Indiana Tribüne, Volume 21, Number 354, Indianapolis, Marion County, 11 September 1898 — Page 9
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v t v muu As v ctla SoistdcrKcld. Von E. Vely. Sie lehnt den Kopf mit den krausen, dunklen Locken Gegen die grüne Wand I der Laube, gerade über ihr schimmert $ r i i rv- ? . ? rr I - . uno ouyiei ein zasminziveig. juiz iv ihen Lippen sind trotzig aufeinandergepreßt, die Wangen brennen, und in den großen, grauen Augen flackert ein unruhiges Licht. Wie lang die Minuten und bi Sekunden sich dehnen. Es muß doch schon von der Tante gesprochen sein, was gesagt werden sollte! Mein bester Herr Gcbhard verlangen Sie heute nickt. Ada zu sehen, derlangen Sie das nie mehr. Sie erklärt, nicht recht überlegt, übereilt gehandelt zu haben, als sie ihr Jawort gab. Noch ist es glücklicherweise Zeit " Mit ihrer sanften Stimme wird die alte Frau das sagen und ihre vornehme Haltung dabei hoben. Und dann wird er sich verbeugen, etwas murmeln von schmerzlicher Enttäuschung und den Postwagen wie' der besteigen. Ach, wie erleichtert sie den alten Post-Johann daö Lied blasen hören wird das einzige, was er kann: Muß i denn, muß i denn zum Städtle hinaus " O Gott, die Freiheit w!der, die löstliche Freiheit. Die Tante versteht sie, die hat gleich dazu genickt, als sie gesagt hat: ES muß wieder aus sein ich fühle solch' unerklärliche Vangigkeit Gebhard gegenüber das kann nicht das Rechte sein " Nein, Kind, dann ist's nicht das Rechte! Ihre Mutter wird sie freilich nicht begreifen. Du kokettirst mit Allen, läßt Dir von Allen huldigen, und wenn sie bei der Liebeserklärung sind, lachst Du sie aus." Weil sie wahrscheinlich meinem Vermögen gilt der unseligen Erbschaft Du bist auch hübsch und begehrenswerth nebenher und ach, so phantastisch! und ich bin müde, eine große Tochter zu hüten." Ja. phantastisch! Der Vorwurf ist nicht ungerecht. So lange sie nicht die herkömmlichen Phrasen von Glück und Sehnsucht auf den Lippen haben,' so lange sie nicht schmachten und seufzen, kann sie nett, freundlich, kameradfchaftlich sein dann aber werden sie ihr lächerlich, die Herren der Schöpfung. Gebhard hatte es auf andere Art versucht, er machte ihr kaum den Hof, aber sie correspondirten in Versen. Mit einer Wette hatte das begonnen, sie reimte geschickt, er auch. Und eines Tages rief die Mutter sie in's Zimmer: Herr Gebhard bittet um Deine Hand. Meines Segens bist Du gewiß!" So überraschend, so plötzlich kam's ihr selber interessant. Zwei Tage später fuhr sie zur Tante, und heute ist er" nachgekommen, um jetzt drinnen die Wendung zu erfahren. Bah, an Herzbrechen wird er nicht sterben, lediglich eine kleine Täuschung diesmal zurAbwechselung von einem Manne erlebt. Bläst denn der alte langweilige Johann immer noch nicht? Daß Gebhard sich und ihr das Lebewohlsagen ersparen wird, davon ist sie fest überzeugt. . . Ada!Sie schrickt doch leicht zusammen; Gebhard steht dort am Eingang der Laube, bleich, mit funkelnden Augen. Ada ist es wahr?" Sie streckt die kleinen Hände abwehrend gegen ihn aus. Verzeihen Sie mir ich meine ich glaube, es müßte in meinem Herzen anders " Ada, ich lasse nicht mit mir und meinem LebenSglllck spielen!" klingt es drohend zurück, einer Laune opfre ich es nicht " Herr Gebhard" die weißenBlätter fallen in ihr dunkles Haar hernieder . ' Ada entscheide! Es gilt mein Leben, über das daö Urtheil gesprochen werden soll. Sobald Du mich aus dieser Laube hinausweist " Allmächtiger Gott!" Er hat eine Bewegung nach seiner Rocktasche gemacht, ein kleines blitzendes Rohr richtet er gegen sich Du hast mich nicht lieb. Du hast Dich geirrt dann war es für mich eine trügerisch Hoffnung, an der mein Lebensglück zerschellt was kommt darauf an Noch einmal sehen die braunen Augen, die sonst so in Lebenslust und Freude zu schimmern wissen, sie an mit einem unsäglich traurigen Ausdruck. Und sie soll die Schuld auf sich laden, ein Menschenleben vernichtet zu haben? Nein, nimmer das nicht! Eine tödtliche Angst befällt sie sie ringt bittend die Hände tx schüttelt, sie verstehend, den Kopf. Dann hebt sich sein Fuß er weicht nach dem Ausgang der Laube zurück. Trotzige Entschlossenheit liegt in seinen Zügen. Wie schön, wie männlich, wie romanj tisch das ist! All ihre Nerven zittern! Von einem einzigenWort von ihr macht er für sich Sein oder Nichtsein abhängig. Der kann kein Vermögensjäger sein, der nicht! Der liebt sie nur um ihrer selbst willen, und in ihrem Herzen jubelt es aus: So ist der Held, der mir gefällt!" . .Nein. Gebwd. das nicht! . Ver-
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zeihung", schreit sie. ich ich bin 2in!" Die Waffe gleitet auf den Boden, er fänqt Ada in seinen Armen auf. Du, Du bist mein Leben! In Dir schenkst Du mir das Dasein wieder mit jedem Athemzuge will ichs Dir danken." Er küßt ihre Hände und führt sie aus der Laube vom Eingang her kommt die grauhaarige alte Frau ihuen entgegen. Tante", flüstert da5 schöne Mädchen, er ist doch der Rechte. Treu ist sein Blut, stark ist sein Muth, Schutz und Stärke wohnt in weichen Armen . . Frau Hildegard fragt nicht, wie es sich so gewendet, sie sireicht nur über Ada's Locken und flüstert: Mein armes romantisches Köpfchen." Sie sind doch die glücklichste kleine Frau von der Welt", sagen Ada's Freundinnen zu ihr. Sie glaubt beinahe selber, daß das Wort eine Berechtigung hat. Eine angenehme Häuslichkeit, in der sich Gebhard ihr und den Fremden gegenüber stets korrekt giebt, ein ausgewählter Umgangskreis, in dem sie eine gesellschaftlich hervorragende Rolle spielt, weil sie schön, klug und elegant ist. Wenn sie über ihre Heirath und Ehe nachdenkt, so sagt sie sich mit vollerEhrlichkeit, daß von himmelstürmender Liebe bei ihr ja nie die Rede war. daß sie aus Mitleid", eigentlich mehr noch - aus Furcht vor Schuld und Reue ihre Hand zum zwei ten Male in die seine legte. Durch's ganze Leben würde sie ja die Gewissensqual gehetzt haben, wenn sie damals nicht ein Halt" gerufen hätte. Gebhard liebt sie. er sagt es ihr und aller Welt in den überschwänglichsten Ausdrücken, an denen selbst die fünf Jahre nichts geändert haben und so lebt sie sorglos und vergnügt. Und besser und glänzender soll's noch werden je mehr ich die Fabrik ausdehnen kann", behauptet er und malt ihr so oft die großartigsten Zukunftsbilder, als er ein llnterschrift von ihr braucht, geschäftlicher Angelegenheiten halber. Sie versteht so wenig von Geschäften, und warum sollte sie ihm nicht glauben mit seiner überzeugenden Weise. Legst Du die Verwaltung Deines Vermögens in meine Hände?" hat Gebhard kurze Zeit nach der Hochzeit gefragt, in demselben liebenswürdig nachlässigen Tone, mit dem er vielleicht über die Farbe eines Kleides oder das Wetter gesprochen hätte. Selbstverständlich!!"! hat sie erwidert, den Dust der Rosen einathmend, die er ihr gegeben. Er hat den hübschen Kopf zustimmend geneigt. Was soll eine schöne, kleine, lebenslustige Frau auch sich selber plagen dazu ist der Mann da." Ab und zu hat sie wohl einmal gefragt, wie er mit der Fabrik zufrieden! Ausgezeichnet!" und dann, wenn sie an der Villa irgend eines Millionärs vorüberfuhren, hat er ihr zugelächelt: So soll meine Firma auch einmal dastehen." Er muß fleißig sein, er hält mit seinem Compagnon und Freunde Emil so gewissenhaft die Burcaustunden, nur einmal hat sie ihn in den Geschäftsräumen überfallen, weil eine wichtige Gesellschaftsfrage zu erledigen war, da ging er im Zimmer auf und nieder und diktirte einen Brief das stand ihm gut; respektvoll hörte der Schreiber auf die Worte von seinen Lippen, und stirnrunzelnd nahm er selber die Un terbrechung auf. Gewissenhaft machte er auch große Reisen im Jnteresse des Geschäfts im Sommer bedürfte er nach der Arbeit einer andauernden Erholung in einem vornehmen Badeorte, wohin sie ihn begleitete. Sie sitzt in ihrem Schreibzimmer, mit einem kleinen Seufzer legt sie die Feder nieder. Dreißig gereimte Einladungen hat sie niedergeschrieben. Nur eine kleine harmlose Komödie, die man bei ihr ansehen soll. Die Gräfin Carna aus Wien hat so sehr darum gebe ten, daß sie ihre beiden Comtessen mit ihren reizenden Talenten dadurch in ihre Kreise einführt. Schaun's liebst? Gnädigste, da hab'n sie doch Aoch eher Chance, daß sich ein Mann mit Vermö gen in sie verliebt denn da ist doch noch was, da 'unter Ihren Bekannt' schasten." Sie trägt einen weißen Schlafrock mit Pelzbesatz. Gebhard macht ihr nie Andeutungen, daß sie zuviel ausgieb.' für ihre Schneiderin es ist fast pein. lich, die anderen Frauen über ihre Männer klagen zu hören . Da kommt er. Ada!" Sie blickt überrascht auf, sein Ton klingt so seltsam gepreßt, ja er ist blaß, seine Lippen zucken, mit nervösen Fingern dreht er die Spitze seines schwarzen Schnuribarts; mit einer nachlässig gen Geberde läßt er sich auf den nächsten Stuhl fallen. Sie zeigt nach den zierlichen Cou verts. Endlich fertig damit." Ah " sein Blick sucht den Boden, Du denkst wirklich daran, den Abend zu veranstalten, Ada?" Aber natürlich! Wir sprachen doch darüber!" Hm! ja!" Er holt tief Athem. Im Geschäftsleben. Ada. können drei Tage viel ändern " Gewiß, das mag sein doch wa hat das " Nun beugt er sich vor und faßt ihre Hand. Sieh. Ada. ich habe Dich auS Liebe gehcirathet. ich habe mir gelobt, Dich vor des Lebens Sorgen zu bewahren, ich habe sie allein getragen, alle!" Sie sieht ihn mit großen Augen an. Da soll heißen?" Ich hatte Sorgen in meinem Gescbäft" fäbrt er zgscker fort, .täalicb
sich steigernde. 'Aber sollte ichDich
damit quälen, indem tch sie Dur mit; theilte? Ich bezwäng, mich. Dir em gleichmütiges Gesicht ' zu zeigen, ich ließ Dich Deine gewohnte Lebenswise fortsetzen " Mit einem Ruck schnellt die kleine Frau von ihrem Sitz aus und steht vor ihm und scheint plötzlich 'gewachsen: Daran thatest Du sehr unrecht. Gebhard! Ich bin Deine Frau ich hatte auch ein Recht, Deine Sorgen zu theilen!" Zerknirscht läßt er den hübschen Kopf auf die Brust sinken. Ah auch noch Vorwürfe! Freilich so geht es immer!" Ich bin kein Kind, das nicht sehen kann und will sag' mir Alles! Ich habe oft gefühlt, daß mein Leben nur von äußerlichen Dingen ausgefüllt ist ich hätte mit Dir getragen aber, ich kann es auch noch." Nach einer Pause sagt sie ganz geschäftmäßig: Um die Fabrik steh; es schlecht?" Er nickt nur. Herr Emil Ronstein und Du seid Wenn Euch nicht Hilfe kommt." Ja!" sagte er und richtet sich um ein Weniges auf. Diese muß Euch aber werden! Gebhard, sie muß! Wie kannst Du so kleinmüthig sein." Ganz freudige Zuversicht ist ihre Miene und ihre Stimme. Nehmt mein Vermögen!" Ada!" iDas'ist doch selbstverständlich.Ein dumpfer Laut. Ich brachte als Kapital meine Arbeitskraft. Emil nur eine geringe Summe Dein Vermögen wurde in der Fabrik angelegt und " Ist verloren!" ergänzt sie. Ein Nicken. Ah " Sie geht ein paar Mal durch das Zimmer, ihre lange Schleppe streift über seine Füße hin. Er sieht nicht auf. Woher kann Euch denn Hilfe kommen?" fragt sie endlich. Wir wissen es nicht er nicht und ich nicht!" Und ich auch nicht!" wiederholt sie dumpf und tritt an's Fenster und sieht auf die Straße hinab. Ada Ada, geliebtes Weib verzeih " stammelt er mit gebrochenem Tone. Daß wir verarmt sind, ist ein Unglück. Ich sehe ein noch größeres darin, daß ich bis zum letzten Augenblick Dein Vertrauen entbehrte," entgeget sie, härter alZ bisher. Emil Ronstein ist im Vorzimmer sieh ihn, Ada, er kann Dir bestätigen, daß wir schuldlos sind an dem Ruin, daß nur unglückliche Konjunkturen " Sie wehrt ab, er eilt aber doch fort, um mit dem gleichfalls blassen Freude wieder einzutreten. Sie wehrt Jenem den Handkuß. " Also Bettler!" Sie nicht, gnädige Frau! Und wenn Sie wollen, auch wir nicht, ein Geschäft ist heute unten und morgen oben. Ein Theil Ihres Vermögens ist festgelegt bis zu Ihrem - dreißigsten Jahre geben Sie aber Bürgschaft - fo -" Niemals!" Sie sieht sehr entschieden aus, die kleine Frau, ein reifer Ausdruck " ist plötzlich in ihre Züge gekommen. Sie haben überdies noch andere Erbschaften in Aussicht." Ich sagte niemals", mein Herr!" Mit Hast erhebt sich Gebhard, seine schlanke Finger drehen wieder den Schnurrbart. Laß. Emil sie hat Recht. Ich habe mit dem Glück va banque gespielt und verloren. Man muß ein Mann sein. Emil!" Sie sieht ihnen nach, wie' sie der Thür zugehen. Mit Gründen hat ihr vielgeliebter Onkel die Klausel in dem Testament belegt: Zufälle aller Art. auch ein gewissenloser Mann, können Dich um Deine Habe bringen so sichere ich Dir den Nothpfennig." Gnädige Frau " wirft Emil Ronstein mit flehendem Blick herüber. Sie steht unbeweglich. Gebhard wischt über die Stirn, die Blicke begegnen sich fast feindselig, dann gleitet ein Lächeln über seine Züge. Laß das!" und er deutet nach dem Salon hinüber. Dort wollte man die Bühne aufschlagen nun, man wird auch wohl einen Platz darin haben jiir meinen Sarg. Denn die Schande überlebe ich nicht, nicht sür mich und nicht sür sie für Ada!" Er macht eine Bewegung nach der Brusttasche! Ah. die kennt sie. die hat er schon einmal gemacht vor ihren Augen und sie denkt an den Schauder jener Stunde und den plötzlichen Entschluß, den sie ihr entriß. Und nun soll sie doch wiederkehren, umsonst soll das Opfer ihres ganzen Lebens sein? Sie soll das Knacken des Hahns, den dumpfen Knall hören, das Zusammenbrechen, das Blut sehen und dann keine fröhliche und keine ruhige Stunde mehr haben im Leben? O, wie selbstsüchtig, wie elend und erbärmlich kommt iie sscb vor! Und da stürzt sie den Beiden nach bis in die Mitie des Salons,- packt Gebhard's Arm und hält ihn mit Niesenstärke fest: Nein, nein, das nicht, das thu' mir nicht! Gebt, gebt her. ich unterschreibe die Bürgschaft Alles, Alles, Gebhard, waö Du willst." Es ist um die Abendzeit. In dem kleinen Vorgarten des Häuschens auö rothem Backstein, gegen oas der Regen schlägt, duftet der Jasmin. Ada hat das Fenster geöffnet und sieht den fal. lenden Tropfen zu und athmet die feuchte Luft m langen Zügen ein. Sie ist noch immer bübicb. aber sebr blaß.
Ihre Zllße sind durchgeistigter und
kummervoll geworden, von unterdrücktem Schmerz ist darin zu lesen. Das Zimmer hat mit seinen Eichenmöbeln etwas schwerfällig Düsteres, tlt leichte, fröhliche Farbe ist wie absichtlich vermieden. , Die zierliche Frau ist einfach gekleidet. Auf dem Schreibtische liegt ein Stoß Papiere, die ein altenmäßiges Aussehen haben. Auf dem Seitentisch steht ein Teller mit einem Blumenkranz, auf dem Rand desselben sind viele weiße Wachslickter befestigt sie haben eine kurze Zeit gebrannt. Von der Stoße klingt das Rollen eines Wagens. Ada nickt, als wäre sie nicht in ihren Erwartungen getäuscht, als er vor dem Hause anfährt. Ein schlanker Mann springt heraus, läßt sich ein Handkösferchen einhändigen, bezahlt den Kutscher und kommt dann lässigen Schrittes, pfeifend, auf, die Thür zu. , Nicht um das Geringste gealtert sieht Gebhard aus, und die letz, ten Jahre waren doch so bunt und wechselvoll, denkt Ada. Sie wendet sich erst, als er mit einem fröhlichen Guten Abend" eintritt. Er reicht ihr die Hand und macht eine Bewegung, als wolle er sie auf die Stirn küssen, sie bückt sich aber' gerade nach einem Gegenstand auf der Erde, und seine Absicht wtkd dadurch vereitelt. Nun, kleine Frau, hast Du Dich brav gelangweilt?" Du weißt, da? Wort kenne ich nicht!" Nein, allerdings, ich vergaß, daß Du ganz ernst gewordm sein willst. Für mich bleibst Du doch aber die ent-i zuckendste kleme Frau, die Du lmmer warst. Solltest nur hören, wie ich draußen von Dir spreche. Sie beHäupten, einen so thöricht verliebten Ehemann gibt es nicht wieder auf der Welt. Ich bin ordentlich ein Wunder Sie meinen, meine Anbetung grenze schon an Uebertreibung! Aber Dich rührt das gar nicht! Nein!" WaS hast Du denn getrieben?" Ich habe meinen dreißigsten Geburtstag gefeiert, Gebhard vor drei Tagen!" Wahrhaftia und ich habe das vergessen nämlich, die Geschäfte hm!" er hustet, wirklich so dringend. Bist doch nicht böse? Ach. Du bist ja immer nachsichtig. Es war gewiß auch das erste Mal. daß ich das vergaß? nicht? Na. Blumen und Lichter! Natürlich, den Spaß hat sich die alte Lotte nicht nehmen lassen, die thut es nicht ohne Lichter für ihr Herzenskind! Auch ganz richtig gezählt? Soll ich mal nachsehen nämlich wegen des Streits um das neue Lebensjahr " Bemüh Dich nicht es stimmt! Gebhard nun bin ich dreißig Jahre!" Genirt mich nicht!- Just auf der Höhe der weiblichen Schönheit Sie wehrt wieder den Versuch einer Liebkosung ab und deutet aus die Ak ten. Nun hätten wir abzurechnen " WaS ?" Meinen Vermögensrest und die Bürg cha ten. Gebend." Hm!"! Er beginnt mit hastigen Fingern m dem Schreibtische zu kra men. Sie tritt daneben und legt die Hand auf den Aktenstoß. Es ist Alles ausgeglichen, Alles an die Gläubiger gekommen Alles!" Ja Ada! Aber Ada das wußten wir ja schon längst. Warum denn die unliebsamen Erinnerungen her ausbeschwören? Oder sollen es gar Vorwürfe sein? Du stehst da mit einer Miene! Na ja der Mensch kann Pech haben ich habe es gehabt. Die Fabrik ging nicht gut! Drei andere Unternehmungen auch nicht! Hatte ich Glück gehabt, natürlich, dann wollte ich mal sehen, was ich für ein Mann wäre ein Genie! Ich suche doch aber im mer nach Neuem und Du hast noch keinen Mangel gelitten Du kannst Dich nicht beklagen. Glaubst Du das wirklich, was Du sagst?" fragt sie langsam jedes Wort betonend. Ich werde schon wieder aufkommen, kommt Zeit, kommt Rath! Gott verlafct keinen Deutschen! Und über mein Benehmen gegen Dich kannst Du auch Nicht klagen. Meinst Du das wirklich. Gebhard?". Bist 'ne komische kleine Frau mit diesen wunderlichen 5?raaen! Und so 'n Gesicht! Sieh. Dich selber machst Du durch diese Mienen häßlich und bist so abstoßend gegen all' meine guten Bekannten und so 'ner reizenden Frau, wie Dir könnte die ganze Welt zu Füßen liegen " Sie faßt nach dtt Klingel. Als die alte Dienerin, aus der Schwelle er scheint, winkt sie sie heran. Lotte, Du bist mir mehr gewesen als eine Mutter ganz se'bstlos Sollst nun auch hören, waö ich zulehk in diesem Hause zu sagen habe." O, o," seufzt die Alte und fähr: durch ihr graues Haar. . Ada zieht ein paar Briefblätter aus der Tasche, streicht langsam mit dem Finger darüber und legt das erste vor Gebhard hin. Lotte fand das. als sie Deinen Rock dem Schneider übergeben sollte und mir hätte sie's wohl noch verheimlicht, wie so Manches in diesem Jahrzehnt aus Rücksicht wäre ich nicht dazu gekommen. Es ist ein Brief der Tänzerin Mariette." Er nimmt ihn auf und legt ihn wieder hin. Ada ein Scherz, ein dummer Spaß, den Du vergeben mußt wie so manche kluge Frau! Wir sind allzumal Sünder " er hustet, lächelt, dreht den Schnurrbart. Und der hier ein Wehschrei von Frau Helene auö Altona. Ein Passus bat micb darin intuessirt: Wann
endlich geht diese Frau von Deiner
Seite und räumt mir den Platz, der mir aebührt ? der mein Recht ist, nach dem ewigen Gesetz, das ein liebendes Herz allem anerkennt Nun zittern seine Hände, nun finden sie nicht einmal Kraft, sich nach dem Schnurrbart zu heben. Ada," stammelt er. Und logst logst immer, mir. den Anderen, von unserem Glück! Warum? Weil es Dich kleidete, weil Du Dich damit schmücktest, wie mit einer bunten Kravatte und weil Du um so besser betrügen konntest Du glücklicher, liebender Gatte Du!" Er beißt auf die Schnurrbartcndcn, die er nicht mehr drehen kann. Die Antwort kannst Du dieser Frau Helene gleich geben ich geh' noch heute." Ada nein!" Noch heute, für immer! habe in den letzten fünf Jahren viel gelernt, auch arbeiten!" Ada, wenn Du das thust Du bist mein letzter Halt! Ich komme auf Abwege! ' Du blamirst mich man wird mir nie mehr glauben." Sie wendet sich ab und setzt sich einen Augenblick drüben auf das Sopha; so stark sie ist. eine Erregung durchbebt sie doch. Er sieht noch einmal nach ihr hinüber, es ist so etwas ungewohnt Festes in ihr. Ada dann dann " Er reißt eine Schublade auf und nimmt einen Gegenstand daraus hervor. Ein leises, knackendes Geräusch, das Auf- und Niederschnappen eines Hahnes läßt sich vernehmen. Einen langen Blick sendet die Dienerin nach der iungen Herrin hinüber aber sonst bleibt auch sie unbeweglich kein Laut kommt über ihre festgeschlossenen Llp pen. Noch mal das Knacken, noch einmal. Wieder tiefe Stille im Zimmer. dann hört man den Gegenstand in die Schublade gleiten. Ada gibt Lotte einen Wink zu gehen und steht auf. um langsam das Qim mer zu durchschreiten. Kein Wort wird zwischen den beiden Gatten mehr gewechselt. Von der Thür sieht die Frau noch einmal zurück, die weiße Hand dreht bereits wieder die Enden des Schnurrbartö jedenfalls sinnt Gebhard darüber nach, wie er am Besten sein Unglück erzahlt. Im Nebenzimmer zuckt es wie ein irres Lächeln um Ada's Lippen; als sie vorhin das Knacken der Pistole hörte, da wollte sich das triviale Wort fast gewaltsam auf ihre Lippen drangen: Spiele nicht mit Schießgewehr " Wunderliche Einfalle hat ber Mensch in. den wichtigsten Augenblicken. Sie nimmt Hut und Mantel. Lotte tritt aerauschlos em. O Kind, o Ada wer hätte das aedacht flüstert sie. Ada lächelt wieder und hebt den Finger hoch. Horch !" wie sie es als kleines Kind gethan, als sie die treuen Arme noch trugen. Gebhard pfeift nebcnan sein Lieblingslied: Nur für Natur." Sie stllkt sich auf die Dienerin, al sie die Stufen hinabgeht. Der Regen fällt nur noch schwach, der Jasmin duktet betäubend, so wie damals in der Laube, aus der hinaus sie der Tante entgegengeeilt ist, das Goethewort auf den Lippen und im gläubigen Herzen: So ist der Held, der mir ge fällt!" ... Daö Ende der Republik Gerasu. Vor hundert Jahren, am Jobannis taae 1793. ist die damals kleinste mit teleuropäische Republik, der Freistaat Gersau am Vierwaldstätter See, aus dem europäischen Staatenkörver verschwunden. Nur die wenigsten der Besucher des Vierwaldstätter Sees wissen davon, daß das herrlich am Fuße des Rigi liegende Gersau durch 400 Jahre ein Freistaat war und vor 100 Jahren, wie spater, wo ein neuer kurzer Selbst ständigkeitsversuch gemacht wurde, von dem damaligen Kanton Vierwaldstätten aufannektirt" wurde. 1815 für kurze Zeit zu einiger Selbstständigkeit gelangt, wurde Gersau im Wiener Frieden ebenso vergessen, wie das Fürstenthum Liechtenstein im Prager Frie densvertrage von 1866. Berühmt war ehedem (bis 1840) die Gersauer Gau nerkilb", ein dreitägiges Fest aller Heimathlosen und Landstreicher auö Nah und Fern. Hausfrauen -Praxis. rs n t. ... . . . c Knnmaocyen: unser Student muß yeuie waazi gar nicht nach Hause ge kommen sein: ich hab' weaen dem Kaf fee grad zur Thür hineingespitzt m Bett liegt er nicht !" Hausfrau: Na. ,o ney 'mal unter dem Bette nach!" O, diese Kinder. Nun. Elschen, hat denn die Mama mich nicht grüßen lassen, und hat sie gar nichts weiter gesagt?Elschen (schweigt). Na, gar nichts?" Ja, ich soll mich von der neugierigen Frau Rath ja nicht ausfragen lassen!" Merkwürdig. Gatte: Der Teufel soll das Rasirmesser holen!" Gattin: Was ist -benn? Du bist ja t aufgeregt?" Gatte: Das Rasirmesser ist ja vollständig stumpf." Gattin: Das ist aber merkwürdig; ich habe eben noch Holz damit geschnitten und es schnitt doch ganz vorzüglich." ffiieman'ß nimmt Fräu lein Eulalia Altwasser: Erinnern Sie sich noch, Herr Oberst, daß Sie mir als junger Lieutenant einen Antrag machten und ick Ihnen einen Korb gab? Oberst (galant): Oh, es ist eine meiner süßesten Erinnerungen, mein Fraulem: . .
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Durst ist eine zur Klasse der Gemeingefühle gehörige Empfindung, welche
uns über mangelnden Feuchtigkeitsgehalt im Körper unterrichtet und von einem heftigen Verlangen nach Ersah dieser verlorene Feuchtigkeit begleitet wird.
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