Indiana Tribüne, Volume 22, Number 28, Indianapolis, Marion County, 16 October 1898 — Page 9
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Von Meinr. Lienert. CinsZedeln. Carlo Vozzi, Calzularrio." Also lautete die Aufschrift ob der Thüre des äußersten Steinhäuschens im Bergdörflein Claro. Aus der offe nen Thür und den kleinen Fenstern der düsteren Wohnstube flogen gackernd und krähend ein paar Hühner in das ummauerte Höflein und schössen flügelnd durch den kleinen Weinreben zang und auf den Miststock neben dem c-ieißstall. .Päh, päh. pah, pah, päh, pah. pah, pah," scholl es durch die Fensterchen hinaus wie die Stimme des Propheten in der Wüste. Eine ältere Frau in drandrokhem Unter.-ock eilte aus dem Geißstall. Ach Gott, al f?a i so ide, er hat wieder seine Verzückung! Carlo, Carlo!" kreischte sie, hör doch auf, du machst ja die Geißen und die Hühner und die ganze Nachbarschaft verruckt. Der dicke Signor Bezzi neigt schon lang aus seiner Faulenzerbude zu uns herüber wie der schiefe Thurm zu Pisa, und der Nasirer nebenan schaut auch drein so giftig wie ein frischgeschliffenes Rasirmesser, flmsala! Päh. päh. pah. pah." .Carlo!" Hier bin ich, was störest mich denn, Mariett?" An einem der rotheingefaßen Fensterchen erschien der Hausherr Carlo Bozzi, in Hemd und Hosen und in den Armen eine mächtige Baßtrom pete tragend. Mann, mach doch nicht so einen Spektakel!" Was?!" erwiderte zornig der alte. glatzköpfige Schustermeister, was, du willst mir die 1 eserclzi (Die Uebung) verbieten, mir, dem Vice - Präsidenten des Musikvereins von Claro?!" Ich? Bewahre. Aber grad alle Stund brauchtest nicht vom Dreibein aufzustehen und in diese Blechhöhle hlneinzupusten, als ob daraus all der Sündenstaub der Leute von Claro geblasen werden müßte. Du bist doch dazu nicht verdammt, eh?!" Tasa veggia! (Schwelg, Alte!) Und laß mich! Du weißt, daß wir in urzer Zelt das große Musikfest in Feudo haben und da heißt es üben, üben, üben, te capn! Pah. pah. pah. pah." Ja aber ist es denn nicht genug. daß ihr alle zwei Tage das Dorf voll macht mit Euerm Gequietsch; muß denn jetzt der Spektakel alle Abende losgehen?" Tirligax, tirllgi?!" kam eS gellend aus dem zweiten Stock herab. Die Alte schlug die Hände zusammen. Christo, letzt sangt der auch wieder an, das ist ein schöner Feierabend!" Im zweiten, noch niedrigeren Stock übte sich der Geselle Pietro mit der Clarinetie und freute sich seiner Kunst wie ein Engel. Die Signora Bozzi begann, den Hühnern Polenta zu streuen und weidlich zu schimpfen, aber plotzlich starrte sie entsetzt ans Häuschen hinauf zum Giebel. Vor dort schmetterte es mit einem Male weit hinaus in das Thal von Claro: Trä trä tradarädä!" Per tutt i sant!" lärmte die Alte, das ist zu viel. Carlo, Mann, was ist denn da droben im Dachgiebel wieder los? Wollt ihr denn das Häuschen um blasen?" Der Herr Schustermttsttr schlarpte anS Fenster: Schrei doch nicht so, das ist ja unser Sohn, der Ping, der in seiner tanza da lett (Schlafkammer) dem deutschen Gesel len vom benachbarten Dörttein Artore !m Posaunenblasen Unterricht gibt." .ow, nu todesc!" (O Gott, ein Deutscher!) jammerte sie, , müßt ihr denn, alle Nationen in unserem Hause zusammenschleppen, um euer Himmel schreiendes Concert abzurunden. Sei doch zufrieden," lärmte er, hätte unser Ping den deutschen Gesel len im Nachbardörflem nicht aufge trieben, so könnten wir gar nicht ans Musikfest gehen: Niemand war zu ha den, der sich von unserem Ping wollte auf der Posaune emüben lassen; da . i , c. rrn .r. luuicu wir von oem cunioerelN Ariott friftön iirjfTinirnhf rnnrh Besteht eZ denn der Ping das Posaunenblasen zu lehren?" ' ' Unser Ping kann Alles," machte der Alte, darum hat ihn unser Musikverein auch zu seinem Directoren gemacht und mich zum Vice Präsiden ten, versteh' wohl, Mariett: ihn zum Director und mich, tu capiset! mich zum Vice-Präsidenten. Wie sollten wir da nlcht alles dran setzen, d:e zu Ar tore am Musikfest herunterzublasen? VT r( O 44 0 M J X JC. WPttM i-M AM au, üitui tvtii yuv luy uiuui ivciiii wir diese Artoresen hmter unS.bekä men." ' Capiai, aber wann soll eigentlich der Pmg Hochzeit halten mit der wohl bestellten Tochter unseres Sindaco?" Das gehört jetzt nicht hierher." . Aber freilich, sie sind doch verspro chen und solch einen Schatz muß man bald in Sicherheit bringen. Du weißt ja. Carlo, er mag sie nicht leiden und da könnten ihm wieder Einfälle kom wen. er könnte , Streiche machen, .die uns die habliche Tochter deö Sindaco, der ihn seines Talentes wegen, schätzt. fernhielten. . . ..- , Ei ja. ich verstehe dich schon. brummte der Hausherr und nahm bedächtig eine Prise, du meinst,' er könnte eine Andere nehmen. Habe frei lich schon allerlei von ihm gehört, z. B. daß er in Artore soviel den Mädchen nachlause und gar emer das Hrt rathen versprochen habe. Aber laß mich jetzt: ich werde mit dem Sindaco redm. Nach dem Musikfest soll er seine Gluseppina heimführen, dann hat Die Herumschleicherei ein End', er weiß wohl, daß ich in Heirathssachen' keinen Spaß verstehe und daß er die Tochter ves Sindaco nehmen muß'. Hat. er sie einmal, so kann er' mu, den Weibs bildern wieder haben wie er will, der Mensch Ä nicht von Granit."
Va den.'Dle Signora Marietta begab sich in das Haus, wohin ihr mit Grandezza und ruhig abgemessenem Schritte der Gockel mit einem Gefolge seiner Schönen nachstieg. Päh, päh, pah, pah!"
Tlrligax hingt?!" Trä trä trädärädä!" . Es war am Sonntag nachher. Da kam der Sindaco von Claro, Namens Signor Dolci, ins niedrige. Häuschen des Schustermeisters Carlo Bozzi gegangen. Eh! bon giorno, Signor Dolci!" kreischte knirend die Hauswirthin. Bon di, visina, (Guten Tag Nachbarin) wie geht's, wo ist der Carlo?" Mi sont chi," (Hier bin ich) kam es aus der Küche und der Schuster trampte hurtig in die düstere Stube. Die Alte schob zwei Stabellen an den Tisch, auf die sich die zwei. Männer ohne weiteres niederließen Ich komme als Präsident unseres MusikVereins", machte der Sindaco und hielt dem anderen die Tabaksdose hin, aus welcher sich der Schustermeister ehrerbietig bediente; morgen findet daö Musikfest statt in Feüdo, und da müssen . wir jetzt noch festsetzen, wer die Fahne tragen soll. Ich als Präsident kann sie nicht wohl tragen." Der Schustermeister nickte und schnupfte hochachtungsvollst. Du als VicePräsident auch nicht." Herr Carlo Bozzi strich sich respectvoll über seine Glatze. So soll sie der Ping, mein künftiger Schwiegersohn, tragen." Das geht auch mcht wohl an, meinte der Schuster, dein künftiger Schwiegersohn, der Ping, muß als Director das Spiel leiten." IÖ ?era, wen nehmen wir dann?" Wenn es erlaubt ist, in euere wichtiaen Gesckäfte m reden." beaann mit süßlicher Stimme die Hauswirthin, so glaube ich, der deutsche Geselle. welcher allabendlich bei uns in der Schlafkammer des Ping übt, würde ein hubscher Fahnrlch geben; er lst blond wle Gold und weiß wie ern Hühnerei. Die. Mariett hat nicht unrecht," nickte der Sindaco. Der todesc hat unter der Leitung des Ping erstaunliche Fortschritte gemacht und bläst die Posaune leicht wle ein Taubenfederchen. Was meint der Vice-Präsident?" Herr Carlo Bozzi schmunzelte geschmeichelt, da wir ihn ohne das kaum kennen, aber er ist hübsch, das ist wahr, und bläst die Posaune unvergleichlich. Der Fähnrich des Musikvereins von Artore wäre neben ihm wie ein Kaminfeger, der seinen Besen herumträgt. Va den," machte der Präsident der Musik von Claro, der totesc soll die Fahne tragen . Was ich aber noch sagen wollte im Vorbeigehen, wie ist's mit dem Ping und meiner Giuseppina? Warum besucht der Ping meine Tochter fast nie mehr Abends?" O, er wird schon wieder kommen, machte devot die Alte, er übt eben mit dem deutschen Gesellen stets in alle Nacht hinein." Die Giuseppina will ihn nun ern mal haben," machte nachdenklich der Sindaco, obwohl er sie nicht liebt." Ha Dio mio. Slanor. er liebt sie feurig!" gab die Alte zurück. Nein, nem, nein, lächelte der Slndaco. das thut er nicht, aber ich gebe ihr Geld mit, dann liebt er doch etwas an ihr. Also nach dem Musikfest ist Hochzeit. Oder hat er etwa auf eine Andere ein Auge?' Aber nein," kreischte die Hauswlrtihn, der Ping, unser Ping eine An- ' r ir i t' vr . ! jf 1 rerev si lajaui oie xueioer nicgi an und ist gegen alle Welt kalt wie ein nordliches. Gewitter." .Was meint der öerr Vice - Vrasloent?"... . . . . öch meine, die Dölce und die Vözzi halten nach dem Musikfest Hochzeit. Ich hab' bem. Ping schon gesagt, daß ich nie eine andere als die Gluseppina m mein Hans lassen werde. , r-r ' . v . f C 5 f va Den. )ver Vinoaco eryoo sico. Auf Wiedersehen, Herr Vice - Präsident!" . Auf Wiedersehen, Herr Präsident!" Ihre Dienerin," knizte die Alte. .; ' . . " Am Abend selbigen Tages fand in der.Schlafkammer des Ping folgendes seltsame Zwiegespräch statt zwischen dem deutschen .Posaunisten und seinem Lehrmeister: Posaunist," sagte . der junge Capellmeister in mangelhaftem Deutsch, 5 du mußt die Fahne tragen.? Eine sahe Röthe schoß dem deutschen Gesellen in die Wangen. .Ich soll die ffahne tragen ans Musikfest? Nein; Pepino, .daS thue, ich nicht, üm Alles in der, Welt nicht, ich stürbe vor Scham." . . -. - Der Vorstand hat et aber so beschlössen", machte er.. .Memetweaen.. Nein, nem und ewia .nein,' . das werde rch'me thun. Ach, -Pmg,; was. verlangst du noch vor mir? Alles, alles , hab' ich dir - gethan, o.' mehr als. genug und ach. ich 'thue, dir noch tausendmal mehr, alles.' alles was du. willst- ich will sterben für .dich, r 4 . im " w aon o ,al)ne ves üvcusllverein nacy Feüdo tragen, nein Ping da? thue ich ie und l ninimirmehr." . Der junge ehrmeiier blickte traurig vor sich hin. Und der zunge Posaunist schielte angstlich nach ihm. Dann ist Alle? aus." machie der jüngk'tZonl halblaut' und irVsirf bitl'tftiri JBlt Baberi dick nün i : . a!' -r ewtJiti: ' Ll einmal vestlmml, orn aonlillj,. . von Artort üuSzüftechenv Jch kenne meinen ny.'f 1 t! IC 1 V ' ' lj 11' usaitx, er wir. louigcn, ro.ciui,iyiu wäö gegen den Willen e)eht im Verem. Gö'gut eronjk .ist; seine Stellung als . 'e:. ' rm-'Tii- lL4 '.tljoicepranow - v.c, - j;iuupui dünst ibn.' habt 1 h m ein ' aelalbte' KSnia direkt von GotteS Gnaden, und wche dem. der hier seinerMenüng und seinen -.Emgebnnge. Mviderhändelft Gerade.- hierin-wollte, ich ;(fii; glücklich und wöhlgelyunt brachen,-häS rst, seine saÄvöSöe mt: dflTin :fetrVir ' Tort
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ihn gehabt, nun ist miedet MeS, alles it Frage gestellt." '-Ach Ping!" ; Si, si, ich sehe schon, ich, muß eben unglücklich werden mit dieser Guisep pina." Ich thu's. ich thu's!" schrie der Posäumst und umhalste, in Thränen ausDer Musiker von Claro 3. brechend, den jungen Bozzi, mag ich auch sterben vor Scham und Angst, ich thu's und gehe dir mit der Fahne in's Fegfeuer voraus, wenn's sein muß." Ping, Ping!" kreischte im Gang die Stimme der alten Marietta, mach bald Feierabend, es ist schon spät!" Suebit!" (sofort) gab der Bursche zurück. Durchs Fensterchen aber hallte es schmetternd :n die Nacht heraus: Trä trä trädärädä! Im Dörflein Claro herrschte große Ausregung. Die Buben jagten schreiend durch die engen Gassen nach dem mitten im Dorf stehenden Hause des Sindaco. . Auf dem granitenen Stieglein vor dem bläulich bemalten Hause stand der Signor Dolci, Sindaco zu Claro, gekleidet in eine blaue Uniform und in der Hand die brandrothe Mütze tragend. Und dieser sprach also zu dem ihn umstehenden Musikverein: Musikanten von Claro! .Wir ziehen jetzt ans Musikfest zu Feudo. Ich will nicht viel sagen. Ihr wißt, was auf dem Spiele steht: es ist die Ehre von Claro. Seit Jahrzehnten sind wir der Spott der Nachbarn von Artore, und es ist leider wahr, wir sind immer bei der Preisvertheilung m ihrem Rücken gesehen worden Heute gilt es, die hochmüthigen Artoresen hinter uns zu bekommen. Wir sind tüchtig eingeübt; das verdanken wir dem jungen , Direktor Bozzi, meinem künftigen Schwiegersohn. . Und wir besitzen jetzt einen Posaunisten, der bläst wie ein Erzengel. Die Artoresen haben keinen. Daran ist wiederum schuld mein künftiger Schwiegersohn, der junge Peppino Bozzi. Im übrigen bm ich guter Hoffnung:, des Vlceprasidenten und seines Bombardons bin ich sicher. DaS Althorn und die B-Trom-pete klingen wie ein Goldregen. Der Schullehrer spielt das Piccolo wie eine Amsel, die um Futter bettelt und der Pietro bläst die Klarinette, als hätt' er eine Tanzmusik und ein Glockenspiel im Maul, und wie ich die große Trommel schlage, das weiß die ganze Gemeinde. Mein Fehler ist es nie gewesen, daß die Spottdrosseln von Artore uns an jedem Musikfest hinter sich hatten. Die andern Instrumente sind trefflich besetzt. Genug, Claronesen, heut' ist im allgemeinen Alles wohlbestellt, und die Posaune, welche die von Artore nicht haben, ist meine besondere Hoffnung. Dunca aranti, nach Feudo!" Bravo, bravissimo!" schrieen die Bewohner von Claro. Die Musikanten stellten sich in Ordnung auf und aus dem Hause des Sindaco trat mit fliegendem, blaurothemFähnlein der deutsche Geselle, begleitet von dem VicePräsidenten Carlo Bozzi, der ein Gesicht machte, wie die Welt am Tage der Auferstehung. . -Ack. welck zierlickerVurscke!" mach ten verwundert ,die herumstehenden Töchter von Claro. Che biondin! Welch ein Blondtopf," seufzten die Weiber. IÖ dunca un todesc! Es ist nur ein Deutscher!" sagten die gaffenden Buben. Der Herr Vicepräsident führte den schüchternen und blutrothen Fähnrich vor das Spiel. O er ist roth wie ein Mädchen!" spöttelten die erwachsenen ledigen Claronesen und schauten kichernd auf den Fähnrich, der die flammenrothe Mutze tiefer auf den blonden Lockenkopf drückte und verlegen an der Posaune nestelte, die ihm an der Seite hing. Achtung!" commandirte der Dmktor Peppino Bozzi. Der Vicepräsident stand da, stumm und starr, wie von Vela gemeißelt. Vorwärts marsch!" Brausend durchrauschte der Garibaldi marsch das sonnenbeschienene Dorf chen, muthig schritt der Fahnenträger voraus; srohl ch durchjubelte die erste Trompete des Direktors die Lüfte, mit Macht und Größe schlug der Herr Präsident die große Trommel, und als gälte es die Mauern von Jericho umzublasen. fuhr der Bombardon des Herrn Vicepräsidenten in das Tongewirr: Päh, päh. pah, pah, päh, päh. pah. pah! Jubelnd folgte das ganze Volk von Claro den 13 Musikanten, sehr stolz darauf, ein so berühmtes Spiel zu besitzen. Vom äußersten Häuschen des Dörfleinö guckte die Signora Mariett. Gemahlin des Schustermeisters Bozzi, dem Spiel lange nach und ging dann vor den kleinen Spiegel in der dunklen Stube, um nachzusehen, wie die Frau eines Vicepräsidenten des Musikvereins und künstige Schwiegermutter dcr Tochter deS Sindaco eigentlich auö schaue. ES wa? Nachmittags, da ging man in dem reichbeflaaaten und von ??estjubel erfüllten Städtchen Feudo zur Preisvertheilung. Um das Podium .vor der alten Kirche hatten sich sammt liche Musikvereine aufgestellt, harrend ,der Dinge, die da kommen sollten. Ne.ben dem Musikverein von Claro stand der Musikverein von Artore, und dessen Mitglieder sahen siegesbewußt und .hohnlächelnd auf die erwartungsvoll dastehenden Claronesen. , Schon waren zwei Pereine gerufen und ihre Fahnen mit dem Lorbeer geschmückt worden. Nur dreiLorbeerkränze hatte man aus ütbeilen. nacbber aab's blos mebr Diplome. Der Fesipräsident erhob sich z?on ceuem und trat an den Rand der Bühne. Wie lvidten die Musikanten-
vereine- W Osten ! -MiilöpfCd 5ke Herzen der Musikanten von Artöre'und Claro! . Wie schwitzte der Vicepräsident Carlo Bozzi, als würde - soeben die Guillotine, auf seinen Hals herabgeschnellt!" Signori!" rief der Festpräsident, der dritte Preis und letzte Lorbeerkränz 'gebührt .dem. ausgezeichneten
Musikverein von Claro!" lärmte es be geistert ringsum. Nur die Musikanten von Artore standen da und' lächelten neiderfüllt wie der Teufel, als er' im Paradiese den ersten Kuß der Liebe hörte. Der Vicepräsident Carlo' Bozzi aber strahlte wie der Regenbogen . ob der Arche Noah. Nun bestieg der blonde Fähnrich von Claro zitternd und verlegen, wie eine Hochzeiten vor dem Zunachten. dieBühne. um den Lorbeerkränz in Empfang zu nehmen.' Wie er aber droben ankam und unter sich die große Volksmenge erschaute, und aller Augen auf sich gerichtet sah. wurde er zum Erstaunen aller und zum Aerger der Claronesen todtenbleich und sank fast bewußtlos in die Kniee. Lächelnd ergriff der Fesipräsident. den Lorbeer und statt ihn an den Fahnenschaft zu hängen, setzte er . den grünen Kranz dem knieenden Fähnrich mit . haftiger, unsicherer Hand aufs blonde Haupt. Da geschah ein Wunderr. Das . blonde Haargelock des Knieenden löste sich und fiel ihm in goldenen. glänzenden. Ringeln um Hals und Schultern. tt Schamröthe : überzog sein. Gesicht und aus den. demüthig niedergeschlagenen Augen fielen heiße Thränen.- v; 0 T V n . . n. m m -h - .3 ä I uiici . 14UUUU, . uuu uuuua; Ein Weib, ein Weih!" lärmte erstaunt die Menge. - Die .' Claronesen. mächten kugelrunde Augen, . ihr. . zusammendönnerter Vicepräsident- die rundesten. Verwundert schaute der Festprasient auf. den zitternd vor ihm knie'enden Fähnrich und hob ihn auf: Wer bist du, sag, bist du wirklich ein Weib?" 8l Klgnor." stammelte in schlech tem Italienisch und' .'halbtodt, vor Scham der. Fähnrich,' 'ich bin nur eine arme Dienstmägd aus demSchwcu benlande." . .., " Ein donnerndes Gelächter, ein ünge heueres 'Hallo, daK in brausenden Jubel endlgke, erfüllte den Hauptplätz zu Feudo, und' gerührt drückte der Fest Präsident daS . zaghafte Schwabenmägdlein im Müsikantenwix an sich. Aber zornbebend' und knirschend m den Zähnen,' ein Prachtexemplar' 'sür Dante's Hölle wollte, der Vicepräsident von Clarö däö Podium besteigen, allein ihm kam einer zuvor, sein Sohn Pepino, und der nef mit weithinschällender Stimme über den Platz .hin: Hort, Musikanten, der Fähnrich von Cläro ist mein Schatz!" NeüeS heulendes Jübelgeschrei und Tusch: Hoch der Musikdirektor von Clarö!" schrieen Hunderte von Stimmen, und unter all Gemeinem Veifallsgeschrei stiegen der unge Bozzi und seine' Liebste von der Bühne, empfangen von den Glückwünschen der Claronesen. Nur der alte Bozzi gebärdete sich zuerst wie wüthend und wollte gar in seiner heiligen Entiüstunq dem weiblichen Fähnrich in dasBlondgelock greifen, aber alle wehrlen ab und der Piäsident und Sindaco Dolci sagte mit gewichtiger Stimme: Sei ruhig. Vicepräsident! ' Nimm has deutsche Mägdlein an als deine Tochter, sie hat ein treues und ein mvithiaes Herz. Die Gmseppma muß sich dreinschicken. Schau einmal die Gesichter der Artoresen an, wie schon sie ins Gelbe spielen vor Neid. Und bedenk den Lorbeer, mit dem heuteAbend der Musikverem von Claro einziehen wird in sein Dorf! Und ich und du an dessen Spide, Carlo Bozzi! Und wer hat uns den Kranz gegeben? Nur die heiße Liebe deö armen germanischen Mägdleins zu deinem Ping. Va ben. Ich sehe, dein Gesicht heitert sich aus, du wirst sie annehmen, du willst blonde Enkel auf den Knieen schaukeln lassen. Also. Pepinö. ich segne dich und deine treue Spusa von ganzem Hergen! Ueberselig, durch Thränen la chelnd, sank das uniformirte Schwabenmägdlein ihrem Ping in die, weitgeöffneten Arme. Und der Präsident fuhr fort: Und ihr Musikanten von Claro, Feudo, Artore und aus dem ganzen Thale! Ihr seht, die Liebe wirkt immer noch Wunder. Mit slie gender Fahne und hellschmetternder Posaune hat sie heute ihren Einzug in ein sehnendes Herz , gehalten. Ihr sei daher vor allem die Ehre und stimmet daher mit mir altem Knaben ein in den Ruf: Hoch lebe dre Fähnrich von Claro! , Ewlva el porta bandera de Clar!" brauste eS jubelnd, jauchzend durch daS festlich' geschmückte Städtchen zu Feudo. - .... ; - Modern. Ach Ella. Sie haben sich gestern verlobt und mich wollten Sie nicht erhören." Nun, wenn die Partie rückgängig wird, werde ich Sie berücksichtigen." . ,M o.d t r n. Aber warum wollen Sie erst in einigen Jahren heirathen, Herr Baron?" Baron: Meine Zukünftige ist noch mit ihrem itkiaen Mann verbeiratbet. . ! Theorte undPrariö. Hechtsanwalt: Ihre Gattin beklagt sich vttter darüber, daß ste von Ihnen seit zwei Jahren völlig vernachlässigt werty! Professor: Ich muß doch erst mein großes Werk über Rechte der Frau im modernen Ehelebeü" zu Ende bringen. ' r ; ;; . ; ; : ; . l OQönbeit Mt i Olut. Newes Olut bedeutet reine Haut. Ohne dies, keine oüöuheit. Galca reitö, Candy Cathutie reinige bat vlut, kräftigen die Lebn und eatferotn alles Unreine aus be Körper, Fangen Cli heule aa. yufftlv Cm
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