Indiana Tribüne, Volume 21, Number 354, Indianapolis, Marion County, 11 September 1898 — Page 2
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Moderne Wcnschm. S?izze von E. Liß'BIane. ' Blau fcnU' sich das Mittelmeer, blau spannte sich der FrühlingZhimmel darüber, an dem in hellen, durchsichtigen Dunststreiftn verstreut schön Wetter" Wölkchen hingen. Sie zogen nicht dahin, sondern schienen still zu stehen und nahmen in langsamem Uuflösungsprozeß vollständig ab. Wie Flecke verwischten sie sich, und das Himmelsblau ward intensiver. Und über das blaue Wasser flog-en unruhige Möven ihr weißes Gefieder blitzte silbern auf wie die Schaumkrönchen frer Wellen. Regelmäßig, in breitem, trägem Herangleiten liefen die .seichten Wogen auf den flachen Strand, der mit Millionen abgeplatteter Kiesel bedeckt war. Wenn die Wellen zurückbebten, rollten iie Steinschaaren ihnen nach mit tu nein dumpfen, einförmigen Massenlaut, gleich htm Stimmengewirr einer lärmenden Menschenmenge. So rollten seit Jahrtausmden die feucht glänzenden Kiesel den Woen nach keiner von ihnen hatte Ecken oder Kanten, sie waren einander zum Verwechseln ähnlich; alle flach, alle abzerundet, nur die einen etwas gröfcer oder länger als die andern. Das Meer hatte sie gleich gemacht, und die Steine waren stolz darauf, so gleich zu sein. Wenn sie von den Wellen mitgerissen wurden, glaubten die Kiesel, sie regten sich selbst und rühmten sich ihrer Bewegungsfreiheit. Und wenn sie rollend aneinander schlugen, so nannten sie dieses Geräusch eine ihnen verliehene erhabene Sprache. So lebte die große Gemeinde der abgeplatteten Kiesel im Wahn ihrer Selbstständigkeit und Bedeutung, rollte auf und nieder, wie es dem Meer gefiel, und erbaute sich am eignen, imposanten Chorgemurmel. An der Mündung des Stromes, der vom Felsengebirge herunterkam, lag ein Stück glitzernden, kantigen Berglrystalls, das beim Gewitter im Aufrühr der Elemente von seiner Höhe herabgerissen worden. So gerieth der Krystall am Strand unter die flachen Kiesel, und seitdem verzehrte er sich vor Sehnsucht nach Bergeinsamkeit, nach Unendlichkeitsstille -und friedlichem Jsolirtsein. Er fand die große, klappernde Vielheit um sich her erbärmlich wie die andern nach dem Willen des Meeres zu rollen, war niozt nach seinem trotzigen Sinn. Mit seinen Ecken und Kanten bohrte er sich ein, um seinen Platz zu behaupten, nachdem ihn eine mächtige Woge weit hinaus auf's Land geworfen. Da lag er still in verbittertem Stolz und rührte sich nicht von der Stelle. Aber die Kiesel verachteten ihn weshalb rollte er nicht? Und warum warf er gleißende Lichtfunken, wenn die Sonne auf ihn schien? Ein wunderbarer Bergkrystall! Wie mag er hierhergerathen fein? Damit hob ihn .eine junge, hell gekleidete Dame auf. Schreib' ein Gedicht über seine Tnuthmaßliche Wanderschaft," schlug lachend ihr Begleiter vor. ein kräftiger Mann mit sympathischem, gebräuntem Gesicht und herzgewinnenden Augen, aus denen klarn Verstand und Gernüthstiefe sprachen. Neckend steckte sie den Krystall in des Mannes Rocktasche. Da heb' ihn mir auf, er gefällt mir mit seiner Durchsichtigkeit und seinen Kanten wer sind die beiden Damen, die Du soeben grüßtest?" Die jüngere wäre fast statt Deiner meine Braut geworden," erwidert er scherzend. Wirklich?" Befremdet sieht das Mädchen den beiden Frauengestalten nach, dann wendet sie sich dem Verlobien zu. Auf ihrem charaktervollen Gesicht liegt ein Schatten, etwas Grübelndes. Fragendes ihr feines Ohr hat die minimale Dosis von Wahrheit aufgenommen, die der Neckerei beigemischt war. WaS beschäftigt Dich innerlich. Geliebte?" forscht der Mann, der mit feinen Fllhlfäden jeder Regung ihrer Seele nachstrebt. Jenes Mädchen war hübsch, vielleicht schön. Aber sage mir " In lebhaftem Erkenntnisdrang legt sie ihre lange, schmale Rechte auf feinen Arm. Wie komitest Du Interesse haben für zwei so völlig verschiedene Frauentypen, wie ich und jene Fremde sie vertreten? Welche Wandlung hajt Du durchgemacht? Denn zwischen mir und jener liegt eine Kluft voll Verschiedenheiten, im Denken, im Fühlen, Auffassen von Welt und Leben. Bist Du Dir dessen bewußt?" - Vollkommen." Es klingt überzeugt, durchdrungen und nimmt jeden Zweifel. Vollkommen, mein Freund." Er nennt sie seinen Freund, wenn er sich an ihre Zuverlässigkeit und ihre Klugheit wendet. Zwischen Dir und jenem blondenKind liegt nicht nur eine Kluft zufälliger, persönlicher Verschiedenbeiten. sondern ihr repräsentirt den weiblichen Jdealbegriff zweier Zeitalter: deS vergangenen und des zukünftigen. Das ist der Unterschied, den Du beim ersten Blick h:rausgefunden mich mußte der sprechende Beweis '.iner Thatsache aufklären." Ein strahlendes Leuchten erhellt das ausdrucksreiche Mädchengesicht. Run bin ich beruhigt," ruft sie frohlockend, und die große, natürliche Heizensfreude gibt ihrer gereiften Persönliche keit etwas unwiderstehlich Kindliches. Jene andere war so konventionell mädchenhaft, so ganz Schablone. Auf dem individualitätslosen, puppenhaften Gesichtchen hatte kein fester Zug Platz es konnte wohl an eine Avfelblüthe, aber nie an einen großen Gedanken, eine hinreißende Begeisterung oder wild aufflammende Empörung über menschliche Ungerrchtigkeit crin nern."
Zärtlich schiebt er seinen Arm durch den ihren. Da sind geistige Kundgebungen, die wir von der Frau dt? Zukunft erhoffen. Schon sind einige Vorläuferinnen unter uns, aber erst ganz vereinzelt. Und weil diese neuen Frauen so selten sind.globt man nicht eher an sie, als bis sie einem begegnen. Ich habe in Dir die erste gefunden,' meine Kameradin, die mir Freund und Geliebte zugleich ist. Noch hängt uns Männern der althergebrachte Jdealbegriff von dem schüchternen, dc müthigen, unbewußt tugendhaften Mägdelein an, dessen Beschränktheit uns rührt und eine Art mitleidiger Liebe weckt, unter welcher die Nichtach rnng schlummert. In das neueJeal 'die kluge, geistig selbstständige, bewußt 'sittliche, sociale Frau, die sich ihre eigenen Gesetze schreibt müssen wir erst hineinwachsen." Und wie hast Du jenen bedeutungsvollen Schritt gethan? Welches Ereigniß ging vorher?" fragt sie neugierig. Er hascht nach ihrerHand und führt sie an seinen Mund. Erwarte kein: sensationelle Geschichte, sonst wirst Du enttäuscht. Das Ereigniß war ein unbedeutender Zufall kleine Wirhingen, große Ursachen! Jenes Majorstöchterchen wohnte mit ihrer Mutter in demselben Hotel, in dem ich abgestiegen war, saß mir bei den MahlZeiten schräg gegenüber und erregte meine Aufmerksamkeit durch ihr aoldiges Haar und eine gewisse Aehnlichkeit mit einer verstorbenen Cousine die Schwärmerei meiner Jünglingsjahre. Die junge Dame bemerkte, daß ich sie beobachtete, sandte mir verstohlen aufmunternde Blicke zu und nahm im Wesen jene umzirkelte Natürlichkeit an, die auf Außenwirkung berechnet ist. Aus angeborener Schwerfälligkeit zögerte ich, mich Mutter und Tochter vorzustellen und wartete auf den Zufall als Vermittler. Die Gelegenheit, das Mädchen, dem ich alle möglichen weiblichen Vorzüge unter die blonden Löckchen gedichtet hatte, in Wahrheit kennen zu lernen, fand sich überraschend schnell. Auf der Post, am Schalter, einem der Poesielosesten Verkehrspunkte der modernen Welt warum lächelst Du? Ich hatte einen wichtigen, eingeschriebenen Brief, der mir postlagernd nachgeschickt werden sollte, zu erwarten, dessen Inhalt für mich von Werth war. Als ich am bewußten Tage auf die Post kam. saß am Schalter ein italienischer Beamter. der kein Wort Französisch sprach, und da ich nicht italienisch rede, vermochten wir nicht, uns zu verständigen. Der aufgeregte Südländer schrie mich an, als hielt er mich für taub, gestikullrte wild, die Umstehenden fanden den Auftritt ergötzlich, lachten, und ich gerieth vor Ungeduld und Beschämung in nervöse zornige Erregung. Zufällig waren die Majorin und ihre Tochter Zeugen dieser Scene; trotzdem sie wie ich wußte italienisch sprachen, kamen sie mir nicht zu Hilfe. Da tratest Du herein eine mir völlig Fremde, die ich nie zuvor gesehen. Aber Du fielst mir sofort auf in Deinem kleidsamen, dunkelgrauen Radfahrkostüm, auf dem Kopfe den kleinen rothen Matrosenhut. unter dem sich an den Schläfen die Löckchen kräuselten. Ein interessirter Ausdruck erschien in Deinem von Luft und Bewegung angeregten Gesicht. Du hörtest denWortwechsel, übersahst mit dem praktischen Blick der Frau, die Welt und Leben kennt, die Situation und erfaßtest deren Peinlichkeit." Du thatest mir leid," flüsterte das Mädchen und schmiegte sich zärtlich an ihn. ' Mein lieber Kamerad! Nie werde ich Deine vornehme und doch so natürliche Unbefangenheit, Deine sympathische Stimme vergessen, wie Du mich auf deutsch fragtest: Kann ich Ihnen vielleicht als Dolmetscher behilflich sein? Ich spreche italienisch." Von diesem Augenblick an schätzte ich Dich, Deinen Muth und Deine Frauenwürde, trotz scheinbaren Entgegenkom mcns. Ich fühlte: es war werkthätiae Hilfsbereitschaft, die über dem Geschlecht .stand. Wie geschraubt erschien mir im Vergleich zu Deiner Initiative die mädchenhafte Zurückhaltung jener Majorstochter! Von jener Stunde an warb ich um Deine Liebe!" Und nicht umsonst!" Strahlenden Auges sieht sie zu dem Verlobten auf. Weißt Du, wie Du mich danach auf die Straße begleitetest? Draußen wartete mein Zweirad; es erregte Deine Bewunderung, und so plauderten wir zusammen." .Und dann fuhrst Du davon, flink wie w Pfeil es sah so graziös und anmuthig aus Daß Du , mich, gleichfalls zu Rad, von nun an immer auf meinen Ausflögen zu treffen wußtest!" Sie lachten beide in Erinnerung jener wonnigen Promenaden am blauen Meere entlang. Und die feuchte Seeluft trug dieses frische, Herzensfrohe Gelächter, bis zu der Bank, auf welcher die Majorin mit ihrer Tochter Platz genommen hatte. Wie glücklich die beiden aussahen," bemerkte nach längererPause die Tochter mit einem Seufzer. Das Glück wird nicht lange dauern." erwiderte die Mutter spitz. Eine junge, akademisch gebildete Malerin, die für reiche Amerikaner den Winter über Bilder in Florenz kopirt hat. sich von selbsterworbenem Gelde vier Wochen allein denn das Fahrrad ist wahrhaftig keine anständige Begleitung! an der Riviera rumtreibt, wird niemals eine gute deutsche Hausfrau werden, die allein denVMann zu beglücken vermag. Wenn ich daran denke, wie dreist und unpassend sich damals diese Person auf der Post an diesen angeblichen Krösus herandrängte " Meinst Du nicht, Mama, daß ich
ihm mit meinen italienischen Kennt-, Nissen hätte beistehen sollen? Du warst doch als clrnperon dabei," unterbrach sie die Tochter hastig. In ihrer Stimme lag etwas Angstvolles, als hätte sie sich diese Frage schon tausendmal selbst vorgelegt und sehnte sich nach eine: kompetenten Antwort, die sie beruhigen und befriedigen könnte. Die Frau Majorin richtete sich steif und würdevoll auf. ihre Augen hefte ten sich strafend auf ihr Kind. Ich bitte Dich. Magdalene waS fällt Dir ein? Bedenke doch er war uns ja nicht vorgestellt." Gleichmäßig rauschten die Wogen den Strand hinauf, hinab; die stumpfe Masse der trägen, abgeplatteten Kiesel rollte ihnen nach. Der Bergkrystall mit seiner Außergewöhnlichkeit, mit seinem Glanz und seinen Kanten ärgerte sie nicht mehr den hatte das glückliche Liebespaar sorgsam aufgehoben und als Dritten im Bunde mitgenommen.
Vclry's Weltschmerz. Von Emma Merk. Nelly VerHagen war eine glücklose, vom Leben tief enttäuschte Frau. Sie , selbst wenigstens sagt es, und sie mußte es doch wissen! Scheinbar fehlte ihr ja nichts. Das wunderbare Haus, das sie bewohnte, war mit allem Luxus und Raffinement der Neuzeit ausgestattet. Sie brauchte sich auf ihrem seidenen Ruhebette kaum zu regen, um mit der elektrischen Klingel einen dienstbaren Geist herbeizurufen. Sie konnte sogar von ihre: spitzenbesetzten Lager aus telephonisch lle die feinen, kostbaren Dince bestelle!:, mit denen täglich ihr Tisch besetzt war, kurzum: taufenden Don soegenbelasteten, mit der Noth ringenden Arbeitsmen-, scben wäre das Dasein, das sie führte, wie ein Märchen aus dem Schlaraffenlande erfchienen. Und ihr Gatte war nicht einmal wie das ja zuweilen vorzukommen pflegt die Schattenseite in diesem glanzvollen Bilde. Er war ein kluger, liebenswürdiger, heiterer Mensch mit reichen Herzensgaben, der sich garnichts besseres gewünscht hätte, als in zärtlicher Liebe für seine schöne Frau den Reichthum zu genießen, den ihnen beiden das Schicksal beschieden hatte und den er als umsichtiger, angesehener Großkaufmann stetig zu vermehren wußte. Aber wie gesagt, Frau Nelly war freudlos und deprimirt. Als bleiche Dulderin ging sie seideknisternd durch ihre prunkvollen Zimmer, mit einem müden Zug um die Augen. Den braven Zrhagen, der sich in das wunderhübsche Fräulein mit warmer Leidenschaft verliebt hatte, störte der schwermüthige Zug um die schönen blauen Augen nicht. Er stand so allerliebst zu den feinen, weichen Zügen, und er hoffte mit seiner gesunden Lebenslust bald Herr zu werden über diese jugendliche Melancholie. In dem abgeschlossenen, sorglosen Dasein aber, in dem für Nelly nichts mehr zu reim sehen übrig blieb, in ihrem bequeme Hindämmern und gleichmäßigen Behagen wurde die Gemüthsstimmung der jungen Frau nur immer tragischer. Ihr Mann gab sich redlich Mühe, sie zu erheitern. Er erzählte ihr nichts von den aufregenden Fragen, die in seinem Geschäft immerhin an ihn herantraten; vor ihr nahm er jedes Aorkommniß von der leichtestem Seite und zwang sich zu gutem Humor, wenn es ihm auch gerade nicht vergnügt zu Muthe war. Nelly fand deshalb ihren Mann sehr oberflächlich und verachtete ihn im Stillen als einen gedankenlosen Optimisten Seit sie Schopenhauer und Leopard! las, fühlte sie nur bestätigt, was sie lange geahnt: daß sie eben zu den höheren, auserlesenen Geistern gehöre, die kein Genügen finden können auf dieser elenden Welt. Gleichmuth und Entsagung lernte sie allerdings nicht aus ihren ernsten Büchern. In ihrem Treibhausdasem bauschte sich ihr jeder einzige Aerger auf zu einem niederdrückenden Unglück; wenn ein Dienstmädchen ihr eine schnippische Antwort gab. ging sie Tage lang umher wie eine Märtyrerin, und wenn sie sich in einer Gesellschaft gelangweilt hatte, fand sie, daß die Menschheit reif sei für den Weltuntergang. Einmal seufzte sie so schwer, als sie ihren pelzbesetzten Abendmantel ablegte, daß ihr Mann sie frug: Nelly, was hast Du denn für einen Kummer, hm?" Ach. ich litte Dich, Eugen, das Leben ist doch nicht die Mühe des Anund Ausziehens werth." Er freute sich ganz ehrlich auf ein Sektfrühstück am nächsten Morgen. Aber er schämte sich, das zu sagen. Er sagte nur: Geh. geh! Das Anziehen macht Euch Damen doch Freude. Hast Du Dir nicht lute bei derSchnei derin ein hellseidenes Kleid bestellt, das Dir gewiß recht hübsch stehen wird, Kindchen?" Ach, erinnere mich doch nicht. Drei Mal muß ich zur Anprobe kommen! Das ist doch entsetzlich!" Sie seufzte wieder aus grambeladener Brust. Ich bin nie so lebensmüde, als wenn ich zwischenStoffen, Bändern und Spitzen herumwählen muß! Ich sage Dir. zwei volle Stunden habe ich sprechen müssen, bis diese Frau endlich eine neue Idee fand! Ach geh. das Dasein ist eine. Last!" Du hast ja ganz recht, Schatz, ja! . . . Aber trotzdem leben wir halt gern, nicht wahr, und es giebt doch recht erträgliche Stunden, besonders wenn man sich lieb hat." Sie schüttelt matt verneinend das dunkle Haupt mit dem griechischen Knoten und löst sich aus dem .Arm, der sie umfangen will. Nein, ich lebe nicht gern, ich wollte, es wäre alles vorbei! Todt
i sein, wie süß!.... Gute Nacht. Eugen. ich bin sehr müde!" i Sie rauscht mit einem traurigen Nicken in ihr Zimmer und riegelt sich ein. Auch er ist nun verstimmt, auch er grollt, aber nicht über das Leben im allgemeinen, nein, über seine Ehe. über seine unzufriedene Frau. Er hatte den sanftenTon, der ihm so schlecht gedankt wurde, satt und verrieth nun zuweilen ärgerliche Ungeduld. Nelly schlug ihre schönenAugen mit einem Blick des BorWurfs zu ihm auf, wie ein entrüsteter Engel.' den ein niedriger Sterblicher beleidigt. und schrieb lange Klagebriefe an ihre Mutter. Sie weigerte sich auch im Sommer, wie bisher, in ein Seebad zu geyen; sie wollte einen Aufenthalt in einer ganz ' einsamen Gebirgsgegend. Nur keine Menschen ! In stiller Ruhe wollte sie nachsinnen über ihr Unglück an der Seite eines rauhen Gatten, der sie nicht verstand. Eine Schachtel Morphium, die. . auf einmal genossen, genügen würde zu einem Schlaf ohne Erwachen, führte sie immer bei sich . . . Oh, ihr Mann sollte es nur wieder wagen, einen heftigen Ton anzuschlagen! VerHagen hatte es in dem stillen Gebirgsdorfe, in dem wenig besuchten, wenn auch sehr vornehmen Hotel, langweilig gefunden und eine Fußtour im ternommen. Frau Nelly blieb allein mit ihrem Gesellschafts - Fräulein. Aber auch die Gegenwart des bescheidenen Mädchens schien ihr zuweilen beschwerlich, und sie gab der Begleiterin gern die Erlaubniß, für ein paar Tage eine kranke Schwester zu besuchen. Nun konnte sie ganz versinken in seliges Schweigen. Einsam stieg sie auf den schönen Waldwegen umher, mit den Versen Leopardis in der Hand, und fühlte sich mehr denn je erhaben über das elende Gezücht der Menschen". Einmal war sie höher hinauf gewandert als gewöhnlich. Kein Laut. Nur das Rauschen hoher Waldbäume, das Murmeln eines Wildbachs... Plötzlich huscht dicht an ihr eine Schlange über den Weg. Es war vielleicht nur eine harmlose Blindschleiche, aber sie springt rasch, in jähem Schrecken, zur Seite, stolpert und fällt über eine Wurzel. Als sie sich wieder aufrichten will, fühlt sie an ihrem Fuß einen so wilden, heftigen Schmerz, daß sie in heller Ohnmacht die Augen schließen muß . . . Sobald sie nur ihrer Sinne wieder mächtig ist, reißt sie den Halbschuh herunter, den seidenen Strumpf. Das schneeweiße Füßchen ist blutunterlaufen und stark geschwollen. Sie kann nicht mehr in den Schuh schlüpfen. Barfuß muß sie bis zu dem Bach humpeln. Doch mit einem Schrei sinkt sie bei dem ersten Versuch, sich zu erheben, wieder auf den Moosboden zurück. Keine Möglichkeit, sich von der Stelle zu rühren! Der Fuß muß verstaucht, vielleicht.? Sehne gerissen sein. Einige Minuten lang fühlt sie sich zu schwach und betäubt, um ihre Lage zu überdenken... Dann plötzlich packt sie ein wildes Entsetzen. Wer konnte wissen, wann jemals ein Mensch diesen Weg betrat?! Sie hat im Hotel nicht gesagt, wohin sie gehen wolle. Man wird nicht nach ihr suchen, wenigstens nicht vor der Nacht. Sie muß also hier liegen bleiben! Stundenlang ! ! Verzweifelt schreit sie um Hilfe. Ihre Stimme verhallt in dem großen, tiefen Schweigen... Ist es denn wahr, möglich: sie, in dieser Hilflosigkeit? Verlassen, verloren im Waldes .. Es ist so schwül und dumpf um sie her. Dämmerung senkt sich herab, obwohl ihre Uhr erst auf fünf zeigt. Plötzlich hört sie in der Ferne ein droHendel Grollen. Es kommt näher und näher. Vögel flattern auf, schwirren erregt durch die schwere Luft. Die Aeste knarren. Es seufzt und stöhnt und flüstert unraschelt in tausendfachen verworrenen Lauten durch den Wald. Und dann ein greller Blitz, auf den ein wilder Donnerschlag folgt . . ... Nelly versucht, pon der Stelle sortzuflüchten, auf der sie liegt; denn dicht über ihrem Haupte streckt eine riesige Tanne ihre Krone wie herausforderno zu dem zürnenden Himmel empor. Aber auch wenn sie auf dem Boden hinkriecht, vermag sie sich nicht zu lösen aus dem Bann des Waldes. Ueberall Bäume! Bäume! Und darüber das Gewitter der Tod! Vom Blitz erschlagen werden! Wäre es nicht das rasche, schmerzlose Ende, nach dem sie sich so oft gesehnt hat ? Wenn dasSchicksal sie nun beim Worte nehmen, ihr bescheeren wollte, was sie erflehte? . . . Warum faßt sie bei dem Gedanken eine so namenlose Angst, daß ihr die Zähne zusammenschlagen? , Warum schaut sie so zitternd empor zu den treibenden Wolken, aus denen die vernichtende Flamme zuckt. Da ein wildes Feuermeer blendet ihre Augen; der Boden zittert unter einem mächtigen Schlag; ein Kra chen und Splittern, ein schweseliger Brandgeruch als sie das Haupt wieder zu heben wagt, sieht sie an der Waldgrenze einen vom Blitz zerschmet terten Baum. Nun faltet sie, überwältigt von Todesfurscht, in reuevoller Zerknirschung die Hände, und als wolle sie ihre vermessenen Wünsche zurücknehmen, wimmert sie: Ich will nicht sterben! Nein, nein! ...Laß mich leben! ... Mein armer Mann wäre so trostlos!... Hab' doch Erbarmen!" Und während sie wie eine arme Sünderin auf dem Richtplatze den Todesstreich erwartet, gleitet ihr Leben an ihr vorüber in wunderbarer Verklü-. rung, im Zauber der Erinnerung. Italien die Hochzeitsreise das blaue Meer die guten, treuen Augen ihres Mannes ihr schönes Heim ! . . . Wie lieb, wie sonnig das alles geWesen! Jede Einzelheit ihres reichen Besitzes drängt sich ihr in das Gedachtniß, verloren! Verloren! Sie wartet, sie harrt mit schmerzenden Schläfen, mit unaustilgbarer Hoff-
nung auf den Morgen, auf das , Licht! Und als endlich die nie geschaute erste Tagesdämmerung ihr die ganze Armseligkeit ihrer Lage enthüllt, als ihr der Fuß noch immer den Dienst versagt und sie wie eine Verzweifelte nasse Blätter an die verschmachteten Lippen drückte, lda gipfelt ihr ganzes .Sehnen und Flehen in dem matten Schrei nach einem Menschen. Dem Armseligsten, dem Niedrigsten will ste die Hände küssen, knien vor jedem Bettler, der sie erlöst. Aber niemand, niemand kommt. Und endlich sinkt sie. von Hunger und Sorge erschöpft, in eine tiefe Betäubung. Eugen Verhagen war in früher Morgenstunde in das Hotel zurückgekehrt und sehr erschrocken, als er seine Frau nicht fand. Ihre Reisetasche, ihr Mantel lagen in ihrem Zimmer. Es erschien also unwahrscheinlich, daß sie einen weiteren Ausflug unternommen. In wachsender Unruhe lief er mit einigen Wegkundigen im nassen Walde umher, stundenlang. Wie mußte er endlich seine gepflegte, verwöhnte kleine Nelly wiederfinoen ! Mit triefenden Kleidern, verwaschen, zerzaust, mit einem grünfahlen Gesichtchen, aus dem die Augen kleinlaut und bittend hervorblickten, an dem Haare klebten, von Moos und Laub durchflochten ach. sein gutes Herz floß ihm über in mitleidiger Besorgniß. Aber als er eine Stunde später sine, Frau, die bisher nur gnädig und blasirt an den Speisen genippt, mit dem denkbarsten Heißhunger eines Naturkindes essen sah. als sie nach einem gefunden, tiefen Schlaf, der wieder Farbe in ihreWangen brachte, mit einer Zärtlichkeit, die ihm neu war, ihr Köpfchen an seine Schulter lehnte und mit einem, Brustton der Ueberzeugung sagt: Ich bin so glücklich, Eugen, so namenlos glücklich, weil ich wieder bei Dir bin!" da fand er, daß diese grausame Kur seiner Frau merkwürdig gut gethan habe.
Jahrmarkt. Von Alice ssreiin v. Gau du. Zwischen den Zelten die Pauke dröhnt,. Und es schwirren die Geigen, Und der mächtige Brummbaß stöhnt In den lustigen Reigen. Ohrbetäubendes Schellengeläut,' - Rufen und Lachen und Singen Und ein Volk, das sich jauchzend freut An den krausesten Dingen. Elephanten und Caroussell Hoch auf dem Seile schweben Akrobaten und windesschnell Kreist das Glücksrad daneben .... Brennende Wangen, Augen in Gluth, Und ein Drängen und Wogen, Seit des Lebens rauschendeFluth In das Städtchen gezogen. Und von Sehnen die Herzen geschwellt Nach den Freuden und Wonnen, Wie sie draußen die bunte Welt Shrudelt aus schimmernden B?onnen. Ohne Reiz. Dem Leben, das die Studentinnen im Internat der Universität Oxford führen, fehlt es entschieden an Reiz. Die auf alte ekglische Ueberlieferungen gegründeten Vorschriften gleichen mehr Klosterregeln als Universitätsbestimmungen. Wir heben die folgenden hervor: Eine Studentin muß vor 6 Uhr Abends zu Hause sein, wenn sie nicht besondere Erlaubniß zu längeremAusbleiben .erbeten hat. Vor 5 Uhr darf sie in den Sälen und Gängen der Universität keine ihrer Kameradinnen ken nen oder grüßen. Nach dem FllnfuhrThee und in den Zimmern öffnet sich Auge und Mund, die Studentinnen dürfen sich kennen und mit einander plaudern. Der Grund für diese Maßregel ist der Wunsch, den Tag über Zeitverlust durch unnützes Schwatzen zu vermeiden. Es ist verboten, mehr als zweimal mit derselben Collegin zur Kirche zu gehen; dadurch will man zu ausschließliche Freundschaften und Verbindungen zwischen den jungen Mädchen verhindern. Die Vorlesungen werden von Studenten und Studentinnen besucht; aber eine Ecke des Saales ist für die Studentinnen bestimmt, die von einer Aufsichtsdame, einer Art cliaperon" überwacht werden. Die jungen Mädchen aus dem Internat werden niemals mit Studenten zusammen eingeladen.. Keine Heiterkeit, niemals ein Ausslug oder ein Picnic. nichts als Thees, Thees und wieder Thees! Dieses ernste Leben, das nur der eiserne Wille zu lernen erträglich machen kann, haben lange Jahre hindurch zwei arme kleine indische Prinzessinnen geführt, die sich vergebens anstrengten, die europäische Gelehrsamkeit in ihre hübschen braunen Köpfchen zu bekommen. Sie bestanden niemals ewe Prüfung, waren aber trotzdem verurtheilt, in Ozford zu bleiben, weil ihr Unterhalt dort weniger kostspielig war, und weil die große Old lady", dieKönigin, die die Sorge sür sie übernommen hatte, außerhalb khrer Familie nicht gern viel Geld ausgiebt. Eine erfolglose Badereise. Nun. Amalie. wie ich höre, bist Du den Sommer mit Deinen drei Mädchen in Gastein gewesen. Hat es Euch dort gut gefallen?" Nein, gar nicht!" Aber warum ' denn nicht? Ich meine, es gäbe doch dort so schöne Parthien." Parthien? So ein unbesoldeter Assessor, zwei Lieutenants und ein Schriftsteller, nennst Du das Parthien?" ' :t Praktisch. Sie leben a seit einiger Zeit so slott!". Alter Junggeselle: Wissen Sie. , ich habe mein ganzes Lebenslang gespart und jetzt beerbe ich mich selbst."
Mondschcinlcr nud Prediger. Bei den urwüchsigen Zuständen, welche noch in vielen Gegenden der Ver. Staaten herrschen, kann eS nicht Wunder nehmen, daß es hier absonderliche Heilige gibt, die in Ländern mit aller Cultur unmöglich wäre. Dazu sind besonders die sogenannten Evangelisten zu rechnen, und unter diesen ist der Reverend" Charles Kesterson eine der bemerkenswerthesten Gestalten. Der jetzt 73 Jahre . alte Mann ist in der Wildniß von Hancock County. Tenn., geboren und ein wahrer Hüne, denn er mißt bei einem Körpergewicht von 309 Pfund volle 7 Fuß 8 Zoll. In seinen jungen Jahren war er ein
Jünger. Schrecken seiner Gegend und es wird ihm nachgesagt, daß er mindestens 7 Menschen erschlagen.hat. Als Mondscheinler war er von Onkel Sam's Steuerbeamten gefürchtet. Vor einer Reihe von Jahren entsagte der Mann seinem wilden Leben und seitdem zieht er predigend umher, wenn er nicht mit Farmarbeiten beschäftigt ist. Aus dem Hinterwalde ist er nur wenige mal in seinem Leben herausgekommen und im verflossenen Jahre hat er zum ersten Male einen Eisenbahnzug zu Gesicht bekommen. Verschwendung. .. .-, 1 H " " ' zwr 1 im;! Reisender: Ist das eine Verschwendung von der Eisenbahn-Direction! Solch' kleine Station und ein so großer, dicker Bahnhofsvorstand!" Immer derselbe. Herr Dichter, ich hätt' gern e' Gedichtche for meine Frau zum Geburtstag aber nicht ßu thaier es ders sein t1 bische fehlerhaft!" Im Dusel. Reiter (der. stark angeheitert, sein Pferd besteigt, auf der anderen Seite aber wieder herunterfällt): Merkwürdig, wie wenig so ein Gaul vertragen kann!" Bescheiden. Herr Doktor, Sie haben mich beleidigt, und ich verlange von Ihnen sofortiqe Buße!" Sagen Sie, Fräulein Bertha, thut es nicht auch ein Busserl?" Conturrenz. Dame: Ich habe den Papagei nun schon drei Monate und er hat noch nie ein Wort gesprechen!" Vielleicht . haben S:e ihn noch nicht dazu kommen lagen!"
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Ei militärisches Original, Viele Geschichten erzählt man sich vom General Graf Dohna-Schlobitten, der das 1. österreichische Armeekorps kommandilt hat. Bei einer Jnspi zirung hatte sich der sehr ruhige und. bejahrte Herr die Instruktion angehörs und dem betreffenocn OssizZer sein uneingeschränktes l'ob ausgesprochen.' Zum Schluß stellte er noch folgende Forderung: ch bin mit der Instrultion sehr znsricdcn, mein lieber Herr Lieutenant, .aber nun stellen Sie mir mal den dümmsten, aber auch wirtlich den dümmsten Mann vor, den Sie in Ihrer Abtheilung haben, und richten Sie einige Fragen an ihn!" Zu Befehl. Ew. (5rcellcnz!" Der betreffende Offizier greift in die dunkelste Ecke des Zimmers und holt von dort aus dem zweiten Gliede ein uniformirtcs Wesen hervor, auf dessen Stirn unverkennbar der Stultitiae beilig Diadem gedrückt ist. Sorgfältig war er bisher den Blicken der a'nwcsenden Vorgesetzten verborgen gewesen und der Hauptmann hatte öfters mit angstvollem Grauen in die Unglücksecke geschaut und gefürchtet, Excellenz werde doch noch merken, daß gerade dieser Manu mit der Auszeichnung durch eine Frage ängstlich verschont blieb. Ge spannt richteten sich die Llicke aller hohen und höheren Vorgesetzten auf den Un glücklichen, der, durch dies plötzliche allgemeine Interesse, das ihn seinem dunklen Nichts entriß, in Furcht gesetzt, einen Ausdruck im Gesicht zeigte, der, wenn dies überhaupt möglich, noch eine Nuance geistreicher als gewöhnlich war. Jnteressirt traten Excellenz näher. Przywclczewski." rief den Unglück, seligen nun sein Lieutenant an, .bei welchem Truppcnthcil stehen Sie?" Die Frage machte nicht den geringsten Eindruck auf das Gemüth des edlen Polen; seine Gesichtszüge verharrten in steinerner Ruh. Sind Sie Infanterist, Kavallerist, Artillerist oder was sind Sie?" versuchte der Lieutenant seiner Ucberlcgung zu helfen. Prczywelczcwski blieb stumm! Na, was haben Sie denn für eine Waffe?" versuchte der Lieutenant wieder. Ohne Erfolg! Jetzt unterbrach der alte Graf TohnaSchlobitten die vergeblichen Bemühungen des Offiziers. Ja. Herr Lieutenant, ja, ja. meine Herren, der Mann scheint wirklich sehr dumm, ganz außerordentlich dumm zu sein!" Erstaunt und betrübt zugleich über so viel Dummheit näherte er sich dem Versuchsobjekt und fragte es mit einer möglichst sanften Stimme, um die nur noch schwach glimmende Gcistcsflamme oes Mannes durch rauhe äußere Ein Wirkung nicht ganz zu vernichten: Nun, mein Sohn, woher bist du denn? Ein Schimmer kommenden Verständ. nisscs überflog die in eiserner Stupidi tät gefestigten Züge des Mannes, und den Mund zu breitem Grinsen vcrziehend, entquoll dem Gehege seiner Zähne die verblüffende Antwort: Oock aus Schlobitte!!!" Eine andere Geschichte lautet: Als der alte Dohna in die Jahre gekommen war. und der Körper mit der Frische und Rüstigkeit des Geistes nicht mehr Schritt halten konnte, kam man in Berlin im Militürkabinct übercin, da der alte Herr gar keine Anstalten mach te, sich freiwillig zur Ruhe zu setzen, und man den a.tcn verdienten Solda ten nicht kurzer Hand verabschieden wollte, ihm einen kleinen Wink zu ge ben, daß es jetzt Zeit wäre für ihn zu gehen und jüngeren Kräften Platz zu machen. Dem König wurde das vor getragen, und dieser erklärte sich damit einverstanden. Der Ehef des Militärkabincts setzte sich also hin und schrieb dem alten Herrn einen Brief, in dem er ihm mit vielen und schonenden Worte? klarzumachen suchte, daß er seinen Ad schied einreichen solle. Es hieß in die sem Briefe unter Anderem, er habe ja die höchste militärische Stufe erreich?, über ein halbes Jahrhundert treu ge dient, die schwere Bürde verantwortlicher Stellungen lange genug getra gen, so das er sich jetzt wohlverdienter Ruhe überlassen könne. All dieses so schloß der Brief, schreibe er im Namen und Auftrage Seiner Majestät di Königs." Die Antwort des alten Dohna war nun weniger wortreich und schön still sirt. dafür aber durchaus deutlich und verständlich. Er schrieb an den Ehef des Militürkabincts Folgendes: Mein jugendlicher Freund !"(dcr Empfänger dieses Briefes hatte die 60 schon überschritten und war selbst schon General der Infanterie). Wenn Se. Majestät der Konig mir etwas zu sagen hat so wird er mir das schon alleine sagen. Im Uebrigen: Wer das Fleisch gefressen hat. der kann auch die Knochen fressen; ich bleibe!" Und so geschah es auch! Ter König hat herzlich über diese bündige Erklärung gelacht und den alten Herrn bis an sein Ende im aktiven Dienst belassen, das übrigens kurze Zeit nach dieser Be j gebenheit eintrat."
ZurWaruung.
Auf dem evangelischen Fricdhofe in Hameln steht auf der Grabstelle der Familie Lüdeking ein Denkmal, das folgende Inschrift trägt: Wir sind durch Pferdearztes Hand Zu früh hierher geschicket, Zur Warnung für das Vaterland Und den, der dies erblicket. Sein Leben traue Jedermann Nur sich'rer Aerzte Hände an, ' Geht er auch dann die Todesbahn, . j Hat er doch seine Pflicht gethan. , i Räthslh'as't. Gast: Herr ' Oberkellner, wieviel Glas Wein von gestern habe ich noch zu bezahlen?" Oberkellner: -Acht Glas und fünf Gläser." j
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