der Maus und hatte durchaus nicht ie Absicht, das Feuer ihrer schönen Augen umsonst verbrennen zu lassen. Und immer wieder sagte er sich im Banne der Eirce: Wenn ich nur Helene nicht mein Wort gegeben hätte!" Eines Tages kehrte Papa Bühlen mit sehr vergnügtem Gesicht von einer Reise zurück und brachte nun zum Erstaunen Edgarö selbst dasGespräch auf da verhängnißvolle Thema. Ich habe mich so unter der Hand erkundigt nach Deiner Kleinen, soll ja ein recht nettes Mädchen sein weißt Du schon, daß sie sich verlobt hat? Mit irgend einem Aktuarius, glaube ich!" Edgar ward leichenblaß. Verlobt, sagst Du?" Nun ja, siehst Du, das Warten hat ihr zu lange gedauert, da nahm sie lieber den Sperling und ließ die Taube auf dem Dache." Es ist nicht möglich. Vater, ich muß hin, muß - Nichts wirst Du!" unterbrach der Vater ihn streng, ich werde Dir Beweise schwarz auf weiß verschaffen, aber Du wirst jetzt hier bleiben. Du weißt, daß wir morgen den ersten großen Ball geben." Und er blieb. Er las andern Tages in der kleinen Zeitung der einstigen Universitätsstadt die Verlobung Helenens mit irgend einem Bureaumenschen und lachte verächtlich auf. Wei-bertreue!-Wohl sagte ihm eine innere, warnende Stimme: Eile hin zu ihr, überzeuge Dich selbst, frag' sie Aug' in Auge. Aber nur zu gern schüttelte er solche Gedanken ab, war er doch nun frei, frei! Ein anderer glänzenderer Preis winkte ihm, und er wollte ihn gewinnen. Als die glänzenden Räume des alten Herrenhauses in einem Meer von Glanz und Licht wiederstrahlten, da verkündete stolzen Lächelns der alte Baron die Verlobung seines SohneS mit der jungen Gräfin Ezichi. Das Glück sollte doch wohl nun Einzug halten mit dem jungen Paar, das auf der Höhe der Gesellschaft sich gefunden hatte, dem alle Wege zu einem genußreichen Leben geebnet waren. Genießen! Das war das Losungswort der schönen Frau, die in tollem Wirbel sich von einem Vergnügen in's andere stürzte und in Extravaganzen sich nach wie vor überbot. Verrath hatte er geübt, und Verrath wurde ihm nur zu bald von der Frau, der er seine Ehre, seinen fleckenlosen Namen anvertraut hatte, jenen Namen, der durch die Mesalliance mit dem Bürgermädchen besudelt worden wäre Und dann kam das Ende, schnell, unerwartet. In dem hohen, prächtigen Saale des Schlosses, in dem sie so viele Triumphe gefeiert hatte, stand auf hohem Katafall der Sarg, in dem die junge Frau zur letzten Ruhe gebettet lag. Ein Sturz mit dem Pferde infolge einer tollkühnen Wette hatte ihrem Leben ein Ziel gesetzt. Und kurze Zeit darauf senkte man noch zwei Todte in die Familiengruft: die Eltern Edgars. Auf dem Sterbebette hatte flüsternd der Vater seinem Sohn eine Schuld bekannt, wobei sehr oft der Name .Helene vorkam. Suche sie, sie hat aus Verzweiflung jenen Mann gewählt, um mir zu beweisen, daß sie auf Dich keinen Anspruch hat. Sie soll mir vergeben. Dir und mir!" Ein ruheloses Wanderleben war dann gefolgt. Er hatte sie in reuevollem Schmerze gesucht. Sie hatte geheirathet und war mit ihrem Manne fortgezogen, wohin, wußte Niemand. Fünfzehn lange Jahre waren seitdem vergangen; jetzt hat er ja längst alle Hoffnung aufgegeben, aber wie mächtig ist noch dieErinnerung in ihm. und wie neu der Schmerz darüber, daß er allein ist. ganz allein. Gedankenlos ist er dem Menschenström gefolgt. Da sieht er plötzlich von weitem die Baumkronen desFriedHofs, an dem der Weg nach den Vororten der Stadt vorüberführt, vor seinen Blicken auftauchen. Mahnend schauen die hohen Kreuze über die Mauer. Er wandert weiter, und traurig denkt er daran, wenn er da unten schlummern wird, daß dann Niemand ist, der in liebender Pietät kommen wird, sein Grab zu schmücken. Und er ist so reich, der arme Mann, so reich! Da trippelt neben ihm etwas eilfertig vorwärts, feine kleine VeilchenVerkäuferin. Er ist ordentlich glücklich, daß er Jemand hat, zu dem er sprechen kann, das Herz ist ihm so übervoll. Wohin wanderst Du noch so spät, Kleine?" det er sie an. Ein Zug freudigen Erkennens geht über ihr Gesicht. Sie zeigt mit dem Finger nach dem Friedhof. Zu m nem Mütterchen. Morgen ist ihr Todestag." Theilnehmend sieht der Fremde in deö Kindes seelenvolle Augen, die ur plöklich durch einen Thränenschleier geblendet sind. Warum geht Dein Vater nicht mit. Du sprachst doch vorhin " Ach, wir sind zu Haus so viele, acht Geschwister noch, die müssen Aufsicht haben ich bin schon froh, daß ich gehen durste und dann es ist ja eigentlich gar nicht -mein Vater, meine Eltern sind beide schon lange todt, den Vater habe ich gar nicht gekannt, und die

! Mutter starb vor vier. Jahren.. .

,Er nahm mich zü sich,' weil er, so mitleidig war, aber langen thut's lalt gar nie," setzte sie altklug hinzu., Vlnd so müssen wir älteren schon mit vcr dienen helfen. Polly strickt, ich ver. kaufe Blumen. Ach, Sie hätten heut' die Freude sehen sollen," plauderte sie weiter, als ich mit meinem Schatz nach Hause kam. Vater wollte es erst gar nicht glauben und sah mich so strcna an, als ob ich es nicht rechtlich

verdient hätte; denn wir sind zwar arm, aber nie duldet Vater auch nur einen unrecht erworbenen Pfennig. Dann gab's aber einen Jubel. Ich mußte gleichVater den guten Schwarzen" geben, und er stieg ganz stolz die Treppen hinunter zu unserer hartherzigen Wirthin. Und mir hat er gleich fünf Groschen zu einem Kranz auf der Mutter Grab geschenkt. Da sehen Sie nur." Sie schlug den Zipfel ihres Tucheö auseinander und zeigte voll Entzücken auf einen jener billigen Mooökränze, die man so häufig auf den Gräbern der Armen sieht. Dem reichen Manne wurde es weich um's Herz. Welch eine Fülle von Elend und doch wieder reicher, opferfreudiger Liebe wurde ihm da kund! Wie beneidete er den armen Tischler mit seinen acht hungernden Kindern, und wie arm, wie bettelarm kam er sich selbst vor! Ein Gedanke blitzte in ihm auf. Wie, wenn er die Kleine zu sich nähme, sie als sein Kind erziehen ließ, könnte sie ihm nicht den Lebensabend verschönern? In Gedanken versunken schritt er neben ihr her. Sie bogen jetzt 'zum Thor des Friedhofes ein, auf welchem tiefe Einsamkeit sie umfing. Herbstliche Trauer schwebte über den verlassenen Todtenhügeln; nur vereinzelt blühten noch Spät - Astern, die treue Ringelblume, das fröhlich ausharrende Monatsröschen zwischen dem welkenden Kranzschmuck der Gräber. Immer weiter in eine ganz entfernte Ecke deö Kirchhofes, da wo die Armen liegen, führte das Kind den Fremden; endlich vor einem schmucklosen Hügel stand sie still. Sie sank in die Kniee und faltete fromm die Händchen, und Edgar von Bühlen betete unwillkürlich mit. Mochte auch jene Frau da unten ihm fremd sein, er wollte ihren Liebling ja in seine Obhut nehmen; ganz erfüllt von diesem plötzlich in ihm aufgetauchten Gedanken gelobte er der Todten, ihrem Kinde stets ein guter Vater sein zu wollen. Die Kleine hatte unterdessen mit geschäftiger Hand auf dem Grabe Ordnung geschafft, und während sie das Unkraut entfernte, das aus dem Hügel wucherte und zum Theil die kleine Tafel versteckte, welche oben am Kopfende angebracht war. plauderte sie mit wehmüthiger Freude von ihrem Mütterlein. Ich war erst sechs Jahre, als die Mutter starb, noch ein ganz kleiner Knirps, aber ich habe sie doch unendlich lieb gehabt, meine schöne Mama, denn schön war sie. wunderschön," berichtete sie stolz, das sagten alle Leute, nur immer so traurig, ach gar so traurig. Der Doctor sagte, sie müsse nach Jtalien. wenn ihre kranke Brust genesen sollte, da hat sie nur gelächelt und weiter gestickt Tag und Nacht, bis sie eines Morgens nicht mehr aufstand." Die Kleine wischte ein paar Thränen fort, die über die weiche Wange gerollt waren. dann machte sie sich daran, den Kranz auf dem Hügel zu befestigen. Wie die bunten Blumen freudig leuchteten aus dem tiefen Moosgrün! Glückselig mit verweinten Avgen schaute das Kind auf den Hügel nieder. Siehst Du. lieb' Mütterchen." flüsterte sie und strich liebkosend über die welken Blumen und Gräser, nun hast Du es doch auch schön hier, und ich bin so glücklich darüber! Bitte auch im Himmel droben, daß er den lieben sperrn segnet, der " Da erscholl plötzlich ein erstickter Schrei neben ihr. Mit zitternden Händen und starren Augen schob der Fremde den Kranz, den sie um die kleine Tafel gelegt hatte, bei Seite. Da stand eS mit großen deutlichen Lettern, und feine zitternden Lippen stammelten immer und immer wieder den Namen: Helene Schwarzer geb. Jußniß." Niedergesunken lag er vor dem kleinen Hügel, das Haupt tief in den kühlen Rasen gedrückt, bis endlich, endlich der erlösende Thränenquell sich Bahn brach, und ein heftiges Schluchzen seinen Körper erschütterte. Gefunden, endlich gefunden! Nach fünfzehnjährigem rastlosen Pilgern gefunden, aber wo? Die erstarrten Lippen konnten nun nicht mehr daö Wort sprechen, nach welchem er sich gesehnt, ohne das er keine Ruhe finden konnte, inmitten seines Reichthum un aller Ehren, die ihm wurden. Er schlang die Finger krampfhaft zusammen, und seine Lippen murmelten nur immer daö eine inbrünstig; Wort: Vergieb, o vergieb!" Jetzt hob er den Kops. Dort, von der goldigen Haarfluth wie mit einem Glorienschein umflossen, hob sich das seine Gesichtchen des Kindes von dem dunklen Hintergrund und schaute mit großen erstaunten Augen dem Gebahren des fremden Herrn zu. Mit andachtsvoller Genauigkeit studirte er das Gesichtchen, in welchem er Zug für Zug die Mutter wiederfand. Thor, der er gewesen war! Wie konnte er nur vorher ln einen Zufall glauben. der dieses Kind jenem Bilde so ähnlich machte? Er zog die Kleine zu sich heran und sprach leise: . . Ich habe Dein Mütterchen gekannt, mein Kind, vor langen, langen Jahren, und ich habe ihr ein Unrecht zugefügt, das ich wieder gern aut machen wollte:

doch ich fand sie Mcht, üi hellte. Ich bin ein einsamer Mann, Kind, obne Lust, ohne Zweck zum Leben, ich möchte so gern Jemand haben, für den ich sorgen und schaffen könnte, der mich dann ein wenig lieb haben würde; sich, ich denke, daß Dein Mütterchen Dich mir als Vermächtniß hintcrlaffen hat. Möchtest Du mit mir ehen?" Die Augen des Mädchens wurden groß und glänzend. Mit Ihnen gedcn." stammelte sie. ich? Aber der Vater und Polly und die andern?" Denen bauen wir nickt weit i?iv.ii

Schloß ein hübsches Häuschen, und Du gehst zu ihnen, wann immer Du magst. Willst Du?" Statt aller Antwort fing die Kleine an zu sckluchzen. O. es ist gar nicht möglich. Mütterchen, hörst Du. ich soll eine kleine Prinzessin werden, nicbt mehr frieren und hungern und auch nicht mehr Blumen verkaufen. Ist er nicht ein Engel, den Du mir vom Him. mel geschickt hast?" Dann schlang sie die Arme um sei nen Hals und drückte ihr weiches Ge, sichtchen gegen seine bärtige Wange. Ob ich will? O ja. mit tausend Freu, den. ich bin ja so glücklich." Er kniete nochmals andachtsvoll an dem Grabe nieder. Helene, ich will an Deinem Kinde gut machen. waS ich an Dir sündigte, und wenn sie einst verständig genug sein wird, dann will ich ihr beichten, und ihr Mund soll mir dann Deine Verzeihung bringen." Die Sternlein winkten freundlich auf den stillen Friedhof hernieder zu dem ernsten blassen Manne, der das glückselig lächelnde Kind in seinen Armen hielt. War es der Friedensgruß der Todten? Der Schauspieler als Barvier Während der letzten Manöver hat sich in Kassel folgender komische Vorfall abgespielt: Ein dort beliebter Darsteller wohnt in einem Gasthaufe, gerade über ihm wohnt ein Barbier. Ern Fremder, welcher eiligst rasirt sein will, wird entweder scherzweise zur Wohnwig des Schauspielers gewiesen, oder er hat sich in den Stockwerken geirrt. Genug, er tritt am frühen Morgen, ohne Umstände zu machen, in das Zimmer des Darstellers, welcher im K eben mit der eigenen Toilette bes,:äst:gt ist, dabei seinen Kaffee braut und in der Meinung, es sei der ihn Bedic?:?nde, auch nicht weiter des Eingetretenen achtet. He, holla! Ist 7!icmand da?" ertönt es nach h taufe. Der Schauspieler, gerade 'eim Rasiren. ruft gleich- und beendet seine Arbeit. Dies dauert dem Gcste, welcher sich bereits vor dem großen Spiegel in Positur gesetzt hat. jedoch zu lange und er läßt unwillig und grob noch einmal ein Na. wird's bald?" hören. Der Schauspieler, ganz im Negligee, das Rasirmesser noch in der Hand, öffnet die Tbür, erblickt den ihm unbekannten Gast und fragt: Was wollen Sie?" Rasirt sein, schnell, ich habe Eile, seifen Sie mich ein", lagt er kurz, legt den Kopf an die Stuhllehne und streckt die Beine gemächlich aus. Dem Schauspieler gefällt der Spaß. Sogleich," sagt er, holt eine Serviette, iegt sie dem Gaste um den Hals und seift ihn gehörig ein, dann geht er ruhig in sein Kabinet. Der eingeseifte Gast sitzt eine Weile erwartungsvoll da, als aber der vermeinte Barbier nicht wieder erscheint, flucht er alle Donnerwetter über dessen Langweilig keit vom Himmel herab. Da auch das nichts hilft, springt er wüthend empor und reißt die Kabinetthüre auf. um einen mächtigen Fluch in des Barbiers Angesicht zu schleudern. Wie vom Blitz getroffen bleibt er aber sprachlos stehen, als er diesen ganz gemächlich im Lehnstuhl erblickt, eine Cigarre rauchend und den fertig gewordenen Kaf fee schlürfend. Mensch!" schreit er dann außer sich vor Wuth, plagt Sie denn der Teufel?" Das müssen Sie am besten wissen," erwidert der Schauspieler ruhig. He!" rast der Fremde fort, wollen Sie mich zum Narren haben?" Sonst hat's weiter keinen Zweck," lacht der Schauspieler. Herr!" schreit der Fremde, auf ihn einfahrend, außer sich, rasiren Sie mich oder ". Der Schauspieler. immer ruhig, sagt: Da müssen Sie sich gefälligst eine Treppe höher bemü hen. ich seife die Leute nur ein." Was Sie sind nicht " Der Barbier?- lächelt der Schauspieler ausstehend; nein, nur so ein Appendix der Kunst der HofschauspielerEinen Augenblick stand der Fremde mit offenem Munde da, dann stolperte er eingeseift zur Thür hin-mS, wäh rend der Schauspieler sich vor Lachen schüttelte. Merkwürdig. Merkwürdig, wie doch mancher Mensch Sich gar so sehr verändern kann: Hanö war schon längst ein altes Weib Und ist erst jetzt, ein alter Mann! 5k e l n Wunder. Emil, heut hättest Du in der Kirche sein sollen; es war eine prachtvolle Predigt." Ich bin überzeugt. Du kannst den Text nicht wiederholen." Ja doch! Es war der zehnte Vers aus dem 16. Capitel Ezechiels: Ich beschenke Dich mit feinem Linnen und bedecke Dich mit Seide." ' ' III OSönbeit sitzt im Olut. Reine Blut bedeutet reine Haut. Ohne diese keine Ochönheit. Casca. rett, Candy Cathartie reinigen daß Olut, kräftigen die Leber und estser nen alle Unreine au den Körper. Fangen Sie heute an, yufteln, Ot schwüre, Mitesser und so veiter zu vertreiben. Ochönhett für 10e. 3n allen Apotheken. Zufriedenfttllung astirt. lfc.5(,

fafgrggsssg3feftnwj

I

H AAAAAAÄAAAAiiAÄilÄoA . 00-0 00 j -00 0 j f-J ".j o .. . 4i ? Ein hervorragender deutscher Redakteur j' 4? bezeugt üie Zrellsurnel, Kräfte tlirser Arzneimittel. 2 Zch bade zwei Packet? von Tr. Kav'iRenovator gebraucht ud sudle jent brffer. i 2 ali vor a'.,ren. Ich ein überzeugt, dag die grvken Erlolqe Idrer Heilmittel die rrbarnen x 1 eksnntmactiunaen rechtsenigen. Hch sübtte durch und durch krank, ermuört und fcjnüfcu,. 2 4? Ach gebrauchte ihren Renovator vorschriftSinäp.ig. In den ersten Tagen sudkte ich mich ge LA. ichkvachrer. aber nach einer ZSoche weiteren Orauct! zeigte sich ein merklicher Wechsel zum Vr- r ter werden. Ich nehme eyr gelegentlich, v nach tfedurfniB. den Nachmittag ein bi zwei et 4) Tosen. Turch den Gebrauch Jdre4 ncncrat? hab lch ,u einer natürlichen fcjetie meine ihn 4 " simt? mihr ii tii ihiiri Thiti. jt.lr m t . r

? ? 4? 4?

j)vvv vv fi jjfcv. 3 tHiigiiii yivtuujl Dr. Tfays Renovator tl

Bor einigen Wintern litt ick, unter einem .im "i "! "'ii-vii" min ( Hi drt. cortieu meine Erjahrunz gebt kann lch a-. I MiAi t (nr iflK hAH(ni-if4NM M 1 4? 4? 4? 4Z len. nai Sie für dieselbe beanspruchen.' Herausgeber der ,k,M sTith m h.M Ort QP... iw-4V JIUI'IUV I.IIH M V. VIII I. Jb'IUI) lOJ. Preis 25 Cent und $1.00. verkauft

4?

r ww. v.ni,. -v ....v.i. U uutit nrnill Mliiiycil tlllUU Vl'n lnr'C 110 Cln IHLliH i jede Winter leichteren Angriffen dieser Krankde,k un,,eiävr um dieselbe .Seit aus eicht. Ihr 45 tt. ItatT Lungendalkam d eilte imrt in diesem hinter sofort. Irtj dabe im mit sicher I retn ff Hnl.l hicfi-il $'nnn.n SHdliiim in minr Ttrnili. .,.... . ,

WkNN Aente erfolglos sind und alle andere Gegenmittel sedlschsaqen ko descitiqcn unsere Mittel die Ursachen uno tttlen aronnche kirankdeiien. Schreibt ilis iur -'Dr Kay s Home Treatment;" ti ist ein wenhvoUes Buch von US Seiten. Man aice jüie ;

4? 4Z DR. 8. J. KAY MEDICAL CO.. , ti(i: iw 'mKxs u I t

?b irtSm -M? ... fS- .i-r . r-. -iW??5- W".F - 1?- -.-. V-"i;4j--vavv.v'- -Mr ' j. i. '--VvtTtSl'Z - ij- . iV-i T ,,, n. i. ifT - - - 7 3-7)-f"nX- r

Frenzel Brothers, 9U. 1 West Washington Stkahe. OJri'!-.! Nntiounl Bank.)

flirt europäisches Departement. Wechsel, Sreditbriesr und Postnweisungen auf alle Städte Europas. Schissöschkine naä, und von Europa. Anund Verkauf ausländischen Geldes.

Unübertroffen

in Bezug auf

Reinheit und Schniackhastigkeit

find die beliebten Biere der

T 1 florneB

94'oluiubfa,' ,FaIe Auch in glaschen für den

Departement" zu beziehen. Teloohon 1050.

Die beste

mit feinstem, importirtem Havana Miller." ZX CLDIHiror HCLTUCD2a 5 Fabrikant.

ALBERT

(Stechsolger von Ärull & Schmidt.) Fabrik aller Sorten

scQrrr TV-n rrT -n

ci-W-L. Leine Chocoladen Händler in geschälten und

Bäcker, Srocerifteu, Sonntagtschulen, Bereine und Logen werden gebeten, mir ihre Kundschaft zukommen zu lassen. fto. 108 Süd Psnnsylvnni Strue, gegenüber der GaS-Ossice, Majestic Bailding.

Deutsche

Feuer- VersicherungsgeMfchaft - von TTTTnaDJIgaraigo.;,Hauptoffice : 7t Qüd Delaware Str., Indianapolis, Ind. Die älteftt VerficherungS-Seiellschaft mit 44jährigem ehrenhaften veftsnde. Oolid! OiSer! Oillig! Capital$100,00O. Aktiva: $39397$7&& versichert auch gegen Vas'Lrplostou und Stur'Eaden i

Theodore Stein. Prüftdenl. Loron2 Gehcildt, Cefert&t. Qaxi&ld 0ol den ticker. o.irUov.

.5W7Zs?zs tiw

deftigen Anfall von ftriwt utt bin seüicnt t t i t vuiim u uu -v; 1 1 uuu um Ji uiiHni'trn: mit gutem tewiien Idre ,'edmn u, das t wrfeb Ti . m , OJani Ergcdeml täglichen und wöchentlichen ianiaSLiiy Presse.w üarl "an a diu ApvtlZkker der durch die Post versandt. t i i Omaha, NBaska. '-'-I icr"ccnC"ClÄ www www

mm(&

vimivsm..

rewinff Comü.

U

iMnlx ExtvnvV Sclcct.' gamiliengebrauch durch lai ..Bolllit. 10c Cigarre KRULL, VWA dUO eine Specialist. ungeschälte Nüssen. Theodor Keyer. vqatzmeipnZ. August Dopper. ' . erezik! Nd Staats.