Indiana Tribüne, Volume 22, Number 6, Indianapolis, Marion County, 24 September 1898 — Page 1

o - ' O r SO ifö AO kS I Y V vy y w v ? w yv V O Offlee : No. 1s Gfib Mabaluä Otrasze. Telephon 1171, Indianapolis, Zndiana, Samstag, den 24. September 1898. Jahrgang 23 HcJG

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Editorielles.

3n Verbindung mit dem Drey fuS-galle hat sich eine weitere Tragö die zugetragen. Wir haben jetzt zunächst den Justizmord an DrehfuS, der alö Mord allerdings noch nicht vollen det ist, de Mord ober Selbstmord PicardS, die Ermordung oder den Selbstmord Henri'S, und jetzt daS mör derische Attentat aus Millerand. Wa, wird daS Nächste sein? Dem Präsidenten hat eS sehr viel Mühe gemacht, die Commission zur Untersuchung der Klagen gegen die Kriegführung und Militärverwaltnng zusammenzustellen. ES war dieS auch eine schwierige Sache. Wir haben keineswegs im Sinn, den Präsidenten der Abficht zu beschuldigen, eine Weiß waschungScommission zu ernennen, aber da sicherlich daS Resultat der Unter suchung in der nächsten Campagne so wohl wie bei der Präsidentenwahl eine Rolle spielen wird, so wäre eö auch mißlich gewesen, eine Commission zu ernennen, welche den Gegnern der Administration mehr Material liefert, alS unbedingt nöthig ist. Denn so viel ist sicher, daß die Klagen gegen die Kriegführung und Armeeverwaltung Seiten der Demokraten nach allen Regeln der Kunst werden ausgebeutet werden. Zwar ist eS fraglich, oder wenn man will durchaus nicht fraglich, ob eine demokratische Verwaltung die Sache besser gemacht hätte, aber jede Partei muß für die Sünde büßen, welche sie begeht und nicht für die, welche sie begehen könnte. Daß der Lüderlichkeit und Unfähigkeit der Leitung schwere Leiden der Soldaten und der Verlust von Hunderten von Menschenleben zuzuschreiben find, ist sicher, ebenso sicher aber ist, daß daran zum größten Theile daS System, welches bei unS herrscht und gewissermaßen die Systemlofigkeit Schuld ist. DaS System deS red tape, d. h. der Umständlichkeit deS Verfahrens nach vorgeschriebenen Regulationen wäre unter einer demokratischen Verwaltung dasselbe gewesen und Niemand wird behaupten können, daß eine demokratische Administration die Anstellungen mehr nach Fähigkeit, alS nach politischem Verdienst gemacht hätte. Daß unser Milizsystem für einen Krieg nicht viel werth ist, scheint unS klar, aber daS Schlimmste bei der Sache war wohl die Anstellung von Civilisten zu Regimentscommandeuren, die vom Kriegführen nicht die Bohne verstanden und die Anstellung gänzlich unfähiger Aerzte. Da, wie gesagt, jede Partei für die Sünden büßen muß, welche sie begeht, so haben die Demokraten eine Chance bei den nächsten Wahlen zu siegen, wie sie eine solche lange nicht gehabt haben, wenn sie dieselbe zu benutzen verstehen. Wir glauben, der Sieg ist ihnen sicher, wenn sie die Silberfrage fallen lassen, wenn sie die Wähler nicht vor die Alternative stellen, entweder republikanisch oder für Silbersreiprägung zu stimmen. Ob sie daS einsehen werden, ist freilich noch sehr die Frage. Wir glauben auch nicht, daß daS Volk im Allgemeinen zu Gunsten der sogenannten imperialistischen oder Ez-pansionS-oder Annexionspolitik ist, wie die Republikaner behaupten und auch dieser Umstand dürfte den Demokraten sehr zu Statten kommen. Wir werden über die Kriegführung noch Manche? zu hören bekommen. Wenn erst die Soldaten völlig aus dem Dienst entlassen sein werden, dann werden sie schon sprchen. Vorläufig sind sie durch die Drohung mit dem Kriegsgericht eingeschüchtert. EinS aber ist sicher. ES ist gut, daß der Friede eingekehrt ist. Wenn wir noch im Kriege wären und brauchten noch mehr Soldaten, die Regierung bekäme keinen Mann mehr. Dann hätte sie zur Aushebung greifen müssen. Dann hätte man aber zuerst Diejenigen heranziehen müssen, die sich heiser nach dem Kriege schrieen. ArOMiltzleli. Wetterbericht. Schöne Wetter heute Nacht und am Sonntag. HZchste Temperatur innerhalb der letzten- 34 Stunden 76 Grad, niedrigste 63 Grad. SülsselSOabeangalt. Wassertemperatur 76 Grad.

Die Reorganisation der

Freiwilligen. Washington, 23. Sept. Generalmajor MileS hat seinen Plan für die Reorganisation der Freiwilligen in CorpS, Divisionen und Brigaden dem Kriegsdepartement zur Genehmigung unterbreitet. Der Plan bezieht sich auf die nicht ausgemusterten Freiwil-ligen-Regimenter, welche die Occupation von Cuba ausführen und die Armee in Porto Rico ablösen sollen. Fest steht schon, daß daS 7. CorpS, unter General Lee, Cuba besetzen soll, und daß die Truppen in den Lagern von Lezington, Knozville und Middleton gleichfalls für den Dienst in Cuba bestimmt find. General MileS befchäftigt sich jedoch nur mit der VerWendung der Organisationen, während die Kommandosragen erst nach der Ausmusterung der überflüssig gewordenen Generäle und Stabsoffiziere entschieden werden. Onele Sam wird energisch. Washington, 24. Sept. Hier wurde heute bekannt, daß die Regierung an die Militär-Commisfion in Cuba den peremptorischen Befehl erlassen hat, dahin lautend, daß die Ver. Staaten-Regierung weiteren Aufschub der Räumung Cuba'S unter keinen Umständen dulden werde. Die ComMission hat den Auftrag erhalten, der spanischen Commission Mittheilung von diesem Befehle zu machen und zu verlangen, daß die span. Regierung die Oberherrschaft über die Insel aufgiebt. ,,, , Der Gesundheitszustand in H a v a n a. New S 0 r k, 23. Sept. Der World" wird auö Havana berichtet : Unter den 8000 Patienten der Hospitäler in Havana befinden sich 43 Kranke die am gelben Fieber in seiner schlimmftea Form leiden, und deren täglich etwa drei sterben. Die Zahl der Gelb-fieber-Patienten außerhalb der Hospitäler ist nicht bekannt, doch ist als bestimmt bekannt, daß seit dem 1. September 1263 Personen gestorben sind, darunter 423 an verschiedenen Fiebern. Offiziell wurden nur 22 Todesfälle am gelben Fieber gemeldet. AuS den Berichten geht hervor, daß Ausländer, Amerikaner, Engländer und Franzosen am Heftigsten davon befallen werden. Ein absurdes, aber jedenfalls absichtlich verbreitete Gerücht. San Francisco, 24. Sept. Die Post" veröffentlicht heute eine sensationelle Geschichte, daß Deutschland die Absenkung von Handelsschiffen nach den Philippinen mit Kruppschen Kanonen und Waffen für 150,000 Insurgenten beabsichtige. Fernet sagt die Post, die Philippiner würden von deutschen Offizieren gedrillt und bis zum Februar würde Aguinaldo im Stande sein einen Angriff auf die Amerikaner zu unternehmen. Deutsche Agenten hätten die deutsche Regierung berichtet, daß eS den Ver. Staaten unmöglich sein würde, bis dahin mehr als 60,000 Mann auf den Philippinen zu landen. Nach dem deutschen Korrespondenten, von dem die Geschichte kommt, sei daS einzige Mittel ter Amerikaner, dem zuvorzukommen, die Entwaffnung der Insurgenten. -. Schreckliche BergverkSUnglück. P i t t S b u r g, Pa., 23. September. In den Umpire-Kohlen-Minen in der Nähe von BrownSville, Pa., fand heute Vormittag um 8 Uhr eine Czplofion schlagender Wetter statt, die unsägliche Unheil anrichtete. Zur Zeit der Szplosion befanden sich 130 Bergleute bei der Arbeit in den Gruben,' und nur etwa 50 entkamen unversehrt. Man nimmt an, daß fünf Bergleute aus der Stelle getödtet wurden, während eine große Anzahl von Bergleuten verschüttet ist. Sobald wie möglich wurden Versuche gemacht, die Verschütteten zu retten, dährend Hunderte von Frauen, und Kindern die Mündung de Schachte umdrängten und sich vor Aufregung und Angst nicht zu helfen wußten. Die ersten Leichen, die geborgen wurden, waren die von Zame Hall und ZameS Vennett. Um 1 Uhr Nachmittags wurden dann die Leichen von fünf anderen Arbeitern gesunden, nämlich von Harry Hagar, John Cartvright, Wm. yaitchard, John Halstua und O. HaftingS.

27 der verschüttet gewesenen Berg

leute find Nachmittags zur Freude der Ihrigen gesund und munter zur Stadt zurückgekehrt, nachdem sie durch einen unterirdischen Gang, der lj Meilen lang ist, ihre Rettung bewerkstelligt und nahe Lynn Station, an- einem Zweige der Pennsylvania Bahn, zwei Meilen entfernt von der Mündung deS Lergwerk-SchachteS wieder inS Freie gelangt waren. Spät am Nachmittage wurde noch die Leiche von Robert Davi geborgen sodaß biö dahin acht Todte geborgen wurden. Ueber da Schicksal von 19 anderen Bergleuten herrscht och die größte Besorgniß. BiSmarkiana. Berlin. 23. Sept. Das neueste Buch von Moritz Busch, BiSmarck und sein Werk", giebt der Presse noch immerzu den verschiedensten Kommen taren Veranlassung. Die Kölnische Zeitung" resümirt ihr Urtheil dahin, daß daS Buch massenhaft Unkraut und nur vereinzelte Blüthen enthalte. Zu den letzteren gehört ein hübscher Beitrag zu dem, namentlich von den humoristischen Blättern so erfolgreich fruktisizirten Käpitel Prinzen-Er ziehung." AlS bei einer' Gelegenheit die Thema auf'S Tapet kam, sei BiSmarck entschieden der Anficht gewesen, daß ein Prinzen. Erzieher berechtigt . sei, mit dem künftigen Souveränen FaustPädagogik zu treiben. 3m Anschluß hieran habe der Fürst eine niedliche Geschichte au der Kurze Hosen-geit deS jetzigen Kaisers Wilhelm II. erzählt. Eine Tage war die Erzieherin genöthigt, diesen in der bekannten Weise d? UeberkalelegenS zu züchtigen und nachdem die Prozedur vorüber, sagte sie, um den moralischen" Ein druck zu erhöhen, zu n kleinen Prin zen : Königliche Hoheit können gläu den, daß dkS was ich Ihnen thun puß, mir ebenso weh thut wie Ihnen." Auch an derselben Stelle ?" fragte der Prinz ungläubig. Denkmal für den Großh erzogvonBaden. Berlin, 23. September. In Lampertheim bei Schiltigheim unweit Straßburg ist gestern ein dem GroßHerzog Friedrich von Baden errichtete Denkmal enthüllt worden. Der General der Infanterie v. Blume früher Kommandeur deS XV. Armeecorp in Straßburg und Vorsitzender de Denkmal-Ausschusses,, hielt dabei die Festrede, in deren Verlauf er ausführte, die Elsasser wollten nicht mehr von UN lassen, sondern wären, wie früher Jahrhunderte lang, wieder ein kerngesunde? Glied der deutschen Nation. t : G areia in Santiago. Santiago deCuba,23. Sept. Gen. Gareia kam heute mit seinem Stäbe und vielen kubanischen Ofsizieren nach Santiago. Er wurde von den amerikanischen Offizieren außerhalb der Stadt empfangen und in die Stadt geleitet. Daselbst wurde ihm ein ehrender Empfang bereitet. Za Erwiderung aus eine BewillkommnungSrede dankte er der amerikanischen Nation für daS, waö sie für Cuba gethan. Der Fall D r e y f u . Pari, 23. Sept. Madame Paulmier, die Gattin eine Deputirten, kam heute in die Redaktion de Blatteö La Laterne" und verlangte M. Millerand zu sprechen. Als in AbWesenheit, desselben M. Ollivier, ein Mitglied der Redaktion, die Dame empfing, zog diese, ohne auf eine Erklärung zu warten, einen Revolver hervor und streckte ihn durch zwei Schüsse zu Boden. Eine Kugel drang Herrn Ollivier in die Brust, eine andere in die Achselgruben. Sein vefinden ist sehr kritisch. Nach ihrer Verhaftung erklärte Madame Paulmier, daß e ihre Abficht gewesen sei, M. Millerand zu tödten; derselbe habe sie und ihren Gatten in seinem Blatte beschimpft, weil ihr Gemahl den Kriegsminister brieflich ersuchte, den durch die DrehfuS-Agita-tion hervorgerufenen Angrissen auf die Armee ein Ende zu machen. Paulmier war vor einigen Jahren der Verklagte in einem Prozesse,, den eine Pariserin um die Kosten der Sinrichtung einer luxuriös ausgestatteten Wohnung führte. Die Laterne" nannte den Haushalt Paulmier

"menage a tro!," (Haushält zu

Dreien). grau Paulmier ist eine prominente Dame. Sie sagt, die Presse sei zu weit herabgekommen, wenn sie Frauen und Kinder angreife. Wenn jede Frau handle, wie sie, dann würde bad bald aufhören. Sie bedaure indeß sehr den Unrechten getroffen zu haben. Man sagt, der Artikel sei ohne Wissen MillerandS in die Laterne" gekommen, er fei nicht von ihm, sondern von einem Mitglied der Redaktion, Namens Turot, geschrieben worden. P a r i , 24. Sept. Die Militärbehörden haben Oberst Picquart au ecret" gesetzt und dadurch ihren Zweck, dem Obersten den Mund zu schließen vollständig erreicht. Besucher können nur mit Erlaubniß der Behörden Zu tritt zu dem Gefangenen erhalten, und daß diese nicht gesonnen sind, von die sem Rechte Gebrauch zumachen, beweift der Umstand, daß eS trotz wiederholter Versuche nicht einmal dem Anwalt deö Gefangenen, M. Larbori, gelang feinen Klienten zu sehen. La Liberte" schreibt, daß die Sitzung deS KabinetSrathS am Dienstag diel leicht die Einberufung der Kammern zur Folge haben werde. Paris, 23. 'Sept. Die Schluß. fitzung der Commission, welche über die Frage der Revision untersuchen soll, die auf heute Abend angesetzt war. ist bis morgen früh um 9 Uhr verschoben worden. In der morgigen Sihuvg bild die Commission ihren Bericht aussetzen, der, wie in Minister kreisen verlautet, wahrscheinlich eine Revision befürworten wird. Der Premier, M.Brisson, opponirte der Einberufung der Kammern, da die RevifionSfrage ausschließlich eine Re gierungöangelegenheit sei. DaS Echo de Paris" sagt, ma werde Picquart wahrscheinlich deSHoch verrath anklagen und im Geheimen prozessiern, trotzdem sich Brisson da Verspreche geben ließ, daß Picquart öffentlich prozesfirt werde, .ehe er die Ueberführung desselben nach Cherche Midi gestattete. Präsident Faure wird von der Presse aufS Heftigste angegriffen. Die Au rore" nennt ihn einen HanSwurst und eine Canaille. Ein Deputirter sagte in einer Rede, Faure sei daS willenlose Werkzeug de kommenden Staatstreiche. Pari, 23. Sept. Alle, waö soweit in Erfahrung gebracht werden konnte, bestärkt die Anficht, daß Gen. gurlinden den Befehl für die kriegöge richtliche Verhandlung gegen Col. Pie quart gänzlich aus seine eigne Verant wortung hin erließ. Die Tempi" erklärt, daß da Ca binet sich entschieden geweigert habe, Gen. Zurlinden' Vorschlag zur Ver folgung Col. Picquart' zu billigen, und daß Zurlinden deshalb wartete, bis er die Stelle des Stadt-Comman-bauten von Paris angetreten hatte. um auf eigne Faust hin die Verfolgung Col. Picquart' zu beginnen. Al Col. Picquart da Lasante Gesängniß verließ trug er eine Handtasche und eine Mappe. Er sah bleich und angegriffen au und zog, al er in die Kutsche stieg, sofort die Gardinen herab. Ein Haufe Volke, der vor dem Gesängniß gelauert hatte, stürzte mit'geballten Fäusten und mit Drohgeschrei auf Col. Picquart lo, und ein ebenso aufgeregter BolkShaufe wartete vor dem Cherchi-Midi-Gefänanisseauf den Oberst, der bei beiden Gelegenheiten von einer Abtheilung Militär in Schutz genommen wurde. , ,, Von den Philippinen. Manila, 23. Sept. DaS Gerücht, Aguinaldo sei vergiftet worden, ist übertrieben. Allerdings hat, wie verlautet, ein im Haushalte Aguinaldo'S beschäftigter spanischer Arbeiter den Versuch gemacht, den InsurgentenLeiter durch eine Dofi von kleesaurem Kali. daS er in die Suppe schüttete, zu vergiften, doch entdeckte Aguinaldo' Koch rechtzeitig den Gistmord-Versuch. Die Regierung der Filipino hatte beabsichtigt, eine lange Depesche an Präsident McKinley zu schicken und darin gegen gewisse Verdächtigungen feiten der Spanier zu Protestiren, doch schickte die Regierung der gilipino statt dessen eine Depesche, in welcher dem Präsidenten McKinley al Vertreter der Ver. Staaten die hohe Achtung und Werthschätzung und Dankbarkeit der Filipino augespro-

chen wird. Am Donnerstag gedenken die Filipinos in MaloloS eine große Festlichkeit zur Feier ihrer Unabhängigkeit zu veranstalten. Die National. Versammlung der FilipinoS hat beschlossen, von den Ver. Staaten die Anerkennung der Unabhängigkeit der Philippinen-Jnseln zu verlangen, zweitens die Etablirung eineö amerik. Protektorate, soweit der auswärtige Verkehr der Inseln in Betracht kommt, und die Beihülfe zur Anerkennung ihrer Unabhängigkeit seitens der Mächte Europa', drittens aber die Einsetzung einer Commission von Amerikanern und Filipinos zur Arrangirung der Einzelheiten um die ameri-

kanische Hülfeleistung zu erwidern." N e w S 0 r k, 23. Sept. Der Herald" erhält auö Manila einen Bericht, der meldet, daß am letzten Sonntag eine Bande von Insurgenten den Ver such gemacht habe, den Crzbischos von Manila, al derselbe in Gaco Kinder firmen wollte, gefangen zu nehmen und zu entführen. Durch da Einschreiten der in Gaco stationirten amerikanischen Truppen sei der Plan der Rebellen vereitelt worden. Der Gewährsmann des Herald" erklärt, daß der spanische CleruS die In surgenten derart unter einander entzweit habe, daß an eine Aussöhnung derselben nicht zu denken sei. Die Abficht der Rebellen in Gaco sei gewesen, den Erzbischof nach MololoS zu bringen, wo Aguinaldo vier andere spanische Priester in Has halte. Gestern seien in Santa Anna sieben Filipinos aufgegriffen worden, die von spanischen Priestern bestochen worden wären und jetzt aus Aguinaldoö Be fehl gegen die Proteste ihreö Distrikts Befehlshabers Pio Pilar, erschossen werden würden. OchisfS.Nathrichten. Angekommen in : New Bork: Pretoria" von Hambürg ; Lucania" von Liverpool. Bremen: Saale" von Southampton. Queenötown: Campania" von New Sork. Salzfluß tritt oft auch be: kaltem Wetter, die innere Hand ergreifend und andere Körpertheile Hooo sarsapanlla, der große Blut reiniger heilt Salzfluß. Hood'ö Pillen wirken Vorzug lich nach der Mahlzeit und kuriren Kopsweh. 25. BeieinemschtverenGetv i t t e r, das Arolsen und die benachbarten westfälischen bezw. hessischen Kreise überzog und wobei Sturm und Regengüsse großen Schaden in den Feldmarken anrichteten, traf der Blitz auch das Wohnhaus des Gutsbesitzers Paar m Klrchlothelm, m dem Augen blick als letzterer eben vom Felde heim geeilt, die Pferde auf dem Hofe ab schirrte. Der Blitz fuhr in die Wohnstube und tödtete dort im Kreise ihre? sechs Kmder die Gattin des Paar. durchschlug den Fußboden und tödtete serner zwei :m Stalle darunter oefmdliche werthvolle Kühe. Die Kinder und der Gutsbesitzer Paar selbst blieden unversehrt. - Bor einigen Tagen befand sich bei dem Ackersmann Müller zu Eberbach i. E. ein Revisor der Raiffeisen'schenDarlehenskassen. Müll bot dem Revisor ein Glas KirschWasser an, was dieser jedoch vorläufig ablehnte. Um den Branntwein fristh zu erhalten, stellte er die Flasche in einen Eimer Wasser. Wahrend die betden Herren nun mit dem Rcvidiren der Bücher beschäftigt waren, bekam das vierjährige Töchterchen des Müller Durst und begab sich in die Küche, um zu trinken. Statt des Wassers ergriff es die Branntwemflasche und ' trank sie zur Hälfte aus. Als der Vater später in die Küche kam. fand er das Kind leblos auf dem Boden liegen. Alle Wiederbelebungsversuche waren vergebens. e grotzieBerlagsanMi der Welt), die die meisten Bücher, und zwar in 224 verschiedenen Sprachen. in Umlauf setzt, ist die im Jahre 1799 gegründete .Religiöse Traktatgesellschast rn England. wurde zu dem Zwecke in's Leben gerufen. Bücher und Abhandlungen religiösen Inhalts m England und in zweiter Linie auch im Auslande zu vertreiben. Der Gesammtumsatz von Büchern, Abhandlungen, periodischen Zeitschriften und dergleichen erreichte im Jahre 1897 die gewaltige Höhe von 38,720.950 Exemplaren. Nicht weniger als 20 Millionen Bibelausgaben brachten die ausländischen Zweiganstalten m Umlauf. Seü der Gründung de? Ge sellschast haben 3,215,055,110 Bibelausgaben, Bücher und Texte religiösm Inhalts Verbreitung gesunden.

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