Indiana Tribüne, Volume 22, Number 21, Indianapolis, Marion County, 9 October 1898 — Page 6

SusdcttFyirippmcn. ' Das schwierigste Problem, welches sie Regierung in Washington vor dem Abschluß eines definitiven Friedens init Spanien zu lösen hat, ist die 'Philippinen - Frage. Ueber die An3Küm des Reiches der Tausend In sein", wie der Philippinen - Archipel von einigen Geographen genannt wird, sind die Ansichten in den Vereinigten Staaten selbst getheilt, auch kann die Thatsache nicht weggeleugnet werden, daß die eine oder die andere europäise Großmacht sich gerne in dem Jnselreich festsetzen möchte. Ferner nun hat man das Bestreben der MadriderRegierung, dieses selbst im eigenen Besitz zu erhalten, in Betracht zu ziehen und mit der Jnsurgentenpartei unter Aguinaldo, welche vollständige Unabhängigkeit auf ihre Fahne geschrieben hat, als wichtiem Factor zu rechnen. Es ist also ein Conflict entgegengesetzter Interessen vorhanden, zu dessen Schlichtung nicht geringe Geschicklichkeit gehört, wenn dies überhaupt ohne weitere Anwendung der ultiina ratio" der Kanonen gelingen sollte. Unfraglich gehören die Philippinen .ZU den herrlichsten Tropenländern. 'Alle nützlichen Pflanzen der tropischen -und der subtropischen Zone finden auf diesem Boden ein treffliches Gedeihen, die Wälder bergen die werthvollsten Holzgattungen, der Boden die reichsten Schätze an Mineralien, deren Ausbeu-

Malayenhäuptlinge (Mindano). Sung erst zum allergeringsten Theil begönnen hat. Da ist es denn im höchsten Grade bedauerlich, daß für die einge!orene Bevölkerung unter der mehr als 200 - jährigen Herrschaft der Spanier so wenig für die Entwickelung derEin geborenen gethan worden ist. Das Klima ist äußerlich angenehm und fruchtbar. Die eigentliche Regen.zeit dauert vom Mai bis in den September; aber auch in den anderen Moziaten fehlt es nicht an Regen, und die Zeit vom December bis in den Mai ist in ununterbrochener Frühling zu nennen. Vom November bis Ende März herrschen Nordwinde. Hierauf tritt der südwestliche Mcusson ein, der bis Ende Mai dauert, wo der Wind durch Süden nachOsten umsetzt und in den nordöstlichen Mousson übergeht, der zugleich die trockene Jahreszeit mitbringt. Während der Uebergänge Herrschen, wie anderwärts im großen Ocean, heftige Orkane. Für die Europäer ist das Rüma der Philippinen im Allgemeinen ungesund und wenn sie such ein hohes Älter erreichen, so sind fit doch fast ihr ganzes Leben hindurch steter Kränklichkeit unterworfen. Die Vegetation auf einzelnen Infeln des Archipels, wie Mindoro, Ganiar. Ealamianos, Panai, Leyte, Masbate, Zebu. Bohul ist eine PrachtAolle, besonders einzelne Urwälder sind für einen Europäer von überraschender Wirkung. Domeny de Rienzi beschreibt den überwältigenden Eindruck, den ein Urwald auf Mindanao auf ihn ausübte. Ich erstieg einen steilen Ab- ' Eingeborene von Aova. Hang", sagt er, und nachdem ich lange Zeit mitten durch Sago - Bäume, Bambus und einige ' wilde Zimmetbäume gewandert war, gelangte ich in einen der auf den Philippinen äußerst romantischen Urwälder. Da warfen empor ihre Aeste die Palo Marias, die Muscat - Bäume, die Cocos- und Llreca - Bäume (bunga), gleich leichten Säulen epheuartig umschlungen bis an den Gipfel von dem Vehuco und dem Macabunbay, schöneTamarinden wiegten ihre oft vom Blitz getroffenen hundertjährigen Häupter und bildeten undurchsichtige Fächer von Grün. Diese Gewölbe zweiten Ranges waren überragt von der wahrhaft schwindelnden Höhe des Ebenholzes und den mehr als 200 Fuß hohen Tannen und Akazien, die man für einen anderen Wald halten konnte, der sich über den ersten erHob. Obgleich heller Tag war, mußten -einige bissaysche Matrosen uns mit 'Dammarfackeln leuchten und trotz unserer guten Bewaffnung und der Bealeitung eines ungeheuren Hundes aus Manila hatten wir uns zu hüten vor .zahlreichen Schweinen, langen Nattern, dem riesigen Python und Jbitin und Dor den wilden Menschen der Berge unh der Seen. Feinden der Weißen, die sich m diese Jrrgange wagen wür den. Der geschickteste Pinsel vermöchte nimmer zu schildern, was sich meinen Llugen darbot, als ich wieder das Azur des Firmaments sah, als ich m der Ferne die Waldstrome rauschen hörte und die imposanten benachbarten ZLerge, diese reiche, majestätische und schlmmernde Natur betrachtete. Die

bläuliche Flamme unserer Fackeln war erloschen vor den Strahlen der tropischen Sonne."

VeimReisklopfen. Die von den spanischen Civilbehörden Ausgang des Jahres 1837 vorgenommene Volkszählung hat 5.985,123 Einwohner ergeben, indeß sind die genaueren Kenner des spanisch - ostindischen Besitzes darüber einig, daß die amtlichen Erhebungen dem wahren Stande nicht entsprechen, wenn auch Blumentritt, ein vorzüglicher Erforscher der Philippinen, die von Sanciano für 1881 berechnete Einwohnerzahl von 10.260.000 Seelen für zu hoch gegriffen erklärte. , Die Einwohner der Philippinen sind theils Malayen. theils Papuas. Spanier und spanische Kreolen, Mestizen und Chinesen. Die Spanier nennen die Eingeborenen der Inseln, alle zusammengenommen. Tagalis; diejenigen, welche unmittelbar unter ihrer Botmäßigkeit stehen und das Christenthum angenommen haben, heißen Indianer (Jndianos); die Mohamedaner, welche einen großen Theil von Luzon und mehrere andere Inseln bewohnen, Mohren (Moros) und die heidnischen Papuas Negritos. Wird von der europäischen und ostasiatischen Fremdencolonie abgesehen, so spielen die Tagalis die erste Rolle. Freilich ist der Ursprung dieser Bevölkerungsgeschichte noch nicht hinlänglich aufgeklärt, doch weist besonders die Sprache auf Verwandtschaft mit den malayischen Sundavölkern hin, mit denen zur Zeit der Ankunft der Spanier auf Luzon auch politische Beziehungen stattgefunden haben. Die Tagalis sind ein untersetzter Menschenschlag von hellgelber Hautfarbe, der trotz seiner flachenRase und dicken Lippcn keinen Übeln Eindruck hervorruft, denn der Wuchs ist von nicht unedlen Formen, namentlich was die Hände und Füße anbetrifft, die von auffallenWebendeBisayafrauen. der Zierlichkeit sind. Die Tagalis kteiden sich gefällig und sind dem europäischen Wesen nach dieser Richtung seineswegs abhold, nur folgen sie in der Verwendung der abendländischen Kleidungsstücke ihrem eigenen sonderbaren Geschmack, der namentlich dem steifgebügelten Oberhemd eme bevorzugte Stellung in der Costumfrage anweist. Die Frauen dagegen sind der altüberkommenen Tracht treuer geblieben : sie tragen den kurzen, buntfarbig gestreiften Lendenrocr und die enganliegende kurze Jacke aus den Fasern der Bromeliacee Ananassa sativa, einem sehr durchsichtigen Webstoff. Hauptnahrung der Tagalis ist Mais und Reis. Letzterer wird mit ungefügen, großen Holzhämmern gestampft. Das Brunnenwasser tragen die Weiber in rundbauchigen Gefäßen von anmuthiger Form auf dem Kopf. Uebrigens sind die Tagalis mit geringem Hausrath zufrieden. Die theils an den Seiten offenen, theils zu schließenden Häuschen aus leichtestem Baumaterial, wie solche im Innern vorherrschen, stehen wie auf den Sunda - Inseln auf Pfählen, sodaß zwischen dem Erdboden und der Dielung ein luftiger Zwischenraum von mehreren Fuß Höhe ausgespart ist. Die Mestizen, die zur einen Hälfte von Tagalis abstammen, sind unternehmungslustig und gelangen in den Küstenstädten zu nicht geringem Wohlstand. Denn während die links des ziemlich reißenden Pasigflusses gelegene Ciudad Manila der Spanier still und Vüffelwagen (Zebu), ode ist, gewähren die Vorstädte rechts des Pasig, der von einer alterthümlichen Steinbrücke und einer schönen modernen Hängebrücke übersetzt wird, ein ganz anderes und, wie nicht zu leugnen ist, erfreulicheres Bild. Ist Binondo das Großhandelsquartier, so erscheint Tondo als der Sitz desKleinHandels, dem sich mit Vorliebe gerade die Mestizen zuwenden. Die Negritos, 25.000 bis 30.d00 Seelen, gehören zu den negerähnlichen Völkern der ostindischen und oceanischen Inselwelt und sind unter anderem mit den Alfuren auf Celebes, den Kalang auf Java, den Semang und Sakai auf der Halbinsel Malakka " verwandt. Ueberall war hier diese dunkelfarbige Bevölkerung zuerst die Herrin des Landes, von den erobernd vorgehenden Malayen wurde sie aber allentI halben in die Bergwälder und an ha-

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fenlose Küsten gedrängt. Die NegritoS sind gut gewachsen, wenn auch nicht groß. Noch heute schweifen sie meist als Fischer und Jäger umher. Die verschiedenen Malayenstämme der Philippinen, die Bissayer u. s. w., zeichnen sich von denen der anderen ostindischen Inseln durch einen kleinen Wuchs aus. Auffallend ist auch die ungewöhnlich frühe Reife der Mädchen und Jünglinge. Es giebt deren, die mit dem zehnten Jahre schon Mütter werden, freilich aber auch schon mit achtzehn Jahren zu altern anfangen. Uebrigens sind sie sehr lebhaft und dergnügungssüchtig. Auch schreibt man ihnen Hang zum Lügen und Betrügen zu, sowie sie auch, gleich allen anderen Malayen, sehr rachsüchtig sind. Die Frauen bekunden viel Schönheitssinn in der Art, wie sie ihre Haare anordnen, die sie mit langen silbernen und goldenen Stecknadeln heften und mit

.köstlich riechenden Kilong - KilongÄiumen icymucken. Sie drapiren sich anmuthig mit dem Cambay und dem Negritos beim Fischeschießen. Tapis, einer Art Unterrock, welcher die Gestalt nach Belieben hervortreten läßt. Die Tagalis und die Bissayer sind außerordentlich auf Poesie und Musik erpicht; sie besitzen eine Menge Freuden-, Trauer-, Kriegs- und Ruderlieder. Sie haben Sänger, die sie Magapavit und ein Instrument, das sie Avitan nennen. DieRuderlieder heißen Hinli. Das Glücksspiel lieben sie bis zur Ausschweifung und nicht selten ist Selbstmord oder Todtschlag die Folge davon. Malayen und Spanier sind Beide große Freunde von Hahnengefechten und sparen weder Mühe noch Kosten, Kampfhähne aufzuziehen; oft wenn sie schon das übrige Besitzthum verloren haben, setzen sie noch Weiber und Kinder auf's Spiel. Mit den Toreadorcs von Madrid und Sevilla kann in Spanien nicht so viel Aufhebens gemacht werden als mit einem Hahnenkampfe in einer Versammlung von Tagalis oder Bissayern. Auch Karten, Würfel und Billard nehmen den Einwohnern einen großen Theil ihrer Zeit weg. was ihnen durch die Menge Spielhäuser, die man in jeder Stadt und jedem Dorfe duldet, sehr erleichtert wird. Die Spanier gleichen in den meisten Stücken ihren Landsleuten in Europa, bis auf einige Abweichungen, welche das Klima und der lange Verkehr mit den Einqeborenen hervorgebracht hat Die Bestellung der Felder seitens der Eingeborenen ist höchst primitiv und hat mit der in China üblichen große Ähnlichkeit. Das an die Flüsse stoßende Land wird sorgfältig geebnet und für den Reisbau mit Bewässerungsgräben versehen. Unbeholfene Pflüge, welche von Büffeln gezogen werden, sind von Alters her Gebrauch. In einzelnen Gegenden wird auch auf MdiA ? tf.i "SScr, c r -fif USBR ymhr itürj 0; iiiürnX Straße in Panepanga. (Luzon.). dem höher gelegenen Lande Reis gebaut und zu diesem Zwecke der Baumwuchs vorher niedergeschlagen. Pferde gibt es in Menge aus den Inseln, aber sie werden selten für Ackerbauzwecke gebraucht; klein und sehnig, geben sie ausgezeichnete Reitthiere. Die ausgedehnten Zuckerrohr- und Kaffeeplantagen gehören fast ausschließlich Europäern. Die Jndianos sind ausge zeichnete Jäger, Fischer sowie Seeleute und in ihren primitiven Booten unterhalten sie einen lebhaften Verkehr zwischen den verschieden? Inseln. Die Frauen helfen nicht nur tüchtig bei der Feldarbeit, sondern sind auch geschickte Weberinnen, welche die aus China importirte Seide mit der heimischen Baumwolle zu schönen Geweben zu verarbeiten verstehen. Daß die Eingeborenen der Philippinen unter einer einsichtsvollen Regierung einer hohen Entwickelung fähig sind, kann durchaus nicht geleugnet werden. Ausgleich. Wenn Dich Dein rrn n . . r . . . ' r - i meiner 10 viel an ocn jqicn zieyi, müssen die ja schließlich vom Kopfe weit abstehen.- Schusterlehrling: Darum keene Vange, die Meisterin schlägt sie dafür immer wieder in ihre alte Facon zurück!Vorbereitung. Schusterjunge: Hier ist die Rechnung für den Schauspieler Tobmi Theaterdirector: Aha. für den Jntriguanten! Gib ihm die Rechnung erst kurz bevor er als Franz Moor auftritt, damit er nachher beim Spielen in die rechte Wuth geräth!Feine Antwort. Eommerzienrath (zum stark verschuldeten Baron, der um die Hand seiner Tochier anhält): Sie müssen mir verzei hen, daß - ich in pekuniärer Hinsicht meiner Beunruhigung über die Zukunft meiner Tochter an Ihrer Seite Ausdruck verleihe Baron: .In Anbetracht Ihrer Verhältnisse können Sie darüber vollkommen beruhigt sein!"

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Symschana-Sport. Gar Mancher, der mit dem modernen Sport nicht vertraut ist, mag verwundert fragen, was das Wort .Gymkhana" wohl bedeuten möge. Nun, diese Frage ist nicht schwer zu beantworten. Unter Gymkhana versteht man eine Anzahl belustigender Mttkämpfe, welche weniger Kraft und Ausdauer als Geschicklichkeit erfordern. Das Wort selbst entstammt vermuthlich der indischen Verkehrssprache Hindostani, denn wie so viele Sportausdrücke läßt sich dieser nicht genau bis auf seine Entstehung verfolgen. Besondxrs gelehrte Sportkenner behaupten, daß das Wort Gymkhana" eine Zusammenziehung von jumma Ver sammlung und khana Platz sei. Die Gelehrten sind sich jedoch darüber noch nicht einig.

Ei- und Löffel - Nennen. Wenn man auch eine Gymkhana mit fast jedem Sportgeräth veranstalten kann, so kommt für uns eigentlich nur die Radfahr - Gymkhana in Betracht, welche sich in England einer außerordentlichen Beliebtheit erfreut und bei fast jeder festlichen Veranstaltung eines Clubs in Scene gesetzt wird, und zwar deswegen, weil sich an einer derartigen Concurrenz, sowohl Herren, als auch Damen und Kinder betheiligen können. Ja noch mehr; manche Nummern einer Gymkhana sind so interessant und belustigend, daß auch die Zuschauer stets zu ihrem Rechte kommen. Im Nachstehenden geben wir nun eine Beschreibung verschiedener Gymkhana - Uebungen, und zwar solcher, welche ohne Zuhilfenahme complicirter Geräthe auszuführen sind. Wir beginnen mit dem Ei- und Löffel - Rennen". Die Theilnehmer, sowohl Herren, als auch Damen, stellen Nadel-undFaden-Rennen. sich mit ihrem Fahrrade an einem durch einen Kreidestrich gekennzeichneten Mal auf. Jeder Thzilnehmer hält in der Rechten einen Holzlöffel, in welchem ein Hühnerei liegt, welches ausgeblasen sein kann. Die Aufgabe für die Startenden besteht nun darin, auf ein gegebenes Commando ihr Rad zu besteigen und nach einem etwa 100 Meter entfernten Ziel zu fahren, dasselbe zu umkreisen und dann wieder nach dem Mal zurückzukehren. Das Ziel besteht am besten aus einem in die Erde gesteckten Stock. Die Schwierigkeit der Uebung wird dadurch hervorgerufen, daß der Fahrer, welcher den Löffel in der rechten Hand hält, nur die Linke zum Dirigiren seiner Maschine frei hat. Wer zuerst das Ziel erreicht, ist Sieger; wer mit dem Rade umkippt, einen Gegner behindert oder das &i aus dem Löffel fallen läßt, ist vom Preisbewerb ausgeschlossen. Natürlich ist es nicht leicht, schnell zu fahren, da der. Fahrer ja sein Hauptaugenmerk darauf richten muß, das hin- und herrollende Ei auf dem Löffel zu behalten. Die komische, ängstliche Haltung manches unsicheren Radlers erregt oft wahre Heiterkeitsstürme. Topf - Rennen. Das Nadel- und Faden - Rennen" ist eine für Damen sehr geeignete Concurrenz. Wie oft hört man nicht das Schwesterlein zum Bruder sagen: Du, hör' mal, fädele mir doch mal den Faden ein; Du hast schärfere Augen wie ich." Nun, in einem Nadel- und Faden - Rennen" hat das kurzsichtige Schwesterchen vollauf Gelegenheit, sich in dieser weiblichen Kunstfertigkeit, zu welcher nur gute Augen und eine sichere Hand gehören, zu - vervollkommnen. Jede Theilnehmerin an diesem Rennen erhält am Mal ini Faden und eine Nähnadel. Ist. da Commando gegeben.

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so fahren dle Concurrrntlnnen lo5 und versuchen nunr den Faden durch das Nadelöhr hindurchzustecken, bevor das Ziel erreicht ist. Dies gelingt na türlich nur. wenn man beid5 Hände zum Einfädeln benutzt und die Maschine ohne Benutzung der Lenkstange nur mit dent Körper dirigirt. Das Topf - Rennen" ist eine der spaßhaftesten Concurrenzen. Jeder Bewerber erhält zwei kleine Töpfe, von denen einer mit Wasser gefüllt ist. Die Ausführung dieser Topf-Fahrt ist mit großen Schwierigkeiten verbunden. Beim Aufsteigen, also nach erfolgtem Commando, nimmt der Fahrer den leeren Topf in die linke Hand, letztere gleichzeitig auf die Lenkstange legend. Mit der Rechten ergreift er den gefüllten Topf und versucht nun, sowie er sich in sicherer, ruhiger Fahrt befindet, das in dem einen Topf befindlicheWasser in den anderen zu gießen, ohne jedoch etwas von der Flüssigkeit zu verschütten. Will man diese Uebung sicher ausführen, so setze man sein Rad sofort nach Besteigung desselben in eine flotte Gangart. Gelingt dies, so versuche man das Umgießen des Wassers in den leeren Topf; letzteres wird dann leichter gelingen, als wenn man langsam und zaghaft fährt.

Die Kaiscrgruft. In der Krypta der Kapuzinerkirche zu Wien, der letzten Ruhestätte der Habsburger, ist die von ruchloser Hand gemordete Kaiserin Elisabeth von Oesterreich zum Todesschlaf gebettet worden. Ein stattliches Denkmal der Rococo - Architektur ist die Kapuzinerkirche für Wien, was Westminster Abbey für London ist, denn seit ihrer Vollendung dient sie als Mausoleum für das Haus Habsburg und voraussichtlich werden in ihrer Krypta die Die Kapuzinerkirche. Mitglieder desselben beigesetzt werden, so lange ein Habsburger auf dem österreichischen Throne sitzt. In düsterer Pracht erscheint in der Krypta die Majestät des Todes. In einem Seitengewölbe befinden sich die älteren Sarkophage; in dem Hauptgange fällt vor Allem ein Doppelsarkophag mit den Leichen der Kaiserin Marin Theresia und ihres Gatten Franz I. in die Augen. In diesem Theile der Krypta ruhen ferner Joseph II., Franz II., die Kaiserin Marie Louise von Frankreich mit ihrem Sohne, dem Herzog von Reichstadt, der standrechtlich erschossene Kaiser Maximilian von Mexico und der angeblick von eigener Hand gefallene Kronprinz- Rudolph. Alle Sarkophage sind verschlossen und die betreffenden Schlüssel werden in einem Ebenholzkasten, der sich in der Schatzkammer der kaiserlichen Hofburg befindet, aufbewahrt. Ter Mormoncn'Prasidcnt. Die Heiligen des letzten Tages" haben den bisherigen Aeltesten Lorenzo Snow zu ihrem Präsidenten erwählt und mit dieser 5Jahl einen Mann als Führer auserkoren, der trotz seines hohen Alters zu den energischsten Vor-w-sn&Jim MchM Kf.yOÄyV

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Lorenzo Snow. kämpfern der Secte gehört. Lorenzo Snow, der bereits 84 Jahre alt ist, stammt aus Ohio und trat der Secte bei, als dieselbe noch ihren Hauptsitz in Kirtland, O., hatte. Seitdem hat Zion" wohl kaum einen eifrigeren Jünger gehabt, als Snow, der als Apostel der Secte in allen Theilen der Ver. Staaten gewirkt und nicht wenig zum Erfolge des Mormonenthums beigetragen hat. Bei der großen politischen Bedeutung, welche der Mormonismus besonders im Staat: Utah hat, verdient -Snow's Wahl Beachtung. Leistung. F.: Nun, was macht denn Dein Aeltester?" Z.: Mit dem bin ich zufrieden, der kann jetzt schon Schnaps holen!Herangezogen. A.: Nun, hast Du Dir Deine junge Frau schon herangezogen?" B. (Münchener): Und wie! Die trinkt jetzt fast schon so viel Bier als ich." Ein Gefühlsmensch. Die Nachricht kam mir ja ganz überraschend, daß Ihre Braut Erbin eineö großen Rittergutes geworden ist." Man muß es halt ertragen." Kindermund. Tante: Na, Willy, bekommst Du zu Hause von Deiner Mutter auch immer zwei Stück Torte?" Willy: Nein, blos eins." Tante: Na, glaubst Du, es wäre ihr recht, wenn ich Dir noch ein Stück gebL?" Willy: Gewiß, es ist ja nicht ihre Torte!- '

Kans Klllkeöein. Won Paul Mir. gibt verschiedene Arten do? Pechvögeln. Der eine fällt einer neu modischen Erfindung, wie dem Kinematographen, zum Opfer, just in dem historischen Augenblick, wo er das erste Abenteuer erlebt, und wird flugs eine komische Figur; der andere heirathet an einem Sonntag und hat schon in den ersten Tagen seiner Ehe das' Gefühl, als ob es ein Freitag gewesen wäre. Ein blonder Junggeselle, dem die bekannte Schicksalstücke in besonders raffinirter Weise mitgespielt, verdient den illustren Pechvögeln des nicht mehr lange laufenden Jahrhunderts beigezählt zu werden. Der junge Mann steht im Juli seines Lebens, Gläubiger haben ihm Furchen in's Antlitz gegraben und er beschloß nun, seinem Junggesellcnthum rücksichtslos ein Ende zu bereiten. Er hatte die goldene Freiheit satt bekommen und sehnte sich nach einer goldenen Sklaverei. Und er hielt Umschau unter den zahlungsfähigen Töchtern des Landes. Um der profanen Sache ein romantisches Mäntelchen zu geben, zog er in eine nahegelegene Sommerfrische, wo er sich mit trunkener Seele die Natur bildete eine stimmungsvolle Staffage in eine ansehnliche Mitgiftsumme verliebte. Zu derselben gehörte leider auch ein entsprechend gewachsenes, in der zweiten Blüthe" stehendes Mädchen, dessen Papa der Manufacturwaarenbranche angehört. Die Branche war ihm sympathisch und er gedachte die Kleine" das Wort ist so wärtlich wie möglich zu nehmen vom Portemonnaie weg zu heirathen. Der blonde Junggeselle verlobte sich an einem blauen Sommertag, angeblich, einem Zuge seines Herzens folgend. Seine Gläubiger waren, als er ihnen das Schmerzeusgeld" nannte, mit seinem Geschmacke einverstanden. Und sie warteten geduldig mit ihren Forderungen, ans deren Einklagung bereits einige neuetablirte Advokaten ihres Verwandtenkreises gierig gelauert hatten. Da, eines schönen Tagest die Sonne tauchte die ganze Sommerfrische in fröhliches Licht, erhält der Junggeselle die Verkündigung,, daß eine seiner altesten Tanten das Zeitliche gesegnet und ein beträchtliches Vermögen hinterlassen habe. Er rauft sich das noch vorhandene, während der Verlobungszeit besonders gepflegte Haarmaterial. Jetzt wäre es ja überflüssig, ein Manufacturmädchen zu heirathen. das in den besten Jahren ist die guten Jahre sind nämlich längst, vorüber. Was thun?" citirt er, im Innersten geknickt. Da giebt's nichts Anderes, die Convenienz - Verlobung mß da das Geld von anderer Seite einläuft, rückgängig gemacht werden. Er stellt das ziemlich schablonenhaft an. im Sommer ist das Denken beschwerlich. Er ändert sein Wesen, wenn er im Hause seiner Braut verkehrt, wird launenhaft und mürrisch, beleidigt ohne Grund seine Schwiegereltern, denen er erklärt, daß sie sich auf ihr Geld nicht so viel einzubilden brauchen, Geld haben auch Andere." Und er klopft sich auf die edle Mannesbrust. Er versteht es auch zu lanciren, daß er ein Lebemann" sei, der nie vor drei Uhr nach Hause kommt. , Die Schwiegereltern, welche der Schaden bereits einmal klug gemacht, halten das für seine wahre Natur und ziehen ihre Tochter ungesäumt zurück. Der Junggeselle athmet eimgemale erleichtert auf, ist über die Maßen glücklich und fährt am nächsten Tage nach Böhmen, um sich sein Geld zu holen. Die Gläubiger begleiten ihn zur Bahn, nehmen gerührt Abschied von ihm und flattern mit den Taschentllchern; einer von ihnen, der am meisten zu fordern hat, löste in übertriebener Fürsorge das Billet für ihn. Der Junggeselle kommt nach einer dreistündigen Fahrt auf einem ländlichen Leiterwagen wie gerädert in dem Nest an, das ihm von nun. an an's Herz wachsen wird. Alles stimmt, die Tante ist gestorben, an ihrem Lager trauern vierundfünfzig hart getroffene, von tiefem Schmerz gebeugte, engere" Hinterbliebene. Es war eine der ver'zweigtesten Familien Böhmens, und die Tante, die ein weites Herz besaß, hatte Allen etwas" vermacht. Auf ihn kam ungefähr ein Betrag, der seine Rcisespesen deckte. Der lachende Erbe war dem Weinen nahe. Friede ihrer Asche", sprach er aevrent. als er das Saus verließ. Und

er fuhr nach Wien und dachte bangend an den Augenblick, da ,hn am Baynyos eine Deputation seiner Gläubiger empfangen und ihm die theure Hand schütteln wird. An demselben Tage brachte er noch in Wien in Erfahrung, daß seine Braut den Haupttreffer der Ausstellungsloose gewonnen. Jetzt mackte der mehrfach gefolterte Pechvoge? seinem restlicnen Haarebestand ein radikales Ende! , . . , Der Zufall mußte unbedingt etwas gegen den armen Junggesellen haben... Aus der Schule. Schulinspcctor: Also keiner von Euch weiß, was das Wort bescheiden" bedeutet? Paßt auf! Ich will's Euch erklären. Ich besuche z. B. meinen Freund, er bietet mir ein Glas Wein an, ich nehme es dankend an und trinke es leer. Er bietet mir noch eins an, ich trinke es abermals leer. Er will mir ein drittes anbieten, da sage ich: Nein, ich danke schön," was bin ich dann? Be be be " Schüler: Be trunken!" SchlechteAuSsichten. Junger Ehemann (am Hochzeitstage): Jetzt wollen wir aber einmal von der Mitgift reden!" Schwiegervater: Hm, hm, gewiß können Sie her-ausgeben?"

DeutlicherWink.

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9 Gatlt: Da drüben geht die Whin, die thut ja gerade, als ob Du ihr crönzlich fremd seiest." Gattin: Natürlich, die hält es ebn? für unmöglich, daß ich immer noch m solch unmoderner Toilette herumlairfen tonnte." Im Eifer. Eines muß ich Ihnen noch sagen bevor Sie' Jbren Dienst bei mir antreten: Ich bin manchmal sehr grob!" Und ich erst, Herr Baron!"' In der- Kunst a uSstel.lu.ng. Fremder (imKatalog lesend) Dldo gibt sich selbst den Tod! . Heißt, mer a' Erklärung! Di do! Warum und wer is se?" E i n.A.u s weg.. . Erster Vorstand eines Vereins (zum zweiten Vorstand): Weißt D' Sepp, unser Kassier g'fallt mir nimmer rechts in der Kass' fehlt's die ganze Zeit und ist doch alles richtig einbezahlt worden 'rauswerfen können wirn aber auch net, weil er schon bei der Gründung dabei war. Was machen wir denn da?" Zweiter Vorstand: Weißt D', Hans, das einfachste is. wir ernennen ihn zum Ehrenmitglied, na' kriegt die Kass' ein Anderer!" Mütterlicher Trost. Warum weinst Du Pauline? Was hat es denn gegeben?" Ach, denke Dir nur Mama. ' Arthur hat mich eine dumme Gans ge nannt. . . Ich lasse mich scheiden!" Nur nicht überstürzen, liebes Kind! Dein Vater hat'gerade so angesan gen das muß man nur den Man nern abgewöhnen!" Simile. Maler (einen College am Starnberger See treffend): Ah. Hans, Du auch hier was malst Du denn da?" College: Einen Sturm an der ctu sie der Nordsee"!"

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Zutreffende .'Erklär r u n g. Was sind eigentlich Nixen?" Weiber, mit denen man zu Grunde geht!" Boshaft. Aeltliche Kokette: Ich habe noch nie gelogen!" Herr: So sind Sie noch nie nach Ihrem Al ter gefragt worden!"