Indiana Tribüne, Volume 22, Number 14, Indianapolis, Marion County, 2 October 1898 — Page 3
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,V4U AUIV HUVVi Vornan von Ludwig Habicht (3. Fortsetzung.) 4. Graf Vallerstädt, dessen in der Mark belegene Güter nicht Majorat waren, sondern ihm zur freien Verfügung standen, hatte den größeren Theil derselben verkauft, da er aus. seiner Ehe mit seiner früh verstorbenen Gemahlin nur eine einzige Tochter besaß und Überdies die Landwirihschaft gründlich satt bekommen hatte. Nur Wiesenburg, das alte Stammschloß der Familie, hatte er behalten, es im Inneren wohnlicher als bisher einrichten lassen und sich mit seiner Tochter dahin zurückgezogen. Die Umgebunz desSchlosses bestand aus einem groß:n Park, an den sich fast uumittel bar eine echt märkische Kiefernhaide anschloß, und einem ziemlich fischreichen See; die wenigen dazugehörenden Aericr und Wiesen wurden von einem etwa eine Viertelstunde davon entfernt gelegenen Vorwerk aus bewirthschaftet, das der Graf iu einem angemessenen Preise auf eine Reihe von Jahren an einen jungen 'Landwirth verpachtet hatte. Gräsin Fränzisla v. Ballcrstädt stand am Fenster des ThurmzimmerZ ihres nicht allzu umfangreichen Schlosses und schaute über das grüne, sich vielfach schon roth- und gelbfärbende Vlattermeer des Parkes hinweg nach der Landstraße, die sich von hier aus ein gutes Stück übersehen ließ. Die Unruhe hatte sie hinaufgetrieben. Um diese Stunde mußte der Landbriefträger kommen, und wenn auch erst am gestrigen Tage ihr Brief an den BanZier Böster in dessen Hände gelangt sein konnte, so hoffte sie doch, daß schon heute eine Antwort darauf eintreffen würde. Gräfin Franziska stand nicht mehr in der ersten Jugendblüthe, sondern hatte die Hälfte der Zwanzig bereits überschritten; das that aber ihrer Erscheinung keinen Abbruch, sondern war im Gegentheil geeignet, deren Bedeutung zu erhöhen. Es giebt weibliche Wesen,, und Franziska gehörte zu ihuen denen die erste Jugendfrische, das kindliche. Unfertige sehr wenig zu Gesicht steht, die sich als ganz junge Mädchen nicht recht an ihrem Platze fühlen, mit den Altersgefährtinnen und deren Freuden und Leiden nichts anzufangen wissen und dadu-rch auch -aus andere einen wenig vortheilhaften Eindruck hervorbringen. Erst das reifere Alter rückt sie in die richtige und ihnen gerecht werdende Beleuchtung. Es hatte Gräfin Franziska kein Opfer gekostet, sich mit dem Vater nach 'Wiesenburg zurückzuzieben und sich auf einen spärlichen Verkehr mit den umwohnenden Edelleuten und Gutsbesitzern zu beschränken, ja, sie hätte auch auf diesen zum größeren Theil verzichtet, wenn sie es nicht sür die gute Laune Lud das Wohlbefinden des Vaters erforderlich gehalten, daß er öfter aus fahre und Gäste bei sich sehe. Durch eine sehr glückliche geistige Veranlagung und eine sorgfältige Ausbildung der empfangenen Gaben trug sie reiche Hilfsquellen in sich, die ihr über einsame Stunden hinwegzuhelfen geeignet waren. Sie hatte philosophische Schriften nicht nur gelesen, sondern auch in sich aufgenommen und verarbeitet; sie war ein Mitglied der Goethegemeinde, die den Altmeister nicht nur bewunderte, sondern sich nach ihm gebildet hatte, und trotzdem war ihr ruhiges, aufgeklärtes Wesen heute in einer besonderen Aufregung. Es war nicht das Geld allein, das für sie auf dem Spiele stand; noch ganz andere, höhere Interessen kamen dabei für sie i Frage. Die yche schwarzgekleidete Gestalt, die sich mit der nicht kleinen, aber schmalen, aristokratisch geformten Hand auf die breite steinerne Brüstung des Fensters stützte, während sie die andere zum Schutz gegen die SonNenstrahlen über die Stirn gelegt hatte, zuckte jetzt zusammen; unten, noch eine ganze Strecke entfernt, tauchte jetzt die Gestalt eines Mannes auf, der in seinem Ranzen möglicherweise die Entscheidung über ihr Leöensglück trug. Den wohlgeformten kleinen Kcpf, auf dem das reiche blonde Haar mit - Verachtung der herrschenden Mode an den Schläfen alatt gescheitelt und im Racken zu einem schweren Flechtenknoten aufgesteckt war. vorgeneigt, derfolgte sie jede Bewegung des unter seiner nicht leichten Last gebückt einherschreitenden Briefträgers; das schmale, längliche Gesicht mit der weißen hohen Stirn, den hellblauen Augensternen, dem festen Kinn, der gebogenen Rase und txrn nicht allzu kleinen, aber Mlt tadellosen Zähnen besetzten Munde röthete sich und erbleichte wieder; aber sie hielt auf ihrem Posten aus, bis der Mann sich dem Schloßthor genähert habn konnte. dann verlieb sie das mit Ge räthen aus langst vergangenen Tagen ausgestattete Thurmgemach und stieg lanqsam und gemessen die Treppe hinunter. Ohre adelsstolz in einem lächerlichen Siune des Wortes zu sein, war Franziska doch darauf bedacht, auch in ihrer.r äußeren Thun und Lassen ihrer Wurde nichts zu vergeben. Gefaßt und ruhig nahm sie auch in ihrem Wohnzimmer die kleine Mappe entgegen, die der Diener ihr auf silberner Platte 'iberreichte; sie wartete jedoch, T ic mit dem in ihrer Verwahru: Kindlichen Schlüssel aufschloß, I T?.::r sich wieder entfernt hatte, der. s. fühlte das Beben ihrer Dände. i Hastig Lt. 'ihr Auge den Inhalt
der Mappe. ES befanden sich nur wenige Briefe darin, unter ihnen aber einer, auf dessen Umschlag sie die ihr bekannte Handschrift des Bankiers Böster erblickte. Da war also die Entscheidung. Sie griff nach dem Briefe und gleichzeitig nach einem auf ihrem Schreibtisch liegenden, kunstvoll aus Elfenbein geschnitzten Papiermesser und hielt beides dann doch zögernd in der Hand. Das Herz stand ihr still und klopfte wieder mit verdoppelter Heftigkeit. Was würde sie erfahren? Unwillig über ihre Schwäche, schüttelte sie sie ab, durchschnitt rasch den Umschlag, nahm den darin enthaltenen Bogen heraus, entfaltete ihn, überflog ihn mit den Augen und sank mit einem Wehlaut auf den vor dem Schreibtisch stehenden Sessel nieder. Ihre Hoffnung war eine eitle geWesen. Ihr Vater hatte dem Bankier seine Werthpapiere nicht gegeben, er hatte keinen Depotschein ausgestellt sie waren verschwunden! Große, schwere Thränen traten in ihre Augen und rollten langsam die bleichen Wangen herab. Sie stützte das Haupt in die Hand iind starrte düster vor sich hin. Ihre Lippen formten sich zu einem Namen, aber sie sprach ihn nicht aus, fondern seufzte nur: Verloren! Verloren!" Im Nebenzimmer wurden Schritte hörbar, eine weiße, wohlgepflegteManneshand schlug die Portiere zurück, und in's Zimmer trat 'ein nicht mehr junger Herr, dessen gleichzeitig elegantem und bequememSommeranzug man den Bewohner der Residenz, dessen Gesicht und Haltung man den vornehmen Lebemann ansah. Regierungsrath v. Boltenstern, ein Vetter von Franziska's verstorbener Mutter, den ste von Kindheit an Onkel genannt hatte, war in Berlin im Ministerium des Innern angestellt, unverheirathet und durch sein ansehnliches Gehalt . wie durch die Zinsen seines Vermögens in der Lage, ein recht üppiges Junggesellenleben zu führen. Immerhin ging er nicht ganz darin auf und war sogleich nach dem Tode des Grafen herausgekommen, um einige Zeit 'bei Franziska zu bleiben und ihr über die erste schwere Zeit hinwegzuhelfen. Er kehrte jetzt von dem Spaziergang, den er nach dem Morgenthee im Park unternommen hatte, zurück und sagte, mit dem Batisttaschentuch über die hohe, schon kahle Stirn fahrend : Ich sah den Briefträger; hat er dir eine Antwort von vem Bankier gebracht? ... Du weinst, Franziska!"
Lies selbst, Onkel!" Mit diesen Worten reichte die Gräfin, die sich beim Eintritt des Reaierunasrathes erhoben hatte, diesem das Blatt. Er schob den Kneifer, den er an einem schwarzen Bande um denHals trug, auf die Nase, las den Brief sehr aufmerksam durch und schüttelte dann ein paarmal recht nachdrücklich den Kopf, wahrend er ganz leise durch die Zähne pfiff. Was sagst du dazu, Onkel?" fräste sie. Wo in aller Welt kann mein Vater die Papiere nur gelassen haben?" Auch aus diese Frage aab der Regierungsrath keine directe Antwort. sondern schaute so aufmerksam rm Zimmer umher, als sähe er dessen einsache, aber mit vollendetem Geschmack ausgeführte Einrichtung heute zum ersten Mal. Sich aus eines der mit dunkelblauem glattem Seidenstoff bezoqenen Polster niederlassend, winkte er Franziska an seine Seite und sagte, ihre Hand ergreifend, tm gedämpften Tone: Du schenkst also den Angaben des Herrn Böster unbedingt Glauben?" Wie sollte ich nicht?" fragte sie dagegen und sah ihn mit ihren klaren, hellen Augen verwundert und sogar etwas unzufrieden an: Welche Veranlassung hatte ich, an der Wahrheit dieser Angaben zu zweifeln?" Run, Veranlassung dazu giebt es sckon ." entaeonete mit einem seinen Lächeln der Regierungsrath; es handelt sich immerhin um funfmalhunderttausend Mark." Und du glaubst, daß Böster die unterschlagen könnte?" rief Gräfin Franziska mit so ehrlicher Entrüstung, daß der Regierungsrath sich dadurch ordentlich beschämt fühlte. Die stolze, vornehme Natur der jungen Dame, die einen Betrug, wie er ihn argwöhnte, gar nicht für möglich halten konnte, flößte ihm Bewunderung und Achtung ein, wenn auch seine im Laufe der Jahre gesammelte Ersahrung ihm nicht gestattete, ihr zu folgen. Ich will den Bankier nicht geradezu beschuldigen." 'sagte er einlenkend, aber beruhigen wollen wir uns bei diesem Briefe denn doch nicht." Ab was sollen wir thun? Ich weiß nicht, wo ich noch nach dem Gelde suchen soll!" entgegnete Franziska' Eben deswegen mußt du mir schon gestatten, dem Herrn Böster schärfer aus den Zahn zu fühlen. Dein Vater hat mir bei dem allerdings sehr kurzen Besuch, den er mir gemacht hat, gesagt, er sei in sehr wichtigen Geschäften in Berlin und komme soeben von seinem Bankier." Aber er hat dir nicht gesagt, was er dort ausgerichtet hat?" Der Regierungsrath schüttelte den Kopf. Nein, er hatte es eilig; indeß schon die Thatsache, daß er dort gewesen ist - Die leugnet Böster auch gar nicht. Er , schreibt ja, er habe ihm abgerathen, seine sicheren Papiere gegen andere, die höhere Zinsen tragen, umzutauschen." Ja. ja, das schreibt er," stimmte der Regierungsrath in einem Tone bei, der starke Zweifel ausdrückte, fügte, aber hinzu: Meinst du nun, dein Vater könne sich an einen anderen Bankier gewendet haben, der weniger bedenklich gewesen ist als Böster?" n Q i r jCi ipraim jftianzisia iucb inen i)lve
ren Seuszer aus. Das sieht dem Vater wenig ähnlich! Ach. ich weiß nicht. waS ich denken foll! Die Z-axiere sinv
fort und werden wvhl nicht wieder zum Vorschein kommen." Nun, 'nun, so schnell wollen wir doch nicht die Flinte in's Korn werfen, Franziska! Willst du mir die Angelegenheit überlassen?" Was willst du thun?" Wie ich dir schon gesagt habe, Hcrri Böster etwas fester anfassen. Er muß wenigstens seine Angaben beschwören, wenn wir daran glauben sollen." Mein Vater hat Böster immer für einen Ehrenmann gehalten. Muß ein solches Mißtrauen ihn nicht kränken?" Der Regierungsrath lachte. Meine liebe Franziska, von so zarten Rüdsich ten können wir uns nicht leiten lassen.
wo es sich für dich um Sein oder Nichtsein handelt; als Geschäftsmann wird Böster dafür auch die richtige Auffassung haben." Sie hatte immer noch Bedenken; aber der Regierungsrath wußte sie alle zu besiegen und sie zu bestimmen, ein von ihm entworfenes Schriftstück zu unterzeichnen, durch das sie ihn bevollnächtigte, in ihrem Namen mit Böster zu verhandeln. Er mochte fürchten, sie könne doch noch wieder anderen Sinnes werden, denn kaum hatte er die Vollmacht in seine Brieftasche gelegt, so zog er die Uhr und sagte: Der nächste Zug von Nauen nach Berlin geht in einer Stunde. Ich möchte ihn benutzen. Würdest du so gut sein und Befehl geben, daß angespannt wird?" Wie,, du willst schon fort? Ich glaubte, du könntest noch einige Tage bleiben?" entgegnete sie; es ist allerdings recht einsam hier." Das ist es nicht, was mich forttreibt," versicherte er; -aber es läßt mir keine Ruhe, ich muß diesem Herrn Böster Aug' in Auge gegenüberstehen. Du sollst bald von mir hören, und ich komme auch demnächst wieder heraus. Verzage nicht. Franziska; ich habe die feste Ueberzeugung, daß dein Vermögen nicht verloren ist." - Gräfin Franziska theilte diese Ueberzeugung nicht. Für sie herrschte kein Zweifel mehr darüber, daß ihr Vater in irgend einerWeise das Werthpacket verloren habe, oder daß es ihm entwendet worden sei. Der Schlaganfall, der feinem Leben ein fo jähes Ende bereitet, hatte sich wahrscheinlich schon vorher durch zeitweilige Gedankenschwäche angekündigt, und er hatte in diesem Zustande sich der Papiere entäußert oder sie sich entwenden lassen. Ihr Vertrauen zu Böster stand auch jetzt noch fest, und sie hatte nur dem Drängen des Onkels nachgegeben, ohne ein Ergebniß von den von ihm geplanten Schritten zu erwarten. Es war ihr nicht ganz 'unlieb, daß er so schnell den Entschluß zur Abreise gefaßt hatte, denn sie sehnte sich danach, allein zu sein, um ungestört ihre Pläne für die Zukunft bedenken zu können. So wie bisher konnte sie das Leben nicht weiter fortführen. Die verlörenen fünfmalhunderttausend Mark hatten den allergrößten Theil ihrer Habe ausgemacht. , Schloß Wiesenburg mit seinem Park und seinen Gartenanlagen brachte nicht allein nichts ein, sondcrn erforderte alljährlich noch einen gewissen Aufwand für seine Erhaltung. Das Vorwerk mit seinen Aeckern, Wiesen und dem dazu gehörigen See ergab eine mäßige Pachtsmme, und diese war das einizige, was ihr zum Leben blieb. ' Sie hatte keine Wahl; sie mußte ihre Dienerschaft entlassen, Wiesenburg den Rücken kehren und sich in einen stillen Winkel verkriechen, wo sie Niemand kannte, wo Niemand Ansprüche an die Gräfin Franziska v. Ballerstädt stellcn konnte. Am liebsten wäre sie sogleich aufge brochen; sie fühlte sich von einer peinigenden Unruhe erfaßt ach, sie wußte sehr gut, was sie trieb, was und wem sie zu entfliehen wünschte. Nachdem der Regierungsrath abgereist war, durchwandelte sie langsam die Raume des Schlosses, in denen sie mit ihrem Vater friedlich . gelebt und wo sie noch glücklich zu werden gehofft hatte. Schloß Wiesenburg war ein alter, unregelmäßigerBau, bei dem von einer eigentlichen Stilart keine Rede fein konnte der sich aber mit seinem dicken runden Thurm, seinen Erkern und seiner Platform ganz stattlich ausnahm. Die märkischen Junker, die es einer nach dem anderen besessell, hatten starrköpsig und selbstherrlich, wie sie waren, jeder nach eigener Machtvollkommenheit daran herumgebaut, wie es ihren Bedürfnissen und ihrer Bequemlichkeit gerade entsprach.- Und wie mit dem Bau. so war es auch mit der inneren Ausschmückung und mit der Einrichtung ergangen. Man hatte Neuanschaffungen gemacht, sich aber doch nicht entschließen können, das Alte gänzlich zu beseitigen, und so barg das Schloß Möbel und Geräthe der verschiedensten Zeitperioden aus der Regierung des Großen Kurfinsten, seines prunkliebenden Sohnes und seines sparsamen, nüchternen Enkels Rokoko, Barock, Zopfstil. Empire bis herab zu den Tagen, in denen das deutsche Kunstgewerbe zu einem neuen Aufschwung gelangte. Graf Ballerstädt hatte viel historischen Sinn besessen und im Verein mit seiner ihm darin ähnlichen Tochter Schloß Wiesenburg zu einem historischen Museum gemacht insofern, als er die durch alle Gemächer verstreuten Möbel eines Zeitalters in einem Zimmer zusammenstellen und auch Wand: und Decken in übereinstimmendem Charakter bekleiden und bemalen ließ. Die vorhandenen , Gemälde wurden ebenfalls in dieser Ordnung vertheilt, und besonders die Porträts immer unter den Möbeln aufgehängt, die einst den Originalen gedient hatten. Gräfin Franziska betrachtete diese Zeugen einer ehrwürdigen Vergangenheit heute mit sehr wehmüthigen Em-
pfindungen; sie hatte gehofft, die Hüterin dieser Schätze bleiben und sie denen, die nach ihr kommen würden, überliefern zu können, jetzt mußte sie sie hinter sich zurücklassen, und die Frge stieg bang in ihr auf, was sie damit beginnen solle, und ob sich n'cht die Nothwendigkeit herausstellen würvc, sie zu veräußern. Auf den Trödel!" murmelte sie mit zuckenden Lippen, in die Verkaufsräume der Antiquitätenhändler, um den Zimmern reich gewordener Börsenjobber einen feudalen Anstrkcb zu verleihen! Die Ballerstädt's haben sich immer ferngehalten vom modernen Schwindel und nun doch Zusammenbruch und Verfall!" Ihre Augen füllten sich mit heißen Thränen; es war ihr, als ob die Decken der Zimmer auf sie herabstürzen, die Wände sie erdrücken sollten, und sie eilte aus dem Schlosse hinunter in den jetzt von der milden Sonne eines sch'önen Septembernachmittags beschienenen Park. Sie gelangte dahin über eine breite Steinterrasse, an deren Fuß sich Rosenbcete ausbreiteten, aus denen die Stöcke in der zweiten Blüthe standen, eine herrliche Farbenpracht vom hellsien Rosa bis zum dunkelstsn Roth, in allen Schattirungen von Gelb. unter mischt mit zartem, rosig angehauchtem Weiß. Köstliche Düfte, die durch Reseda, Levkojen ui?d andere Herbstblumen noch eine kräftigere Beimischung hielten, durchwürzten die Luft. Gruppen von Laub- und Nadelhölzern umrahmten den Platz im weiten Bogen. An einer Stelle hatte man einen Durchblick nach einem Wasserspiegel, ein kleiner Fluß bildete dort eine seeartige Erweiterung. Dorthin lenkte Franziska ihre Schritte. Der Ahorn schimmerte in goldigen und blutigrothen Farben; dazwischen mischte sich die Birke mit ihrem Honiggelb, die Buche mit dem stumpfen Braun der Blätter und dem leuchtenden Silber des Stammes; die Esche brachte ein fahles Rosa hinein, und da zwischen standen die Fichten und Tannen mit ihrem Schwarzgrün, die auch, wie die dunkle Umrahmung eines hellen, klaren Auges, den in der Herbstsonne blinkenden, blaugrünen See umstanden. Ein kleiner Nachen lag angepflöckt auf demselben, in dem Gräfin Franziska oft mit kundiger Hand umhergerudert war. Heute stand ihr .Sinn nicht nach dieser Kurzweil, und es gelüftete sie auch nicht, die weißen und gelben Blumen zu pflücken, deren Blätter und Stiele cuf demWasser schwammen. Sie ließ sich auf einer hart am See stehenden, aus Weidenstämmen gefügten Bank nieder. Ihr brennender Schmerz ward milder unter dem Einfluß der weichen Herbststimmung. sie versank in Träumerei. Das Knacken trockener Zweige unter den Füßen eines des Weges kommenden Mannes weckte sie daraus. Sie schaute auf und fuhr mit einem leichten Aufschrei von ihrem Sitz empor. Aus dem Gebüsch war eine aroße.
breitschulterige Männergestalt in einem leichten, grauen Anzüge, mit Stulpenstiefeln an den Füßen, herausgetreten. Der stattliche, hochgewachsene Herr hielt den leichten Filzhut in der kräftigen Hand, so daß das blonde, ganz kurz geschorene Haar in der Sonne glänzte. Die niedrige weiße Stirn bildete einen auffälligen Gegensatz zu dem sonnverbrannten Gesicht mit der sehr kräftig entwickeltenNase, dem nicht kleinen Munde, ' den ein hellblonder, in's Röthliche spielender Schnurrbart, dessen Spitzen auswärts gedreht waren, beschattete; die hellen, treuherzig blickendenAugen waren nur von schwachen Brauen und Wimpern umgeben, die noch schwächer schienen, da sie beinahe weiß aussahen. Mit ausgestreckten Händen eilte er auf Franziska zu, die ihm entgegenrief: Botho! Baron Lichtenberg." verbesserte sie sich schnell. Ich glaubte Sie noch nicht heimgekehrt !" Ich bin erst vor wenigen Stunden angekommen und sofort herübergeritten," antwortete er, ihre Hand, die er in die feinige genommen, fest drückend und haltend. Warum haben Sie mich nicht benachrichtigt? Ich würde unverzllglich zu Jhneli geeilt sein." Ich würde es für ein großes Unglück gehalten haben. Ihnen denHerbstausflug, auf den Sie sich so lange gefreut haben, zu verkümmern und zu verkürzen," erwiderte sie. Ein märkischerGutsbesitzer bringt's heutzutage nicht leicht dahin, sich einen Herbstausflug an die oberitalienischen Seen und nach Mailand und Venedig gönnen zu können; er muß es auskosten, wenn er einmal da ist, wollen Sie sagen!" siel er mit einem Lachen ein, das sein prachtvolles Gebiß zeigte; aber so weit hätte die Rücksicht nicht gehen dürfen. Ich habe genossen, während Sie hier schwer zu leiden hatten. Dachten Sie nicht, daß Sie dadurch doch einen Raub an uns beiden begingen, daß ich an Ihre Seite gehört hätte. Franziska?" Seine Stimme hatte jetzt einen so Weichen Klang, wie man ihn dieser breiten Brust, dieser kräftigen Kehle kaum zugetraut haben würde; seine Augen ruhten mit der innigsten Zärtlichkeit auf der jungen Dame, die die Stirn geneigt hatte. Da sie nicht antwortete, fuhr er fort: Ich war wie domBlitze getroffen, als ich heute Morgen ankam und schon von dem Kutscher, der mich von der Station abholte, erfuhr, was sich inzwischen hier zugetragen hat. Es hat nachher zu Hause ein hübsches Donnerwetter gegeben, daß Niemand darauf gekommen ist, an mich zu telegraphiren, da ich doch für den Nothsall meine Adresse angegeben hatte. Wenn Sie nicht so bestimmt einen Briefwechsel während meiner Abwesenheit verweigert hät teri " .Es war besser so. Sie sollten ein-
mal, ganz losgelöst von der HeZmath, neue Eindrücke in sich aufnehmen." Ja, ja. so hatten Sie es bestimmt, und ich mich Ihrer besseren Einsicht gesügt!" fielerein. Die sich denn nun bewährt hat in einem Maße, wie ich es nicht vorausfehen konnte," sagte sie mit einem schwachen Lächeln. Das sieht Ihnen ganz ähnlich. Immer für andere denken und sorgen, immer die Last allein auf die Schultern nehmen!" rief er. Doch gleichviel, jetzt bin ich da und werde mn mein gutes Recht nicht wieder streitig machen lassen." Er hatte während drs Sprechens die Hand der Gräfin in seinen Arm gelegt und schritt mit ihr den moosbewachsenen Pfad, der sich um den See zog und zwischen diesem und dem Gebüsch nur gerade Raum für zwei Personen bot, auf und nieder. Jetzt legte er den Arm wie Schutz bietend um ihre Schulter. Franziska zuckte leicht unter dieser Berührung, entzog sich ihr aber nicht und schaute mit einem tieftraurigen Blick zu ihm empor. Arme, arme Franziska. wie schwer haben Sie tzelitteu!" sagte Baron Lichtenberg voll tiefen Mitleids und nahm ihre Hand liebkosend in die f einige:
wie hätte ich denken sollen, als ich I von dem Grasen Abschied nahm, daß. ich ihn nicht wiedersehen, würde! Er schien noch so lebensfroh, so rüstig!" ,Das war er beinahe, bis zum letzten Augenblick." Man hat mir erzahlt, er sei erst am Tage vorher von einer Reise nach Berlin zurückgekehrt?" Die Gräfin bejahte mit einem schweren Seufzer. Und Sie kennen? keine Veranlasfung zu der Katastrophe?" Sie verneinte ebenso kurz, und der Baron fuhr fort: Nun,, Ihr Vater ist glücklich zu preisen, daß er so leicht und schmerzlos den Weg gehen durfte, der uns allen bevorsteht. Lassen- Sie sich von dem schmerzlichen Ereigmß nicht zu sehr niederdrücken, denken Sie auch ein wenig an das, was Ihnen noch geblieben ist." . " O Botho!" erwiderte sie abwehrend; aber er ließ sich nicht unierbrechen. Sie hatten auf ihrem Gangewieder eine der in kurzen Zwischenräumen aufgestellten Bänke erreicht, er zog sie sanft darauf nieder, nahm neben ihr Platz und sprach weiterr Sie dürfen mir nicht wehren, auszusprechen, was ich auf dem Herzen habe, Franziska, dürfen nicht sagen, der Zeitpunkt sei schlecht gewählt, angesichts Ihres frischen Schmerzes. Gerade jetzt muß ich reden, muß Sie bitten, in meiner Liebe einen Ersatz zu finden für das Verlorene. Franziska, ich weiß ja, daß Sie hoch über mir stehen, aber wer ist Ihrer denn würdig? Wer erreicht Sie? Wer aber auch könnte sich messen in der Liebe, die ich für Sie habe?" ' Er beugte sich zu ihr nieder und sie legte die Hände auf die seinen und blickte ihm in das gute, grundehrliche Gesicht, das völlig verklärt schien von Liebe und Hingebung. Stark war die Versuchung, ihre Arme um diesen kräftigen Nacken zu schlingen, sich an seine breite Brust zu werfen und zu sprechen: Nimm mich hin, schirme, schütze mich vor allen Stürmen des Lebens, laß Deinen Arm mir Stütze, laß Dein Haus den Hasen der Ruhe sür mich sein." Aber sie wies diese Regung mit der ihr eigenen Selbstbeherrschung von sich und sagte: Nicht so, mein Freund! Ich danke Ihnen, danke Ihnen wie der Verschmachtende in der Wüste dem danken mag, der ihm einen frischen, erquickenden Trank reicht, aber es kann rnckji sein!" Franziska! Was sagen Sie da! Sie weisen mich zurück! Sie lieben mich nicht?" Sie wollte bejahen; aber ihreWahrheitsliebe trug den Sieg davon. Botho! Sie können das im Ernst nicht glauben!" flüsterte sie und barg das tieferröthende GesiKd an feiner Schulter. , Also doch!" jubelte er. O, nun ist Alles gut, ich bin der Glücklichste der Sterblichen!" und er zog sie m seine Brust, bedeckte, ohne daß sie es hindern konnte, ihr Gesicht mit Küssen. Erst nach einigen Minuten gelang es ihr, sich von ihm loszumachen und mit erschrockenem Tone und schier entsetzter Miene zu rufen: Lassen Sie ab. Baron Lichtenberg, was haben Sie gethan?" Meine Braut geküßt, was ist dabei für ein Unrecht?", . Ich bin nicht Ihre Braut; kann es niemals sein." Aber Sie sagten doch, daßSie mich lieben." Das will und kann ich nicht leug nen, dennoch kamr ich nie Ihre Frau werden," erwiderte sie tiestraurig, aber fest. Er schüttelte den Kopf. Das begreife ich nicht. So lange Ihr Vater iebte. gab es wohl ein Hinderniß, nicht sür mich, aber für Sie; ich hätte dem alten Herrn gern Sohnespslicht erwiesen, Sie aber deutet? mir mehrmals an, daß Sie Ihren Vater nicht verlassen könnten, und ich habe, geschwiegen, so hart es mich ankam. v Jetzt aber, Franziska " Jetzt stellt sich unserer Verbindung ein Hinderniß in den Weg. unüberwindlicher als alle, die ihr bisher entgegengestanden haben." unterbrach sie ihn. Sie haben noch nicht Alles gehört. Botho. Der Tod meines, Vaters ist nicht das einzige Unglück, das mich betroffm hat." Was sonst noch?" fragte er , erschrocken. Ich bin eine Bettlerin. Wie ist das möglich? Sie sind Ihres VaterS einziges Kind." ' Hören Sie nur zu." Sie zog ihn wieder neben sich auf die Bank und erzählte ihm von der Reise ihres Vaters
und dem Zweck derselben, vött den verschwundeueri Werthpapierenz dem fehlen den Depotschein. Baron Lichtenberg war nicht nur in seiner äußeren Erscheinung der ausgesprochene Typus eines märkischenEdelmannes, sondern' auch in seinem Wesen "nd Charakter. Durchaus nicht unbe--Ab nicht ohne höhere Interessen, ein cptti Offizier, so lange er als solcher bei den Kürassieren ' in Brandenburg gestanden hatte, ein tüchtiger Landwirrt, auf seiner Scholle, aber nüchtern und ckwerfällig, dabei jedoch von einer '.nex'chöpflichen Herzensgüte. Diese wer es denn auch, die die Gräfin angescncn und immer wieder versöhnt und fesselt hatte, wenn sie manches an ihm auszusetzen gehabt, während für ihn das ganze Leben in ihr eingeschlossen lag. Zuweilen hatte sie ihn durch ihren allzu großen Stolz verletzt und abgestoßen, zuweilen hatte er sich aufgebäumt, wenn sie, allerdings in der ihr eigenen vornehmen Weise an ihm gemeistert und erzogen hatte: aber er lag doch fest und unlösbar in ihren Banden, konnte sich kein anderes Glück ausmalen, als sie zu besitzen und ihr eigen zu sein. Und auchFranziska liebte den wacke--ren Menschen; wie tief urrd innig, das wußte sie erst jetzt, da ihr Stolz ihr gebot, seine Werbung zurückzuweisen.. Wie oft hatte sie sich die Stunde ausgemalt, wo ihr lieber, schwerfälliger Botho endlich das entscheidende Wort über die ungelenke Zunge bringen würde. Hatte sie selbst diesr Stunde theils aus Laune, theils aus Rücksicht für dcnVater hinausgeschoben,, so hatte sie doch gewußt, daß sie eintreten würde. und das Warten darauf hatte noch seinen besonderen Reiz gehabte' ' Und nun war sie gekommen- und sie mußte ihn zurückweisen! Immer war sie in ihrem Verhältniß zu- einander die Gebende, die Herrschende gewe sen, und er hatte sich willig untergeordnet; ihr Stolz verbot ihr. jetzt von ihrem Piedestal herabzusteigen;: und es waren auch noch andere Erwägungen,, die sie leiteten. Sie batte ihreErzählung schon mehrere Minuten beendet, und Baron Lichtenberg schaute noch immer schweigend und nachdenklich vor sich hin. Sein guter, aber etwas langsamerbehender Verstand brauchte immer Zeit, Gehörtes in stch aufzunehmen. Endlich sagte er aufblickend: Ich kann nicht glauben, daß die WerthpaPiere vom Erdboden verschwunden sind. Sie müssen wieder zum Vorschein kommen-. Es wird doch ein Verzeichniß davon vorhanden sein." Sie schüttelte den, Kopf. Rein; ich habe Alles durchsucht; es ist nichts vorhanden, was Aufschluß geben könnte." Und Sie trauen diesem Böster?" Vollständig." Wollen sich bei seiner Versicherung beruhigen? Nichts gegen ihn uniernehmen? Darf ich " Sie fiel ihm schnell nbt Rede, und berichtete ihm, daß sie ihrem Onkel, dem Regierungsvath v. Boltenstern, Vollmacht gegeben, nach seinem. Ermessen vorzugehen, hinzufügend:- .Ich that es auf fein Andringen gegm meine bessere Ueberzeugung, denn ich halte Böster für vollkommen rechtschaffen und weiß, daß nichts Miedet zum. Vorschein kommen wird." , Lichtenberg schüttelte ungläubig den Kops und erklärte, die Sache ruhe ja bei demRegierungsrath in viel geschickteren Händen als bei ihm, dann aber fragte er wieder in seinem wärmsten Ton: Was aber hat das mit uns beiden zu schaffen, Franziska? Mag-das Geld für immer verschwunden sein oder wiedergefunden werden, es ist doch wahrlich kein Werthmesser, für ie." : Das ist es nicht," en-tgcgnete sie mit einem stolzen Aufschlag ihrer Augen, trotzdem darf ich seine Bedeutung nicht unterschätzen. Ich kann, wie die Verhältnisse jetzt liegen, Ihre Frau nicht werden. Bei ruhigem Nachden km werden Sie das selbst einsehend Nichts sehe ich ein, als daß, Ihr Besitz der größte Reichthum ist, der einem Manne zu theil werden kann," rief er begeistert. Sie sind cm Edelstein " ' Der der Fassung bedarf!" fiel sie in einem Ton em, berechnet ihn-zu ernüchtern, und er. fühlt sich auch davon angefröstelt. Dennoch sagte er: Wenn ich nach Ihrem Besitz, als nach meinem höchsten Erdenglück strebte, so habe ich wahrlich dabei nicht an. das Vermögen Ihres Vaters gedacht." Dieser Versicherung bedarf es nicht," entgegnete sie wieder warm und drückte ihm die Hand. Dennoch war es gewissermaßen der Hintergrund, von dem mnnBild sich abhob; nun dieser verschwunden' " Ist das Bild mir nur noch theurer, noch herrlicher!" unterbrach er sie. Franziska, noch einmal bitte ich Sie, lassen Sie mich Ihnen Ersatz für das Verlorene bieten. Lassen Sie michSie in mein Haus führen als dessen Herrin, als mein geliebtes Weib. Sagen Sieja!-, Ich kann nicht, ich darf nicht, um meinetwillen und auch um Ihretwillen nicht. Ich körm4e den Gedanken nicht ertragen, als armes Geschöpf an Ihrer Seite zu leben." (Fortsetzung folgt.) X " Deutlicher Wink. Köchin: August, hier haste eene jroße Wurst, ufs Deine Beförderung zum Jefreiten." Grenadier: Aber Jettchen, ick habe doch zwei Knöppe jekriegt!" Am frühen Morgen. Bummel: Na, Suff, Du kommst wohl schon aus dem Colleg?" Suss: Nee, aber aus der Probirstube; ich halte eS immer mit dem schonen Satz Probiren geht über Studlren! und befinde mich sehr wohl dabei!"
Für öle Mcyc. Linsensuppe auf italienische Art. Man weiche die Linsen bereits einen Tag vor dem Gebrauche ein. was sie, wie alle anderen Hülsenfrüchte, nahrhafter und leichter verdaulich macht; dann wellt man sie in Wasser aut ab und streickt sie durck ein
Sieb. Unterdessen kocbt man Wurzelzeug und eine Zwiebel, alles feingeschnitten, in Schinkenbrühe oder kräftiger Bouillon von Fleischertract weich, gieb: das Linsenpuree hinein und läßt alles etwa eine Stunde miteinander kochen. Vor dem Auftragen reibt man ein. Stückchen Parmesantäse, läßt dieS in der Suppe einmal, aufkocheu und richtet dieselbe an. Zwiebelfleisch. Von übriggebliebenem, gekochtem Ochsen- oder Rindfleisch , schneidet man hübsche Scheiben und bestreut sie mit Salz und Pfeffer. Sodann röstet man in heißer Butter länglich geschnittene Zwiebeln hellbraun, legt das Fleisch hinein und brät es rasch an. Ist dies, geschehen, so gießt man etwas Fleischbrühe, sowie Essig nach Belieben daran, läßt alles noch tüchtig schmoren und richtet da5 Fleisch mit einer kurzen Brühe an. Die Zwiebeln legt man auf die Schnitten, so daß sie schön braun bleiben. Kalbs -Ragout cruf englifche Art. Man schneidet 3 bis 4 Zwiebeln, in dünne Scheiben, röstet sie in Butter,, fügt einige Pfefferkörner, ein Lorbeerblatt,. 3 Nelken, und einen Kaffeelöffel voll Curcuma,. sowie eine Prise Salz hinzu, füllt dies mit. einun Pint Fleischbrühe, auf und.'dämpft. die Tendrons darin weich, worauf man ste in zollgroße Stückchen schneidet. Die Brühe wird durchgeseiht und mit einer hellen Mehlschwitze verkocht,, die Knorpelstückchen werden wieder hineingelegt, ebenso etwa.2 Dutzend Weichgedünstete, kleine Champignons und eine gleiche Anzahl in Butter gedämpfter, kleiner Zwiebeln; man läßt alles noch eine kurze Zeit zusammen dämpfen und giebt das Ragout dann in einem Reisrand auf. Wildenten.. Wildenten, welche nur in frischestem Zustande wohlschmeckend sind und fchnell verderben, was allen Wasservögeln gemeinsam ist, werden wie anderes Geflügel gerupft, gesengt und ausgenommen, schnell gewaschen und zugerichtet. Man bratet sie vielfach am Spieß über offenem Feuer, wobei man sie erst fünf Minuten über der Flamme dreht und bräun und dann mit dem Begießen mittels Butter beginnt; nach einer guten halben Stunde ist die Ente gar. Wildenten von der. See haben stets einen thranigen Geschmack, welchen man nur durch Abziehen der Haut entfernt; hat man dies besorgt, so bratet man die Enten wie anderes Wild oder Geflügel in Butter oder, gemischtem Fett schön braun und giebt, wenn der Braten bald weich ist, einige in Scheiben geschnittene Aepfel in die Sauce. Legt man die Wildenten in eine Marinade von Rothwein,. Essig und Gewürzen und läßt sie darin 23 Tage, so wird man selbjt von alten Enten noch einen wohlschmeckenden Braten erhalten. Käse - Spätzle. Erstens 1 Pfund Mehl,. 23 Eier,, 1 Löffel Salz werden mit Milch angerührt, so daß es einen steifen. Teig giebt, der geschlagen wird,, bis er Blasen wirst' Davon werden kleine Spatzen ausgestochen und in kochendem Salzwasser gekocht, bis sie obenauf schwimmen. Dann nimmt man sie heraus, legt sie lagenweise in. eine, bestrichene. BratPfanne dazwischen wird geriebener Käse gestreut.. Zuletzt gießt man eine halbe Tasse warme. Milch darüber und läßt dies nochmals gut aufkochen. Zweitens: Folgender Teig wird gebücken:. 3 flache Eßlöffel Mehl mit einer. Tasse Milch zart rühren,, auf dem Feuer mit einem Löffel Butter glatt abbrennen, noch heiß mit 4 Eiern misehen, ein Viertel. Pfund Parmesankäse und etwas Salz dazu, geben. Häufchen abstechen und in schwimmendem Fett backen. Sofort serviren, sonst fallen sie zusammrn. Pfirsiche aufFerufchmed.t x A r t. Schöne, große auserlesene Pfirsiche werden geschält. Sodann bereitet man einen. Syrup aus Zucker und wenig Wasser gibt Citronensaft und etwas Vanille dazu und läßt dies dick einkochen. Dann wird die Frucht hineingelegt und zwei Minuten lang durchziehen lassen. Die Pfirsiche wer den sodann auf eine flache Schale gelegt, der Saft wird wiederum eintochen lassen, dann gibt man einen Lösfel Maraschino hinzu und gießt das über die Früchte. Sie müssen dann drei Stunden in Eis stehen, ehe sie servirt werden können, sollen dann aber vorzüglich sein. Geschmorte Rindfleisch. Sch erben. Ein Stück Rindfleisch, wie man es zu Rouladen nimmt und das gut abgelegen sein muß, wird in dicke Scheiben geschnitten, die man klopft, in Mehl nxndet und in Butter auf beiden Seiten braun brät. Man gießt eine. Tasse kochendes Wasser an die Scheiben, fügt eine gewiegte Zwiebel und etwas Eitronensaft dazu und schmort die Scheiben weich. Man nimmt sie aus dem Bratensaft, gibt 2 Löffel Kapern, eine Messerspitze Liebig's Fleischextract und so viel gerie benes Schwarzbrot dazu, daß die Sauce sämig wird, worauf man sie über die Fleischscheiben gibt. Natrontuchen für 6 8Perfonen. Ein Viertel Pfund Butter, zwei Tassen Zucker, vier Eigelbe, eine Tasse . Milch, sünf Tassen Mehl. Sast und Schale ton einer halben Citrone, drei Theelöffel Weinstein, ein Theelöffel Natron, das zu Schnee geschlagene Eiweiß darunter und sofort in eine gut ausgestrichene Form gefüllt. Er muß eine Stunde bei mäßiger Hitze gebacken, werden.
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