Indiana Tribüne, Volume 22, Number 14, Indianapolis, Marion County, 2 October 1898 — Page 6

VlanKcnlZurg am Karz. Auf althistorischem Boden weilt der cemde, wenn er den Boden der Stadt betritt, die in so herrlicher, geschützter Lage am Vergeshang gebettet !liegt. Von weitem schon grüßt das aleisgraue, keck über den Dächern auf--ragende Schloß Blankenburg, das einstmals einer Lilie gleich im Kranze grüner Waldberge" weit hinausleuchtete in das Vorland; seinen Namen Iührt es von dem 100 Meter schroff aufsteigenden Blankenstein", einem hellen .Kalkfelsen, der es trägt. Die Sage nennt Burg Blankenburg schon in frühen Jahrhunderten als den Sitz mächtiger Herrscher im Sachsenlande und Grafen im Harzgau; in die Geschichte tritt die Feste erst mit dem Jahre 1121, als Kaiser Lothar den Grafen Poppo mit derselben belehnte. Die alte Burg, nunmehr Sitz derGrafen von Blankenburg, fand ihren Untergang in den Kämpfen Heinrich des Löwen und Kaifer Friedrich's I.; sie ward mit stürmender Hand genommen und zerstört. Zwei Jahrhunderte spä-

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R a t h h a u s. i:r war es Graf Dietrich von Wernigerode, der ihr das gleiche Schicksal bexeitite. Bis dahin nur ein einfacher Bau, wurde derGrafensttz in der Folge vergrößert und innen wie außen reicher ausgestattet. Im Herbst 1546 vernichtete ein mächtiger Brand einen großen Theil des Schlosses; Graf Ulrich der Unglückliche" wurde hierbei durch Brandwunden furchtbar zugerichtet. Mit Graf Martin, seinem "Nachfolger, der das Schloß fast ganz nieder aufbauen ließ, erlosch das Blankenburger Grafenhaus, und das Ländchen fiel an Braunschweig. Heute ist Schloß Blankenburg die Sommerrestdenz des Prinz - Regenten von Äraunschwcig. Das Schloß ist im Innern prächtig -eingerichtet und birgt reiche Kunstschätze, unter den Gemälden das Porträt der Weißen Frau", einer Gräfin von Orlamünde. Von den Zinnen des Schlosses genießt man eine herrliche Fernsicht. Auf steilem Wege gelangt der Wanderer zur Stadt. Blankenburg besaß schon von 1233 die Stadtgerechtsame und war befestiat durck eine Rina- , , i - - j vWhx WMiK fciTv'f ytii MTl i W77 ?-Äiü'i Uni. 'v' VA7vi W AVä; . , ... . ,u:vX 4 i f'it .'üii'- 1 1 '"ü- ... Schloß inauer, die zweiundoierzig Thürme verstärkten. Das älteste Bauwerk der Stadt ist zweifelsohne das Nathhaus, bem der Stempel verschiedener JahrHunderte aufgedrückt ist. Seine Ansänge reichen bis zu dem oben genannten Jahre zurück; 1584 ist der Oberstock aufgeführt, während der rechts vom Eingang liegende Theil 1736 er-,-neuert wurde. Ueber der Thür des ÄZorsaals ist eine wunderliche Klage perzeichnet: J&it Bauherrn haben davon Äekommen geringen Lohn. Ä)enn wer dient jungen Kindern und einer ganzen Gemein', Desselben wird sein Dank und Lohn viel zu klein." Im Dreißigjährigen Kriege trafen schwere Drangsale die Harzstadt. Plünderung, Raub und Brand waren an der Tagesordnung; dazu kamen Pest und Theuerung. Der Siebenjährige Krieg ging dagegen an Blanlenburg fast spurlos vorüber, während Großvater". die Stadt nach der unglücklichen Schlacht bei Jena eine Plünderung seitens französischer Truppen unter Murat auszuhalten hatte. In der zweiten Hälfte dieses JahrHunderts blühte die Stadt mehr und mehr auf. Ihre prächtige, geschützte Lage, ihre milde Temperatur, ihre herrliche, waldreiche Umgebung ließen sie zum Kur- und Sommeraufenthalt roie geschaffen erscheinen. Ein Kranz von Villen und Hotels umschließt heut das Innere der Stadt, deren Handel, Gewerbe und Industrie sich in gleichem Maße gehoben haben. , Aus der Umgebung seien die herrlichen Spazierwege des Thiergartens" angeführt, die Waldpartien nach dem Ziegenkopf" und der Kailerwarte" auf dem Eichenberg. Besonderes Interesse bietet für den fremden Besucher die groteske Felsreihe der Teufelsrnauer" mit dem hochragenden, eine entzückende Aussicht gewährenden

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Großvater-; in seiner Nähe der Sautrog", eine wildromantische Felsenschlucht, die Hohe Sonne", der bizarre Ludwigsfelsen" und so weiter.

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Ruine R e g e n st e i n. Die Teufelsmauer" endet in den sagenumwobenen Gegensteinen" zwisehen Gernrode und Ballenstedt, der anhaltischen Harzresidenz. Den bevorzugtesten Ausflugsort der Blankenburger Sommergäste bildet die Ruine Regenstein; 295 Meter hoch liegen ihre Trümmer auf steilem, zerbröckelndem Felsplateau, das von drei Seiten schier unzugänglich aus der Ebene emporsteigt. Die Sage läßt hier schon um 479 einen edlen Sassen" hausen. Ueber die Entstehung des Namens Regenstein" (Reihenstein auch Reinstein) besteht noch heute Unklarheit. Aus dem Jahre 1021 datirten die ersten Nachrichten von der Burg Regenstein, und zwanzig Jahre später nennt sich Konrad I., ein Sohn des schon eingangs erwähnten Grafen Poppo, Graf von Regenstein. Durch mehrere Jahrhunderte waren die Regenste!?ter ein als raub- und fehdelustig weit und breit berüchtigtes Geschlecht, und manch harter Strauß tobte um ihr Felsennest. Am tollsten von allen trieb es Graf Albrecht III. von Regenstcin (1310 bis 1348), dem Julius Wolfs in seinem Raubgraf" ein litterarisches Denkmal gesetzt hat. Ausgangs des sechzehnten Jahrhunderts erlosch das Regensteiner Geschlecht, und die Burg wurde kaiserliches Eigenthum. In späteren Zeitläuften erfuhr der Regenstein noch mancherlei Schicksale. Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg ließ ihn 1670 zu einer Festung ausgestalten und legte hundertfünfziaMannBesatzung hinein. Nach der Schlacht bei Hastenbeck (20. Juli 1757) gerieth die Festung vorübergehend in französischen Besitz, und im Jahrc darauf gab Friedrich der Große Befehl, die Werke der Felsenfeste zu schleifen. Aus dieser Zeit stammen die Verwüstungen, die der heutige Besucher des Regensteines vor sich sieht. Schnell geholfen. Gemeindevorstand: Ja, Leut'ln, da hilft nix! Die Fremden kommen nimmer die Badquelle ist und bleibt versiegt!" Bauer: Dös macht nix! Da thu'n wir einfach uns're Misthauf'n fort nacha san ma' a' klimatischer Kurort!" Die Plattfüße. Bei der Rekruten-Assentirung fragt der Militärarzt einen Bauer: Haben Sie die Plattfüße schon seit Ihrer Geburt oder haben Sie dieselben erst später bekommen?" Meine Plattfüaß hob' i' erst seit letzt'n Herbst, do Hot mir nemli' da Michl bei der Kirchweih eine am Kopf 'naufg'haut!" Auf demLand. Fremder (kurzsichtig, auf ein Wandbrett deutend): Ach, Frau Wirthin, hier ist wohl eine Kegelbahn?" Noa, das san Leberknödel!" Nicht zu knapp. Herr: Essen Sie, Spargel gern? Dame: Je nachdem; ich finde immer, in Pfund Spargel schmeckt nicht besonders, aber zwe' Pfund schmecken ausgezeichnet. BilligeSRauchen. Fremder (bei der Feuersbrunst): Warum steht Ihr gerade im Rauch, Jungens?" Ja. wissen Sie, das ist ein Cigarrenladen, der da brennt!" EineKatastrophe. Haben Sie schon einmahl ein EisenbahnUnglück erlebt?" ) ja, es war auf der Gotthardbahn, in einem dunklen Tunnel, da küßte ich statt der Tochter die Mutter!" ;' .

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Iie Zlsam0ara-Val)n. ' Unter den vielen Fragen, die bei der Erörterung über die deutschen Colonieen stets in den Vordergrund treten und die öffentliche Meinung in erhöhtem Maße beschäftigen, ist es namentlich. soweit die ostafrikanische Colonie in Betracht kommt, die Verkehrsmittelfrage gewesen, die auch jetzt wieder Gegenstand lebhafter Erörterungen und Commentare ist. Bis zu der Zeit, wo die in Angriff genommene, beziehungsweise schon hergestellte Usambara - Eisenbahn noch nicht gebaut war, konnte der gegenseitige Transportverkehr nur durch Lastthiere und Träger vermittelt werden, was aber äußerst schwierig und kostspielig ist, besonders zwischen Muhesa und Korogwe, wo die Ter-

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Station T a n g a. rainverhältnisse für ein solches TransPortmittel die denkbar schwierigsten sind. Aus diesem Grunde ist zumWeiterbau der Usambara - Eisenbahn ein Zuschuß aus Reichsmitteln gewährt worden und damit Aussicht vorhanden ist, daß die Bahnfrage in absehbarer Zeit ihrer zufriedenstellenden Lösung entgegensieht. Die Bahn geht bis jetzt von Tanga bis Muhesa, eine Sirecke von ungefähr 40 Kilometern: von Muhesa bis Korogwe sind circa 35'Kilometer. so daß die gesammte Linie Tanga - Korogwe eine Ausdehnung von ungefähr 75 Kilometern haben würde. Ist die Theilsiecke Muhesa - Korogwe fertiggestellt, so ist hierdurch ein direkter Verkehrsweg mit der Meeresküste und dem Innern der Colonie geschaffen, denn von Korogwe läßt sich mit geringen Kosten und wenig Mühe ein regelmäßigerWagenverkehr mit dem Kilima-Ndscharo herstellen. Auch führt diese Theillinie der Bahn durch das reich: Handei, vorBrücke bei Tanga. bei an Ost-Usambara, denjenigen Ländern. in denen der Plantagenbau sich zu höchster Blüthe entfaltet hat. Die Vortheile, die sich für die Colonie durch den Bahnbetrieb ergeben, sind sehr große. Die Bahn ist eingeleisig und besitzt eine Spurweite von .einem Meter. Zwischenstationen zwischen Tanga und Muhesa sind Pongwe, Steindruck und Ngomeny. Im Durchschnitt verkehrt täglich ein Güterzug und Samstags ein Personenzug, doch können bei eintretendem Bedarf auch Personen mit dem Güterzuge befördert werden. Eine Bahnfahrt durch diese Gebiete bietet fünden Naturfreund etwas Wundervolles und Erbabenes. Dichte Urwälder mit ihren hohen Bäumen, üppige Flußniederungen und die grünenBergwiesen' wechseln miteinander ab, während man in der Ferne das Usambaragebirge erblickt, dessen zahllose Spitzen in die Wolken hineinzuragen scheinen ein Herz und Auge ersreuender Anblick. Station Muhesa. Das Hauptdirektionsgebäude der Bahn befindet sich in Tanga. Es ist ein einfaches, villenartiges Gebäude, dessen ibere Räume der Direktor bewohnt, während die unteren Localitäten für Bureauzwecke hergerichtet sind. Nicht weit von diesem Gebäude befindet sich das Beamtenwohnhaus, in dem jeder Angestellte der Bahn sein Zimmer erhält. In . Tanga befindet sich außerdem auch eine Reparatur-Werk-statt. Das Betriebspersonal der Bahn besteht, zum größten Theil uus Europäern; Heizer ;rnd Bremser sind jedoch Eingeborene, die sich sehr anstellig zeigen und dem ihnen übertragenen Posten treu und gewissenhaft vorstehen. Locomotiven sind drei vorhanden, so daß, falls ein Maschinendefect eintritt, gleich Ersatz beschafft werden kann und der Betrieb keine Störung erleidet. Die einzelnen Stationen, deren' jede ihren Vorsteher besitzt, sind einfache Gebäude; außerdem sind bei denselben Schuppen zur Aufbewahrung von Vetriebsmaterial vorhanden. Es gibt Leute, die vor lauter Ordnung nichts finden können. Heimgegeben. Herr (zu einer Dame): Wer heirathet, ist dumm!" Dame: Und da sind Sie noch ledig?" . Vaterstolz. Erster Bettler: Bettelst Du nicht mehr vM Deinem Jungen zusammen?" Zweite? Bettler: Ne, der ist jetzt selbstständig geworden, der bettelt für sich alleene!" .

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Eavalreric-ZleLungen. Einen wesentlichen Theil der Ausbildung der Cavallerie für den Kriegsfall bildet in Deutschland der Meldedienst und der Superlativ des MeldeWesens ist der Telegraph auch für das Kriegsheer geworden. Den der Operationsarmee weit vorauseilendcnCavalleriedivisionen wird im Zukunftskrieg oft genug die Aufgabe des Zerstörens und der Neulegung von Telegraphenlinien und deren Bedienung selbst zufallen; diese Dienstzweige im Frieden vorzubereiten, ist die Militär - Telegraphenschule in Berlin da, zu der in abwechselnden Cursen die Avancirten der Cavallerie - Regimenter als Schüler commandirt werden. Man muß sich nun nicht vorstellen, daß diese die ganze Commandirungszeit über am Morse - Apparat sitzen und schwitzen oder überhaupt unausgesetzt der elekirischen Telegraph obliegen; auch die optische Telegraphie, die für den Fall lebhafter kriegerischer Actionen an die Stelle der elektrischen treten muß, wird fleißig betrieben. Unser Bild zeigt ine Abtheilung Telegraphenschüler beim Einüben von Flaggensignalen. Die Feldsignalslaggen, an kurzen Stöcken befestigt, weisen, um auf weitere Entfernungen nutzbar wirken zu können, je zwei Farben mit starken Contrasten auf, wie z. B. schwarz - weiß, grünweiß, blau - weiß, roth - weiß, gelb-

' Signalübungen. violett, roth - gelb u. s. f., und sind, um weitere Zeichenunterschiede zu ermöglichen, bald senkrecht, bald wagerecht zum Fahnenstock getheilt. Bestimmend bei der Signalabgabe sind weiter die Auf- und Abwärtsbewegung wie auch die Seitwärtsbewezung des linken oder rechten Armes. Es leuchtet ein, daß durch diese reiche Abwechslung in Farbenzusammensetzung, Farbenstellung und Armbewegung eine Menge Signalzeichen für den Kriegsmeldedienst geschaffen werden können, die das Uebermitteln selbst verzwickter Nachrichten ermöglichen. Auf weite Entfernungen werben ja von Hochgelegenen Punkten her, Sonnenschein vorausgesetzt, Spiegelsignale abgegeben; bei unübersichtlichem Gelände und trübem Wetter muß jedoch eine Kette von Reitern, je in Sehweite voneinander aufgestellt, gebildet werden, die' sich von Mann zu Mann die Meldungen mit Hülfe der Flaggensignale übermitteln.l Die Flaggen können dann auch, wenn nöthig, an der Lanze befestigt werden, um so durch ihre weiter reichende Sichtbarkeit das Ersparen von Meldepersonal zu ermöglichen. Seitdem die Lanze als Waffe Allgemeingut der deutschen Cavallerie geworden ist, hat deren Ilcbungsdienstbetrieb einen nicht unerheblichen Zuwachs Lanzenstechen. erhalten; denn wie leicht und flott sich auch der schlanke fähnchengeschmückte Lanzenschaft in derHand des schmucken Reiters für den Zuschauer ausnehmen mag, so schwierig ist die geschickte, kriegsmäßige Handhabung der Königin der Waffen" zu erlernen. Natürlich werden die ersten Uebungen des Rekruten zu Fuß vorgenommen, und geraume Zeit dauert es, bis er Stich vorwärts", Stich rückwärts", Paraden und anderes fo weit erlernt hat, daß er die neuerworbene Kunstfertigkeit nun auch zu Pferde versuchen kann. Versuchen", denn Reiten selbst hat er ja auch erst neu gelernt, und nun Reiten und Stechen zusammen! Nur Muth! Die Sache wird schon gehen. Und sie geht. Ganz nach der Vorschrift weiß der junge Reitersmann bald in allen Gangarten die Lanze zu führen. Aber mit dem Stechen in die Luft ists nicht gethan; der Soldat soll im Felde seinen Mann treffen, und diesen Zweck zu erreichen, ist gleichfalls Aufgabe der Reitbahnausbildung. Die Ziele bestehen aus Strohbälgen, die auf etwa manneshohen Pfählen befestigt sind; an diese wird im Trab, im Galop und Marschmarsch herangeritten und dabei mit der Lanze nach dem Strohbalg gestoßen. Erfordert hier das Treffen schon große, nur durch anhaltende Uebung erreichbare Geschicklichkeit, so ist das noch weit mehr der Fall beim Stechen nach beweglichen Zielen. Sie bestehen gleichfalls aus Stroh, kugelförmig in grobe Sackleinwand gestopft, und werden von abgesessenen Mannschaften den heransprengenden Reitern zugeworfen. Während dieser bisher gewohnt war, auf das feststehende Ziel mit vorgehaltener Lanze heranzureiten. rückt ihm jetzt das Ziel aus den Leib. Um es zu treffen oder awissermaßen aufzufangen, muß

tt oft damit es nicht zu spät wird die Lanze rasch rückwärts durch die Faust gleiten lassen ;derStrohsack rennt so selber in den Tod", wie es im Ernstfall beim Handgemenge seitens des Gegners geschehen soll.

Die Zauöcrssiegc. Die Maxime der Prestidigitateure früherer Zeiten war Geschwindigkeit ist keine Hexerei", d. h. die oft verblüfsenden Kunststücke, mit denen sie das Publikum überraschten, beruhten zumeist auf Fingerfertigkeit. Wiewohl dieselbe auch heute noch für einen jeden Zauberkünstler von nicht zu unterschätzender Bedeutung ist, gelangen bei der Ausführung der meisten Tricks jetzt doch mehrEntdeckunge-l und Erfindungen aus dem Gebiete der Elektricität, Optik, Mechanik u. f. w. zur Anwendung und der Prestidigitateur bedarf nicht selten eines recht complicirten Apparats zum Hervorbringen seiner Ueberraschungen. Eine hübsche. Production dieser Art ist die Zauberfliege. Wenn der Vorhang in die Höhe geht, erblickt der Zuschauer auf einer Staffelei einen großen Spiegel in goldenem Rahmen. Der Prestidigitateur nimmt den Spiegel herab, stellt ihn auf den Fußboden und zeigt beide Seiten dem Publikum. Dann nimmt er das Glas aus dem Rahmen, lehnt dasselbe gegen die Staffelei und zeigt den letzteren, dessen Rückseite aus solidem Hol; gearbeitet ist, den Zuschauern und nachdem die letzteren sich mit eigenen Augen von der Beschaffenheit des Glases wie des Rahmens überzeugt haben, stellt er den Spiegel wieder auf die Staffelei. Nunmehr nimmt derKünstler Seife und theilt die Oberfläche des Spiegels, der Vorderseite des S p i eg e l s. 4z Fuß breit und 3 Fuß hoch ist, in 23 gleich große Quadrate, in welche er die Ziffern von 1 bis 26 und die Buchstaden von A bis Z schreibt;, in das 27. Quadrat kommt Null und das 28. bleibt leer. Nach diesen Vorbereitungen setzt er eine gvße Fliege aus Kork auf ein kleines Brettchen vor dem leeren Quadrat und fordert das Publikum auf, irgend einen Buchstaben oder eine Zahl zu nennen, worauf die Zauverfliege nach dem betreffenden Quadrat kriechen wird. Dies geschieht auch mit absoluter Sicherheit zum großen Staunen des Publikums. Was ist nun die Lösung des Räthsels? Sobald der Zauberer das Spiegelglas gegen die Staffelei gelehnt hat, öffnet ein Junge eine Fallthür im Fußboden und nachdem der Rahmen wieder auf die Staffelei gestellt ist, klappt er die in Charnieren bewegliche hölzerne Rückwand des mit Tuch überspannten Rahmens herunter und nimmt auf der, 'dadurch entstandenen Platform Platz. In seiner Hand hält der Junge einen starken ElektroMagneten, der durch eine Drahtleitung mit einer unter' dem Podium aufgestellten Batterie verbunden ist. Vor sich auf dem Tuche des Rahmens hat er dieselbe Eintheilung in Quadrate und ihre Bezeichnung, die der Prestidiyitateur auf der Spiegelfläche mit Seife anbringt. Wird nun eine Zahl Hinter dem Spiege!. oder ein Buchstabe gerufen, dann hat. der Junge mit dem Elektromagneten nur das leere Feld, wo die Zauberfliege sitzt, zu berühren und dieselbe gehorcht seiner Hand. Das Innere der aus Kork hergestellten Fliege besteht nämlick aus Eisen, derElektromagnet wirkt durch das Glas und zieht die Fliege nach dem gewünschten Felde, von wo aus sie der Junge wieder nach dem Ausgangspunkte zurückdirigirz. . . Mittel zu m Zweck. Was stehst denn alleweil vor den Wüstenbildern des Malers Pinsler?". Weißt. die haben so 'was Sonniges und Trockenes an sich, daß man oan orbentlichen Durscht . beim Anschaug'n kriagt." Aha! Dame; Sie haben einen gefährlichen Ruf. In unserer Stadt haben Sie gewiß auch schon manches galante Abenteuer gehabt!" Herr: Eines allerdings, aber leider kein glückliches." Dame: Ah, die Dame war also grausam?" Herr: O nein, meine Gnädige, sie nicht, aber ihr Gatte!" " Zoologie und Liebe. Sag' mal, alter Freund, woran ist denn das Glück Deiner Ehe so schnell gescheitert?" An der Zoologie." Wieso an der Zoologie?" Meine Frau verlangte drei Straußfedern, einen Papagei, ein Eisbärfell, ein Billet zur Wildente" und eine Reise nach Schlangenbad, und da sie das nicht bekam, schmollte sie,"

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Geörechcn und Vorzüge. Nicht immer wohnt ein bedeutender Geist auch in einem bedeutenden Körper. Es giebt viele geistvolle Menschen mit einem unansehnlichcnAcußern und viele Schönheiten ohne Geist. Es giebt Leute, welche eine große Nase als nothwendiges Attribut eines Weisen betrachten ja, manche gehen weiter und schließen: eine große Nase, ein großes Genie. Sie führen als klassische Beispiele die großen hellenischen Gesetzgeber Lykurg und Solon, den römischen Geschichtsschreiber Titus Livius und den Poeten Ovidius Naso an. In der christlichen Zeit ragen die Nasen des Dichters der Luisiade", Camoens, und des Kaisers Rudolph von Habsburg hervor. , Diejenige eines französischen Edelmanns und Schriftstellers, Cyrano de Bcrgerac (geb. 1620), war so groß, daß er in jeder Minute die Hand an den Degen legen mußte, um die Unverschämten einzuschüchtern, die allzu offenbar das Wunder anstaunten. Jedenfalls kommen von den tausend Duellen, die er in seinem 33jährigen Leben ausgefochten haben soll, nicht wenige auf Rechnung feiner Nase. Columbus 'und Pizarro hatten wenig große Nasen als merkwürdig starke Nüstern, der Polizeiminister Fouchö und der Diplomat Talleyrand waren durch schiefe Nasen ausgezeichnet. Auch die Häßlichkeit spielt eine Rolle in der Geschichte. Häßlich war Giotto de Bondone, welcher aus einem SchafHirten zum Maler wurde. Häßlich waren ferner Mademoiselle de Scud6ri, die bekannte Romanschreibcrin des 17. Jahrhunderts; Gibbon, der große Historiker, und Mirabeau, der nichtsdestoweniger der Abgott der Frauen war. Kann man von diesen sagen, daß sie berühmt trotz ihrer Häßlichkeit, so ist mancher bekannt geworden, weil er so häßlich war. So lebte ein französischerSchauspieler, Pelisson, in einer Anecdote fort, die seiner colossalen Häßlichkeit entsprungen ist. Als man nämlich dem Herzog von Burgund den Jesuiten Martineau deshalb nicht zum Beichtvater vorschlagen wollte, weil derselbe von abschreckendem Aeußern war, sagte jener: Bah, wer Pelisson gesehen hat, den kann 'fürder nichts entsetzen." Blind waren viele der ausgezeichnetsten Menschen. Die freilich mehr mythische Gestalt Homers eröffnet den Reigen; da ist der Sänger des Paradieses, der erhabene Milton; der idyllische Delille (geb. 1738); Graffi, ein bedeutender Philolog, und der Engländer Saunderson (f 1739), der wunderbarerweise Mathematik und Optik lehrte. Unter den Musikern, die sich einen Namen erwarben, waren der preußische Flötist Louis Dulon und die Wiener Pianistin Paradies blind. Ja, auch einen blinden 'Schauspieler finden wir, Louis Geotto. der bei der Eröffnung des Theaters in Vicenza den blinden König Oedipus in Sophokles' Tragödie spielte. Der tapfere Kreuzfahrer Dandolo, Doge von Venedig, und der Hussitcnführer Jo.hann von Troczow, genannt Ziska (böhmisches Wort für blind) sind bekannt. Noch zahlreicher sind die Männer, welche in späteren Jahren erblindeten: Philipp von Macedonien und Hannibal, der Kirchenvater Eusebius, Camoens, Galiläi, der Mathematiker Euler und der Günstling Katharina's II., Potcmkin, u. v. A. Lahm und doch Helden waren Agesilaus, Genserich und Tamerlan; lahm und doch eine berühmte Schönhcit am Hofe Ludwlg's XIV. war Mademoiselle de la Valiöre; auch die Dichter Byron und Walter Scott hinkten Daß man stottern und doch ein großer Redner werden kann, hat Demosthenes bewiesen. Die wunderlichste Fügung aber ist es, ein müsikalisches Genie wie Beethoven und taub zu sein. Auch der Verfasser des in aller Welt bekannten Gil Blas" und des hinkenden Teufels" Le Sage war taub. Als man den tauben La Condamine, der ein berühmter Reisender und Naturgelehrter des 18. Jahrhunderts war, zum Mitgliede der franzöfischen Akademie erwählte, improvisirte er ein artiges Epigramm: Heut nahmen auf La Condamine Die Unsterblichen der. Akademie; Taub ist er; um so besser für ihn; Doch nicht auch stumm, um so schlimmer für sie." Die Geschichte Frankreichs hat drei Könige, die sich durch übermäßigeFettleibigkeit auszeichneten, Karl den Dicken, Ludwig den Dicken und Ludwig XVIII. Der kleinen Leute mit großem Namen ist eine Legion. Wir finden unter ihnen den Hunnensürsten Attila, die Geißel Gottes", ' Pipin den Kleinen. Auch der Weltweise Albertus Magnus war so klein, daß ihn bei einer Gelegenheit wiederholt der Papst aufzustehen bat, indem er glaubte, jener kniee noch. Der Portugiese Vasco de Gama, der zuerst das Cap der guten Hoffnung umschiffte; Erasmus, der berühmte Gelehrte der Reformationszeit, und Prinz Eugenius der edle Ritter"; der Schauspieler David Garrick und der Dichter E. T. A. Hosfmann waren sämmtlich kleine Leute. Dagegen besaßen Gottfried von Bouillon, der Held der Kreuzzüge, Christoph Columbus, der Reformator Huß und Gustav Adolph einen riesigen Körperbau, der Maler Leonardo da Vinci und der bekannte Marschall von Sachsen außerordentliche Stärke. Wir haben nur wenige Beispiele anaeführt, aber diese wenigen bezeugen schon die Wahrheit, daß die Gebrechen des Körpers den Flügelfchlag des Geistes nicht hindern können. Man sieht oft erst dann, tni friimitfetrt- s?w,r ist. wenn er fick)

I AV v v y h v m ' " " nobel zeigen will.

UnmogliS,

. . .Also, die Hauptsache ist: Sie dürfen sich nicht ärgern und kein Bier trinken!" Aber Herr Doktor, wie ist das menschenmöglich, daß ich mich nicht ärgern soll, wenn Sie mir das Bier verbieten?!" Erinnerung. m na j Geschäftsfreund': Seit wie lange ist denn Ihre Frau schon todt?" Kaufmann (nachdenklich): Hm, warten Sie 'mal; (zu seinem Commis) Müller, wann hatten wir den letzten Ausverkauf wegen Todesfall?" Sekbsterkenntniß. Börsenmakler: Bitte hallen Se mer nor recht fest; ich bin noch nix schwindelfrei!" ( EinWasserdichter. . t&L I m . . .Ich weiß wirklich nicht, mit was Sie sich die freie Ueberfahrt verdienen wollen! Sie sind ja zu jeder schweren Arbeit vollkommen untauglich." Nun, Herr Capitän, ich könnte ja unterwegs Gelegenheits-Gedichte machen für die Passagiere." Erlaubt. Richter: Sie haben den Kläger einen Esel und ein Rhinoceros genannt, geben Sie das zu?" Beklagter: Das schon- aber ich bin ja mit ihm per" Du", Herr Richter!" ' Der Steckbrief. Es ist doch ein eigenes Gefühl, sich zum ersten Mal gedruckt zu sehen!" In d l r Hitze. Deine Frau ist wohl die echte Eva?" Ach, die ist

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