Indiana Tribüne, Volume 22, Number 28, Indianapolis, Marion County, 16 October 1898 — Page 6

Scr Schmuck der Königin. In den soeben zur Veröffentlichung gelangten Memoiren der Baronesse (lccile du Courtot, finden sich MittheiZungen über interessante Momente aus 'dem Leben der unglücklichen Königin Marie Antoinette. Die Baronesse Courtot kam im Jahre 1786, 20 Jahre alt, als 5)ofdame der Prinzessin Lamballe nach Versailles. Da die Prinzessin stets in der unmittelbaren Umgebung der Königin Marie Antoinette sein mußte, selbst aber nicht ohne die Baronesse Courtot sein wollte, so wurde diese bald gleichfalls eine Art Hosdame Matie Antoinctte's und rangirte als jüngste der Damen der Königin. In dieser Eigenschaft sollte die Baronesse alsbald persönlich in eine Angelegenheit verwickelt werden, die unter den Vorboten des nahenden Sturmes der b2zeichnendste ist: die berühmte Halsbandgeschichte. Bekanntlich war im Jahre 1770 d?r Fürst Rohan-Gueme-nee, von Ludwig XV. als Gesandter nach Wien geschickt worden, um die einleitenden Schritte zur Verlobung des Dauphins mit der Tochter d:r Kaiserin Maria Theresia, Prinzessin Marie Antoinette, zu thun. Nohan je'doch vermochte dem Liebreiz der Prinzessin nicht zu widerstehen und machte ihr auf eigene Faust eine Liebeserllärung, mit der er freilich kein Glück hatit. Er wurde sofort nach Paris zurückgeschickt, und seine Dreistigkeit blieb ihm von Marie Antoinette unverziehen, ouch als sie längst den Thron von Frankreich bestiegen hatte. In dem Äestreben. sich die Gunst der Königin um jeden Preis zu erwerben, sank der eitle Mann zum Werkzeug einer Anzahl abgefeimter Betrüger beiderlei Geschlechtes herab. Er stand in Paris in nahen Beziehungen zu einer Abenteuerin, die sich Gräfin Lamothe-Valois nannte und als solche gern durch eine Vorstellung bei Hofe anerkannt sein wollte. Rohan konnte ihr diesen Wunsch nicht erfüllen, da er selbst bei Hose in Ungnade Xoat. Er gestand ihr das schließlich, sagte auch weshalb die Königin ihm zürne, daß er sie wahnsinnig liebe und .Alles darum gäbe, sie zu versöhnen. Die Lamothe verstand es jedoch, mit Unterstützung des genialen Schwindlers Cagliostro, den Fürsten davon zu überzeugen, daß die scheinbare verächt.liche Kälte der Königin nur mühsam verheimlichte Gegenliebe sei. Er könne nhren Widerstand besiegen, wenn er ihr tn wundervolles Diamantenhalsband frhtrtf S,2 Srtrnis2 fi Vitt CSrf iitVni'

VlW4ltt, VUW UUlUIW VVfc VVtt .' V UlVt' lieren Boehmer und Bassenge ausgestellt war un) auf dessen Ankauf die Königin nur wegen des enormen Preises zwei Millionen Francs verzichtet hatte. Sie versprach sogar zu diesem Zweck: eine Zusammenkunft zwischen ihm und der Königin herbeizuführen. Es war", so erzählte Ba--ronesse Courtot, am 14. Juli, einem wundervollen Sommerabend. Eine beinahe tropische Luft lag über Petit rianon und dem Park von Versailles. Wir hatten in den Zimmern des kleimen Schlosses mit der Königin denThee eingenommen und traten dann hinaus: die Königin, Prinzessin Laballe, Ade'laide de Noailles, Mademoiselle de Na.val und ich. Die Sterne schienen in vollsterKlar'Heit, über den Bosquets und den weiten Alleen des großen Parks lag aber Bereits die Finsterniß in dunklen "Schatten." Die Königin verließ darauf ihre Damen, um sich allein im Garten zu ergehen. Auf einmal ertönt ein Schrei, und Marie Antoinette Zommt athemlos zurück, bleich und mit einem merkwürdig starren Ausdruck in den Augen. Die Königin behauptete, eine Erscheinung gehabt zu haben. Es schlüpfte eine Gestalt an mir vorüber, 'die an Figur, Haltung und Kleidung mir selbst glich. Als ich sie anrief, -verschwand sie spurlos im Gebüsch." Wie die gerichtliche Untersuchung eryab, hatte die Lamothe das dem Fürstcn versprochene Rendezvous an jenem Abend auf diese Weise möglich gemacht, daß sie eine verrufene Person Samens Oliva, die Statistin an einein kleinen Theater war und der Königin ähnlich sah, in einem Gebüsch des Parks von Petit Trianon verbarg. Nohan fand sich dort ein. Er .glaubte, als die Olivia ihm entgegenürat, in ihr die Königin zu erkennen, fiel ihr zu Füßen und erklärte ihr seine Liebe. Die vermeintliche Königin aber zog ihn bei den Händen empor, küßte ihn und sprach den Wunsch aus, den herrlichen Schmuck zu besitzen. Jetzt hatte die Lamothe den Fürsten soweit, toit sie ihn haben wollte. Er kaufte das Halsband und gab es der Lamothe zur Aushändigung an Marie Antoinette. Die Lamothe jedoch brachte den Schmuck auf die Seite. Als die Juweliere von Rohan keine Bezahlung langen konnten, trieben sie ihn durch Mahnbriefe so in die Enge, daß er schließlich erklärte, den Schmuck im Namen der Kömgin gekauft zu haben. In einem endlosen Prozeß fand eine eingehende gerichtliche Untersuchung statt, bei der auch Baronesse Courtot als Zeugin vernommen wurde. Die thatsächliche Unschuld der Königin wurde dabei jedoch nicht so über allen Zweifel klargestellt, daß sich im Volke nicht hartnäckig die Legende von einem verbrecherisckien Verkehr der Königin mit dem Fürsten Rohan erhalten hätte. Gutes Gedächtniß. Hauslehrer (vor Beginn des Unterrichts): Wo sind wir doch zuletzt stehen geblieben, Fräulein Louise?" Scblllerin (leise): Wo Sie mir die Hand unter dem Tisch drückten, Herr tV tu

zsriueri Menschenverachtung ist oft nur eine Spielart der SelbstVerachtung.

Die Samoa-Aragc. Malietoa Laupepa, der König der Samoa - Inseln, ist aus dem Leben geschieden. Er war der Nachfolger Malictoa Talavau's, der am 23. December 1879 an Bord zum König gewählt worden war, nachdem er im Januar desselben Jahres den deutschsamoanischen Freundschastsvertrag unterzeichnet hatte. Laupepa folgte ihm am 8. November 1880 auf den Thron. Seine Regierung bildete eine ununterbrochene Kette von Wirren nach innen und außen. Unzuverlässig von Charakter, dem Trunk ergeben und stark verschuldet, vermochte er weder bei den Mächten noch bei seinem Volk selbst sich Ansehen und Halt zu verschaffen. Ein entschiedener Gegner der Deutschen, ließ er sich verschiedener Treulosigkeiten und Vertragsbrüche gegen Deutschland zu Schulden kommen und das veranlaßte schließlich die deutsche Regierung, kurzen Prozeß mit ihm zu machen und ihm ein Domicil' auf den Marschall - Inseln anzuweisen. Sein Nachfolger Tamasese regierte zwei Jahre, konnte sich jedoch nicht halten und wurde zur Abdankung veranlaßt. Malietoa Laupepa, aus der Gefangenschaft befreit, nahm hierauf infolge des gemeinsamen Beschlusses der drei Mächte seinen früheren Königssitz wieder ein. Unzweiselhaft wird sein Tod das Signal zu neuen Wirren und Unruhen auf Samoa sein. Das kleine Jnselkönigreich im südlichen Großen Ocean wird somit wieder einmal, wie schon so oft, die Augen der Welt auf sich lenken. Durch die Einverleibung Hawaiis und die voraussichtliche theilweise Annezion der Philippinen hat die Inselgruppe für die Vereinigten Staaten wieder vermehrtes aktuelles Interesse

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ßk A V,' !ttmä liv-ff 1 1 '.iTI i-'-ir -Titf V." ' r WMWA NMMZlÄ xj Mataafamit Sch w e st e r u n d Räthen. und eine größere Anziehungskraft geWonnen. Nach Osten dem amerikanischen Besitz nunmehr benachbart, bildet sie nach der anderen Seite eine Etappe nach dem östlichen Asien. Es ist kaum daran zu zweifeln, daß der Hasen von Pango-Pango auf Tutuila, den Amerika bereits durch den Vertrag vom 17. Januar 1878 erwarb, nunmehr zum schleunigen Ausbau in Angriff genommen werden wird. Es sind drei Linien, die auf den samoanischen Königssitz ernstlich Anspruch erheben dürfen, das sind die Aana-, die Atua- und die MalietoaLinie. Die erstere ist mit der berühmten Tupua - Familie identisch, der auch Tamasese, der bekannte Rebellenführer, entstammt. Die Angehörigen dieser Familie hielten sich in früherer Zeit für auf Erden wandelnde Aitu, überirdische Wesen, Nachkommen des Gottes Tangalva a Langi, des Erschasfers der Welt. Die MataafaFamilie, welcher der Häuptling Mataafa angehört, ist die Vertreterin der Atua - Linie. Diese Familie nennt sich direct Tangaloa. Malietoa bedeutet guter Krieger. Aus der Malietoa - Linie dürfte kein Bewerber um den samoanischen Königssitz entstehen; Laupepa hinterließ nur eme Tochter. Fast ein Dutzend berechtigte" Bewerder umfassen dagegen die beiden anderen erwähntenFamilien, unter denen der bereits genannte Tamasese und der Tangaloa Mataafa die meisteAnwartschaft haben. Tamasese ist der (bonn des durch den Berliner Vertrag seiner Würde entkleideten Königs gleichen Namens. Er wurde von seinem Vater als sein Nachfolge: ausdrücklich bezeichnet. Die alte Tamasese war ein aufrichtiger Freund der Deutschen. Vor seinem Tode trug er allen seinen Anhängern auf, die Freundschaft mit chMWW2..ch.. Mataafa's Leibgarde. Deutschland und die mit demselben geschlossenen Verträge heilig zu halten. Sein Sohn hat diese Mission bis jetzt erfüllt. Mataafa wird von Amerika protegirt. Deutschland und England dürfte er kein genehmer Candidat sein. Er ist strenggläubiger Katholik und als solcher den auf den Inseln lebenden französischen Patres sehr zugethan, was ihn in den Augen der englischen Missionare nicht sehr empfiehlt. Ohne Frage aber ist er ein sehr.intelligenter und für seine Verhältnisse gebildete? Mann. Bis jetzt hat er sich gegenüber allen samoanischen Regierungen in der Gegnerschaft befunden. Diese fortwährende Opposition gegenüber bestehenden Einrichtungen.' war mit der Grund zu der Verbannung Mataafa's aus Samoa, eine Maßreael. die erst vor kurzem ' durch einen gemeinsamen Beschluß der drei Mächte aufgehoben wurde. Unter gewissen Bedingungen wurde dem Verbannten die Rückkehr nach Samoa gestattet.

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Der alte Kämpe wird somit in der Lage sein, persönlich in den Kampf, um den Königssitz einzugreifen. Das Recht der Samoaner, ihren König selbst zu wählen, ist durch den Berliner Vertrag anerkannt, jedoch hat der von den drei Mächten eingesetzte Oberrichter über die Berechtigung etwaiger Kronprätendenten zu entscheiden. Die Art der Königswahl auf Samoa ist eine sehr eigenthümliche. Gewisse samoanische Landschaften haben verschiedene hohe Titel (Ao) zu vergeben. Einige derselben sind: 0 le Tui Aana (König von Aana), 0 I Manua, O Mataafa, O le Natoais tele, O le Tui Atua (König von

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Tamasese. Atua.) Solcher Titel gibt es 13 bis 14. Sie können nur den Angehörigen gewisser vornehmer Familien verliehen werden. Der Träger der Königswürde über ganz Samoa muß nun eine bestimmte Anzahl dieser Titel in seiner Person vereinigen. Ueber die Zahl hört man auch in Samoa selbst widersprechende Angaben, dre meisten sagen fünf. Selten gelingt es jedoch einem Candidaten, so viele Stimmen auf sich zu vereinigen, denn die Eifersucht der einzelnen Landschaften aufeinander ist groß. So erhielt auch der verstorbene Malietoa außer seinem eigenen nur die beiden Titel Natoaitele und Tamasoalii. Das ist dann aber für jeden andern Träger eines Titels genügender Grund, sich alsGegenkönig aufzuspielen, und daher die ewigen Kriege auf den von der Natur so reich gesegneten Samoa - Inseln. 800 Jahre alt. Ehrwürdig durch ihr hohes Alter, ein bedeutsames Denkmal der Baukunst. geweiht durch manche geschichtliche Erinnerung, so steht die Klosterkirche zu Alplrsbach da, wohl werth. daß die Stadt, deren Wahrzeichen sie ist, und die Gemeinde, der sie als Gotteshaus dient, das Gedächtniß der vor 800 Jahren erfolgten Weihe dieser Tage festlich begangen hat. Das Kloster m Alplrsbach ist von Nutmann Kloster Alpkrsbach. von Hausach, Adalbert von Zollern und Alwig von Sulz gegründet worden. Diese drei beschlossen, eine ihnen gemeinsam zugefallene Erbschaft, statt sie zu theilen, zur Gründung eines Klosters zu schenken. Bischof Gebhard von Konstanz, damals päpstlicher Legat, und Abt Uto von St. Blasien derhalfen zur Ausführung des Planes, Abt Wilhelm von Hirsan. der kunstverständige Mann, zu künstlerischer Vollendung. Nachdem Anno 1033 die ersten Mönche, Benediktiner aus St. Blasien, das Kloster besetzt hatten und 1093 die Klosterkirche vollendet war, weihte am 29. August 1098 Bischof Gebhard die Kirche zu Ehren der heiligen Dreieinigkeit und des heiligen Benedikt. Reicher Begabungen und Privilegien erfreute sich das Kloster, nicht nur von den Stiftern, von denen Adalbert von Zollern später selbst in's Kloster trat. Im 16. Jahrhundert wurde das Kloster von der Landesregierung evangelisch gemacht und die Stätte einer evangelischen Klosterschule unter protestantischen Aebten. Mit dem Jahr 1806, dem Zeitpunkt der Aufhebung der Klosterschule, begann der Zerfall und die Verwahrlosung. Die Klosterräume wurden als Ställe, Scheunen und Speicher verwerthet. Die Kirche selbst erstand in neuester Zeit durch die Fürsorge der. württembergischen Staats - Finanzverwaltung in neuem Schmucke. Zweifelhafte Güte. Mutter: . . Und gut ist mein Kleiner! Allen armen Kindern auf der Straße gibt er von seinem Leberthran!" Kindermund. Die kleine Marrha: Liebe Mama, zu Deinem Geburtstage wünsche ich Dir, daß ich immer recht artig bin!" Die. Optimistin. Bräutigam: Freuet Du Dich auch auf unsere Flitterwochen, Gretchen?" Braut: Flitter Wochen? Abscheulicher! . . . Flitter jähre!" Unter Studenten. Dein Erbonkel, bei dem Du wohnst, lebt wohl recht zurückgezogen?" Ja wenn der mal todt ist, dann kommt Leben in die Bude. Ein Naturschv armer. Nun, Herr Schulze, hat's Ihnen denn auf Ihrer Schwerzreise gefallen? Schulze: O ja, sehr, besonders der

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Schweuerkase war ausgezeichnet.

Deutsche Fkoulcre. .Trotz aller gegentheiligen Versicherungen der Anglo - Amerikaner gebührt der Ruhm, in dem jetzigen Staate Ohio die erste Niederlassung gegründet zu haben, einem Deutschen, dem Herrenhuter David Zeisberger. Marietta wurde erst im Jahre 1783 gegründet, während Zeisberger schon 16 Jahre früher die Colonie Schönbrunn am Tuscarawas in'sLeben rief. Zeisberger hatte sowohl unter den Delawares wie den Irokesen mit Erfolg gewirkt und in dem heutigen Pennsylvanien viele Indianer für den christlichen Glauben gewonnen. Diese Indianer wurden-nun aber von den Weißen mit so mißtrauischen Augen angesehen und so vielen Mißhandlungen

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David Heckewelder. ausgesetzt, daß sie es für gerathen hielten, Pennsylvanien ganz zu verlassen und sich am Tuscarawas anzusiedeln. Sie gründeten unter der Anleitung von Zeisberger und dessen Genossen John Heckewelder Gnadenhütten und andere Ortschaften. Aber auch dort harrten ihrer schwere Prüfungen. Den britischen Agenten in Detroit gelang es, die Wyandottes gegen sie aufzuhetzen, auch wurden sie von weißen Miliztruppen, die unter Führung des pennsylvanischen Colonel David Williamson standen, beschuldigt, eine Frau Wallace und deren Kind ermcdet zu haben. Col. Williamson unterbreitete die Frage, ob die christlichen Indianer als Gefangene nach Fort Pitt gebracht oder niedergemetzelt werdn sollten, seiner bewaffneten Horde und eine große Mehrheit entschied sich für das Letztere. In der Abwesenheit von Zeisberger und Heckewelder brach das blutige Verhängniß über die christlichen Indianer herein und am 7. und 8. März 1782 wurden sie alle 96 Männer, Frauen und Kinder in einem mm DasJndianerdenkmal. Blockhaus erschlagen und letzteres durch Feuer zerstört. Der Platz dieses furchtbaren Blutbades und der GrabHügel, unter dem die Gebeine der Erschlagenen ruhen, befindet sich innerhalb des Friedhofes von Gnadenhütten; ein einfaches Denkmal ist den Erschlagenen dort errichtet worden. Sechzehn Jahre lanc lag die junge Ansiedlung in Schutt und Asche, bis im Jahre 1793 John Heckewelder durch Errichtung eines Hauses an der Ecke der jetzigen Maine- und Cherrystraße mit der Wiedererbauung des Ortes den Anfang machte. Sein Wiedererstehen hat Gnadenhütten durch Abhaltung einer eindrucksvollen Centennialfeier festlich begangen. Im Uebrigen kann sich dieser Ort rühmen, daß dort das erste weiße Kind in Ohio das Licht der Welt erblickte; es war dies der am 4. Juli 1773 geborene John Ludwig Roth, der am 25. September 1841 in Bath. Pa., starb. In der Küche. tiZ m, Madame: Ich habe meinem Mann gesagt, diese Knodel hätte ich selbst zubereitet!" Köchin (beleidigt): Das ist aber gar nicht recht, Madame, daß Sie sich mit fremden Knödeln schmücken!" Bei vielen Menschen offenbart sich der Muth erst nach der That. Vorsicht. A.: Ihr Hausknecht soll ja riesig stark fein!- B.: Ja, das ist eine Kraft ersten ges!Deutlich. Ich erwarte, daß mir meine Freundinnen stets die Wahrheit sagen!" Ach, da würden Sie aus dem Aerger gar nicht heraufkommen!"

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Königin Louise. Im hohen Alter von 81 Jahren ist in Kopenhagen die Königin Louise von Dänemark aus dem Leben geschieden. Die Verstorbene war eine deutsche Prinzessin aus der Ehe des 1867 gestorbenen Landgrafen von Hessen mit der Prinzessin Charlotte von Dänemark und am 7. September 1817 geboren. Schon früh kam sie nach Kopenhagen, wo sie sich am 26. Mai 1842 mit ihrem. Vetter, dem damaligen Prinzen Christian zu Schleswig-Hol-stein - Sonderburg - Glücksburg und jetzig: König Christian IX., vermahlte. Dieser Ehe sind sechs Kinder, drei Söhne und drei Töchter entsprossen. Die älteste dieser Töchter ist die Prinzessin Alexandra, jetzige Prinzessin von Wales, die zweite die Prinzessin Dagmar, jetzige Zarin-Wittwe und Zarin-Mutter Maria 'Feodorowna von Rußland, die dritte Prinzessin Thyra, jetzige Herzogin von Cumberland. Der älteste Sohn, Kronprinz Friedrich, ist mit einer Prinzessin Louise von Schweden und Norwegen vermählt, der zweite, Prinz Wilhelm, herrscht als Georgios I., König der Hellenen, seit 1863 als König über

? ( f.ptyusfy ll--LiÄpär Königin Louise. Griechenland und ist der Gemahl einer russischen Großfürstin, Königin Olga Konstantinowna; der dritte Sohn endlich, Prinz Waldemar, hat sich mit der Prinzessin Marie von Orleans, Tochter des Herzogs Robert von Chartres, vermählt. Königin Louise hat in ihrem langen Leben eine hervorragende politische Rolle gespielt und in ihrer Politik stets entschieden antideutscheTendenzen verfolgt. Auch bei der Verhcirathung ihrerKinder hat sie sich nur von politisehen Rücksichten leiten lassen und es dadurch zu Wege gebracht, daß sie bedeutenden Einfluß in St. Petersburg wie London gewann. Der durch Heirathen bewirkten weiten Verzweigung der dänischen Dynastie hat die Königin Louise den Beinamen Schwiegermutter von Europa" zu verdanken. Thomas F. Bayard. In Karlstein bei Dedham, Mass.,. dem Landsitze seiner Tochter, Frau Samuel D. Warren, ist der ExStaatssecretär Thomas F. Bayard gestorben. Der Dahingeschiedene wurde am 29. October 1823 in Wilmington, Del., geboren. Nachdem er anfänglich in einem Handelsgeschäft in New Sork thätig gewesen, studirte er nach dem Tode seines älteren Bruders die Rechte und praklizirie 1831 als Advokat in Washington, 1855 in Philadelphia und 1857 wieder in Wilmington, bis er 1868 an Stelle seines Vaters zum Mitglied des Vundessenats gewählt wurde. In den Jahren 1880 und Thomas F. Bayard. 1884 wurde er als demokratischerCairdidat für die Präsidentschaft aufgestellt und nach dem Regierungsantritt Cleveland's im März 1885 zum Staats - Secretar ernannt. Er. bekleidete dies Amt bis 4. März 1889. Unter dem zweiten Termine Cleveland's. von 1893 bis 1897, war Bayard Botschafter der Vereinigten Staaten in London. Bayard gehörte zu den Staatsmännern der alten Schule, die anGrundsätze in der Politik glaubten und sich nicht verführen ließen, diese Grundsätze jeden Augenblick herrschenden Volksströmungen zu opfern. Aus der Schule. Lehrer: Was sagt Schiller von der Hausfrau?" Schüler: Wehe, wenn sie losgelassen!" A ufHändenundFüßen. Student A.: Was hast Du denn da an der Hand?" Student B.: Ja, da habe ich mir diese Nacht auf der Treppe einen Splitter hineingetreten!" Zu viel verlangt Comrnerzienräthin: Joseph, Du solltest Dir halten eigentlich 'n Reitpferd!" Gatte: Wie haißt, bin ich ä Kunstreiuxir ...

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Ter Mörder der Kaiserin. Der anarchistische Unhold Louis Luccheni, dessen Mordstahl dem Leben der Kaiserin Elisabeth von Oesterreich ein Ende gemacht hat, ist nach den amtlichen Ausweisen im Jahre 1874 im Arondissement Parma geboren. Im Jahre 1894 trat er freiwillig in's Heer und wurde dem dreizehnten Ehevauxlegers - Regiment Montferrato eingereiht. Zwei Jahre später wurde er den nach Afrika abgehenden Truppen zugetheilt und kehrte im Juli desselben Jahres nach Italien zurück. Seine Entlassung aus dem Militärverbände erfolgte am 15. December 1897. Wegen seiner Theilnahme am

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Louis Luccheni. afrikanischen Feldzug war er berechtigt, die betreffende Kriegsmedaille zu tragen. Luccheni ist eine gedrungene, mittelgroße Gestalt. Auf dem sehr breiten Halse sitzt ein starker Kopf. Die breiten Kinnbackenknochen scheinen fast eine und dieselbe Linie mit dem Halse zu bilden, wodurch die Erscheinung noch gedrungener wird. Sein Gesicht ist stark gebräunt. Eine stumPfe, breite Nase läßt das Gesicht abgeplattet erscheinen. Ein blonder, borstiger Schnurrbart deckt theilweise die Oberlippe. . Er hat glänzende graugrüne, tiefliegende Augen, aus welchen lebhafte Blicke schießen, während er spricht. Krauses, nicht zu langes Haar deckt den Kopf. Indische Fakire. Man hat Indien von jeher ein Zauberland genannt, dachte bei dieser BeZeichnung aber mehr sn die wunderbare Pracht seiner Bauten, an seine landschaftlichen Schönheiten und seinen märchenhaften Reichthum. Aber noch besser könnte man Indien das Land der Zauberer nennen, denn es giebt dort so viele Leute welche- mit dem Wahlspruch Geschwindigkeit ist keine Hexerei" ihr Brot verdienen wie in keinem anderen Lande. Es sind dies die indischen Fakire, die ihre, ausgedehnte asiatische Heimath durchwandern und ihre staunenerregendenKunststücke zeigen. Aber sie ziehen, auch in alle Welt. Neben vielem anderen Ho-kus-pokus der unseren Prestidigitateuren wohl zu denken und zu lernen geben könnte, erregt in öffentlichen Productionen neuerdings die melfte Fakir und Knabe. Bewunderung das Heben eines Men--schen mit den Augenlidern. Ein Knabe wird wie ein Bündel zusammengerollt und in ein Netz gesteckt, an welchem eine Schnur befestigt ist, deren beide Enden je ein kleines Näpfchen tragen, mit welchem man gerade ein Auge bedecken kann. Diese Näpfchen drückt sich der Fakir auf die Augen, wo siehaften bleiben, legt den Kopf hintenüber, richtete sich langsam auf und hebt so die Last vom Boden auf, die er. die Arme von sich gestreckt, umherträgt und dann langsam wieder zu Boden läßt. Wie mag er nun wohl dieses sonderbare Kunststück ausführen können? Man kann nur annehmen, daß er die Näpfchen, in deren Hohlraum de? Augapfel Platz findet, so in die Augenhohlen schiebt, daß die Ränder oben und unten an dem Wangen- und Stirnknochen Halt finden. Aber trotz dieser Erklärung werden unsere einheimischen Zauberkünstler ihm das Kunststück kaum nachmachen. r . Der durstige Patient. Arzt: Haben Sie über Durst zu klagen?" Patient: Nein, Herr Doctor, über den freu' ich mich immer!" Summarisch. Hausfrau: Aber Marie, ich babe Ihnen doch gesagt, Sie sollen die' Tasten abstauben und jetzt spielen Sie wiedzr! Stubenmädchen: Ach, gnädige Frau, ich verbinde gleich das Angenehme mit dem Nützlichen!"

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Auf der Post.

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Auf der Post wennst 'was aufgibst Oder holst' in der Stadt, An Briaf und a' Packl, ; Da san s' dir akrat. Vor'm Schalter sieht 's Nannerl, Wia an Apferl zum Biß, Wia a' Röserl am Strauch, Des zum Abreißen is. Da hat der Adjunkt g'sagt: Da steht auf'm Schei': . i A' Packl schickt d' Muatta, A' Büßt gibt s' d'rei'." Und eh' sie si' umschaut. Da pappt er ihr g'schwind Auf 's Göscherl a' Busserl, Eh' daß sie si' b'sinnt. Und .'s Nannerl sagt oft: Auf der Post in der Stadt, ' Wennst 'was holst oder aufgibst, ' ,) Da san s' dir akrat! , Eine moderne Köchin. Was, die gnädige Frau fährt auch Nad? Da sind trnr ja Sportskamera den!" Günstiger Umstand. .MNa, wie war'S beim gestrigen Festessen?" - Großartig! Wir waren nur acht Personen und für zwanzig war gekocht worden!" Vergallopirr. Für diese Miniaturausgabe eines Rostbratens rechnen Sie, Herr Wirth, 1 Mark? Das nenne ich aber doch eine " Wollen Sie doch, mein Herr, bedenken, daß Alles so theuer geworden, daß ich bereits seit einigen Jahren bei diesem Geschäfte mein Geld zusetze!" Da kann ich Ihnen nur rathen, sobald als möglich die Bude zu sperren!" Ja, wovon soll ich ce? dann leben?" V erschnappt. Wie alt sind Sie, mein Fräulein?" 23 Jahre!" Und Ihre jüngere Schwester?" Die ist 26 Jahre alt!" Ohne Concurrenz. Wo steckt denn der junge Doktor Müller den ganzen Sommer?" Der hat sich weil er sonst keine Patienten bekommen in einer durch Abstürzen berüchtigten Alpenschlucht als Arzt niedergelassen.".. i

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