Indiana Tribüne, Volume 22, Number 7, Indianapolis, Marion County, 25 September 1898 — Page 10

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Hlcchtcs ,.aSetS thu alleS, wavon ihnen dehaup. U wird, und sind eine wirklich wundervoll Mediz,. Ich habe oft ein Medizin gewünscht, die angenehm z ehme ist. und endlich habe ich sie in Calcantl ge fünde. Seit ich sie gebrauche, ist mein Blut gkreiniat. ad mein Teint hat sich wundervoll gebessert, und ich säy micy denn in ioet Beilegung.EU!, eallic E. etllai, Lutttell, Tenn. genedm, sdmackvaft. trksam. Schmekk gut, Vm gui. macyen tue tränt ccer ichma, veruriache !eme Schmerze. 10c. 25c. fiüc Helle Vodkaa. 8 toriin Utmmtf Cmmpmmj, hin, I, Tat. ZI? TO-BACÄ Q?ttc(it&ett. Dr. WILH. H. KLUGE, Bade-Arzt tt i. .,, o . I -:- Haughville Sanitarium.-.-lM 8Ä5?Ä ilderS Rheumatismus, Podagra. Maaen . fonberS Lungenleiden, Nervosität und chronische Ge schlechtökrankheiten. Osficestunden von 1 bis 5 Uhr. Wohnung : Jrvingt on. r.G.G.RMss hat seine Osftce nach dem Yilloughby Gebäude. No. 224 Nord Meridian Str., erste Siagc. verlegt. Ofnck'Stunden : Bon 1 bil 4 Uhr Nachmittag! Telephon : Office 292 Wohnung 936. Die.Wotznung bestndtt sich wie bilher : 1337 Nord Pennsylvania Straße. Dr. Louis Burckliardt, No. 1134 Süd Meridian Straße. Sprechstunden: Vkorgen un 7 dendl. Villoughby Block. 224 Nord Meridian Straße. Sprach stunden: Z 4 Nachmittag. Tel. 2323. Dr. I. Bühler, 1L0 Sst ZNcünrty Ltr. Sprechstunden : 8 bis 9 Uhr Vorm. ; 2 61 3 l hr Nachm.; 8 bis 9 Uhr Abends. Telephon 1446. rrchuunde : Vonntaa T ortttaa. Die Ofsice von Dr. H. PINK und Dr.COLE, befindet sich in N. 24 Ost CM Straße. Telephon No. 927 wie bisher. C. C. EYERTS, Deutscher Zahn - Arzt. No. 8 z Nord Pennsylvania Gh. 08 wird aus Wunsch angewandt. WALTER FRANZ, Zahn-Arzt, ??o. Ost Market Strabe. Coffin lock. Atmmer 4Z. OkNee.etund: 9 61 12 in.. llilSftnt.. 7 6119 Abend. Sonntag 10 Uhr Bm. i 2 Uhr H Alle Teutschen trinken Scebach's Thee. (Deutsche Schweizer Kräuter.) ist beseitig, rtvve. r.'' v., 2"ae. regulirt,! Leber, stärkt di VHttu, besördert Stuhlgang ; t, sonder Ttranen zu mpsehle. Pvstfrei bOt. ?zeten ,.lazt. B. Seebach. Peru, Jll. WMIi?BBW!s K) 1 in tu, wer 8onrri3a mm uksluU u im unii jiganeii durch antal'Mtd, f,khben otz, Undkquel!chk,. Vnil $1.00, M alle $Ui1Wtt V. O. Vex l. fU York. S2S2SZS2SHSSSaSSS'iS 0HCE TR1E0, HW; 0SED. f 7 I i i I BAR FIXTURES, . I DRA!N BOARDS l ANDAU -Ji 7ir -v n m. sbr-.-fs. ACm Tin Ainüt uro3ö, uupym ClInLn! nnrf n!l KItchcn Atd Olntftri Utnnt!!fL l Clnsa. VOOd, Marblnt-1 tt i 4 I s CEORCE VM. UOrrtAAH,. Vuituurn b4 fropTUtoc ! a9fiCiTWSHiiiT0SrtaeiAAdus HäE BAR-KEEPERS FR1EK0. VlTfiyirin Zum Verkauf in Apotheken 25 CentS per Pfund. Unterstützt die S-WM tW?, betriebe bo Nio ssld.

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jfc. 133, 140 und 143 besia Q.!lab hat sich ein Fragment vorgefunden l7!Q.Lon;crvitto.Ne--zniunter dem Titel: .Brästa'S MemoZ-

SnKel ZilKsig. Woher nehmen die Maler und die

Dichter ihre Gestalten? Je Irischer und lebensvoller sie uns aus dem Kunstwerk entgegentreten, um so mehr bilden wlr uns ein. dan sie emem Original treu nachgezeichner sein müs sen. ?für nichts ist daö kunstliebende Publikum so dankbar und empfänglich als für solche Mutheilungen aus dem Leben der Künstler, die auf die Mo delle hinweisen, die ihnen angeblich gesessen haben. In Wahrheit aber sind gerade die hervorragendsten Meisterwerke fast ausschließlich aus dem $xu zen und dem Kopf der Künstler selbst lxrvorgegangen. Die vollencxtsten Madonnen Raphaels und MurilloK, die Werther. Eamont. Kaust u. s. w. nicht topographische Nachbildungen des Lebens, sondern Schöpfungen aus innerer Offenbarung, aus dem eigensten Leben der großen Meister, zu denen die Außenwelt direct nur sehr wenig beigetragen. Als die Krone von ffrik ReuterS Werken Ut mine Stromtid" erschien, fc. ..berer slslr au '' ' welche lebenden oder gestorbenen , . ' Prachtmenschen zu suchen waren. Reuter erwiderte, mit Ausnahme deS fcVVVVV VV VIVI Spitzbuben Slusuhr und des alten Moses habe keiner von allen den Menschen gelebt. Onkel Bräsig also auch nicht, der uns doch, selbst wenn wir ihn nur m Junkermanns Buhneneffektstück gesehen haben, so lebendig vor Augen steht, wie einer unserer besten Bekannten. Es ist nun interessant zu beobachten. wie -diese Schöpfung allmählich im Kopf des Dichters reifte, bis sie in der Stromtld in jener Vollendung hervortrat, die ReuterS Namen Vorzugsweise die Unsterblichkeit sichert. A. Wilbrand hat m der vortrefflichen Lebenssklzze. die der Volksausgabe Reuters vorangestellt ist, auf den bescheidenen embryonischen Ursprung Bräsigs aufmerksam gemacht. Reuter gab ein Jahr lang 1855 56) ein, Wochenschrift heraus, Unterhaltungsblatt für beide Mecklenburg und Pommern' die alle politischen und religiösen Fragen ausschließen, um so mehr aber mit Witz und Behagen die localen Jnteressen besprechen sollte. Unter diesen localen Interessen standen die land' wirthschaftlichen obenan. Reuter war von Haus auö mit keinem Zweige menscblickxn Wissens besser vertraut als mit der Landwirthschaft. Sin Vater. Bürgermeister zu Stavenhagen, hatte als emer der ersten in Mealen bürg mit dem alten Schlendrian m der Agrikultur gebrochen, den Futter- und Handelsaemüsebau. Kümmel, und Runkelrüben in größerem Maßstab eingeführt, eine Krappmuhle und bau rische Blerbrauerei angelegt u. s. w. g!iJSC& ftflfc benjährigen Festungshaft ' mir Eifer die Theorie der Landwirthschaft studirte und nach der Entlassung zehn Jahre lang als praktischer Oekonom thätig war. Diese seine Kenntniß wußte er nun im Unterhaltungsblatt in der Weise zu verwerthen, daß er als immarittrter Inspektor Brasig" mit dem Herausgeber über allerlei landwirtschaftliche Fragen correspondirte. Der Inhalt der Briefe ist nicht eben bedeutend, aber er bekommt einen eiaenen Sfteta durcb die Svracbe des Inspektors. Von Haus aus nur mit dem Plattdeutschen recht vertraut. möchte er sich vor einem "gebildeten Lefepublikum gern hochdeutsch ausdrücken und so entsteht jene komische Mischsprache, die man messingsch oder Missingsch nennt, weil sie wie Messing aus zwei Elementen zusammengesetzt ist. Sie wirkt schon dadurch erheiternd, daß der Sprecher fest überzeugt ist. besonders vornehm und gebildet zu reden während er doch mit dem Nomi nativ und Accusativ und der Gram matik überhaupt offenbar aus dem Kriegsfuß lebt. Dazu kommt, daß er mit Vorliebe Z5remdworter gebraucht, diese aber aus mangelhafter Kenntniß so sonderbar umgestaltet, daß sie einen ganz anderen Sinn als den oeabstchtigten geben. Di landwirthschastlichen Belehrungen deö Inspektors Bräsig im Unterhaltungsblatt für beide Mecklenburg und Pommern :nteressiren heute Niemand mehr; die Sprache aber, in der sie gegeben wor- ! den. ist eine Neuschöpfung in der deutr oi i r? . in r tic Ujtu iieralur; yt i ver jiuiiöaic Keim, aus dem ein der originellsten poetischen Gestalten hervorgegangen. Im Plattdeutschen hatte Reuter bedeutende Vorgänger tn der deutschen vi teratur. wie Voß und Klaus - Groth. Daö Messingsch, seiner leichteren Vern"wr!xi.ii , .!.f n Ctm.l . uaiiuiiajicu iLuni uici lycucicu sen zugänglich als daS Niederdeutsche. hat durch rik Reuter erst Heimathberechtlguna in unserer Schriftsprache C A f W W. . M CNaC AWJt W jCk A.MAM uriuiiiuiiu. jcu5 ti uun uuiu Milieu pensionirten Inspektor, einen früheren Landwirth, vorzugsweise eingegeführt hat, mag zunächst in dem Bedürfniß zenes mecklenburgischen Sonntags, blattes seinen Grund gehabt haben. Eine solche Persönlichkeit empfahl sich dem Dlckter auch weiterhin dadurch. daß er ihr seine eigenen Erfahrungen und Erlebnisse als Landwirth am ungezwungensten in den Mund legen I fnnnt. Und im Grunde sollte man doch, sagt Reuter, immer nur daS schreiben, waS man selbst erlebt hat. wovon man als Augenzeuge Rechensckaft ableaen kann: eS gibt immer bessere Bücher, als die sind, welche die n Zz; klickkeit nickt gelte ' " . r- , Phantasie auf der Studlrstube auf schießen laßt. So nahm denn der Dichter den In svektor Vräsia aus dem RedaktionS zimmer des Unterhaltungsblattes in'S weitere Leben mit. In seinem Nach

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i'tn, von ihm selbst erzählt'; es ist aber nicht über den Entwürf und das erste Capitel herausgekommen. Der Anfang ist recht einladend. Der Verfasser verzichtete auf eine Eintheilung nach stündlicher Verfertigung der Capitel, indem er seine Uhr seinem Neffen Körting überlassen hat und sich nun selbst mit Pfeifen und Tabak durch die Heitverhältnisse durchschlag gen muß, indem daß er des Morgens 5 und 6, Nachmittags auch 5 raucht. Er kommt nother Weise- damit durch. DaS einzige Schlimme ist dabei, daß, wenn er morgens um 5 aufsteht und bis Mittag raucht, was 7 Stunden sind, daß er dann nie so recht weiß, ob eine Pfeife Tabak ö7 oder 75 Stunden ist. Mit die verfluchte Bruchrechnung!" ruft er entrüstet. Indessen bleibt ihm doch Nichts übrig, als seine Memoiren nach Pfeifen Tabak einzutheilen, und so erzählt er denn in der ersten Pfeife von semer Geburt. Jahr und Datum sind ihm nicht bekannt geworden. Aber es muß in die vorigen achtziger gewesen sein, weil ich schon lange als Siebziger zu betrachten geneigt bin." Daraus ergibt sich denn auch, daß die Memoiren schon in den fünfziger Jahren geschrieben sein müssen, also längst vor der Stromtid. Sie freuten sich alle hell schon, als ich als Junge ankam, denn sie hatten geglaubt, ich wäre ein Mädchen." Es muß um Martini gewesen sein, um die Gänse - Schlachtezeit. (Fritz Reuter ist auch am 7. November geboren.) Das Gewicht des Neugeborenen sestzustellen, wurde er an das me Ende lner Wiege gebunden und an's andere m Ermangelung von Psundgewlchten eine eben geschlachtete fette Gans. Urfo was meinen Sie? Ich war mit das Blest parallel, wog also 'n Pundner dreizehn bis vierzehn, schlecht gerechnet. Bräsig's Memoiren wurden über andern Merken beiseite gelegt. Aber den komischen Inspektor a. D. verlor Reuter nicht mehr aus den Augen. In der Reis' nach Belligen" hatte er vier Bauern eine Reise in das gelobte Land der schönen Cultur antreten lassen; sie kommen aber nicht über Berlin hinaus, wo sie, eine Zeit lang durch die tollsten Abenteuer getrennt, sich in der Berliner Stadtvogtei wiederfinden. Wie nahe lag es nun, auch einmal den Inspektor Bräsig mit seinem ausgeprägten Selbstbewußtsein und seinem doch etwas eng begrenzten Horizont in die preußische Haupt- und Residenzstadt und schließlich in die Stadtvogtei zu bringen, die Reuter aus eigenen Erlebnissen nur zu gut kannte. So schrieb er 1861 in übermüthigster Laune Abenteuer des Entspekter Bräsig, gebürtig aus Mekelborg - Schwerin, von ihm selbst erzählt." Es gibt kaum eme so knorng-lustige Geschichte in deutscher Sprache als diese; für i et i- . w - r zunge euie, oic an oen unwayrcyrinlichkeiten so wenig Anstoß nehmen als an den Derbheiten, rein zum Kranklachen. Der alte, lustige Knabe geräth von etner komischen Situation in die andere, und indem er alles in seinem treuherzigen Messingsch erzählt, wird das Lächerliche auf s höchste gesteigert. Zuletzt fällt Bräsig in Berlin einer abgefeimten Schwindlerbände und mit dieser derHolizci in die Hände. Bei dem Verhör vor dem Polizeipresendenten, einem Herrn, der alle himmlischen Sterne und Kreuze auf einer iogenannten eioenvru t trug. kommt das Verhältniß Bräsig's zu Fritz Reuter zur Sprache. Bräsig beruft sich auf diesen als einen seiner Freunde in Vramborg (NeuBrandenbürg), der für seme Unbescholtenheit Bürgschaft leisten könne. Er nennt ihn einen alten Mitcollegen, der sich in seinem zurückgezogenen ökonomischen Zustände mit Schriften befleißigt, indem daß er davon seine Nahrung sucht. Kaum hat aber Bräsig den Namen Reuter genannt, so läßt sich der Polizeipräsident von einigen Reverendarrussen dessen Personalakten bringen. Wissen Sie, fragt er, daß dieser Gewisse gesessen hat? Und ich sage: Ja, denn er fängt seine Geschichten immer an: Als ich noch auf der Hausvogtei saß, oder als ich noch aus dem Sulverberg studirte. Wissen Sie auch. warum er gesessen hat? Nein, sage ich." Und nun erfährt denn der bestürzte Inspektor, daß Reuter schon in seinem 19. Jahre ln semer naturlichen Boshaftigkeit so weit ging, den Anfang seiner Missethaten mit der Umsturzung der ganzen preußischen Monarchie und des deutschen Bundestages zu beginnen, mdem daß er am hellen lichten Tage auf einer deutschen Universität mit den deutschen Farben umherging; wie er dafür zum Tode durch'S Beil verurtheilt, nachher aber, mit einer 30jährigen Gefängnißstrafe beschenkt worden ist. von der er leider nur sieben abgesessen hat, und darauf zur Freude semer Angehörigen als abschreckendes Beispiel in die Welt retuhr gestoßen worden ist. Einen solchen Menschen könne Bräsig doch nicht zum Bürgen für sich stellen, ott fou mich bewahren, erwiderte Brastg, aber wie kann einer einem fünfzigjährigen Menschen an der Nase absehen, was er in seinem neunzehnten Jahre for Sckauderbaftiakeiten begangen hat?" Er ncnnt dann einiae andere brave Männer als Bürgen, und der Präsi dent entläkt ihn freundlich: Herr En.tfpektor, reifen Sie innerhalb Zwei Stunden mit Gott und dem Schutz mann und behalten Sie mir in gutem Andenken!" Von der Freundschaft mit Reuter will Bräsig fortan nichts mehr wissen. Er kann doch nicht Jemand als Freund estimiren, vor den man sich vor dem Polizeipräsidenten in Berlin schaniren muß. Auch daß Reu ter sich immer in plattdeutschenRedenö arten unterhält und nicht in einem ge bildeten hochdeulfaen feitie, ist eme ganz infabmiat Mode, .die Brästg zu

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allerlei Fopperei benutzt ttift unter anderem auf der offenbaren Kegelbahn erzählt, man hätte Bräsig in Berlin grün angemalt und danach in den großen Affenkasten im zoologischen Garten gesetzt. Solche ausaestunkene HZstorien gereichen dem Inspektor zum großen Treff-Coeur. Die Spötter jrnncto cicboriarura zu verklagen, ist mißlich, weil die Proceßkosten auf beide Theile reparirt werden könnten. Und so hat er sich entschlossen, seine wirklichen Reiseerlebnisse aufzuschrei den und zu seiner Ehrenrettung drucken zu lassen. Das Komische in Bräsig's PersönlichkeI tritt in dieser Burleske auf's derbste hervor. Er ist ein lustiger alter Junggeskll, der sich in seinem zurückgezogenen ökonomischen Zustand daS Leben so fröhlich als möglich zu gestaltn sucht. Er macht gern über andere Witze, muß sich aber ' noch viel öfter zur Zielscheibe fremder Scherze hergeben. Sein Gesichtskreis ist beschränkt; damit eontrastirt auf's glücklichste die hohe Meinung, die er von sich selbst hat. Es wird ihm übel mitgespielt, aber er verdient'S nicht besser, da er ja auch nichts Höheres kennt, als andern Possen zu spielen. Er ergötzt uns, aber ein tieferes Interesse können wir an ihm nicht nehmen, da wir ihn von Seiten des Gemüths gar nicht kennen lernen. Als Mittelpunkt der dämlichen Judengeschichte lassen wir ihn uns gern gefallen, aber der Held einer ernsten Dichtung konnte er in dieser Gestalt nicht werden. Wie ganz anders tritt uns Brasig in der Strontid entgegen. Da ist er eines der liebenswürdigsten Originale, die unsere ganze Literatur auszuweisen hat. Immer freilich bleibt er der pensionirte Oekonom, der in seinem Wesen, seiner Sprache eme gewisse Halbbildung vertritt; das gehört zum Komischen seiner Erscheinung. Aber an die Stelle des Witzes ist hier der Humor getreten, 'der unter Thränen lacht; der goldige Gemuthsmensch mit dem klaren Hausmannsverstand, der Schalk mit dem treuesten Herzen. Im Reiseabenteuer ist Bräsig der mecklen burgische Gutsverwalter a. D., der viel mit hohen Herrschaften verkehrt hat und sich nun selbst auf den Gebildeten herausspielen möchte. Beschränkt, feudal, gleich bereit, mit F. Reuter zu brechen, als er durch den Berliner Polizeipräsidenten dessen Personalacte kennen gelernt hat; m der Stromtid vertritt er deö Dichters eigene Ideale, auch dessen politische und sociale Ueberzeugungen. Er kennt sich und die Welt mit ihren Widersprüchen, Uebeln und Gebrechen, aber er zieht sich darum nicht klagend von ihr zurück, sondern hilft, wo er kann; ist der Dummheit und Schlechtigkeit gegenüber zu jedem Schalksstreich bereit, verzweifelt aber darum dock aanz und aar nickt an derMensckheit, sondern ist fest überzeugt, daß zuletzt daS Wahre, Gute und Schöne siegen muß. Das Herz geht uns auf. so oft er in die Handlung eingreift, mag er mit den kleinen und großen Kindern spielen oder mit voller Manneskrast den unglücklichen Herrn von Rambow vom Untergang retten, mag er den wackeren Hawermann in seinem tiefen Leid aufrichten oder in Pomuchelskopf den Emporkömmling gemeinster Sorte bekämpfen. " Im Reiseabenteuer stehen sich Brasig und Fritz Reuter kühl gegenüber; in der Stromtid ist es Bräsig, der dem Verfasser die ganze Geschichte erzahlt, und wie er über die Menschen und ihre Erlebnisse denkt, so denkt auch der Dichter, so sollen auch die Leser denken. Bräsig glaubt an den Fortschritt der Menschheit. Die sociale Frage ist, wie er sie aussaßt, em Gewebe aus zwei Fäden. Der eine zeigt uns die Unzufriedenheit, die allgemeine Begehrlichkeit. Alle wollen was haben und keiner will was wissen. Führt dieser Drang zu starken socialen Erschutterungen. wie es u. a. vor 50 Jahren der Fall war, so kann sich ein Mann wie Bräsig, der sich von Begehrlichkeit ebenso frei weiß als von Angst, köstlich dabei amustren, denn bei solchen Gelegenheiten kommt das Innerste einmal zum Vorschein und damit tritt das Kleinliche und Lächerliche der Menschen grell ans Licht. Aber neben diesem kunterbunten Faden glbts. einen andern, rosenrothen. An dem hängt Alles, womit ein Mensch den andern glücklich machen kann, Mitleid und Erbarmen, gesunder Verstand und Vernunft, treue Arbeit und freiwllllges Entsagen. Die reine Menschenliebe ist dieser Faden, der in das graue Gewebe des Eigennutzes von hilfreichen Handen hmerngewebt wird. Ist tl zunächst auch nur ein Zeichen, daß es auch in den schlimmsten Zeiten noch eme höhere Macht gibt als die der Selbstsucht, wer weiß, ob der feine rothe Faden nicht noch einmal dichter und größer wird, bis das ganze grieögraue Gewebe rosenroth leuchtet! Diesem Glauben BräsiaS entspricht sein Handeln. Wahrhaft, hilfreich und gut zu sein, die Heuchelei aufzudecken, den Hilfsbedürftigen beizubringen, für den Fortschritt im Wirken und Können zu arbeiten, die Freude der Fröhlichen zu erhöhen und den Kummer der Traurigen zu imdern, viel mehr fordert sein Glaube nicht von ihm. Die alte Frau Pastorin Behrens hat ihn sein Leben lang für emen alten Heiden taxirt, nicht nur, weil seme Kraftausdrücke schon stark, ans Fluchen erinnern, sondern auch, weil er vom Teufel nichts wissen will, ohne den die jllngern Geistlichen nicht mehr auskommen. Indessen ist er mit dem alten Pastor Behrens immer recht gut ausgekommen; sieht dieser doch seine Aufgabe zumeist darin, m semem. veschränkten Kreise alle ideale Guter zu pflegen und die Nächstenliebe nicht nur zu predigen, sondern auch auszuüben. Von den Lttetiüen aber will Bräüa

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schon Leshald MÄs wissen, well sie mit dem anfangen, womit man billig erst aushören sollte, nämlich mit einem Standpunkt; und wett ste nun zeden bekehren und auf diesen ihren StandPunkt bringen wollen, zu dem doch die meisten nur durch ihr Amt aekommen sind. Bräsigs Frömmigkeit besteht aber darin, daß er bei dem klarsten Einblick m die Leiden und Schwächen der großen und kleinen Welt, die ihn umgibt, doch Optimist bleibt. Er glaubt an den Fortschritt der Menschheit und die Thränen stehen dem sonst fo lustigen alten Knaben in den Augen, wenn in der Rahnstädter Resorm Schillers Hymnus an die Freude angestimmt wird und er zuletzt allein singt, weil die andern nur die erste Strophe kennen: Mannerstolz vor Königsthronen: Brüder, galt' es Gut und Blut, Dem Verdienste seme Krone. Untergang der Lügenbrut! Als es zum Sterben geht und die gute alte Wittwe Behrens fragt, ob ste nicht den zungen Herrn Pastor rufen lassen solle, erwidern er: Lassen Sie das, Frau Pastorin! Es mag nicht recht gewesen sein, daß ich solchen Lebenslauf geführt habe; aber die Pastorengeschichte na, es is mich so bequemer. seme inlerlaffenfcyasl theilt er zwischen der einzigen armen Verwandten die Freunde haben alle genug zu leben! und der Rahnstädter Schule, denn mit die kleinen Schulkinder ist es einJammer". Dann gedenkt er all des Guten, das er im Le ben genossen hat, der einzigen wahren tiefen Liebe, die er gehabt, zu Hawermanns Schwester, und wie ihm Hawermann die kalten Beine reibt, da flog so ein lustig Lachen über sein Gesicht und langsam kams heraus: In dem Stil war ich dich doch über." Dann war's all! So ist der Bräsig der Stromtid eine Gestalt aus einem Guß. Fritz Reuter's unvergänglichsteSchöpfung. eine wahre Herzenserquickung gegenüber so vielen Produkten der neuern Literatur, die Uebermenschen sein wollen und doch im Grunde nur ein pathologisches Interesse erwecken können. ewlei ene Schneidiakei t. Bruder: Sag' mal. Oberst. hast Du Deinen Schwiegersohn, den Premierlieutenant, eigentlich zum Hauptmann vorgeschlagen, nur weil er Dein Verwandter ist?" Regimentscommandeur: Nein, weil er mit meiner Frau fertig geworden!" Der Rechte. Sohn: Ich sage Euch, mein reicher Freund Emil ist ein reizender Mensch, leider kann er mit seinen schlechten Augen keine Venus von einer Eule unterscheiden!" Mutter: Ach, bring' ihn doch mal mit der wär' 'ne Partie für unsere Emma! Special Bargains in Lawn Mowers, Garden Hose and Hardware of all kinds, prior to rernoval to the new störe. Clemens Yonnegul Telephon 589. T. E. Mregcll, Seichen - Bestatter, Wieder auf dem alten Platz, No. 221 u. 223 51. Delavare Str. Tel. 250. Msodor Mein, Absiracter of Titles, ecke Market und Pennsylvania Str. Thb Lemckh, Cttttc 3, eine Treppe hoch, relexhon 1760. Jndiauapolit. it 4 50 YEARS VEXPERIENCE D V" Traoe Marks . Designs Copyrights Ac Aftytno ensllng Sketch and dewrlptlon maf onlekly aacertain pr ptnion sree whether au iQTaatlon la probably patentable. 0inmnoa. tioai ttrtctly confldentsaL IUndbook on Patents ent kr, üldeat agency for eOTrtnir Patents. ratenta taken throuirb. Mono & c. recelr iptciai notic, wtttaout cbwye. In the Scitntiflc fltneneaa. A. hanjsomely lUnstrated weekly. I rect r. ÄMjÄ llUuil&Co.3618 New York 1 Brfach effloeJCS 5 FU Washington. D. C s I wn1 m vmm fr?iri ! ii A. L. Lockridge, eigwttijüm. Jce Cream jeder Art. Telephon 1765. 12, 1 und 10 Caü (Ztr., Bti3axiia nUn fxtvtfl ach all t$iilia Ux GiUI Ul'ttlil.

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