Indiana Tribüne, Volume 22, Number 7, Indianapolis, Marion County, 25 September 1898 — Page 9

Luviaua Tribüne.

Vezlags

Keppcn ßsscröoym. Von Friedrich Meister. Der Schooner Falke" lag seeklar an der Werft. Eben hatte man die letzten Ballen der Ladung übergenommen, und einige schmierige Matrosen waren unter Aussicht des gewohnheitsmäßig knurrenden und scheltenden Steuermannes beschäftigt, die ulen dicht zu machen. All klar?" fragte der aus der Kampanjeluk an D:ck tretende Capitän. Smiet los da!" All klar antwortete der Steuermann. Aber schall denn nich up de Passescheers töwt todte?" Ah wo!" versetzte der Schiffer, der sich nicht in bester Laune befand. De kommt nu doch nich mehr. Wi verpaßt bloß de gode Wind, wenn wi nich gau make." Er wollte eben einen weiteren Befehl über das Deck rufen, da kam ein dralles junges Mädchen erhitzt und roth eiligst über die Werst daher gelaufen, begleitet von einem etwa dreizehnjährigen Jungen; beide trugen allerlei Bündel und Gepäck. Da sind wir!" rief das Mädchen, durch die noch offene Ladepforte an Deck hüpfend. Erbarm', wie haben wir uns beeilen müssen! Ich meinte schon, wir würden zu spät kommen! Aber nicht wahr, Niklas, Du wärst ohne uns nicht in See gegangen?" Aeh wo!" antworteteKeppen Niklas mit einer Freundlichkeit, die nicht ganz echt zu sein schien, indem er der Angekommenen die Hand schüttelte, wobei seine Linke zugleich nach dem Ohr des Knaben angelte, der sich der beabsichtigten Liebkosung jedoch kühl entzog. Geh in die Kajllt, Marie, der Steuermann wird Dir Deine Kammer zeigen." Und zu letzterem sich wendend, fügte er hinzu: Korl. dat is Fräulein Schneidereit, mine Brüt, und de lütte Snäsel hier is ehr Broder, mein lieber Schwager." Korl, der Steuermann, setzte zu einer kurzen, linkischen Verbeugung an. ließ es aber bei dem Ansatz bewenden und geleitete die Passagiere in die Ka jüte. Als alle drei wieder an Deck er schienen, war der Schooner schon von einer leichten Brise und mit der Strömung bereits eine Strecke flußabwärts geglitten. Wie gefällt Dir Deine Kammer?" fragte der Schiffer, der am Ruder stand, das junge Mädchen. O, sehr gut." lächelte Fräulein Schneidereit. Sieh doch, was kommt da für ein großes Schiff!" Sie lief zur Reeling. um einen stromaufwärts ziehenden Dampfer zu betrachten, und bis über den Leuchtthurm von Neufahrwasser hinaus hattcn ihr der Schiffer und dr Steuermann eine große Anzahl von Fragen Über die verschiedenen Fahrzeuge aus dem Flusse und die Erschelnungen an beiden Usern zu beantworten. Der Steuermann machte den Vorschlag, das Abendessen auf dem Achter deck einzunehmen, toa! auch geschah. Wahrend der Mahlzeit -wurde Michel Schneidereit, des Schissers junger Schwager, eine Quelle verbissenen Aer gers für den letzteren, indem er in dem fristen ßnhffrttslf hr ,?n, fifrrnVi Zierde der Tafel bilden sollte, unausy w y mw v v v vvvivv hörlich Schnecken, Käser und eine Menge anderer Thiere fand und jedes einzelne dieser Geschöpse triumphirend . die Reih herum zeigte. Dessenungeachtet aber und trotz einer gewissen Beklommenheit, dieCapitän Niklas Eller dohm nicht abzuschütteln vermochte. verbrachte man den Abend unterScherzen und Lachen, bis es kühl wurde und die Küste in der zunehmenden Dunkelhelt verschwand. Um zehn Uhr zogen Marie und Michel sich zurück, kund Capitän und Steuermann blieben allein auf dem Achterdeck. Feine Marjell." sagte der Steuermann, schmunzelnd den Schiffer an I blickend, der jetzt trübsinnig am Ruder ltano. Ja. ja," entgegnete dieser dumpf. Du. Korl. wendete er sich dann plöd I tjc c rj.r"i. ' liui uii ven csauiien, ia oin vannig in de Kniep! Du hest kloge Kopp. Korl. Mensch, segg mi blot, wat ick iununyc uu. hju mtuu oocy ze scheed?" Natürlich weet ick Bescheed.- ant . rrr n .. in t rn wortete der Steuermann, der zwar i keine Ahnung von dem hatte, was den s Schis er bedruckte, der aber sein An sehen durch daS Eingeständniß seiner ! IltttnifTfttf, M.JCit ..Cp r.i wiwiiuiu uiui uu vspici legen wollte. Dat markt jo t blindet Peerd." De Frag is nu. wat fang ick an? i suyr oer veorangle Schiffer fort. Ja, dat ls a woll nu de Frag!" sagte der Steuermann. . Der Schiffer schüttete weiter sein Herz aus; Ick kann Di segge, Mensch. ick könnt Di reene mall wäre! Ick hww all dran dacht, de Schooner up de Grund to seit:, oder von een von de Damperö Swetseile to late. Mensch, denk Di bloß, wenn nu beide Marjells sick in Kolberg to sehne kreege!" In dem dicken Schädel des Steuerrnannö ging ein Licht auf, so hell, daß fein Blick sich formlich verklärte. Du bist doch mit Fräulein Schneidereit nich verlobt, wie?" forschte er. Gewiß bin ick dat; September wollt wi heirathe.", antwortete der Schiffer verzweiflungöv.7ll. Da, keek her, dat is ehr Ring." Mensch, erbarm' Dl, Oktober schasi Du ja doch de Aurelie Wallux hei rathe," remonstrirte der Steuermann. .Alle beed kannst doch uich nehm." .

Dat seag ick . ja man," versetzte Ellerbohm düster. Dat heww ick mi all immer seagt. aber davon ward de Sak nich beter. Ach. Korl. dat is ja min Unglück, min Hart is vcel to wttch. tom wenigsten yrgen Frugenslüd. Kaum bin ick langseit von so'ne Marjell, denn krupt min Arm ok all um ehr herum, ohn' dat ick sülben wat davon marken do." Korl fragte: Ja. aber Mensch, warum hast denn de Marjell" an Bord komme late? Wenn wi in Kolberg binnekomme, dann luert Aurelie doch all up di up de Werft." Kunn' ick ehr denn torüggholle?" jammerte der Schiffer. Wat de will, dat will se. Se is jo so bannig verleewt in mi." Dat is Aurelie ok," sagte der Steuermann. Ick weet nich. wat de Marjells an mi sehe. Korl. Weet st Du dat veellicht?" Kannst mi uphanqe. wenn ick dat weet." versetzte der ausrichtige Korl. Nich dat ick stolz dorup bin,? sagte der Schiffer. Min Bader was just so een. als ick. Mensch. Mensch, wat fang ick blos an?" Der Steuermann blickte tiefsinnig vor sich hin. Dann fragte er: Welk' von beede willst denn nehme? Welk' hast am leewsten?" Ja. wenn ick da! müßt!" antwortete Ellerbohm. Beed hewwe Geld. Bin ick in Danzig, denn gefallt mi de Marie. bin ick in Kolberg, dann mag ick Aurelien am beste liede. Korl. Mensch, ick segg Di. so wat iö schrecklich!" Dat is't," sagte der Steuermann. Ick möcht' nich Du sin, wenn d Marjells tosamme komme. Un dann is da noch de oll' Wallux un sine twee Söhn. Na, da kann dat wat afsette." Ick heww all dacht, ick will krank Ware un in min Koje bliewe," meinte der Schiffer, seinen Gefährten fragend anblickend. Un denn könne beede Marjells Di Plege " Ellerbohm machte eine trostlose Gebärde. Wie wär dat," begann Korl nach einer langen Pause von neuem, wenn ick Di disse een' afnehme dhät?" Dat wär ganz unmöglich, Korl," antwortete der Schiffer mit, großer Entschiedenheit. So lange Marie mi noch am Leben wüßt, wär da gar nich dran to denke." Der Steuermann blieb ganz ruhig: Na. ick könnt dat ja mal versöke. De Marjell aefallt mi. Soll dat gellen?"

Ja, Mensch, dat soll gellen." rief Niklas Ellerbohm, m des anderen dargebotene Hand einschlagend. Helpst Du mi ut disse Kniep, Korl, so will ick Di dat nie vergete!" Er rief einen der Matrosen achteraus. übergab ihm das Ruder und stieg in die Kajüte hinab. In seiner Koje fand er seinen zungen. Schwager, der sich im Schlaf in einen solchen Knoten geschlungen hatte, daß es ihm Mühe machte, ihn aufzulösen und auf die Seite zu schieben. Er legte sich neben ihn und schlief in wenigen Sekunden ein. Als Marie am nächsten Morgen so drall und frisch und strahlend am Frühstückstisch erschien, da wurde das Herz ihm voll und warm, und er mußte alle Willenskraft aufwenden, ferne Empfindungen niederzuzwingen. Nack beendetem Mahl beaaben die Passagiere sich an Deck, er aber zog den Steuermann mit sich in seine Kammer. Mensch." sagte er. ihn genau be trachtend, Du hast Di hüt morge nich aewasche. Denkst denn, dat Du en Eindruck up ehr mache kannst, wenn DuDi nich schmuck un fem upfliohlst? Na. ich denk, ich seh schmucker und seiner ut as Du, brummte versieuer mann. Dat is schon richtig," entgegnete der schlaue Schiffer. Ick will Di ja ok de Börhand late. Nu gah un raseer Di. un hier, nimm dat. Damit reichte er dem überraschten Schlsfsgenossen einen prachtvollen seidenen Schlips, glänzend roth mit grünen Tüpfeln. Ah wo." lehnte der Steuermann ab. Dat kann ick nich annehme. Nimm Du man." drängte Eller bohm. Wenn de Marjell überhaupt bitokomme is. denn is ehr mit so en Schlipps bitokomme. Ganz nige Mod. Korl. direkt ut Berlin. Ick will Di nich beraube. Niklas. erwiderte Korl. De Schlipps alleen helpt mi ok nix; ick heww la keen an ständig Stück Tüg antotrecke." Der Schiffer sah auf; ihre Blicke beaeaneten sich. Er unterdruckte emen Seufzer, wendete sich langsam seiner Seekiste zu. öffnete sie zögernd und langte einen nagelneuen blauen Tuch anzug heraus, in dem er vor Fräulein Wallux in Kolberq zu Paradiren gedacht hatte. Schweigend händigte er die Kleidungsstücke dem Steuermann ein. Der stand wie beschämt. So um nix un wedder nix kann ick dat nich annehme," sagte er dann. Tow en Oaenbllck. Er sprang in seine. Kammer irnd tarn gleich daiauf mit einem Anzug zuruck, den er vor seinem Commandanten auf den Tisch Niederlegte. Wat!" rief der, nach einem raschen Blick über die Kleider. Nee, Mensch, in so'n Lumpenkram würd' ick mi nich mal uphange!" Um so beter.- ntgegnete der Steuermann. Desto mehr stek ick as gegen Di." Der Schiffer fand dies nach einigem Hin und Her einleuchtend. Korl derwendete die grökte Sorgfalt auf seine Toilette und ging dann an Deck, um sich daselbst angenehm zu machen, wäh. rend Capitän Niklas sich in seiner Kammer herumdrückte und lange nicht den Muth fand, sich in des Steuer manns schäbigen, abgetragenen Loden unter freiem Himmel sehen zu lassen. .Wo ist denn eigentlich Kepperl

Ellerbohm?" fragte Fräulein Schneidereit, nachdem sie lange vergeblich aus

ihren Verlobten gewartet hatte. In seinerKammer," antwortete der Steuermann. Was thut er da?" forschte das Mädchen. Er kleidet sich an, glaub' ich." Fräulein Marie musterte den Anzug des Steuermanns mit beifälligem Lä cheln und bereitete sich auf etwaö Ueberraschendes vor. Das ward ihr denn auch in vollem Maße zu Theil, denn ein verkommener und strolchartiger aussehendes Individuum, alö Keppen Niklas darstellte, nachdem er endlich der Kampanjeluk entstiegen war, hatte man an Deck des Falke" noch niemals gesehen. Die Danziger junge Dame wurde ganz roth vor Scham und Unwillen, als sie ihn U trachtete. Aber Niklas." sagte sie leise zu ihm, erbarm Dich, wie siehst Du denn aus?" Mein Arbeitsanzug,- entgegnete der Schiffer kurz. Na. schon ihn nur recht und ruinire nichts." höhnte sie. eS würde schwer halten, passenden Stoss zum Ausbessern zu finden." Das laß nur meine Sorge sein," versetzte Niklas, dunkelroth werdend. Jetzt aber entschuldige mich, ich habe ZU thun." Das Fräulein blickte ihn bös an, biß sich auf die Lippen, wendete sich schnell ab und begann sofort auf das eifrigste mit dem Steuermann zu so kettiren. Niklas beobachtete die beiden mit wechselnden Empfindungen, wäh rend er sich allerlei an Deck zu schaffen machte. Sein Grimm aber stieg auf den Siedepunkt durch das Benehmen des Kochs;, dieser würdige Seefahrer, der nicht civilisirt genug war, um sich verstellen zu können, kam zu wiederholtenmalen aus der Kombüse heraus, um sich den Schifser kopsschüttelnd zu betrachten. Bon Stund an trat eine Erkaltung zwischen Niklas Ellerbohm und Marie Schneidereit ein. die im Laufe des Tages mehr und mehr zunahm. Zwar kamen noch Momente, wo des Schis fers Herz wieder schwach zu werden drohte, aber der wachsame Steuermann war stets sogleich bei der Hand, einen Rückfall'zu verhüten. Er sorgte dafür, daß der Schiffer stets zu thun hatte und auch immer mißlaunig war, und Fräulein Marie, bisher an die unermüdlichste und zuvorkommendste Aufmerksamkeit ihres Anbeters gewöhnt, wußte nicht, ob sie über diese plötzliche Veränderung desselben erstaunt oder erzürnt sein sollte. Jedenfalls fühlte sie sich tief verletzt und zurückgesetzt. Im Laufe eines einzigen Tages hörte sie ihn viermal sagen, die eigent liche Braut und Geliebte eines echten Seemannes sei sein Schisf, und dabei behandelte er seinen zukünftigen kleinen Schwager, der nur Zärtlichkeiten von ihm gewohnt gewesen, jetzt beinahe menschenfresserisch, bloß weil der arme Junge sich erlaubte, ihn wegen seines despektirlichen Aeußeren ein wenig zu necken und zu hänseln. Am vierten Abend der Fahrt stand der Schiffer wieder einmal am Ruder, wie das so auf den kleinen Küstenschoonern Sitte und Gebrauch ist. Da kam der Steuermann herangestapft und schlug ihm herzhast auf die Schulter. De Sak is nu richtig. Niklas," sagte er. De feinste Marjell von ganz Danzig. de hast Du nu verloren." Aeh wo." entgegnete. der Schisser ungläubig. Ja. ja, kannst Di drup verlate," versetzte der andere. Hier hast ok Din Ring wedder. Se derf crn nu nich länger dreege, dat lied ick nich." Keppen Ellerbohm nahm den Ring, betrachtete ihn wie abwesend und steckte ihn in die Tasche. Ihm war, als träume er. Wie hest det man anstellt?- fragte er nach einer kleinen Weile. O Mensch, dat was keen Kunst. stück," antwortete der Steuermann. Ganz einfach, sie liebt mir mehr, als sie Dir geliebt hat." So!" brummte Keppen Niklas sinster. Ja," nickte sein glücklicher Nebenbuhler seelenvergnllgt. Wat hest to ehr seggt?" verlangte der Schiffer zu wissen. Der Steuermann dachte nach. So genau weet ick dat nich mehr," sagte er dann. Natürlich heww ick Di so schlecht makt. as ick dat man irgend fertig kreeg, da kannst Gift up nehme. Nöthig weer dat nu zwarscht eegentlich nich.denn veel hat sie sich aus Dich niemals nicht gemacht, dat sind ihre eigenhändigen Worte." Na. denn wünsch ich Dich viel Glück," sagte der Capitän des Falke" feierlich, nach einem langen Stillschweigen. Wie meenst dat?" fragte der Steuermann schnell und scharf. Keppen Niklas ariss sich an dieKehle, als stecke ihm ein Hinderniß darin, So 'ne Marjell," versetzte er lang. sam, so 'ne Marjell. be sick mit twee Mannslüd toglik inlate dhot, so 'ne Marjell is nix nich werth. Ick mag t nich. nee, nich um dusend Daler!" Der Steuermann schaute ihn betrosseit an. Mark Di, wat ick Di segg." fuhr der Schifser mit Erhabenheit fort. De Sak ward Di noch fcci warn. De Marjell hat keen Ballast. Duert nich lang, dann ward' se achter t frisaze Schlips herloope. Mark Di. wat ick Disegg." ' So? Meenst. Din Schlips het dat alleen dhan?" entgegnete der Steuermann höhnisch und ingrimmig. Mensch, erbarm Di. ja!" lachte Keppen Ellerbohm bitter. Min Schlips un min SUnndagLtüg!" Da bist verkehrt." versetzte der andere. .am verkehrt. Nee. Kevven

Elletoobm, mit , Din Schooner Und mit Din Navigatschon weetst Bescheed. aber mit de Marjells weetst keen Bescheed. Dat oll Lumpentüg un din Murre un Knurre, dat het't.nich dhan. De Marjell is good. un Ballast het se ok. Se wull nix nich weete von mi. gar nix nich- segg ick Di. bet ick ehr de Geschichte von Aurelie Wallux vertellt hadd." Dat hest ehr vertellt?" rief der Schiffer wüthend. Ja, dat heww ick," sagte der Steuermann. Toersi spuckte se Füer un Fett. Hernachens aber mußt se doch lache, wenn se Di in mine olle Lumpe so an Deck rumhüppe sah. Manchmal kunn se't nich länger utholle. dunnleep se dal in de Kajüt, um Di nich grad in't Gesicht rin to prutsche. Dat's ne Marjell, sagg ick Di! Still, se kommt." - Wahrend er noch redete, war Fräulein Marie die Kajütstreppe heraufgestiegen. Als sie die beiden Männer im Gespräch sah. blieb sie in einiger Ent. fernung von ihnen stehen. Komm her, Mariechen." sagte der Steuermann. Ich habe ihm alles erzählt." O!" kam es leise über des Mad-

chens Lippen. Ja." redete der Steuermann we:ter, ich muß immer all klar sehen un Keppen Ellerbohm auch. Er ist kreuzsidel. weil er die Sorge nu vom Herzen hat." Niklas Ellerbohm liek einige unartikulirte Töne hören, wahrscheinlich, um deS Steuermanns letzte Behaup tung nichtLLgen zu strafen. Dann aber überließ er diesem hastig das Ruder und ging nach vorn, - Am Firmament funkelten dieSterne bell und vräcktia. und ein ruhiges Gemüth hätte sicherlich viel Freude in der Betrachtung deS herrlichen Nachtyimmels gesunden; unseren Schisser interesürte daSBenebmen des jungen PaareS dort hinten am Ruder jedoch so ausschließlich, daß er keinen Blick für die großartige Natur übrig yalte. Korl und Marie waren ganz verfunken ineinander; ihr Liebesgetändel versetzte den indignirten Capitän in eine wahre Weißglühhitze des Zornes. Mehrmals war er nahe daran, seine Autorität als Commandant auszuüben und den Steuermann unter Deck in Arrest zu schicken, allein, wie die Umstände lagen, ging dies nicht gut an. und so begnügte er sich endlich vamit. den beiden mit schwacher Stimme . v i am . r r V f! Js. 1-m gute vcaqt zu wunden uno jiaj m seine Kammer zu verfügen. Hier fiel sein Blick auf Michel Sckneidereit. der breit in seiner, des Schiffers. Koje lag und friedlich schlummerte. Ohne ein Wort zu sagen, nahm er den sich verschlafen Sträubenden auf und deponirte ihn in des Steuermanns Koje. Dann legte er sich, mit einem dumpfen Weh in Kovf und Herz, selber zur Ruhe.. ' Am nächsten Tage gab es anfangs etwas Verlegenheit und Beklommenheit. das aber verging bald, und die drei erwachsenen Insassen der Kajüte kamen ziemlich gut und glatt mitein ander auS. Am unbehaglichsten fühlte sich der Junge; keiner hatte ihn in's Vertrauen gezogen, und so war das Gesicht, daS er aufsetzte, wenn der Steuermann seine Schwester zärtlich umscklana. stets des Stiftes eines Zeichners werth. Ich bin wirklich neugierig, dieses Fräulein Wallux zu sehen," sagte Marie mit ihrem frischesten Lächeln. als man gemeinschaftlich bei Tische saß. Das kannst Du bald haben, Mariechen." versetzte der Steuermann. Paß man Acht, wenn wir binnenkommen: dann steht sie auf der Werft und winkt ihm mit ihrem Taschentuch. Morgen Nachmittag sind wir da Er hatte sich bei seiner Vorhersage jedoch um ewige Stunden verrechnet; die Brise, die während der ganzen Fahrt nur flau gewesen, flaute gegen daS Ende derselben noch mehr ab, so dak es bereits aanz finster war. als der kleine Schooner endlich den Hafen erreichte und an seinenLiegeplad lang seit der Werft heranholte. Auf dem nur spärlich erleuchteten Bollwerk ließ sich, außer einigen Lungerern, Niemand sehen. Der Schiffer stand' auf dem Achter deck und schaute die Werft hinauf und hmab. Sie ist nicht da," sagte der Steuer mann. Konntest sie so spät auch Nicht mehr erwarten. Es ist ja zchn Uhr." Na, dann gehe ich morgen zu ihr. erwiderte NiklaS. Er war eigentlich enttäuscht, weil Marie nun, wo er mit ihr klar" war, nicht Zeugm semeö Wiedersehens mit Aurelie werden konnte. ' Er überwachte noch daS Festlegen des Fahrzeugs an den Poldern, dann stieg er hinab in die erleuchtete Kajüte. Marie und der Steuermann folgten ihm bald, und man beschloß, sich noch elne Weile mit einer Partie Schas -wE 1. 1 - r.:x . ... ' n 0" öu verireioen. ; Eine halbe Stunde mochte vergangen sein, da hörte man einen schweren Schritt oben auf dem Achterdeck und gleich darauf dröhnt eine Stimme, die wie ein heiseres Nebelhorn klang, die Kampanjeluk herab: Keppen Ellerbohm an Bord?" Hier!" rief der Schiffer, seine Karten niederlegend. Jut, ick komm dal sagte die Stimme, und kaum hatte der Steuermann noch Zeit, seinem Mariechen zuzuraunen: Der alte Wallux!" da drängte sich auch schon eine mächtige Gestalt durch die Kajütsthür und streckte den beiden Seeleuten di? große Hand entgegen. ' Ju'n Abend, Keppen, 'n Abend. Stüermann." dröhnte der alteWallux. Dann richtete er schnaufend, denn er war noch etwas außer Athem, seine Blicke auf daS Fräulein und wartete. ' .Dat is den Stüermann leine

öraut," sagte Ellerkohnt ffltt eltvaö

stockender Stimme. Fraulern Schnei. demt. Setzen Sie sich, Keppen Wallux. Korl, kreeg de Geneverbuddel rut." Danke, vor mi nich." erklärte Capitän Wallux fest, wenn auch nicht ohne einige Ueberwindung. Niklas Ellerbohm und sein Steuermann machten kein Hehl aus ihrem Erstaunen über eine so ungewohnte Enthaltsamkeit; ihr Besucher aber nahm davon keine Notiz, er rückte unruhig auf seinem Stuhl, als befände er sich unter einem Druck. Nach einer langen Pause, während welcher die anderen ihn mit iniger Spannung beobachteten, streckte er abermals seine Hand aus und schüttelte EllerbohmS Rechte mit vieler Wärme. Der junge Schiffer, von so viel ZuNeigung und Hochachtung gerührt, murmelte ein paar unverständliche Worte. Nunmehr erhob sich der Alte, legte seine schwere Hand auf Ellerbohms Schulter und sah ihm in's Gesicht: dann schüttelte er ihm zum drittenmal die Hand und klopfte ihm sanft den Rücken. Is wat passeert?" fragte der Capitän des Falke- und stand gleichfalls r l. . l ti . aus. ocnn mtt merlwuroigen Gefühlsäußerungen des alten Herrn beunruhigten ihn. Aurelie se is doch woll nich krank?" Schlimmer as dat. veel schlimmer aö dat. min arme Jung." antwortete Capitän Wallux. Se is verheirat't! Niklas Ellerbohm stand wie vom Donner gerührt. Seit wenn?" brachte er endlich mühsam hervor. Seit Donnersdaq vor veertein Dag. Vörmiddags Klock halwig ölden, sagte der Alte. Un Er? Wat is Er?" Feldwebel. Siebentes Pommersches Infanterie - Regiment Nummer 64, erstes Batteljon, dritte Compagnie. Dat helpt nu nich mehr. Ich hatt's Dich ja schreiben können, aber ich dacht, ich wollte Dich lieber so allmälig beibringen un mündlich sagen. Holl de Ohren stief. min Äung. et giwwt noch mehr DeernS an Land." Er nickte den Anwesenden kurz zu. wendete sich, stampfte die enge Treppe hmaus und verlieh das Fahrzeug. Capitän Ellerbohm war wieder aus seinen Stuhl gesunken. Eine Zeitlang saßen alle drei ganz still, ab und zu nur tauschten Korl und Marie einige gewispert? Bemerkungen aus: endlich. als daS Schweigen drückend wurde, zogen die beiden sich m ihre Kammern zurück. Jetzt saß der Schifser allein am Tische, die Blicke verloren auf einen Astknoten in der gegenuberue genden Holzwand gerichtet. So saß er noch lange. Das allenthalben, herrschende tiese Schweigen wurde nur gelegentlich durch em leises unterdrücktes Kichern hinter der Kammerthür des Mädchens unterbrochen und auch aus dem Schlafraum des Steuermanns wurde ab und zu em ersticktes Prusten und Gurgeln vernehmbar. Die ausgehende Lampe rief ihn end lich in die Wirklichkeit zurück und nun suchte auch er still seme Koje auf. ModerneHüte. Sie: Ach sieh mich doch an. Dänne. ich glaube, mein Hut sitzt schief." Er: Absolut nicht; der Hut sitzt ganz gerade." Sie: Na, ich sag's ja: wenn er ganz geravc sitzt, dann sitzt er doch schies!" Logik. Bauer (welcher aus der Residenz wieder in seine H-imath abfahren will, am Fahrkartenschalter): A Billetle nach Böblinge!" Kassirer: Einfach der retour?" Bauer: Narr! Redcur; ich bin ja von Böblinge!" T r ö st u n g. Ach. ich glaube, der kluge Doktor wird mich einfaches Mädchen am Ende doch nicht heira-then.-Nun, nun, eine Dummheit pflegt ja der Gescheidleste 'mal zu machen." m ,,, m Qövnbtit sitzt im Olnt. Reineß Llut bedeutet reine Haut. Ohne diese keine Ochönheit. Caöcaretö, Candy Cathartie reinigen bat Olut, kräftigen die Leber und entfernen alleö Unreine aus dem Körper, gangen Sie heute an, Pusteln, 0e schwüre, Mitesser und so veiter zu vertreiben. Ochönhett für 10e. In allen Upotheken. Zusriedenstellnng aarantirt. 10c 26e. LOe. Große Auswahl junger, mexikanischer fßa$ agei e n $4.50 und aufwärts. ' Junge Spotlvögel 2.00 und $2.60; jede, Vogel garantirt. C F. Klepper, 433 MassaöulettS Ave. Aeraert Dich Dein Auge f !ke cl tcht an, xl werse cl fttctt Xx stzndent ende Dich a an Dir für Deine uge da nöthige Sla anfertigt. SÜnftltche Sugen erde schmertl! 'aeletzt. , O Villen ach lese Ctctlalc lex Cngex trn tcstfct. ..

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