Indiana Tribüne, Volume 22, Number 21, Indianapolis, Marion County, 9 October 1898 — Page 9

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Zndiana Arwüne. EUÄ Z!er Nobert. LZon Lothar Schmidt. 1. Ich bin sprachlos!- rief die eine dcr beiden Damen bei der Nachricht. Dies derhindeite s jedoch nicht, in einem fort über das zu reden, was sie sprachlos machte. Die andere Dame, ihre ältere Schwester, an bewn Schläfen sich breits ergrauende Haarstreisen zeigten, sah, nachdem der erste Eindruck der unerwarteten Botschaf! vorüber war, still und sinnend vor sich hin, wie um sich ZU sammeln. Nach einer Weile sagte sie: Nein, aber diese Freude! Wenn man bedenkt, daß die Mutter das Glück noch erleben soll aus ihre alten Tage!" Noch eine, dritte Person befand sich lm Zimmer. Der Mann der alteren Schwester. Er legte mechanisch einen Vri-efbogen in Quartformat zusamnun, faltete ihn wieder auseinander und legte ihn abermals zusammen, um schliebllch das Papier zum dritten Male zu öffnen und zu lesen. United State, Consulate." stand cm stopf des Bogens und da runter im blauen Druck der SchreibMaschine: Sehr geehrter Herr! Ich freue mich. Ihnen heute endlich drc sichere Mittheilung machen zu kon nen, dafo die Nachforschungen nach Ihrem Schwager. Herrn Robert Nlssen, ein günstiges Resultat ergeben haben. Herr Robert Nissen lebt und besinbet sich als Reitlehrer zu Chicago in dem Tattersall von Mr. Edward Kinason. Es ist Ihrem Herrn Schwa ger aus Veranlassung des hiesigen Eonsulats sofort eine Abschrift vom Testamente seines verstorbenen Herrn Bafels zugestellt worden mit der Aufforderung, seine legitimen An sprüche geltend zu machen. Ich gratulire Ihnen von Herzen zu dem Erfolg, welchen Ihre uneigennützign Bemühungen als Vormund um den Verbleib des bereits verschollen geglaubten Schwagers gehabt haben. Hochachtungsvoll Frederik Opp. Breslau. den 25. Juni 1896." Es handelt sich jetzt darum." meint? er. den Brief ins Couvert und das Eouvert in die Brusttasche steckend, dafe Eure Mutter nicht mit einem Male den Inhalt des Schreibens erfährt. Man muk sie langsam und vorsichtig vorbereiten, denn, wenn sie sich auch niemals äußerte, so bin ich doch fest davon überzeugt, daß sie, ebenso w ihr und ich, Robert langst da drüben gestorben und verdorben, geglaubt hat.Das glaubt sie bestimmt, bestätigte seine ffrau. Seit vierzehn Jahren glaubt sie es. Damals hatten wir die letzte Nachricht über ihn. Daß er selbst geschrieben hat, ist ja über zwanzig Jahre her. Du weißt doch: schon als wir uns verlobten, galt er für todt." Das heibt, beim seligen Vater, bei der Mutter und bei Dir galt er für todt, bei mir nicht . . . Erinnerst Du Dich nicht, wie ich immer sagte: Gebt Acht, der taucht noch mal auf. der schreibt blos nicht, weil's ihm schlecht geht. Sobald er ein gemachter Mann ist. läßt er von sich-hören," fiel ihr die ledige Schwester ins Wort. Ganz recht, das war aber nicht nur Deine Ansicht, das war die ollgemeine Ansicht, bis wir erfuhren, daß man ihn so elend und krank gesehen habe." Ja. aber ich Hab's doch geahnt. daK cr nicht umgekommen ist, wenn ich auch diese Ahnung immer für mich hielt.Die Eheleute warfen sich bezeichnende Blicke zu. Ihr könnt Euch ruhig mit den Augen zuzwinkern, ich bin doch die Einzige gewesen, die .... " i Na ja doch. Helene! . . . meinetwegen!" rief ungeduldig die Andere. Ich denke, wir streiten uns jetzt nicht darum'. wer von uns dies oder jenes gedacht hat. wir wollen uns lieber freuen, daß der Robert am Leben ist. Hoffentlich besucht er uns und wir sehen ihn gesund wieder, wenn ihm die Erbschaft ausgezahlt wird." Wenn ihm die Erbschaft ausgezahlt wird? .... Was soll denn das nun wieder kxißen? Wie? . . . Willst Du vielleicht damit andeuten, daß ich mich dagegen sträuben könnte? .'. . . Willst Du vielleicht durchblicken lassen, daß ich ihm seine paar tausend Thaler vorenthalten werde, weil seine Ansprüch verjährt sind?Du bist wohl nicht recht gescheidt! Wer bat denn daS behauptet?" ' O, ich kenn' Dich schon .... Dich kenn' ich!" Jtzt legte sich der Schwager ins Mittel. Helene!- sagte er streng meine Frau und ich. wir nehmen alle erdenkliche Rücksicht auf Dein excentrisches Wesen, aber was zu viel 'st. ist zu viel. Man kann ja wahrhaftig' kein harmloses Wort mehr reden, ohne daß Du irgend eine geheime Absicht dahinter vermuthest. So etwas ist mir noch gar nicht vorgekommen. Anstatt Dich mit uns zu freuen über das große Glück, anstatt diesen Tag als einen festlichen zu begehen, kommst Du wieder mit grundlosen Argwöhnungen und bringst Unfrieden in'dieses Haus ZSo , ! also Unfrieden, trage ich in dieses Haus? Aha! das heißt doch mit anderen Worten: verschon uns künktia mit deinen Besuchen! ... Na,

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ich hab' mich noch niemandem - aufge drängt, mein Lebtag Nicht ... Ich werd' mir das merken .. . Sie aina auf'Z Sofa zu, wo ..ihr Cape lag. warf eZ sich um die Schul ter, nahm ihren. Sonnenschirm .'vom Tisch und rasch, ohne Gruß verließ sie das Zimmer. - -, - "- 2Mit einem frischen, weißen Häubchen auf dem Kopf saß die siebenzigjährige Mutter am Fenster. Hier war ihr Lieblingsplatz. Das Leben und Treiben auf der Straße, die vorüberfahrenden Droschken und Lastwagen, die Equipagen. Bicycles, die Passanten boten ihr eine Zerstreuung. Stunden konnte sie so zubringen, das blasse, runzlige. Gesicht an die kalte Scheibe gedrückt. In steter, Bewegung veränj derte sich fortwährend das Bild, !d'aö ihr die Außenwelt bedeutete. ; Und .in dieser Welt wurde ihr das Unzuläng.li che Ereigniß: wenn in Pserd auf dern, glatten ASphalt stürzte, wenn ein Schornsteinfeger auf dem Dache eines Nachbarhauses sich -zeigte, wenn zwei Gassenjungen sich prügelten, wenn ein Scheerenschleifer rasselnd sein Rad schnurren ließ u. s. w. Das geistige Auge der Matrone aber war oft derartigen Geschehnissen abgewandt und nach innen gekehrt. Sie konnte mit aufmerksamen Blicken hinunter schauen, während ihre Gedanken ganz wo anders waren, bei ihren lieben Todten oder Lebenden daheim und in der Ferne, bei den Kindern und Kindeskindern. beim Wäscheschrank, beim Kochtopf, bei den Werthpapieren, die, ach, so wenig Zinsen brachten, bei den Motten, die trotz penetranten Naphtalins das Sopha und die Polsterstühle der guten Stube arg zerfraßen. In dem Vielerlei und doch Wenig ihres VorstellungSkreises gab es zwei Ideen, gewissermaßen zwei feste Punkte, um die sich all ihr Denken und Sinnen drehte, die Helene- und der Aobert-. An diese Namen knüpften sich die Hauptsorgen und Hauptwllnsch ihres Alters. Das Mädel war nun schon weit Über dreißig und hatte noch keinen Mann gefunden. Verblüht war sie vor ihren Augen. Einst ein lustiges, rothbackiges, vollwangiges, frisches Ding, und jetzt? ... Ach. du lieber Himmel! Das war so langsam hingewelkt und hatte sich abgehärmt. Das ganze Wesen hatte sich dabei verändert. Berschroben war sie geworden, verbittert, so . . . na. halt so ganz anders als früher. Und der Robert! Tausendmal hatte sie sich schon gesagt: er muß todt sein, sonst hätte er doch ein einziges Mal wenigstens geschrieben, in vierzehn Jahren. Und wie der Vater starb, da gab's doch eine Erbschaft! Aber auch damals meldete sich der Robert nicht. Also lag er gewiß unter der Erde . . . Dennoch träumte sie oft und deutlich. wie der Sohn,. der,. noch halb ein Knabe, binllberaeaanaen war. vlöklick als bärtiger, kräftiger Mann vor ihr stand, sie um Verzeihung bat und gelobte, bis an ihr Ende bei ihr zu bleiben. . ' Derselbe Traum kehrte in mannigfachen Variationen wieder und tnu setzte sie immer von Neuem in Aufregung und nährte von Neuem die ganz erloschene Hoffnung. Helene kam nach Hause. Was ist Dir?- fragte die Alte, als sie an dem ezaltirten Mädchen die ihr nur zu wohl bekannten Zeichen einer heftigen Gemüthsbewegung bemerkte. Nichte." Du hast Dich gewiß .wieder mit Deiner Schwester gezankt?" Ich hab' Dir was mitzutheilen." meinte ablenkend die Tochter. Du?" Ja." Was denn?" Etwas Freudiges.Freudiges?" . . . wiederholte lanasam und mißtrauisch die Matrone. Da war ich doch begierig; das Reue, was man so zu hören bekommt, ist gewohnlich nicht angenehm." Doch, sehr angenehm." ast Du Dich etwa verlobt?" - Nein." Na, dann wüßte ich wirklich nicht . . . Etwas noch Angenehmeres ist's." Noch Angenehmeres?" Die Greisin sah rstaunt und forschend in Helenes Gesicht. Na, Mutter, denk nur mal nach.. Was war das Liebste, was Dir auf Deme alten Tage passlren könnte?" Die Gefragte schwieg. Was sollte sie auch darauf antworten? "Das hatte doch keinen Zweck. Nun, Mutter?" Geh. laß mich!" meinte sie müde. . Helene näherte sich ihr: Mutter. kannst Du Dir faktisch rnchts Anae neHmeres denken als meine Verlobrnife?" Helene!" Vorwurfsvoll, bittend, beschwörend klang ihr der Name von den trockenen Lippen. Ja. ja. Mutter!" Helene!" schrie die Alte und umkrampfte zitternd die Arme der Tochter. Da küßte Helene die Mutter auf die Stirn und rückte sie im Sessel zurecht, von dem sie herabzualeiten drohte. Mit gläsernem, wirren Blicke starrte die greise Frau vor sich hin, langsam, tonlos die Lippen bewegend. ' Ja, ja, er lebt! Sei doch nur ruhig. Mutter, der Robert lebt!" ' Und sie war ruhig, ganz ruhig, die Mutter für immer. Meerschumpfeifen,' lange UnU s5e Pfeifen, Cigarrenspihen bei Qa RueZo, 199 Oft Washington Ci?.

jaosetatffg Ein Etjmoer. Nach dem Französischen des Jean Destttli In einer kleinen Dachstube eines großen Miethshauses wohnte ein junger Mann, Namens Passerand. Er r i. c t -f-t .1 V. war srieoneoeno, ruylg unu pcjuyciuru und fugte sich ohne Widerrede allen Vorschriften des Concierge, der ihm den Besitz eines Hundes, einer Geliebten, einer Violine, einer Nähmaschine und sonstige störende Dinge aus's strengste untersagt hatte; auch war er ersucht worden, Abends zeitig nach Hause zu kommen. Die übrigen Hausbewohner wunderten sich, van der junge Mann stets so nett gewaschen . i er : war, oa man ivm, um ein nerunrerni gen der eleganten Treppenläufer zu verhüten, nicht gestattete, das erforderliche Wasser die Treppe hinaufzubefördern. Doch trotz aller Schwierigkeit erreichte es der arme Schlucker, daß man ihn mit einer Art von Wohlwollen in einem Hause duldete, welches ausschließlich von Bankiers, Diplomaten und Comptoirchess bewohnt wurde. Passerand hatte vor einiger Zeit sein Studium am Polytechnikum beendet und hätte eine gute Anstellung be-, kommen können, wenn er es nicht vorgezogen hätte, sich mit allerlei Erfindüngen zu beschäftigen, die ihm in buntem Chaos vor dem Geist schwebten. Sein Hauptaugenmerk aber war auf eine selbstthätige Vorrichtung an Locomotiven zur Vorbeugung eines Zusammenstoßes gerichtet. Er war von der Vortrefflichkeit seines Projectes so fest überzeugt und erhoffte davon so bestimmt ein großes Vermögen, daß er sich unterdessen mit der allerarmseligsten Existenz in einem Dachstübchen begnügte. ' Eines Tages begegnete der junge Ingenieur und Erfinder auf der Treppe einem reizenden jungen Mädchen. Sie kam und verschwand mit so viel Grazie, daß er wie festgenagelt stehen blieb und die holdselige Erscheinung frappirt anstarrte. Zufällig traf er sie am nächsten Tage an derselben Stelle und zur selben Zeit. Sie erröthete und schlug die Augen nieder. Er überhäufte 'sich mit Selbstvorwürfen und schalt sieh einen rohen, aufdringlichen Kerl, der das liebe junge MädcheninVerlegenbeit brachte. Gewiß würde die holde Unbekannte in ihrer Entrüstung fortan Maßregeln zu treffen wissen, um sich seinen unverschämten Blicken zu entziehen. Würde sie es wirklich thun? Er mußte Gewißheit haben. So wartete er denn zur Lösung dieses bangen Zweifels zur bestimmten Zeit auf daö Erscheinen seiner so allerliebst errathenden schönen Hausgenossin. Um seine Plumpheit einigermaßen zu entschuldigen, zog er sehr ehrerbietig den Hut vor lhr. Das ging so eine Zeit lang weiter, und eines schönen Tages sah er mit Entzücken, daß der im Beginn fast unmerkliche Gegengruß der jungen Dame allmalig einen gewissen freundschaftlichen 12,9a rakter anzunehmen begann. t Durch das viele Hin- und Herlaufen, daö ewige Treppaus. Treppab denn die Wanderungen durch das Haus wurden immer zahlreicher vernachlässigte Passerand seine Erftndüngen und die Zusammenstößt der Bahnzüge, denen er steuern wollte, verloren nichts von ihrer Schrecklichkeit. In Folge dessen machte er eines TageS so gut wie möglich Toilette und begab sich zu Herrn Lamartin, Valentinen's Vater, dem Besitzer des großen HauseS. Herr Lamartin sagte er, ich habe die Ehre, Sie um die Hand Ihres Fräulein Tochter zu bitten." Für wen?" fragte der alte Herr erstaunt und maß seinen Besucher von ttops bis Fußen. Für Sie selbst? . . . Aber Sie sind ja der Miether von ganz oben?" -Allerdings, mein Herr." Aber wissen Sie auch, mein Herr. daß meine Tochter einen Brautschatz von wei Millionen hat?" O, dagegen habe ich nichts einzuwenden," meinte der Ingenieur kalt blütig. Sie scheinen mich nicht verstanden zu haben, mein Herr, ich habe gesagt: zwei Millionen! Und wieviel besitzen Sie?Der junge Mann beantwortete diese Frage mit großer Freimüthigkeit und schloß Mit der Bemerkung; Reich bin ich momentan zwar nicht, aber wenn Sie mir Fräulein Valentine's Hand geben wollen, können Sie sich darauf verlassen, daß meine Arbeit und meine Kenntnisse . . Kein Wort weiter, junger Mann ! So lange erschienen Sie mir nocy originell. nun aber gelange ich zu anderer Ansicht . . . Machen Sie nur schnell, daß Sie fortkommen!" .Dieses Intermezzo, das für unseren Erfinder so betrübend abgelaufen, war Herrn Lamartin alsbald wieder entfallen. Ganz andere Dinge beschäftigten ihn und verursachten ihm Aerger und Sorge. Seit ein paar Tagen rauchte nämlich der kostbare Marmorkamin seines Salons wie eine Locomotive. Und das nun just im December, nun Herr Lamartin den neunzehnten Geburtstag seiner Tochter durch ein großes Fest feiern wollte. , Er ließ seinen Architekten rufen, der erklärte, der Kamin könne unmöglich rauchen, wenn der richtige Brenn stoff genommen werde. Aber trotz des anderen Brennstoffes horte das Rauchen nicht auf. Lamartin schrieb an den berühmtesten Fachmann der Stadt und erbat in der Kaminfrage seinen Rath. Der Künstler untersuchte den Attentäter von allen Seiten, und riet dann: ' .Welcher Esel hat dieses Rohr gelegt'?" ; Mandelet." .DaS dächte ' ich wohl. natürlich einlEsel! . Daö Rohr muß 60 Centimeser höher kommen, damit der Kamin

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besser ziehen tann. dann rottd öUet tn Ordnung sein." Das vtohr wurde hoher gesetzt, doch der Kamin rauchte nach wie vor. Lamartin, der allmalig zu verzweu seln begann, wandte sich an einen einfachen, doch als tüchtig bekannten Maurer. Dieser nahm den ganzen Kamin auseinander und brachte dann in seinem oberen Theil einen riesenhaf ten, schlangenformigen Apparat an. Der Kamin rauchte weiter. Ein Anderer wurde gerufen, er schmähte die Arbeit des Collegen und versuchte es mit der Anbringung eines Ventils, doch der Kamin nahm auch darauf keine Rücksicht, fondern rauchte so gewaltig, daß man den Salon kaum noch zu betreten wagte. Au ßer sich vor Wuth wünschte Herr Lamartin seinen Kamin wie die verschiedenen Fachleute zum Teufel. Sie müssen den Muth nur nicht aufgeben," tröstete der Concierg:. Soeben habe ich mit einem unserer Miether über die Cache gesprochen; er behauptet, diesen verhexten Kamin in fünf Minuten repariren zu können." Ruft ihn augenblicklich her! Er muß sofort kommen, sonst kündige ich ihm die Wohnung. Mit Blitzesschnelle stellte Passerand, der Miether von ganz oben", sich zu Herrn Lamartinö Verfügung, der zähneklappernd in dem . kalten Salon hin- und herlief. So 0 0! Sie sind es? Und Sie sind der Meinung, einen unheilbar rauchenden Kamin in fünf Minuten kuriren zu können?" . Nun, in fünf Minuten zwar nicht, aber in einer Stunde dürfte es mir wohl glücken." ; Schön. Dann machen Sie sich gefälligst gleich an's Werk, ßit haben hier einen von allen Sachverständigen aufgegebenen Kranken und wenn Sie was ich nicht glauben kann den Kamin wirklich in Stand setzen, dann können Sie von mir begehren was Sie wollen. Nennen Sie mir nur Ihren Preis!" Mein Herr Lamartin," sagte Passerand mit Würde, ich begehre die Hand Ihres Fräulein Tochter. Sobald ich Ihnen den Kamin rauchlos überliefert habe, werde ich mir meinen Lohn einfordern." ' . Was? Meine Tochter für einen Kamin?" Pardon, für diesen Kamin! Sie können die berühmtesten Architekten berufen und eine Commission der tüchtigsten Ingenieure und Baumeister antreten lassen, und wenn die in drei Monaten leisten, was ich in einer Stunde vollbringen werde, mögen Sie mit mir thun. nzs Sie wollen." '. Das ist ja Alles ganz gut, aber 1 die Hand meiner Tochter! Sie sind überaus theuer!.,.. Aber wenn Sie Wirklich im Besitz eines Geheimnisses sind, womit sich diel Geld verdienen säßt..." Ein solches Geheimniß besitze ich allerdings und ersuche, Sie daher, mich eine Stunde lang in diesem Salon finzuschließen." . . f Nun denn, m Himmels Namen! Aber sagen Sie mal, mein Bester, warum nehmen Sie kein Patent aus Ihre Erfindung?" . Ich bin zu arm, um ein Patent ZU bezahlen." 1 .In solchem Falle leiht man das n'öthige Geld." Man thut das vielleicht, ich aber Nicht. Schuldenmachen widert mich an." Hm hm, das gefällt mir! Ich will mich also entfernen. Es ist 3 Uhr, also um vier ist alles fertig?" Präcise um vier Uhr. Und nicht wahr, ich habe Ihr Wort, daß, falls ich r'eüssire " , Nun, nun, nicht so heftig! . . . wir wollen mal sehen... Ich lasse mir nicht das Messer an die Kehle setzen. aber ich bin ein ehrlicher Mann." ' AlsPasserand allein war. entwickelte er eine etwas absonderliche Art von Thätigkeit. Ein lustiges Liedchen pfeisend schlenderte er hin und her und besichtigte Alles, was im Salon zu,sehen war. ' HU? mag Valentine mitunter sitzen," dachte er und lehnte sich behaglich in die Sammetpolster des Sofas. Dieses Hockerchen im Palmenwinkel ist gewiß ihr Lieblingsplatz." , Dann bewunderte er ihr Porträt und wars ihm eine Kußhand zu. Sei gegrüßt. Liebling!" Doch den Kamin würdigte er keines Blickes. So verging die Zeit. Als die Uhr auf vier zeigte, zog Passerand sein Gesicht wieder in würdige Falten, öffnete die Thür und ersuchte die draußen Harrenden einzutreten und ein Probefeuer zu entzünden. Voll; gespannter Erwartung stand die ganze Familie um ihn herum. Der Kamin zog prächtig, das Feuer prasselte lustig, der Rauch flog regelrecht zum Schornstein hinaus. Alle Archi, iekten und sonstigen Fachleute waren übertrumpft und mußten vor Passerand's strahlendem Genie die Segel streichen. ' Sapperlok, daö nenne ich groß' ar ig!" rief Herr Lamartin entzückt. Ui d sich zu seiner Tochter wendend, sa, te er: .Valentine, dieser junge Mcnrn ist eir großer Ingenieur, wenn Du nichts da ;egen hast, wird er mein Schwiegersol N." . .Jawohl. Papa.- : lngefähr ein Jahr nach diesem Ereig nß wurden Herr und Frau Passer md-Lamartin durch die Geburt eir ks prächtigen Sohnes erfreut.. - Sag' mal. bester Schwiegersohn," sac te Lamartin eines Tages, seit drei M maten machm fast alle Eisenbahnen Gebrauch von Deiner neuesten Erfmdung. Tonnen Goldes strömen Dir zuj nicht durch Deine Frau, sondern durch Dn eiaenes Genie. Aber eine

Sache ärgert mich. Warum machst Du keinen Gebrauch von Deiner anderen Erfindung?" Andere Erfindung? WaZ meinst Du damit?" Nun ja, sei nur nicht so bescheiden. Ich meine Dein Rauchfang Geheimniß. Jetzt kannst Du doch nicht ' mehr sagen, daß Du zu arm bist, um einPatent zu kaufen?" Ja. das ist wahr . . . nun entsinne ich mich . . . Aber ... das würde nicht viel einbringen . . . das ist eigentlich nicht der Mühe werth." Aber es ist doch schade, so etwas unausgenützt zu lassen." . Du zwingst mich zu einem Bekenntniß, Papa." So? Na dann deicht' mal los!" Du mußt nämlich wissen, daß ich Deinen Kamin seinerzeit gar nicht reparirt habe, sondern ... ich ließ ihn einfach mit Rauchen aufhören. Du wirst Dich entsinnen, daß ich damals eine Dachkammer Deines Hauses bewohnte. Ich brauchte Nur die Hand auszustrecken, nur ein Brett über die Rohröffnung zu legen, um Deinen Rauchfang zu verstopfen. Ich habe Dich betrogen, Papa, das mutz rch verennen. aber es war Deine eigene Schuld. Seit Anbeginn der Schöpfung sind Liebende durch barbarische Väter zu derartigen Theatercoups gezwungen worden; folglich improvisirte auch ich einen kletnen Schwank. Zu meiner Entschuldigung füge ich hinzu, daß Valentine mit im Complott war. Ihre Idee war. es auch. Dir durch den Concierge meine Gschicklichkeit anpreisen zu lassen. Vergieb uns und sei überzeugt, daß alle Liebenden einen Schutzengel haben, der sie zum Ziel führt." . - in Trinkspruch Blücher'S. ES war in Karlsbad, der Friedensstörer Napoleon war endgiltig beseitigt und auf St. Helena unschädlich gemacht. In dem freundlichen böhmischen Städtchen hatte sich eine illustre Gesellschaft zufammengesunden, viele der höchsten Würdenträger und Generale der verkündeten Monarchen, unter letzteren der Fürst Blücher, der populärste von allen, und der Fürst Schwarzenberg, der vornehmste. Ter alte Blücher gab ein großes Gastmahl und Hatte neben sämmtlichen Generalen natürlich auch den Fürsten Schwarzenberg eingeladen. Es war bekannt geworden, daß der Marschall Vorwärts bei diesem Fest mahle seinen erlauchten Gast durch einen Trinkspruch auszeichnen, wolle, ebenso war aber auch längst allgemein bekannt, daß Blücher mit Schwarzenberg niemals so recht im Einverständniß gewesen war und sich häufig sehr derb über die von Schwarzenberg befohlenen Maßregeln während des Feldzugs ausgesprochen hatte. War das Erstaunen schon groß, daß Blücher überhaupt reden wolle, so stieg es in. das Ungeheure, als man erfuhr, daß er beabnch tigte, den Feldmarschall Schwärzender als Feldherrn zu feiern. Blücher erhob sich und schlug an sein GlaS: es war so still an der großen, prachtvoll aeschmück ten Tafel, daß man eine Feder zur Ihoe hätte fallen hören. . Die unter schneeweißen, buschigen Brauen liegen den Augen des greisen Helden leuchteten wie ehemals an seinem schönsten Schlachttage, als er begann: Meine Herren, trinken Sie mit mir auf das Wohl des erlauchten Feldmarschalls, des Fürsten Schwarzenberg, deö großen Feldherrn, der den Femd schlug, trotz dem drei Monarchen in seinem Hauptquartier waren!" Zuerst eine allae meine, beängstigende Stille, dann aber brach der Sturm los, und ungeheurer Jubel erschütterte den hohen Festsaal. Wenn's aber nicht der alte Blücher, der alte von seinem Monarchen so hochgestellte und gefeierte Marschall Bor wärts, gewesen wäre, so würde ihm vermuthlich dieser Trmkspruch seh schlecht bekommen sein. Die Frauen. Hausfrau: Leugnen Sie nicht, Sie haben sich von memem Mann küssen lassen! Dienst mädchen: Lächerlich: von dem alten. häßlichen Kerl." Hausfrau (erbost): Oyo; seien Sie froh, wenn Sie von dem alten, haßlichenMann geküßt wer den, verstanden!" Deutlicher Wink. Kö chin: August, hier haste eene jroße Wurst usf Deine Beförderung zum Jefreiten." Grenadier: Aber Jett chen. ick habe doch zwei Knöppe je- ., -' rrlegl! --Zeichensprache. 1. Barbiergehllse: Donnerwetter, hast Du aber dem Herrn, den Du soeben rasirt. eme Schmarre beigebracht!-. 2. Barbiergehilfe: Ja, weißt Du, ich liebe im Geheimen feine Schwester,,und der schnitt aus der rechten Wange ist ein Zeichen für sie, daß ich diesen Abend komme!" streng militärisch. Herr: Sie behaupten also, Sie gehoren der Armee der Arbeitslosen an? Na, ich will Ihnen 'was sagen, ich werde Ihnen heute Beschäftigung geben.- Bettler: Nee. ick danke. , Sie können doch nich verlangen, dat ick Ihretwegen zum Deserteur werde!" Ein S ch l a u k 0 p f. Herr Doktor, bitte gestatten Sie doch meinem Gatten, daß er nach dem Abendessen wieder Bier trinken darf!" Aber warum denn, gnädige Frau?" Ach. Herr Doktor, seit Sie ihm verordnet haben, daß er nach dem Abendessen nichts mehr trinken darf da ißt er überhaupt nicht mehr zu Abend!" ! Genau. Buchhändler: Was sagte der Herr, als Sie ihm die Rechnung für das Conversationslexskon vorlegten?" Lehrling: Er sagte, wenn ich! nicht machte, daß ich hinauskäme, schmisse er mir das ganze Conversatio'nslezikon an den Kopf!" , Buch Händler (nach einer Weile): Auch den Süpplementband?" - j

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Während der 95 Jahre alte Böhme Papccek in Montgomery. Minn.. die Schweine fütterte, fiel er in einem epileptischen Anfall nieder, und zwar so unglücklich, daß er mit dem Kopf auf einen Nagel ausschlug, welcher ihm zwei Zoll tief in denSchädel drang. - Sein Tod erfolgte nach kurzer Zeit. Seine Frau, welche vor drei Jahren, starb, war 92 Jahre alt. Zum Katholizismus übergetreten ist. in Baltimore die Jüdin Rosa Dichter trotz der energischen Proteste ihres Gatten.' An einer scheinbar unheilbaren Krankheit leidend, wurde sie in's St. Agnes Hospital aufgenom men, dort kurirt und zugleich von der Herzensgüte der Sc?western lso überwältigt, daß sie sich taufen ließ. Sie ist 40 Jahre alt und. hat. zwei Kinder. MOZART -HALLE, 87 und 39 Süd Delaware Straße. Die ölteste. größte und schönste derartige Hall 1 Indianapolis, ietzt neu nd legant aug' stattet, ftehr Vereinen und Privaten ur 6 Haltung von Conzktten. Bä0n. ersammlunge u.s.w., unter liberale Bedingungen ,ur Bei üaung. lud. Räume für Bereln sind jeder zeit iu habe. Saloon u. Billiard-Hall ; o.v? Oft Washington Str. i : Fonn Met l acher. 1 - - . . j Sigeutbüme? un sannoiiu 2 I Wo treffen wir uni heute? Natürlich beim CONRAD HEES, 5ko. 852 Massachusetts Avenue. wo. man immer die besten Getränke und Clgürren und einen seinen Lunch find er. alfjalla kipEe, Mannerchor Halle. Feinstes Restaurant und altdeutsche Wirthschaft. efte deutsche Küche. Lieder's Svectal Brew an Kavf. Die feinsten Weine, Liquöre und Cigarren. Zwei Kegelbahnen stehen zur Verfügung. ?Bottüalicher ff.ühstückS-,- Mittag, und benrtlsch. . ' Franz Vüddicker, 337 Sst Onshington Ltrnße. rlephn io. j Columbia Halle. Gang Sc Willem, .... Eigenthümer. Die besten Weine, , Liqueure ' und Cigarren Ecke Delaware" und . McCarty Straße Die Halle, welche vollständig neu berge. richtet worden ist. wird für Bälle, Tänze, Hochzeitw und allerhand Unterhaltungen zu madigen Prellen vennittyet. Vle gemüthliche Ecke :: Noble ö5 Market (Ztr. wo JOHN -tWJBBEB seinen Säften die besten Getränke-und Eig. ren und den feinsten Lunch vorfetzt, ist aslde tait. Vergessen Sie nicht dett einzukehren. PergertTich DeiniAuge f, reifte ich ans, nd werfe ,chd, tx I der ende Dich Ma,;la OTIMO -J.riHII.U CTNBC3I f, IKDIAMAFOUS-Mft. , m Dir fSr Deine ug das thige Olal anfCTtiat. ffflnfiUAc Baut werden iitnttrtloa gesetzt. ... - " OcUle N nies 4 Inletts EtttUdt t 8tt tu imt .

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