Indiana Tribüne, Volume 21, Number 347, Indianapolis, Marion County, 4 September 1898 — Page 3
Der Todte von Horror-IsLcrnd.
Roman von Harry Shcg. (20. Fortsetzung.) Am nächsten Tage schon waren sie eifrig an der Arbeit. Mr. Davis hatte Recht gehabt, als er Newports kauf männische Ordnung hervorhob. Der Verbrecher hatte sein elendes Handwerk offenbar als ein geregeltes Geschäft ge führt. Da fanden sich Bücher, die über Einnahme und Ausgabe genaueste Auskunft gaben, Tagebücher, in denen verzeichnet stand, was Newport an dem ,oder jenem Tage unternommen oder was für ihn und seine Freunde" Interessantes sich ereignete; da ezistirten förmliche Actenstücke, die über diejenigen Personen geführt worden waren, aus welche die internationale Bande ein Auge geworfen hatte. In keinem Polizeibureau der Welt hätten diese Personalacten" genauer und übersichtlicher gehalten werden können; alle Verhältnisse der betreffendenPersonen, ihre gesellschaftlichen Beziehungen, ihre financielle Lage, ihre Schwächen, Lafter und Vorzüge gingen daraus hervor, oft waren sogar ihre Photographien oder die Copien der sich auf sie beziehenden Documente der anderen Beschreibung beigefügt. Der Amerikaner und der deutsche Anwalt arbeiteten den ganzenTag hindurch in diesem unfreiwilligen Auskunftsbureau" mit wahrem Feuereifer. Sie nahmen sich nicht einmal Zeit, ihre Mahlzeiten in einem Speisehause einzunehmen, sondern ließen sich Speise und Trank in das Haus holen. Eine wahre Fundgrube für die Polizei aller Weltstädte," rief Davis imrner von Neuem entzückt aus. Dieser Newport verdient für seine musterhafte Ordnung eine ehrende Anerkennung. Der bringt sich durch dieses herrliche Belastungsmaterial nicht allein auf Lebenszeit in's Zuchthaus, sondern er forgt zugleich freundlichst für die Ueberführung von zwanzig anderen dunklen Ehrenmännern seinesgleichen. Das gibt einen Riesenproceß!" Gallus, der dem Detectiv an einem breiten Schreibtisch geaenübersaß, warf ein wenig mißmuthig einen Haufen Papiere beiseite. Das ist Alles recht schön und gut," sagte er. Sie, Mr. Davis, kommen ja auch reichlich auf Ihre Rechnung, indem Sie Material genug finden, den Schurken und seine Mitschuldigen unschädlich zu machen, aber ich habe noch nicht gefunden, was ich suche. Ueber ihr Vorgehen gegen die Familie des Grafen v. Fels scheinen die Schufte nichts Schriftliches niedergelegt und irgend welche Aufzeichnungen peinlich vermieden zu haben." Nur Geduld," mahnte Davis, wir finden aucy das noch, nur mögen die Burschen diese Papiere sorgsamer verborgen haben, weil sie darüber unterrichtet waren, daß ich diesen Fall aufarbeite. Doch zum Vorschein wird auch das noch kommen, verlassen Sie sich darauf!" Und der Detectiv sollte Recht behalien. Gegen Abend verschwand er plötzlich aus dem Zimmer, und es währte fast eine Stunde, bis er wieder zum Vorschein kam. Er sah rußgeschwärzt im Gesicht und an den Händen aus, auch auf seinem Anzüge waren die Spuren von Schmutz und Staub zu bemerken. Aber er hielt eine Anzahl umfangreicher Actenstücke in der Hand. Hallo, Mr. Gallus." rief er schon von der Schwelle aus triumphirend, ich bilde mir ein, wir haben, was wir brauchen." Mit diesen Worten legte er die Actenstücke vor den erstaunten Justizrath auf den Schreibtisch nieder. Gallus, im höchsten Grade erfreut, wollte sie augenblicklich einer Musterung unterziehen, doch Davis legte abwehrend die Hand auf seinen Fund. Noch .einen Auoenblick bezwingen Sie Ihre Wißbegierde," bat der Detectiv. Hören Sie erst, wo ich diese Schätze gehoben habe. Ich überlegte schon während der letzten Stunden, wo die Halunken ihre Aufzeichnungen über den Fall Fels" versteckt haben könnten. Dieses Haus hatte ich, wie Sie wissen, schon vom Boden bis zum Keller durchsucht, aber absolut nichts entdecken können. Da fiel mir ein, daß heute um Mittag Sie erinnern sich, daß die Hausglocke geläutet hatte und ich hinausgegangen war, um zu öffnen ein Arbeiter vorgesprochen hatte, um im Auftrage des Hauswirths, wie er sagte, den großen eisernen Ofen nachzusehen. Dieser Ofen befindet sich im Keller und spendet durch ein RLHrennetz, sobald er geheizt ist, dem ganzen Hause Wärme. Ich wies den Mann ab, da auf Wunsch des Richters keine Veränderung in diesem Hause vorgenommen werden soll. Jetzt weiß ich, daß der angebliche Arbeiter einer von Newpoits Leuten war, der diese Acten vernichten oder aus dem Hause fckmuggeln wollte. In dem Ofen fand ?ch, nachdem ich eine Schicht Asche beseitigt, die von uns gesuchten Papiere. Und nun lassen Sie sehen, was ich gefunken habe." Da ist ein Actenstück mit der Aufschrift: Andrö Gerfaut," sagte der Justizrath. Gerfaut Gerfaut? Der Name kommt mir bekannt vor." Sollten Sie ihn nicht aus dem Munde des Herrn v. Rheden gehört haben?" fragte Davis lächelnd. Gallus fuhr auf. Ganz richtig, jetzt erinnere ich mich. Dieser Gerfaut war der Reisebegleiter Rhedens auf dem Walfischfahrer und war zugegen, als der Baron auf Horror - Island die Leiche Eldors auffand." Ich kann Ihnen mehr von diesem Gerfaut erzählen," bemerkte Davis trocken; er war es auch, der dem Baron die Papiere stahl, die Tagebuchblätter Ui Todten; ich selbst war da
mals von Gerfaut mit de? Ueberwachung des Herrn v. Rheden beauftragt und las im Astorhouse zu New York, hinter dem Baron stehend, ein Telegramm, das auch Ihren Namen enthielt. Doch wir sprechen uns später eingehender darüber aus. Jetzt sehen Sie weiter." Personalien der Tänzerin Natalie Krakowska, späteren Gräsin v. Fels." Auch gut doch weiter weiter!" Notizen über den Schauspieler Bonetti. Wer ist dieser Bonetti, und was hat er mit der Geschichte zu thun?" Dieser Mann wird bald die HauptPerson in unserem Drama sein," lachte der Detectiv; seine Aussage wird die Schurken zerschmettern. Später mehr darüber! Gehen Sie jetzt weiter!" Mein Gott, sehen Sie hier," rief Gallus, hier steht, was wir suchen: Beate v. Fels, die Wittwe Eldors v. Fels, seit 1877 verheirathet mit Geheimrath Eberhard Busch, Berlin!" Mit feierlicher Stimme hatte der Justizrath .diese Namen verlesen; er mußte sich zusammennehmen, um sich von seiner Ergriffenheit nicht überwältigen zu lassen. Doch erhob er sich, und die Blicke nach oben gerichtet, rief er: Ich danke Dir, allmächtige Börsehung, daß Du mich diesen Augenblick hast erleben lassen! Mein armer Eldor, Dir wird Dein Recht werden!" Hier liegt noch ein Blatt, Doctor was ist das?" Gallus hob das letzte Actenstück empor und las die Aufschrift. Kaum aber hatte er dies gethan, als er schwankte und das Blatt in seiner Hand zu zittern begann. Bin ich wahnsinnig," preßte er hervor, hat die Erregung dieser Tage meinen klaren Berstand getrübt? Davis, lieber Freund, lesen Sie die Aufschrift dieses letzten Actenstückes mir mit lauter Stimme vor, damit ich mich überzeuge, daß ich nicht einer Täuschung meiner erregten Sinne zum Opfer gefallen bin." Davis nahm das Blatt aus Gallus' Hand entgegen, dann las er mit fester, ruhiger Stimme: Lebenslauf von Susanne v. Fels, einzigem Kinde des Grafen Eldor v. Fels und feiner Gattin Beate, geboren in New York, 1871 von uns dem Farmer Karl Strohbach in Virginlen übergeben, seit 1883 unter dem Namen Susanne Strohbach in Diensten des Justizraths Doctor Friedrich Gallus. Berlin."
24. Capitel. Es war gegen Mitternacht. Eberhard Busch saß am Lager seines Weibes, und ihre heiße Hand ruhte in der seinigen. Wider Erwarten hatte sich der Zustand der Kranken wesentlich gebessert, die Erscheinungen, in denen die Aerzte die Symptome eines Herannahenden Ncrvenfiebers zu erblicken' geglaubt hatten, waren verflogen, und nur eine tiefe Erschöpfung hielt die Lebensgeister Beatens nieder. Die Nähe des geliebten Mannes war offenbar das beste Heilmittel für sie gewesen, von Stunde zu Stunde war sie ruhiger geworden, und jetzt schaute sie ihn mit ihren großen, seelenvollen Augen wehmüthig an, doch ihre Thranen flössen nicht mehr, und die Unruhe war von ihr gewichen. Mein geliebtes, füßes Weib," flüsterte ihr Eberhard in überwallender Zärtlichkeit zu, jetzt wird Alles Alles wieder gut werden!" Beate preßte feine Hand. Nicht wahr, Eberhard, Du verstößt mich nicht. Du duldest mich in Deiner Nähe? Ich möchte so gern ach, so gern leben, aber " Sie schwieg plötzlich und blickte ihm angsterfüllt in die Augen. Warum quälst Du Dich mit solchen Gedanken?" fragte Eberhard. Gibt es denn irgend eine irdische Gewalt, die mich von Dir loszureißen vermöchte?" Das ruhende Weib schüttelte traurig das Haupt. Ich habe zu viel des Glücks be, festen," hauchte sie, zu viel für diese neidische Welt. Und N?eil ihr Schlangengift unsere Herzen nicht verwunden konnte, so lassen sie jetzt die Todten aus ihren Gräbern auferstehen und o, lieber Eberhard, nimm mich in Deinen Arm. halte mich und lasse mich nicht von Dir, ich will bei Dir sein, bei Dir bleiben!" Wie die Bitte eines Kindes klangen diese Worte von den Lippen der blassen, gequälten Frau, und im nächsten Augenblick hatte Busch seinen Arm unte'r ihr Haupt geschoben und zog es an seine Brust. Und kämen selbst Diejenigen, die wir gestorben wähnen, und suchten sie, fußend auf irgend welche Rechte, Dich mir streitig zu machen Beate, glaubst Du, daß meine Arme nicht stark genug wären. Dich zu halten? Man würde Dich mir nicht entreißen können!" Sie schmiegte sich fest an ihn, ihre Hände nahmen sein Haupt und zogen es zu dem ihren herab. Das war es ja, weshalb ich sterben wollte." flüsterte Beate, ich konnte den Gedanken nicht ertragen. Dich nicht mehr besitzen ?u dürfen." Aber wer hat Dir denn diesen abscheulichen Gedanken eingepflanzt?" Wer? Ich kann ihn Dir nicht nennen. Ein Unbekannter ein Mensch, der mich zuerst durch anonyme Zuschriften demWahnsinn nahebrachte, der dann auf dem Balle in der Maske eines Klosterbruders mir nahte und dann " Wieder erstarb Beate das Wort auf den Lippen; mit geheimem Grauen erinnerte sie sich an das financielle Opfer, das sie gebracht hatte, und welch:m Entschluß der Berzweislung sie das Geld verdankte. Aufschluchzend schlug sie plötzlich die Hände vor das Gesicht. Um Gottes willen, Beate, ich fleh. Dich an, rege Dich nicht von Neuem auf," rief Eberhard, der einen RückfaU fürchtete; .beenden wir di:se Auö
spräche, und wenn Du es nicht anders willst, so verspreche ich Dir, es soll niemals zwischen uns die Rede davon sein." Nein, laß mich heute Dir Alles sagen, Alles, ob ich auch vor Scham und Entsetzen umkomme. Du mußt Alles wissen, ehe Du mich wieder xoxz früher an Dein Herz drücken darfst!" Und Beate berichtete mit leiser Stimme, wie es gekommen war, daß sie meinte, länger kein Recht auf Leben und Glück zu haben. Nichts verhehlt: sie, nichts suchte sie zu beschönigen. Sie gestand ihm die Unwahrheit, mit weleher sie halb unbewußt damals in Jtalien seine Werbung angenommen;' daß die Furcht, ihn zu verlieren, sie dazu verleitet, ihm über den Tod ihres ersien Gatten Angaben zu machen, von denen sie doch zum Wenigsten ahnte, daß sie nicht den Thatsachen entsprächen. Ach, diese eine Lüge ihres Lebens habe sich bitter an ihr gerächt! Nie sei es ihr vergönnt gewesen, das Glück an seiner Seite rein und ungetrübt zu genießen: der Gedanke, daß der Todtgeglaubte plötzlich vor sie hintreten und die fürchterliche Anklage gegen sie erheben könne, habe sie Tag und Nacht nicht verlassen. Und dann nach so langen Jahren, als schon die Hoffnung sich in ihr Herz eingeschlichen, daß nichts auf der Welt mehr ihren Seelenfrieden stören, sie dem geliebten Mannc entfremden könne, als sie durch tausend Werke der Nächstenliebe sich Vergebung für jene Lüge erkauft zu haben meinte, da sei ganz unerwartet das lange Befürchtete zur schrecklichen Wahrheit geworden. Ein Fremder habe ihr die Nachricht gebracht, daß Eldor noch lebe, daß sie das Verbrechen der Bigamie begangen. Außer sich vor Schmerz und Furcht habe sie Beweise gefordert und erhalten. Da sei es ihr gewcsen. als wanke die Erde unter ihren Füßen, als senke sich ein Nebel auf sie herab, und sie habe nicht mehr klar zu blicken, klar zu denken vermocht. Man habe ihr zugeraunt, daß sie mit einer namhaften Summe Geldes sich Sicherheit und Ruhe erkaufen könne ein Kampf, der ihre Seele zerrissen. Sic habe die Hälfte dieser Summ?, zehntausend Mark, jenem Capital entliehen, welches sie für den Verein vereinnahmt und im Geheimfache ihres Schreibtisches verborgen habe. Der Rest der geforderten Summe sei von ihr in Wechseln beglichen worden. Und dann dann sei die Nemesis der That auf dem Fuße gefolgt. Der Brief Hedwigs v. Pache. in welchem diese ihren Besuch für den nachsten Tag ankündigte, um zehntausend Mark von dem Gelde des Vereins zu erheben, habe ihr die Augen über das geöffnet, was sie gethan. Sie habe gefühlt, daß sie mit dem Bewußtsein der Schande nicht mehr leben könne, daß sie sich Eberhards unwürdig gezeigt habe, daß sie nur durch den Tod ihre Schmach auslöschen könne. Sie sei aus dem Hause gegangen, um zu sterben. Mit der Stadtbahn hab: sie sich aus seiner Nähe entführen lassen, sie wollte nach dem Tode nicht erkannt werden, der Name des Mannes, den sie geliebt und dem sie angehörte, er sollte rein bleiben. Aus diesem Grunde.habe sie sich aller Briefschaften entledigt, die sie bei sich getragen; im Grunewald habe sie dieselben zerrissen und dem Winde die Stücke überlassen, daß e: sie forttrage. Nur die Locke ihies Kindes habe sie behalten und wieder und immer wieder geküßt und mit heißen Thränen benetzt. Und planlos sei sie durch den schneebedeckten Wald gewandert, bis farbige Lichter ihr die Nähe des Bahnnetzes verrathen. Diesen Lichtern sei sie nachgegangen. Heiße Sehnsucht nach Ruhe, nach völligem Vergessen, nach der Zuflucht des Grabes habe sie erfüllt. Ein freudiges Gefühl, daß sie bald nichts mehr zu fürchten, nichts mehr zu verbergen haden werde, erfaßte sie, und das Licht am Vahngeleise fei ihr wie ein funkelnder Stern erschienen, der sie mit magischem Schein angelockt habe. Und ich wanderte auf ihn zu," schloß Beate ihre Selbstbezicbtigung; so schnell mich meine Füße über den schneeigen Waldweg trugen, eilte ich vorwärts. Aus der Ferne vernahm ich dumpses Rollen, plötzlich einen kurzen, grellen Psiff. Ich wußte, daß dieser Ruf mir galt, nur mir; es war der heranbrausende Tod, der mir zurief, mich zu beeilen, daß er mich auf der Stelle finde und im Fluge fortraffen könne. Eine wahnsinnige Angst, ich könnte zu spät auf seinem Wege stehen und er würde vorüberfliegen ohne mich, beschleunigte meine Schritte. Ich mußte eine Böschung emporklimmen; niemals hätte ich geglaubt, da es mir möglich sein würde, doch ich besaß pZ'özlich Kraft und Gewandtheit, und mit spielender Sicherheit überwand ich das Hinderniß, welches sich zwischen m'r und dem fauchend heranbrausenden Ungethüm erhob. ' Ich stand auf dem Schienenwege ich sah die Eisenstränge gleich am Boden hinkriechenden Riesenschlangen im Lichte gleißen ; ich sah auch zwei Augen, denen eines i vorsündfluthlichen Ungeheuers gleich, aus dem Dunkel auftauchen und mit Gedankenschnelle auf mich zueilen ich dachte an Dich. Eberhard ich dachte auch an jenen Anderen auch an mein Kind ich preßte die Lock: fester in meiner Hand und breitete die Arme aus da " Beate hielt inne und fchaute bittend zu Eberhard, auf dessen Antlitz sich die verschiedenen Phasen ihrer qualvollen Schilderung widerspiegelten, empor. Warum vollendest Du nicht?" forschte er sanft. Weil ich fürchte. Du zürnest mir. daß meine letzten Gedanken nicht ausschließlich Dir gehörten." Er liebkoste ihr dunkles Haar. Armes Weib, hast Du mich denn als einen engherzigen Egoisten kennen gelernt? Wie sollte ich Dir das natürlichste Gefühl verübeln, das de? Mut. trA i
Nun wohl, so höre. In dem letzten Moment der grauenvollen Entschei dung schwebte eine Gestalt auf mich zu, auftauchend aus dem geisterhaften Leichentuch des schneebedeckten Wald:." Es war 'das muthige Mädchen, dem Du Deine Rettung verdankst." Beate schüttelte energisch den Kopf, dann richtete sie sich plötzlich aus den Kissen auf, so gut es ihre Schwäch: erlaubte, und ein wahrhaft überirdisch?! Glanz erstrahlte in ihren Blicken, die sie entzückt in's Leere richtete. Es war mein Kind, es war mein? Tochter, die mich errettet hat!" rief sie. .Eberhard, in jenem Augenblicke, da die Gestalt sich mir entgegenwarf, da ihr Schreckensruf das Schweigen dcr Nacht zerriß, da war es mir plötzlich, als fließe ein blendendes Licht um das Haupt meiner Retterin und ich schaute in das Antlitz meines Kindes, meiner Susanne. Gott, der Allmächtige, ist mein Zeugen mein letzter Gedanke, ehe meine Sinne mich verließen, war, unbeschreiblich mein Herz beseligend: ich ruhe in den Armen meines Kindes!" Eberhard schwieg, er war erschüttert und vermochte nichts zu sagen. Und als ich dann hier in diesem Hause erwachte." fuhr Beate fort, und jenes selbe Gesicht sich über mich neigte mit dem Ausdruck der Liebe und der zärtlichsten Besorgniß, da war meine Empfindung in noch verstärktem Maße dieselbe. Ich sah. mein Kind an meinem Lager, nicht mehr die kleine Susänne mit ihren Kinderaugen und den kurzen, rothblonden Locken, sondern Susanne, zur Jungfrau aufgeblüht, ein liebes, fchönes, herrliches Menschenbild!" Leises Pochen an der Thür schreckte Eberhard auf und verhinderte seine Antwort. " Es war Oberländer, der den Geheimrath mit ernster und geheimnißVoller Miene bat, für einige Augenfcfccke in's Nebenzimmer einzutreten. Was gibt es denn? Ist etwas Neues geschehen?" fragte Eberhard, als er in das Gemach eintrat, wo sich außer Oberländer noch Rheden, Susanne und Mutter Strohbach befanden. Letztere erhob sich sofort, um am Bette der Kranken ihren Platz einzunehmen. Hier geht etwas ganz Eigenartiges vor," nahm Oberländer das Wort. Soeben kommt nämlich ein Bote aus der Charit6, der Sie, Herr Geheimrath, und Herrn v. Rheden bitten soll, sich augenblicklich nach der Anstalt zu bemühen." Jetzt, um diese Zeit? Und nach der Charit?" Ja, Herr Geheimrath ich bin der Bote, der alte Dietz." Aus dem Winkel an der Thür trat ein alter Mann in den Lichtkreis der Gaskrone; er trug einen langen Mantel und eine Dienstmütze. Der Herr Geheimrath kennen mich doch wohl noch," meinte er lächelnd, ich bin in der Charitö angestellt, und wenn der Herr Geheimrath mit unserem Herrn Director conferirten " Gewiß, ich erinnere mich Ihrer. Und man hat Sie geschickt, mich und den Herrn Baron Rheden nach der Charitö zu holen?" Ja, Herr Geheimrath, und es wäre sehr eilig, lassen der Herr Director sagen; es handelt sich um einen Sterbenden. Man hat den armen Teufel im Thiergarten niedergeschossen." Ein Mordversuch?" fragte Rheden. Der alte Dietz nickte. Zwei Schüsse, beide haben getrosfen. Der Mann wird die Nacht nicht überleben, sagen unsere Aerzte." Ja, was svll ich denn da noch bei ihm und nun gar der Baron?" Das ist es ja. Der arme Teufel will durchaus die Herren sehen: er habe wichtige Mittheilungen zu machen." Wie heißt der Mann?" rief Oberländer, vortretend. Ein französischer Name Cchredo oder Scherdo " Gerfaut," stieß der alte Her? bastig hervor, Andrs Gerfaut?" . Ganz richtig, das ist. der Name!" Keine Minute ist zu verlieren," rief Oberländer in hLcbster Erregung, da steht viel auf dem Spiele für uns.. Wir haben den Herrn vergeblich um neun Uhr erwartet, um seine Enthüllungen entgegenzunehmen; er konnte nicht kommen und sein Versprechen erfüllen. Die, welche seine Enthüllungen zu fürchten hatten, haben indessen dafür gesorgt, daß er stumm bliebe." Rheden war bleich geworden. Gerfaut?" rang es sich von seinen Lippen. Seltsame Fügung des Schicksals!" Fort, nur fort!" rief Oberlander. Ich begleite Euch!" Der Geheimrath wandte sich an Susänne. Und darf ich Ihrer Fürsorge meine Frau empfehlen, bis ich zurückkehre?" fragte er, die Hand des Mädchens er? greifend. Ich weiß, wenn ich Beate Ihnen überlasse, so ist es so gut. als ob eine Tochter am Lager der kranken Mutter wachte!" Wenige Minuten später b:fanden sich die Herren in einer Droschke auf dem Wege nach der Charit6. . Die Uhr zeigte ein Viertel vor Einö, als sie in das Zimmer eintraten, in welchem Andr6 Gerfaut lag. Das herabgedrehte Licht einer Gasflamme ließ nur schattenhaft Menschen und Gegenstände erkennen. Am Fußende des Lagers saß ein junz:r Arzt, von der Nachtwache offenbar ermüdet ; an einem kleinen Tischchen in der Nähe des Bettes hatte ein bärtiger Herr Platz genommen und las in einer Abendzeitung, so gut es ihm bei der schlechten Beleuchtung möglich' war. Es war ein Gerichtsstenograph, der in aller Eile herbeigeholt worden. Ein Wärter stand bei dem Leidenden und erneuerte von Zeit zu Zeit di Eisum schlüge, und ein hochgewachsener, dun kelgetteideter Herr mit martialischem Schnurbart kam den Eintretenden IM zur Thür entgegen.
Er stellte sich als Criminalcommissär Gehricke vor. Ich habe die Staatsanwaltschaft ebenfalls schon benachrichtigt," sagte er in leisem Tone, und erwarte, daß sie in jeder Minute eintrifft. Herr Doctor, auf ein Wort, wenn ich bitten darf." Der junge Arzt trat an die Gruppe heran und begrüßte die Herren, den Geheimrath natürlich besonders ehrfurchtsvoll. Wie steht es mit dem Kranken?" fragte der Commissar. Ist es möglich, die Vernehmung noch eine Viertelstunde aufzuschieben?" DerPuls setzt bedenklich aus." antwortete der Arzt;, die Erwartung, diese Herren zu sehen, hat den Mann noch aufrechtgehalten. Ich fürchte, die Reaktion wird schnell eintreten." Rheden!" Es war ein dumpfer, schmerzgequälter Ton. der vom Lager des Kranken herüberklang. Rheden : kommen Sie schnell!" Der Baron eilte an das Bett, die anderen folgten ihm. Nur der Kopf und die Arme des Sterbenden ragten aus den Decken hervor, das Gesicht ?elgte bereits die grauenvolle Veränderung der nahendenVernichtung, die gelbliche Farbe, die unnatürlich vergrößerten Pupillen, das Hervortreten der Nase und des Kinns kein Zweifel, hier handelte es sich nur um eine sehr, sehr kurze Spanne Zeit, dann hatte Andre Gerfaut vollendet. Der Wärter erhellte auf einen Wink des Commissars das Zimmer, zugleich legte sich der Stenograph Papier und Feder zurecht. Rheden beugte sich über den Leidenden. Sie erkennen mich, Gerfaut?" fragte er. Gewiß, ich kenne Sie, Baron Rheden. obwohl es lange her ist, daß wir uns zum letztenmal sahen." Sie haben mir Mittheilungen zu machen, mir und diesem Herrn hier, dem Geheimrath Eberhard Busch?" Gerfaut richtete einen langen Blick auf den Geheimrath, dann sagte er mit matter Stimme: Ihre Gattin war schon einmal vermählt, Sie wissen es?" Eberhard neigte bestätigend das Haupt. : Und Sie sind auch darüber unterrichtet, wer ihr erste Gatte war?" Eldor v. Fels," antwortete Busch, ein Herr aus guter deutscher Familie, der jedoch nach Amerika auswanderte, ohne sein Glück zu finden." Rheden und Oberländer schauten sich bedeutungsvoll an. Ihre Gattin war in erster Ehe mit dem Grafen Eldor v. Fels vermählt," flüsterte der Sterbende, dem einzigen Sohn des Grafen v. Fels. Der Nachlaß des Grafen ist ihr alleiniges Eigenthum, wenn ihre Tochter Susanne, Eldor's Kind, nicht noch aufgesunden wird." So glauben Sie. daß dieses Madchen noch lebt?" forschte Rheden. Ich glaube es, aber ich weiß nichts Genaues darüber." Der Graf hatte aber doch eine zweite Ehe eingegangen?" Ungültig! Betrug alles Betrug! Die Tänzerin Natalie Krakowska konnte den Reichsgrafen nicht heirathen, sie war und ist noch gebunden. Ihr Mann ist ein heruntergekommener Musiker Cäsar Mandel ist sein Name fragen Sie nach '.hm in Decherts Restaurant, Brunnenstraße." Gerfaut zuckte plötzlich zusammen und fuhr mit der Hand nach seiner Brust, zugleich trat blutiger Schaum auf seine Lippen. Eilen Sie, wenn Sie noch etwas zu fragen haben." raunte der Geheimrath dem Commissar zu, während der Hospitalarzt dem Sterbenden einen Lösfel belebender Medizin einflößte. Wie ist Ihr Name?" eröffnete der Kriminalist das Verhör. Andre Gerfaut aus Paris." Sie wurden gestern Abend im Thiergarten angeschossen. Glauben Sie den Mörder zu kennen?" In den Augen des Franzosen blitzte der Haß auf. Ich vermag meinen Mörder mit Bestimmtheit zu bezeichnen. Es ist Hofrath Schalle? Brückenstraße." Wie, Hofrath Schaller?" rief Kommissar Gehricke erstaunt; der Mann ist mir den Namen nach bekannt,, er gilt als respektabel und vermögend!" Er ist ein Verbrecher Mitglied einer Schwindlerbande, welche besonders auf Erpressung ausgeht. Paris London New York Verlin überall haben sie ihre Agenten sie haben die Familie Fels ruinirt. Der Hofrath erpreßte bei der Frau des GeHeimraths Busch eine große Summe ich weiß es " Es ist die Wahrheit," sagte Busch mit fester Stimme, meine Frau .hat mir vor einerStunde dasselbeGeständniß abgelegt!" Schaller wußte, daß ich ihn verrathen wollte er hat mich durch einen gedungenen Meuchelmörder stumm machen lassen stumm bald werde ich es sein stumm " Es trat eine Pause von mehreren Minuten ein.während welcher derSterbende noch einmal nach Kräften rang. Entsetzlich war es anzusehen, wie der sonst so lebenskräftige Mann mit dem großen Würger Tod kämpfte und ihm nur schrittweise das Feld räumte. Plötzlich richtete er sich mit halbem Leibe auf, die Hände mit den gespreizten Fingern streckte er weit von sich, die Augen waren gläsern, und kalter Schweiß perlte von seiner Stirn. In gurgelnden Tönen, welche von einem aus der wunden Brust kommenden Rasseln und Pfeifen fast unhörbar gemacht wurden, stieß er hervor.- Rheden! Die Papiere ich haöe sie geraubt ich verkaufte sie an die Schwindler ha, ha eine Fälschung eine Copie Gerfaut war schlau - schneidet die rechte Seite mei. nes Anzuges auf dort ' .
Das Wort erstarb ihm a?.f den Lippen, er sank zurück und murmelte, in den Kissen wühlend, mit verbuchender Stimme weiter: Der Todte von Horror - Island ich sehe ihn in seinem einsamen Grabe die Lorrisson winkt die verfluchte Verrätherin ah ich bin festgebunden das Messer der Guillotine fällt ah. ich das Messer das Messer!" Eine Blutwelle, die plötzlich über die Lippen des Unseligen strömte, mach:: dem Verbrecherleben Andre Gerfaut'Z ein Ende. Tief erschüttert traten die drei Herren von seinem Sterbelager zurück. Ist Ihr Stenogramm in Ordnung?" fragte der Commissar den Eerichtsschreiber. der jedes Wort Gerfaüts niedergeschrieben;, dann bitte ich die Herren, Ihre Namen darunter zn setzen als Zeugen für die Aussagen des Todten." Während dies geschah, zerschnitt de: Commissar mit Hilfe des Wärters den Rock, in dem der Franzose in hu Charite eingeliefert worden war. Aus der Polsterung der rechten Achsel zog er ohne Mühe einige.durch PergamentpaPier geschützte vergilbte, eng beschriebene Bogen Papier hervor. Er wies sie schweigend dcm Baron und dieser nahm sie mit leicht bebender Hand entgegen. Der Gehcimraih und Oberländer betrachteten sie ebenfalls. Die Aufzeichnungen oes Todten von Horror - Island!" rief Rhcden dewegt. Dieselben, welche ich in seiner Hütte fand nach dreizehn Jahren werden sie ihre Bestimmung erfüllen und Eldors Erben zu ihrem Recht verhelfen!" Der Herr Staatsanwalt," 'rief Commissar Gehricke und ging einem älteren Herrn entgegen, der in Beglcitung eines anderen Beamte.: foeben eintrat. Der Staatsanwalt ließ sich Bericht erstatten, das aufgenommen' Protokoll verlesen und warf dann einen Blick auf den Todten, von welchem er eine Photographie aufzunehmen befahl. Dann wandte er sich an Gehricke: Sie werden natürlich sofort den Hofrath Schaller verhaften, ich stell Ihnen sogleich die nöthigen Papiere aus." Dann bat er den Gcheimrath und Rheden um eine Unterredung und ließ sich von ihnen die nöthigen Aufklärungen geben. Ich denke, wir werden in diesem Hofrath Schaller einen ausgezeichneten Fang thun." sagte er dann, wir sind längst bemüht, dieser internationalen Erpressergesellschaft auf die Spur zu kommen und ihr das Geschäft zu legen. Aber freilich, wer hätte hinter einer Persönlichkeit wie Schaller, dcm ich selbst in der Gesellschaft begegnet bin. einen Agenten dieser Leute suchen sollen? Um so schwerer wird die Strafe für ihn ausfallen." Während Commissar GHricke nach dem Polizeipräsidium fuhr, um die nöthigen Vorbereitungen für die noch in der Nacht vorzunehmende Verhaftung Schallers zu erledigen, eilten die drei Herren wieder dem Hause Rhedens zu. In seiner Tasche trug der Geheimrath die vergilbten Blätter Eldorö v. Fels. Man hatte sie ihm auf seine Bitten bis zum nächsten Morgen überlassen,Eberhard wußte, daß de? Inhalt diescr Aufzeichnungen Beaten Gesundheit und Lebenskraft verleihen würde. Rheden und Oberländer schritten Arm in Arm. Sie hatten sich viel zu sagen, und es war derselbe Gedanke, der sie beide beschäftigte: Eldors Wittwe war gefunden, doch sein Kind, sein Suschen, mit der er noch im Wahnsinnsfieber der letzten Stunden sich beschäftigt war auch sie dem Dunkel der Vergessenheit entrissen, dem Leben, ihren Rechten zurückgegeben? Es ist Susanne," sagte Rheden, ich zweifle nicht daran, aber Beweise Beweise sind nicht vorhanden, welche dem Gericht, der Behörde stichhaltig genug erscheinen würden, um sie in den Besitz ihres Namens und ihres Vermögens zu setzen." In diesem Augenblick waren sie vor dem Hausthor des Rheden'schen Hauses angelangt, sie fanden vor ihm einen Telegraphenbeamten, der gerade im Begriff war, die Glocke zu ziehen. Ein Telegramm für Herrn Baron Rheden," sagte der Beamte, indem er die kleine Laterne hochhielt und Rheden ins Gesicht leuchtete. Ach, da sind ja der Herr Baron selbst bitte sehr, hier." Würden Sie mir einen Moment das Licht Ihrer Laterne leihen," bat der Baron, ich möchte sofort einmal nachsehen, was es ist." Mit diesen Worten hatte Hans be. reits die Depesche geöffnet und las beim Schein des kleinen Lichtes, mit halblauter Stimme: Nach glücklich Lberstandener Ge fahr haben Davis und ich unwiderlegliehe, gesetzeskräftige Beweise gefunden, daß Eldors Wittwe Frau Geheimrath Busch Berlin, sein Kind die in meinem Bureau angestellte junge Dame Susänne Strohbach ist. Ehe der Gräfin Natalie mit dem raset; beruht auf Betrug und Meineid. Newport verhaftet. Kehre Ende der Woche zurück. Gallus." Rheden stieß emen Freudenschrei aus und stürmte durch die inzwischen vom Portier geöffnete Thür die Treppe hinauf, der Geheimrath folgte ihm auf dem Fuß. während Oberländer einen blanken Thaler in die Hand des Telegraphenbeamten gleiten ließ mit den Worten: Sie haben gut geleuchtet, lieber Mann, und wir haben das Licht jetzt, das wir brauchen!" Dann stieg auch er in das obere Stockwerk .hinauf. Doch er betrat nicht das Zimmer, in welchem Beate lag, mit feinem Taktgefühl öffnete er nicht die Thür, hinter welcher Rhede, Eberhard und Susannt soeben ver schwunden waren. . (Fortsetzung folgt.)
Aür die Küche. f Grüne Erbsensuppe. Junge grüne Erbsen werden verlesen. Die xleinen und die ganz dicken, jede Sorte allein. Die dicken Erbsen kocht man in Salzwasser weich und treibt sie durch ein Sieb. Die jungen Erbsen schwenkt man in einem größeren Topf mit reichlich frischer Butter, gibt sodann leichte Fleischbrühe und etwas Salz dazu, und laßt sie gar kochen. Nun fügt man das Durchgetriebene bei, nebst etwas' feingehackter Petersilie und einemTheelösfel Liebigs Fleischextrakt. Es Passen kleine Schwammklößchen, oder schön lichtgelb geröstete Semmelwürfel, als Einlage in diese Suppe. Kalbsrücken. Ein Kalbsrücken wird gehäutet, die Rippchen vorsichtig aus dem Fleisch gelöst, zur Hälfte abgehackt oder, noch besser, ganz herausgelöst, so daß nur der Rückenknochen im Fleisch bleibt. Das Bauchfleisch wird um den Braten herumgelegt, am besten auf der andern Seite zusammengenäht. So vorbereitet, klopft man das Fleisch tüchtig und legt es 23 Tage in Milch. Vor dem Gebrauch trocknet man es ab, spickt es, und setzt es mit Butter zu. Unter fleißigem Begießen bratet man den Rücken gar, und gießt nach und nach sauern Rahm zu. Die Sauce wird kurz vor dem Anrichten mit etwas kochendem Wasser, Stärkemehl und Fleischextrakt zusammengerührt und über den Braten ein Theil davon geschüttet. Die Niere wird, in Schcibchen geschnitten obenauf gelegt. Lendenbraten mit Kart o f f e l n. Eine gehäutete und geklopfteRindslende wird gespickt, in eine Pfanne in reichlich aufsteigende Butter gelegt und sofort mit letzterer begossen. Nun läßt man den Braten in verfchlossener Bratröhre ineStunde unter fleißigem Begießen gar werden. Eine Viertelstunde vor dem Garsein bestreut man ihn mit feinem Salz und richtet ihn dann in halber Rundung auf einer Schüssel an. Die leere Mitte füllt man mit gebratenen Kartöffelchen. Die Tunke bereitet man mit etwas Mehl, Wasser und einer Messerspitze Liebigs Fleischextrakt. Kalbsröllchen oder KalbsVögel. Vom Kalbsschlegel schneidet man fingerdicke, längliche Stückchen, klopft und reibt sie mit Salz ein. Nun macht man eine gute Fülle aus geriebenem Schwarzbrot, einem Ei, feingewiegtem Kalbfleisch, Zwiebel, Petersilie und einem halben Glas Wein. Sie muß recht schmackhaft sein, und nun legt man auf jedeSchnitte nußgroß von derselben. Fest gerollt und gut gebunden mit Faden legt man die Röllchen in heiße Butter und bratet sie schön hellbraun. Das kurze Saucechen löst man mit etwas Fleischbrühe auf und gießt dasselbe darüber. Kartoffelmus paßt sehr gut dazu. Kartoffelröllchen. Ein Pfund gekochte Kartoffeln werden gerieben, mit einem wallnußgroßen Stückchen Butter oder Fett vermischt und mit Mehl durchgeknetet, bis die Masse sich ausrollen läßt. Es gehört viel Mehl dazu. Darauf 5acke man ein halbes Pfund Braten- oder andere Fleischreste mit einer Zwiebel fein und mische einen Eßlöffel voll Mehl und etwas Pfeffer und Salz hinein. DaS Fleisch bringe man mit 1 Tasse halb Wasser halb Sauce (eine pikante Sauce eignet sich besonders dazu), zum Kochen, indem man die Masse bis zum, Dickwerden rührt; dann lasse man sieerkalten. Unterdeß wird der Kartoffelteig dünn ausgerollt, in ziemlich große Vierecke geschnitten und auf diese etwas von der Fleischmasse gelegt und zusammengerollt, indem man die Ränder und Enden fest aufeinander drückt. Die Röllchen werden in einem recht heißen Ofen gebacken; oder man schneide die Stücke etwas kleiner und backe sie in kochendem Fett. Kleine Kräpfchen. Ein rasch zu bereitender Nachtisch, wenn man übrigen Blätterteig; hat. Man schneidet aus feingerolltem Teig kleine, runde Kuchen, die man in der Mitte zusammenschlägt. Unter die Falte legt man etwas Eingemachtes, Johann -nisbeer. Himbeer und so weiter, und bestreicht die Kräpfchen mit geschlagenem Ei. Sie können im Bratrohr bei frischer Hitze gebacken werden. Nierenomelette. Kalbsnieren werden in dünne Scheibchen geschnitten, mit Salz, Pfeffer, feinge-. hackten Zwiebeln und einer Messerspitze Mehl überstreut und in süßer Butter schnell gedünstet. Man giebt etwas Jus oder Fleischbrühe und Ettronensaft zu und nimmt sie sofort vom Feuer, legt kleine Portionen auf, fchön gebackene Omeletten, überschlägt diese, richtet an und servirt sofort. Taubenfrilassee. Fleischige Tauben dünstet man in dünner Fleischbrühe mit Wurzelzeug. Zwiebeln, einem Stück Butter und dem genügenden Salz weich; dann zerlegt man die Tauben in Hälften oder Viertel und mischt die Stücke mit gedünsteten Champignons der weichgekochten ' Morcheln, Büchsenspargel, Blumenkohlstücken und kleinen Semmelklöß chen, läßt dies in der Hälfte der Bouillon auf dem Herd stehen, ohne kochen zu lassen, und macht von der übrigen Brühe, die man geseiht, entfettet und mit anderer Brühe verlängert hat. eine sämige Sauce mittels einer fyütn Mehlschwitze; mit einigen Eidottern wird diese abgezogen und mit Sardel lenbutter wie auch mit etwas Citronensaft gewürzt, worauf man sie über daS Frikassee anrichtet.
Verschnappt. Braut: Ar thur, hast Du schon andere Mädchen geliebt?- Arthur: Noch nie. Gretchen." Braut: Da sollst Du auch gleich einen Kuß haben!" Arthur: Ach. G retchen, so hat mich noch keine ceküötl-
